Seid Stunden ging ihm nichts anderes durch den Kopf als nur diese wenigen Gedanken.
Neben Festspielen, Wettkämpfen, Gottesdienst kamen ihm immer wieder die ein und selben Gedanken "Wie wird Sie wohl auf meine befindlichkeiten reagieren?". Schließlich hatte sie scheinbar schon jemand an ihrer Seite, der sie behütete, beschützte und bezirzte.
Doch die treffen die er mit Dorothea Ehrm hatte waren einfach nicht spurlos an ihm vorbei gezogen und er wollte sie kennen lernen, ihren inneren Kern entdecken und ihre Person.
Doch wie sollte er es anstellen? Er war schließlich nicht der Typ Mann der einfach so mit der Tür ins Haus fällt, er könnte zwar im Umgang mit dem Schwert glänzen aber ob das einer solch zierlichen und eleganten Dame auch gefiel war da wohl die andere Frage.
Ein besonderes zusammentreffen blieb ihm ständig in Erinnerung, da war er gerade fröhlich nichtsahnend auf dem Weg von der Jagd nach Hause da traf er sie im Gras sitzend, vor ihr ein Bursche scheinbar ein Waldläufer der offenbar ein vertrauter oder vielleicht doch mehr von ihr war als Carlo Regendorn wußte.
Man witzelte so vor sich hin, machte sich gegenseitig Komplimente und unterhielt sich über Gott und die Welt. Scheinbar entfachte sich auch ein Wettkampf zwischen ihm und dem Waldläufer, keiner von gewalttätiger Art, eher war es ein Wettkampf in dem man friedlich um die Hand von Dorothea Ehrm anhielt.
Feoras hieß der Bursche dem er den Vortritt lies, die Hand von Fräulein Ehrm zu gewinnen.
Als beide schließlich fertig waren, beriet sich Dorothea mit sich selbst um zu entscheiden wer denn wohl gewinnen mag.
Dorothea Ehrm: Mmmmh.
Dorothea Ehrm: Das wird eine schwere Entscheidung!
Dorothea Ehrm: An Carlo gefiel mir, daß er etwas zurückhaltener war und nicht so ..
Dorothea Ehrm: *sie wiegt den Kopf leicht*
Dorothea Ehrm: stürmisch voran ist.
Dorothea Ehrm: aber an Feoras gefiel mir die Wortwahl besser - und die Feoras Zael: *meint er schmunzelnd, ein zwinkern folgt*
Dorothea Ehrm: Schwierig.
Dorothea Ehrm: *sie blickt zwischen den beiden hin und her, mit einem finger gegen das Kinn tippend*
Dorothea Ehrm: Herrje.
Dorothea Ehrm: Ich glaube aber.. mh. Feoras gewinnt, diese Runde.
Dorothea Ehrm: Das war worttechnisch einfach viel charmanter und gewiefter.
So war es also entschieden, Feoras gewann durch charmanter und gewiefter worttechnik.
Doch Carlo gewann durch seine zurückhaltung und nicht so stürmische art.
Das gab Carlo die Hoffnung, Dorothea vielleicht einmal auf dem Hof in der Nähe zu besuchen und ihr eventuell den Hof zu machen und ihr Herz zu gewinnen.
Die Zeit wird es zeigen.
Ein glücklicher Gedanke oder ein peinlicher?
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Gast
Nachdem er die Tür seines Unterschlupfes zuzog und ins Freie ging, musterte Feoras den Horizont. Nachdenklich wirkte sein Blick. "Kein Regen heute...", murmelte er mehr zu sich während er die Hände in die Manteltaschen steckte um die ersten Schritte zu tun. Wie üblich würde sein Weg ihn in das Handwerkshaus führen...
"Kein Regen..", murmelte er wieder. In einer Stadt in der das düstere Wetter stetig zu der dortigen Düsternis der Menschen passte, war es ungewohnt mal Sonne zu sehen. Es war also wirklich so, das auch die tiefste Dunkelheit auch ihre hellen Seiten hervor brachte. Ein seltener Lichtblick, jedoch war es einer. So wie er vor ein paar Tagen Dorothea kennen gelernt hatte. Eine Frau die ihm in kurzer Zeit schon eine gute Freundin wurde, wobei er nicht wusste ob das Bier zur Begrüßung den Vorgang beschleunigte und er somit bestechlich wurde? Zumindest war es so.
Wie dem auch sei, aus seinen Gedanken gerissen bemerkte er, dass er vor den Türen des angestrebten Handwerkshauses stand. Als er die Tür aufzog um es zu betreten sah er sich gleich um. Ob ihr Weg sie heute wieder herführen würde? Ein amüsiertes Schmunzeln zeichnete sich auf seinen Lippen ab. Vielleicht hätte sie auch Herrenbesuch. Der Herr vom Vortag bezeugte deutliches Interesse an ihr.
Natürlich wirkt es wohl besonders einladend, wenn Mann und Frau alleine auf einer Blumenwiese saßen um sich zu unterhalten. Nicht um sie zu umwerben. Nein! Sie waren Freunde, nicht mehr und nicht weniger. Allerdings war es nach langer Zeit ein regenfreier Tag, den man ausnutzen musste wodurch sie durch die umliegenden Wälder streiften. Wer hätte da geahnt, das man irgendwo im Nirgendwo dann ausgerechnet auf jemanden trifft der Gesellschaft sucht?
Kopfschüttelnd nahm er auf dem Hocker vor dem Spinnrad platz. Seiner Arbeit ging er regelrecht mechanisch nach, während er gedanklich wieder zu dem Vortag abdriftete. Es war ein Spiel gewesen für ihn, eine Herausforderung. Ein Spiel, welches er nie gespielt hätte, wäre es ernst gewesen. Das letzte, das er wollte war eine die sich ihm um den Hals warf. Nicht nach den letzten Wochenläufen. Feoras war ihr dankbar für ihre Freundschaft, und so war es für ihn ein Freundschafsdienst die Avancen des Fremden auf diese Weise abzuschwächen.
Nachdem er das minnehafte Wortduell für sich entscheiden konnte, brachen sie auch recht schnell auf. Sie würde bestimmt erzählen, ob sie den Wolf von Lennja wirklich mal auf einen der Verehrer hetzen müsste. "Eierbeisser...", murmelte Feoras mit verzogenen Lippen den Namen. Die Vorstellung lies ihn schaudern. Jedoch wusste sie sich zu wehren, es war also etwas gutes.
Seine Arbeit ablegend, wischte er sich mit den Händen durch das Gesicht. Den Kopf Richtung des Fensters drehend sah er sich nochmal den Himmel an. "Nach jedem Regen folgt also tatsächlich Sonnenschein", murmelte er mit nachdenklichem Blick, worauf die im Handwerkshaus angestellte Schneiderin ihm einen seltsamen Blick schenkte. Mit einem Schulterzucken nahm er diesen an. Gemütlich stand der Schneider auf um seinen Beutel zu schultern. Immerhin gab es noch Besorgungen zu erledigen, mit denen er sich eher beschäftigen sollte...
"Kein Regen..", murmelte er wieder. In einer Stadt in der das düstere Wetter stetig zu der dortigen Düsternis der Menschen passte, war es ungewohnt mal Sonne zu sehen. Es war also wirklich so, das auch die tiefste Dunkelheit auch ihre hellen Seiten hervor brachte. Ein seltener Lichtblick, jedoch war es einer. So wie er vor ein paar Tagen Dorothea kennen gelernt hatte. Eine Frau die ihm in kurzer Zeit schon eine gute Freundin wurde, wobei er nicht wusste ob das Bier zur Begrüßung den Vorgang beschleunigte und er somit bestechlich wurde? Zumindest war es so.
Wie dem auch sei, aus seinen Gedanken gerissen bemerkte er, dass er vor den Türen des angestrebten Handwerkshauses stand. Als er die Tür aufzog um es zu betreten sah er sich gleich um. Ob ihr Weg sie heute wieder herführen würde? Ein amüsiertes Schmunzeln zeichnete sich auf seinen Lippen ab. Vielleicht hätte sie auch Herrenbesuch. Der Herr vom Vortag bezeugte deutliches Interesse an ihr.
Natürlich wirkt es wohl besonders einladend, wenn Mann und Frau alleine auf einer Blumenwiese saßen um sich zu unterhalten. Nicht um sie zu umwerben. Nein! Sie waren Freunde, nicht mehr und nicht weniger. Allerdings war es nach langer Zeit ein regenfreier Tag, den man ausnutzen musste wodurch sie durch die umliegenden Wälder streiften. Wer hätte da geahnt, das man irgendwo im Nirgendwo dann ausgerechnet auf jemanden trifft der Gesellschaft sucht?
Kopfschüttelnd nahm er auf dem Hocker vor dem Spinnrad platz. Seiner Arbeit ging er regelrecht mechanisch nach, während er gedanklich wieder zu dem Vortag abdriftete. Es war ein Spiel gewesen für ihn, eine Herausforderung. Ein Spiel, welches er nie gespielt hätte, wäre es ernst gewesen. Das letzte, das er wollte war eine die sich ihm um den Hals warf. Nicht nach den letzten Wochenläufen. Feoras war ihr dankbar für ihre Freundschaft, und so war es für ihn ein Freundschafsdienst die Avancen des Fremden auf diese Weise abzuschwächen.
Nachdem er das minnehafte Wortduell für sich entscheiden konnte, brachen sie auch recht schnell auf. Sie würde bestimmt erzählen, ob sie den Wolf von Lennja wirklich mal auf einen der Verehrer hetzen müsste. "Eierbeisser...", murmelte Feoras mit verzogenen Lippen den Namen. Die Vorstellung lies ihn schaudern. Jedoch wusste sie sich zu wehren, es war also etwas gutes.
Seine Arbeit ablegend, wischte er sich mit den Händen durch das Gesicht. Den Kopf Richtung des Fensters drehend sah er sich nochmal den Himmel an. "Nach jedem Regen folgt also tatsächlich Sonnenschein", murmelte er mit nachdenklichem Blick, worauf die im Handwerkshaus angestellte Schneiderin ihm einen seltsamen Blick schenkte. Mit einem Schulterzucken nahm er diesen an. Gemütlich stand der Schneider auf um seinen Beutel zu schultern. Immerhin gab es noch Besorgungen zu erledigen, mit denen er sich eher beschäftigen sollte...
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Gast
Eigentlich gab es keinen Grund, sich zu beklagen.
Der Hof erreichte schon in der kurzen Zeit doch etliches Mehr, als sie erwartet hatten. Selbst Emmi war mit Eifer dabei; Morgens schon konnte Dorothea das Tapsen der kleinen Füße über die Dielen hören, wenn das Mädchen sich schon auf den Weg aus der gemeinsamen Kammer hinab machte, um die Tiere zu füttern. Doch gab es noch so viel zu tun. Konstantins Bemühungen waren ein Segen, seinen beiden Schwestern das 'neue' Leben im alatarischen Reich so angenehm wie möglich zu gestalten – und zu vergessen, was der eigentliche Grund ihres Hierseins war.
Wenn es keine Arbeit auf dem kleinen Gut gab, nutzte Dorothea die Zeit, um sich mit ihrer neuen Heimat vertraut zu machen. Ausflüge ins nahe Rahal, die Wälder, die sich um den kleinen Hof erstreckten, der Flusslauf unweit der Gatter, aber auch die weiten Landstriche und Wäldchen zwischen Rahal und Düstersee blieben oft nicht ausgespart. Einzig die Menschen, die hier lebten, blieben ihr noch verschlossen und in sich gekehrt. Aber auch da gab es bereits Lennja und Feoras, die mit ihrer heiteren Art die aufkeimenden Gedanken mit langen Gesprächen oder lockeren Witzen vertrieben.
Eigentlich gab es wirklich keinen Grund, sich zu beklagen.
Eigentlich.
Gäbe es da nicht eine Sache, die sie immer wieder verwirren würde. Sie war nun kaum mehr als einen Wochenlauf mit ihrer Schwester angekommen, und schon schien es, daß sie mehr Aufmerksamkeit auf sich zog, als sie es wollte. Tagtäglich kamen die nahen Bewohner des Reiches an ihren Hof, sogar Auswärtige aus dem unabhänigen Bajarder Gebiet – trotz aller Zweifel und Misstrauen den Meisten gegenüber, behandelte sie Jeden gleich nett und zuvorkommend – immerhin war es wichtig, auch so das Eine oder Andere aufzuschnappen, was sie hier an der ruhigen Straße hinter der Heiligen Stadt nicht mitbekam. Und doch gab es Momente, in denen sie sich nicht sicher war, was gerade um sie herum passierte.
Athires Athera. Sie hatten sich kurz nach dem Verlassen des Schiffes mit Emmi kennengelernt. Er war nett, höflich und zuvorkommend, ließ ihre kleine Schwester sogar auf dem großen, stämmigen Schlachtroß zur Kutsche reiten, nachdem Dorothea nach dem Weg fragte. Sie war sehr dankbar für die Hilfe gewesen; die neue Umgebung, in der kleinen, fremden Hafenstadt war für sie doch überfordernder gewesen, als sie es je hätte offen zugegeben. Einige Tage später war er zu Besuch gekommen; das Lächeln, was er dabei die ganze Zeit zur Schau trug, ließ in ihr doch gemischte Gefühle erwachsen, ebenso der Handkuss, den er ihr bei der Verabschiedung gab. Sie fand es zwar ganz nett, daß er sie nach dem kurzen Treffen in Bajard besuchen wollte, hinterliess aber nur mehr einen fahlen Beigeschmack dessen, was seine Avancen betraf. Sie kannten sich nur von diesen zwei Treffen – und doch schien er bereits jetzt bemüht, ihre Gunst mit diesen Gesten zu gewinnen.
Carlo Regendorn. Er hatte ein Pferd gesucht, kräftig und ausdauernd, wohl für seinen Dienst bei den Kaluren, wie sie später erfuhr. Auch ihn traf sie wieder; Feoras hatte sie an einen nahen Wald unweit des Gebirges geführt, welches die Kaluren ihre Heimat nannten. Sie redeten, aßen und tranken, lachten und witzelten über Dies und Das, als Regendorn aus dem Gebüsch trat und sich unvermittelt dazu setzte. Und auch dort wieder schien es ihr, daß irgendetwas nicht ganz so lief, wie sie es erwartet hatte.
Sie war Feoras recht dankbar gewesen, daß er sich direkt in die Bresche warf. Carlo's komplimentgeschwängerten Worte, die unterschwelligen Stichelein, die sich die beiden Männer gegenseitig zuwarfen, der kleine 'Wettberwerb' den sie ausfochten – und das Alles nur, um um die Aufmerksamkeit eines einfachen Mädchens zu buhlen, welches kaum kurze Zeit die große Insel betreten hatte.
Jede andere Frau wäre vielleicht geschmeichelt gewesen ob solcher Gebarden. Auch Dorothea empfand gewisses Amusement, während sie im Gras saßen und das Schauspiel seinen Lauf nahm. Feoras stellte sich in der Tat wirklich gut an – auch wenn es deutlicher übertrieben war, wusste sie ganz genau, wie sie es bei ihm nehmen musste. Aber er hatte auch Etwas voraus, was weder Carlo noch Athires bisher angestrebt hatten: er kannte sie – besser, als die beiden Anderen es hätten bisher versucht.
Der Hof erreichte schon in der kurzen Zeit doch etliches Mehr, als sie erwartet hatten. Selbst Emmi war mit Eifer dabei; Morgens schon konnte Dorothea das Tapsen der kleinen Füße über die Dielen hören, wenn das Mädchen sich schon auf den Weg aus der gemeinsamen Kammer hinab machte, um die Tiere zu füttern. Doch gab es noch so viel zu tun. Konstantins Bemühungen waren ein Segen, seinen beiden Schwestern das 'neue' Leben im alatarischen Reich so angenehm wie möglich zu gestalten – und zu vergessen, was der eigentliche Grund ihres Hierseins war.
Wenn es keine Arbeit auf dem kleinen Gut gab, nutzte Dorothea die Zeit, um sich mit ihrer neuen Heimat vertraut zu machen. Ausflüge ins nahe Rahal, die Wälder, die sich um den kleinen Hof erstreckten, der Flusslauf unweit der Gatter, aber auch die weiten Landstriche und Wäldchen zwischen Rahal und Düstersee blieben oft nicht ausgespart. Einzig die Menschen, die hier lebten, blieben ihr noch verschlossen und in sich gekehrt. Aber auch da gab es bereits Lennja und Feoras, die mit ihrer heiteren Art die aufkeimenden Gedanken mit langen Gesprächen oder lockeren Witzen vertrieben.
Eigentlich gab es wirklich keinen Grund, sich zu beklagen.
Eigentlich.
Gäbe es da nicht eine Sache, die sie immer wieder verwirren würde. Sie war nun kaum mehr als einen Wochenlauf mit ihrer Schwester angekommen, und schon schien es, daß sie mehr Aufmerksamkeit auf sich zog, als sie es wollte. Tagtäglich kamen die nahen Bewohner des Reiches an ihren Hof, sogar Auswärtige aus dem unabhänigen Bajarder Gebiet – trotz aller Zweifel und Misstrauen den Meisten gegenüber, behandelte sie Jeden gleich nett und zuvorkommend – immerhin war es wichtig, auch so das Eine oder Andere aufzuschnappen, was sie hier an der ruhigen Straße hinter der Heiligen Stadt nicht mitbekam. Und doch gab es Momente, in denen sie sich nicht sicher war, was gerade um sie herum passierte.
Athires Athera. Sie hatten sich kurz nach dem Verlassen des Schiffes mit Emmi kennengelernt. Er war nett, höflich und zuvorkommend, ließ ihre kleine Schwester sogar auf dem großen, stämmigen Schlachtroß zur Kutsche reiten, nachdem Dorothea nach dem Weg fragte. Sie war sehr dankbar für die Hilfe gewesen; die neue Umgebung, in der kleinen, fremden Hafenstadt war für sie doch überfordernder gewesen, als sie es je hätte offen zugegeben. Einige Tage später war er zu Besuch gekommen; das Lächeln, was er dabei die ganze Zeit zur Schau trug, ließ in ihr doch gemischte Gefühle erwachsen, ebenso der Handkuss, den er ihr bei der Verabschiedung gab. Sie fand es zwar ganz nett, daß er sie nach dem kurzen Treffen in Bajard besuchen wollte, hinterliess aber nur mehr einen fahlen Beigeschmack dessen, was seine Avancen betraf. Sie kannten sich nur von diesen zwei Treffen – und doch schien er bereits jetzt bemüht, ihre Gunst mit diesen Gesten zu gewinnen.
Carlo Regendorn. Er hatte ein Pferd gesucht, kräftig und ausdauernd, wohl für seinen Dienst bei den Kaluren, wie sie später erfuhr. Auch ihn traf sie wieder; Feoras hatte sie an einen nahen Wald unweit des Gebirges geführt, welches die Kaluren ihre Heimat nannten. Sie redeten, aßen und tranken, lachten und witzelten über Dies und Das, als Regendorn aus dem Gebüsch trat und sich unvermittelt dazu setzte. Und auch dort wieder schien es ihr, daß irgendetwas nicht ganz so lief, wie sie es erwartet hatte.
Sie war Feoras recht dankbar gewesen, daß er sich direkt in die Bresche warf. Carlo's komplimentgeschwängerten Worte, die unterschwelligen Stichelein, die sich die beiden Männer gegenseitig zuwarfen, der kleine 'Wettberwerb' den sie ausfochten – und das Alles nur, um um die Aufmerksamkeit eines einfachen Mädchens zu buhlen, welches kaum kurze Zeit die große Insel betreten hatte.
Jede andere Frau wäre vielleicht geschmeichelt gewesen ob solcher Gebarden. Auch Dorothea empfand gewisses Amusement, während sie im Gras saßen und das Schauspiel seinen Lauf nahm. Feoras stellte sich in der Tat wirklich gut an – auch wenn es deutlicher übertrieben war, wusste sie ganz genau, wie sie es bei ihm nehmen musste. Aber er hatte auch Etwas voraus, was weder Carlo noch Athires bisher angestrebt hatten: er kannte sie – besser, als die beiden Anderen es hätten bisher versucht.