Mit ausdrucksloser Miene schweift der Blick einer jungen Frau über die Trümmer unserer Existenz.
Mit den jüngsten Ereignissen verschwand nicht nur ein Teil der Insel, hier und dort das Leben und die Sorglosigkeit.
Auch ein Lächeln schien verschwunden.
"Wie aus der Frohnatur ein Stinkstief´l wird! So nenn ich´s!"
Hauchte sie fluchend ihren Gedanken aus.
Würde sie schreiben können, würde sie wohl tatsächlich ihre Memoiren verfassen und genau so betiteln.
Langsam wanderte ihre Hand zu ihrem Waffengurt herab. Tausendfach wurde die Ausrüstung kontrolliert, jede Eventualität im Kopf vorkalkuliert und jede Bewegung bis zum Erbrechen einstudiert. Jeder Schritt wurde mit bedacht gewählt, jedes Wort mit einem Gedanken ausgesprochen.
Es wurde Zorn geschürt, gelogen, gestohlen und gemordet.
"Wofür?"
Fragte sie sich und senkte ihre Lider langsam herab.
Vor ihrem inneren Auge schoss eine geflügelte Gestalt aus dem Boden empor, raste an einer dunklen Mauer hinauf, mit einem markerschütterndem Brüllen aus vollster Kehle. Ein gleißender Lichtblitz, schön und gleichsam furchterregend, empfängt das geflügelte Etwas und mit einem ohrenbetäubenden Knall setzt sich eine sichtbare Manifestation von funkelnden und energiegeladenen Teilchen zusammen, bildet eine Art Nova um den Kern der Kollision und regnet in Form von Sternensplittern und Staub herab.
Stille...
"Wohin?"
Es war eine alte Erkenntnis, dass sie sich selbst nicht unterordnen, eingliedern oder binden könnte. Jedoch traf sie Sie nun einmal mehr. Langsam öffneten sich die Lider des Mädchens wieder. Erneut schickt sie ihren Blick auf eine Reise über die Überreste des Eilandes.
Es kommt keine Antwort auf ihre Fragen... Und trotzdem sie gewiss kein Rudeltier war, hallten nur die Silben eines Wesens in ihrem Kopf wider. Eines Wesens, dessen Zorn in einem Augenblick an eine Urgewalt erinnerten und dessen Worte im Nächsten eine tröstende Wirkung auf sie hatten und sie nachdenklicher stimmten, als sie es bis vor wenigen Tagen noch für möglich gehalten hätte...
"Cha´xyrol"
Rudeltiere
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Funkenbluete
Rudeltiere
Zuletzt geändert von Funkenbluete am Donnerstag 11. April 2013, 11:29, insgesamt 2-mal geändert.
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Funkenbluete
"Von Anfang an im Traum gefangen,
einen großen Schritt zu weit gegangen
Nur noch ein ganz kleines Stück,
zwei Schritte vor und vier zurück.
Das, nur das, ist mein Glück"
Wieder ein Tag in den Trümmern und wieder sitzt eine einsame Seele auf den Zinnen einer untergegangenen Stadt und verfällt in leisem Singsang um ihr eigenes Leben.
Ihre Hände krallen sich in ihren Taschen zusammen, verkrampfen zur Faust und beginnen zu brennen.
Mit einem zischenden Laut zieht sie ihre schlanken Finger aus dem Gepäck und betrachtet ihre baren Handflächen, welche von seltsamen Schnitten und Wunden übersät sind.
Funkelnde Splitter und feine Scherben ragen aus feinen Wunden.
Glas? Splitter von Metall?
Eine Träne stiehlt sich aus ihren Augenwinkeln und bahnt sich einen Weg an ihrer Wange hinab, rinnt über Lippen und Kinn und tropft auf die blutige Handfläche, mischt sich mit ihrem Blut und rinnt weiter hinab.
An dem Wall hinab in das Gras vor der Wehr.
"Er hat geweint, ich weine mit ihm.
Der Stern hat geweint und ich weine mit ihm.
Er hat um uns geweint. Um unsere Freiheit!"
Schluchzend ballt sie ihre Hände erneut zu festen Fäusten und die Sternensplitter, die zahllos am Vorabend vom Himmel herabregneten, bohren sich tiefer in ihre Haut, durch Fettgewebe auf ihre Knochen.
Fortsetzung folgt
einen großen Schritt zu weit gegangen
Nur noch ein ganz kleines Stück,
zwei Schritte vor und vier zurück.
Das, nur das, ist mein Glück"
Wieder ein Tag in den Trümmern und wieder sitzt eine einsame Seele auf den Zinnen einer untergegangenen Stadt und verfällt in leisem Singsang um ihr eigenes Leben.
Ihre Hände krallen sich in ihren Taschen zusammen, verkrampfen zur Faust und beginnen zu brennen.
Mit einem zischenden Laut zieht sie ihre schlanken Finger aus dem Gepäck und betrachtet ihre baren Handflächen, welche von seltsamen Schnitten und Wunden übersät sind.
Funkelnde Splitter und feine Scherben ragen aus feinen Wunden.
Glas? Splitter von Metall?
Eine Träne stiehlt sich aus ihren Augenwinkeln und bahnt sich einen Weg an ihrer Wange hinab, rinnt über Lippen und Kinn und tropft auf die blutige Handfläche, mischt sich mit ihrem Blut und rinnt weiter hinab.
An dem Wall hinab in das Gras vor der Wehr.
"Er hat geweint, ich weine mit ihm.
Der Stern hat geweint und ich weine mit ihm.
Er hat um uns geweint. Um unsere Freiheit!"
Schluchzend ballt sie ihre Hände erneut zu festen Fäusten und die Sternensplitter, die zahllos am Vorabend vom Himmel herabregneten, bohren sich tiefer in ihre Haut, durch Fettgewebe auf ihre Knochen.
Fortsetzung folgt
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Alayna Viento
"Noch eine Regel: Bind' dich an Niemanden."
Sie war sich nicht einmal sicher, ob die blonde Göre die Tragweite ihrer Worte überhaupt verstanden hatte - sie Selbst hatte den eigenen Leitsatz immer wieder gebrochen, kaum wenige Momente, wo sie ihren Fuß vom Steg auf den festen Grund Bajards gesetzt hatte - jedes einzelne Mal.
Es war stets gleich gewesen; sie kam, sie blieb, sie ging - und er war immer da, ungleich wie lange sie nun fort gewesen war. Ein sicherer Hafen, trotz allen Widrigkeiten - und jetzt...
"Er ist tot, doch, das will ich damit sagen, Alayna... seit fast einem Jahr jetzt schon..."
Lucien hätte es nicht einmal aussprechen müssen. Der Blick seiner Augen reichte, um mehr zu sagen, als Worte es je hätten ausdrücken können. Eigentlich hätte sie es ahnen müssen, daß dieser Zeitpunkt irgendwann unausweichlich kommen würde - ob nun sie, er oder sonst Irgendjemand. Der Tod war ein steter Begleiter, ob man es nun wollte oder nicht. Und er schlug meistens dann zu, wenn man es am Wenigsten erwartete. Entweder akzeptierte man den Lauf der Dinge und kam damit zurecht oder man ging am Ende selbst jämmerlich unter - abgestochen in irgendeiner Gasse liegend oder an seinem eigenen Mageninhalt erstickt; das Ergebnis war stets dasselbe.
Auch die kleine Blüte hatte es am eigenen Leib gespürt, es mit eigenen Augen gesehen: Nichts blieb ewig. Der Ausdruck in dem kindlichen Gesicht war furchtbar gewesen, als sie aus Varuna zurückkehrte - und selbst die unterschwelligen Zweifel, die heimliche Angst in ihren großen, runden Augen wich auch Wochen später nicht. Mitleid mit so einer geschundenen Seele war für diese Momente fehl am Platz - sie musste lernen zu vergessen und das, was nicht vergessen werden konnte für sich Selbst zu nutzen. Jede noch so kleine Blume brauchte Wasser und Sonnenlicht um zu wachsen und zu erblühen. Doch diese Blüte stand wie eine verschlossene Knopse am Anfang ihres Seins. Wieviel Zeit sie schlussendlich brauchen würde, war ihre eigene Entscheidung - und solange sie ihre Schritte gemeinsam auf diesem großen Eiland taten, würde Alayna sie dieses Stück auch begleiten.
Die Unruhen im Land waren schon fast eine willkommene Abwechslung gewesen; die ständigen Erdbeben, die flammenden Undinge, die sich aus den entstehenden Rissen wanden. Ein Kampf nach dem Anderen, essentiell und so echt, daß sie darüber sogar die Sorge über das eigene Leben vergaß, egal, auf welcher Seite sie nun stritt. Doch nun im Stillstand kreisten die Gedanken wieder in dunklen Gassen, aus denen sie besser fernbleiben sollten. Das Angebot Alessios war vielleicht eine Gelegenheit, ein paar weitere Tage zu überbrücken - bevor sie wieder in das schmutzige, heruntergekommene Hafenzimmer zurückkehrte und der Kreislauf von Neuem begann.
"Du bis' nur solange frei, wie man dich lässt."
Und am Ende war man immer eine Geissel seiner Selbst.
Irgendwo, zwischen leeren Flaschen, Korken und Dreck schimmerte still die gesplitterte Träne - lautlos, unscheinbar und friedlich.
Sie war sich nicht einmal sicher, ob die blonde Göre die Tragweite ihrer Worte überhaupt verstanden hatte - sie Selbst hatte den eigenen Leitsatz immer wieder gebrochen, kaum wenige Momente, wo sie ihren Fuß vom Steg auf den festen Grund Bajards gesetzt hatte - jedes einzelne Mal.
Es war stets gleich gewesen; sie kam, sie blieb, sie ging - und er war immer da, ungleich wie lange sie nun fort gewesen war. Ein sicherer Hafen, trotz allen Widrigkeiten - und jetzt...
"Er ist tot, doch, das will ich damit sagen, Alayna... seit fast einem Jahr jetzt schon..."
Lucien hätte es nicht einmal aussprechen müssen. Der Blick seiner Augen reichte, um mehr zu sagen, als Worte es je hätten ausdrücken können. Eigentlich hätte sie es ahnen müssen, daß dieser Zeitpunkt irgendwann unausweichlich kommen würde - ob nun sie, er oder sonst Irgendjemand. Der Tod war ein steter Begleiter, ob man es nun wollte oder nicht. Und er schlug meistens dann zu, wenn man es am Wenigsten erwartete. Entweder akzeptierte man den Lauf der Dinge und kam damit zurecht oder man ging am Ende selbst jämmerlich unter - abgestochen in irgendeiner Gasse liegend oder an seinem eigenen Mageninhalt erstickt; das Ergebnis war stets dasselbe.
Auch die kleine Blüte hatte es am eigenen Leib gespürt, es mit eigenen Augen gesehen: Nichts blieb ewig. Der Ausdruck in dem kindlichen Gesicht war furchtbar gewesen, als sie aus Varuna zurückkehrte - und selbst die unterschwelligen Zweifel, die heimliche Angst in ihren großen, runden Augen wich auch Wochen später nicht. Mitleid mit so einer geschundenen Seele war für diese Momente fehl am Platz - sie musste lernen zu vergessen und das, was nicht vergessen werden konnte für sich Selbst zu nutzen. Jede noch so kleine Blume brauchte Wasser und Sonnenlicht um zu wachsen und zu erblühen. Doch diese Blüte stand wie eine verschlossene Knopse am Anfang ihres Seins. Wieviel Zeit sie schlussendlich brauchen würde, war ihre eigene Entscheidung - und solange sie ihre Schritte gemeinsam auf diesem großen Eiland taten, würde Alayna sie dieses Stück auch begleiten.
Die Unruhen im Land waren schon fast eine willkommene Abwechslung gewesen; die ständigen Erdbeben, die flammenden Undinge, die sich aus den entstehenden Rissen wanden. Ein Kampf nach dem Anderen, essentiell und so echt, daß sie darüber sogar die Sorge über das eigene Leben vergaß, egal, auf welcher Seite sie nun stritt. Doch nun im Stillstand kreisten die Gedanken wieder in dunklen Gassen, aus denen sie besser fernbleiben sollten. Das Angebot Alessios war vielleicht eine Gelegenheit, ein paar weitere Tage zu überbrücken - bevor sie wieder in das schmutzige, heruntergekommene Hafenzimmer zurückkehrte und der Kreislauf von Neuem begann.
"Du bis' nur solange frei, wie man dich lässt."
Und am Ende war man immer eine Geissel seiner Selbst.
Irgendwo, zwischen leeren Flaschen, Korken und Dreck schimmerte still die gesplitterte Träne - lautlos, unscheinbar und friedlich.
Zuletzt geändert von Alayna Viento am Dienstag 30. April 2013, 14:01, insgesamt 2-mal geändert.
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Alayna Viento
Der beissende Geschmack des Rums schwelte immer noch pelzig und penetrant in ihrem Mund nach – nicht nur, weil sie bei der kurzen Überfahrt schon zum dritten Mal die Fische mit ihrem Mageninhalt gefüttert hatte. Ihre Fingernägel hatten sich regelrecht in das Holz der Reling gebohrt; in den kurzen Pausen, die ihr der aufbegehrende Magen gewährte, betrachtete sie fast schon starren Blickes das Peitschen der Wellen gegen die Steuerbordseite – die Wasserspritzer, die dabei auf die fahle Gesichtshaut trafen, kamen ihr wie eine erfrischende Erleichterung vor, zwischen Würgreiz und Gedankenchaos, holte sie zumindest für den Moment wieder auf den schwankenden Bodengrund des kleinen Schiffes zurück. Ein letztes Mal noch der Versuch, das widerliche Gefühl zwischen Zunge und Zähne in Form von überflüssigen Speichel ins Meer zu spucken, ehe das Kinn ein wenig kraftlos auf das stützende Holz sank, dort zur Ruhe fand. Doch das beklemmende Gefühl in der Brust wollte einfach nicht weichen.
"Verdammter Scheissdreck..." die derben Worte hätten es nicht passender treffen können. Tage ohne Schlaf und mit noch mehr Rum und Kraut forderten ihren unbarmherzigen Tribut – auch wenn die wankende Schiffsfahrt ihr schon immer solche Probleme bereitete, schmerzte nach der kurzen, letzten Zeit auch nunmehr jede Faser ihres schmalen, sehnigen Körpers.
Was da eigentlich genau passiert war, konnte sie selbst nicht mehr wirklich nachvollziehen. Jeder Gedanke daran wirbelte in ihrem Kopf umher, vermischte sich in einer abstrakten Art zwischen Zorn auf sich Selbst, auf die eigene Schwäche, Verdrängung, ja, sogar Abscheu mit dem Verlangen nach mehr, nach dem Vergessen und die Momente, indem Nichts mehr eine Bedeutung hatte, ein weiteres, einziges Mal noch davon zu zehren, zu einem Wirrwarr aus Kopfschmerz, hämmernden Fragen und dem Gefühl der Resignation. Die Fäden schienen ihr aus der Hand zu gleiten – langsam , unbewusst und doch konnte sie regelrecht dabei zusehen.
Mit einem wütenden Schnauben holte der rechte Fuß aus, trat mit voller Wucht schmerzhaft gegen die hölzerne Balustrade. Der Wind hatte mittlerweile zugenommen und zersauste das ohnehin schon wenig gepflegte Haar ein weiteres Mal unbändig. Trotz des ablenkenden Schmerzes wollte das Chaos in ihrem Kopf kein Ende nehmen, wie auch das flaue Gefühl in ihrer Körpermitte.
Zumindest die Fische im Hafenbecken Bajards konnten sich heute über ein Mahl in einer Mischung aus Rum und Magensäure erfreuen, als das Schiff langsam einlief, während der Schwarzschopf den Kopf ein letztes Mal stöhnend über die Reling reckte.
"Scheissdreck..."
"Verdammter Scheissdreck..." die derben Worte hätten es nicht passender treffen können. Tage ohne Schlaf und mit noch mehr Rum und Kraut forderten ihren unbarmherzigen Tribut – auch wenn die wankende Schiffsfahrt ihr schon immer solche Probleme bereitete, schmerzte nach der kurzen, letzten Zeit auch nunmehr jede Faser ihres schmalen, sehnigen Körpers.
Was da eigentlich genau passiert war, konnte sie selbst nicht mehr wirklich nachvollziehen. Jeder Gedanke daran wirbelte in ihrem Kopf umher, vermischte sich in einer abstrakten Art zwischen Zorn auf sich Selbst, auf die eigene Schwäche, Verdrängung, ja, sogar Abscheu mit dem Verlangen nach mehr, nach dem Vergessen und die Momente, indem Nichts mehr eine Bedeutung hatte, ein weiteres, einziges Mal noch davon zu zehren, zu einem Wirrwarr aus Kopfschmerz, hämmernden Fragen und dem Gefühl der Resignation. Die Fäden schienen ihr aus der Hand zu gleiten – langsam , unbewusst und doch konnte sie regelrecht dabei zusehen.
Mit einem wütenden Schnauben holte der rechte Fuß aus, trat mit voller Wucht schmerzhaft gegen die hölzerne Balustrade. Der Wind hatte mittlerweile zugenommen und zersauste das ohnehin schon wenig gepflegte Haar ein weiteres Mal unbändig. Trotz des ablenkenden Schmerzes wollte das Chaos in ihrem Kopf kein Ende nehmen, wie auch das flaue Gefühl in ihrer Körpermitte.
Zumindest die Fische im Hafenbecken Bajards konnten sich heute über ein Mahl in einer Mischung aus Rum und Magensäure erfreuen, als das Schiff langsam einlief, während der Schwarzschopf den Kopf ein letztes Mal stöhnend über die Reling reckte.
"Scheissdreck..."
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Funkenbluete
Nackt, wie Eluive sie schuf, stand eine junge Frau mit dunkelgrünem Haar im Handwerkshaus von Bajard. Die wenigen Personen, die das Gebäude zu so später Stund´ noch betraten, machten schlichtweg wieder kehrt. Aus Scham oder Angst, wissen Betroffene wohl nur allein doch der Anblick, der sich einem Jeden geboten haben mag, war vielleicht doch verstörend.
Langsam glitten ihre feingliedrigen Finger über die Ansammlung von Narben hinweg über ihre blasse Haut. Schlangenartig fuhr sie von ihrem Nabel empor bis zur knabenartigen Brust. Je näher sie Selbiger Kam, umso fester wurde der Druck und umso roter wurden die Abdruckspuren, die sie dabei auf ihrem Leib hinterließ. Mit weitaufgerissenen Augen starrte Sie in den Spiegel, umfasste ihre spärlichen Merkmale
"Du bist wunderschön. Du bist einfach wunderschön..."
Ein Flüstern, ja beinahe tonlos verließen jene Worte ihre Lippen. Lippen, die so blass waren, wie ihre Haut selbst.
"Du Allein, nur du allein..."
Flüchtig kletterten ihre Mundwinkel nach oben, der Körper wurde von neuem betrachtet und ein Lächeln entstand in ihrem Gesicht, ehe sich ihre Hand vom Leib losriss und mit voller Wucht in den Spiegel schlug
"DU ALLEIN BIST SCHULD!"
Spuckte sie förmlich in den nun entstandenen Scherbenhaufen. Blut tropfte von ihrer Hand herab, rann ihren Arm herunter und hinterließ auf dem Holzboden eine kleine Lache.
"Sie wird sich wehren, wird sich winden doch am Ende trotzdem binden... Und schließlich verschwinden.
Dann bin ich wieder am Zug, dann ist wieder alles Mein!
Allein, Alleiner, Alayna."
Selten fühlte Sie sich so erfrischt wie nach dem darauffolgenden Bad.
Die Scherben wurden zusammengekehrt aber achtlos dort liegen gelassen. Fröhlich pfeifend steht Sie nun, wider der Anordnung des Kapitäns, am Bug des Schiffes und segelt gen Rahal
"Besser lebt es sich nur tot."
Sie lacht...
Langsam glitten ihre feingliedrigen Finger über die Ansammlung von Narben hinweg über ihre blasse Haut. Schlangenartig fuhr sie von ihrem Nabel empor bis zur knabenartigen Brust. Je näher sie Selbiger Kam, umso fester wurde der Druck und umso roter wurden die Abdruckspuren, die sie dabei auf ihrem Leib hinterließ. Mit weitaufgerissenen Augen starrte Sie in den Spiegel, umfasste ihre spärlichen Merkmale
"Du bist wunderschön. Du bist einfach wunderschön..."
Ein Flüstern, ja beinahe tonlos verließen jene Worte ihre Lippen. Lippen, die so blass waren, wie ihre Haut selbst.
"Du Allein, nur du allein..."
Flüchtig kletterten ihre Mundwinkel nach oben, der Körper wurde von neuem betrachtet und ein Lächeln entstand in ihrem Gesicht, ehe sich ihre Hand vom Leib losriss und mit voller Wucht in den Spiegel schlug
"DU ALLEIN BIST SCHULD!"
Spuckte sie förmlich in den nun entstandenen Scherbenhaufen. Blut tropfte von ihrer Hand herab, rann ihren Arm herunter und hinterließ auf dem Holzboden eine kleine Lache.
"Sie wird sich wehren, wird sich winden doch am Ende trotzdem binden... Und schließlich verschwinden.
Dann bin ich wieder am Zug, dann ist wieder alles Mein!
Allein, Alleiner, Alayna."
Selten fühlte Sie sich so erfrischt wie nach dem darauffolgenden Bad.
Die Scherben wurden zusammengekehrt aber achtlos dort liegen gelassen. Fröhlich pfeifend steht Sie nun, wider der Anordnung des Kapitäns, am Bug des Schiffes und segelt gen Rahal
"Besser lebt es sich nur tot."
Sie lacht...
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Alessio Moranys
Ungewohnte Gefühle
Rasch kramt Alessio sein Tagebuch aus einem Geheimfach seiner Küchenregale heraus. Schließlich sollte niemand erfahren, dass der grobschlächtige Cabezianer Gefühle zeigen, oder gar ein solches Büchlein führen konnte! Gedankenverloren beginnt er zu schreiben:
"Scheiße, verdammt!", höre ich mich fluchen. Nicht, weil die leere Fellseite neben mir erkaltet ist, und verrät, dass 'Sie' das Haus bereits verlassen hat, sondern der Dinge wegen, die mir durch den Kopf schwirren. Ich sehe nach unten, mein nackter Leib zittert leicht, und die Erinnerung an vergangene, heiße Nächte bereitet mir ein kurzes Schmunzeln. Die Hand fährt durch mein Gesicht, und ich lasse die Szenen in meinen Gedanken Revue passieren. Verdammt, das Mädel ist richtig scharf! Gehört überhaupt nicht zu meinem Beuteschema - vollbusig, naiv, rothaarig -, aber sie hat mich um den kleinen Finger gewickelt. Hey! Ist das eigentlich nicht mein Part!?
Aber da gibt's mehr, liebes Tagebuch: Wenn mich 'ne Frau nicht pennen lässt, ich halb Bajard nach ihr absuche, weil ich sie unbedingt sehen will, und der gute Sex nicht der einzige Grund ist, weshalb ich ihre Nähe schätze, wird's gefährlich. Verdammt gefährlich! Hab' ihr gesagt, dass in mir irgendwas aufkeimt, was nichts mit dem bisherigen Verlangen zu tun hat, 'n Mädel flachzulegen, um sie irgendwann zu vergessen. "Ich lasse mir nicht die Flügel stutzen, Alessio", hat sie mich gewarnt. Zudem scheint sie ähnliche Erfahrungen gesammelt zu haben, wie ich mit Ivy. Einmal verliebt gewesen, und der Mensch verreckt. Ich balle meine Faust und glühender Hass verdrängt für einen Lidschlag das Herzrasen, das 'Ihr' wohl gilt. Letharen. Letharen haben Ivy abgeschlachtet. Ein Ereignis daraus in Bajard gemacht, 'ne öffentliche Hinrichtung. Ich stand in der ersten Reihe und hielt meine Pistole in der Hand, als wäre sie eine Zierde gewesen. Unfähig, etwas zu tun. Ivy hätte nicht gewollt, dass ich mein Leben hergegeben und von der Garde abgeschlachtet worden wäre, um das ihre zu retten, wäre der Schuss in Richtung Henker gefallen.
“Verbleiben wir beim 'Bananenpflücken', in Ordnung?“, hat sie mich gefragt, und ich muss grinsen. Ich sehe ihr in die Augen, grün, groß, und rund. Verfluchte Scheiße. Und wieder reißt sie mich mit. Selbstverständlich bin ich mit ihrem 'Vorschlag' einverstanden. Ich bin ein Freigeist, sie ebenfalls. Uns beiden wird es vermutlich nicht gut tun, sollten wir uns auf etwas Ernstes einlassen. Und dennoch kann ich für einen Augenblick diese ungewohnten Gefühle nicht unterdrücken. Sie machen mich schwach, verletzbar, in meinem Kopf ist 'Sie'. “Scheiße, Scheiße, Scheiße!“, fluche ich, und mit jedem Wort erfährt die Zielscheibe an meiner Wand einen donnernden Schuss aus der Pistole. Ins Schwarze – natürlich. Rauch steigt auf, hüllt den Küchenraum ein, und es stinkt nach Verbranntem. Ich starre gedankenverloren die Zielscheibe an, welche sich langsam halbiert und polternd auf den Holzboden fällt, bis ich bemerke, dass ich etwas anziehen sollte.
Die Fenster werden geöffnet, der Rauch verlässt den Raum, und übrig bleibt 'Ihr' Duft. Ich ärgere mich erneut, schlage mit der Faust auf den Tisch, und reibe mir mit beiden Händen durchs Gesicht. Irgendwie muss diese Frau doch aus meinem Kopf, verdammt!
Eine angebrochene Rumflasche steht auf der Platte, offenbar 'Ihr' Frühstück. Ich greife nach ihr, trinke den Rest rasch leer, und werfe sie achtlos über meine Schulter. Sie zerspringt an der Wand, Scherben gleiten auf den Boden, und ich sehne mich nach Nachschub. Alkohol. Ja. Damit werde ich sie aus meinem Kopf verbannen können. Wenigstens temporär.
Alayna. Was machst du nur mit mir...?
[img]http://s14.directupload.net/images/130515/rj24x5uk.jpg[/img]
Rasch kramt Alessio sein Tagebuch aus einem Geheimfach seiner Küchenregale heraus. Schließlich sollte niemand erfahren, dass der grobschlächtige Cabezianer Gefühle zeigen, oder gar ein solches Büchlein führen konnte! Gedankenverloren beginnt er zu schreiben:
"Scheiße, verdammt!", höre ich mich fluchen. Nicht, weil die leere Fellseite neben mir erkaltet ist, und verrät, dass 'Sie' das Haus bereits verlassen hat, sondern der Dinge wegen, die mir durch den Kopf schwirren. Ich sehe nach unten, mein nackter Leib zittert leicht, und die Erinnerung an vergangene, heiße Nächte bereitet mir ein kurzes Schmunzeln. Die Hand fährt durch mein Gesicht, und ich lasse die Szenen in meinen Gedanken Revue passieren. Verdammt, das Mädel ist richtig scharf! Gehört überhaupt nicht zu meinem Beuteschema - vollbusig, naiv, rothaarig -, aber sie hat mich um den kleinen Finger gewickelt. Hey! Ist das eigentlich nicht mein Part!?
Aber da gibt's mehr, liebes Tagebuch: Wenn mich 'ne Frau nicht pennen lässt, ich halb Bajard nach ihr absuche, weil ich sie unbedingt sehen will, und der gute Sex nicht der einzige Grund ist, weshalb ich ihre Nähe schätze, wird's gefährlich. Verdammt gefährlich! Hab' ihr gesagt, dass in mir irgendwas aufkeimt, was nichts mit dem bisherigen Verlangen zu tun hat, 'n Mädel flachzulegen, um sie irgendwann zu vergessen. "Ich lasse mir nicht die Flügel stutzen, Alessio", hat sie mich gewarnt. Zudem scheint sie ähnliche Erfahrungen gesammelt zu haben, wie ich mit Ivy. Einmal verliebt gewesen, und der Mensch verreckt. Ich balle meine Faust und glühender Hass verdrängt für einen Lidschlag das Herzrasen, das 'Ihr' wohl gilt. Letharen. Letharen haben Ivy abgeschlachtet. Ein Ereignis daraus in Bajard gemacht, 'ne öffentliche Hinrichtung. Ich stand in der ersten Reihe und hielt meine Pistole in der Hand, als wäre sie eine Zierde gewesen. Unfähig, etwas zu tun. Ivy hätte nicht gewollt, dass ich mein Leben hergegeben und von der Garde abgeschlachtet worden wäre, um das ihre zu retten, wäre der Schuss in Richtung Henker gefallen.
“Verbleiben wir beim 'Bananenpflücken', in Ordnung?“, hat sie mich gefragt, und ich muss grinsen. Ich sehe ihr in die Augen, grün, groß, und rund. Verfluchte Scheiße. Und wieder reißt sie mich mit. Selbstverständlich bin ich mit ihrem 'Vorschlag' einverstanden. Ich bin ein Freigeist, sie ebenfalls. Uns beiden wird es vermutlich nicht gut tun, sollten wir uns auf etwas Ernstes einlassen. Und dennoch kann ich für einen Augenblick diese ungewohnten Gefühle nicht unterdrücken. Sie machen mich schwach, verletzbar, in meinem Kopf ist 'Sie'. “Scheiße, Scheiße, Scheiße!“, fluche ich, und mit jedem Wort erfährt die Zielscheibe an meiner Wand einen donnernden Schuss aus der Pistole. Ins Schwarze – natürlich. Rauch steigt auf, hüllt den Küchenraum ein, und es stinkt nach Verbranntem. Ich starre gedankenverloren die Zielscheibe an, welche sich langsam halbiert und polternd auf den Holzboden fällt, bis ich bemerke, dass ich etwas anziehen sollte.
Die Fenster werden geöffnet, der Rauch verlässt den Raum, und übrig bleibt 'Ihr' Duft. Ich ärgere mich erneut, schlage mit der Faust auf den Tisch, und reibe mir mit beiden Händen durchs Gesicht. Irgendwie muss diese Frau doch aus meinem Kopf, verdammt!
Eine angebrochene Rumflasche steht auf der Platte, offenbar 'Ihr' Frühstück. Ich greife nach ihr, trinke den Rest rasch leer, und werfe sie achtlos über meine Schulter. Sie zerspringt an der Wand, Scherben gleiten auf den Boden, und ich sehne mich nach Nachschub. Alkohol. Ja. Damit werde ich sie aus meinem Kopf verbannen können. Wenigstens temporär.
Alayna. Was machst du nur mit mir...?
[img]http://s14.directupload.net/images/130515/rj24x5uk.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Alessio Moranys am Mittwoch 15. Mai 2013, 20:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Alessio Moranys
Schon wieder!?
"Miststück", höre ich mich murmeln, als sich mein Arm abermals auf die warme, aber leere, Fellseite legt. Alaynas Duft steigt mir in die Nase. Ich knurre, knirsche mit den Zähnen und wiederhole mich ungehalten: "Gottverdammtes, verruchtes, heißes Miststück!" Sie muss das Haus wieder früh verlassen haben. Ich richte mich in eine Sitzposition auf, streiche mir die störenden Strähnen aus dem Gesicht und lasse meinen Blick durch den schäbigen, nach 'Liebe' stinkenden Badekeller schweifen. Ein anderer, verräterischer Geruch liegt in der Luft. Und ein Blick auf das leere Fresstablett, das ich ihr nach der letzten Liebesnacht serviert hatte, bestätigt meinen Verdacht: Gefrühstückt hat sie offenbar - bestehend aus einer Flasche mit viel zu süßem Kokosrum und einem Wildkrautröllchen.
Ich kann nicht beschreiben, welche verrückten Emotionen sich in meinem Kopf die Hände reichen. Diese Frau bringt mich ins Grab, jede Wette: Hass, Wut, Verzweiflung, Lust, Leidenschaft. Liebe? Ich? Schwachsinn! Niemals! Ich steige ins lauwarme Badewasser und lasse den heißen Wasserfall auf meine Schultern prasseln, schließe die Augen, und versuche diese verfluchte Frau aus meinem Schädel zu kriegen. Schon wieder. Es kann nicht sein, dass ich mich mehr zu ihr hingezogen fühle, je öfter wir's treiben. War bei keiner anderen so. Für einen Moment überlege ich, ob ich ihr nicht die Kehle aufschlitzen und das Problem beseitigen soll. Ha! Als wenn's so einfach wäre. In diesem Moment wünsche ich mir, ein Mitglied meiner Erzfeinde zu sein; ein Wesen derjenigen, denen ich bei Sichtkontakt die hässlichen Rüben wegschießen könnte: Ein Lethar. Dann könnte ich sie einfach aus dem Weg räumen, ohne befürchten zu müssen, dass sich mein Herz allein bei dem Gedanken ihres Todes verkrampft. Nein, Alayna, wehe! Wehe du verreckst mir! Ich brauche dich. Irgendwie...
Love kills. Slowly.
"Miststück", höre ich mich murmeln, als sich mein Arm abermals auf die warme, aber leere, Fellseite legt. Alaynas Duft steigt mir in die Nase. Ich knurre, knirsche mit den Zähnen und wiederhole mich ungehalten: "Gottverdammtes, verruchtes, heißes Miststück!" Sie muss das Haus wieder früh verlassen haben. Ich richte mich in eine Sitzposition auf, streiche mir die störenden Strähnen aus dem Gesicht und lasse meinen Blick durch den schäbigen, nach 'Liebe' stinkenden Badekeller schweifen. Ein anderer, verräterischer Geruch liegt in der Luft. Und ein Blick auf das leere Fresstablett, das ich ihr nach der letzten Liebesnacht serviert hatte, bestätigt meinen Verdacht: Gefrühstückt hat sie offenbar - bestehend aus einer Flasche mit viel zu süßem Kokosrum und einem Wildkrautröllchen.
Ich kann nicht beschreiben, welche verrückten Emotionen sich in meinem Kopf die Hände reichen. Diese Frau bringt mich ins Grab, jede Wette: Hass, Wut, Verzweiflung, Lust, Leidenschaft. Liebe? Ich? Schwachsinn! Niemals! Ich steige ins lauwarme Badewasser und lasse den heißen Wasserfall auf meine Schultern prasseln, schließe die Augen, und versuche diese verfluchte Frau aus meinem Schädel zu kriegen. Schon wieder. Es kann nicht sein, dass ich mich mehr zu ihr hingezogen fühle, je öfter wir's treiben. War bei keiner anderen so. Für einen Moment überlege ich, ob ich ihr nicht die Kehle aufschlitzen und das Problem beseitigen soll. Ha! Als wenn's so einfach wäre. In diesem Moment wünsche ich mir, ein Mitglied meiner Erzfeinde zu sein; ein Wesen derjenigen, denen ich bei Sichtkontakt die hässlichen Rüben wegschießen könnte: Ein Lethar. Dann könnte ich sie einfach aus dem Weg räumen, ohne befürchten zu müssen, dass sich mein Herz allein bei dem Gedanken ihres Todes verkrampft. Nein, Alayna, wehe! Wehe du verreckst mir! Ich brauche dich. Irgendwie...
Love kills. Slowly.
Zuletzt geändert von Alessio Moranys am Montag 20. Mai 2013, 15:22, insgesamt 1-mal geändert.