Der Ahad hatte seinen Blick von den Wehrgängen der alten Grenzfestung aus auf die umliegenden Wälder gerichtet. Seine Stirn war in Falten gelegt und zeugte von seiner innerlichen Anspannung.
Regen peitschte in sein Gesicht, der kühle Wind lies ihn für einen flüchtigen Moment erschauern und veranlasste ihn schließlich dazu, wieder die Wärme des Hauptgebäudes aufzusuchen.
Eloriahus lies sich in einem einfachen, hölzernen Thron nieder und nahm nochmals das Schreiben seiner Schwertschwester zur Hand, ihr Siegel war gebrochen. Die gemeinsame Vergangenheit war maßgeblich belastet von Streit und Uneinigkeit.. und doch waren sie nun entsprechend der Leitlinien der erhabenen Ahadschaft, Bruder und Schwester. Er war bereit sich dieser Bestimmung zu beugen, aber war sie es auch? Rachsucht, Hinterlist und Intrige waren ihr schon immer die liebsten Leitgedanken gewesen.
Mit einem leisen Schnauben griff der Ahad zu Feder und Pergament.
Macht und Stärke!
Ich richte meine besten Grüße an meine Schwertschwester, Ahad Anastasia Swynedd und wünsche eine rasche Genesung.
Das Manöver kam in der ursprünglich geplanten Form nicht zustande.
Bruder Hrathen und ich befahlen Formation einzunehmen, ehe ein dichter Nebel aufzog und den All-Einen selbst ankündigte. Die darauffolgenden Ereignisse erlaubten uns nicht etwa einen Blick auf das was war sondern auf das was kommen mag.
Dein Schwurmann, Korlay Bruchsteig wurde angewiesen dir in allem Detail Bericht zu erstatten. Selbstredend will ich seinen Bericht im Bedarfsfall aber auch im Rahmen eines Besuches weiterführend ergänzen.
Darüber hinaus wurden zwei Mitglieder der Stadtwache durch Bruder Hrathen und meine Person zu weiteren Nachforschungen befohlen. Sobald erste Berichte vorliegen werden sie dir selbstverständlich umgehend zur Verfügung gestellt.
Um aber deine eigentliche Frage zu beantworten... die Zahl der Teilnehmer war absolut zufriedenstellend, allerdings sind unsere Reihen abermals durch kleinere Zerwürfnisse und verstreuten Unmut gelähmt. Eine schnelle und problemlose Koordination und Steuerung unserer Truppen erscheint entsprechend schwierig.
Ich werde das nun versäumte Manöver bald neu ansetzen und den gegebenen Mängeln nachgehen. Einem unmittelbaren Marsch gen Osten will ich ohne ein vorheriges Manöver oder sonstige Übung nicht empfehlen.
Möge der Eine uns in seiner Gnade segnen!
