Praeludium
Langsam schob sich die Sonne am Horizont über eine gewaltige Zahl Baumwipfel in der Ferne. Der leuchtend rote, ins orangene verlaufende Feuerball warf seine farbigen Strahlen wie tastende Finger auf den die Baumwipfel umwabernden Nebel. Die unendlich kleinen Tropfen des Nebels brachen das Licht und liessen den Wald in einem Spiel von Regenbögen erstrahlen. Der Nebelwald, Heimat der Elfen.
Das Herz eines jeden empfindsamen Wesens hätte dieses himmlische Farbspiel wohl mit Freude und Glückseligkeit erfüllen sollen. Nicht jedoch das des Wesens mit der nachtblauen Haut, welches gebückt auf den westlichsten Ausläufern des Unheilsbergs hockte und mit fliederfarbenen Augen den Blick über die Landschaft Gerimors schweifen ließ.
Die einzigen Gefühle, die dieses Bild in diesem Wesen hervorrief waren Abscheu, Hass und Zorn. Dort lebten sie, die lichten Vettern, welche in der möglicherweise fernen Zulunft trotz ihrer Zurückgezogenheit die größte Gefahr für die letztendliche Erfüllung des Willen des Vaters sein würden.
Sie zu vernichten würde der wichtigste Schritt auf dem Weg zum allumfassenden Ende sein. Im Gegensatz zu den Menschen waren sie kaum anfällig für die Versuchungen des Vaters und zu starrsinnig die Richtigkeit ihrer Aufgabe zu erkennen. Am Ende würden auch die Menschen vernichtet werden, jenen kam jedoch im göttlichen Plan des Vaters noch eine Aufgabe zuteil, so dass jene erst entsorgt würden, wenn sie Ihm nicht mehr nützlich waren.
Die Menschen in Versuchung zu führen und sie ihrer zugedachte Aufgabe zuzuführen, dass würde sein Leben erfüllen, wie es schon das Leben seines Vaters erfüllt hatte. Als Templer würde er ihnen einen Brocken der Macht des Vaters hin werfen, auf welches sie sich stürzen würden, wie ein hungriges Tier, schwach im Geiste und leicht manipulierbar, wie die Menschen waren.
Bis er dazu in der Lage war würde es jedoch noch eine kaum zu meisternde Aufgabe für ihn geben. Er war gezwungen sich in ihren Tempel zu begeben, ihnen Loyalität und Ergebenheit heucheln, scheinbar ihre Lehren in sich aufnehmen, stets in dem Wissen dass sie ihm nichts lehren konnten.
Ein Würgereiz schob sich bei diesen Gedanken den Hals des jungen Letharfen empor. Seine Hand tastete sich in seine Tasche, die Fingerspitzen strichen über den nachtblauen Einband eines Gebetsbuches, auf welchem sich silberne Lettern erhoben. Die Berührung des kühlen Ledereinbandes und der silbernen Lettern hatte eine beruhigende Wirkung auf den Letharfen und liessen den Würgereiz verschwinden. Wann immer er diese Lettern berührte wusste er, dass der Allvater nicht fern war, er konnte seine Anwesenheit beinahe körperlich spüren.
Es würde ihm schwer fallen sich den Menschen zu unterwerfen, schwerer als seinem leiblichen Vater fiel es ihm, die Menschen nicht als das zu behandeln was sie waren, bessere Tiere. Und so war sein Herz zerrissen von widersprüchlichen Gefühlen, der Abscheu sich im Tempel beinahe ausschließlich unter Menschen zu befinden und der wohligen Aufregung endlich in die Heimat der Lethare zurück kehren zu können, nachdem er vor vielen Jahren seinem leiblichen Vater in einen Krieg auf einem minder wichtigen Kontinent gefolgt war.
Doch er würde seine Abscheu verstecken, hinter dem aufgebauten Schutzwall der Selbstbeherrschung, seinen Hass und Zorn kontrollierend, welche so viele Jahre offen zutage treten durften, ihn dem wilden Tier auf der Jagd näher brachten, als einem denkenden Wesen. Diese Quellen der Mordlust hatten dazu geführt, dass sein Erzeuger ihn zur weiteren Lehre wieder zurückgeschickt hatte, die eigenen Verbündeten ab zu schlachten war keine Option.
Es gab kein Versuchen, nur die Vervollkomnung oder den Tod.
Also hatte dieser ihn wieder nach Rahal geschickt, um die Wege des Allvaters im Tempel zu studieren und die Theologie der Menschen zu verstehen, um diese einfacher Manipulieren zu lernen, die Ungläubigen zu bekehren, oder zu richten und für den Krieg gegen das Licht neue Kämpfer zu rekrutieren.
Cha'xyrol war vor allem an den Unterschieden der Theologie von Menschen und Letharen interessiert, erkannte er die menschliche Theologie als Schlüssel zu ihrer Unterwerfung. Sie hatten andere Bedürfnisse als Lethare, welche voll vom Geiste des Vaters durchdrungen waren und seinen Plan bis zur letztendlichen Vernichtung zu vollziehen bereit waren, war dieser Willen allein wahnsinnigen Menschen innewohnend.
Abermals suchten seine Fingerspitzen wieder das Gebetsbuch, es schien beinahe eine eigene Intelligenz zu besitzen. Wie von selbst führte es den Leser zu den Seiten, welche das Wissen enthielten, nach welchem es dem Leser dürstete und es suchte sich seinen Träger aus, leitete es ihn im Geiste wo es zu finden war, bis er es an sich nahm. Das wohlige Kribbeln welches die Berührungen in ihm hervorriefen rief auch ein kribbeln der Spannung in ihm hervor. Endlich würde er wieder in den Höhlen der Lethare an den Blutopfern zu ehren des Vaters teilnehmen können, rituelle Handlungen zu ehren des Vaters, anders als jene notwendigen Blutopfer auf dem Schlachtfeld um den Krieg zu gewinnen hatten diese eine größere Betörung, da sie, nicht notwendig, allein zu Ehren des Vaters vollzogen wurden.
Nachdem die Sonne im zuge der düsteren Gedanken vollends aufgegangen war zog er sich zurück in die Höhle, welche an diesem Tage sein Unterschlupf sein würde. Er hatte es vorgezogen durch Gerimor nur Nachts zu reisen, um den Bewohnern seine Herkunft leichter verbergen zu können.
Und so führten ihn seine Schritte nach einbruch der Nacht stetig auf nach Rahal, dem dunklen Herz des Reiches des Vaters unter welchem sich das Reich der Lethare Leth'Axorn erstreckte, sein eigentliches Ziel.
Das Leben ist eine stetige Abfolge von Leid.
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Cha´xyrol
Interludium I
In Leth'axorn herrscht niemals Stille, doch wo an der Oberfläche Vogelgezwitscher, das Zirpen der Grillen, oder das Geheul der Wölfe zu vernehmen ist, so ist die Luft im Axorn erfüllt vom steten Plätschern von Wassertropfen in kleine Tümpel in der Dunkelheit oder dem steten Zischen von Wassertropfen welche in der Lava vergehen in der Helligkeit. Begleitet von diesem steten Plätschern begab sich Cha'xyrol in die meditative Trance, um dem Vater näher zu treten und seinen Willen zu ergründen.
Auf dem bloßen Boden kniend, die Augen geschlossen, das Kinn auf die Brust geneigt geht der Atem des Lethoryx ruhig und gleichmäßig. Wie im Takt der stetig fallenden Wassertropfen hebt und senkt sich die Brust, der Geist wird frei, losgelöst vom Diesseits, keine Gedanken an das hier und jetzt verschwendet, ein leeres Gefäß welches darauf wartet vom Allmächtigen gefüllt zu werden.
Die Erhabene Ceylin'tyrs war viel auf Reisen, andere weniger geordnete Nester benötigten ihre Leitung und so lag es an ihm die neuen angehenden Lethoryxe auszubilden, sie nach dem Willen des Vaters zu formen und seine Erkenntnisse an diese weiter zu geben. Doch dazu bedarf es erst einmal des Wissens, welche Lehren er ihnen vermitteln sollte und dies konnte nur einer entscheiden, der Vater. Und diesen Willen zu ergründen war nun seine Aufgabe.
Die kleine, leere Höhle war erfüllt von den Atemgeräuschen und dem steten Plätschern, alles schien ungewohnt friedlich nachdem in den letzten Tagen die Erde bei Düstersee erschüttert und die Ketzerstädte von Flutwellen heimgesucht wurden. Ungewissheit hatte den Geist des Letharen erfüllt, die quälende Frage, ob das Volk nicht etwas tun könnte, oder gar sollte, um die Erschütterungen der Welt voran zu treiben und so die Schöpfung zu vernichten, wie es der Wille des Vaters seit Jeher war. Doch da der Vater keine solche Eingebung sandte, entspannte sich der Lethoryx schließlich wieder und nahm die Ausbildung der angehenden Lethoryxe als seine vordringliche Aufgabe an. Es schien noch nicht die Zeit für die letztendliche Vernichtung gekommen, der Vater hatte noch einen anderen Plan zuvor.
Dann begann es als leises, unterschwelliges Brummen, wie ein Bienenschwarm, welcher vorüber fliegt. Dem Lethoryx, in seiner Meditation versunken, blieben diese Eindrücke verborgen, nahm er nichts mehr wahr von der Außenwelt, einzig die Konzentration auf sein inneres Selbst gerichtet. Langsam schwoll das Brummen an, wurde zu einem ächzen und krächzten brechenden Gesteins, welches aufeinander reibt. Die Erde begann im Axorn zu zittern, Risse bildeten sich und Verwürfnisse bildeten sich, wo zuvor noch ebener Boden war. Weiterhin auf der Suche nach dem Willen des Einzigen waren diese Vorboten der Katastrophe den Empfindungen der Sterblichen Hülle des Letharen verborgen geblieben, erst im letzten Augenblick, als ein großes Stück der Decke brach, wurde der Blick erschrocken gen des nahenden Untergangs empor gerissen, doch auch die elfenartigen Reflexe des Letharen konnten kein Entrinnen gewährleisten, als die schweren Steine auf den Körper einschlugen und prasselten, diesen unter sich begruben. Und über alles legte sich der Staub des zermahlenen Steines, alles in einen dünnen grauen Mantel hüllend.
Und plötzlich konnte der Letharf den Willen des Vaters verspüren, er fühlte sich leicht und unbeschwert. Wie ein buntes Licht, gemeinsam mit anderen bunten Lichtern, tanzte er auf die große Lichtquelle zu, welche ihn auf unwiderstehliche Weise anzog. Es war keine körperliche Bewegung, die Körperlichkeit war abgefallen, allein der Wille trieb die Essenz des Letharen weiter auf diesem eigentümlichen Tanz.
Und unter dem grauen Mantel erhob sich eine verstaubte Hand, ehemals blau, nun blutig und grau, bäumte sich auf mit der letzten Kraft und erschlaffte.
Ein letzter Ruck geht durch den Steinhaufen und dann Stille.
Nein, das stetige Plätschern der Wassertropfen im Axorn.
In Leth'axorn herrscht niemals Stille, doch wo an der Oberfläche Vogelgezwitscher, das Zirpen der Grillen, oder das Geheul der Wölfe zu vernehmen ist, so ist die Luft im Axorn erfüllt vom steten Plätschern von Wassertropfen in kleine Tümpel in der Dunkelheit oder dem steten Zischen von Wassertropfen welche in der Lava vergehen in der Helligkeit. Begleitet von diesem steten Plätschern begab sich Cha'xyrol in die meditative Trance, um dem Vater näher zu treten und seinen Willen zu ergründen.
Auf dem bloßen Boden kniend, die Augen geschlossen, das Kinn auf die Brust geneigt geht der Atem des Lethoryx ruhig und gleichmäßig. Wie im Takt der stetig fallenden Wassertropfen hebt und senkt sich die Brust, der Geist wird frei, losgelöst vom Diesseits, keine Gedanken an das hier und jetzt verschwendet, ein leeres Gefäß welches darauf wartet vom Allmächtigen gefüllt zu werden.
Die Erhabene Ceylin'tyrs war viel auf Reisen, andere weniger geordnete Nester benötigten ihre Leitung und so lag es an ihm die neuen angehenden Lethoryxe auszubilden, sie nach dem Willen des Vaters zu formen und seine Erkenntnisse an diese weiter zu geben. Doch dazu bedarf es erst einmal des Wissens, welche Lehren er ihnen vermitteln sollte und dies konnte nur einer entscheiden, der Vater. Und diesen Willen zu ergründen war nun seine Aufgabe.
Die kleine, leere Höhle war erfüllt von den Atemgeräuschen und dem steten Plätschern, alles schien ungewohnt friedlich nachdem in den letzten Tagen die Erde bei Düstersee erschüttert und die Ketzerstädte von Flutwellen heimgesucht wurden. Ungewissheit hatte den Geist des Letharen erfüllt, die quälende Frage, ob das Volk nicht etwas tun könnte, oder gar sollte, um die Erschütterungen der Welt voran zu treiben und so die Schöpfung zu vernichten, wie es der Wille des Vaters seit Jeher war. Doch da der Vater keine solche Eingebung sandte, entspannte sich der Lethoryx schließlich wieder und nahm die Ausbildung der angehenden Lethoryxe als seine vordringliche Aufgabe an. Es schien noch nicht die Zeit für die letztendliche Vernichtung gekommen, der Vater hatte noch einen anderen Plan zuvor.
Dann begann es als leises, unterschwelliges Brummen, wie ein Bienenschwarm, welcher vorüber fliegt. Dem Lethoryx, in seiner Meditation versunken, blieben diese Eindrücke verborgen, nahm er nichts mehr wahr von der Außenwelt, einzig die Konzentration auf sein inneres Selbst gerichtet. Langsam schwoll das Brummen an, wurde zu einem ächzen und krächzten brechenden Gesteins, welches aufeinander reibt. Die Erde begann im Axorn zu zittern, Risse bildeten sich und Verwürfnisse bildeten sich, wo zuvor noch ebener Boden war. Weiterhin auf der Suche nach dem Willen des Einzigen waren diese Vorboten der Katastrophe den Empfindungen der Sterblichen Hülle des Letharen verborgen geblieben, erst im letzten Augenblick, als ein großes Stück der Decke brach, wurde der Blick erschrocken gen des nahenden Untergangs empor gerissen, doch auch die elfenartigen Reflexe des Letharen konnten kein Entrinnen gewährleisten, als die schweren Steine auf den Körper einschlugen und prasselten, diesen unter sich begruben. Und über alles legte sich der Staub des zermahlenen Steines, alles in einen dünnen grauen Mantel hüllend.
Und plötzlich konnte der Letharf den Willen des Vaters verspüren, er fühlte sich leicht und unbeschwert. Wie ein buntes Licht, gemeinsam mit anderen bunten Lichtern, tanzte er auf die große Lichtquelle zu, welche ihn auf unwiderstehliche Weise anzog. Es war keine körperliche Bewegung, die Körperlichkeit war abgefallen, allein der Wille trieb die Essenz des Letharen weiter auf diesem eigentümlichen Tanz.
Und unter dem grauen Mantel erhob sich eine verstaubte Hand, ehemals blau, nun blutig und grau, bäumte sich auf mit der letzten Kraft und erschlaffte.
Ein letzter Ruck geht durch den Steinhaufen und dann Stille.
Nein, das stetige Plätschern der Wassertropfen im Axorn.
Zuletzt geändert von Cha´xyrol am Mittwoch 24. April 2013, 10:41, insgesamt 2-mal geändert.
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Cha´xyrol
Interludium II
Wie kleine Wassertropfen in welchen sich das Licht bricht und winzige Regenbögen die Luft erfüllen, im Reigen eines eigentümlichen Tanzes umher schwebend, bewegten sich die bunten Lichter auf die große Lichtquelle zu.
Von ihr angezogen wie die Motten vom Licht, dem unbedingten Willen des Vaters folgend, waren die Reste der Bewusstseine, welche für kurze Zeit nach dem verlassen der sterblichen Hüllen noch an den Essenzen der Lethare hafteten, jedoch nicht erfüllt von einem Gefühl des Zwanges, sondern des unbedingten allumfassenden Glückes und Stolzes. Endlich heim kehren zu dürfen zum Vater, in ihrem temporären Dasein die Erfüllung gefunden zu haben und ihre Aufgabe gemeistert zu haben. Noch immer die Erinnerung an die Körperlichkeit mit sich tragend hatten sie das Gefühl immerzu zu lächeln und zu strahlen, nicht wenige das erste mal in ihrer Existenz.
Auch die Essenz, welche einst die Hülle, welche sich Cha'xyrol nannte schwebte mit in diesem Reigen, erfüllt von dem Gefühl 'angekommen' zu sein, das Ende einer beschwerlichen Reise erreicht zu haben, das Ende von Prüfung und Leid. Die Reste der Erinnerung begannen schon langsam zu verblassen, auf dem Weg zur Essenz des Vaters, Bilder tauchten immer wieder auf, Lethare welche ins irdische Leben traten und wieder verschwanden. Sein Erzeuger, seine Gebärende, Je'yuxale, ... doch kein Gefühl des Verlustes oder des Bedauerns konnte diesen Zustand umfassenden Glückes stören.
Sie würden ebenfalls zum Vater gehen, wenn ihre Zeit gekommen war, wieder eins mit Ihm werden. Eins mit allen Letharen, welche vor ihnen schon zu Ihm zurück gekehrt waren. Ein Volk, nicht vereint durch Blut, oder Abstammung, sondern durch die einende Präsenz des Vaters, dem Bewusstsein ein Teil von Ihm zu sein und dennoch in der Sterblichkeit einzigartig.
Doch dann plötzlich kam der Reigen ins Stocken, die anderen Lichter entfernten sich immer weiter. Die Reste des Bewusstseins Cha'xyrols verstanden, dass etwas nicht stimmte, ungewissheit machte sich breit. War er doch noch nicht bereit gewesen? Hatte er versagt? Würde seine Essenz in einen neuen Körper geschickt werden, um sich zu beweisen? Oder würde sie einfach im Nichts vergehen? Unwürdig, eine Verschmutzung, denn ein Beitrag zur Essenz des Vaters?
Der Zwang zum Vater hin wurde dringender, doch der Wunsch allein sich zu bewegen reichte nicht aus, um zu Ihm getrieben zu werden. Licht um Licht zog vorbei, noch immer im glücklichen Reigen mit den Anderen verbunden. Überall ein Glitzern und Schillern, wo die eigene Farbe verblasste, immer nebulöser wurde.
Schließlich ein Ruck und dann das Gefühl des Fallens und der Enge, wieder eingezwängt in eine sterbliche Hülle, die Erinnerungen noch verschwommen aber wieder präsent. Schmerz, beinahe unerträglicher Schmerz, doch keine Kraft zu schreien. Das rückkehrende Bewusstsein der Körperlichkeit, doch die Unfähigkeit sich zu rühren, taube Beine. Der Blick verschwommen, ein Gesicht, hellblaue Haare. Lippen welche unverständliche Worte formen, nur ein unerträglich lautes Rauschen in den Ohren nach der Stille ausserhalb der sterblichen Hülle. Der Mund ausgedörrt.
Blut und Staub, so schmeckt das Leben.
Wie kleine Wassertropfen in welchen sich das Licht bricht und winzige Regenbögen die Luft erfüllen, im Reigen eines eigentümlichen Tanzes umher schwebend, bewegten sich die bunten Lichter auf die große Lichtquelle zu.
Von ihr angezogen wie die Motten vom Licht, dem unbedingten Willen des Vaters folgend, waren die Reste der Bewusstseine, welche für kurze Zeit nach dem verlassen der sterblichen Hüllen noch an den Essenzen der Lethare hafteten, jedoch nicht erfüllt von einem Gefühl des Zwanges, sondern des unbedingten allumfassenden Glückes und Stolzes. Endlich heim kehren zu dürfen zum Vater, in ihrem temporären Dasein die Erfüllung gefunden zu haben und ihre Aufgabe gemeistert zu haben. Noch immer die Erinnerung an die Körperlichkeit mit sich tragend hatten sie das Gefühl immerzu zu lächeln und zu strahlen, nicht wenige das erste mal in ihrer Existenz.
Auch die Essenz, welche einst die Hülle, welche sich Cha'xyrol nannte schwebte mit in diesem Reigen, erfüllt von dem Gefühl 'angekommen' zu sein, das Ende einer beschwerlichen Reise erreicht zu haben, das Ende von Prüfung und Leid. Die Reste der Erinnerung begannen schon langsam zu verblassen, auf dem Weg zur Essenz des Vaters, Bilder tauchten immer wieder auf, Lethare welche ins irdische Leben traten und wieder verschwanden. Sein Erzeuger, seine Gebärende, Je'yuxale, ... doch kein Gefühl des Verlustes oder des Bedauerns konnte diesen Zustand umfassenden Glückes stören.
Sie würden ebenfalls zum Vater gehen, wenn ihre Zeit gekommen war, wieder eins mit Ihm werden. Eins mit allen Letharen, welche vor ihnen schon zu Ihm zurück gekehrt waren. Ein Volk, nicht vereint durch Blut, oder Abstammung, sondern durch die einende Präsenz des Vaters, dem Bewusstsein ein Teil von Ihm zu sein und dennoch in der Sterblichkeit einzigartig.
Doch dann plötzlich kam der Reigen ins Stocken, die anderen Lichter entfernten sich immer weiter. Die Reste des Bewusstseins Cha'xyrols verstanden, dass etwas nicht stimmte, ungewissheit machte sich breit. War er doch noch nicht bereit gewesen? Hatte er versagt? Würde seine Essenz in einen neuen Körper geschickt werden, um sich zu beweisen? Oder würde sie einfach im Nichts vergehen? Unwürdig, eine Verschmutzung, denn ein Beitrag zur Essenz des Vaters?
Der Zwang zum Vater hin wurde dringender, doch der Wunsch allein sich zu bewegen reichte nicht aus, um zu Ihm getrieben zu werden. Licht um Licht zog vorbei, noch immer im glücklichen Reigen mit den Anderen verbunden. Überall ein Glitzern und Schillern, wo die eigene Farbe verblasste, immer nebulöser wurde.
Schließlich ein Ruck und dann das Gefühl des Fallens und der Enge, wieder eingezwängt in eine sterbliche Hülle, die Erinnerungen noch verschwommen aber wieder präsent. Schmerz, beinahe unerträglicher Schmerz, doch keine Kraft zu schreien. Das rückkehrende Bewusstsein der Körperlichkeit, doch die Unfähigkeit sich zu rühren, taube Beine. Der Blick verschwommen, ein Gesicht, hellblaue Haare. Lippen welche unverständliche Worte formen, nur ein unerträglich lautes Rauschen in den Ohren nach der Stille ausserhalb der sterblichen Hülle. Der Mund ausgedörrt.
Blut und Staub, so schmeckt das Leben.
Zuletzt geändert von Cha´xyrol am Mittwoch 24. April 2013, 10:43, insgesamt 1-mal geändert.