Dem langen Tag folgte eine lange Nacht. Es war ihm schwer gefallen Ruhe zu finden nach der Segnungszeremonie und den Festlichkeiten mit all den Gästen. Irgendetwas bereitete ihm einen unruhigen Schlaf, er wälzte sich im Bett herum, strampelte die Decke weg und wurde schließlich von der Kälte, die in seine Glieder fuhr wach. Die Augen öffnete er nur einen kleinen Spalt weit, während er in den Palast hinein lauschte. Schlaftrunken nahm er nichts ungewöhnliches wahr, bis ein leises Surren zu seinem Bewusstsein vordrung und die verschlafenen Augen noch ein Stückchen weiter öffnete.
Kaltes Licht flackerte ungleichmäßig durch den dunkel erwarteten Raum und erst als er den Blick ins innere wandte konnte er die Quelle ausmachen. Von einem auf den anderen Moment war er hell wach und ehe er sich versehen konnte saß er kerzengerade im Bett. Mitten im Raum waberte eine grell blaue Gestalt - weiche, sich verwischende Konturen ohne eine definierte Form. Sein Atem stockte, er brachte keinen Ton heraus und rührte sich keinen Millimeter. Eine gefühlte Ewigkeit verging bis sich aus dem länglichen Lichtwesen eine Art konisch zulaufender Faden löste und sich zu ihm hin streckte. Quer durch den Raum zog sich dieser Faden und hielt einen halben Meter vor seinem Gesicht inne. Er betrachtete dir unwirkliche Situation, konnte sie aber weder einordnen, noch wusste er wie er sich zu verhalten hatte. Des Sprechens war er immernoch nicht mächtig und langsam überkam ihm in seiner Hilflosigkeit die Neugier. Er hebte die rechte Hand langsam und vorsichtig vor seine Brust, zögerte für wenige Augenblicke und streckte sie schließlich ebenso langsam aus. In dem Moment, als sein ausgestreckter Finger das Licht berührt...
Er riss die Augen auf und blickte sich in dem hellen Zimmer um. Tief atmete er aus, als die Anspannung seine Glieder verließ - es war wohln nur ein Traum. Ob des hellen Lichtes im Raum schlussfolgerte er, dass es Zeit wäre aufzustehen und so glitt er aus den Federn, bekleidete sich wie für Morgenstunden üblich recht leger und machte sich auf den Weg die noch kühle Luft auf dem Dachbalkon zu genießen. Doch kaum öffnete er die Tür zum Dach, schlug ihm eisiger Wind entgegen. Verwirrt schaute er sich um, trat aber nicht ganz auf das Dach hinaus. Hell lag der Balkon vor ihm und erst jetzt merkte er, dass das Licht in das alles getaucht war, nicht das warme Gelb der Morgensonne zeichnete. Es lag ein kalter, bläulicher Schimmer über allem...
Zu nächtlicher Stund im Palast...
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Ghadir Tazim
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