Tief in der Nacht funkeln die dunkelen Augen durch die Blätter der Büsche. Wie ein Raubtier lauerte sie in den Büschen.
Ein großgewachsener Mann ging den Weg entlang und sofort hob sich einer ihrer Mundwinkel an. Die Finger legten sich auf den Dolchgriff, der sich auf der Innenseite ihres Stiefels befand. Der Räuber drehte sich um, als er ein rascheln in den Büschen hörte. Er zog einen Kryss heraus und ging langsam und Schritt für Schritt auf den Busch zu. Mit lauter Stimme fragte er, wer sich in den Büschen befand. Doch bevor er den Busch erreichen konnte, stand sie hinter ihm. Der Dolch in ihrer Hand schnellte vor und endete in der Kehle des Mannes. Seine Augen weiteten sich. Inerhalb zweier Herzschläge ging er in die Knie. Kiara schloss die Augen und genoss den Geruch des Blutes, welches in vereinzelten
Schüben aus seiner Kehle spritzte. Sie liebte den leichten Geruch von Metall, wenn das Blut zu fliessen begann. Es dauerte nicht lange, bis sich ein kleiner roter See vor ihren Füßen bildete und das Leben vollkommen aus dem erschlafften Körper vor ihr wich. Kiara's Blick hob sich an.
Der Himmel war sternenklar. Im Schein des Mondes funkelten die winzigen roten Sprenkel in ihren Augen wie Rubine. So lange wurde sie zurück gedrengt aus angst verletzt zu werden oder jemanden etwas schlimmeres anzutun. Was übrig blieb war ein naives Mädchen das sich selbst betrogen hatte und der Teil ihrer selbst, der nur aus negativen Gefühlen bestand. Gefühle wie Zuneigung oder Liebe waren ihr fremd. Sie liebte es anderen Leid zuzufügen. Ob es nun jemand aus dem eigenen Freundeskreis war oder aber ein wertloser Räuber, der zur Strecke gebracht wurde. Sie genoss die Freiheit, die der Rabe
ihr gab. So lange musste sie darauf warten. Und doch hielt er sein Wort. Ein Teil ihrer Seele war schwach. Sehr schwach. Nun war es ihre das schwache junge Mädchen das in Ketten lag, eingesperrt in der Dunkelheit. Sie würde noch lernen, was Leid bedeutet. Langsam schloss sie ihre Augen und genoss noch für einige Augenblicke den kalten Wind auf ihrer Haut und das Licht der Sterne und des Mondes. Alles was in schwarz und grau war. All die Siluetten wurden zu festen Konturen. Die Stimmen bekamen Gesichter und all ihre Sinne wurden frei. Mit einem letzten Blick auf den leblosen Körper, der vor ihr lag, drehte
sie sich um. Für heute war ihre Lust gestillt. Doch das nächste Opfer würde schon warten.
Auf den Weg zu ihrem Haus, schweiften ihre Gedanken zurück. Bislang merkten einige, dass etwas nicht mit Kiara stimmte. Sie war anders.
Eiskalt und emotionslos. Doch einfach würde sie es niemanden machen. Nur die Raben würden die Wahrheit erkennen. Sophie gab sich zwar
Mühe und versuchte nach ihren guten Kern zu suchen. Doch das brachte ihr nichts. Als der Rabe sie befreite, erhob sich ein Körper aus Blut
aus einem Becken und legte sich um Kiara. Nur wenige würden hinter den Schleier blicken können und sie bemerkte Sophies Blick. Er war voller Sorge und für einige Herzschläge hatte Kiara das Gefühl Angst in den Augen zu erkennen. Es tat gut den Schmerz und das Leiden in den
Gesichtern ihrer liebsten zu sehen. Genau das war es, was sie erreichen wollte. Sie würde all die leiden lassen, welche dem 'guten Kern' am
Herzen lag.
Mit leisen Schritten kam sie dem Haus immer näher und drehte den Schlüssel im Schloss herum, als sie endlich zuhause ankam.
Die Tür schloss sich mit einem leisen quitschen hinter sich und mit wenigen Schritten ging sie in den dunkelen, kalten Keller, um
sich dort zur Ruhe zu begeben. Bald würde die Sonne aufgehen und so würde sie sich dem nächsten der kleinen Gruppe widmen.
In tiefster Dunkelheit
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Kiara Thanel
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- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20