Hundstage..

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Geran Torb
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Hundstage..

Beitrag von Geran Torb »

Das Licht in dem kleinen Zimmer der Herberge konnte man bestenfalls als spärlich bezeichnen. Eine kleine Öllampe reichte kaum aus es wirklich zu erhellen und Geran war das nur recht. Ein altes Bett das bei jeder Bewegung knarzte, ein kleiner Tisch sowie zwei Stühle, alles alt und Staub bedeckt genug um bald als antik zu gelten, verdienten es auch nicht weiter beleuchtet zu werden. Der groß gewachsene Kerl lümmelte auf einen dieser Stühle herum und starrte in die kleine Flamme der Lampe die verspielt tanzte. Zugig genug war es scheinbar in dem kleinen Kapuff für das jemand auch noch die Unverschämtheit besaß ein paar Münzen ein zu streichen. Das Zimmer roch oder eher stank nach Schnapps, billigsten Fusel den die halb geleerte Karaffe zum einen, der Hals des Mannes zum anderen ausstieß. Träge ließ sich Geran den Verlauf des Abends durch den Verstand rieseln. Dabei brauchte er sich nicht beschweren, eigentlich hatte alles gut begonnen.
Unvermutet schnell fand er jemanden der bereit war ihm bei seinem kleinen Briefproblem zu helfen. Das Örtchen namens Düstersee machte keinen allzu gefährlichen Eindruck, zumindest bis sie den Tempel dort betreten hatten. Die Menschen waren streng aber hilfsbereit und so hätte er drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Brief, eine Anstellung und erste wichtige Kontakte. Dennoch hatte er es gerade bis zum dritten Gebot aus gehalten ehe er einen Vorwand fand um den Tempel zu verlassen. Warum?
Irgendwie hatte er das Gefühl dort nicht hin zu gehören. Seine Kleidung stand vor Dreck, was er der langen Überfahrt verdankte. Er saß als Gammler zwischen gut gekleideten Bürgern und wäre am liebsten im Boden versunken. Ihre Art sich aus zu drücken, zu gebildet, zu gestochen scharf für einen einfach gestrickten Soldaten wie ihn. Wo zur Hölle steckte der verdammte Pöbel den man wohl an solch einem Ort erwarten durfte? Weibsvolk wohin man sah und dann noch der Blick dieses Blondschopfs. Keine zwei Plätze saß sie neben ihn und warf Blicke in die Menge das er dachte irgendwann würde wohl einer davon spontan anfangen zu brennen. Nicht das er was gegen Weibsvolk gehabt hätte aber..
Er grunzte leicht und griff nach der Karaffe um einen weiteren tiefen Schluck zu nehmen, ein kleines Rülpsen ehe er sich noch ein wenig weiter im Selbstmitleid suhlte. Diese Gebote erinnerten ihn einfach daran wie ein Soldat oder auch ein Gardist zu funktionieren hatte. Sie waren recht einfach zu verstehen und sorgten dafür das die meisten Armeen dieser Welt funktionierten auch wenn er ab und an gerne laut gelacht hätte. Mit der Karaffe in der freien Hand wuchtete er den recht schweren Leib in die Höhe um ein wenig durch den Raum zu torkeln, dabei einzelne Szenen nach äffend. „Jaaawoohl.. Schier.. ich.. binner fest’n überzeug.. überzeugn.. isch bin.. allso ich bin sicheer das ihr da.. so richtig.. so richtig mächtig.. Scheiße baut und da.. das.. werd ich meld’n!“ Er kicherte leise zum Schluss hin um sich für einen weiteren tiefen Schluck an die Wand zu lehnen. Na sicher, klar, das meldet man um dann den Rest seines verdammten Lebens in der Hölle zu verbringen während der Angepfiffene seine Stellung nutzt um dich von einem Scheißhausdienst zum nächsten zu jagen. Ja, da hätte er wirklich gern gelacht.. nur getraut hat er sich nicht. Mag an der Blonden gelegen haben oder an diesem Vicarius. In dem Mann steckte Zorn, das war gut zu sehen und er zumindest würde nicht heraus finden wollen wozu ein fanatischer Priester fähig war. Fanatisch, das traf es recht gut, wenn er den letzten Abend beurteilen sollte. Aber warum sollte das schlecht sein?
Da er eh schon stand nutzte er die Chance mit leicht verklärtem Blick an sich herab zu sehen. Die breite Figur war immer noch breit aber irgendwie.. schwammig? Die Hose spannte ordentlich wo sie vor ein paar Jahren noch gut saß und der Ansatz seines Bauches überlegte sich gerade ob er über den Gürtel rutschen sollte oder nicht. Da half kein Jammern und auch kein Zetern, er war in einen verschissen peinlichen Zustand. Die Augen halb geschlossen folgte ein tiefes, lang gezogenes Seufzen. Er war gut ausgebildet worden und hatte einige gute Jahre auch wenn er den genauen Werdegang tunlichst für sich behalten würde. Aber die letzten Jahre der Zecherei und Säuferei hatten eindeutig ihre Spuren hinterlassen. Wann hatte er eigentlich aufgehört ein echter Soldat zu sein und sich in diesen rückgratlosen Waschlappen verwandelt? Angewidert von sich und der Welt als solches wanderte die Karaffe erneut um die Gedanken runter zu spülen. „Drauf geschiss’n!“ wurde danach laut verkündet ehe er mit dem festen Vorsatz ganz bald alles viel besser zu machen auf die Pritsche zu steuerte. Auf halben Weg etwa schlief er ein, irgendwo zwischen dem Bett, der Karaffe Schnapps und einen Sack guter Vorsätze.
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