Die Sonnenläufe einer Elfin

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Ninithiel Godhel

Die Sonnenläufe einer Elfin

Beitrag von Ninithiel Godhel »

[Abendröte]

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Gedankenverloren schob sie die Nadel durch den feinen Stoff hindurch, ihre elfenbeingleichen blauen Augen waren fern von allem. Das rote, für eine Elfe wohl recht dicke Haar, hatte sie wie immer bei der Arbeit zu einem Zopf zusammen gebunden und so wackelte der Zopf mit jedem ihrer langsamen Bewegungen. „Atenio Ninîthiel!“ Die Stimme Haib'irinas lies sie von ihrer Arbeit aufsehen, sie nickte ihr nur lächelnd zu. Dann verlies die Schneiderin die Stube. Ihr Blick wandte sich nun zu dem Marmorfenster und sie seufzte leise, die Sonne war gerade am Untergehen – war sie nicht vor 2 Minuten erst gekommen? Sie schüttelte nur leicht ihren Kopf und arbeitete ruhig weiter, immer wieder die selben Stiche, immer wieder, schon so oft hatte sie dieses Hemd gemacht, einmal größer, einmal kleiner. Ihre Gedanken schweiften abermals ab, sie dachte an ihren alten Kindesfreund Yonai’luen, welcher ihr oft mit seinen schmeichelnden Worten zur Seite stand. "Vergiss nicht, meine liebste Ninîthiel, forme deine Stoffe nicht nach deinem Ebenbild, zwei Objekte solcher Schönheit könnten meinen Verstand überfordern" An diese Worte konnte sie sich noch gut erinnern, wieder einmal musste sie sich von ihm verabschieden weil sie so viel zu arbeiten hatte. Aber solche Worte waren selbstverständlich denn er schenkte sie jeder Elfin. Dann dachte sie an ihr Haus, es wahr kahl und nichts bis auf ihre zwei Vögel lies sie jeden Abend dort hinein gehen um die Nacht zu verbringen. Dann an Aethain, welcher sich schon seit geraumer Zeit nicht mehr bei ihr meldete, er war nicht besser als sie, nur seine Bücher hatte er im Kopf. „Diese Magier sind alle gleich..“ wisperte sie leise zu sich und stach abermals in den feinen Stoff. Und dann an Lamentinu, welche sie seit ihrer Gefangenschaft nicht mehr gesehen hatte, ob es ihr denn soweit gut ging? Miryawen war auch plötzlich verschwunden, es war ruhig geworden.
Dann ein Stich und sie schreckte zusammen, das Hemd fiel von ihrem Schoß hinab auf den Boden, von ihrem Zeigefinger tropfte das Blut auf den weißen Stoff. Sie zischte auf und legte ihre Lippen um die Wunde. Langsam blickte sie zu dem Fenster und sah den letzten Sonnenstrahlen der Sonne entgegen, der Himmel färbte sich rot und ein kühler Frühlingswind kam auf. In der Ferne hörte man den Wasserfall an welchen Lamentinu immer spielte plätschern, so ruhig war es geworden. Sie richtete sich langsam auf und ging aus der Schneiderstube, der feine rote Stoff ihres Rockes fuhr mit ihren Schritten über den Marmorboden hinweg. Hatte sie nichts anderes außer die Arbeit? Neben dieser war die einzige Abwechslung die immer wieder hörenden Worte Yonai's oder die verwirrenden Worte Aethains zu hören. Sie redeten von gleicher Schönheit der Elfinnen, jede sehe gleich bezaubernd aus.
"Ist unser Volk den Menschen so geähnelt, so sehr, das wir uns selbst als gleich aussehend finden, wie die Völker neben uns. Haben sich unsere Augen so gegen uns gerichtet, ja selbst unser Inneres? Die Liebe.. sie scheint in diesem Tale nicht mehr aufzugehen." Diese Zeit und diese Gedanken, Verwirrung.

Es ermüdete sie unwahrscheinlich.
Ninithiel Godhel

Beitrag von Ninithiel Godhel »

[Rehaugen]

Als sie auf ihren Fellen erwachte und ihren Kopf von dem seidenen Kissen hob, kitzelten die ersten Sonnenstrahlen ihr Antlitz. Ein Lächeln spiegelte sich auf ihren Lippen wieder und sie richtete sich langsam auf, ihr offenes bis zur Taille reichendes rotes Haar war von dem ruhigen Schlaf nur leicht verstrubbelt. Sie trat mit ihrer Schlaftoga zu dem runden Fenster und füllte den Futtertrog ihrer beiden Greifvögel auf. Danach ging sie schnellen Schrittes zu der Treppe, griff nebenher noch nach ihrem Kamm und kämmte sich bei ihren Schritten auf die Haustüre ihre Haare. Den Kamm neben sich auf eine Kiste legend, griff sie nach einem Apfel und trat aus der Tür.
Ihr Blick hob sich gen Himmel, die Sonne war gerade dabei über die Berge des Tales hinweg, ihren alltäglichen Lauf anzunehmen. Ninîthiel betrachtete den Apfel in ihrer Hand, dann ging sie zu einem kleinen Wäldchen im Tal und lies sich an einer Tanne sinken, ihr Blick war wieder Verträumt. Den Apfel neben sich legend, kam ihr nun das Gesicht Isdaniels in den Sinn, er war nun Magier geworden und sie freute sich sehr für ihn. Auch ihn kannte sie aus alten Kindertagen, er war wie sie in Ered Luin aufgewachsen und war im selben Alter wie sie. Mit einem Lächeln dachte sie an seine immer wieder nach vorne fallenden Haarsträhnen, dann die leuchtend blauen Augen – in diese verlor sie sich immer wieder, schon als Kinder bestaunte sie ihn. Sie strich ihm schon in jungen Jahren seine Haare aus der Stirn und hinter sein Ohr, so tat sie es auch gestern. Doch nachdem die beiden Druiden aus der Stadt gingen, legte sich wieder die Stille um das Tal, kurz standen die beiden noch zusammen, ehe Isdaniel seine Ruhe suchte – er hatte sie sich an diesem Tage wirklich verdient. Als sie aus ihren Gedanken aufsah, wendete sie den Blick zu dem Apfel neben sich, ein Reh hatte sich über den Apfel her gemacht und kaute sichtlich mit Genuss auf einem Stückchen herum. Ohne Scheu sah das Reh ihr entgegen, doch schmatze und kaute es dabei weiter. Ninîthiel lächelte warm und streckte nur langsam ihre Hand zu dem Reh aus, es regte ihr die Nase entgegen und lies sich von Ninîthiel über das Köpfchen streichen.
Die großen Rehaugen erinnerten Ninîthiel an ihre Eigenen, sie hatte noch fast kindlich große Augen und wären sie nicht so elfenbeinblau, sondern dunkelbraun, würden sie wohl fast genauso Aussehen wie die Augen eines Rehs. Ninîthiel grinste als das Reh nach unten schnappte, den Apfel in den Mund nahm und sich herum drehte um wieder in dem kleinen Wäldchen zu verschwinden. Ninîthiel hob ihre Hand an und betrachtete ihre Handfläche, dann schloss sie ihre Augen, ihre langen Haare wuchsen an, legten sich um ihren Körper, vereinten sich mit ihrer Haut. Die hellblauen Augen wurden zu einem dunklen fast schwarzen Braun, ihre Hände und Füße wurden zu Hufen, dann legte sich ein Glitzern um ihre Kontur. Aus dem Kleid Ninîthiels schlüpfte nun ein rot-braunes Reh nur kurz schüttelte sich das Reh und ging seines Weges – dem Reh nach. Sie suchte oft den Schutz im Wald, den Schutz in ihrem Seelentier, um Gedanken zu Reinigen um ihren Gefühlen zu zuhören.


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Sanft und leise, alt und weise
ziehe ich auf Erden meine Kreise.
Kraft der Seele, Kraft der Macht,
wähle, doch gib dabei gut acht!
Ich führe dich in die innere Welt,
welche ist vom geistigen Licht erhellt;
zeige dir, was hier ist verborgen,
so musst du dir machen keine Sorgen.
Öffne deine Herzenstür,
lege eine innere Spur,
versuche mir zu folgen.
Ich schiebe zur Seite die Schleierwolken,
wandle mich in verschiedene Gestalten,
denn durch mich die Lichtkräfte walten,
Springe ich davon, kannst du mich nicht erreichen,
hast du nicht gestellt die Herzensweichen.



Die Sonne war hoch am Himmel als Ninîthiel sich ihr Kleid wieder anzog und aus dem Wald trat. Heute würde sie nicht arbeiten, selbst wenn dann die Langeweile mit ihr tun konnte was sie wolle.
„Liebe, Vertrauen, Unschuld, Reinheit und Vergebung.“ Gab sie leise von sich und lies sich vor einem kleinen Teich nieder, die Vögel um sie herum zwitscherten fröhlich und sie atmete tief durch. „Gehetzt werden..“ Ihre Augen verloren sich in dem Wasser des Teichs.

Selbstmitleid, Hilflosigkeit, Alpträume, Scheu..
Ninithiel Godhel

Beitrag von Ninithiel Godhel »

Sie zog ihre Beine an ihren Körper und legte den Kopf auf ihre Knie. Sie war verwirrt. Die Sonne war schon längst hinter den Bergen verschwunden und als sie an diesem Abend Deljarin traf, freute sie sich einen alten Freund wieder zu Gesicht zu bekommen. Doch seine Augen sahen sie zu Beginn an anders an und als sie zusammen schwimmen gingen, kamen sie sich ausgesprochen Nahe. Doch noch immer schwebt ihr der Unsichere Blick von ihm im Sinn, als sie sich umdrehte und einfach verschwand. Sie war ungerecht zu ihm gewesen.

Mit ihrem ihrer Finger fuhr sie sich über ihre Lippen, ehe sie diese aufeinander presste. Er wollte sie Küssen, aber sie sahen sich doch schon so lange nicht, es ging zu schnell - sie musste dort nun einfach weg. Ihre Augen schlossen sich.
"Deljarin... ich kann nicht!", warum blieb sie nicht einfach einmal stehen und sah dem Entgegen was kam. Wieso musste sie sich immer erst zurück ziehen und lange darüber nachdenken. Mutig, wieso konnte sie es nicht sein. Unsicher fuhr sie sich über ihre Hände und betrachtete ihre Finger. Sie hat ihm sicherlich wehgetan, doch dies wollte sie doch nicht.. niemals. Dann hob sie den Blick an, in die Dunkelheit und richtete sich auf. In ihrem Handtuch gewickelt lief sie dann zu ihrem Haus. Sie musste sich Entschuldigen, sie konnte nur hoffen.. das er sie verstehen würde.

Scheu, Schreckhaftigkeit, Ängstlichkeit..
Deljarin

Beitrag von Deljarin »

Am einschlafen gehindert, lag Deljarin an diesem Frühlingsabend auf seinem Lager aus weichen Fellen...
Seine Gedanken drehten sich Pausenlos um Ninithiel. Er fühlte sich krank, als ob ihm etwas fehlte. Sein innerstes sehnte sich nach ihr, sie jedoch, war nicht da.
Des wachen liegens leid, erhob er sich, kleidete sich an und wagte einen Spaziergang durch Ered Luin.
Die frische Luft und die abwechslungsreichen Bilder vor seinen Augen taten gut. Fast jede Nacht der letzten Tage hatte er wach gelegen und so gut wie nie ein Auge zu getan. Nun beruhigte ihn die Umgebung des kühlen Marmors, des plätschernden Wassers, und der ständig Wach haltenden Bogenschützen an den Toren Ered´s.

Nach einer oder mehreren Stunden des Umherwanderns, hielt ihn für diese Nacht nichts mehr in der Elfen Stadt. Sonst konnte er sich immer nicht satt sehen an den Bauten, Statuen, Brunnen, Gärten und Skulturen der Stadt, jedoch heute war es anders. Etwas trieb ihn förmlich hinaus. Ein unruhiger Geist wohnte heut in ihm inne.
Seine Robe übergeworfen, schlenderte er den Pass hinunter in den Wald und fühlte sich einigermaßen Wohl unter den Wesen des Waldes, dessen Beschützer und dem Wald selbst.

Schließlich nachm auch irgendwann der Wald ein ende, jedoch fühlte Deljarin sich keines Falls müde, oder irgendwie freier als vorher. Nein, er folgte dem Weg in Richtung eines Ortes, den die Edain, "das Wegekreut", oder so ähnlich, nannten. Als er einen Moment an dem Schild an der Kreuzung verweilte, erspähte er in geringer Entfernung eine vertraute Person.
Lysanyiell´idhren, eine Lindil, verharte kurz etwas entfernt vom Weg.
Er Nähert sich ihr und sprach sie an, sie begrüßte ihn wie immer mit einem lächeln und freundlichen Worten.
Sie gingen in den nahegelegen Wald und setzten sich auf einen Moosbewachsenden Baumstamm. Lysanyiell´idhren brauchte nicht erst zu fragen, sie sah es auch so das es etwas nicht mit Deljarin stimmte, sie sah den unruhigen Geist in ihm, und so kamen sie ins Gespräch. Sie sprachen über Ninithiel, und seine Gefühle für sie.
Als sich die Nacht immer mehr dem Morgen zu neigen schien sehnte sich auch Lysanyiell´idhren so langsam dem ruhigen Nachtlager und so verabschiedeten sie sich voneinander.

Deljarin blieb noch eine längere Zeit lang auf dem Moosbewachsenden Baumstamm sitzen. Er versuchte sich in mitten der Natur etwas zu entspannen, die Energien der Wesen um ihn herum zu spüren und den Geruch des frischen, lebdengigen Waldes zu genießen.
Doch dann übermannten ihn fremde, noch nie vorher da gewesene Gefühle. Sie intensivierten alles um ihn herum, die Luft, die Bäume, die Wesen, die Gerüche, einfach alles.
Da, ein brennender Schmerz schoss durch seinen Körper, ihm wurde schwindelig und fast schwarz vor Augen.
Indessen formte sich seine linke Hand zu einer Tatze, wenig später begannen sich sein Kiefer und seine Brust zu verformen, dann war alles schwarz...

Dort wo vorher noch ein Elf in Robe und Lederzeug gesessen hatte, stand nun ein brauner Bär auf allen vier läufen. Witternd hob er seinen Kopf in den Wind und schnupperte. Instinktiv stapfte er einfach los. Hielt sich nicht auf dem Weg, sondern mitten im Wald zwischen Sträuchern, Bäumen und Gräsern.
Wenig später erreichte er einen größeren Turm, völlig aus grauen Stein errichtet und mit einer Mauer um den Vorhof verstärkt.
Der Braune näherte sich vorsichtig und mehr als langsam dem großen, völlig ungewohnte Bau, hielt immer wieder inne und hob den Kopf in den Wind.
Da war es, ein Geruch von Beute. Draußen vor dem Anwesen, standen mehrere Pferde angebunden, völlig hilflos, ideale Beute.
Kurz nach dem der Braune um eine Ecke des Anwesens an der Außenmauer bog drehte der Wind und es begann weniger Augenblicke in Strömen an zuregnen. Stimmen, Laute schwingen dem Braunen ans Ohr, unverständlich und dennoch vertraut. Unbeirrt schlich der Braune weiter ums Anwesen herum, sich derer, denen er den Tod bringen würde um selbst zu leben, nähernd.

Zu erst in großen Kreisen, dann immer weiter in kleineren Kreisen näherte sich der Braune den den Tieren. Nun schienen sich die Stimmen im Gebäude verändert zu haben, etwas aufgeregter vielleicht. Er ließ sich Zeit, der Wind schütze ihn vor der Entdeckung, der Regen übertönte alle Geräusche und der zugezogenen Himmel schützte ihn vor der Entdeckung durch die Menschen.
Auf einmal war Bewegung zwischen den Zinnen des Wehrganges über den Pferden, zwei Menschen luckten zwischen den Großen Steinquadern hervor. Der Braune wechselte seinen Blick zwischen den Tieren und den Menschen hin und her, lies sich nicht beirren und zog seine Kreise weiter enger.

Lautes Knacken in einem Schloss, quietschen der Schaniere, Klappern von Rüstungen und Waffen, ließen den Braunen erschrocken hochfahren und seinen Blick auf den Haupteingang richten, wo just im selben Moment zwei bewaffnente Menschen erschienen. Der eine mit Armbrust und Bolzen bewaffnent, die andere mit Rüstung und Schwert. Missmutig betrachtete der Braune die Menschen kurz, und richtete sich dann Zähne flätschend auf den Hinterläufen auf. Als die Menschen weiter und weiter sich dem Braunen näherten stieß er einen nicht mißzuverstehendes Gebrüll aus. Beide Menschen wechselten einige Worte miteinander, darauf spannte sich die Armbrust und kurz darauf strich der erste Bolzen von der Bahn.
Der Braune brüllte vor Schmerz und bäumte sich auf, ein Bolzen ragte aus der rechten Flanke, Blut lief in das dichte Fell. Kaum wenige Augenblicke später zischte ein zweiter Bolze auf den Braunen zu und bescherte ihm eine Streifwunde Linken Rippenbogen. Darauf sackte der Bär kurz zusammen, und trat anschließend sofort den Rückzug an.

Von den Menschen nicht weiter verfolgt, von den Schmerzen belastet, und vom Blutverlust geschwächt, schleppte sich der Braune bis in den dichten Wald vor Ered Luin, zielsträbig, jedoch langsam und schleppend, stapfte der Braune den Pass hinauf bis hinein in die Stadt.
Der Atem ging röchelnd und schwach, Blut hinterließ seine Spuren auf dem weißen Marmor der die Wege zierte. Am Brunnen vorbei, zog sich Braune an eine der Bänke knapp vor Ninithiels Haus. Mit einem lauten Atem Geräusch viel der massige Körper des Braunen auf den weißen Stein. Duch Druck und die Wunden breitete eine feine Blutlache und der dem Körper aus und floss in den Fugen der Platte mehrere Ellen weiter vom Körper weg.

Das Fell wurde weniger, die Vorder-, und Hinterläufe des massigen Braunen wurden dünner und strecken sich nach einiger Zeit mehr in die Länge, der Kopf und der Brustkorb formten sich wieder in die Humanoide Form des Elfen.

Ein großer Bolzen ragt aus dem rechten Oberschenkel des Elfen. In seinem eigenen Blut liegend, und nicht bei Bewusstsein, klettert im Osten des Tales, über die Berge hinweg, die Sonne empor....
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Lamentinu Celebren
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Lamentinu Celebren »

Als sie früh morgens ihrem Harfenspiel ein wenig Übung zukommen lassen wollte und dabei einen kleinen Rundgang machte, stieß sie auf Deljarin. Er musste wohl ihre Klänge gehört haben und sich aufgerafft um Hilfe zu finden mit letzter Kraft... Nur wenige Worte von Blut brachte er hervor, dann verlor er das Bewusstsein und sie bemühte sich, seinen Sturz abzufangen. Vorsichtig legte sie einen feuchten Lappen auf die Stirn und benetzte seine Lippen mit etwas Wasser, er war so bleich, der Puls so schwach...
Eilig, doch behutsam schob sie sein Kettenhemd ein wenig hoch und zog ihm den rechten Stiefel aus..denn dort hatte sie zuvor ein verräterisches rotes Rinnsal ausgemacht. Das Rinnsal wurde zu einem Bächlein, als sein Schuhwerk nicht mehr sperrte... erschrocken presste sie den Atem aus, ließ den Stiefel fallen und goss vorsichtig einenKrug Wasser über das Bein um überhaupt zu erkennen, wo das Blut herkam.
Eine Wunde kurz über dem Knie... das Blut tropfte hinaus. eilig und so gut es ihre eher bescheidenen Künste der Heilkust vermochten, spülte sie die Wunde sauber und legte einen sicherlich nicht besonders elegant gewickelten, aber seinen Zweck erfüllenden Verband an. Dann besah sie sich die tiefer gelegene Wunde. Sie schien gut bandagiert... doch der knoten hatte sich gelöst. Fest, aber nicht schnürend, zog sie ihn wieder fest.
Noch einmal tastete sie nach dem Puls... fast verschwunden schien er... wehcselte den Lappen auf der Stirn, beträufelte abermals die Lippen, dann mchte sie sich daran ihm die schweren Handschuhe auszuziehen und ihm vorsichtig das Kettenhemd hochzuschieben... wohlmöglich hatte er noch mehr Wunden... sie ächzte. Verdammt schwer war der Körper und das Metall für sie... dort, tatsächlich, an der Rippe eine weitere Bandage. Doch sie saß gut und fest, soweit sie das beurteilen konnte. Langsam zog sie das Kettenhemd wieder glatter, suchte nach Hilfe...
diese fand sie in dem Barbier, der ihr half, den Körper vorsichtig auf eine der Liegen dort zu tragen. Dann eilte sie in den oberen Teil der Stadt, aufgebracht, und hämmerte im Sturm mit den Fäusten an die Tür der Heilerin.
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