Aufenthaltsgenehmigung

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Gast

Aufenthaltsgenehmigung

Beitrag von Gast »

  • “Mir wurde gesagt, es herrsche Krieg.
    Krieg heißt für mich.. Anschläge.. Mord.. Raub.. Intrigen..
    nicht zu vergessen Schlachten, da macht man es sich einfacher,
    weil gleich mehr krepieren als sonst.

    Und da fragt man sich doch, was Euch nur hier her zieht.“
Das Fräulein dieser Worte noch keine zwanzig, bemüht erwachsen, noch zu wenig erlebt, immer bereit das letzte Wort zu haben und wenn es auch nur aus Trotz war, oder aus Prinzip oder der einfache Versuch ihr am Ende nochmal eins mitzugeben vor dem geübten fräulein'schen Abgang anschließend. Die Kleine war auf ihre Art erfrischend, genau das richtige für kleine Sticheleien und Ärgernisse und ihr selbst war es schließlich auch immer wieder eine Freude, wenn sie Fragen aufwerfen und andere beschäftigen konnte, natürlich ohne bei der Antwortfindung sehr behilflich zu sein.
  • Weisst Du es denn? Was Dich herzieht?
    Klar. Ausreizen der Aufenthaltsgenehmigung.
Unter anderem, vermutlich, neben der Flucht vor Ränkespielchen, wo jeder gegen jeden agierte, keine Einheit zu sehen oder zu erreichen war, wo Missgunst und Intrigen vorherrschten und die Führung und der Panther zuzusehen schienen, während sich das Reich von innen heraus selbst zu zerstören oder zu zerfallen drohte. Nur eine Frage der Zeit, wenn weiterhin jeder nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht war und Anspruch auf ein Stück vom Kuchen erhob, den es schon nicht mehr gab, weil er längst weg gefault war. Es war so lästig und furchtbar ermüdend.

Sie hatte angefangen sich zurückzuziehen, unbemerkt; hielt sich raus und weitestgehend fern, wenn nicht gerade Termine einzuhalten waren. Keine schwere Aufgabe für jemanden, der als Einzelgänger galt, gerne auch einmal für sich war oder vielem nichts abgewinnen konnte, wo andere ihren Spaß fanden. Es schien ganz einfach zu verschwinden und doch immer mal da zu sein, so dass es nicht besonders auffiel. Es half auch, dass der Großteil der Gemeinschaft in Düstersee lebte, nicht weit weg, sollte man meinen und doch weit genug entfernt. Und das sonnige Gemüt ihrer Nachbarin war dieser Tage auch nicht oft zu sehen. Es war ganz einfach.


~~~


Die Ereignisse hatten sich ein wenig überschlagen, nachdem sie festgestellt hatte, dass die edle Hüterin ihre Bücher schicksalhaft zurück erhalten hatte.
  • Du meintest sicher Du bist ein wenig durchgedreht?
    Klappe.
Neue Möglichkeiten hatten sich, trotz aller damit verbundenen Ärgernisse und zu klärenden Unstimmigkeiten, eröffnet, neue Anreize, Beschäftigung, Diskussionen, angespannte Gespräche und immer kleine Sticheleien, ab und an eine versteckte Drohung. Kurzum eine neue Herausforderung durch eine Aufenthaltsgenehmigung, die sicher versehentlich formuliert worden war und unbedingt behalten und ausgenutzt werden wollte. Eine Gelegenheit, die nicht ungenutzt verstreichen durfte. Sie atmete tief durch, ein schmales Lächeln auf den Lippen,...
  • “Du weißt dass du hier bleiben könntest, wenn...“
...das gleich wieder verflog, als sich die lächerlichen Worte in ihrem Kopf breit machten. Dieses verrückte Weib, dabei hatte sie ihr dieses Mal nicht einmal was ins Essen gemischt, das man das damit erklären konnte. Erst wird man von ihr angeraunzt, dann fast abgestochen und dann...
  • Du dich wohl eher selbst?
    Klappe.
Ein kurzes Brummen, ein Griff zu den Notizen und ein starrer nachdenklicher Blick darauf. Der Zettel hatte schon einiges mitgemacht, wurde stets ergänzt, Erledigtes durchgestrichen, Neues hinzugefügt.
  1. Gastgeschenk besorgen
  2. Finderlohn festlegen
Finderlohn. Finderlohn. Finderlohn. Verflixter Finderlohn, der ohnehin nicht angenommen werden würde. Aber es ging schließlich ums Prinzip und um Spaß und vor allem aber ums Prinzip. Blut ... Blut... wäre sicher ein angemessener...
  • “... versuche nur nichts Wahnsinniges zu tun!“
    „Spiel' einfach nicht mit deinem Leben!“
Der Zettel flog zerknüllt in den Kamin, wo er gleich von zufriedenen Flammen vernichtet wurde, während sie zerknirscht aufstand.
  • Wenn die sich jetzt auch noch in meinem Kopf festsetzt, dann werde ich wahnsinnig.
    Noch mehr?
    Klappe.
Nach einem kleinen Umweg fand sie sich mit einem neuen Zettel bewaffnet auf dem Grasdach wieder und kritzelte erneut die noch ausstehenden Punkte nieder.
  1. Gastgeschenk besorgen
  2. Finderlohn festlegen
  3. Wein und Kuchen einfordern
  4. Karawyn endlich einladen
  5. Tagebuch von Thanaya kontrollieren
  6. Heerstabssitzung
Viel geschafft hatte sie heute nicht, aber das hatte ja auch bis morgen Zeit, oder übermorgen, oder...
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