Etwas neues beginnt....

Geschichten eurer Charaktere
Rohnja Salvador

Beitrag von Rohnja Salvador »

Würfelspiel

Das Leben gleicht dem Würfelspiel,
mal bringt es wenig, manchmal viel
es gilt nur das, was offen liegt
und dieses oftmals nicht genügt.

Siehst du den Einer oben liegen,
dann bringt er Dir doch kein Vergnügen
ist die Zahl jedoch ne Zwei –
kommt schon etwas Schwung herbei.

Mit Drei fängt’s Spiel erst richtig an,
und mit der Vier bist gut Du dran,
der Fünfer oder auch die Sechs –
sind schon von besserem „Gewächs“.

Verwendest Du bei diesem Spiel
der Würfel drei – wirfst mit Gefühl,
gewinnst Du mit geübtem Blick,
und schnell steckst Du im Spielerglück !

So ähnlich ist’s im Leben auch,
genau so wie des Spieles Brauch,
mal hast Du Pech, mal hast du Glück,
was zählt – ist stets der Augenblick.

Triffst Du ne Eins, geht’s Dir nicht gut,
dann fehlt zum Leben Dir der Mut,
doch bei der Sechs, der höchsten Zahl,
bist frei von aller Leidensqual.

Drum würfle gut und mit Bedacht,
bei allem – wäre doch gelacht,
wenn Dich im falschen Augenblick,
für länger Dich verlässt Dein Glück.

J. Spätlese



Was man nicht alles sollte, aber sie war nun eben eine Frau die sehr gerne aus den Launen heraus handelte. So schnell wie sie sich für etwas begeistern konnte, so schnell war jene Begeisterung auch wieder dahin. Sie kannte es nicht anders, sie wurde frei von großartigen Regeln erzogen konnte meist tun und lassen was sie wollte und so lebte sie nun eben schon verdammte Neunzehn Jahre...nicht das sie es bereuen würde, aber ab und an wäre es vielleicht nicht schlecht gewesen wenn man ihr Grenzen früh genug gezeigt hätte. So musste sie nun lernen mit den Konsequenzen ihres eigenen Handelns zu leben und das beste daraus zu machen. So sehr wie Azyr ihr versuchte die Grenzen zu zeigen stieß er bei ihr wohl oft auf Missmut...das lag nicht daran das sie es nicht versuchen wollte sondern eher daran das sie es nicht kannte. Sich unterzuordnen viel ihr nicht immer schwer, es kam lediglich darauf an ob es sich für sie lohnte sich unterzuordnen und da sie ja freiwillig bei ihm war weil sie sich für ihn entschieden hatte, sah sie wohl keinen Grund sich noch großartig zu ändern.... Wenn das nicht der Fall zu sein schien sträubte sich ihr ganzes Ich dagegen und die trotzige Temperamentvolle Rohnja brach aus ihr heraus. Sie ist und würde immer ein Lebe-Mensch bleiben und es würde mehr als schwer werden jenes 'Ich' zu unterdrücken.

Die letzten Tage rissen tiefe Abgründe in ihre Sicht der Welt, Abgründe welche sie noch nicht einzuordnen wusste....so viele Ereignisse mit denen sie noch nichts anzufangen wusste, wo sie einfach noch nicht wusste wie das alles weiterlaufen würde. So sehr wie sie in den Tag hineinlebte hasste sie es umsomehr wenn ihr etwas aus den Händen glitt und sie die Kontrolle verlor. Zur Zeit passierte genau das, man hatte sie einerseits in der Hand, andererseits wollte sie aus dieser Hand aber auch nicht heraus. Sie fühlte sich wohl bei ihm, sie konnte genausoviel Spass haben mit ihm wie sie ihn auch ab und an erwürgen könnte wenn er ihr mal wieder eine Szene machte.
Vertrauen, für sie eine sehr wichtige Sache auch wenn man kaum einem Piraten vertrauen konnte hatte sie wohl ein paar welchen sie bedingungslos Traute. Es waren wenige, aber sie waren da. Aber er, er vertraute ihr einfach kein Einziges Stück, egal was sie sagte oder tat, alles wurde hinterfragt. Jede Handlung wurde so gedreht das es ihr wie ein Schlinge um den Hals gelegt wurde welche sie stetig mehr zu zog und warum das ganze? Natürlich verstand sie was er meinte, natürlich würde sie auch oft nicht anders handeln....oder würde sie doch?

Wenn sie darüber nachdachte wusste sie selbst darauf nicht wirklich eine Antwort. Sie wollte sich nicht in einen Käfig sperren lassen, auch wenn sie ihn nicht loslassen wollte...der Käfig war ihr zu wieder und ihre Freiheit zu kostbar. Er musste also wohl damit Leben das sie nicht immer seinem Leitfaden folgte, nicht immer folgte und ab und an Dinge tun würde welche ihm gerade nicht in den Kram passten. Aber andererseits...wusste sie wohl das sie damit alldem Schaden würde, das sie ihm damit weh tun würde, das wiederum hielt sie wohl oft davon ab zu tun was ihr gerade im Kopf herumschwirrte. Die letzten Tage zogen schlieren durch das Kristallglas und ein Ereignis hinterließ wohl einen krassen Sprung in diesem. Ein Diener...ein Diener des Einen...wusste sie auf was sie sich hier einließ? War sie sich im klaren das dies ihr komplettes Leben verändern würde oder es gar schon hat? Was hieß es eine Frau zu sein von einem Diener Krathors? Was hieß es wenn ihre Seele schon jene gehörte und was bedeutete das selbst der Rabe immer mal wieder mit ihr sprach. Woher wusste er jenes mit Düstersee und wieso ließ sie sich so schnell auf derlei Spielchen ein? Natürlich fühlte sie sich Azyr gegenüber verpflichtet für ihn da zu sein, er war auch für sie da, half ihr...rettete ihr Leben, aber das war nicht der Grund weshalb sie bei ihm blieb.Auch wenn er eine anstrengende Art an ich hatte fühlte sie ich sehr zu ihm hingezogen und auch ihr Herz schlug für ihn. Sie genoss es wenn sie einander in die Augen blickten, sie in seinen Armen lag sein Herzschlag spürte und gar sein Atem über ihre Haut Strich. Aber seine Art ließ sie manchmal zweifeln ob sie denn die richtige für ihn wäre, ob sie ihn nicht mehr verletzte als alles andere...verletzten wollte sie ihn nicht. Ihre Weltauffassungen waren einfach viel zu unterschiedlich und das sorgte oft für Missverständnisse.

Wer andern gar zu wenig traut,
hat Angst an allen Ecken;
wer gar zu viel auf andre baut,
erwacht mit Schrecken.

Er trennt sie nur ein leichter Zaun,
die beiden Sorgengründer;
zu wenig und zu viel Vertraun
sind Nachbarskinder.

Wilhelm Busch


Tristan...ja das hielt er ihr gestern ebenso wieder vor, sie habe bei ihm gestanden oder er in ihrer nähe...wie auch immer, sie hatte Tristan nichteinmal gesehen als sie aus der Kutsche gestiegen ist. Aber eines musste selbst sie sich eingestehen, sie genoß es mit Tristan zu sprechen, ja sie mochte ihn er war eine interessante Person, er war immer ehrlich und direkt auch wenn seine Worte ab und an etwas verwirrend waren oder sie nicht gleich etwas mit seinen Äusßerungen anfangen konnte. Ja, sie musste sich eingestehen das sie gerne mit ihm ihre Zeit verbrachte, sie genoß es mit ihm auf Jagd zu gehen, mit ihm zu reden.... schlimm war nur das Azyr und Tristan sich wohl nicht im geringsten riechen konnten. Tristan nahm sie wie sie ist, eine verrückte mit einem hang zur Theatralik, Azyr versuchte sie einzugliedern, ihr war klar das er dies nicht mit einer bösen Absicht tat. Aber es war wohl nicht einfach ein wildes Tier in einen Käfig zu sperren....

Die Welt ist in zwei Klassen geteilt, in diejenigen,
welche das Unglaubliche glauben, und diejenigen
welche das Unwahrscheinliche tun.

von Oscar Wilde


Svetlana...ihre liebste Amiga...sie tat ihr leid, sie wusste nicht wohin mit ihren Gefühlen. Aber es war ihre Entscheidung, sie musste wissen für welchen sie sich entscheidet und vor allem mit wem sie ihre Zukunft verbringen wollte. Das so etwas einfacher gesagt ist als getan war selbst ihr klar. Aber irgendwann musste sie sich entscheiden oder gar einen so guten Zeitplan entwickeln das sie alles unter einen Hut bringen würde. Ja, das Leben war kein Zuckerschlecken.


Woran dein Herz im Stillen hängt,
lass es nur niemand hören:
Du sprichst es aus und alles drängt,
dein Glück dir zu zerstören.

von Johann Wolfgang von Goethe


Bartos, dieser Dickkopf dieser unerschütterliche Alte Mann...so wie sie ihn liebte so hasste sie ihn auch ab und an und würde ihm wohl am liebsten an die Gurgel springen. Wenn er nur ab und an seine Zunge zügeln würde, aber seine Zunge war wohl sein Kapital. Ein Pirat mit leib und Seele.
Dann war da noch Alessio, der gute Alessio...so schlecht wie manche behaupten war er garnicht, ja er hatte einen gewissen hang hübschen Frauen zu verfallen. Aber es lag wohl eher daran das er sich nicht Entscheiden konnte was er selbst möchte. Mal hier...mal da...aber nie etwas richtiges und das, in ihren Augen, nur aus Angst verletzt zu werden. Irgendwann würde sie ihn sich zur Seite nehmen, ihm zuhören, mit ihm reden...über alles was ihm wohl auf dem Herzen liegen würde. Aber er müsste selbst kommen, sie hatte es ihm angeboten...doch kommen müsste er von alleine. Man kann niemanden zwingen etwas zu erzählen, jeder ist des eigenes Glückes Schmied...Schmied, hrm..



Zwei Dinge sind schädlich für jeden,
der die Stufen des Glücks will ersteigen:
Schweigen, wenn Zeit ist zu reden,
und reden, wenn Zeit ist zu schweigen.

von Friedrich von Bodenstedt
Zuletzt geändert von Rohnja Salvador am Dienstag 15. Januar 2013, 15:55, insgesamt 1-mal geändert.
Rohnja Salvador

Beitrag von Rohnja Salvador »

Manchmal zeigt sich das Leben von einer Seite welche man als ein Hoch sieht, wenn das Hoch dann da ist, reißt es dich sogleich wieder auf den Boden zurück um dir zu zeigen wo die Realität ist. Realität ist das was wir sehen und sehen wollen, was um uns geschieht und was wir denken wahrzunehmen. Realität ist wenn das Leben dich von hinten Fickt. Realität ist aber auch, jemanden zu küssen, zu lieben, zu fühlen, zu schmecken...zu spüren. Das alles kann Realität sein und doch ist es nur eine Art der eigenen Wahrnehmung, etwas das unser Gehirn aus vielen Bruchstücken der Wahrnehmung von den Sinnesorganen zusammenbastelt.


Keine Entwicklung ohne Hilfe, kein Schritt ohne Folgen, kein Verlangen ohne Beschränkung.


Abgetrennt von der Liebe,
hab ich den Schmerz nicht gebraucht
Ein oder zweimal war schon genug
und alles war umsonst
Die Zeit vergeht und eh du dich versiehst,
bist du erfroren.


Ich weiß nicht wie ich ihn kennenlernte, ich weiß nicht wie ich fühlte als ich ihn das Erste mal küsste, aber ich weiß was ich jetzt fühle wenn wir uns berühren. Ich spüre wie mein Herz einen Satz macht, wie sich ein Lächeln auf meine Züge stiehlt und ich spüre wie meine Haut kribbelt als würde sie unter Elektrizität stehen.

Aber mit dir
ist zum allerersten Mal was anders gewesen,
mein Herz ist geschmolzen,
weil es was Echtes gefunden hat
Die anderen schauen nur ratlos
denken, ich dreh’ langsam durch


Es fühlt sich einfach echt an, real und so oft ich auch höre "Pass auf kleines.." ..."bist du sicher das es der richtige Weg ist?"...."Lass dich nicht in einen goldenen Käfig sperren.." lösen sich bei dem Blick in seine Augen alle Bedenken in Luft auf. Bedenken welche ich vielleicht auch habe, sie mir aber nicht eingestehe. Ich weiß das ich oft Abwesend wirke, ich weiß das ich oft meinen eigenen Gedanken hinterher hinke, sie suchend....hoffend Antworten zu finden. Ist es richtig meine Gefühl über meinen Verstand zu setzten? Ist es richtig den anderen kein Gehör schenke?

Aber das schert mich nicht,
Auch wenn sie versucht haben, mich von dir wegzuziehen,
Sie kennen die Wahrheit einfach nicht
Mein Herz ist schon ganz geschwächt,
ich versuch’ immer wieder, die Vene abzudrücken
Du hast mich aufgeschnitten,
und ich blute...
Blute Liebe,
weil du mich aufgeschnitten hast.


Ich spüre selbst wie es mich verändert, wie er mich verändert...doch ist es nicht egal wenn ich weiß das ich jene Veränderungen von dem Gefühl begleiten lassen kann ihn bei mir zu haben? Ihn um mich zu spüren und ihn an meiner Seite zu wissen? Es spricht so vieles gegen diese Verbindung, alleine das was er ist müsste mich eigentlich von ihm treiben. Doch es interessiert mich nicht, es macht mir nichts aus...aus irgendeinem Grund stört es mich in keinsterweise. Aber ist es gut für mich? Wo bringt es mich hin?

Ich streng’ mich an wegzuhören,
aber die anderen reden einfach so laut
Ihre schrillen Töne bohren sich in mein Ohr,
Versuchen, mir Zweifel einzureden
Ich weiß doch, dass sie mich vorm Abstürzen bewahren wollen


"...bist du ein Pakt mit dem Bösen eingegangen Kind? Ich bin nicht dumm man hat nur ein Leben..." die Worte meines Vaters, keine Antwort konnte ich ihm geben. Ich lächelte, drückte mich in seine Arme und sagt "mach dir keine Sorgen Vater, es geht mir gut..!" Ich hatte mich wohl entschieden, entschieden mit ihm zu leben, mit ihm zu sein. Es war meine Zukunft, er ist meine Zukunft. Ich sah die Sorge in den Augen meines Vaters, ich sehe die Sorge welche sich immer wieder in den Augen meiner Freunde wiederspiegelt welche mit der Veränderung welche mein Wesen durchlebt nichts anfangen können.

Aber nichts ist großartiger,
als der Rausch deiner Umarmung
In dieser Welt der Einsamkeit, schau ich in dein Gesicht
und alle um mich rum denken,
dass ich langsam durchdrehe...
Vielleicht ist das so, vielleicht...


Ich weiß das mein altes 'Ich' hinfort ist, es wird nichtmehr wieder kommen ich habe es weggesperrt vor mir selbst. Vielleicht könnte ich mich wenn ich den Willen hätte, daran erinnern, Erinnerungen zurückrufen, aber ich möchte es erst garnicht. Ich möchte nur die Erinnerungen haben die nicht schmerzen, Erinnerungen die ich jetzt habe behalten, Gefühle die ich jetzt habe festhalten. Sie nicht loslassen.... Alleine die Zeilen welche ich gelesen habe reichen aus um das Ausmaß welches sich über mein vorheriges Leben erstreckte für immer aus meinen Gedanken zu streichen. Vielleicht ist es falsch, vielleicht finden manche das es nicht gut ist vergangenes nicht aufzuholen, vielleicht wollen manche lieber noch ein Teil der Erinnerung sein. Aber ich möchte sie nicht, ich möchte sie verbannt wissen, verbannt aus meinen Gefühlen und meinen Gedanken. Ich möchte Leben, leben für den Moment, für die Ewigkeit...nur mit ihm und das alleine ist meine Entscheidung.

Es fließt nur so aus mir raus,
dass die anderen es kaum glauben können,
aber ich werde diese Narben so tragen,
dass jeder sie sehen kann
Du hast mich aufgeschnitten,
und ich blute...
Blute und blute Liebe,
weil du mich aufgeschnitten hast...


Denn erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun.
Zuletzt geändert von Rohnja Salvador am Dienstag 22. Januar 2013, 00:03, insgesamt 2-mal geändert.
Rohnja Salvador

Beitrag von Rohnja Salvador »

Du hast all die Kraft, die du brauchst, wenn du nur wagst, sie zu finden!
Zuletzt geändert von Rohnja Salvador am Dienstag 22. Januar 2013, 00:01, insgesamt 1-mal geändert.
Rohnja Salvador

Beitrag von Rohnja Salvador »

Nun bin ich wieder da....
zurück gekehrt zum Ursprung....
Der Ursprung...mein Ursprung....meine Heimat....mein Leben....
Er hasst es hier zu sein, fühlt sich unwohl...ich spüre es...kann sie fühlen, die Abneigung.
Doch er wird bleiben....für eine Weile werden sie beide bleiben....
darauf warten müssen was kommt.....
Ich bin hin und hergerissen, so viele Gefühle und Gedanken....so viele Bilder...
Immer wieder diese Bilder welche mich wie ein Déjà-vu berühren....
Gleichsam wirken wie ein Traum....und sich doch so echt anfühlen...
Gefühle die zu jenen Bilder ab und an wiederkehren....Schmerz....Liebe...Hass...Freude...

und ich fühle mich schuldig...schuldig das ich etwas fühle was ich eigentlich vom reinen Menschenverstand her einfach auslöschen müsste, etwas das so unerklärlich ist das ich den Zweifel an jenes Gefühl einfach nicht zur Seite schieben kann. Ich sehe ihn, mein Herz macht einen Satz und gleichsam hasse ich ihn für das was er mir alles antat...für das was mir das Gefühl antut.

Es gibt eine Liebe,
die über jede Liebe erhaben ist,
die Leben überdauert.
Zwei Seelen aus einer entstanden.
Vereinigt wie zwei Flammen.
Identisch – und doch getrennt.
Manchmal zusammen, durch Gefühl und Verlangen verschweißt.
Manchmal getrennt, um zu lernen und zu wachsen. Aber einander immer wieder findend.
In anderen Zeiten, anderen Orten.
Wieder und wieder.


Abstreiten kann ich es nicht...nein das kann ich nicht, ich empfinde Abneigung gegen diese Hochzeit, ich betitle sie als bösen Menschen den ich nicht mag...dabei kenne ich sie nichteinmal wirklich. Es ist so paradox, dieses Gefühl ist so wiedersinnig zu dem was in der Vergangenheit geschehen ist. Ich verstehe es nicht, ich verstehe nicht warum mein Herz sich nach ihm sehnt.......wo es doch eigentlich für jemand anderen und nur alleine für ihn schlagen sollte und auch schlägt.

Ich fühle mich schuldig Azyr gegenüber, will ihm nicht sagen wie ich wirklich fühle weil ich ihn nicht verletzten möchte, ich liebe ihn...ja das tue ich, ich bin trotz seines Glauben's und seiner ab und an sehr komplizierten Art, gerne mit ihm zusammen. Ich liebe es in seinen Armen zu liegen und die Zeit dahin fließen zu lassen, seiner Stimme zu lauschen, dem berauschenden Gefühl nachzugehen wenn unser beider Lippen sich berühren. Ein Gefühl das einem Feuerwerk gleicht welches für Stunden den Himmel erhellt und doch fühlt es sich irgendwie fremd an, so als würde etwas fehlen, als wäre es unvollkommen. Ich hasse es jenes Gefühl zu haben, hasse es wenn ich mir dies Gefühl eingestehen muss. Ich will ihn nicht verlieren, will bei ihm sein und doch fühle ich mich als würde ich mein eigenes Ich betrügen, als würde ich versuchen mich selbst zu belügen.

Sein Misstrauen ist begründet, sein Argwohn kann ich verstehen und sein Hass gegen Aki ebenso....ich verstehe das er versucht mich zu schützen, er liebt mich..so wie ich ihn ebenso. Ich würde mich vor ihn stellen wenn auch nur ein Dolch versuchen würde sein Herz zu treffen...... Ich habe Angst, angst davor was kommen mag...Angst davor was die Zukunft bringt. Wie wird er sich verändern und wie werde ich mich dadurch verändern? Wird er nach allem was auf ihn zukommen wird noch der selbige sein? Wird all der Tod der um ihn herum stets Anwesend sein wird nicht seinen Preis fordern? Wenn ich könnte so würde ich versuchen ihn vor alle dem zu bewahren doch es ist sein Weg, jener Weg den er gewählt hat...für sich und für ihrer beider Zukunft und sie würde den Weg akzeptieren.

Ich versuchte ihm nichteinmal wirklich zu erklären weshalb es mich immer wieder dorthin zog denn, ich kann es ihm nicht erklären. Es gibt keinerlei vernünftige Erklärung weshalb ich wieder mit ihm sprach, weshalb ich seine Anwesenheit doch irgendwie genoss und weshalb mir etwas daran lag ihn zu sehen. Ich weiß es selbst nicht, es ist etwas das einfach da ist, ein Gefühl das allgegenwärtig ist, etwas das ich nicht einfach zur Seite schieben kann, löschen kann. So sehr ich mich auch anstrenge, irgendwo treffen sich die Wege einfach immer wieder und irgendwie treffen sich die Blicke und keiner der beiden kann genau sagen was in diesem Moment in den Herzen der beiden vorgeht.

Ihre Finger gleiten zu dem Ring, sie dreht ihn einigemal an ihrem Finger hin und her, sanft mit der Fingerspitze über die Runen streichend. Wieder gleitet der Blick wie so oft an jenem Abend zum Fenster, hinaus auf die Straßen. Noch immer kein Azyr....sie war heute schon zum sechsten mal durch Bajard geschritten, hat ihn gesucht....und wieder nicht gefunden. Es war schon spät der Mond hatte für diese Nacht wohl den höchsten Stand erreicht...nur die Straßenlaternen erhellten den kleinen Weg. Langsamen Schrittes geht sie auf die Türe zu, sie öffnend führen ihre Füße sie hinaus, die schwüle Inselluft durchflutet ihre Lungen. Ein leises klicken ertönt und durchbricht die Stille, aus Gewohnheit wohl ein Tuch um ihre Schultern gelegt schreitet sie Richtung Hafen, das blaue Augenpaar schweift suchend durch die Gassen.

Die letzten Tage waren mehr als Nervenaufreibend gewesen, ein Geschehnis folgte dem anderen und langsam aber sicher durchschleicht mich das Gefühl das auch heute wieder etwas geschehen war. Ich war es nicht gewohnt alleine Zu hause zu sein, ein befremdliches Gefühl. Aber alles hier fühlt sich eh etwas befremdlich an. Irgendwie hatte sie sich wohl an die Sauberkeit Düstersee's gewöhnt...irgendwie auch an die totenstille welche dort Nachts herrschte. Jetzt wo ich dem Pier näher kam hörte man auch wieder das ein oder andere aufbrüllen von den Männern aus der Taverne. Das Pack kam eben irgendwie nie so ganz zur Ruhe...aber ich genoss es auch wieder alte Gesichter zu sehen, mich mit ihnen zu unterhalten. Mal schauen wie lange er es hier aushält...ist doch die Kluft zu seinem normalen Lebensstil und das was er aktuell hier hatte sehr groß.

Ich hasse es wenn ich mir sorgen machen muss....wenn ich Angst habe das ihm was geschehen ist, ich nicht weiß wo er sich aufhält, geschweige dem was sonst noch passiert sein könnte. Er hat genug Feinde, das macht nicht nur sein Glaube und sein dasein als Rabendiener aus, sondern hat er durch seine oft provakante und ehrliche Art sich eben auch nicht gerade nur Freunde gemacht. So war oder ist meine Sorge wohl auch nie unbegründet.
Glaube....zu wem sollte ich beten wenn ich beistand ersuche, wo ich doch nicht wirklich glaube.....so bleibt mir wohl nur die Hoffnung auf den normalen Menschenverstand. Ich werde wohl noch warten, vielleicht kommt gleich ein Schiff.....auch wenn meine Augen mir anderes sagen....

Die Junge Frau steht mittig auf dem Pier, die Augen blicken sehnsüchtig und sorgevoll gen Meer, wartend...und suchend. Die wehenden Haare umspielen das zarte Gesicht, das Mondlicht ließ sie blasser wirken, fast unwirklich...und zum erstenmal sah man auch die Leichten Schatten welche sich wohl unter den Augen gebildet hatten...man sah das sie dünner geworden war, sie wirkte nichtmehr ganz so fidel wie noch vor einiger Zeit. Die Sorge und die schlaflosen Nächte hatten wohl ihren Tribut gefordert. In einer filigranen Bewegung schreitet sie auf das Ende des Piers zu, lässt sich dort nieder und mummelt sich in das leichte Schultertuch ein. So saß sie noch lange....bis der Schlaf sie übermannte und sie genau an jener Stelle wohl einschlief.

Meine Mutter sagte mir immer: "Fragen nicht nach dem Weg Kind, gehe ihn und Schöpfe die Möglichkeiten welche der Weg mit sich bringt. Lerne aus deinen Fehlern und Akzeptiere Niederlagen. Schau nicht zurück sondern nach vorne...denn nur wer zurück blickt wird von Zweifeln geplagt." Jetzt wenn ich über diese Worte nachdenke weiß ich erst wirklich was sie mir damit sagen wollte. Erst jetzt verstehe ich den Sinn der Worte, verstehe wie ich sie nutzen kann. Ich muss lernen zu vergessen, muss lernen loszulassen nur wenn ich das kann werde ich mein Zweifel aus dem Weg räumen können und mein Verstand als auch mein Herz werden frei sein können.

„Frei sein, heißt wählen können, wessen Sklave man sein will.“

Wie töricht sind die Menschen, die glauben, dass die Liebe die Frucht eines langen Zusammenlebens ist
und aus ständiger Gemeinsamkeit hervorgeht. Die Liebe ist viel mehr die Tochter des geistigen Einverständnisses,
und wenn dieses Einverständnis nicht in einem einzigen Augenblick entsteht,
so wird es weder in Jahren noch in Jahrhunderten entstehen.
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