Die Welt um einen herum mag sich manchmal schwarz und leer anfühlen.
Ein Loch das entsteht, wenn jemand von uns geht, dass kaum wieder zu schließen ist.
Jedenfalls nicht für den Moment.
Die Piratenseele ist frei, der Geist ungebrochen, in den meisten Fällen.
Rohnja war jemand gewesen, die mit Charm und Witz hatte sie sich in die Herzen einiger Menschen gearbeitet hatte.
Ihre ruhige, traurige und in sich gekehrte Seite hatte kaum jemand gekannt.
Svetlana war eine derjenigen gewesen, die eben diese Seite kannte.
Nachdenklich, reflektierend, fast schon zerbrechlich.
Kaum zu glauben, wie sie hingegen war, wenn andere dabei waren.
Lana vermisste sie.
Es war ruhig ohne sie, zu ruhig. Azyr war geknickt, sie selber war tief getroffen.
Es hätte nie so weit kommen dürfen, niemals.
Vor allem, die ungeklärten Umstände ihres Todes waren teilweise sehr verwirrend.
War sie freiwillig in den Tod gegangen?
War sie ermordet worden?
Rohnja konnte schwimmen wie ein Fisch, und selbst betrunken wie ne Haubitze immer noch in der Lage dazu.
Wie sehr jemand einem ans Herz gewachsen ist, spürt man oft erst, wenn er weg ist.
Die Wichtigkeit der Vertrauten um einen Piraten herum, sind steigend, je weniger sie werden.
Neue Vertrauenspersonen sind schwer ausfindig zu machen.
Auch wenn sich auf Cabeza im Moment so viele neue Gesichter auszubreiten schienen, waren sie eher peripher interessant für Lana.
Sicher, ein neuer Schmied als Ersatz für Aki war gut, so musste sie nicht weit reisen, um ihre Waffen reparieren zu lassen.
Aber nichtsdestotrotz war es seltsam.
Severin, den sie unter Waffenandrohung von der Insel geleitet hatte, machte ihre Situation auch nicht besser.
Der Kreis wurde immer kleiner für sie.
Sie hatte sich eine Weile lang geärgert, dass so viel auf einmal geschah und sie nicht wusste, wo sie beginnen sollte. Aber so wie es jetzt war, war es noch schlimmer.
Langeweile!
Nameha trieb sich bei oder mit Sophie herum, Aki war verheiratet und in Rahal, Severin in Adoran, Darkan in Rahal.
Der, der ihr geblieben war, war Jose.
Und sie war verdammt glücklich darüber. Zumal der Umgang zwischen ihnen wieder normal wurde.
Sie hatte die Sachen, die sie von Rohnja bekommen hatte, noch in einer Kiste.
Sie wollte sie eigentlich gar nicht.
Beim Aufräumen und Sortieren fiel ihr der Hut in die Finger.
Rohnja hatte damit immer so verwegen ausgesehen.
Lana drehte den Hut einige Male in den Händen hin und her. Die gekreuzten Knochen und der Totenschädel waren gut sichtbar eingestickt.
Aber oberhalb des Bildes und unterhalb war noch Platz für weitere Verzierungen.
Kurzerhand setzte sie den Hut auf, schlenderte zum Waschbecken und betrachtete sich in der spiegelnden Oberfläche des Wassers.
‚Rosa Negra‘, schoss es ihr durch den Kopf, ehe sich ein breites Grinsen auf ihre Lippen legte.
Warum sollte sie diesen Hut nicht erkenntlich machen?
Keiner außer die Bruderschaft und einige Vertraute würde wissen, was es damit auf sich hat.
Aber sie würde sich mit jedem Mal, neu an die verlorene Freundin erinnern.
Ein kräftigendes, fast selbstbestätigendes Nicken folgte, und sie machte sich auf den Weg zur Schneiderin ihres Vertrauens.
Sie sollte die Worte „Rosa Negra“ über den Schädel einsticken, in Blutroten, verschnörkelten Lettern.
Eine Erinnerung, eine Versinnbildlichung des Lebens ihrer Freundin, der Stolz der damit verbunden war, und vor allem die Freiheit.
Alles, was sie aneinander gebunden hatte, was die beiden Frauen verbunden hatte.
Es war Lana völlig egal, wie andere das gesehen hatten, wichtig war nur, wie sie es selber empfand.
Veränderungen im Leben sind nicht immer gut, aber man versucht, das Beste daraus zu machen.
Auch wenn die Trauer in diesem Moment das vorherrschende Gefühl ist, so sollte man sich nicht von ihr unter Wasser drücken lassen.
No, den Kopf erhaben über alles weitere heben, und nichts außer Acht lassen.
Die Zeit des Trauerns war vorüber, die Normalität musste wieder Einzug halten und schließlich geht das Leben auch auf La Cabeza weiter.
Und schließlich durfte man hier nicht unachtsam sein.
Gedankengut einer Piratin
- Svetlana Ethered
- Beiträge: 425
- Registriert: Dienstag 21. August 2012, 04:55
Hast du heute schon geliebt,
hast du heute schon gehasst,
oder hast du nur geschlafen und den ganzen Tag verpasst?
Die kleinen Verletzungen, die ihr Kersti zugefügt hatte, waren schon wieder verheilt.
Noch immer stand die kleine Phiole auf einem Brett im Kleiderschrank. Sie hatte die Nachricht so oft schon gelesen.
Leg dich nie mit einer Heilerin an…
Ja, vielleicht, aber warum eigentlich nicht?
Scheiss drauf, sie hatte bekommen was sie wollte.
Nach der Geiselübergabe hatte sie sich erst mal ein paar Tage von der Insel geschlichen.
Ein wenig Gras über die Sache wachsen lassen, war sicher nicht das verkehrteste gewesen. Si, die Information, dass Kersti von einer Piratin entführt worden war, war auch bis La Cabeza gedrungen, aber keiner bis auf Jose wusste, dass es Lana gewesen war.
Ein recht nützliches Geschäft-
Krauthandel, kleinere Diebereien, Überfälle… Alles gut und schön, aber das war bisher das erfolgreichste gewesen.
Nach einigen Tagen war sie wieder, sehr gut gelaunt wohl gemerkt, in die Heimatlichen Gefilde zurück gekehrt.
Hast du heute schon gezittert,
hast du heute schon gebebt,
sag mir hast du heute schon gelebt?
Ein seichtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, während sie daran dachte, was sie letzte Zeit so alles geschehen war.
Alessio..
Wie lange lebte sie schon hier?
Und nun langsam konnte man sagen, dass sich die beiden kennen lernten.
Einige gleiche Ansichten, die der eine dem anderen offensichtlich nicht zugetraut hatte, wurden geteilt und Diskutiert.
Seltsam, wie sich aus der Anfänglichen, krampfhaften „Nettigkeit“, nun doch so etwas wie Sympathie entwickelte.
Und wer war schuld?
Meha.
Naja, Schuld war vielleicht das falsche Wort, aber sie war diejenige, die mit beiden auskam, und die Alessio einfach mit zu Lana nach Hause gebracht hatte.
„Ich kann verstehen dass die Kerle um dich herum schwirren wie Bienen um den Honig. Schön und stark, eine gute Kombination“
Ja, im Gegensatz zu ihrem Kennenlernen…
Er war damals wütend gewesen und sie von 5 Jahren Steinstatue spielen noch geschwächt, und so lag sie nach einer kurzen, aber heftigen Auseinandersetzung am Boden.
Die zweite Begegnung war, das sie ihm gedroht hatte, ihm etwas, für ihn wichtiges, abzuschneiden, sollte er noch einmal die Waffe gegen sie erheben.
Tja, so kanns gehen….
Sag mir hast du heute schon gelebt.
als wenn die Welt sich nicht mehr dreht.
als wenn die Welt schon morgen untergeht?
Hey hast du heute schon geliebt,
als wenn es für dich kein Morgen gibt?
Sag mir hast du heute schon gelebt?
Der Spuk, den Alessio dieser Voodoo Schamanin zugeschrieben hatte, war nicht wieder aufgetaucht.
Umso besser…!
Mahu…
Ein Geist, nie gesehen, und doch seit dem immer wieder im Gespräch.
Was wollte diese Frau?
Wenn diese seltsamen Geschehnisse irgendein Hinweis auf irgendwas gewesen war, dann musste die Schamanin wirklich deutlicher werden.
Was wollte sie mit Türengeklapper und Kaminfeueraufflackern sagen?
Aber solange nichts Weiteres folgte, würde Lana auch nicht da hinterher sein.
hast du heute schon gehasst,
oder hast du nur geschlafen und den ganzen Tag verpasst?
Die kleinen Verletzungen, die ihr Kersti zugefügt hatte, waren schon wieder verheilt.
Noch immer stand die kleine Phiole auf einem Brett im Kleiderschrank. Sie hatte die Nachricht so oft schon gelesen.
Leg dich nie mit einer Heilerin an…
Ja, vielleicht, aber warum eigentlich nicht?
Scheiss drauf, sie hatte bekommen was sie wollte.
Nach der Geiselübergabe hatte sie sich erst mal ein paar Tage von der Insel geschlichen.
Ein wenig Gras über die Sache wachsen lassen, war sicher nicht das verkehrteste gewesen. Si, die Information, dass Kersti von einer Piratin entführt worden war, war auch bis La Cabeza gedrungen, aber keiner bis auf Jose wusste, dass es Lana gewesen war.
Ein recht nützliches Geschäft-
Krauthandel, kleinere Diebereien, Überfälle… Alles gut und schön, aber das war bisher das erfolgreichste gewesen.
Nach einigen Tagen war sie wieder, sehr gut gelaunt wohl gemerkt, in die Heimatlichen Gefilde zurück gekehrt.
Hast du heute schon gezittert,
hast du heute schon gebebt,
sag mir hast du heute schon gelebt?
Ein seichtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, während sie daran dachte, was sie letzte Zeit so alles geschehen war.
Alessio..
Wie lange lebte sie schon hier?
Und nun langsam konnte man sagen, dass sich die beiden kennen lernten.
Einige gleiche Ansichten, die der eine dem anderen offensichtlich nicht zugetraut hatte, wurden geteilt und Diskutiert.
Seltsam, wie sich aus der Anfänglichen, krampfhaften „Nettigkeit“, nun doch so etwas wie Sympathie entwickelte.
Und wer war schuld?
Meha.
Naja, Schuld war vielleicht das falsche Wort, aber sie war diejenige, die mit beiden auskam, und die Alessio einfach mit zu Lana nach Hause gebracht hatte.
„Ich kann verstehen dass die Kerle um dich herum schwirren wie Bienen um den Honig. Schön und stark, eine gute Kombination“
Ja, im Gegensatz zu ihrem Kennenlernen…
Er war damals wütend gewesen und sie von 5 Jahren Steinstatue spielen noch geschwächt, und so lag sie nach einer kurzen, aber heftigen Auseinandersetzung am Boden.
Die zweite Begegnung war, das sie ihm gedroht hatte, ihm etwas, für ihn wichtiges, abzuschneiden, sollte er noch einmal die Waffe gegen sie erheben.
Tja, so kanns gehen….
Sag mir hast du heute schon gelebt.
als wenn die Welt sich nicht mehr dreht.
als wenn die Welt schon morgen untergeht?
Hey hast du heute schon geliebt,
als wenn es für dich kein Morgen gibt?
Sag mir hast du heute schon gelebt?
Der Spuk, den Alessio dieser Voodoo Schamanin zugeschrieben hatte, war nicht wieder aufgetaucht.
Umso besser…!
Mahu…
Ein Geist, nie gesehen, und doch seit dem immer wieder im Gespräch.
Was wollte diese Frau?
Wenn diese seltsamen Geschehnisse irgendein Hinweis auf irgendwas gewesen war, dann musste die Schamanin wirklich deutlicher werden.
Was wollte sie mit Türengeklapper und Kaminfeueraufflackern sagen?
Aber solange nichts Weiteres folgte, würde Lana auch nicht da hinterher sein.
- Svetlana Ethered
- Beiträge: 425
- Registriert: Dienstag 21. August 2012, 04:55
Leises Vogelgezwitscher, ein starker Wind und der typische, Cabezianische Geruch empfing die Piratin, als sie mit einem Satz vom Schiff sprang.
Zu Hause.
Ihr Blick huschte Aufmerksam über den verdreckten Marktplatz, der mürrische Sklavenhändler wanderte unruhig von einer Ecke in die nächste.
Es war still.
Zu still.
Und doch war sie froh, der Geschäftigkeit der Großstadt entkommen zu sein.
Zumindest für eine Weile.
In der letzten Zeit waren viele Ereignisse aufeinander gefolgt, Dinge über die Lana nachdenken musste.
Sie hatte einige Tage darüber nachgedacht, ob sie Leonardo wirklich nach Rahal zu Aki bringen sollte.
Seit seiner Hochzeit hatte sie ihn nicht mehr gesehen.
Seit er Cabeza verlassen hatte.
Es war immer noch seltsam, ihn nicht mehr auf der Insel zu wissen, und er würde auch sicher wieder bis zum Hals in Schwierigkeiten stecken.
Oder halt eben das Gegenteil.
Einen Mittelweg hatte es nie gegeben, seit sie den Schmied kannte.
Und mit seiner Art hatte er schon auf Cabeza für genug Wirbel gesorgt.
Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, betrat sie den Laden, den blonden Piraten im Schlepptau und Bartos, der hinterher brüllte, weil Aki ihn nicht im Laden haben wollte.
Wenigstens das hatte sich nicht geändert.
Sie ließ Leonardo seine Bestellung machen, gab ihre Waffen und den Schild zum Reparieren ab und harrte einfach mal der Dinge die da kommen sollten.
Und es war, wie es kommen musste, Aki und sein großes Mundwerk, hatten für ein schiefes Grinsen auf den Lippen der Piratin hervor gelockt.
Faul und Fett war sie also geworden, pfuh.
Aber es sorgte immerhin dafür, dass sie wieder einmal ins Gespräch kamen.
Leonardo war irgendwann mit Loena verschwunden, und sie war dort geblieben.
Sie plauderten über alte Zeiten, wie es dem jeweils anderen heute so ging, aber eher Oberflächlich.
Aki war ruhiger geworden.
Jedenfalls für den Moment… Oder war das nur eine Täuschung?
„Aki, was ist los?“
„nichts, außerdem, was interessiert es dich?“
„Na, ich dachte, wir waren mal sowas wie Freunde…“
Ende vom Lied war, das sie Rahal verlassen hatte, mit dem Gedanken im Kopf, dass es besser gewesen wäre, schlafende Hunde nicht zu wecken.
Und doch, wieder aller Erwartungen, stand er kurz danach vor ihrer Tür.
Sie redeten, stundenlang, und Aki erzählte, was alles so passiert war, erzählte, wie es ihm ging.
Aber irgendwie schien das noch nicht alles gewesen zu sein.
Irgendwann würde vielleicht noch mehr kommen, aber für den Anfang war das Vertrauen wieder gestärkt.
Er erzählte, sie hörte zu, stellte Fragen, gab ihre Meinung kund.
Und beide tranken Rum.
Wie immer.
Wie immer? Naja, eigentlich eher weniger. In manchen Dingen hatte sich Aki kein Stück geändert.
In anderen Dingen jedoch sehr wohl.
Es war manchmal schwierig, mit ihm um zu gehen.
Vor allem, wenn es um Themen ging, die ihn damals schon aufgeregt hätten oder haben.
Heute, dieser Gesichtsausdruck mit dem er sie angesehen hatte, als es um den Adoraner ging.
Diese Wut, die er in sich trug war auf gewisse Art und Weise erschreckend.