Ungewisse Zukunft?

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Hazar Sevinc Bashir

Ungewisse Zukunft?

Beitrag von Hazar Sevinc Bashir »



Die Frage, die wohl am bedeutendsten für unser Leben ist, ist die Frage nach der Erfüllung.
Worin finden wir unsere Erfüllung?
Worin liegt Zufriedenheit?

Was ist meine Erfüllung?

Ich glaube, meine Erfüllung liegt darin, mehr aus meinem Leben zu machen als Hausfrau, Ehefrau und Mutter zu sein oder zu werden.
Viele ungelöste, unverstandene Dinge liegen vor mir, deren Beantwortung mir viel bedeuten.
Natürlich möchte ich irgendwann eine gute Ehefrau sein und meinen Mann, den Mann meines Herzens zufrieden und glücklich machen.
Aber die Betonung dieser Worte liegt auf dem „irgendwann“.
Und doch muss ich mich damit beschäftigen.

Als ich erfahren habe das Radeeh einen Brief an Talib geschickt hat, gehen mir viele Gedanken durch den Kopf.
Aiwa, natürlich habe ich erzählt, das ich mir vorstellen kann, wer der Grund des Briefes ist.
Ob es das wirklich ist, der Grund, weiß ich nicht.
Und wenn es wirklich der Grund ist? Freue ich mich? Habe ich Angst? Ich weiß es nicht.
Wenn er es nicht ist, bin ich dann enttäuscht?

Ich soll die Nacht in der Oase verbringen, mir klar werden, ob ich einverstanden wäre.
Ob er mir wichtig genug ist, und ich bereit bin, mein Leben noch mehr zu verändern.
Bin ich bereit dazu, diesen Schritt zu gehen?
Letztlich hätte ich es schlimmer treffen können.
Schlimmer, wie das klingt…
Natürlich mag ich ihn. Ich mag die Gespräche, ich mag es, wenn er mich zum Lächeln bringt.
Aber kann ich davon ausgehen, dass es so bleibt?
Sollte ich mich nicht zuerst mit andrem beschäftigen?
Wobei natürlich ein großer Vorteil ist, dass er weiß, was das Studium bedeutet, und was dafür nötig und notwendig ist.
Immerhin haben wir beide zur gleichen Zeit dem Shanun unser Versprechen gegeben, unser Bestes zu geben.
„Höre in dich und sage mir, ob er der Mann ist, den du liebst und bei dem du aiwa sagen würdest“, Talibs Worte waren verständnisvoll.
Er sprach davon, dass er möchte, das seine Natifah’s glücklich und voller Liebe vor den Altar treten sollen, nicht mit Angst im Herzen.
Aber von Liebe kann ich gar nicht sprechen.
Liebe…
Ein großes Wort für ein großes Gefühl.
Mögen, aiwa, mögen tue ich ihn.
Es kann sich viel daraus entwickeln, aber jetzt im Moment?
Ich muss also nicht herausfinden, ob ich ihn mag. Ich muss herausfinden, ob ich bereit bin, diese zarte Pflanze wachsen zu lassen.

Letztlich muss ich gestehen, dass es hätte schlimmer kommen können.
Es sollte mir schmeicheln, umgarnt zu werden, und doch obsiegt die Unsicherheit.
Ich denke, es wird eine lange Nacht werden in der Oase.
Es gibt einiges, über das ich mir klar werden muss.
Shakur Hamid

Beitrag von Shakur Hamid »

Die erste Begegnung

Der Markttag auf Menek'Ur war fast vorbei, die überbliebenden versammelten sich noch in der Schenke um den erfolgreichen Tag ausklingen zu lassen. Auch Shakur fand den Weg in die Schenke, allerdings nicht solange er es sich gewünscht hatte. Vor der Schenke stand Yaamal und eine unbekannte Menekanerin, welche er bisher noch nicht kannte. Nach eingehender Musterung der Menekanerin, sind ihm gleich die Augen aufgefallen, als sich die Blicke zum ersten mal trafen. Mehr konnte man unter dem Stoff, dem Kopftuch und Schleier nicht wirklich erkennen.

Shakur stellte sich Ihr natürlich gleich vor, um auch Ihren Namen zu erfahren... "Hazer Sevinc aus dem Hause Ifrey" .. so stellte sie sich vor und bat ihn dann mit in die Schenke zu kommen, doch musste er ablehnen, da er selber noch einiges zu tun hatte. Nachdem sich ein Lächeln auf seine Lippen legte und er seinen Kopf zum Abschied neigte, entschwand er dann in einer Gasse der Stadt.



Das Erwachen

Nachdem Shakur mit dem Shanun gesprochen hatte und eine Einladung in die Akademie erhalten hat, wurde er vom Shanun schon als Tranam betitelt und verabschiedet. Er freute sich auf den Abend mit dem Shanun in der Akademie, doch sollte nicht nur er eine Einladung in die Akademie erhalten haben.

Er saß an einem Tisch der Akademie, wo ihn der Shanun sicher nicht verfehlen könnte. Mitten in der Bibliothek stand der Tisch, damit man sich mit einem Buch immer gleich an einen nahliegenden Platz setzen konnte um seine Gedanken dann in jenem Buch zu verlieren. Doch wartete er nur, ohne auch nur den Versuch sich eines jener Bücher zu nehmen und einen verstohlenen Blick hinein zu werfen, denn vielleicht war es Ihm ja untersagt, oder er würde vom Shanun noch eine Einweisung bekommen wie er sich verhalten sollte.

Doch dann hörte er leise Schritte die sich von hinten näherten. Es war Hazar, welche ebenfalls zum gleichen Zeitpunkt vom Shanun eingeladen wurde, in die Akademie zu kommen um dort ein Gespräch zu führen. Überrascht war Shakur schon, denn der Shanun wird sie ja nicht ohne Grund eingeladen haben, sie wird sicherlich etwas erlebt haben, woraufhin sie nun Antworten sucht und der Shanun ihr jene wohl geben kann. Sie unterhielten sich ein wenig, denn auch sie war überrascht noch eine Person zur gleichen Zeit vorzufinden.

So saßen die Beiden eine Weile in der Akademie, sie warteten lange - doch dem Shanun kam wohl etwas dazwischen, was es ihm unmöglich machte den Termin noch einzuhalten. Doch anstatt das die Beiden nun einfach wieder in Ihre Familienhäuser zurückgingen und sich beim nächsten Termin wiedersehen, verabredeten sie sich für den nächsten Tag, denn es war ja schon interessant zu erfahren, wieso sie vom Shanun eingeladen worden sind. Also trafen sie sich am nächsten Tage ...



Die Lieblingsplätze

Er weilte nun schon eine längere Zeit in der Hauptstadt und kam viel herum. Daher fand er Orte, wo er ruhe und Entspannung finden würde, wenn es im Haus oder in der Stadt mal wieder zu hektisch ist. Als er Hazar wiedersah, nahm er Sie zu einem dieser Orte mit. Wieso er das tat weiß er selber nicht, denn wenn sich die Orte erstmal rumsprechen, wäre es sehr schnell mehr kein ruhiger Platz.. Doch würde Hazar ja auch davon profitieren eine Ruhestelle zu haben, wohin man sich zurückziehen kann, also wieso sollte sie die Orte verraten?

Den ersten Ort im Süden der Stadt hatte sie wirklich noch nie gesehen. Sie konnte den Blick von dem dar gebotenem Bild eine Weile nicht mehr abwenden. Sie redeten an dem Tag wieder sehr lange, bis der Abend eintraf und er sie dann für den Augenblick verlassen musste.

Am nächsten Tag, besuchte er Hazar, sogar im Haus der Ifrey. Zum Glück machte sie persönlich das Tor auf und er musste nicht erst nach ihr fragen. Sie beschlossen dann einen anderen Ort aufzusuchen, diesmal führte es sie in die Oase vor das Wasser. Dort sprachen sie, bis aus heiterem Himmel der Shanun an die beiden herantrat und das Gespräch aufnahmen.

Nach der Geschichte, wie Hazar Ihr erwachen erlebte, nahm er Shakur und Hazar als Tranam in die Akademie Leviathan auf. Doch nachdem dann der Shanun wieder verschwand, war es nicht nur die Gabe Eluives, welche in Shakur erwachte.
Shakur Hamid

Beitrag von Shakur Hamid »

Schlaflose Nacht

Er lag auf seiner Matratze, Die Arme als Kissen hinter dem Kopf verschrenkt und dabei an die Decke starrend. Er erinnert sich noch genau an die Zeilen, welche er auf ein Pergament schrieb und anschließend auf Radeehs Tisch legte. Mit so einer schnellen Reaktion des Oberhaupts hatte er nicht gerechnet. Er antwortete nichtmal Shakur, er schrieb direkt Zeilen in Richtung Talib, dem Oberhaupt des Hause Ifrey..

War es die richtige Entscheidung, so früh das Ganze ins rollen zu bringen?
Hätte man sich nicht mehr über Gefühle klar werden sollen?
Ich sollte mir nehmen was ich will - aber will ich Hazar? .. ja.. schon, soweit ich das beurteilen kann passt einfach alles.

Wie wird sie sich entscheiden? Was mache ich, wenn ihre Entscheidung gegen mich ausfällt, wie stehe ich dann da?


Einige Gedanken waren es am Abend, die Shakur plagten. Er konnte wahrlich kein Auge schließen. Am Abend hat er sie nochmal besucht und einen Saft von Ihr serviert bekommen. Sie war gerade mit Celine Kräuter am zusammenmischen, doch merkte Shakur wie immer wieder der Blick von Hazar auf Ihn gerichtet war.

Zum Abschied gab er Ihr dann noch ein Geschenk. Es sollte Ihr Glück bringen, die Nacht ungeschehen in der Oase zu überstehen, denn es könnte ja alles mögliche passieren. Ein Seufzen drang dann aus der Kehle von Shakur, für einen kurzen Augenblick schloss er die Augen und dachte über die folgenden Worte nach..

... wie wird es weitergehen...
Zuletzt geändert von Shakur Hamid am Freitag 1. März 2013, 13:14, insgesamt 1-mal geändert.
Hazar Sevinc Bashir

Beitrag von Hazar Sevinc Bashir »


Gassur hatte sie in die Oase gebracht und die Sicherheit des Weges tat ihr gut.
Natürlich war es gefährlich, natürlich war ihr mulmig zu mute. Aber es war gut, alleine zu sein. Aaminah hatte geschimpft wie ein Wellensittich, wollte auf dem Dach des Hauses mit Palmen und verstreuten Bananen die Oase nach zu ahmen nur damit Hazar nicht fort ging und in Sicherheit blieb.
Alleine diese Tatsache brachte ein Lächeln auf die Lippen der jungen Tranam.
Aaminah war ein Schatz, wild, aufgedreht und ein bisschen verrückt.
Aber Hazar hatte von Anfang an eine tiefe Zuneigung zu ihrer Cousine empfunden.

Hazar suchte sich eine schöne Dattelpalme, nahe des Teiches und richtete dort ihr provisorisches Lager ein.
Eine Schlafmatte, eine Decke, ein Kissen, daneben ein Buch, ihr Tagebuch, ein Kohlestift, eine Öllampe.
Im Licht des Mondes machte sie es sich auf der Matte bequem, zog den Sari eng um den Leib und legte die Decke auf die Beine.
Den Rücken lehnte sie an den Baum und blickte hoch zum Firmament.
Ein schneller Griff in die Tasche, und sie zog die Schärpe heraus, die im Wind ganz sanft den Geruch des Mannes verbreitete.
Behutsam strichen ihre Finger über den weichen Stoff.


Es ist schwer eine solche Entscheidung zu treffen.
Ich habe lange solche Gedanken vor mich her geschoben, habe darauf vertraut, das ich irgendwann schon wissen werde, wenn ich bereit bin.
Doch bin ich jetzt bereit?
Bin ich bereit, diesen Schritt zu gehen?
Mache ich mir zu viele Gedanken?
Geht es mir zu schnell?
Ist er der Richtige?



Ein leises seufzten drang aus ihrer Kehle, für einige Momente schloss sie die Augen, und konzentrierte sich nur auf ihren Atem.


Ich mag ihn, das steht fest.
Wie wird es meine Familie finden?
Ich werde sie verlassen müssen, dann sind die Bashir’s meine neue Familie.
Wäre das klug?
Bin ich bereit meine Familie aufzugeben oder zu verlassen?
Werde ich danach noch genauso im Kreise sein, wie jetzt?
Neda, ich bin dann eine Bashir.
Ich verliere, was ich gerade erst gewonnen habe.
Neda, das ist auch falsch, ich verliere sie nicht, ich gewinne eine neue Familie dazu.
Aber eine Familie, die Angst vor Magie hat?
Bei uns wird man angenommen, wie man ist, dort wird gefürchtet, dass man das Haus anzündet…


Ein Lächeln legte sich auf ihre Lippen.


Er liegt bestimmt auch wach in seinem Bett und denkt darüber nach.
Eines weiß ich, ich möchte mir Zeit lassen können.
Ich möchte mir sicher sein.
Dieser Brief war so früh.
Was trieb ihn dazu?
Hatte er wirklich so große Angst, dass jemand vor ihm Ansprüche erheben würde?
Ich kann mir das gar nicht vorstellen.

Er war ehrlich gewesen, hatte direkt von dem Brief an Radeeh erzählt. Und dabei hatte sich das schüchterne Lächeln auf seine Lippen gelegt.
Ich mag dieses Lächeln.


Mit einem Lächeln auf den Lippen übermannte sie der Schlaf.
Doch keineswegs war er ruhig, im Gegenteil.
Immer wieder schreckte sie auf, musste sich orientieren.
Die Stille der Oase, und doch die Nächtlichen Geräusche der Wüste waren sonst viel weiter entfernt.
Es war kalt geworden.
Sie kuschelte sich in die Decke, umschlang die Schärpe mit den Armen.


Morgen werde ich ihm eine Antwort geben müssen.
Morgen Abend….


Völlig erschöpft machte sie sich am Morgen wieder auf den Weg Richtung Familienhaus. Das was sie jetzt brauchte, war ein Bad und einen Mocca.

Ihre Entscheidung war gefallen….
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