Ums Krähennest und mehr

Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

Mein Agent leistete gute Arbeit, denn schon am Tage nach der grossen Bürgerversammlung in Berchgard überbrachte er mir ein Notizbuch indem alle benötigte Information bezüglich der Aussagen zu Helmgart fein säuberlich aufgeführt waren.

Bürgerversammlung in Berchgard am 12.Goldblatt 254

Vorgänge um den Mord an Helmgart

Nachdem der Graf , seine Ritterschaft , sowie auch der Oberst Friedolin von Tannhöh stundenlang lamentiert haben, erklärte der Schmied Amu, was dort abgehandelt worden sei.

Amu's Ausführungen :

Helmgart wurde in Adoran festgenommen und inhaftiert. Er wurde vor Gericht gestellt und zu seinen Vergehen, die sich in mehrere aufteilten , zu verschiedenen Strafen verurteilt. Jene sollten sofort vollzogen werden, angefangen beim Strafdienst in Adoran.

Zum angeblichen Sachverhalt :

Helmgart ritt wohl durch Adoran in gefährlicher Geschwindigkeit und leistete mehreren Aufforderungen zum Anhalten durch einen Gardisten nicht Folge. Als er dann gestoppt wurde,gab er eine falsche Identität zu seiner Person an. Auch leistete er Widerstand gegen seine Festnahme.

Das waren die Punkte die gegen Helmgart zu Felde geführt wurden.
Jeder , der Helmgart kannte wusste, dass jenes wohl nicht aus der Luft gegriffen sei.
Helmgart wurde verurteilt zu Strafdiensten und einer Entschuldigung wegen Adelsbeleidigung. Dieser jedoch weigerte sich.
Daraufhin wurde angeordnet, Helmgart den Mund mit Seife auszuwaschen, damit beim nächsten Mal saubere , gewählte Worte seinen Mund verliessen. Helmgart kündigte an, sich zur Wehr zu setzen.

Der Oberst höchstpersönlich nahm sich der Waschvollstreckung an,mit Hilfe eines Gardisten, der Helmgart festhalten sollte. Doch wehrte sich der Gefangene sosehr, dass es in dem Gerangel dazu führte, dass er zusammenbrach und wehrte sich auch dann noch bis sein Lebenslicht ausging und er tot umfiel. Die Versuche eines Heilers Helmgart zurück ins Leben zu rufen blieben erfolglos . Mit Ausnahme einer Kopfwunde konnten keinerlei Verletzungen festgestellt werden, eine Wunde, die nach Meinung des Priesters nicht tödlich gewesen sei .


Ich hielt das Büchlein in meinen zitternden Händen, die Bilder des Kerkeraufenthaltes nunmehr direkt bildlich vor Augen habend... er hatte sich gewehrt, so wie es ihm jeder zugetraut hatte, nie hätte er sich vor jenen Schnöseln verbeugt, entschuldigend und kratzfussend sabbernd...

Eine Kopfwunde... wer hatte sie ihm verpasst, wie konnte er sterben , nur indem er sich wehrte ? Weshalb liessen sie ihn nicht los, mussten sie einen Menschen quälen, seinen Willen brechen nur um ihre verdammte hochwohlgeborene Eitelkeit zu beweihräuchern ?
Ihr mieses Pack aller gepuderten Schnösel.... ich schwöre.. Ihr werdet es sein die sich zu entschuldigen haben... immer und immer wieder...

Ich entliess meinen treuen Agenten nicht ohne ihn reichlich belohnt zu haben und blickte auf's Meer...


[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Notizbuch-Leder-Tagebuch-mit-Lederumschlag-Lederbuch-Om-78485_image.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Jane Sylva am Donnerstag 13. Oktober 2011, 17:41, insgesamt 1-mal geändert.
Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

Josie, die alternde Wirtin der Taverne am lameriaster Südstrand,war wie alle Frauen vernarrt in Klein Esteban.Kaum war ich angereist,hatte sie ihn bereits an ihren ausladenden,aus dem Mieder lupfenden Busen gehieft, ihn mit Pfannkuchen gefüttert und mit Abenteuergeschichten,wie Esti sie liebte abgelenkt, was mir die Freiheit gab die Insel zu erforschen und über Lisy nachzudenken. Was dachte sich dieser Kerl überhaupt, dass ich gelassen zusehen würde wie er Letharen bewirtet und die Vorzüge unser Insel zeigt? Mir kochte alleine schon bei dem Gedanken die Galle über! Hatten diese seelenlosen Ungeheuer Allesio's Gefährtin doch bei lebendigem Leibe zerhackt und ihn sogar zwingen wollen, ihren abgetrennten Kopf auf dem Fahnenmast zu spiessen! Und nun bewirtet mein zukünftiger Ehemann dieses Natterngezücht? Je mehr ich darüber nachdachte umso mehr tobte es in meinem Innern, nie mehr wollte ich zu ihm zurück kehren, nie mehr auch nur eine Flasche Rum mit ihm teilen, Mistkerl, mieser Verräter!!
Die Insel hatte ihre Vorzüge an Einsamkeit, Josies Weinkeller war gefüllt und die Abende wurden gemeinsam vor ihrem Kaminfeuer, auf dem immerwährend ein gefüllter Wasserkessel dampfte, verbracht. Sie trumpfte mit alten Abenteurergeschichten auf,besiegte Bestien, Mörder, Adelsgeschlecht, Waldläufer und nicht zuletzt sogar Piraten standen auf dem breiten Repertoire ihrer Erinnerungen. Während der kleine Esteban wissenshungrig und schlau wie er war davon nicht genug bekommen konnte, liess ich meine Gedanken eher plätschernd dahinströmen, mich absichtlich einer,vorerst zumindest, Entscheidung enthaltend.
Doch dann wechselte der Wind und ein kalter Nordwind brach über die Küstenregion herein.Eisiger Regal ging in Hagel über und der Wind zog durch jede Ritze des Hauses.Noch am Tage zuvor hatte mich der Giftstachel eines hiesigen Riesenskorpions getroffen,der Arm von meinem guten Freund und Heiler Ashtar proffesionell versorgt und verbunden, heilte eher schlecht als recht, sodass die aufkommende Kälte meine Schwäche zu verdoppeln schien. Vasco, welcher mich wie auch immer ausfindig gemacht und zur Rückreise überreden wollte, kam mir wie gerufen, ein vertrauter Freund, ja in diesem Moment vielleicht mein einziger. Dankbar liess ich mich von ihm trösten, legte meinen Kopf an seine Schulter und berichtete ihm von meinem Gram, meiner Unfähigkeit mich zu entscheiden. Vasco jedoch blickte zu Esteban und wie schon so oft ermahnte er mich meiner Pflichten als Mutter, das Kind hätte einen Vater und ich solle nicht so vorschnell urteilen.Ich schnaubte und fluchte anstelle eines Kommentars und wir holten stattdessen den alten guten Brandy aus Josies Schankraum um es uns vor dem Kamin gemütlich zu machen.Da begann Klein-Esteban im oberen Stockwerk zu husten an, trocken und quälend, das kleine Gesicht rot und die Augen fiebrig glänzend.Ich zog ihn auf meinen Schoss, gar ängstlich, denn Esti war bislang noch nie dermassen krank gewesen. Vasco flöste seinem Patenkind eine Tinktur gegen Lungenpest ein,während ich bangend den Morgen erwartete,immer einen Blick auf den hustenden, rasselnden kleinen Körper.Sollte er sterben könnte ich es mir nie verzeihen, und Lisy erst recht nicht!
Schon mit dem ersten Licht schifften wir uns auf dem ersten Schoner ein, heim in warme Gestaden,zurück nach La Cabeza.
Und plötzlich wurde mir bewusst wie sehr ich meine Insel vermisst hatte, den Strand, den faulen Geruch von Fisch und Algen, Salz und Rum...
Meine Gedanken rasten zu Lisy, würde er mich vermisst haben, hatte ich ihn doch ohne ein Wort verlassen... sicher war er vor Sorge gestorben,mutterseelen allein. Doch als ich dann endlich mit dem kranken Kind im Arm das Krähennest betrat,schwankte mir der Boden unter den Füssen, musste ich wahrnehmen, dass unser Felllager an Grösse zugenommen hatte, auch schien hier getafelt worden zu sein, Rum und Reste eines Schweinebratens wie ich ihn liebte lagen auf zwei Tellern um die Bettstatt verteilt.. dazu zwei Gläser!! Zwei ??? Mir schwante Böses! Blass vor Wut legte ich Esteban zum Schlafen nieder und eilte hinunter zum Strand.. nur die Fluten selbst konnten meine nahende Ohnmacht oder war es Mordlust dämpfen...

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Zuletzt geändert von Jane Sylva am Donnerstag 17. November 2011, 18:07, insgesamt 1-mal geändert.
Melissyn

Beitrag von Melissyn »

Federkleid blau - bald wirst du eines Kapitäns Frau.
Federkleid grün - dein Ehemann fährt in den Krieg so kühn.
Federkleid rot - doch durch die Kanonen fand er den Tod.
Federkleid gelb - heut segelt dein Liebster über's Himmelszelt.


Die Erinnerungen an diesen grässlich schmalzigen Kleinmädchenreim, den Nel gerne sang, als sie den Hosenmatz-Missy in den Schlaf wiegte, dämmerten ihr nun wieder, als sie die Vogelfeder zwischen Daumen und Zeigefinger drehte. Schon bald hatte sie skeptisch hinterfragt wo solch bunte Vögel denn bittesehr leben würden, denn am Leuchtturm und Umgebung fand man meist nur die Möwen, deren munteres Kreischen immer an die Weite der See erinnerte. Lachmöwen, ganz wie Nel selbst, aufgeweckt, dreist, resolut und wie Sal stets liebevoll über seine ältere Schwester brummelnd bemerkte:
"Eben selber bald schon n halber Kerl!"


Sie wusste, dass sie ihr beide sehr fehlten und doch klebte der Schmerz süßlicher an ihrem Seebären, der ihr irgendwo Verbindung zur Vergangenheit, Geschichtenmaler, Vaterfigur und Seelenvertrauter war - zudem hatte er sie zwei Jahre länger begleitet und Nels Fehlen kittete das Mädchen und den Matrosen nur fester zusammen.
Ja, der Schmerz um Sals Verlust war ihr ständiger Begleiter, während die Trauer über Nels Tod lange nicht präsent war und dann immer wieder in den seltsamsten Situationen unvorhergesehen wie ein Messer zustach.
Die Ankunft auf der Insel, der fremde Duft aller möglichen unbekannten Gewächse, das nimmerendenwollende Geraschel, Gezische und Gezwitscher der seltsamsten Tiere, die wohlig-beständige Wärme und allen voran das verruchte wunderbar-gefährliche Leben in ihrer neuen Umgebung... all das war ein gewaltiger Hauch Sals Geist, sein Erbe, seine Geschichten, ihrer beider geheimes Band.

Warum also waren ihre Gedanken jetzt dauernd bei Nel, weshalb erinnerte sie sich an Kindheitsgesänge und Nels warme, raue Stimme beim Anblick einer ungewohnt bunten Vogelfeder - ach und allen voran: wieso stach er nun wieder einmal so unbarmherzig zu, der versteckte Schmerz tief in ihr drin?

Es hatte begonnen, als Lysander von seiner Familie geredet hatte. Nur kurz, eher am Rande und knapp erklärend, doch hatte sie das warme Glimmen in seinen Augen gesehen und rasch erraten, dass er nicht etwa aus Desinteresse so wenige Worte über Frau und Kind verlor', sondern eher, weil sie beide ein inniger Teil seiner Selbst waren und er keine schönen Worte brauchte, um dieser Einheit seinen Seelentribut mit Herzblut zu verzollen. Einheit... wie sie damals: Nel, Sal und Missy.

Ein solcher Gedanke hatte sie vor nicht einmal zwei Stunden dazu bewegt, Lysander am Strand zu bitten, etwas mehr von seiner Frau und seinem Sohn zu erzählen und gerade als er noch dabei war, ihr die kuriose Bitte, sie möge keine Lobreden auf Letharen in Gegenwart des holden Weibs schwingen, zu erläutern, als es voller an der gewählten Angelstelle wurde. Zuerst war da diese junge Frau, Ina oder Ira und ehe Missy die Zeit hatte vorstellig zu werden, da stand plötzlich eine andere Gestalt vor ihr und ein temperamentvolles Augenpaar funkelte zornig auf sie herab. Nach einem kurzen Schlagabtausch mit Lysander, der erstaunlich ruhig blieb, wusste sie zwar wer da vor ihr stand, doch der Grund der unverholenen Wut dämmerte ihr erst als sie direkt angesprochen wurde:

"Und du pennst in unseren Fellen nun?"

Verdammtnocheins, Missy, du dämliche Gans!!!
Vorhin hatte dieses geschmeidige, rassige Weib, welches Lysander "Scar" nannte, noch aus Scherz gesagt, dass sie für ihn doch eigentlich zu jung wäre und irgendein munterer Spruch war ihr da noch so frech-fröhlich über die Lippen gekommen, doch hatte sie dabei nicht wirklich realisiert, dass sie eben doch keine Zehnjährige mehr war und hatte noch mit falschem Stolz und aufgesetzter Würde im Gespräch mit Lys gekränkt bemerkt, dass man sie in Gerimor oft wie ein Kindchen behandelt habe, wo andere Mädchen in ihrem Alter manchmal bereits verheiratet oder gar mit Kind im Bauch waren.
Wie also sah das im ersten Moment für Lysanders Frau aus?
Genau - mies, dreckig und widerlich!

Allerdings war Missy sich dessen nicht bewusst, dass der zweite Blick nur zu deutlich preisgab, dass sie alles andere als ein reifes Früchtchen war und hätte sie sich selbst am Strand gesehen so wäre es ihr vermutlich wie Schuppen von den Augen gefallen, wie hungrig nach Vertrautheit die eigenen Augen nun an Jackie, Lysanders Frau, klebten - wie sie geradezu danach suchte einen Funken "Nel" in ihr zu finden.
Der Funke war rasch gefunden und entpuppte sich zur Flamme, denn das ganze charakterliche Gesamtpaket Jackie entsprach Sals Lieblingssatz:
"Eben selber bald schon n halber Kerl!"

Und vielleicht lag es daran, dass sie bei deren plötzlichen Aufforderung nach dem kleinen Esteban zu sehen, ohne lange zu zögern aufsprang und etwas benommen noch, doch unbeirrt der Aufforderung Folge leistete. Und hier saß sie nun, betrachtete abwechselnd die Feder oder den schlafenden, kleinen Wurm und ehe sie's recht bemerkte, hauchte sie dem kleinen Träumer wehmütig entgegen:
"Ich beneide dich..."

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Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

Alles schien einen gemächlichen Gang zu gehen hier auf La Cabeza. Lisy übernahm mehr und mehr Aufgaben die ihm unser Gouverneur Vallas Amarth übertrug,Esteban wuchs und gedieh und ich schien eine meiner schlimmsten Krisen, nämlich den Verlust meiner Freiheit gegen eine Freude an der Verantwortlichkeit und dem Muttersein einzutauschen.Das Leben schien rund und während auf dem Festland noch der Winter das Land nicht loslassen wollte, erfreute sich unser Sohn mit seinem neugewonnenen Freund Niclas an dem herrlichen Klima La Cabezas. Das arme Menschenkind war elternlos und schien von einer wohltätigen Schmiedin namens "Bimmelchen" betreut zu werden. Nun, das Kind folgte nur zugerne der Einladung Esteban's, man konnte sich ausmalen wie der Alltag eines Schmiedekindes aussah. Im Geiste sah ich ihn schon schwere Kohlesäcke aus der Mine herausbefördern. Ich werde ihn hierzu befragen, soll er sich erst einmal bei uns einleben.Schon schürte ich das Feuer unter unserem Suppenkessel um die gute stärkende Rum-Bananensuppe aufbrodeln zu lassen. Die würde dem Kind die fehlende Kraft zurück geben und bald schon Freude in sein kindliches Gemüt bringen. Und Esteban wird es gut tun,mit Gleichaltrigen umgeben zu sein,anstelle all der erwachsenen pervertierten Volltrottel die sich auf der Insel herumtrieben.
Einer jener Besagten stand bereits auf erstem Platz unserer Liste : Aki, ein Schmied aus dem verruchten, ach so heiligen und lichten Adoran.Der Klabautermann möge mir meine Ironie verzeihen! Doch ein vierjähriges Kind in Glücksspiel zu verwickeln, es gewinnen zu lassen und ihm als Lohn eine Pfeife voller Wildkraut zu geben, diesbezüglich zu betonen dass dieses Kraut alle Wünsche erfülle die man nur so auf dem Herzen trage, dass war zuviel. Jaron und ich beschlossen diesem Kerl alsbald auf den Zahn zu fühlen, war doch unser Kind so gerade mal eben dem Wahnsinn von der Leiter gesprungen.. Wildkraut ist nunmal nichts für kleine Kinder!!
Hayden dagegen,die auch in dieses Dilemma verwickelt schien, strahlte etwas aus, was mein Interesse weckte. Diese Frau schien Potential zu haben, gerne würde ich sie mir noch einmal in Augenschein nehmen, wer weiss, ob sie nicht ein gutes Mitglied unserer so stetig wachsenden Crew werden könne.


[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/640x396_5055_Vietnamese_kitchen_2d_architecture_vietnam_kitchen_interior_picture_image_digital_art.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Jane Sylva am Dienstag 27. März 2012, 18:17, insgesamt 2-mal geändert.
Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

*,*
Zuletzt geändert von Jane Sylva am Donnerstag 28. Juni 2012, 19:32, insgesamt 4-mal geändert.
Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

Der Rum schmeckte ausserordentlich gut, cabezianischer,in Eichenfässern gelagerter Rum.Das bernsteinfarbene Gesöff rann meine ausgedörrte Kehle hinab und bescherte mir die Entspanung die ich so bitter nötig hatte,hatten mich doch verschiedenste Unternehmungen, unter anderem diverse Tavernenbesuche und Schmuggelgeschäfte einige Wochen auf dem Festland in Anspruch genommen.
Jaron leistete mir Gesellschaft und wir teilten diesen aussergewöhlichen Rum in stiller Zweisamkeit,friedlich auf unserem Lager,dem alten zerfetzten Bärenfell welches schon bessere Zeiten gesehen hatte.
Das Abendlicht drang durch eines der Fenster des Krähennestes und tauchte den Raum in goldenes Licht als ich sie hörte.Klar und deutlich sprach eine Stimme zu mir, mild und gewaltig in Einem.
"Höret mich oh ihr Bewohner La Cabezas, oh höret !" Mein Blick flog zu Jaron, nein, er war es nicht der da gesprochen hatte, warum auch sollte Lisy in solch geschwollener Zunge sprechen.Ich fixierte die in goldenes Licht getauchte Ecke und ließ sie nicht aus dem Augen. Da ging es wieder los!
"La Cabeza ist dem Untergang geweiht wenn kein Edler gefunden wird, einer der sich opfert und Buße tut für all das Blut welches gerächt werden will!"
Himmel, Arsch und Zwirn, scheisse, da quasselte tatsächlich etwas, etwas, was keinen Körper zu haben schien.Ich rückte näher zu Lisy auf, mittlerweile zitternd ohne dass es mir bewusst geworden war. Wahrlich , aye, ich hatte eine Scheissangst! " Lisy, verflucht, hörst du das auch?, und starrte meinen Ehemann an, doch die Frage hätte ich mir getrost sparen können, hatte sich Lisy bereits an seine vielen Amulette geklammert und linste teils misstrauisch, teils beeindruckt in Richtung der goldenen Ecke und deren misteriösen Stimme.
Doch da tönte es erneut um so gewaltiger :" So eilet gen Bajard und suchet das Kloster und büsset für all das Leid welches verübt wurde... und zaudert nicht, schon Morgen wird La Cabeza in den Fluten untergehen müssen!!!"
So dröhnte die goldene Stimme, gewaltig und mächtig durch unser bescheidenes Krähennest. La Cabeza untergehen, in den Fluten versinken? Nein!!!Das durfte nicht sein!!
"Lisy, wir gehen, mach schon, son bisschen büßen kann nicht so schwer sein, eh?" Ich rammte Lisy den Flaschenhals der halbleeren Rumflasche in die Seite .Ein vorerst widerspenstiges, sich auflehnendes Murren entsprang meinem Gefährten,doch eine Hand beständig an den Amuletten klammernd zeugte doch von einer gewaltigen Portion Respekt und Unbehagen, wenn nicht sogar von Angst.
Und als wir uns schon auf dem Weg nach Draussen befanden ermahnte die Stimme erbarmungelos, dass wir dem Rum, dem Wildkraut und dem Diebstahl von Teppichen abzuschwören hätten. Es war ein Fluch, eine fiese unbarmherzliche Schweinerei was uns da widerfuhr. Ich schluckte bitter meine Worte der Aufsässigkeit hinunter und flog Lisy die Treppenstufen hinterher, hatte mein Gefährte bereits nen Affenzahn aufgelegt um sein La Cabeza zu retten. Anbei erklärte er ständig dass es sicher nur der Rum gewesen sei der uns solche Trugbilder vorgaukeln wolle, doch man wisse nie,die Insel könne man nicht riskieren!!
So begaben wir uns zu dem Ort welches "Kloster" genannt wurde, ein düsterer, gottloser Ort, an dem jegliche Freude und Lust am Leben vergraben und vergessen schien.
Kaum angekommen teilten wir auch schon unser heiliges Anliegen mit, erzählten von der mächtigen Stimme und von unserer Aufgabe Buße tun zu müssen und zu wollen versteht sich. Man schien uns nicht zu glauben. Ich spürte den abwertenden Blick einer der Wachen auf meinem Körper ruhen. Schien dieser Kerl entweder ein Weib oder kastriert zu sein, meine Reize schienen ihn tatsächlich nicht anzusprechen, im Gegenteil, je mehr er mich anstarrte, umso angewiderter schien er, unglaublich!
Nach einer Ewigkeit, ja ich hatte mich sogar dazu überwinden müssen mich vor den Anwesenden in den Dreck niederzuwerfen, erhielten wir unsere erste Aufgabe, der Beginn der Buße... Eine Pilgerfahr zu den sieben Schreinen des Landes.Sieben!!!! Beim Klabauter, in was hatten wir uns da wieder verfranzt... Jaron zog mich hinfort, bleich wie die Wand, mich wohl dran hindernd noch Weiteres auszuplaudern, unter anderem dass mir tatsächlich schien, dass die mächtige güldenen Stimme männlichen Ursprungs gewesen sei ... pfft... als wenn da etwas Verwerfliches dran wäre.. was, wenn Eluive ein Mann war? Nun, gezogen und mitgeschiffen befanden wir uns ein wenig später vor dem Schrein der Gerechtigkeit. Eine wunderschöne Statue, nackt wie der Klabauter sie schuf, verpassten Lisy und ich ihr eine knallrote Schärpe, um doch in Buße an alle unsere Missetaten zu gedenken. Die Statue bekam sogleich einen gänzlich anderen Ausdruck, Freude und Lebenslust strahlte nun über das Rot der Schärpe hinweg auf das Symbol der Gerechtigkeit, der Waagschale.
Noch lange saßen Lisy und ich auf der Bank davor, teilten uns das Honigbier, welches durch einen wahren Zufall, ich schwöre inbrünstig,vollkommen ausserhalb unseres Wissens in die Taschen unserer Reisebekleidung gelangt war.
Morgen wird uns unser Weg zu den anderen sechs Schreinen führen, nur finden müsste man jene.. wo auch immer sie sein mögen.
Zuletzt geändert von Jane Sylva am Freitag 21. September 2012, 14:54, insgesamt 3-mal geändert.
Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

Er stank so bestialisch,dass man sich nicht gewundert hätte,wenn die Möwen Cabezas besinnungslos vom Himmel gefallen wären.Ich hielt es kaum aus neben dem Alten zu sitzen. Ein Bad musste her,dann, wenn ihm der Dreck vom Leibe gewaschen wurde,würde er entspannter, ja vielleicht umgänglicher werden und mein Plan, der auch ihn mit einschloß umsetzbar.
Somit ging es in Richtung des Krähenenestes, die alten maroden Stufen hinauf,ihn hie und da warnend sich nicht die Beine zu brechen, erklommen wir das obere Stockwerk und steuerten direkt die Badekammer an. "Zieh dich aus," sagte ich kurzerhand zu Bartos,während ich schon in die Küche stiefelte um den großen gußeisernen Kessel auf's Feuer zu schieben.
Der Alte war tagelang unterwegs gewesen,irgendeiner Teufelei folgend war die Leibespflege anscheinend das Letzte gewesen,dem er einen Gedanken zugewandt hatte.
Schon bald schleppte ich den Kessel an Bartos vorbei, durch Lisy's Zimmer hin zur Badekammer und goss das dampfende Wasser in den Zuber.Schon lange war es her, seid ich einen Badegast willkommen geheissen hatte.Früher im Hafenviertel hatte ich sogar einige der Edlen empfangen und ihnen anhand meiner gestohlenen,wunderbaren Mixturen aus dem fernen Menek'ur Heilung, Linderung und sogar Sinnesfreuden bereitet.Ein gewisser Ehrgeiz hatte mich gepackt,ich würde Bartos ein Bad angedeihen lassen,an welches er sich noch lange in Freude erinnern würde. Ich schätzte den alten Seemann, selbstbewusst und erfahren wie er war war er oftmals den jüngeren weit voraus und somit eine wahre Bereicherung unserer Gemeinschaft.Nackt wie der Klabauter ihn geschaffen hatte,wanderte er ungeniert an mir vorbei um sich in dem heissen Bad niederzulassen.Eine Welle der Übelkeit überkam mich als die warme Luft noch zusätzlich von dem Gestank seines Körpers erfüllt wurde,und meine Hand streckte sich zum kleinen Regal oberhalb des Zubers nach der wohlduftenden Seifenlösung,eine gar zauberhafte Rezeptur die dem Wasser eine seidenweiche Beschaffenheit verlieh und zudem Seifenblasen aufsteigen ließ.Bartos,ein solches Bades nicht gewohnt,fischte wie ein kleines Kind nach den bunten Blasen, sich gänzlich dem Moment der Entspannung hingebend während ich seinen Rücken mit einem Schwamm bearbeitete.Wäre er nun in der Lage meinem Plan zum Wiederauffinden des 'Fliegenden Teppichs' folgen zu können? Prüfend ging mein Blick noch einmal über ihn,doch da lagen die Lippen schon wieder recht verkniffen aufeinander, die Augenbrauen streng zusammengezogen was mir sagte, dass es noch zu früh sei, die Entspannung noch nicht vollkommen.Abermals langte ich zum Regal,nach einem Fläschchen,gefüllt mit grünlicher Flüssigkeit und tröpfelte ein jenes vorsichtig und recht sparsam in den Zuber. Der Alte brummte wohlig,sein muskulöser Leib schien der gewünschten Entspannung nachzugeben und ich begab mich schon zum Nebenraum als mein Blick im Vorbeigehen nochmals zum Regal ging um dort das doch soeben verabreichte Entspannungsmixtürchen stehen zu sehen... beim Klabauter.. aber welches stand denn da neben dem Zuber zum Henker? Binnen weniger Momente gefror mein Blut,oh nein... wie hatte das geschehen können... hatte ich Bartos anstelle des beruhigenden Mittels das Gegenteilige, das wirksamste Aphrodisiakum welches ich je kennenlernen durfte,ins Badewasser gegeben. Mein Blick schoß beinahe schon panisch zu dem Alten,der allerdings schon mit weit aufgerissenen Augen zu seinen Lenden starrte.Sein mächtiges Tönen ließ nicht lange warten und er schrie aus dem Badezuber heraus" Verdammt du Hexe, was hast du ins Wasser gemischt???"Ich hörte mich nur noch sagen: " Oh mist Bartos, tut mir ehrlich leid... ich muss die blöden Fläschchen vertauscht haben, dies wird nun so an die 10 Wochen anhalten bis es gänzlich abklingt,fürchte ich!!!" Und wie er mich ungläubig anstarrte und nur noch lauthals nach einem Gegenmittel verlangte,begab ich mich schon eiligst aus der Badekammer,ihm noch zurufend, dass es leider keines gäbe, worauf ich ein gewaltiges Getöse vernahm und das Platschen von Wasser und das Getappse nackter Füsse. Ich wollte Reissaus nehmen, nur weg,mittlerweile sicher, dass ich mit einem Seemann in 'ärgster Not' wie ich es mal betiteln möchte, nicht unbedingt alleine bleiben wollte. Bartos kam mir hinterherschwankt, ein animalisches Grunzen erfüllte seine Kehle, die Hände auf den Unterleib gepresst, anscheinend leidend und sank in Lisy's Zimmer auf dem Teppich und den darauf plaziereten Kissen nieder. Just in dem Moment klopfte es zu allem Glück, meine Rettung!!!... schoß es mir durch den Kopf und eiligst öffnete ich,unseren Schmied Aki erblickend der eine Lieferung aushändigen wollte. Sein Blick fiel ungäubig zu Bartos, wie sich dieser seine geschwollenen Lenden haltend auf meinem Teppich wälzte." Es ist nicht das wonach es aussieht Aki!"stammelte ich, den Blick von einem zum anderen werfend... doch Aki warf mir einen eindeutigen Blick zu, ließ sich für das Gelieferte bezahlen und murmelte nur augenverdrehend ein : Ja, iss klar !" und machte sich so rasch er nur konnte aus dem Staub und zurück blieb ich mit BARTOS. Meine Gedanken schwirrten,sollte ich türmen? Doch verliess mich mein Verstand und mein PLAN trat in den Vordergrund und ich hörte, wie ich dumme Kuh, Bartos von meinem ausgefeilschten Plan den legendären fliegenden Teppich zu finden, zu erzählte begann. Ich war zu Lisy's Schreibtisch gewandert, und hob das ein und andere Dokument hoch, mich hier an Jaron's Platz, dem Flottenamt, in einer trügerischen Sicherheit wiegend.Aus den Augenwinkeln bemerkte ich wie sich Bartos aufrichtete und als ich ihn genauer in Betracht nahm grauste mir, denn es bot sich mir ein schauerlicher Anblick... ein halbnackter Hüne von Kerl, mit lüsternem Blick, schlimmer als ich es je an nem Seemann bei Minfays gesehen hatte. "Bartos, Alter... ich habs, ich bring dich zu Minfays, zahl die ganze Woche... aye??!!" Doch meine Worte schienen ihn nicht mehr zu erreichen, geifernd und bebend starrte er mich mit milchigglasigen Augen an, während seine Finger bereits mein Gesicht zu berühren versuchten. Scheisse, dachte ich nur noch und als ich meinen Ausweg an der großen Palme entlang nahe des Schreibtisches versperrt sah, trat mir der Angstschweiss auf die Stirn. Schon spürte ich seine Pranke wie sie sich beinahe lüstern zärtlich in mein Haar senkte und mich an sich zu ziehen drohte,als ich über den Schreibtisch hinweg floh,dabei Lisy's Papiere und Seekarten von der Oberfläche fegend. Bartos brüllte wie er sein Opfer entkommen sah, ich floh zur Türe und die Treppen hinab und rannte auf die Strasse, keuchend und nach Luft ringend."Gib mir deine verdammte Pistole!!!!"schrie er mir hinterher,pure Not drang aus seiner Kehle. Ein kurzer Moment unheimlicher Stille,dann ein schmerzerfüllter Schrei der in den Gassen Cabeza's widerhallte... oh nein, was hatte er sich angetan..... Mist verdammter... Ich rannte hinauf,meine eigene Angst abschüttelnd und fand ein Bild des Schreckens vor wie ich die Türe aufstieß. Bartos lag über dem Schreibtisch, seine Hand von einem Messer an den Tisch genagelt, Blut floss über Lisy's Seekarten und Papiere, rann in Bartos langes,graumeliertes, zu vielen Zöpfen geflochtenes Haar, dort eine kleine Pfütze bildend und langsam zu Boden tropfend, auf mein wertvollstes Hab und Gut, meinen Teppich!!!!
Rasch riss ich ein Laken in Streifen,es fahrig auf das Blut legend, unfähig einen klaren Gedanken zu fassen,Bartos leisem Wimmern, Grunzen und Stöhnen lauschend als sich ein Schlüssel im Türschloss umzudrehen suchte, die Tür knarrend aufging und mein Eheman Jaron im Türrahmen stand,im Begriff sich einen Löffel Suppe einzuverleiben.Ungläubig glitt sein Blick über Bartos, dessen Hand ,das Blut, die vernichteten Schiffspapiere und schliesslich zu mir mit den Worten... "Träum ik oder was?" Ich dagegen bemüht Haltung zu bewahren berichtete fahrig von dem Badezuber und meinen ach so wunderbaren Mixturen und deren Verwechslung. Ein erneuter Schmerzschrei, Bartos hatte sich sein Messer aus der Hand gezogen, vor Wut schäumend .. scheiße.. das war's wohl mit meinem Plan....


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Zuletzt geändert von Jane Sylva am Freitag 21. September 2012, 16:51, insgesamt 1-mal geändert.
Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

Im Flottenamt sitzend blätterte ich, auf Jaron wartend, in seinem Tagebuch herum...

"Ich war gespannt, wie meine Frau darauf reagieren würde. Jacky war ein sehr freiheitsliebendes, eigenwilliges Frauenzimmer, eine Eigenschaft, für die ich sie liebte. Ganz unproblematisch war das natürlich nicht für mich, denn schon zu Zeiten, als ich „nur“ 1. Offizier und Stellvertretender Gouverneur war, hatte es mir schon manchmal Kopfschmerzen bereitet, wenn Jacky etwas – nennen wir es „vom Kurs abkam“. Andererseits war sie von tiefster, echter Freude erfüllt, als ich zum 1. Offizier befördert worden war. So würde es jetzt gewiss auch sein, ebenso wie ich mir sicher war, dass sie erneut fragen würde, ob sie sich nun ändern müsse. Ala „Frau Gouverneur hat sich zu benehmen“ und derlei Landratten-Scheiße. Hand auf’s Herz.. je weniger Mist sie baute und je mehr sie sich an die Regeln hier auf La Cabeza hielt, desto besser. "

Mir stellten sich die Haare auf, was ich.. vom Kurs abkommen??? Ein tiefer Schuck aus der Flasche mit dem bernsteinfarbigen Gesöff verhalf mir zu erneutem Luftholen, die Worte meines ach so geliebten Gatten noch einmal überfliegend.
Tief einatmend liess ich meinen Blick aus dem Fenster hinüber zum Kanal und dem angrenzenden Markt wandern. Jaron war nun Gouverneur,hätte ich mir nie träumen lassen,nie würde ich die Zeit im ehemaligen Hafenviertel vergessen wie wir beide dort mit dem andern Pack und den Schurken gemeinsame Sachen machten,ein freies Volk,keiner der Rahaler traute sich damals das Viertel zu betreten,und wenn,dann niemals allein,sondern bis an die Zähne bewaffnet.Damals hatten wir das Sagen,die Schurken und Piraten.Davon war nicht mehr viel übriggeblieben, stiefelleckende Alatartreue sassen nun in der alten Taverne,dort wo wir früher Ränke gegen die Reiche schmiedeten, wurden heute Gebete des Panthers verlangt.Pah !! Vieles hatte sich geändert als Kim der selbsternannte Schurkenkönig von der Erdoberfläche verschwand und mit ihm die "Vogelfreien" und "Elstern" . Jaron und ich siedelten nach Cabeza über, die Insel der Freiheit, so nannten wir sie, keinem Reich ergeben, niemandem Untertan. Cabeza war der Zufluchtsort der Piraten,der Bruderschaft und vereinzelter Handwerker die sich unter uns gemischt hatten um die Wonnen der Steuerfreiheit ausnutzend,dem Winter des Festlandes den Rücken zukehrten. Und doch nagte da etwas an meiner Insel... mehr und mehr verschworen sich einige der Kameraden mit Rahal, einige brachten sogar die Frechheit auf lauthalt im "Namen des Einen" auf der Insel zu grüßen... mir kam die Galle hoch. Wir würden eine Versammlung einberufen müssen,die Einheit der Piraten musste wieder hergestellt werden, wem's nicht passte konnte gehen.
Ich schritt an den alten Sekretair heran und zog ein altes vergilbtes Pergament aus der Schublade. Ich sah noch Vallas, Gracia und Jaron darüber gebeugt, sich lachend auf die Schultern klopfend den Eid der Insel verfassend... lange wars her.. wir sollten ihn wieder erneuern!

Cabezianischer Eid
Wir sind Kinder der See, Streiter der Vergessenen und Verteidiger der Freiheit. Wir haben unser Blut und unseren Schweiß gegeben, damit die Männer und Frauen der Insel La Cabeza sich nie mehr den Zwängen der Regierung beider Reiche beugen müssen!
Wir rauben Gold und Leben der Gesellschaft der Ungerechtigkeit, überziehen Festland und See mit Angst und Furcht. Aye, wir sind Krieger der See und beschützen jene, die keine Furcht kennen!

Man nennt uns Piraten, Geißel der See und Peiniger der Seefahrt. Wir stehlen und plündern, Gerechtigkeit und Gesetz des Festlands sind uns fremd. Wir sind die Ausgestoßenen, die Vergessenen einer erkrankten Welt von Heuchlern und Gottesfürchtigen.

Für ein Stück Freiheit, etwas Gold und eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

Wir sind Piraten!

Wir sind frei!



[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Kapitnskajte1.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Jane Sylva am Montag 14. Januar 2013, 21:51, insgesamt 2-mal geändert.
Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

Ich werde mich etwas zurückhalten müssen, der Rum scheint mir den Kopf zu verdrehen... habe ich doch tatsächlich einen Kameraden für nen Adoraner gehalten,ihm den Lauf meiner Pistole in den Nacken gedrückt und ihn in unseren Kerker hinab begleitet...Jose kam hinzu, bereit ihn zu zerstückeln wenn er denn nicht alsbald seinen Namen ausspucken würde... mir wurde übel wenn ich nur daran dachte den Kerl hier ohne Gliedmassen liegen zu sehen, hatte er sich doch bereits mit dem an der Wand hängenden Skelett angefreundet, unseren Kerker sichtlich als Spass empfindend... zu meiner Schande muss ich zugeben, dass er sich im Verlauf der weiteren Inspizierung keineswegs mehr als der Adoraner, sondern als ein gewiefter, mit allem Wassern gewaschener Seemann entpuppte, jemand mit dem ich sogar ein oder auch mehrere Flaschen Rums teilen wollte... ich nahm ihn mit und wir, beziehungsweise Er, ruderte rüber zur Schamanenklippe, dort zwischen Tarotkarten und zig Flaschen Rum wurde deutlich, dass er zum Pack gehörte... ist vielleicht nicht das Schlechteste die Piratenkarriere in unserem fauligen Kerker zu beginnen... er nannte sich Cristo,die Krähe... weil er angeblich so gut gucken könne... und es begab sich, dass die Krähe und ich uns schworen, uns aus jedem Kerker Gerimors zu befreien... immerdar....
Zwei Tage brauchte ich, um mich von diesem Besäufnis zu erholen...
Rum... ich hatte doch irgendwo noch eine Flasche gebunkert... ?

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/JacksonLaCabeza3.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Jane Sylva am Donnerstag 24. Januar 2013, 17:47, insgesamt 3-mal geändert.
Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

An Nichts denkend, liess ich meinen Blick auf dem Wasser ruhen, lediglich den kleinen Wellen und Lichtreflexen Aufmerksamkeit widmend...nichts sprach dagegen, dass dieser Tag ein Gemächlicher werden könnte, einer an dem man sich dem Hochgenuss des guten Rums aus Zuckerrohr, statt aus Melasse, gänzlich hingeben könnte,faulenzend, träumend.... doch weit gefehlt.. wie ein Sommergewitter aus dem Nichts brach Jaron meinen Frieden und liess mich die harten Planken der Realität spüren...
Das Gewitter offenbarte mir,dass er weder Landratte, noch ein Idiot sei, dass er sehr wohl "gewisse " Blicke zwischen mir und "anderen Kerlen" bemerkt habe und liess mich sein Misstrauen spüren, ja ging sogar so weit sich dicht an mich zu beugen, die Augen verengt,ölige Bosheit und Zorn blitzte auf und liess die Bombe in einem leisen, gefährlich-drohenden Flüstern platzen, dass dem alten Perera alle Ehre machen würde :"Ick will damit sachen, dat et mir manchmal schwer fällt, dir zu trouen. Für mick zählen Eide un'Schwüre, Jacky. Vor Perera un'vor jedem anderen."
Diese Botschaft traf mich tief, als würde der Blitz tief in mich fahren und einmal längs durch mich hindurch fegen.
Unfähig ein weiteres Wort zu sagen,sass ich da am Kai,meine Hände suchten halt an den Pflastersteinen, der alten Angelrute, und ohne zu Denken zogen meine Finger den Ehering ab und legten ihn in Jaron's Hand.
"Gib ihn mir wieder wenn du mir wieder vertraust.So will ich ihn nicht mehr."
Und Jaron blickte auf den Ring, den er in die Handfläche der Rechten genommen hatte und umschloss ihn fest, dass die Knöchel hervortraten.
Sein Blick so unnahbar, wie es ihm möglich war. Nur die Augen straften all das klar Lüge und er steckte den im Tuch eingschlagenen Ring in die Innentasche der Uniformjacke.
" Ick nehme dick beim Wort.Ohne Treue sind wir nicht mehr als die, de mer unsre Feinde nennen."
Und mit diesen Worten und einem kurzen " Ick penn'ann besser an Bord. Oußer, duo siehst et anders," entfernte er sich in Richtung der Torro, seiner hölzernen Dame, wie er sie liebevoll nannte.
In diesem Moment haderte ich an allem, meinem Dasein, meiner Ehe, meinem Muttersein... alles schien verloren, besudelt, mir entrissen.
Zwischen Wehmut und purem Zorn wurden meine Gedanken hin und her geworfen,wie konnte er es nur wagen mir Vorhaltungen zu machen, mir, die er Wochenläufe lang allein liess, wohl wissend, dass ich darunter litt.Stets stand Perera's Wort über unserem persönlichen Wohl,rief der Käpt'n nach der Seele Jaron's,blieb ich allein zurück.
Und in einem solchem Loch der Einsamkeit schickte mir der Klabauternmann persönlich eine seiner glitschigsten Herausforderungen,diese alte Mistsack,lies mich wählen zwischen Jaron oder dem so lange schmerzlich vermissten Gefühl einer Verliebheit.Ich liess mich treiben, weiter und weiter, nur dem schimmernden Gefühl meines Herzens folgend, nicht wissend an welches Ufer ich angeschwemmt werden würde, geschweige denn, ob ich es überleben würde.

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Cabeza2newHafen.jpg[/img]

So vergingen Tage, ich angelte,soff, doch keinerlei Klarheit wollte sich mir offenbaren. Da ergab es sich, dass es dem Klabauter abermals zu Scherzen beliebte und er liess mir Hayden über den Weg laufen.
Sie hatte ein ganz anderes Problem, nämlich das ihres ältlichen klapprigen Mitbewohners Bartos.Wie es bei älteren Kerlen vorkommen soll, überkam diese wohl gegen Ende ihrer Lebenszeit ein ungewöhnlicher Drang zur unsinnigen Fortpflanzung.Hayden berichtete mir davon seufzend und zwischen einigen Flaschen Rum wettete sie 10000 blitzeblanke Dublonen, dass sich Bartos jenes bei ihr nie trauen würde.
Prompt schlug ich ein und die Wette galt!!!
Wir trafen Vorbereitungen... unter anderem wollte sich Hayden auch von meiner Wahrsagekunst mittels Fischgedärm überzeugen... lang war's her, dem letzten dem ich geweissagt hatte war Alessio und dem war's danach bekanntlich nicht so gut gegangen... Moral der Geschicht... vergesse deinen Weissager nicht!!
Wir hockten uns direkt am Hafen auf eine der salzverkrusteten Bänke, und binnen kurzer Momente tauchte ich Hayden's Hand hinein in die unsäglich stinkenden Fischdarmschlingen, wobei ich immer wieder beteuern möchte, dass mir Blumen, Kuchen oder sonstiges Material zur Weissagung ebenso lieb gewesen wäre wie dieser Mist mit dem Fisch, und schon versank ich in den Geist des geopferten Fisches, in diesem Falle eines alten, ranzigen Zanders.

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Zander.jpg[/img]

Kurzum, der qualvollen Tortur der weissagenden Extase entkommend, berichtete ich ihr von der drohenden Gefahr !! " Es steht was ins Haus , Hayden!! Auf ihre Frage hin was denn der Fisch gesagte hätte und WAS da ins Haus stünde, konnte ich ihr keine Auskunft erteilen, lediglich, dass wir es nicht missachten sollten... und schon gings an die Umsetzung:

* jeden Tag müsse sie etwas in kleinmädchen-rosa anziehen
* danach müsse man in einen Teich pinkeln
* dann darin das rosane Gewandt durchspülen und es tragen bis nächsten Tage an dem man dann endlich ein neues Rosanes anziehen
dürfe

* müsse jeden Tag eine neue Frau bestehlen das Diebesgut müsse mit ins Bett genommen werden, und den Traum musste sie ihrem Mitbewohner berichten
* dieser Vorgang müsse ganze SIEBEN mal angewandt werden, sieben Tage lang

Denn nur so, würde man sicher sein, dass auch das Richtige ins Haus stehen würde.

Hayden war wütend, nicht nur, dass sie mir ihre hübschen Fussringe hatte schenken müssen, als Belohnung für eine solch grässliche Weissagung, nein... sie hasste es,mit einem potthässlichen kleinmädchenrosanen Mantel , den wir unter Flehen und Betteln der Schneidermeisterin Verdania abgeluchst hatten, umherlaufen zu müssen, ganz besonders als dieser nass vom mit Pinkel durchsetzten Teichwasser an ihr herabtropfte und schliesslich auf Cabeza unangenehme Gerüche verbreitete.

Ich weiss nicht, wie diese Episode weiterging, zuletzt schlug sie dieses bepinkelte, triefende Kleidungsstück unter schallenden Flüchen, und darin war sie wahrlich eine Meisterin, in Bartos' Gesicht...
Ich für meinen Teil kann nur hoffen,dass sie es wieder anzieht und den Regeln des Geisterzanders folgt.. denn .. wer weiss, was dann sonst noch ins Haus steht!!!!

Ich dagegen hatte ganz andere Sorgen.....
Zuletzt geändert von Jane Sylva am Samstag 23. März 2013, 20:55, insgesamt 2-mal geändert.
Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

Das feuchtheisse Klima setzte meiner Wunde zu,des nachts drehte ich mich aus den Fellen, schleppte mich auf den Balkon, den Mond anstarrend und auf eine kühle Briese hoffend.Der Schmerz wollte nicht nachlassen, trotz Rum und Phiolen voller Heiltränke brannte und pochte die circa zwanzig fingerbreit lange Schnittwunde auf Höhe meiner rechten Hüfte.Jaron hatte sie mit Rum getränkt und um dem Blutfluss ein Ende zu setzen mit Pulver ausgebrannt.Ich hasste es,dass er es trotz eines lange zurückliegenden Versprechens abermals getan hatte,mir leise meinen stillen Dank eingestehend, war er doch derjenige gewesen, der sich meiner trotz unserer Schwierigkeiten weiterhin annahm,mich umsorgte und nicht im Hafenbecken versenkte.
Eine unschöne und überaus schmerzhafte Prozedur wenn sich einem das schwarze Pulver Dolgan's ins rohe Fleisch frisst,ich hörte meinen Schrei nur noch aus weiter Entfernung, dem Gräuel entfliehen wollend, nahm mein Geist Reißaus... Jaron nähte den klaffenden Schnitt mit der groben Segeltuchnadel, immer wieder durch die Haut bohrend, den Faden verknotend, immer weiter bis es vollendet war. Ich bewunderte seine Fähigkeit in mir nichts weiter als ein Stück beschädigtes Segeltuch zu sehen, sich gänzlich seiner Aufgabe widmend, sein Ziel im Auge...
Leise flüsterte er mir ins Ohr, meinen Oberarm tätschelnd:"Wenns dick tröstet: Sieben voun zehn Matrosen kriechen keenen Wundbrand nach so'ner Behandlung.Besserer Schnitt, als bei all dem andern Scheiß mit glühenden Eisen... oder mit Wein auswaschen. Ick hab' de Faxen dicke un'duo wirst mir hier heute nich krepiern'!"

Doch jede Narbe hat die Eigenschaft mit der Zeit zu einem zu gehören,von ihrer Geburtsstunde zu berichten,auch wenn sie in noch so jungen Jahren erworben wurde. Diese klaffende "Schönheit" hier, wird mich Zeit meines Lebens an meinen Stolz erinnern, daran dass sich niemand, selbst wenn's der Oberfuchtler des Ahad's ist, erlauben durfte, mich auf unserer Insel zu ignorieren.

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/maf650.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Jane Sylva am Dienstag 5. Februar 2013, 19:40, insgesamt 1-mal geändert.
Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

Jegliche Art des Kampfes musste vorerst ruhen und so durchstreifte ich die Hafenstädte auf der Suche nach Zerstreuung, mal hier und dort einen der alten Kumpanen treffend und Neuigkeiten austauschend.Einem quatschte ich ne zerfledderte Karte ab, tauschte sie gegen einige Unzen bestem Wildkraut und zog ohne Umschweife los, immer den Hinweisen folgend - eindeutig sprach die Karte von Lameriast.So mühsam Schatzsuchen auch sein mögen, soviel Hoffnung tragen sie auch in sich,bewegen unseren Geist bis in unerreichbare Höhen. Ich für meinen Teil froh,der tristen Langeweile zu entfliehen,zählte die Schritte 30 nach Osten, 5 nach Süden, dann wiederum 20 nach Osten bis ich mich von Dunkelheit umgeben wiederfand. Einige wenige Fackeln beleuchteten die dunklen Felswände, verdammt , die Karte führte mich in die Mine... ich zählte weiter, mir nun eine Fackel aus einer der Halterungen greifend und meine Karte beleuchtend... 1-2-3 Schritte nach Osten, 1-2-3-4-5 nach Norden um dann weitere 2 Schritte nach Osten und somit zur ersehnten Markierung zu gelangen. Ein nahezu unverschämtes Picken hallte durch die Höhle, beim Klabauter, ich traute meinen Augen nicht... da pickte doch ein schlacksiger Junge, gerade einmal in der Lage die Picke zu halten, auf meiner Markierung umher !! "Heedaaa!!" Fauchte ich ihn an... "was tust du hier ?" Der Junge, kaum älter als 16, starrte mich an, ängstlich losstotternd :" ähm.. entschuldigt.. ich, ich wollte hier nur etwas Erz.. erz hacken.."

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Philip2.jpg[/img]


Die Erde war bereits aufgewühlt, Erzklumpen vermischt mit dunkler harter Erde und Gestein schimmerten in der dunklen Ecke. Verdammt, ich war nicht den weiten Weg vom Festland hierher gekommen um mit leeren Händen abzuziehen. "Rück meine Kiste raus,oder du lernst Emma kennen!"zischte ich ihn an, mit Emma meine Steinschloßpistole meinend mit der ich bereits wild umherfuchtelte. Ich gedachte nicht ihn zu erschiessen, so weit gings mit meinem Wahn nicht, doch ein bisschen Angst verbreiten kam einem Moment wie diesem nur zugute.
Sich zitternd an die Höhlenwand drängend versuchte er mir zunächst weiszumachen er habe keine Kiste gesehen, geschweige denn gehoben, doch mit der Zeit gestand er endlich ein,dass sein Kumpan mit der Kiste unter'm Arm in Richtung Festland abgehaunen sei.. ihn zurücklassend.
Man kann sich meinen Zorn vorstellen,meinen Schatz an jugendliche Schürfer verloren zu haben liess meine Seelenruhe aus der Balance geraten. Kurzum nahm ich das Kerlchen mit nach La Cabeza, war er nicht der Erste den wir in den letzten Wochen entführt hatten und wird auch nicht der Letzte gewesen sein.Er würde mir meinen Schatz zurückzahlen, Dublone um Dublone... Edelstein um Edelstein, Klunker um Klunker ... "Was meinst du, wieviel Treppe putzen einbringt",zischte ich ihn wütend an, "wie oft müsste man sie putzen um mir den Wert MEINES Schatzes zu erstatten, 'eh?"
Der Junge stammelte:"Aber.. aber.. warum.. ich habe doch garkeinen Schatz...!"
" Ebendrum", erwiderte ich, bereits am Ende meiner Geduld,mit Emma fuchtelnd," dein Kumpan hat sich damit aus'm Staub gemacht,Pech für dich! Hol's dir von ihm wieder wenn du mich bezahlt hast!"
Merklich eingeschüchtert, die Furcht liess wieder seine Stimmlage und Miene überrumpelnd, sah er mich an, um nur rasch den Blick zu senken und sich von mir durch die schmalen, dreckigen Gassen Cabeza's führen zu lassen. Schliesslich im Krähennest angekommen,bekotzte er sich und meinen Balkon nach ner viertel Flasche Rum , sodass ich ihn noch in den Badezuber stecken musste, Scheisse, was hatte ich mir nur aufgesackt...
Er stammelte etwa von einem Meister aus Berchgard, dass der ihn sicher vermissen würde, doch trieb ich ihm die Flausen aus, würde er beim noch so kleinsten Fluchtversuch erwischt werden, fände er sich im Hafenbecken wieder, und zwar mit dem Bauch nach oben.
Das schien zu wirken, er kuschte und legte sich zur Ruhe, zusammen gekauert auf Esteban's Bettstatt fiel er schon bald in einen tiefen Schlaf und langsam aber sicher fiel das schlechte Gewissen über mich her. Was nur geschah mit mir, war ich schon so weit gesunken dass ich Jugendliche entführen musste, ihm Angst machen musste indem ich ihm Bartos als den cabezianischen Sklavenhändler vorstellen musste?Ich griff zum Rum, doch wollte mir dieser heute Nacht nicht so recht schmecken... Morgen würde ich Philip,so hatte er sich mir vorgestellt, La Cabeza zeigen,er wird die Wärme und paradiesische Flora und Faune der Insel geniessen, wird mir vielleicht sogar dankbar sein, seinem üblen Schmiedemeister entflohen zu sein... er wird sich schon eingewöhnen, belog ich mich und mein schlechtes Gewissen... Morgen, aye... er würde uns allen hier zur Hand gehen können -solange bis er mir seine Schuld abgetragen hatte- aye, es würde etwas dauern.. vielleicht einige Mondläufe.., vielleicht mehr, je nachdem wieviele Treppen er putzen würde..... und so fiel ich ebenso in den Schlaf, mich beruhigend.... Morgen würde ich ihm alles zeigen... denn nun gehörte er zum Krähennest.
Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

Schweissgebadet erwachte ich gegen Morgengrauen, Mosquitos wurden am besten durch Wildkraut vertrieben, das wusste jeder, doch seit der Drachenhalluzination,alle sagten zumindest das es eine solche war, hielt ich mich fern davon...trotz allem nun dieser Traum der einem Wildkraut entstiegen sein könnte...Ich sah Philip in meinem Traum, jaaa Philip,der in den letzten Wochenläufen zu meinem Schatten geworden war..
Da stand er, das verschollene Rezept des dahingeschiedenen Rumbrenners von la Cabeza in der Hand haltend und mir zuwinkend...
Wieso zeigt sich mir das??
Verwirrt einen klaren Gedanken fassen wollend, begab ich mich auf den Balkon,in die Stille der Morgenstunde horchend, als fände ich dort die Antwort... aus dem nahen Urwald erklangen bereits die ersten Vogelrufe,kein Mensch war zu hören, die Gassen und Häuser Cabeza's lagen noch im Schlummer nach durchzechter Nacht.
Schon seit vielen Mondläufen waren Jaron,Gracia, Vallas und ich hinter dem alten Rezept her, waren etlichen falschen Spuren gefolgt die uns der alte Mistkerl von Rumbrenner zugeworfen hatte... er, der nie einen Lehrling akzeptiert hatte, mit niemandem zufrieden gewesen war, stets der Meinung, dass bislang keiner des wahren Rezeptes würdig war und er es zur Not mit ins Grab nehmen würde....
Und nun, aus gerechnet Philip erschien mir im Traum! Jeder weiss, dass Träume direkt aus dem Jenseits zu uns kommen, mit uns in Kontakt treten um uns Wege zu weisen... hiess es nicht, dass die geistig Armen ein besonderes Geschick haben, oftmals sogar ein besonderes Schicksal??
Und geistig arm war unser Philip !!! Oh jaa, das war er.. nicht dumm, nein, aber jede Menge Einfalt schlief in seinen Adern...
Es gab keinen Zweifel, der alte Rumbrenner hatte mir eine Botschaft gesandt!!! Direkt in meinen rumgeschwängerten Traum hinein.

An Schlaf war nun nicht mehr zu denken.Ich weckte den Jungen und es ging zur Rumbrennerei wo wir den lieben langen Tag sassen, Rum tranken und uns den Kopf rauchig dachten.. Philip hatte eine besondere Leidenschaft für das bernsteinfarbige Getränk entwickelt und je mehr ich ihm davon erzählte,wie der Alte ein fürwahr wunderbaren Rum aus gutem Zuckerrohr anstatt fuseliger Melasse brannte, leuchteten seinen Wangen in den sonst so blassen, mit Sommersprossen übersätem Gesicht lichterloh.
Wir kamen zu dem Schluss,dass der Alte sein Rezept mit ins kalte Grab genommen hat, es schein alles sonnenklar plötzlich, wir würden ihn nur ausbuddeln, das Rezept nehmen und Philip zum auserwählten neuen Rumbrenner Cabeza's ernennen. Anders war der Traum nicht zu deuten..
Weshalb uns die einfachste aller Lösungen mondelang verborgen geblieben war, war schon seltsam... doch ergab sich nun auch ein Sinn darin....

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/rum_barrel.gif[/img]

Wir würden es finden... und wie wir in Amrosio's Laterne saßen und unseren Plan mitteilten gab man uns letzte wohlgemeinte Ratschläge...
Man müsse sich schützen..klar.. wer weiss das nicht... man gräbt keine Leichen aus ohne deren Fluch fürchten zu müssen...
Es musste eine schwarze Katze her, so mahnte Sebastiano, der erste Kanonier der Torro.. davon hatte ich auch gehört, auch davon, dass man jener eine Laterne an den Schwanz binden müsse und dann mit ihr das Grab linksherum, oder wars rechtsrum... verdammt... glaube doch linksherum umschreiten müsse.
Zudem bräuchte man ein Amulett... das widerum kannte ich vom Lisy, er benutzte gleich mehrere solcher.. und als Beweis ihrer Wirksamkeit stand seine stetige Lebendigkeit...
Ich zog Philip sogleich zu Opi Evelesco.. unserem guten alten Schmied und Freund aus alten Zeiten... er hatte sich auf Cabeza niedergelassen und öffnete uns noch am selben Abend ... gutes Omen!!
Amulett, aye, das könne er fertigen..eines aus Silber... wir sollen in ein paar Tagen wiederkommen..... Yohoo.. der erste Schritt war getan... nun gings daran eine schwarze Katze zu finden... die Ratten denen wir über den Weg liefen waren keine Möglichkeit sagte Philip in einem für ihn so ungewöhnlich überzeugendem Tonfall, Katze müsse sein... und schwarz... nun.. zur Not würde man sie in Hayden's Lederfarbe stecken... doch es war zum Kotzen.. keine einzige Katze war auf Cabeza zu finden... ich schickte Phil vor, ihm Order gebend, dass er klägliches Miauen ausstossen solle... ich stiefelte hinterher, ihm in jede Ecke Cabeza's leuchtend....
Da hörten wir es.... Miaaauuuuuu.... miau.... !!!! Es kam aus Sophie's Haus... Katze!!!!
Wir hämmerten, beziehungsweise ich hämmerte an ihre Türe, Philip ängstlich wie immer hinter mir stehend , doch niemand schien öffnen zu wollen.... so wurde Philip als zukünftiger Rumbrenner Cabeza's abkommandiert vor Sophie's Türe sitzen zubleiben.. solange bis jemand öffnete ... es ging um Cabeza's Ruhm und Seeligkeit.. es ging schliesslich um den besten RUM der Erdenscheibe.... und es ging um eine schwarze Katze und die saß da im Haus!!!!!!!!!!!!!

Ich konnte es kaum abwarten, die Bevölkerung Cabeza's zur Schatzsuche aufzurufen .... dies würde ein Abenteuer werden, dass man noch seinen Enkeln erzählen würde...
Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

Sie hatte immer noch nicht die Taverne eröffnet,wo steckte sie nur?
Der schmutzige Tresen zeugte von einer abermals durchzechten Nacht, umgekippte Gläser, Flaschen, hier und da ein wenig Erbrochenes, ein Kleidungsstück hier, eine verlorene Waffe da...
Ich fragte Ambrosio, doch auch der schüttelte nur den Kopf, er habe sie seit Gestern nicht mehr gesehen.
Ich würde Sebastiano fragen, sicher würde sie bei ihm sein, irgendwo am Strand, so verliebt wie die beiden waren...
Doch etwas liess mich nicht zur Ruhe kommen, etwas war heute Abend anders... ständig musste ich an dieses blöde vollgepinkelte rosa Kleid denken was sie hatte tragen sollen, nachdem der Fischdarm es so geweissagt hatte. "Zieh es an und nicht aus solange die sieben Tage vorbei sind", klang es in meinen Ohren... "Es steht da was ins Haus!"...
Unruhig verliess ich die Taverne, ich würde mich umsehen, nach mal ihr sehn, da war was im Busch... nur was?
Wo steckte die Füchsin?


[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/fuchs_tattoo1.jpg[/img]
Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

Das Leben war wie das Meer, mal still und schimmernd wie ein Spiegel, es schien alle Möglichkeiten anzubieten,man konnte schlichtweg alles an Gedanken und Vorstellungen auf seiner ruhigen, dahinschwappenden Oberfläche ausbreiten... doch dann mit unvorhersehbarer Wut bahnte sich ein Unwetter seinen Weg und fegte Alles in einer Nacht hinfort.
So fühlte ich mich und mein einziger Vertrauter, so unglaublich es sich auch darstellte war der kleine Philip. Philip in seiner Einfältigkeit schien etwas zu folgen das ich nicht verstand, er hielt zu mir, und ich verstand nicht warum, war ich doch nicht gerade das was man seinen Freund nennen konnte.
Wir sprachen, ja wir berieten uns sogar, wenn man das soweit so benennen konnte.. ich sprach und Philip wiederholte Worte, doch schien er sie in einer Abfolge zu benutzen, dass es mir zur Klarheit verhalf..
Hayden hatte Jaron warnen wollen, warnen vor einem Krieg den Zwei der Bruderschaft aus persönlichen Gründen in Bajard anzetteln wollten, ich wusste dass Jaron eine persönliche Fehde nie soweit ausufern lassen würde. Adoran knüpfte jeden Piraten seit Jahren ohne Widerrede sofort auf, warum sollten wir in Bajard sicherer sein.... Pirat sein hiess vogelfrei sein... und wir trugen diesen Stempel mit Freude und purer Absicht.
Philip und ich suchten unermüdlich und zunehmend besorgter Hayden und trafen auf schliesslich auf Nym, einem Mitglied des Fuchsbaus... dieser reichte mir einen Zettel mit Hayden's Schrift...

"Wenn ich nicht wieder komme, haben sie mich getötet.
Passt auf euch und Rasven auf. "

Mir wurde unwohl, unwohler als mir je zuvor gewesen war... ein Bild um ein anderes fügte sich ineinander und wurde zu einem großen Ganzen...
Ilias und Azyr, sie hassten sich, Hayden mittendrin... wer von beiden hatte Interesse an Haydens Tod?

"Wir werfen einen Blick in Azyr's Rattennest, sollte Hayden dort sein, würden wir sie finden... wenn nicht, werden wir diesen Ilias aufsuchen.."

Nym stand Schmiere, Philip stieg durch das Fenster und sollte sich umsehen.. ich betete dass Azyr dies nicht bemerken würde... was trödelte Phil da nur so rum, er verharrte an den alten teuren Sesseln, die Hand über den samtenen Stoff gleiten lassend .. plötzlich hörte ich Schritte... eine vermummte Gestalt , rasch schlüpfte ich ebenfalls durchs Fenster, Philip zum Ducken anweisend ... Nym sprach mit dem Kerl... wir mussten hier raus.. schlichen die Treppe hinauf und kletterten durchs Hinterfenster hinaus... Philip knallte auf das harte Kopfsteinpflaster, ich riss mir meine frisch verheilte Narbe auf... nur weg... rasch.... scheisse Nym!!!

Schon bei Hayden's Haus angelangt stoppten wir den Laufschritt...
rannten zurück und das Einzige was mir einfiel war laut " Feueeeeeeeeeeer " zu rufen... Nym nahm es als Gelegenheit und verpisste sich, den Kerl stehenlassend .... wir flohen in den Fuchsbau.. und an den Tisch kauernd...

"Von Hayden keine Spur... wo verdammt war sie nur... "
Doch da sprach Phil von vereinzelten Blutflecken.... Blut ?

Meine Augen weiteten sich, ich starrte Phil an und betete leise zum Klabauter " nein.... bitte nicht.... bitte....

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Jackiemore.jpg[/img]
Antworten