Der Duft von Schnee lag in der Luft, als alle vier das Schiff verliessen. Es waren nur wenige Schritte bis zur Kutsche. Das Dorf, indem sie ankamen, war kleiner als Bajard. Es würde einige Stunden dauern, bis die Kutsche endlich in ihrer Heimat ankamen. Der Wald war schon in Sichtweite auch die Berge waren von dem kleinen Hafen aus zu sehen. Hier war es nicht wie in ihren neuen Heim. Es gab keine eng aneinander liegenden Häuser und die großen Städte lagen allesamt nah am Wald.
Als die vier reisenden nun in der Kutsche waren, blickten sie aus dem Fenster Kiara selbst machte es sich recht gemütlich und blickte, vor freude strahlend, aus dem Fenster. Doch der Gedanke an ihren Vater dämpfte das Gefühl von Freude. Der Schnee draussen war Knöchel hoch und dicke, weisse Flocken flogen durch die eisige Luft, bis sie auf dem Boden zum erliegen kamen.
Es war schon dunkel als der Kutscher seine Pferde zum stehen brachte. Als sie aus der Kutsche ausstiegen, duftete es schon nach gebratenem Fleisch. Das große Lagerfeuer war bereits in Sichtweite. Es war viel größer als ein normales und es würde zehn bis fünfzehn Minuten Fußmarsch dauern, bis sie in dem Dorf waren. Leon stellte sich neben Kiara und wirkte leicht nervös. Aber eines war anders. Er stellte sich neben seine Schwester, ohne auch nur ein Schritt zurück zutretten.
Die beiden Geschwister hatten sich in den letzten Monden sehr verändert. Kiara hat ihren Willen durchgesetzt und kämpft mit ihrem eigenen Schwert. Und Leon wurde langsam immer selbstsicherer, auch wenn es hin und wieder nicht ganz klappte. Die Menschen hier waren alle sehr freundlich und erfüllten das Dorf mit viel Liebe und dem Gefühl von Familienzusammenhalt. Es würde wohl noch etwas dauern, aber daran würden die beiden sich noch gewöhnen.
Nach einigen Schritten kamen sie auf eine große Wiese. Inmitten dessen stand ein prachtvollen, großes Holzhaus. Lichter erhellten die vereinzelten Räume und mit jedem Schritt wurde das Haus größer, bis sie schliesslich alle vier davorstanden. Kiara wurde selbst nervös und brauchte erst einmal einen Augenblick um sich zu beruhigen. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Mit ihrer leicht geballten und zittrigen Faust klopfte sie an und eine warme, liebliche Stimme erklang aus nächster Nähe. 'Einen Augenblick bitte!', rief ihre Mutter und stand nach ein paar Minuten vor der Tür. Sie wirkte überrascht als sie ihre Kinder erblickte. Doch im nächsten Moment, umarmte sie die beiden und gab jedem einen Kuss auf die Stirn. Das Gefühl, wieder in den Armen ihrer Mutter zu sein, war überwältigend. Sogar Leon sah man an, dass er Glücklich darüber war. Nachdem sich ihre Mutter von ihnen löste, begrüßte sie Leona und Aki mit einem warmen und herzlichen lächeln. Dieses lächeln war
ihr zu bekannt. Felicia deutete mit einer kurzen einladenden Geste in das Haus hinein. Ihre Mutter zeigte ihnen allen noch ihre Zimmer. Kiaras Zimmer war noch immerso wie sie es damals verlassen hatte. Ihr Schrank, ihr Bett und der kleine Tisch an der gegenüberliegenden Wand.
Alles war so wie damals. Leon ging in sein Zimmer und Leona schien aus dem staunen nicht mehr herauszukommen. Kiara ging auf die niesche in ihrem Zimmer zu, warf nebenbei ihre Tasche auf das große, frisch bezogene Bett und schaute aus dem Fester. Aus dem Fenster konnte
sie direkt auf den Fluss blicken, welcher von Eis bedeckt wurde. Alles wurde von einer weissen Decke aus Schnee umhüllt. Ein leises, erleichtertes Seufzen entwich ihr.
Nach einer weile fanden sich alle in der Küche wieder. Kiara und Leon nahmen einige Platten zur Hand, bedeckt mit frischen Fleisch, Obst und Gemüse. Jeder packte mit an und dick bekleidet maschierten sie zum großen Lagerfeuer. Alle Dorfbewohner waren da. Sie wurden aufs herzlichste begrüßt, sowohl Leon und Kiara, als auch Leona und
Aki. Am Lagerfeuer sitzend, erkundete man sich nach Marvin. Felicia erzählte ihnen, dass er ihr vor langer Zeit ein Schreiben zukommen lies und das er noch über längere Zeit an einem anderen Ort verbleiben würde. Man sprach noch kurz über ihren Vater, was jedoch nicht lange hielt. Der Abend war recht ausgelassen. Man speißte und betrank sich. Es wurden Geschichten erzählt, gelacht und sogar getanzt. Sie waren alle eine große Familie, dass konnte man nicht bestreiten. Das Fest ging nach vielen Stunden zu Ende und so machten sich beinahe alle auf dem Weg nachhause. Einige verblieben noch um noch weiter zu trinken und sich weiterhin zu unterhalten. Da die Reise sehr anstrengend war, wurde es recht schnell ruhig im Hause Thanel. Bei Kiara dauerte es noch etwas bis sie einschlief. Sie wollte die Zeit, in der sie wieder zuhause war geniessen. Wollte jede Sekunde auskosten und stieg leise aus ihrem Bett um sich auf der niesche nieder zulassen und eine Zeit lang aus ihren Fenster zu blicken. Die nächsten drei Tage würde sie sicherlich nicht vergessen. Und wer weiss.. vielleicht würde sie des öffteren wieder hier herkommen. Zumindestens für ein paar Tage.
Heimreise
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Aki Orikson
Beidhändig stellt er den Mantelkragen auf und schlingt den Schal etwas fester um den Hals. Kiara hatte Recht behalten, es ist eiskalt in ihrer Heimat. Und das herumsitzen in der Kutsche und auf dem Schiff macht es nicht besser. Die Sonne La Cabeza's hat ihn wohl schon mehr im Griff, als ihm bewusst war. Als der Kutscher die Zugpferde zum Anhalten anweist, wirft Aki einen Blick zu Kiara, die dicht an ihn geschmiegt sitzt, in ihrem Blick funkelt die Erwartung und Vorfreude. Er greift nach ihrer Hand und streicht mit dem Daumen über den Ring an ihrem Finger. 'Bist du nervös?' raunt er zu ihr, jedoch ehe er eine konkretere Antwort als ihr sanftes Lächeln erhält, bittet der Kutscher die vier Reisenden darum auszusteigen. Untermalt vom Rascheln der Mäntel folgt er an der Seite seiner Schwester Kiara und Leon, die mit raschen, zielsicheren Schritten voraus gehen. Der warme Atem steigt in kleinen Dampfwölkchen in die Luft, der Schnee und Kies des schmalen Weges knirscht unter den Stiefel, während die beiden Geschwister gelegentlich ihre Erinnerungen austauschen. 'Leon sieh mal, das Lagerfeuer..' Er kann ihre freudige Erwartung regelrecht spüren, während er ihre, von der Kälte erröteten Wangen in der Dämmerung sieht. Mit leichtem Abstand zu den beiden Heimgekehrten stapfen sie weiter durch den knischenden Schnee, große Flocken tänzeln um die vier. Aki zieht die Kapuze etwas weiter ins Gesicht, um Schutz vor dem Schnee zu finden. Kurze Zeit später reckt er jedoch das Kinn und betrachtet das großzügige Holzhaus, das hinter den Bäumen in Reichweite kommt. Die Lichter erhellen die Fenster, wodurch das Haus einladend und warm wirkt. Die Ankunft verläuft ruhiger als gedacht, Kiara klopft nach kurzem Zögern an die Türe, ehe wenig später ihre Mutter ins Licht tritt. Er bleibt mit seiner Schwester etwas Abseits, fast schon distanziert stehen und beobachtet die innige Begrüßung der Mutter, als sie ihre beiden Schützlinge in die Arme schließt. Aki beobachtet das neugierige Funkeln in ihrem Blick als sie die beiden Unbekannten mustert, ehe sie sich, noch überschwänglich von der Begrüßung ihrer Kinder, den beiden vorstellt.
Ein weiträumiger Raum mit einer zentralen, breiten Holztreppe empfängt die Vier, als sie ins Warme treten. Ebenso wie die anderen zieht er die Handschuhe von den Fingern, schlingt den Schal vom Hals und schlüpft aus Mantel und schneebedeckten Stiefeln. Sie folgen Felicita in die Küche, wo bereits vier dampfende Tassen mit Tee auf sie warten. Nach einer ausgiebigen, ebenso überschwänglichen Hausrundführung, findet er sich mit Kiara in ihrem Kinderzimmer wieder.
Er lehnt sich mit der heilen Schulter an die Wand und beobachtet Kiara dabei, wie sie mit versonnenem Blick und sanften Fingern über die Tischplatte ihres Schreibtisches streicht. Den Blick voller Erinnerung erkundet sie jede Ecke des ihr bekannten Zimmers. Als sie sich dem Fenster zuwendet, tritt Aki hinter sie und legt die Hände um ihre Tailie. Gemeinsam blicken sie über den gefrorenen Fluss und die weitläufige, schneebedeckte Landschaft, die in der Dunkelheit regelrecht leuchtet. 'Ich bin zu Hause.' stellt Kiara mit einem leisen Murmeln fest und schmiegt sich dichter in seine Arme. 'Danke, dass du mitgekommen bist.' Als sie über die Schulter zu ihm aufsieht, dreht er sie sanft herum und lehnt sich hinab um ihr einen Kuss zu stehlen. Er spürt den letzten Teil ihrer Anspannung von ihr abfallen, dann werden sie von der aufgeregten Stimme ihrer Mutter unterbrochen, die von der Küche aus hoch ruft, 'Kommt runter, wir sollten los.' Kiara's fröhliches Lächeln ist anstreckend, als sie sich von ihm löst, er sieht die Erinnerung in ihren Augen aufflackern, als wäre sie wieder das kleine Mädchen, das hier aufgewachsen ist.
Leona und Aki packen hilfsbereit mit an, als Familie Thanel Essen zurechtlegt für das Zusammentreffen, das scheinbar noch ansteht. Die ganze, familiäre Situation ist ihm reichlich fremd, doch Felicita bindet ihn und Leona immer wieder in die Gespräche mit ein. Kiara hatte recht, sie ist eine sehr herzliche Frau, es ist schwer sich in der ausgelassenen Gesellschaft unwohl zu fühlen. Beladen mit Essen schälen sich die Fünf in die warmen Klamotten. Leon geht mit einer Fackel voran, um den Weg durch die Dunkelheit anzuzeigen.
Das haushohe Lagerfeuer züngelt in die eisige Luft und setzt gelegentlich Funken aus dem Holz frei, die knisternd in die Höhe steigen. Bereits aus der Ferne dringen die Stimmen von angeregten Unterhaltungen zu ihm durch. Wieder wird er Zeuge, wie Kiara und Leon mit einer Innigkeit begrüßt werden, als wären sie nie weg gewesen. Wie Kiara es prophezeit hatte, scheint jeder jeden zu kennen, er und Leona werden rasch in die Gespräche eingebunden. Als die erste Frage nach Marvin's Abwesenheit aufkommt, wirft er einen Blick in Kiara's Gesicht. Für wenige Herzschläge wirkt sie nachdenklich, ihre Antwort fällt eher oberflächlich aus. Das Thema ist baldigst ohne unangenehmes Nachhaken wieder unter den Tisch gefallen. Aki entspannt sich sichtlich, immerhin war Kiara's Vater zusammen mit Raphael nach Gerimor gekommen, welcher nicht wieder aufgetaucht ist und es nie wieder tun würde. Es ist kein gutes Thema für den ersten Abend und er konnte Kiara deutlich ansehen, wie auch ihr ein Stein vom Herzen fällt, als die Gesprächsthemen lockerer werden.
Während er sich aus den Gesprächen unter den Dorfkundigen dezent zurückhält, schweift sein Blick über Felicita. Er kannte Marvin bereits und wie er erwartet hat, ist Kiara ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten und hat kaum ein Merkmal von ihrem Vater geerbt. Abgesehen von ihrem Sturkopf. Die Lachfältchen um ihre Augen verleihen ihr einen freundlichen Ausdruck und sind die einzigen Beweise für ihr fortgeschrittenes Alter. Die tiefblauen Augen strotzen vor Lebensfreude, erst als er ihr eine ganze Weile lang direkt in Augen sieht, fällt ihm auf, dass sie den Blick erwiedert. Er senkt den durchdringenden Blick und nimmt einen Schluck aus dem dampfenden Becher mit warmem Punsch. Felicita kommt zu ihm hinüber und legt die Hand an seine Schulter. 'Du solltest mit Kiara tanzen, es ist hier Tradition.' Ihr Lächeln bringt die Fältchen zum Vorschein, kurz darauf sieht Aki bereits ins Gesicht der verjüngten Frau Thanel. Ihm wird der Becher abgenommen und damit auch die Wahl sich gegen die Worte Kiara's Mutter zu wiedersetzen und er stapft mit einem leisen Murren neben das Lagerfeuer, Kiara an der Hand mitführend. Er blickt in ihr Gesicht hinab und sie lächelt überrascht. 'Du möchtest tanzen?' Als er mit einem knappen, unfreiwilligen 'unbedingt' antwortet, erklingt ihr helles Lachen und sie schmiegt sich in seine Arme. Untermalt von der sanften Musik der Instrumente und dem Knistern des Feuers, tanzen die beiden langsam und ungelenk durch die Nacht. In diesem Moment war es nicht wichtig, ob er gut tanzen konnte, alleine die Tatsache, dass er bei ihr war, schien sie glücklich zu machen. Sie drängt sich dicht an seinen warmen Körper und nuschelt leise 'Ich bin so glücklich'. Und für einen Moment schafft er es, die Probleme zu vergessen, die nach der Rückreise auf sie warten und gibt sich nur damit zufrieden, zu ihrem Glück beizutragen.
Ein weiträumiger Raum mit einer zentralen, breiten Holztreppe empfängt die Vier, als sie ins Warme treten. Ebenso wie die anderen zieht er die Handschuhe von den Fingern, schlingt den Schal vom Hals und schlüpft aus Mantel und schneebedeckten Stiefeln. Sie folgen Felicita in die Küche, wo bereits vier dampfende Tassen mit Tee auf sie warten. Nach einer ausgiebigen, ebenso überschwänglichen Hausrundführung, findet er sich mit Kiara in ihrem Kinderzimmer wieder.
Er lehnt sich mit der heilen Schulter an die Wand und beobachtet Kiara dabei, wie sie mit versonnenem Blick und sanften Fingern über die Tischplatte ihres Schreibtisches streicht. Den Blick voller Erinnerung erkundet sie jede Ecke des ihr bekannten Zimmers. Als sie sich dem Fenster zuwendet, tritt Aki hinter sie und legt die Hände um ihre Tailie. Gemeinsam blicken sie über den gefrorenen Fluss und die weitläufige, schneebedeckte Landschaft, die in der Dunkelheit regelrecht leuchtet. 'Ich bin zu Hause.' stellt Kiara mit einem leisen Murmeln fest und schmiegt sich dichter in seine Arme. 'Danke, dass du mitgekommen bist.' Als sie über die Schulter zu ihm aufsieht, dreht er sie sanft herum und lehnt sich hinab um ihr einen Kuss zu stehlen. Er spürt den letzten Teil ihrer Anspannung von ihr abfallen, dann werden sie von der aufgeregten Stimme ihrer Mutter unterbrochen, die von der Küche aus hoch ruft, 'Kommt runter, wir sollten los.' Kiara's fröhliches Lächeln ist anstreckend, als sie sich von ihm löst, er sieht die Erinnerung in ihren Augen aufflackern, als wäre sie wieder das kleine Mädchen, das hier aufgewachsen ist.
Leona und Aki packen hilfsbereit mit an, als Familie Thanel Essen zurechtlegt für das Zusammentreffen, das scheinbar noch ansteht. Die ganze, familiäre Situation ist ihm reichlich fremd, doch Felicita bindet ihn und Leona immer wieder in die Gespräche mit ein. Kiara hatte recht, sie ist eine sehr herzliche Frau, es ist schwer sich in der ausgelassenen Gesellschaft unwohl zu fühlen. Beladen mit Essen schälen sich die Fünf in die warmen Klamotten. Leon geht mit einer Fackel voran, um den Weg durch die Dunkelheit anzuzeigen.
Das haushohe Lagerfeuer züngelt in die eisige Luft und setzt gelegentlich Funken aus dem Holz frei, die knisternd in die Höhe steigen. Bereits aus der Ferne dringen die Stimmen von angeregten Unterhaltungen zu ihm durch. Wieder wird er Zeuge, wie Kiara und Leon mit einer Innigkeit begrüßt werden, als wären sie nie weg gewesen. Wie Kiara es prophezeit hatte, scheint jeder jeden zu kennen, er und Leona werden rasch in die Gespräche eingebunden. Als die erste Frage nach Marvin's Abwesenheit aufkommt, wirft er einen Blick in Kiara's Gesicht. Für wenige Herzschläge wirkt sie nachdenklich, ihre Antwort fällt eher oberflächlich aus. Das Thema ist baldigst ohne unangenehmes Nachhaken wieder unter den Tisch gefallen. Aki entspannt sich sichtlich, immerhin war Kiara's Vater zusammen mit Raphael nach Gerimor gekommen, welcher nicht wieder aufgetaucht ist und es nie wieder tun würde. Es ist kein gutes Thema für den ersten Abend und er konnte Kiara deutlich ansehen, wie auch ihr ein Stein vom Herzen fällt, als die Gesprächsthemen lockerer werden.
Während er sich aus den Gesprächen unter den Dorfkundigen dezent zurückhält, schweift sein Blick über Felicita. Er kannte Marvin bereits und wie er erwartet hat, ist Kiara ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten und hat kaum ein Merkmal von ihrem Vater geerbt. Abgesehen von ihrem Sturkopf. Die Lachfältchen um ihre Augen verleihen ihr einen freundlichen Ausdruck und sind die einzigen Beweise für ihr fortgeschrittenes Alter. Die tiefblauen Augen strotzen vor Lebensfreude, erst als er ihr eine ganze Weile lang direkt in Augen sieht, fällt ihm auf, dass sie den Blick erwiedert. Er senkt den durchdringenden Blick und nimmt einen Schluck aus dem dampfenden Becher mit warmem Punsch. Felicita kommt zu ihm hinüber und legt die Hand an seine Schulter. 'Du solltest mit Kiara tanzen, es ist hier Tradition.' Ihr Lächeln bringt die Fältchen zum Vorschein, kurz darauf sieht Aki bereits ins Gesicht der verjüngten Frau Thanel. Ihm wird der Becher abgenommen und damit auch die Wahl sich gegen die Worte Kiara's Mutter zu wiedersetzen und er stapft mit einem leisen Murren neben das Lagerfeuer, Kiara an der Hand mitführend. Er blickt in ihr Gesicht hinab und sie lächelt überrascht. 'Du möchtest tanzen?' Als er mit einem knappen, unfreiwilligen 'unbedingt' antwortet, erklingt ihr helles Lachen und sie schmiegt sich in seine Arme. Untermalt von der sanften Musik der Instrumente und dem Knistern des Feuers, tanzen die beiden langsam und ungelenk durch die Nacht. In diesem Moment war es nicht wichtig, ob er gut tanzen konnte, alleine die Tatsache, dass er bei ihr war, schien sie glücklich zu machen. Sie drängt sich dicht an seinen warmen Körper und nuschelt leise 'Ich bin so glücklich'. Und für einen Moment schafft er es, die Probleme zu vergessen, die nach der Rückreise auf sie warten und gibt sich nur damit zufrieden, zu ihrem Glück beizutragen.
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Aki Orikson
Er wurde in einem der vielen Zimmer des eigentlich viel zu großen Hauses untergebracht. Ein Hinweis darauf, dass die Familie Thanel sehr gastfreundlich war und bis vor Kurzem noch ihre Kinder hier beherbergte. Das Zimmer ist liebevoll eingerichtet, die schweren Vorhänge schirmen das Fenster und die eisige Kälte ab. Auch wenn Kiara es abgestritten hat, ihre Mutter ist scheinbar genauso altmodisch in ihrem Denken wie ihr Vater. Sonst würde er jetzt neben seiner Verlobten schlafen und wäre nicht auf die Wärme des Feuers angewisen. Das Knistern des mittlerweilen heruntergebrannten Kaminfeuers in dem Gästezimmer hat etwas beruhigendes. Nach fast einem Stundenlauf voller wirrer Gedanken, schafft er es schließlich diese abzuschütteln und erliegt der Müdigkeit, die sich durch die stickige Wärme des Feuers auf seine Lider legt.
Ungewohnt intensiv schieben sich während des Dämmerzustands die Erinnerungen in sein Bewusstsein. Er kann sie nicht sehen, aber er kann das zerrende Gefühl an ihrer Kehle regelrecht erahnen, als wäre der Strick an seiner Eigenen. Mit jeder seiner eigenen Bewegungen hört er unrealistisch laut das Zerren des groben, fasrigen Stricks an Kiara's Hals, dann das leise knacken ihrer zarten Kehle und ihr angestrengtes Atmen und Schlucken. Das Geräusch macht ihn beinahe verrückt. Er zieht an seinen Fesseln und sie reagiert mit einem atemlosen Keuchen. Seine Gedanken drängen sich in sein Bewusstsein, als würde sich die Situation wiederholen, in dem unruhigen Schlaf windet er den Kopf hin und her. Wie konntest du sie in eine solche Situation bringen? Sie leidet wegen dir, weil sie mit dir zusammen ist. Unruhig windet er sich unter dem Einfluss des Traumes, versucht diesen regelrecht abzuschütteln, ohne mit dem erlösenden Aufwachen belohnt zu werden. Seine Lippen öffnen sich zu einem stummen Schrei, als sich in dem Traum die Ereignisse wiederholen. Der Rabendiener schiebt die Klinge in sein Fleisch und er kämpft mit aller Selbstbeherrschung gegen den Drang an in die Knie zu gehen oder sich dem Schmerz zu entwinden. Sein Schmerz vermischt sich mit Kiara's Puls an dem würgenden Strick, den er so laut rasen hört als wäre es sein eigener. Alleine schon eine leicht gekrümmte Haltung seinerseits zwingt Kiara's an ihm fixierten Körper dazu deutlich auf die Zehenspitzen zu gehen, um dem groben Würgen zu entkommen. Adrenalin fließt durch seinen Körper, unterdrückt den penetranten Schmerz und lässt ihn den eigenen mentalen Befehl Folge leisten. Streck die verdammten Knie durch, die bringst sie um. Der anhaltende Schmerz zuckt durch seine Nerven, verschlimmert sich als die Klinge bewegt wird, nur mit der Absicht ihn in die Knie zu zwingen. Die Aussichtslosigkeit der Situation hämmert in seinem Kopf. Er hört ihre Stimme ganz nah, als würde sie ihm direkt ins Ohr flüstern, ihre Stimme verzerrt von der Atemlosigkeit. 'Aki, ich schaff das, ruh dich kurz aus. Bitte.' Dann spürt er das Drängen ihres Gewichts auf seinen Schultern, sie zwingt ihn regelrecht dazu in die Knie zu gehen. 'Kiara, nein.' Sein Herz scheint zu zerreissen, als er auf die Knie fällt und sie durch sein Gewicht in die Höhe gezogen wird, nur an dem Strick baumeln, ihre Würglaute sind kaum zu ertragen. Er lässt sich bis auf den Boden sinken, seine gefesselten Finger tasten steif aber mit entschlossenheit unter die Stiefelkrempe und er ertastet den Griff des Dolches. Als er sich wieder aufrichtet und den Druck von Kiara's wunden Kehle nimmt, schreckt er gleichzeitig aus dem Traum hoch.
Außer Atem und orientierungslos blinzelnd reisst er den Oberkörper hoch und schiebt die Felldecke von sich. Es dauert einige Augenblicke, bis er wieder zu sich findet und sich sein Herzschllag beruhigt. Es war das erste Mal, dass er seiddem davon geträumt hat, aber warum ausgerechnet hier? Langsam drückt er sich auf, sein Körper und Geist mit einem Mal wieder hell wach und stolpert zum Tischchen, um sich einen tiefen Schluck vom bereitgestellten Wasser zu genehmigen. Dann wischt er sich über die Augen und macht sich unter steifen Bewegungen daran sich anzuziehen. Er nimmt den kleinen Metallteller mit der aufgestreckten Kerze vom Nachttisch und verlässt bemüht leise das Zimmer. Im weitläufigen Flur nimmt er Mantel, Schal und Handschuhe von dem Haken, erlöscht die Kerze und wagt sich hinaus in die Dunkelheit der tiefen Nacht. Die eisige Luft schlägt ihm ins Gesicht und raubt ihm einen kurzen Moment den Atem, dann müht er sich ab ruhig zu atmen und zieht die Kapuze tief ins Gesicht als er durch den leichten Schneefall seinen Weg aufnimmt. Sein einziger Orientierungspunkt ist das hohe Feuer des Dorfes, das bereits einiges an Höhe verloren hat. Der Platz auf dem vorher noch freudig getanzt wurde ist leer, die Fußspuren im Schnee bereits von frischem Pulver bedeckt. Er wischt mit den behandschuhten Händen etwas Schnee von dem Baumstamm, der als Sitzgelegenheit dient und lässt sich darauf nieder. Sein Blick haftet auf dem Wärme spendenden Feuer, ehe er eilig in den Taschen kramt und die Schachtel mit den Krautröllchen hervorzieht. Von der Sucht getrieben klemmt er sich eilig ein Röllchen in den Mundwinkel und entzündet es mit einem Zündholz, dann zieht er den würzigen Rauch tief in die Lungen und behält ihn dort, bis der Reiz zu Atmen ihn zwingt, den Rauch in die Nachtluft auszustoßen. Seine Schultern entspannen sich etwas, als er den nächsten Zug nimmt, er nimmt die Schritte kaum wahr, die sich nähern, bis sich jemand neben ihm auf den Baumstamm sinken lässt.
'Ein Mann mit Lastern, also..' hört er Felicita neben sich sagen, erst dann dreht er den Kopf und blickt in ihr, halb im Schatten liegendes Gesicht. Sie ist in dicke Fellkleidung gehüllt und sieht ihn mit diesem aufmerksamen Blick an, den er bestens von Kiara kennt. Ihre behandschuhten Finger heben sich nah zu seinem Gesicht und sie versucht nach dem Röllchen zu greifen. Schweigend überlässt er ihr dieses und sie zieht sehr vorsichtig an dem Ende, das Kraut glüht nur wenig auf. Sie pustet den Rauch nahezu augenblicklich wieder aus, ohne ihn in ihre Lungen gelangen zu lassen und hustet leise. Als sie ihm mit einem ungewohnten Lächeln das Röllchen zurückreicht, muss auch er lächeln. 'Ganz schön stark.' stellt sie überflüssigerweise fest und streicht sich eine wiederspendstige Strähne aus dem Gesicht und lässt sie unter der Kapuze verschwinden. 'Ich dachte Kiara hat euch gewarnt.' antwortet er ruhig, ohne den Blick auf das Röllchen zu lenken, als würde er nicht von diesem sprechen. 'Vielleicht hat sie es versucht, aber ich mache mir lieber selbst ein Bild.' Diesmal erreicht ihr Lächeln ihre Augen, die charakteristischen Lachfältchen kräuseln sich. Langsam wendet Aki den Blick wieder zum Feuer, nimmt einen weiteren, tiefen Zug und stößt den warmen Rauch in die Luft. 'Ehrlich gesagt bin ich recht verwundert. Ich kenne meine Tochter wohl schlechter, als mir eigentlich bewusst ist.' Aki spürt ihren Blick auf seinen Zügen, er wiedersteht dem Reiz sie anzusehen. 'Weswegen?' 'Ich dachte ihr Zukünftiger ist mehr wie dieser Raphael.' Bei dem Namen verzieht er leicht das Gesicht, Felicita nickt kurz, so als wäre sie nicht sicher gewesen, ob ihm der Name geläufig ist. 'Ihr seid Schmied, das sagte sie mir. Das ist ein solider Beruf, ihr könnt damit sicher problemlos eine Familie ernähren, aber ich kenne viele Schmiede und ihr seid nicht einfach nur ein normaler Handwerker. Sagt mir wenn ich mich da täusche.' Er schweigt einen Moment und beobachtet die Flammenzungen, die sich in den Himmel erheben und vereinzelte Schneeflocken verschlucken. 'Ich befürchte ich bin nicht der Mann, der einen guten Schwiegersohn abgibt.' meint er nach einigen Momenten, er hört sie lächeln. 'Das ist nicht wichtig, es ist nur wichtig, dass sie glücklich ist und das sehe ich ihr an. Ich habe sie noch nie so strahlend gesehen.' 'Euer Mann hat da eine andere Ansicht.' 'Marvin ist festgefahren in seinen Ansichten, er hat Raphael für Kiara ausgesucht, weil er es wollte, nicht weil sie es wollte. Er dachte, wenn sie ihn heiratet kommt sie vielleicht in die Heimat zurück und wir könnten wieder eine glückliche Familie sein.' 'Dann ist sein Denken aber sehr optimistisch, immerhin ist sie weggelaufen.' Felicita seufzt leise. 'Nicht optimistisch, eher egoistisch. Sie ist seine Tochter, der Gedanke, dass sie weit weg von Zuhause lebt, außerhalb seiner Kontrolle macht ihn zornig. Er möchte sie beschützen, wie jeder Vater und er denkt nicht, dass jemand anderes dieser Rolle gewachsen ist.'
Er starrt ins Feuer, sein Blick wird einen Moment abwesend. Er kennt das Gefühl, Kiara um jeden Preis beschützen zu wollen nur zu gut. Seine Gedanken schweifen zu dem Traum. Er hatte es geschafft sie aus dieser Lage zu retten, aber um welchen Preis. Die Würgemale waren dank einer Salbe spurlos verheilt, aber die Erinnerung war in seinem Kopf verankert. Jede Narbe an seinem Körper erinnert ihn daran, wie oft er dem Tod schon haarscharf entkommen ist. War es zu voreilig gewesen sich mit ihr zu verloben, nur weil er nicht wusste, wie lange er noch bei ihr sein würde? Er musste auf ihre Worte vertrauen, sie sagte sie sei glücklich.
'Aki?' Er blinzelt und dreht den Kopf, ehe er ins Gesicht von Kiara's Mutter sieht. Sorgenfalten liegen auf Felicita's Stirn und einer seiner Mundwinkel zuckt unkontrolliert. Er würde zu gerne herausfinden, ob Kiara im Alter so aussehen würde wir ihre Mutter. 'Es scheint so, als wärt ihr recht nachdenklich. Wenn ich eines im Laufe der Jahre erfahren habe, dann, dass man die Zukunft nicht steuern kann und die Vergangenheit nicht verändern kann, egal wie oft man darüber nachdenkt und welche Vorsätze man sich nimmt. Ihr macht meine Tochter glücklich, reicht das nicht, um selbst glücklich zu sein?' Ihre sanften, zusprechenden Worte dringen langsam zu ihm durch. Ein langsames, dankbares Nicken folgt, dann drückt er sich langsam auf und genehmigt sich einen tiefen Atemzug der kalten Nachtluft.
Er wünscht Felicita eine gute Nacht und stapft von dem Feuer weg in Richtung Wald. Noch einige Zeit stapft er durch den Wald, bis er endlich zu dem Haus zurück findet. Er späht die Hausfront hinauf und betrachtet die lichtlosen Fenster. Bemüht leise klopft er den Schnee aus den Klamotten und stielt sich wieder zurück in das Gästezimmer.
Ungewohnt intensiv schieben sich während des Dämmerzustands die Erinnerungen in sein Bewusstsein. Er kann sie nicht sehen, aber er kann das zerrende Gefühl an ihrer Kehle regelrecht erahnen, als wäre der Strick an seiner Eigenen. Mit jeder seiner eigenen Bewegungen hört er unrealistisch laut das Zerren des groben, fasrigen Stricks an Kiara's Hals, dann das leise knacken ihrer zarten Kehle und ihr angestrengtes Atmen und Schlucken. Das Geräusch macht ihn beinahe verrückt. Er zieht an seinen Fesseln und sie reagiert mit einem atemlosen Keuchen. Seine Gedanken drängen sich in sein Bewusstsein, als würde sich die Situation wiederholen, in dem unruhigen Schlaf windet er den Kopf hin und her. Wie konntest du sie in eine solche Situation bringen? Sie leidet wegen dir, weil sie mit dir zusammen ist. Unruhig windet er sich unter dem Einfluss des Traumes, versucht diesen regelrecht abzuschütteln, ohne mit dem erlösenden Aufwachen belohnt zu werden. Seine Lippen öffnen sich zu einem stummen Schrei, als sich in dem Traum die Ereignisse wiederholen. Der Rabendiener schiebt die Klinge in sein Fleisch und er kämpft mit aller Selbstbeherrschung gegen den Drang an in die Knie zu gehen oder sich dem Schmerz zu entwinden. Sein Schmerz vermischt sich mit Kiara's Puls an dem würgenden Strick, den er so laut rasen hört als wäre es sein eigener. Alleine schon eine leicht gekrümmte Haltung seinerseits zwingt Kiara's an ihm fixierten Körper dazu deutlich auf die Zehenspitzen zu gehen, um dem groben Würgen zu entkommen. Adrenalin fließt durch seinen Körper, unterdrückt den penetranten Schmerz und lässt ihn den eigenen mentalen Befehl Folge leisten. Streck die verdammten Knie durch, die bringst sie um. Der anhaltende Schmerz zuckt durch seine Nerven, verschlimmert sich als die Klinge bewegt wird, nur mit der Absicht ihn in die Knie zu zwingen. Die Aussichtslosigkeit der Situation hämmert in seinem Kopf. Er hört ihre Stimme ganz nah, als würde sie ihm direkt ins Ohr flüstern, ihre Stimme verzerrt von der Atemlosigkeit. 'Aki, ich schaff das, ruh dich kurz aus. Bitte.' Dann spürt er das Drängen ihres Gewichts auf seinen Schultern, sie zwingt ihn regelrecht dazu in die Knie zu gehen. 'Kiara, nein.' Sein Herz scheint zu zerreissen, als er auf die Knie fällt und sie durch sein Gewicht in die Höhe gezogen wird, nur an dem Strick baumeln, ihre Würglaute sind kaum zu ertragen. Er lässt sich bis auf den Boden sinken, seine gefesselten Finger tasten steif aber mit entschlossenheit unter die Stiefelkrempe und er ertastet den Griff des Dolches. Als er sich wieder aufrichtet und den Druck von Kiara's wunden Kehle nimmt, schreckt er gleichzeitig aus dem Traum hoch.
Außer Atem und orientierungslos blinzelnd reisst er den Oberkörper hoch und schiebt die Felldecke von sich. Es dauert einige Augenblicke, bis er wieder zu sich findet und sich sein Herzschllag beruhigt. Es war das erste Mal, dass er seiddem davon geträumt hat, aber warum ausgerechnet hier? Langsam drückt er sich auf, sein Körper und Geist mit einem Mal wieder hell wach und stolpert zum Tischchen, um sich einen tiefen Schluck vom bereitgestellten Wasser zu genehmigen. Dann wischt er sich über die Augen und macht sich unter steifen Bewegungen daran sich anzuziehen. Er nimmt den kleinen Metallteller mit der aufgestreckten Kerze vom Nachttisch und verlässt bemüht leise das Zimmer. Im weitläufigen Flur nimmt er Mantel, Schal und Handschuhe von dem Haken, erlöscht die Kerze und wagt sich hinaus in die Dunkelheit der tiefen Nacht. Die eisige Luft schlägt ihm ins Gesicht und raubt ihm einen kurzen Moment den Atem, dann müht er sich ab ruhig zu atmen und zieht die Kapuze tief ins Gesicht als er durch den leichten Schneefall seinen Weg aufnimmt. Sein einziger Orientierungspunkt ist das hohe Feuer des Dorfes, das bereits einiges an Höhe verloren hat. Der Platz auf dem vorher noch freudig getanzt wurde ist leer, die Fußspuren im Schnee bereits von frischem Pulver bedeckt. Er wischt mit den behandschuhten Händen etwas Schnee von dem Baumstamm, der als Sitzgelegenheit dient und lässt sich darauf nieder. Sein Blick haftet auf dem Wärme spendenden Feuer, ehe er eilig in den Taschen kramt und die Schachtel mit den Krautröllchen hervorzieht. Von der Sucht getrieben klemmt er sich eilig ein Röllchen in den Mundwinkel und entzündet es mit einem Zündholz, dann zieht er den würzigen Rauch tief in die Lungen und behält ihn dort, bis der Reiz zu Atmen ihn zwingt, den Rauch in die Nachtluft auszustoßen. Seine Schultern entspannen sich etwas, als er den nächsten Zug nimmt, er nimmt die Schritte kaum wahr, die sich nähern, bis sich jemand neben ihm auf den Baumstamm sinken lässt.
'Ein Mann mit Lastern, also..' hört er Felicita neben sich sagen, erst dann dreht er den Kopf und blickt in ihr, halb im Schatten liegendes Gesicht. Sie ist in dicke Fellkleidung gehüllt und sieht ihn mit diesem aufmerksamen Blick an, den er bestens von Kiara kennt. Ihre behandschuhten Finger heben sich nah zu seinem Gesicht und sie versucht nach dem Röllchen zu greifen. Schweigend überlässt er ihr dieses und sie zieht sehr vorsichtig an dem Ende, das Kraut glüht nur wenig auf. Sie pustet den Rauch nahezu augenblicklich wieder aus, ohne ihn in ihre Lungen gelangen zu lassen und hustet leise. Als sie ihm mit einem ungewohnten Lächeln das Röllchen zurückreicht, muss auch er lächeln. 'Ganz schön stark.' stellt sie überflüssigerweise fest und streicht sich eine wiederspendstige Strähne aus dem Gesicht und lässt sie unter der Kapuze verschwinden. 'Ich dachte Kiara hat euch gewarnt.' antwortet er ruhig, ohne den Blick auf das Röllchen zu lenken, als würde er nicht von diesem sprechen. 'Vielleicht hat sie es versucht, aber ich mache mir lieber selbst ein Bild.' Diesmal erreicht ihr Lächeln ihre Augen, die charakteristischen Lachfältchen kräuseln sich. Langsam wendet Aki den Blick wieder zum Feuer, nimmt einen weiteren, tiefen Zug und stößt den warmen Rauch in die Luft. 'Ehrlich gesagt bin ich recht verwundert. Ich kenne meine Tochter wohl schlechter, als mir eigentlich bewusst ist.' Aki spürt ihren Blick auf seinen Zügen, er wiedersteht dem Reiz sie anzusehen. 'Weswegen?' 'Ich dachte ihr Zukünftiger ist mehr wie dieser Raphael.' Bei dem Namen verzieht er leicht das Gesicht, Felicita nickt kurz, so als wäre sie nicht sicher gewesen, ob ihm der Name geläufig ist. 'Ihr seid Schmied, das sagte sie mir. Das ist ein solider Beruf, ihr könnt damit sicher problemlos eine Familie ernähren, aber ich kenne viele Schmiede und ihr seid nicht einfach nur ein normaler Handwerker. Sagt mir wenn ich mich da täusche.' Er schweigt einen Moment und beobachtet die Flammenzungen, die sich in den Himmel erheben und vereinzelte Schneeflocken verschlucken. 'Ich befürchte ich bin nicht der Mann, der einen guten Schwiegersohn abgibt.' meint er nach einigen Momenten, er hört sie lächeln. 'Das ist nicht wichtig, es ist nur wichtig, dass sie glücklich ist und das sehe ich ihr an. Ich habe sie noch nie so strahlend gesehen.' 'Euer Mann hat da eine andere Ansicht.' 'Marvin ist festgefahren in seinen Ansichten, er hat Raphael für Kiara ausgesucht, weil er es wollte, nicht weil sie es wollte. Er dachte, wenn sie ihn heiratet kommt sie vielleicht in die Heimat zurück und wir könnten wieder eine glückliche Familie sein.' 'Dann ist sein Denken aber sehr optimistisch, immerhin ist sie weggelaufen.' Felicita seufzt leise. 'Nicht optimistisch, eher egoistisch. Sie ist seine Tochter, der Gedanke, dass sie weit weg von Zuhause lebt, außerhalb seiner Kontrolle macht ihn zornig. Er möchte sie beschützen, wie jeder Vater und er denkt nicht, dass jemand anderes dieser Rolle gewachsen ist.'
Er starrt ins Feuer, sein Blick wird einen Moment abwesend. Er kennt das Gefühl, Kiara um jeden Preis beschützen zu wollen nur zu gut. Seine Gedanken schweifen zu dem Traum. Er hatte es geschafft sie aus dieser Lage zu retten, aber um welchen Preis. Die Würgemale waren dank einer Salbe spurlos verheilt, aber die Erinnerung war in seinem Kopf verankert. Jede Narbe an seinem Körper erinnert ihn daran, wie oft er dem Tod schon haarscharf entkommen ist. War es zu voreilig gewesen sich mit ihr zu verloben, nur weil er nicht wusste, wie lange er noch bei ihr sein würde? Er musste auf ihre Worte vertrauen, sie sagte sie sei glücklich.
'Aki?' Er blinzelt und dreht den Kopf, ehe er ins Gesicht von Kiara's Mutter sieht. Sorgenfalten liegen auf Felicita's Stirn und einer seiner Mundwinkel zuckt unkontrolliert. Er würde zu gerne herausfinden, ob Kiara im Alter so aussehen würde wir ihre Mutter. 'Es scheint so, als wärt ihr recht nachdenklich. Wenn ich eines im Laufe der Jahre erfahren habe, dann, dass man die Zukunft nicht steuern kann und die Vergangenheit nicht verändern kann, egal wie oft man darüber nachdenkt und welche Vorsätze man sich nimmt. Ihr macht meine Tochter glücklich, reicht das nicht, um selbst glücklich zu sein?' Ihre sanften, zusprechenden Worte dringen langsam zu ihm durch. Ein langsames, dankbares Nicken folgt, dann drückt er sich langsam auf und genehmigt sich einen tiefen Atemzug der kalten Nachtluft.
Er wünscht Felicita eine gute Nacht und stapft von dem Feuer weg in Richtung Wald. Noch einige Zeit stapft er durch den Wald, bis er endlich zu dem Haus zurück findet. Er späht die Hausfront hinauf und betrachtet die lichtlosen Fenster. Bemüht leise klopft er den Schnee aus den Klamotten und stielt sich wieder zurück in das Gästezimmer.
Zuletzt geändert von Aki Orikson am Montag 21. Januar 2013, 14:27, insgesamt 1-mal geändert.