Nur Scherereien mit Zaubereien - Gedankengänge

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Lennja Weilnau

Nur Scherereien mit Zaubereien - Gedankengänge

Beitrag von Lennja Weilnau »

„Du glaubst mir doch dass ich kein Zauberer bin?“

Verzweifelt hatte sie das den jungen Bänkelsänger am Abend des Unfalls gefragt.
Stöhnend rieb sie sich die schmerzenden Schläfen.


Verdammt so stark hatte ich noch nie Kopfschmerzen. Bestimmt liegt das an diesem plötzlichen Wetterumschwung auf dem Markt. Wieso passieren so Dinge immer dann wenn ich dabei bin? Bin ich schuld das ständig so ein Kuhmist passiert? Dabei wollte ich nur Fabi helfen und ihre Bonbons verteilen. Sie ist immer so fleißig und ihre Zuckerwaren sind der Renner. Eigentlich hatte alles so gut begonnen bis dieser Kerl –Ruben- aufgekreuzt war. Dünn, groß und sowas von frech! Kommt und gafft mir auf den Teller! Na gut die Bonbons waren schon echt superlecker aber dann hat er mich wie so ein Bonbon angeglotzt! Ja wie ein Mondkalb und Sachen hat er erzählt als sei er krank. So ein Prinzessingestammel und wirres Zeug. Der war doch eh nur auf den Süßkram scharf! Als ich das durchschaute wollte er mir imponieren. Ja ich seh´ vielleicht wie ne´ dumme Waschfrau aus aber ich hab doch was im Kopf. Ich lass mich doch nicht von einem schmalzigen Liedschreiber beeindrucken der mir verspricht er würde NUR für mich singen. Wenn ich wegschau singt er für die Nächste dann bin ich abgeschrieben. Temora sei Dank Liam war nicht da. Sonst hätte ers mir noch Wochen danach unter die Nase gerieben und sich das Maul drüber zerrissen! Aber was will ich schon von einem Zauberer erwarten der ein totes Tier auf dem Kopf trägt?
Karawyn hat mich dann von Ruben befreit. Der hat doch glatt neben seinem Gefasel mir den Bonbonteller leergeräumt. Ich sag doch nur auf das Essen scharf und auf schmutzige Dinge in der Nacht mit Kerzen. Irgendwie dreht sich bei Jungs immer alles nur um das was man nachts in den Betten tut und um die Folgen dessen. Der Schmied streitet mit seiner Verflossenen und Sophie ist schwanger. Aber sie hat doch nie einen Mann bei sich immer nur Mädchen, woher hat sie das Kind denn nur?
Dann war alles so verflucht schnell gegangen.


Sie gluckst leise und grinst bei der Erinnerung.

Mitten im ersten Korsettlied, was von der fetten Bernadette handelte hatte sie das leise Zwiegespräch der Reihe hintendran mitbekommen.

„Findest du eigentlich ich bin fett?“
„Quatsch, du bist schwanger.“
Schweigen. Dann eine männliche Stimme von weiters weg rufend.
„Komm schieb die dicke Kugel hier rüber!“
Ein Schnauben von hinten.
„Siehst du der sagts auch ich bin fett!“
Frustriert klingts dann von vorne der Refrain.
„…Bernadette, du bist viel zu fett!“
„…viel zu fett!“
Ein Seitenblick über die Schulter enthüllt eine schmollende Sophie. Ein Klatschen enthüllt den Aufprall von Eenjas Handfläche an Eenjas Stirn.
„… du bist viel zu fett!“


Rubens Liedende. Ein Knall und die Laute der Weißhaarigen lag am Boden. Ein Blick zu Eenja und ich floh weinend, lachend an den Rand. Ein Schaf bei Hochwasser hätte nicht perplexer schauen können wie die zierliche Blinde als ihre Unaufmerksamkeit mit dem Knall belohnt wurde.
Als ich zurückkam hatte er bereits wieder zu singen begonnen. Dieses Mal nahm ich mir vor wirklich zu lauschen. So bekamen wir die Geschichte der Kunigunde berichtet, welche flach wie ein Brett im Korsett aussah. Irgendwie wars nicht so lustig. Ich weiss wie schwer es ist wenn man keine Rundungen hat. Mutter sagte zwar immer ich würde noch hoffen dass nichts wächst aber ich bin nun mal komplett unreizvoll. Ruben sang voller Inbrunst und blickte mich an. Schreckliches Gefühl. Ich wusste doch dass er sich lustig macht. Wie sollte er auch ernsthaftes Interesse an was wie mir haben? Nur warum tut das irgendwie so weh? Ich will doch gar nichts von ihm. Na ich bin dann gegangen und zum Marktplatz zurück . Wie konnte er über Kunigunde spotten und mir erzählen ich sei bezaubernd?
Er hätte einfach wegbleiben sollen. Aber nein er hatte ja wiederkommen müssen und mich auch noch verhöhnen. Ob ich nicht das nächste Mal Kunigunde spielen möchte ich würde so gut passen. Später mal könnte ich auch die Bernadette ausfüllen! So ein Stinktier! Ich hätte ihn so gerne geschubst. Er sollte mir einfach nur wegbleiben. Sein lachendes Gesicht und Mist verfluchter wie das wehtat!
Ich steh auf um ihm meine Meinung zu sagen und Eenja sagt noch zu ihm es passiert gleich was. Na sie muss das Unwetter gespürt haben. Wie wenn mich Temora erhört hätte kommt die Windhose und wirbelt den Ruben weg. Stößt ihn vom Tisch weg zu Boden. Die Leute flüchten und ich fühl mich wie betrogen. Na ich wollt ihm die Meinung geigen und so ein Wind weht ihn weg ja schubst ihn von mir. Oder kann es sein…nein ich bin eine Waschfrau!!!
Ruben liegt da ich bin auch so doof und geh zu ihm. Na ganz toll Lennja wie kannst du so schnell Angst um den Hahnrei haben der dich grad noch so wütend gemacht hat?


Sie reibt sich über die Augen.

Er tut mir weh ich will ihm wehtun und dann doch wieder nicht. Na er hats ja überlebt und mir nen Heidenschreck eingejagt. Temora war mir übel danach. Nicht mal nach dem verdorbenen Hirsebrei war mir so übel gewesen. Ich hab alles doppelt gesehn und die Kopfschmerzen sind mörderisch jetzt noch. Was wenn ich doch…. Nein ich will das nicht ich wars nicht und Ruben glaubt mir.

Ich bin kein Zauberer ….oder doch?
Lennja Weilnau

Beitrag von Lennja Weilnau »

Die Schmerzen waren vorbei, die Übelkeit hatte sich gelegt. Sie hatte sich vor einem Schwarm Bücher in den Keller des Bibliotheksgebäudes gerettet und lag nun unter ihrer Decke.

Ständig fliegen diese Dinge herum. Erst hat sich mein Frühstück durch den Raum bewegt immer weg als ichs greifen will! Dann kippt alles auf den Boden.

Kurz flammen die Erinnerungen hoch und sie schnieft.

Gut geh ich halt hungrig raus. Ich muss zu Karawyn. Er hat vor unserer Tür gesungen das muss aufhören! Umziehn Lennja und los geht’s.
Warum fliegen meine Haare wie wenn ich sie gerieben hätte? Gut Kapuze drüber und raus. Ich glaub da verfolgt mich jemand. Ich schau mich um und da war da nicht gerade etwas das mir nachflog? Vielleicht kann ichs abhängen. Also renn ich los raus aus der Stadt rein in die Kutsche! Sicher. Endlich. Ich dreh die Lampe im Inneren hoch und da! Da ist es es ist mein Verfolger ein Birkenblatt? Spinn ich nun es fliegt, mich neckend, um mich herum fangen kann ichs nicht. Bitte Temora lass uns ankommen. Wir halten und ich flüchte aus der Kutsche zu Karawyns Haus. Keiner ist da was tu ich nun? Auf in die Taverne dort kann ich was essen wenns nicht wieder wegfliegt. Das bescheuerte Blatt folgt mir. Ich komme mir vor wie in diesen Gruselgeschichten wo die Leute verflucht wurden. Nun die Taverne ob jemand das Blatt bemerkt? Je mehr ich mich davor fürchte umso wilder fliegt es herum. Keiner ist hier - da steht nur eine Flasche. Gut dann halt nichts essen vielleicht bemerk ichs nicht mehr wenn ich was trink? Buah das ist Schnaps! Pfui bäh aber ich glaub ich sehs schon nicht mehr so doll. Augen zu und durch Schluck für Schluck nuckel ich an der Pulle. Als ich die Augen öffne sinds nun drei Blätter. Oh Temora warum ich können die mich nicht in Frieden lassen? Bin ich doch so ein Zauberer? Ich hasse diese Leute sie machen einfach alles egal obs andre wollen sie drücken dir ihren Willen auf. Genau wie dieser Lohengrinn, der mich eingesperrt hat mit seiner verfluchten Zauberei.
Das Feuer im Kamin flackert hell auf als wenn jemand hineingeblasen hätte. Es ist unheimlich! Hat sich der Stuhl bewegt? Ich muss weg am besten wohin wo Leute sind. Ich beschliesse es nochmal bei Karawyn zu versuchen. Tatsächlich ist sie diesmal daheim nur mir ist so schwindelig vom Schnaps. Erneut versuche ich das Blatt zu erwischen und schau an: Karawyn fängt es! Meine Rettung ich bin durch mit den Nerven. Ein junger Kerl kommt hinter mir her, hat er mich verfolgt? Karawyn kennt ihn und er nennt sich Luca. Er redet nicht viel aber wenn ist er noch unverschähmter als Ruben es je sein könnte. Ich muss aufpassen das nichts passiert irgendwie war der Schnaps keine gute Idee gewesen ich bin so aufgewühlt. Also erzähl ich alles und nun ärgert er mich Hexereien sagt er und ich sei schuld! Ich könnt ihn glatt… nein! Lennja nicht! Aber das Kissen schwebt bereits wild durchs Zimmer und knallt gegen die Wand. Nun ist er überzeugt das ich es war. Karawyn redet von einer Gabe. Gabe! Das ich nicht lache man hat mich verflucht ich will das nicht, ich will meine Wäsche waschen und gut is. Ich solls Lilli erzählen. Aber die freut sich dann und ich machs wieder kaputt weil ichs nicht will. Vielleicht wenn ich mir ne Grippe zuzieh vielleicht geht’s dabei kaputt? Ich werde am Besten nur mit leichter Kleidung gehen. Ein Versuch ists wert. Wenn es aber so ist das diese ganzen Magier um mich herum mich angesteckt haben bin ich natürlich verloren. Wenn ich das wirklich bin das ganze Zeug dann hab ich Schuld das Ruben geflogen ist. Er hätte sich den Hals brechen können!


Bei diesen Gedanken treten ihr die Tränen in die Augen und die Kerze flackert unruhig.


Karawyn redet von Sophie, die sei Magierin und ich soll sie fragen. Ob man ehrlich durch Magie schwanger werden kann?
Nachdem ich Luca versprochen hab ihm meine tolle Gabe zu schenken wenn das geht mach ich mich auf den Heimweg. Die Bibliothek war ruhig bis ich wieder an Ruben gedacht hab. Was wenn sie ihm erzählt das ich ihn mag?


Mit einen panischen Quietschen zieht sie sich die Decke über den Kopf als die Bücher oben gegen die Kellertür schlagen und bald schon fordert der Alkohol sein Recht…
Lennja Weilnau

Beitrag von Lennja Weilnau »

„Versprich mir, dass du zu jeder Möglichkeit übst!“

Nyomes Bitte hing wie ein Achtung-bissiger Drache –Schild in ihrem Bewusstsein. Sie begrub stöhnend das Gesicht in den Händen und rief sich die Situation ins Gedächtnis zurück.

„Setz dich. Hast dus bequem?“

Als ob ein bequem jetzt relevant war. So saß ich nun im Schneidersitz vor ihr. Für sie schien alles so einfach.

„Denk an einen Ort, an dem du dich wohl fühlst.“

Hab ich sowas?
Der Wind, der kommt ob ichs nun will oder nicht – gut überwiegend will ichs nicht- lässt meinen Umhang hinter mir flattern, als würde ich im Galopp reiten.
Mal sehn…
Wie wärs mit der alten Bibliothek…mein Zuhause? Dort war es schön und ruhig ich liebte diesen Kaminsessel schade das er verbrannt ist. Ja ich sehs brennen. Temora mein Sessel das ganze Wissen…

Der Umhang indes flattert weiter.
Wie wärs mit dem Kloster? Dort hab ich mich sicher gefühlt immer dort gab es diesen schönen Baum. Dort gab es Arbeit ich konnte in Ruhe flicken. Ich bin hin wegen diesem verrückten Lohengrinn! Oh wie er mich eingesperrt hat und mir diesen Trank aufdrücken wollte!
Der Umhang flattert munter weiter.
Karawyns kleines Haus. Oh ja dort ist alles so schön so verträumt. Ruhige kühle Kissen auf denen Luca sitzt und mir anklagend an den Kopf wirft: Die war das die hat Hexenkräfte! Unverschämter Kerl ich hätte ihn an diesem Abend wirklich …!
Verdammt! Ich krieg keine Luft! Loslassen lass mich ich hab keinem was getan.
Mist der Umhang er würgt mich und zieht und zerrt. Lennja beruhig dich! Er ist nicht da denk an was schönes! Denk an was liebenswertes. Schau zu Nyome! Augen aufmachen.
„Du musst dich entspannen und konzentrieren auf den Ort!“
Temora seis gedankt ich krieg wieder Luft!
„Und was wenn ich keinen Ort habe?“
„Dann mhm müssen wir einen finden versuch es immer weiter!“

Also die Augen wieder zu.
Ein schöner Ort hmm auch die neue Bibliothek war schön . Gut etwas leer noch aber sicher vor Rahaler Angriffen. Der einzige der dort hin und wieder auftaucht um mich zu ärgern ist Liam. Oh ja Liam wie er mich auslacht als ich über den Wäscheberg stolpere als er mir aufgelauert hat! Irgendwann…

Weiterhin flattert der Umhang in den tollsten Kapriolen.
Ein schöner Ort wie wäre es mit Fabis Speiseparadies? Alles süß, alles bunt, der berauschende Duft nach frischem Kuchen, der Geschmack von Honig auf der Zunge und dazwischen sitzt Ruben und schlägt sich den Bauch voll wärend er sagt : Spiel doch die Kunigunde! Moment wie kommt da nun Ruben rein ich will ihn da nicht- meine Güte er tuts schon wieder! Luft ich nein er will mich wohl erdrosseln! Ich geb ja schon auf!
Deprimiert schaue ich zu Nyome.

„Ich muss morgen in aller früh die Wäsche einsammeln“
„Ja gut aber übe Lennja, versprich mir das du sooft du Zeit hast übst!“

Ich nicke und gehe verfolgt von drei Kuchengabeln die sich gegenseitig umschwirren wie kämpfende Vögel. Da ist die Haustür und als sie ins Schloss fällt höre ich dreimal ein Tock als sie sich ins Holz bohren.
Hat denn wirklich jeder so einen Ort? Und was wenn ich wirklich keinen hab?


Verzweifelt sitzt sie immer noch an die Tür gelehnt da und irgendwann döst sie ein.
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