Ode an die Nacht

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Der Wolf

Ode an die Nacht

Beitrag von Der Wolf »

Der fremde Wald war aus Stein und noch fühlte er sich dort nicht wohl.
Laute und teilweise unbekannte Geräusche raubten Nerven und überreizten die Sinne. Statt dem kühlen Mondlicht auf glitzerndem Schnee und den lebendigen Schatten der kahlen Bäume dazwischen, erwartete ihn hier nur schwammiges Laternenleuchten, welches sich in matschigen Dreckpfützen spiegelte. Trotz dem hohen Ansehen der Stadt am Meer und den teilweise übertrieben hochnäsigen Gesichtern, roch der Gestank tiefer in den Eingeweiden des Steinwaldes unangenehm für seine Nase.

Dennoch gab es wenig zu klagen.
Sein eigener, freier Wille hatte ihn in diese Ansammlung aus Stein, Wasser und eigenverbautem Drama geführt und eigentlich amüsierte ihn so ein Ausflug, unter der Tarnkappe des Schafspelz', immer wieder. Es war die Sehnsucht nach dem Vollmond, die ihn diesmal aus der Höhle gelockt hatte.
Der Vollmond, wieder einmal.
Zuerst die Taube, die ihm entflogen war und nun der Vollmond, der sich vor ihm versteckte. Nun er hatte noch genug Geduld, außerdem die Jagd als angenehmer Zeitvertreib.

Eigentlich wollte er diese nicht schon am ersten Abend beginnen und doch war es der kranke, kleine Spatz mit dem seltsamen Gefieder, der ihm im wahrsten Sinne des Wortes in die Arme lief.
Die Art den Kopf nicht zu heben, Gesichtszüge zu verbergen und das instinktive Zurückweichen hatten ihn neugierig gemacht. Das Kleid allerdings mit dem Sternenwappen war es, was seine Hand zuletzt lenkte und die Spatzenmaskerade herabriss.

Eine Verwechslung, kein Vollmond unter der Kapuze
aber ein Missverständnis, das sich in seinen Kopf gebrannt hatte und ihn nun nicht schlafen ließ.

Es war an der Zeit dem Vollmond wieder Tribut zu zollen und ihn aufzusuchen. Nur welchen Pelz würde er diesmal dafür nehmen?
Braves Schaf, kluge Krähe oder treuer Hund?
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