Wenn ich nur...

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Gast

Wenn ich nur...

Beitrag von Gast »

Es war so undurchsichtig wie immer...
So verrückt wie eh und je...
Und so klar, dass ein jeder der sie kennt es hat kommen sehen...

Nach jedem Erlebnis fühlte sie sich einsamer. Zurückgelassen. Abgestellt.
Nach der Schlacht um Grenzwarth, bei welcher sie gar ihr Leben riskierte,
nur um zu sehen, wer bereit wäre ihr zur Hilfe zu eilen, wurde es ihr klar.
Sie war alleine. Zuvor, in diesem Augenblick, und in der Zukunft.

Worauf zum Teufel warte ich hier?
Erwarte das du kommst und dein Leben wegschmeisst,
für einen kurzen Moment meiner Zeit.
Habe ein Loch wo ein Herz sein sollte.
Ich bin aus Holz, ich falle auseinander.
Ich würde ein Königreich geben, für einen Tag mehr.

Ich gäbe alles für ein Herz.
Wenn ich König wäre, ich würde mein Königreich geben.
Schätze und Kronen würden nichts bedeuten
Wenn ich nur ein Herz hätte, wenn ich nur... ein Herz hätte.

(Sonata Arctica - Kingdom for a heart)

Dinge geschehen, Dinge ändern sich. Und manche ändern sich nie.
Manchmal kann man sich seinem Schicksal einfach nicht entziehen,
und manchmal spielt es einem einen Streich.
Was war das? Streich? Eine Laune? Eine unerfüllte Sehnsucht?
Hatte sie ein Recht dazu?

Sie fühlte sich unausstehlich.
Mit glasigen Augen blickte sie an ihrer Weinflasche vorbei,
die ein oder andere Träne bahnte sich den Weg über ihre Wangen.
Sie versuchte es sich damit abzufinden, sagte es sich immer wieder selbst,
dass es in Ordnung sei, allein, vielleicht mit einigen Katzen, ihr Leben zu führen.
Sie hasste Katzen. Aber es waren wohl die einzigen Tiere, nein, die einzigen Lebewesen,
die ihre Gesellschaft duldeten...

Sie akzeptierte, arbeitete, gewann sogar eine Mitarbeiterin...
Freundlich, höflich, ein junges, vielleicht auch etwas blauäugiges Ding.
Aber fleißig und wohlerzogen.
Und gerade, als alles in Ordnung war. Als sie sich damit abfand, alleine zu sein,
kam etwas, dass sie so aus der Bahn warf, dass sie sich wie ein kleines schüchternes Mädchen verhielt.
Immer wieder trieb es ihr die Schamesröte ins Gesicht, als ihr ihr Verhalten bewusst wurde.

Ein einfacher Schreinerlehrling, der ihr nicht mal viel Beachtung schenkte,
schaffte es binnen kürzester Zeit, ihr die Sinne zu vernebeln.
Blind wäre sie ihm wohl überall hin gefolgt, hätte er darum gebeten.
Doch tat er es nicht. Sie war nur eine Kundin...

Naiv, blind, schüchtern und dennoch hoffnungsvoll wie ein kleines Mädchen,
hoffte sie ihn zu sehen, suchte ihn unter dem banalsten Vorwand auf.
Zu welchem Zweck? Mit welchem Sinn? Es hatte keinen. Es kann keinen haben.
Denn es ist eine Laune des Schicksals.
Oder einfach nur ein Teil in ihr, der sich weigert ihren Entschluss zu akzeptieren.
Ein Teil der nicht alleine sein will, um jeden Preis.
Gast

Beitrag von Gast »

Es waren die Worte einer Bekannten, die zu einer Freundin wurde.
Die Worte die getauscht wurden, als sie beide mit ihren Problemen zusammenfanden
und sich in einer Taverne über jene austauschten.
Sie hatte nie eine Freundin. Jemand dem sie vertraute und von ihren Ängsten und Sehnsüchten berichtete.
Doch es tut gut zu teilen. Sowohl die schönen, als auch die schlechten Dinge.
Denn es macht vieles einfacher... Und so kam die Entscheidung...

Versuch es, geh zu ihm.
Rede mit ihm.
Offenbare ihm deine Gefühle.


Immer wieder hallten die gesprochenen Worte des Abends durch ihren Kopf.
Die ganze Nacht hinweg brachte sie kein Auge zu, trotz dass der Schnaps sie müde machte.
Als die Sonne aufging saß sie noch immer grübelnd auf der Bettkante.
Doch sie hatte es versprochen...

Als niemand öffnete, nachdem sie der Glocke fast die Schnur abriss,
lies sie sich auf den Treppenstufen nieder, zog ein Pergament und einen Kohlestift hervor
und begann nach den passenden Zeilen zu suchen.
Als sie das dritte Pergament begann zu schreiben, da die anderen beiden vernichtet wurden,
da sie mit ihren Worten oder deren Zusammensetzung nicht zufrieden war,
stand eben jener um den es ging hinter ihr...

Eine zaghafte Umarmung, ein ebenso zaghafter Kuss...
Fühlt er genau so? Wird er sie enttäuschen? Wie die anderen zuvor?
Worte, Berührungen, Unsicherheit und Hoffnung.
Und ein... Fehler?

Es gibt keine Garantie für so etwas.
Es gibt Versprechen, aber werden sie gehalten?
Es gibt Worte, aber sind sie ernst gemeint?
Es gibt Gefühle, aber sind sie geheuchelt?

Was wiegt mehr? Die Angst oder die Hoffnung?
Das Ende der Hoffnung ist das Ende des Lebens.
Sie musste hoffen. Sie musste es versuchen. Um zu leben.
Ein weiterer Kuss.

Sie verbrachten den ganzen Abend miteinander. Aßen zusammen, tranken Wein.
Lernten sich kennen und erzählten voneinander, lernten voneinander.
Doch sie waren beide keine Kinder mehr, forschten sie mit den Blicken.
Der Kuss weckte Neugierde, Begierde, jegliche Art von Gier.
Schwach gaben sie sich dem hin, bis sie in ihrem Heim standen.

Zu weit, zu viel. Zu wenig wissen sie voneinander.
Dennoch vertrauen sie sich, wären bereit sich zu offenbaren.
Sie zügelt sich, immer und immer wieder.
War es falsch ihn einzuladen? Sie schmiegt sich an ihn, genießt die Wärme
und die Zuneigung und lädt ihn ein zu bleiben.
Ein letzter Kuss.

Sie sehen glücklich aus. Alle beide.
Als sie einfach nur, ohne sich blind einer Lust und einem Gefühl hingegeben zu haben,
nebeneinander einschlafen...
Fabian Estargo

Beitrag von Fabian Estargo »

Als Kundin hatte er sie kennen gelernt, sich anfangs nichts gedacht und höflich wie er immer wahr, so entgegnete er auch ihr. Doch etwas war anders an ihr, nicht ihr Aussehen, den an jenes fand er allmählich Gefallen. Auch wenn ihre Hände und Arme übersät mit Narben sind, was er in keiner Art und Weise abstoßend findet, nein eher empfindet er Mitleid mit ihr, wie andere Menschen sie dermaßen zurichten konnten. Vielleicht war es auch ihr schüchtern wirkendes Lächeln und ihre verstohlenen Blicke welche von ihr in seine Richtung ausgingen. Immer im geheimen, scheinbar vertieft in seine Arbeit, betrachtete er sie und ihre Handlungen genau. Immer mehr kam in ihn ein Gefühl hervor welches seine Interesse an ihr steigerte. Auch als er nur ein paar Schaukästen aufstellen sollte, in ihrem Laden, war es nicht die Arbeit die ihn nach Rahal führte, eine ihm völlig unbekannte Stadt. Viel mehr war es ein innerer Wunsch mehr über sie zu erfahren, wo sie lebt, wie sie lebt, wer sie ist. Auch hier tat er wieder als hätte er nur Augen für seine Arbeit, zu groß war seine Ungewissheit ob er ihre blicke richtig deutet und ob jene ernstgemeint wahren.
Als seine Arbeit erledigt war versuchte er noch etwas Zeit zu schinden, als Argument wollte er ihr bei der Aufteilung der Schaukästen behilflich sein, doch war es in seinen Augen gut wie es war.
Wieder in der Zunft angekommen stürzte er sich weiter in noch mehr Arbeit. Um sich vielleicht abzulenken? Wohl kaum, eher um nachzudenken, denn das konnte er am besten bei seiner doch recht stupiden wirkenden Arbeit.
Leicht riss ihn ein Klingeln aus seinen Gedanken und als er aufblickte stand schon sein jüngerer Bruder von der Tür. Als er sein Namen hörte versuchte er herauszufinden wer es sein könnte und als er dann ihre Stimme erkannte und dann auch ihr Gesicht sah, versuchte er etwas zu sagen. Lediglich ihren Namen bringt er zu Stande und ein freundlicher lächeln. Als er nun nähe zur Tür versucht er sich etwas zusammen zu reisen, dabei sein bis eben leicht verträumten Blick ablegend zu ändern um ihr dann nur mit einem freundlichem Lächeln gegenüber zu stehen. Werkzeug was er vergessen haben solle hat sie ihm gebracht. Doch er war sich sicher nichts vergessen zu haben und als er dann ihr Siegel auf eines derer fand, war es ihm klar dass es nur ein Vorwand war.
Wie verträumt starte er das Siegel auf dem Werkzeug an und strich mit seinem Finger darüber. Als ihm dann sein Bruder nur leicht an schmunzelte und ihm klar machen wolle das er eine Verehrerin hatte.
Nun war es ihm klar geworden. Er muste sie wieder sehen um dieses bestätigt zu bekommen. So machte er sich, einige Tage später, entschloßen auf den Weg nach Rahal um sie wieder zu sehen.
An jenem Abend kammen viele Gefühle ans Licht welche Fabian vorher immer im verborgenen hielt. Der Abend war lang und viel wurde gesagt und viel was er auch missverstand. Es war für ihn ein Berg an Gefühlen die alle auf einmal auf ihn einprasselten. Und im entefeckt war es das er wieder warten muste, seine Gedanken und Gefühle musten wieder sortiert werden. Wieder ging er dazu seiner Arbeit nach und war die Nacht noch im Wald. Erst als die Sonne langsam aufging machte er sich wieder auf den Heimweg.
Lange konnte er aber nicht schlafen und auch zog es ihm am Morgen in den Wald, doch als er zurück kehrte sa er sie, wie sie gerade scheinbar krampfartig versuchte eine Nachricht zu verfassen.
Als er ihren namen nannte schreckte sie auf und nun stand sie vor ihm.
Anfangs wurden nur blicke und wenige Worte gewechselt, Fabian wuste einfach nicht was er sagen solle, so lange hatte er Zeit nachzudenken doch kein eindeutiges Ergebnis hatte sich gezeigt. Als es nach einigen Minuten des hin und her zu einem doch recht leidenschaftlichen und durchaus wilden Kuss kamm, brauchte Fabian sich über nichts mehr gedanken machen, er genoß einfach das hier und jetzt.
Ein Magenknurren unterbrach die noch eben ihm sichtlich gefallende stimmung, doch sie wollte ihn wieder sehen. Er wollte sie auch wieder sehen und so trafen sie sich am nächsten Abend in einer Taverne dort aßen und tranken sie zusammen und erzählten sich voneinander.
Als sie ihm dann aber neha kamm, kamm in ihm deutlich die Nervosität zum Vorschein und er machte einen fehler nach dem nächsten. Fast ungeschickt verhielt er sich. Als er sich dann wieder beruigte bat sie ihn sein Versprechen vom letzten Abend zu brechen und sie gehan lassen solle. Doch solle er ihr folgen. Ohne eine genauere Bedeutung zu erfahren maachte er sich schnell auf den Weg und folgte ihr um dann schlußendlich vor ihrem Laden zu stehen. Als sie nach einigen Minuten des sich anschweigen begannen sie sich leidenschaftlich zu küssen, wobei sie langsahm den weg richtung Keller fanden, schluf Fabians Herz immer schnller und schneller. Er hätte sich diesen Momant nicht schöner vorstellen können und als sie ihn einlud über nacht zu bleiben, war sein Glück nun vollkommen.
Benedict Weber

Beitrag von Benedict Weber »

Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte sie das Gefühl etwas richtiges getan zu haben.
Eine richtige Entscheidung getroffen zu haben, erfüllte sie mit Glück und Zufriedenheit.
Denn, die Taverne war leergeräumt.
Reylas war fort. Ohne ein Wort, ohne eine Erklärung, ohne eine Verabschiedung.
Und als hätte sie es gewusst, befürchtet, gerochen, war der Schmerz zwar da, aber erträglich,
denn sie hatte Fabian.

Auch wenn sie in den letzten Tagen und Wochen viele Auseinandersetzungen mit ihm hatte,
sie sich vernachlässigt fühlte, da er mehr Zeit seiner Lehre als ihr widmete,
konnte sie ihn nicht aus ihren Gedanken oder gar ihrem Herzen lassen.
Und ein jedes Mal, wenn er sie unerwartet besuchte, wenn auch nur für wenige Augenblicke,
versuchte sie ihm zwar nicht zu zeigen wie sehr sie sich freute,
doch hätte sie ihn am liebsten in die Arme geschlungen und in ihr Bett gezerrt,
nur um wieder seine Nähe und Wärme zu spüren.

Dennoch blieb sie hart, bat ihn, ihren Laden zu verlassen, und anderweitig zu nächtigen.
Auch wenn er am kommenden Tage ihr bei ihrer Versteigerung helfen wollte,
und eh in ihrem Laden ein und ausgehen würde, wie er wünschte,
folgte er wenn auch traurigen Blickes ihrem Willen und ging fort.
Es wurmte sie. Lange Zeit. Denn keine Umarmung, kein Kuss, kein Gefühl, als er ging.

Ein Prozess gegen einen Angeklagten des rahalischen Reiches raubte ihre Zeit,
wie im Flug schien diese zu vergehen, als es schon später Abend wenn nicht gar Nacht war...
Und so sehr ihr Stolz und ihre Eitelkeit sie hinderten und sich ihr in den Weg zu stellen versuchten,
suchte sie die Taverne auf, in welcher er ein Zimmer fand, und überraschte ihn des Nachts.

Ein Keiner entschuldigte sich für vergangene Worte oder Taten,
denn beide hatten sie auf ihre Art und Weise das Recht auf ihrer Seite.
Es bedurfte auch keiner Worte, denn die Sehnsucht war in beiden so sehr verankert,
dass Tarina sich einfach nur zu ihm legte, und mit ihm die Nacht verbrachte,
nach der sie sich so lange sehnte.

Am frühen Morgen, als Fabian noch verschlafen im Bette lag, hauchte sie ihm einen kleinen Kuss auf
und verließ eiligen Schrittes die Taverne. Nicht aus Angst gesehen zu werden,
sondern einfach weil die bevorstehende Versteigerung noch einiges an Arbeit von sich warf.
Und so begann sie den Tag mit einem zufriedenen Lächeln und unbeschreiblicher Vorfreude
auf den kommenden Abend...
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