„Verdammt nochmal bei Cirmias , konzentriere dich endlich Haelga!“ schnarrte die tief tönende Stimme ihres Vetters durch den im Halbdunkeln liegenden Übungsraum, der nur spärlich von einigen Öllaternen beleuchtet wurde.
Vor Haelgas Augen tanzten tausend kleine Lichtblitze munter umher und sie hielt sich den Kopf. Der Helm war ihr in die Stirn gerutscht und wies eine recht ansehnliche Delle auf, dort wo sie die flache Seite der Axt am Kopf erwischt hatte.
Schwer atmend nahm sie den Helm ab und warf ihn scheppernd in die nächste Ecke. Tief in ihr krampften sich die Innereien zusammen und sie spürte wieder Wut in sich aufsteigen. Wie sie doch diese Übungsstunden mit ihrem Vetter hasste. Jeden noch so kleinen Fehler nahm er zum Anlass sie wissen zu lassen, was er von ihren Kampfkünsten mit der Axt hielt. Nämlich rein gar nichts!
„Wenn du dich nicht langsam etwas mehr anstrengst, wird nie eine vernünftige Axtkämpferin aus dir und ich gebe dir doch lieber einen Besen in die Hand, den du dann im Sippenhaus schwingen darfst“ folgte gleich die nächste kleine Stichelei.
Haelga richtete den Blick nun auf ihren Vetter und fuhr sich mit der Hand kurz über den leichten Flaum auf ihren Wangen, dann ballte sie ihre Faust. Wie gerne hätte sie ihm jetzt einen gut gezielten Schwinger auf die Nase verpasst, damit die Gängeleien endlich ein Ende haben würden.
Nur langsam entspannte sie ihre zur Faust geballte Hand wieder. Sie würde ihm keinen Schaden zufügen, besann sie sich eines Besseren und außerdem hatte ihr Vetter ja recht. Sie schwang die Axt wie ein betrunkener Oger und ihre Beinarbeit war an lachhafter Grazie kaum zu überbieten so ungelegt musste sie anmuten.
Sie war noch nie die dünnste gewesen. Ganz im Gegenteil wurde sie doch gerne mal mit einem ins rollen gekommenen Bierfass verglichen von ihren Brüder und Schwester. Breit wie hoch und der Busen schien beim schwingen der Axt auch ständig im Weg, so üppig hatte Cirmias sie erschaffen.
Ihre dicken Gnubbelfinger umpackten nun mit stoischer Sturheit den Schafft der Zwergenaxt und sie legte etwas den Kopf an. Eher aus Erwartung wieder einen Hieb an den Schädel zu bekommen als den Kopf schützen zu wollen.
„Na was ist eure Peinlichkeit!?“ frotzelte ihr Vetter wieder los um sie abermals aus der Reserve zu locken, denn er wusste ganz genau wie schnell Haelga die Beherrschung verlieren konnte. Das machte sie zwar umso entschlossener aber auch umso Unaufmerksamer.
„Pass auf was du sagst lieber Vetter sonst....!“ erwiderte Haelga wütend, die Worte brummig ausspuckend. „ Ja was?Dann liegen wir wieder mit einer Beule am Boden? Mhrohohohoo“ meinte ihr Vetter als Antwort und hob wieder die Axt an, das eine Bein etwas vorschiebend um festen Stand zu suchen.
Nun war mal wieder der Punkt erreicht. Haelga war es endgültig satt und sie stürmte brüllend voran die Axt dabei im Halbbogen schwingend. Metall traf krachend auf Metall und Haelga entwicht durch die Heftigkeit des Aufpralls die Luft aus den Lungen. Sie stemmte sich mit all ihrer Kraft gegen ihren Trainingspartner, der sie aber mit derart gut gezielten Schlägen eindeckte das sie schon bald in der Defensive war und der beherzte Vorsturm jäh zu seinem Ende kam.
Haelga kam ins straucheln, dann verspürte sie aufeinmal dumpfen Schmerz in ihre linken Flanke. Knackend traf die Übungsaxt ihres Vetters ihre ungeschützte Seite und bevor Haelga noch etwas entgegensetzen konnte, verlor sie auch schon den Halt.
„Deine Deckung taugt auch nichts Haelga!“ vernahm sie noch die Worte ihres Vetters als sie auch schon den staubigen Boden küsste.
„ Hmooooar!“ entrann es wütend ihrer Kehle als sie auf dem Boden aufschlug und es dauerte eine Weile bis sich die füllige Zwergenfrau wieder auf die Füße rappelte. Ihr Vetter wollte schon wieder zu einer weiteren Beleidigung ihrer Kampfkünste ausholen, da nahm das Gefühl der Scham und der Wut in Healga auch schon Überhand. „ Steck dir deine Axt doch sonst wohin du...du....“
Wütschnaubend donnerte Haelga ihre Axt in die Ecke , drehte sich um und stampfte los. Sie hatte endgültig die Nase voll!
Cirmias wollte wohl nicht das sie mit der Axt kämpfte. Sie traf nie dort, wo sie wollte und das lästige Schild hing nur nutzlos an ihrem Arm. Sie war einfach nicht vorausschauend genug um es sinnbringend einzusetzen. Sie entschied aus dem Bauch und kämpfte ohne nachzudenken.
Haelga stapfte durch die Gassen Nilzadans, sie wollte nur noch zurück zum Sippenhaus, sonst würde sie wohl noch jemanden, respektive ihrem Vetter, den Kiefer mit der Faust brechen, so sie noch weiter trainieren würde an diesem Tag.
Sie war enttäuscht und sauer zugleich. Aber nicht unbedingt auf ihren Vetter. Der unbeständige Zorn richtete sich eher gegen sich selbst. Woran lag es? Stark genug war sie...die Technik hatte sie rudimentär begriffen aber irgendwie fehlte ihr wohl die nötige Sichtweise um den Axtkampf zu meistern. Sie wusste es nicht! Wut mischte sich mit Unsicherheit und wieder spürte sie den unbeständigen, quälenden Griff um ihr Herz, wie sie so darüber nachdachte auf dem Heimweg.
Jeder Khaz Aduir der an diesem Abend den Weg kreuzte, hörte schon von weitem ihr wütendes schnaufen und wechselte in weiser Voraussicht die Straßenseite als Haelga an ihnen vorbei stampfte. Wenn sie so sauer war, war es besser sie nicht anzusprechen. Sie war vielleicht miserabel mit der Axt aber jeder wusste das sie einen vortrefflichen rechten Haken schlug.
Am Sippenhaus angelangt riss sie die Tür auf und polterte hinein.
Irgendwo musste sie mit ihrer Wut hin und da sie niemals einen anderen Zwergen für ihre eigenen Unzulänglichkeit verhauen würde und sie auch nicht einen Langbeiner zur Hand hatte, dem sie ordentlich die Magengrube hätte massieren können, musste der steinerne Türrahmen dran glauben.
Aufgrollend ballte sie ihre massige Faust und hieb vor Wut schnaubend zu. Schmerz zuckte ihren Unterarm empor und knackend bildete sich ein Riss im Stein des Türrahmens. Der Schmerz brachte das Gefühl der mürrischen Verbitterung in ihr etwas zum schweigen. Haelga merkte wie das Blut warm über ihre Fingerknöchel rann und sich die Bestie in ihr langsam wieder schlafen legte.
Eine ganze Weile stand sie reglos da ,den Riss im Türrahmen betrachtend, während das Blut langsam auf den Boden tröpfelte. Dann wendete sich ihr Blick langsam auf die Hand. Sie war aufgeschürft von dem Schlag auf den rohen , harten Stein und schmerzte.
„Hmmm“ entrann es brummend Haelgas Kehle. Langsam bewegte sie die dicken, fleischigen Finger und beobachtete sie nachdenklich. „Nichts gebrochen“ murmelte sie nachdenklich.
Dann fixierte sie wieder den Türrahmen mit dem Blick der nun deutlich ruhiger wirkte. Die Wut über ihr eigenes Versagen während der Übungsstunde und über ihren Vetter, der es ja eigentlich nur gut meinte, verflog so nach und nach.
„Cirmias mag keine Feiglinge und Leute die aufgeben...aber vielleicht muss ich meine Herangehensweise überdenken..denn eine große Hammerschwingerin werde ich wohl nie!“ sinnierte sie vor sich hin.
Am nächsten Morgen war schon sehr früh lautes Getöse im Sippenhaus zu vernehmen. Klingende Hammerschläge drangen aus dem untersten Stockwerk nach oben.
Haelga hatte die ganze Nacht über das was am gestrigen Tage passiert war nachgedacht. Ja sie würde Cirmias auf ihre Art stolz machen. Sie hatte sich Progrimms großen Kriegshammer aus dem Waffenständer geschnappt und eine Lore mit festen Granitsteinen aus der Mine hergeschoben. Eine Kiste stand bereit und so zertrümmerte sie mit wuchtigen Hieben die Steine bis nur noch scharfkantiger Splitt übrig blieb, mit dem sie bis zum Rand die eisenverstärkte Truhe füllte.
„ Zu aller erst muss ich meine Finger und Hände abhärten und stärker machen!“ brummte sie vor sich hin als sie krachend einen weiteren Felsbrocken zerschmetterte und die scharfen Kiesel in die Truhe schaufelte.
Haelga würde sich einen Lehrmeister suchen. Denn schon oft hatte sie die Wühler verstohlen bei ihren Übungen beobachtet. Die körperlichen Voraussetzungen hatte sie und wie der steinerne Türrahmen bezeugen konnte, auch den nötigen Fausthieb. Doch zuerst galt es die Finger unempfindlicher zu machen , das Handgelenk zu stärken und an ihrer Technik zu arbeiten.
In den letzten Jahren hatte sie sich in so mancher Wirtshausprügelei behaupten können, aber um den Kampf gegen die Gefahren der düsteren Tunnel bestehen zu können, würde es mehr bedürfen als nur einen passablen rechten Haken.
Nach einer Weile war die Truhe bis zum bersten mit scharfen Steinsplittern gefüllt und sie legte Progrimms Hammer wieder zurück an seinen Platz. Ächzend und schnaufend zerrte sie dann die Truhe runter in den Keller des Sippenhauses und löste ihrer Handschuhe von den Fingern.
Ihre Rechte schmerzte immer noch von dem gestrigen Schlag gegen den Türrahmen jedoch waren die kleinen Blessuren schon am verschorfen.
Mit festem Blick fixierte Haelga die Truhe und ihren Inhalt, dann ballte sie ihre Fäuste und positionierte sich davor.
„ Eins.....zwei!“ Immer wieder hieb sie ihre Fäuste mit aller Kraft tief in den scharfkantigen Splitt und überall flogen Kiesel aus der Truhe. Was anfangs noch wie ein Kinderspiel anmutete, stellte sich bald schon als schmerzhafte Lektion heraus. Jeder Hieb in die mit Kieseln gefüllte Truhe bereitete heftige Schmerzen die bis hinauf in den Oberkörper fluteten.
Viele Tage wiederholte Haelga diese Übung, bis sich auf ihren Händen dicke ,hornige Schwielen bildeten und sie deutlich die Stärkung ihres Handgelenks und Oberarms spürte. Ja sie würde sich zur Wühlerin ausbilden lassen, einen Lehrmeister suchen der vielleicht geduldiger war als ihr Vetter und so Cirmias will irgendwann vielleicht doch noch ihren Platz finden.
Dann würde sie sich die Farben der Khaz Aduir verdient haben und vielleicht auch ihre Wut besser kontrollieren.
„Ein..zwei....drei“ Noch lange hallten ihre schnaufenden Ausrufe durch die Sippenhalle der Donnerkeile, bekundend das es eine Zwergin gab, die nicht aufgeben würde um Cirmias die Ehre zu erweisen.
Haelga!
-
Haelga Donnerkeil
Schummrig erhellte der Schein des Lagerfeuers die weiträumige Höhle. Knisternd und knackend stoben einige Funken Empor gen der Höhlendecke als ein Mann neues Holz auf das Feuer warf.
„Hast du die Beute schon aufgeteilt Sven?“ bellte der Mann zu seinen Kameraden rüber die unweit des Feuers um eine kleine Truhe herum hockten und dabei zusahen wie ein Weiterer klimpernd einige Münzen abzählte um sie in Säckchen abzufüllen.
Überall in der Höhle lagen diverse Habseeligkeiten herum. Kleidung, Ausrüstungsgegenstände und über den Feuer hing ein gerupfter Gockel. Am rückwärtigen Ende der Höhle konnte man einige Felle ausmachen die über den Boden ausgebreitet wurden und den Männern wohl als Schlafstatt zu dienen schienen. Ja die Räuberbande um den blutigen Sven hatte sich häuslich eingerichtet.
In den letzten Wochen hatten sie immer mal wieder die Bergwege Richtung Berchgard, den Sumpf und sogar den Unheilsberg aus Richtung des Wegekreuz kommend unsicher gemacht und den ein oder anderen unglücklichen Abenteurer um seinen Besitz und bisweilen auch um sein Leben gebracht.
Die Räuberbande wurde immer übermütiger und hielt es nicht mal mehr für nötig eine Wache vor der Höhle abzustellen, die ihnen zum Unterschlupf geworden war.So vermessen hatten sie die letzten erfolgreichen Beutezüge schon werden lassen.
Sven erhob sich nach einer Weile, als der Inhalt der Truhe auf die Beutelchen aufgeteilt war und warf jedem seiner Männer klimpernd einen davon zu.
„Für jeden 5 Kronen und ein paar Edelsteine Jungs! Wir sind gemachte Männer....darauf trinken wir..rollt das zwergische Bierfass rüber von dem Stumpi den wir gestern ausgenommen haben, heute wird gefeiert!“
Noch ehe die Räuber das Johlen , ob der Worte ihrs Hauptmannes anfangen konnten, hörte man stampfende Schritte aus Richtung des Höhleneingangs. Die Männer fuhren herum und sahen eine kleine Gestalt direkt im Eingang der Höhle stehen.
Unsicher blickten die Räuber zu ihrem Hauptmann und griffelten nach ihren Waffen, der Hauptmann zuckte nur unwissend mit den Schultern. Auch sein Griff um die Fechtwaffe wurde stärker und man merkte deutlich wie die Anspannung anstieg.
Einen Moment lang standen die Räuber reglos da auch die kleine Gestalt, die breit wie hoch war, regte sich nicht.
Dann durchschnitt eine tieftönende Stimme das Halbdunkel der Höhle. „Na was ist Langbeiner? Ich dachte ihr wollt feiern? Darf ich mitmachen?!“
Haelga spürte der Räuberbande schon einige Tage nach. Einer ihrer Brüder wurde von diesen Schurken gar um eins seiner Bierfässer gebracht als dieser den Weg durch den Unheilsberg Richtung Nilzadan suchte. Nun hatte sie die Schurken endlich gefunden!
Sie hatte sich die Ogerlederrüstung aus dem Regal geschnappt und war losgezogen um das Bierfass zurück zu holen. Nun kam sie, so schien es jedenfalls gerade noch rechtzeitig um zu verhindern das diese dreisten Schurken sich das gute Bier der Khaz Aduir einverleiben würden.
„Na was nun du langes Elend?“ blaffte sie jetzt den Hauptmann der Bande an. Dieser ließ seinen Blick kurz prüfend über seine Männer wandern und nickte ihnen kaum merklich zu. „Schnappt euch diesen wandelnden Meter Jungs! Die Waffen des Stumpenmännleins fügen wir unserer Beute hinzu“Auf den Befehl hin zogen die Räuber ihre Waffen blank und gingen langsam auf Haelga zu. Auch Haelga setzte sich mit stampfenden Schritten in Bewegung und positionierte sich direkt in der Mitte der Höhle.
Die Räuber fingen langsam an sie zu umrunden. Erst jetzt konnten sie sehen das die Zwergin einen hölzernen Kübel in der linken Hand trug. Haelga machte einen Schritt zur Seite Richtung des Feuers und hob die Mundwinkel kurz an. Die Anspannung in der Höhle war so deutlich das man sie fast hätte greifen können und auch der Hauptmann der Räuber zog nun seine Fechtwaffe und schloss sich seinen Männern an. Ein dreistes ,siegessicheres Grinsen auf den schäbigen Zügen habend.
„Schaut mal Jungs der kleine Mann hat ja nicht mal eine Waffe dabei oder will er uns mit dem Kübel da verdreschen?“Lautschallend brachen die Räuber in Gelächter aus doch Haelga bliebt ruhig mittig der Höhle neben dem Feuer stehen und beobachtete jede Bewegung der Räuber mit wachsamen aber ruhigem Blick die langsam anfingen sich rund um sie zu positionieren.
„Ich bin aber kein Mann!“ erwiederte sie vollkommen ruhig „Und ich verhaue euch nicht mit meinem Wasserkübel!“
Mit diesen Worten hob sie blitzschnell den Eimer und schüttet dessen Inhalt auf das kleiner Feuer. Sofort stieg zischend dichter Wasserdampf auf und die Höhle verdunkelte sich augenblicklich als die Flammen gelöscht wurden.
Irgendwo im Dunkeln hörte man das Krachen als der Eimer auf dem Boden aufkam. Haelga hatte ihn nach getaner Arbeit forgeschleudert.
„ Verflucht Jungs...wo ist diese kleiner Frau?!“ bölkte einer der Räuber. Sofort machte sich Panik unter den Männern breit und sie stocherten ohne wirklich etwas zu sehen mit ihren Waffen in der Dunkelheit herum.
Haelga hatte alles im Blick denn die Khaz Aduir hatten vortreffliche Augen. Das Leben in der Tiefe, über Generationen verhalf ihnen zu einer wesentlich besseren Dunkelheitssicht als den Langbeinern die unter freiem Himmel groß wurden.
Es war ihr ein Leichtes zwischen den Räubern durchzuschlüpfen um ihrem Waffengefuchtel zu entgehen.
Nun ballte sie ihre großen Fäuste. Jetzt würde sich zeigen ob die Übungen die sie vollführt hatte um ihre Schläge härter und ihre Hand stärker zu machen, ausreichen würden. Sie legt den Kopf etwas an und stürmte auf die Räuber zu.
Ein fürchterliches Handgemenge entflammte in dem sich die Räuber das ein oder andere mal in der Dunkelheit gegenseitig mit ihren Waffen trafen. Haelga schlüpfte zwischen ihnen durch und verteilte emsig Schläge, Köpfnusse, Nierenhaken und Tritte vor die Schienbeine und Weichteile der Räuber.
Es knackten Knochen und Nasen brachen als die Zwergin unter ihnen wütete. Das ein oder andere mal kam sie den Waffen der Räuber gefährlich na aber da es dunkel war hatte Haelga leichtes Spiel mit ihnen.
Nach einer Weile wurde es still in der Höhle nur leises Wimmern drang noch nach draussen und das Stöhnen der Räuber die sich am Boden wälzten.
Haelga setzte sich auf einen Baumstamm der den Räubern rund um die Feuerstelle als Sitzgelegenheit gedient hatte und stach zischend das Beutebierfass der Räuber an. Sie löste ihren Humpen vom Gürtel und zapfte sich ein schäumendes Zwergenbier ein. Ihr Blick wanderte über die Langbeiner die keuchend und schnaufend sich auf dem Boden wanden. Einige waren unter den mächtigen Fausthieben Haelgas bewusstlos gegangen andere lagen schwer atmend und stöhnend vor Schmerzen auf dem Boden.
Die Zwergin nahm einen tiefen Schluck und grinste versonnen wie sie die Höhle so mit ihren Blicken durchmaß.
„Das war eine gute Feier Herr Räuberhauptmann! Danke für die Einladung. Darauf trinke ich!“
„Prost!“
„Hast du die Beute schon aufgeteilt Sven?“ bellte der Mann zu seinen Kameraden rüber die unweit des Feuers um eine kleine Truhe herum hockten und dabei zusahen wie ein Weiterer klimpernd einige Münzen abzählte um sie in Säckchen abzufüllen.
Überall in der Höhle lagen diverse Habseeligkeiten herum. Kleidung, Ausrüstungsgegenstände und über den Feuer hing ein gerupfter Gockel. Am rückwärtigen Ende der Höhle konnte man einige Felle ausmachen die über den Boden ausgebreitet wurden und den Männern wohl als Schlafstatt zu dienen schienen. Ja die Räuberbande um den blutigen Sven hatte sich häuslich eingerichtet.
In den letzten Wochen hatten sie immer mal wieder die Bergwege Richtung Berchgard, den Sumpf und sogar den Unheilsberg aus Richtung des Wegekreuz kommend unsicher gemacht und den ein oder anderen unglücklichen Abenteurer um seinen Besitz und bisweilen auch um sein Leben gebracht.
Die Räuberbande wurde immer übermütiger und hielt es nicht mal mehr für nötig eine Wache vor der Höhle abzustellen, die ihnen zum Unterschlupf geworden war.So vermessen hatten sie die letzten erfolgreichen Beutezüge schon werden lassen.
Sven erhob sich nach einer Weile, als der Inhalt der Truhe auf die Beutelchen aufgeteilt war und warf jedem seiner Männer klimpernd einen davon zu.
„Für jeden 5 Kronen und ein paar Edelsteine Jungs! Wir sind gemachte Männer....darauf trinken wir..rollt das zwergische Bierfass rüber von dem Stumpi den wir gestern ausgenommen haben, heute wird gefeiert!“
Noch ehe die Räuber das Johlen , ob der Worte ihrs Hauptmannes anfangen konnten, hörte man stampfende Schritte aus Richtung des Höhleneingangs. Die Männer fuhren herum und sahen eine kleine Gestalt direkt im Eingang der Höhle stehen.
Unsicher blickten die Räuber zu ihrem Hauptmann und griffelten nach ihren Waffen, der Hauptmann zuckte nur unwissend mit den Schultern. Auch sein Griff um die Fechtwaffe wurde stärker und man merkte deutlich wie die Anspannung anstieg.
Einen Moment lang standen die Räuber reglos da auch die kleine Gestalt, die breit wie hoch war, regte sich nicht.
Dann durchschnitt eine tieftönende Stimme das Halbdunkel der Höhle. „Na was ist Langbeiner? Ich dachte ihr wollt feiern? Darf ich mitmachen?!“
Haelga spürte der Räuberbande schon einige Tage nach. Einer ihrer Brüder wurde von diesen Schurken gar um eins seiner Bierfässer gebracht als dieser den Weg durch den Unheilsberg Richtung Nilzadan suchte. Nun hatte sie die Schurken endlich gefunden!
Sie hatte sich die Ogerlederrüstung aus dem Regal geschnappt und war losgezogen um das Bierfass zurück zu holen. Nun kam sie, so schien es jedenfalls gerade noch rechtzeitig um zu verhindern das diese dreisten Schurken sich das gute Bier der Khaz Aduir einverleiben würden.
„Na was nun du langes Elend?“ blaffte sie jetzt den Hauptmann der Bande an. Dieser ließ seinen Blick kurz prüfend über seine Männer wandern und nickte ihnen kaum merklich zu. „Schnappt euch diesen wandelnden Meter Jungs! Die Waffen des Stumpenmännleins fügen wir unserer Beute hinzu“Auf den Befehl hin zogen die Räuber ihre Waffen blank und gingen langsam auf Haelga zu. Auch Haelga setzte sich mit stampfenden Schritten in Bewegung und positionierte sich direkt in der Mitte der Höhle.
Die Räuber fingen langsam an sie zu umrunden. Erst jetzt konnten sie sehen das die Zwergin einen hölzernen Kübel in der linken Hand trug. Haelga machte einen Schritt zur Seite Richtung des Feuers und hob die Mundwinkel kurz an. Die Anspannung in der Höhle war so deutlich das man sie fast hätte greifen können und auch der Hauptmann der Räuber zog nun seine Fechtwaffe und schloss sich seinen Männern an. Ein dreistes ,siegessicheres Grinsen auf den schäbigen Zügen habend.
„Schaut mal Jungs der kleine Mann hat ja nicht mal eine Waffe dabei oder will er uns mit dem Kübel da verdreschen?“Lautschallend brachen die Räuber in Gelächter aus doch Haelga bliebt ruhig mittig der Höhle neben dem Feuer stehen und beobachtete jede Bewegung der Räuber mit wachsamen aber ruhigem Blick die langsam anfingen sich rund um sie zu positionieren.
„Ich bin aber kein Mann!“ erwiederte sie vollkommen ruhig „Und ich verhaue euch nicht mit meinem Wasserkübel!“
Mit diesen Worten hob sie blitzschnell den Eimer und schüttet dessen Inhalt auf das kleiner Feuer. Sofort stieg zischend dichter Wasserdampf auf und die Höhle verdunkelte sich augenblicklich als die Flammen gelöscht wurden.
Irgendwo im Dunkeln hörte man das Krachen als der Eimer auf dem Boden aufkam. Haelga hatte ihn nach getaner Arbeit forgeschleudert.
„ Verflucht Jungs...wo ist diese kleiner Frau?!“ bölkte einer der Räuber. Sofort machte sich Panik unter den Männern breit und sie stocherten ohne wirklich etwas zu sehen mit ihren Waffen in der Dunkelheit herum.
Haelga hatte alles im Blick denn die Khaz Aduir hatten vortreffliche Augen. Das Leben in der Tiefe, über Generationen verhalf ihnen zu einer wesentlich besseren Dunkelheitssicht als den Langbeinern die unter freiem Himmel groß wurden.
Es war ihr ein Leichtes zwischen den Räubern durchzuschlüpfen um ihrem Waffengefuchtel zu entgehen.
Nun ballte sie ihre großen Fäuste. Jetzt würde sich zeigen ob die Übungen die sie vollführt hatte um ihre Schläge härter und ihre Hand stärker zu machen, ausreichen würden. Sie legt den Kopf etwas an und stürmte auf die Räuber zu.
Ein fürchterliches Handgemenge entflammte in dem sich die Räuber das ein oder andere mal in der Dunkelheit gegenseitig mit ihren Waffen trafen. Haelga schlüpfte zwischen ihnen durch und verteilte emsig Schläge, Köpfnusse, Nierenhaken und Tritte vor die Schienbeine und Weichteile der Räuber.
Es knackten Knochen und Nasen brachen als die Zwergin unter ihnen wütete. Das ein oder andere mal kam sie den Waffen der Räuber gefährlich na aber da es dunkel war hatte Haelga leichtes Spiel mit ihnen.
Nach einer Weile wurde es still in der Höhle nur leises Wimmern drang noch nach draussen und das Stöhnen der Räuber die sich am Boden wälzten.
Haelga setzte sich auf einen Baumstamm der den Räubern rund um die Feuerstelle als Sitzgelegenheit gedient hatte und stach zischend das Beutebierfass der Räuber an. Sie löste ihren Humpen vom Gürtel und zapfte sich ein schäumendes Zwergenbier ein. Ihr Blick wanderte über die Langbeiner die keuchend und schnaufend sich auf dem Boden wanden. Einige waren unter den mächtigen Fausthieben Haelgas bewusstlos gegangen andere lagen schwer atmend und stöhnend vor Schmerzen auf dem Boden.
Die Zwergin nahm einen tiefen Schluck und grinste versonnen wie sie die Höhle so mit ihren Blicken durchmaß.
„Das war eine gute Feier Herr Räuberhauptmann! Danke für die Einladung. Darauf trinke ich!“
„Prost!“
Zuletzt geändert von Haelga Donnerkeil am Dienstag 15. Januar 2013, 11:20, insgesamt 3-mal geändert.