Zwiespalt

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Kiara Thanel
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Zwiespalt

Beitrag von Kiara Thanel »

Tag für Tag ging die junge Kriegerin gedankenverloren ihrer Wege. Ging auf Jagden um sich abzulenken. Manchmal schaffte sie es, manchmal nicht. Albträume, Nacht für Nacht, peinigten sie. Doch sie konnte sich keinen Reim darauf machen und sprechen würde sie darüber auch nicht wollen. Jede Nacht das selbe. Sie windete sich schweißgebadet in dem kleinen Bett hin und her. Sie lief durch das kleine Dorf indem sie lebte. Ihr Vater, ihre Mutter.. Alle waren sie da. Auch die kleine Kiara, mit gerade mal vier Jahren, sah sie. Wie sie auf ihren Vater zurannte und in seine Arme sprang. Und wie ihre Mutter hinzu kam und ihr Vater sie und ihre über alles geliebte Mutter in den Arm nahm. Es war wie gewohnt. Ihr Vater lies sie herunter, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und ihrer Mutter einen auf den Mund, ehe er sich mit der recht kleinen aber starken Jagdgruppe auf den Weg in den Wald machte. Ihr Leben war unbeschwert und.. leicht. Und während die Männer der gerade mal neun Familien auf der Jagd waren, spielte die kleine Kiara mit dem Herbstlaub. Gleichzeitig sammelten die Frauen Beeren, Kräuter, Nüsse und Pilze für den Winter. Hin und wieder hob das kleine Mädchen ein paar Nüsse vom Boden und reichte sie mit einer stolzen Miene ihrer Mutter. Sie selbst erwischte sich wie sie im Halbschlaf weinte, doch nicht erwachen konnte. Irgendwie wollte sie es auch nicht. Sie war so sorgenfrei.. Und.. glücklich. Ja sie war glücklich wie schon lange nicht mehr. Ihre Mutter als auch die anderen Frauen nahmen ihre Holzkörbe, gefüllt mit allerlei gesammelten Vorräten. Sie machten sich auf den Heimweg. Kurz vor dem Dorf kam ihr der Duft von Wildschwein entgegen, welcher über dem Feuer hing und von zwei starken Männern am spieß gedreht wurde. Die Vorräte wurden verstaut und der Abend brach an. Alle saßen am Lagerfeuer, unterhielten sich und genüßlich schmiegte sich die kleine Kiara an den Armen ihrer Mutter und ihres geliebten Vaters. Alles konnte sie aus der ferne betrachten. Keiner nahm die erwachsene Frau wahr. Sie wusste das alles in der Vergangenheit lag, nicht der Realität entsprach, obwohl es sich so real anfühlte und ebenso real wirkte. Doch mit einem mal verschwand das Gefühl von Glück, Geborgenheit und Sorgenlosigkeit. Wie in den Nächten davor, musste sie mit ansehen, wie etwas schwarzes das kleine Mädchen packte und den Armen ihrer Eltern entriss. Auch die Gestalt der erwachsenen Frau wurde gepackt, zwang sie jedoch bei dem Schauspiel zuzusehen. Sie konnte sich nicht bewegen, nicht dem kleinen Mädchen hinterher rennen, um sie in den Arm zu nehmen oder sie wieder in die Arme ihrer Eltern zurück zuführen. Ganz im Gegenteil. Ihre Eltern und alle anderen des Dorfes saßen einfach nur da. Bemerkten nichts... Als hätte es das kleine Mädchen nie gegeben. Sie aßen und tranken, wie zuvor, seelenruhig weiter! Sie hörte sich selbst schreien und weinen, wie sie die Arme ausweitete um nach ihren Eltern zu greifen. Es waren qualvolle schreie und auch die junge Frau litt darunter. Sie selbst schrie sich die Seele aus dem Leib. Doch nichts geschah und das kleine Mädchen wurde verschlungen von der schwarzen Hülle die sie umgab. Während alle zufrieden wirkten, fluchte sie, schrie und weinte um ihr leben. Es vergingen einige Momente und auch Kiara, die erwachsen gewordene Kriegerin, wurde immermehr eingehüllt. Nach und nach verschwamm alles und alles um sie herum wurde kleiner. Letztendlich gab es nichts mehr ausser die leere in der sie stand. sie wurde erneut gepackt, hin und her gezerrt. Nur die Dunkelheit umgab sie. Alles war schwarz um die Jägerin herum. Sie wusste nicht was los war und als hätte man ihr den Atem geraubt, riss sie die Augen auf und blickte sich in dem kleinen Schlafzimmer um...
Es war vorbei. Und mit dem Gefühl von Einsamkeit und unwohlsein, drückte sie ihr Gesicht in das Kissen und weinte bis sie vor erschöpfung einschlief. Sie wusste nicht was los war.. Sollte sie doch lieber zurück in ihre Heimat? Einfach gehen und alles hinter sich lassen, so wie sie es zuvor mit ihren Eltern tat? Kiara wusste sich nicht weiter, doch sie würde bald eine Entscheidung treffen.
Zuletzt geändert von Kiara Thanel am Freitag 23. November 2012, 13:26, insgesamt 1-mal geändert.
Kiara Thanel
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Beitrag von Kiara Thanel »

Es brach nun die zweite Woche an, in der Kiara nicht schlafen konnte. Das sonst so lebendige Gesicht der jungen Frau wirkte nur noch blass und ohne Freude. Sobald sie die Straßen entlang ging, hatte sie das Gefühl verfolgt zu werden. Hin und wieder auch Stimmen in ihrem Kopf zu hören. Meist legte sie die flachen Handflächen auf ihre Schläfen und schuettelt mit zugekniffenen Augen den Kopf. Immer wieder versuchte die junge Frau die Stimme zu verdrängen, vor anderen Menschen sogar zu ignorieren. Kiara wollte nicht das man sie noch für verrückt hielt. Auch wenn sie sich selbt nicht mehr ganz sicher war, ob sie es nicht schon sei.

Es war wieder Nacht. Sie wollte schon gar nicht mehr schlafen, hatte schreckliche Angst davor. Doch es schimmerte noch ein klein wenig Hoffnung, wenigstens eine Nacht normal schlafen zu können. Doch ihre Hoffnung war vergebens. Der Traum näherte sich seinem Ende und das kleine Mädchen, als auch die junge Frau wurden erneut von den Schatten gepackt und entzweit. Als würde man Kiara etwas aus der Seele reissen, versuchte sie krampfhaft, den Schatten von sich zu reissen. Doch sobald sie ihre Finger in den Schatten krallen wollte, was sie schon beinahe zerquetschte, griff sie ins Nichts. Die Stellen lösten sich in Wolken auf und manifestierten sich wieder um ihren Leib, um sie wieder mit festen Griff zu umschlingen. Es wurde immer schlimmer und ein Fieber überkam sie mit dem Traum. Doch irgendetwas hatte sich geändert. Sie sah etwas, konnte sich allerdings keinen Reim darauf machen was es war. Wieder verschwand alles um sie herum und stand im schwarzen nichts. Sie hörte etwas Tropfen und blickte sich um, drehte sich einmal um die eigene Achse. Der Boden färbte sich rot und mit einem mal stand sie in einem Meer ihres eingenen Blutes. Mit Tränen in den Augen und von Schweissgebadeten Strähnen in ihrem Gesicht erhob sie sich in dem Bett. Als Kiara aufstand und die Schuhe anzog, schlich sie sich aus dem Zimmer und rannte. Sie rannte und rannte ohne zu wissen wohin, bis sie sich wieder im Wald befand. Nachdem ihr klar wurde, wo sie sich befand, lehnte sie sich an den Baum und weinte in die Nacht hinein.

Gerade mal einige Stunden zuvor lag sie hier Bewusstlos am Boden. Drei Gestalten die sie quälten. Sie wusste noch immer nicht weshalb sie. Der Tag war schon verrückt genug. Erst waren es zwei Rabendiener, welche in Bajard Ärger machten. Sie schlenderte die Sstraße entlang und sah die beiden nur von hinten. Es vergingen noch nicht einmal fünf Herzschläge und mit einem mal erstarrte sie, war nicht mehr in der Lage sich zu bewegen. Ledeglich die Stimme des einen Rabendieners kam ihr bekannt vor, während ihr der andere noch Fremd blieb. Krampfhaft wollte Kiara sich aus der starre befreien, ohne Erfolg. Eher sie sich versehen konnte kam der ihr fremde Rabendiener auf sie zu und versetzte ihr einen Schlag. Als sie wieder aufwachte war Aki bei ihr. Kiara brauchte noch einige Momente bis sie bei Sinnen war. Er wirkte ziehmlich angeschlagen. Gerade als er gehen wollte schnappte sie seine Hand, alleine wollte sie hier nicht bleiben.

Sie gingen vor die Tore Bajards und von da aus weiter nach Westen. Auf einer großen Wiese angekommen, kam erst einmal der erste Rabendiener, dann der zweite. Es bot sich ein Szenario wie kein zweites. Ein Pentagramm aus Blut, bildete sich auf dem Boden. Die junge Kriegerin, dessen Körper gegen ihren Willen handelte. Und die beiden Rabendiener, die eine Beschwörung durchführten. Stimmen in ihrem Kopf, um die schwache Frau zu beeinflussen. Hasste er sie wirklich? Log er sie an, so wie die Stimme es in ihren Gedanken wiederhallen lies? Sie zweifelte langsam, war sich nicht mehr sicher was sie denken sollte. Wieso nur...? Wieso wurde sie solchen qualen ausgesetzt. Kiara versuchte sich dagegen zu wehren und ihr vertrauen beizubehalten. Doch die Worte klangen süßlich, gar verlockend. Würde er sie wirklich eines Tages hinter gehen? Oder die junge Kriegerin einfach jemanden Schaden oder vielleicht sogar umbringen können? Sie wollte einfach nur weg und war mehr als froh, als sie beiden berobten verschwanden.

Nach einigen Stunden saß sie gedanken verloren in Bajard, schaute in die Nacht hinein und sah auf das Meer hinaus. Wie wunderschön sich die Sterne auf dem sich bewegenden Wasser wiederspiegelten. Der Mond jedoch blieb ihr heute verborgen. Mit der Schulter lehnte sie an einen kleinen, aber doch recht stabilen Baum. Wenigstens für einige Herzschläge schloss sie die Augen um sich zu erholen. Doch kaum überkam sie ein Gefühl von Ruhe und Entspannung, wurde ihr schlecht, als die Stimme in ihren Kopf einkehrte. Sie wurde beobachtet! Schon wieder! Ihr Blick wanderte in die Nacht hinein, doch konnte die junge Frau nicht sehen wo er sich befand. Sie hatte die Schnauze voll, erhob sich rannte. Bis sie zitternd und ohne Atem in dem kleinen Waldstück vor Bajard zum stehen kam. Doch Kiara kam noch nicht einmal zur Ruhe und schon war er wieder da, lies seine Worte in ihren Kopf übergehen. Nun kam auch eine zweite Stimme hinzu. Es whisperte mal hier, mal da. Sie konnte nicht mehr, war kraftlos und zog die Beine eng an ihren Körper, um die Arme darum zu schlingen und um ihren Kopf auf den Knien abzulegen, nachdem sie sich auf den Boden kauerte. Die Worte klangen so süßlich in ihren Gedanken. Sie sollte ihnen Dienen, doch sie würde sich ihnen nie als eine Speichelleckerin hingeben. Für nichts auf dieser Welt! Es gab genug um das sie zu kämpfen hatte.. Oder stimmte es, das sie Einsam war? Ausser ihren über alles geliebten Bruder hatte sie sonst niemanden. Waren ihre Freunde auch wirklich ihre Freunde oder wurde sie nur getäuscht? Würde man sie noch hintergehen und wurde sie es schon? Sie wusste nicht mehr was sie denken sollte. Doch so einfach würde sie sich ihnen nicht unterwerfen. Eine dritte berobte Gestalt kam hinzu, worauf hin sie einen erneuten Versuch wagte zu fliehen. Jedoch endete der Abend so, das ihr die Schlinge um den Hals gelegt wurde und sie einen Baum herauf gezogen wurde. Der Tod wartete bereits auf sie, er war so verlockend. Er rief nach ihr und breitete schon seine Arme aus um sie liebevoll zu empfangen. Doch gerade als sie sich dem Ende hingeben wollte, stürzte sie und landete auf dem Boden. Kiara war nicht ganz bei Sinnen, rang nach Luft, doch sie spürte wie sie ein paar mal mit einer Hand auf die Wange getätschelt wurde, wenn auch nicht wirklich sanft. Die Umgebung war noch etwas verschwommen, bis sie die Augen mehrmals zusammenkniff und direkt das Gesicht des ihr so bekannten Rabendieners vor sich hatte. Von allen drei wurde auf sie eingesprochen. So einfach würden sie Kiara nicht bekommen! Doch was sie sich fragte war, weshalb er eine Haarsträhne und Blut von ihr wollte. Mit einem Satz versuchte sie davon zu rennen, doch der Rabendiender war schneller und stürzte sich auf sie. Mit seinen Knien setzte er sich auf ihre Arme. Das Seil lag noch immer um ihren Hals. Doch sie schuettelte den Kopf, wand sich mit dem Oberkörper hin und her und bäumte sich auf. Kurzer Hand erhob sich der Rabendiener und versetze ihr einen deftigen tritt in ihr Gesicht. Der Kopf donnerte gewaltsam gegen eine dicke Wurzel des Baumes neben ihnen. Ihr wurde schlagartig schwarz vor Augen und so verlor sie nun zum zweiten mal das Bewusstsein.


Müde und erschöpft schlenderte Kiara zurück zu der Herberge, legte sich da in das Bett und versuchte wenigstens noch ein wenig schlaf zu finden. Einige Gedanken gingen ihr noch durch den Kopf. Würde sie sich mit jemanden anlegen der noch bei vollen Kräften ist, wäre Kiara nicht mehr in der Lage dieser Person Schaden zuzufügen. Noch nicht einmal einen Kratzer würde diese Person abbekommen. Allerhöchstens durch ihre, noch nicht einmal sehr langen, Fingernägel. Und dann war da noch Leon. Ihr jüngerer Bruder, welchen sie immer in Schutz nahm als die beiden noch Kinder waren. Er war nun ein junger, erwachsener Mann geworden und wollte seinen eigenen Weg finden. Sie hoffte sehr das er ein besseres Leben haben würde als sie. Er würde sich wohl nicht mehr so oft in Schutz nehmen lassen wollen, was auch gut war. Ihr jüngerer Bruder würde lernen sich zu verteidigen, auch wenn ihm ein gewisses Selbstbewustsein fehlte. In diesen Landen bekommt er das sicher. Auch wenn er einige male auf die Schnauze fallen wird. Die beiden Geschwister sind stur und so war Kiara sich gewahr, das Leon es schaffen würde. Kiara schuettelte nun auch die letzten Gedanken ab, um kraftlos die Augen zu schliessen. Nach einigen tiefen Atemzügen gab sie sich wieder einen tiefen Schlaf hin.
Zuletzt geändert von Kiara Thanel am Freitag 30. November 2012, 16:48, insgesamt 10-mal geändert.
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Drakhon Sokarth
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Beitrag von Drakhon Sokarth »

Stille, schwer, erdrückend und überwältigend umgab sie ihn wie ein gewichtloser Mantel aus schwarzer Seide und er genoss diese Einsamkeit, die Abgeschiedenheit dieser kleinen Kammer in die kein Laut von außen einzudringen vermochte sobald sich die schwere Tür aus kaltem Stahl hinter ihm geschlossen hatte. Eine absolute, erdrückende Finsternis umgab ihn, sie war rein und allumfassend gönnte seinem Körper einen Augenblick Ruhe, schottete ihn für von allen Eindrücken dieser Welt ab, welche unbarmherzig in jedem Augenblick auf seinen Körper und seinen Verstand anrannten.
Hier unten spielte Zeit keine Rolle, weder ob es Tag war noch Nacht, es war als würde sie gar nicht existieren, hier gab es nur ihn. Hier seine Gedanken frei und unbelastet, es half ihm seinen Kopf zu leeren und für wenige Momente an absolut nichts zu denken, nichts zu fühlen und er konzentrierte sich, doch da gab es nichts nur das Rauschen des Blutes welches träge von diesem Muskel in seiner Brust durch den Körper getrieben wurde, und der gleichmäßige flache Atem, beides eine Notwendigkeit.

Doch dann verging dieser kurze Moment, als die Wirklichkeit zurückkehrte und ihn aus der sanften Umarmung der Finsternis riss, Die karge Kammer wurde in ein unstetes, schummriges Licht gehüllt welches jeden cm der Kammer in Besitz zunehmen. Die vier Kohlebecken, je eines pro Ecke hatten sich entzündet, gierig leckten die Flammen an der Kohle tanzten spöttisch zwischen den schwarzen Klumpen und flackerten, sich der Decke entgegen streckend auf, begannen die Kohle zu erhitzen ehe diese rot schimmernd in den Becken lag. In mitten jeder Schale lag eine gusseiserne, poröse Kugel, angefüllt mit in öligen Tinkturen getränkten Kräutern unter der wachsenden Hitze begann es zu Knistern kleine Funken strebten Empor fügten sich in den Tanz der Flammen ein während den porösen Gefäßen ein dichter schwerer Rauch zu entsteigen begann. Dieser begann sich in der Kammer auszubreiten, schwer und dicht erfüllte er die Luft mit einem merkwürdigen Geruch.

Er blinzelte nicht, auch sonst wirkte er in mitten dieses dichter werdenden Nebels wie eine Statue, dass in Stein gehauene Abbild eines hochgewachsenen Mannes, die gelben Augen blickten leer und glanzlos in den vor ihm tanzenden Nebel, welcher sich wogend ineinander verlor. Verfolgte das Spiel der Schatten und Reflektionen welche die Flammen in den Nebel warfen. Nur langsam ging sein Körper auf die Knie, die Bewegungen wirken ungelenk und steif als er sich vor der kleinen Schale niederließ, die nun vor seinen Knien lag. Seine Arme emporhebend legen sich die langen, dünnen Finger aneinander die schmalen blassen Lippen beginnen sich zu öffnen, formen Worte doch kein Laut entwich ihnen während er sich in das Gebet vertiefte. Nach wenigen Worten war es vollbracht, seinem Herren war gehuldigt und seine Schuld ihm gegenüber für den Augenblick beglichen und seine Gedanken begannen die letzten Tage zu rekapitulieren.

So vieles hatte er geopfert in den langen Jahren, in welchen er seinem Herren treu diente, so vieles verloren vielleicht mehr als ein Mensch ertragen konnte, seine Gedanken streiften die Erinnerungen an seine Frau, das Neugeborene nach beiden verlangte sein Herr und er gab sie auf und mit ihnen den letzten Rest seiner Menschlichkeit ohne es wirklich zu bemerken. Was blieb war eine gähnende Leere, ein Loch das mit nichts gefüllt werden konnte, so schien es jedenfalls. Keine Freude, kein Genuss vermochte ihn mehr zu frohlocken, da war nichts als ein bitterer Geschmack der all diesen Dingen anhaftete. Doch er verwehrte sich dem Zorn, der Wut die sich mit dem anhaltenden Schmerz in seine Seele zu klammern versuchte es war der falsche Weg und nicht der, der ihm vorbestimmt war. Was blieb war der Schmerz.
Und es dauerte, bis er gewillt war diesen zu akzeptieren ihn als seinen steten Begleiter willkommen zu heißen. Ein simpler Gedanke erfüllte seinen Geist, warum sollte nur er leiden, jeder hatte es verdient zu verlieren was er liebte, den Schmerz zu kosten den er so viele Jahre selbst erlitt und er fand gefallen daran.
Er genoss es, das verursachen von Leid und Schmerz in welcher Form auch immer, es konnte die Leere in ihm füllen für kurze Zeit fühlte er sich lebendig. Zwar hielt dies nie lange vor doch für den Moment empfand er wieder etwas, ein Umstand der die Kälte aus seinem Körper vorübergehend vertreiben konnte.
Nun war da diese Frau, eine Ansammlung von Fleisch, Sehnen, Nerven und Knochen, nichts besonderes. Sie atmete sie bewegte sich tat das was all die anderen Menschen um sie herum auch taten, nichts so schien es hob sie aus der breiten Masse, die Tag ein Tag aus, ihrem belanglosen Leben nachging. Doch da war noch etwas anderes, etwas in ihren Augen, in ihrer Stimme, ja sogar in jeder ihrer Bewegungen spiegelte es sich wieder.

Schmerz, er haftete ihr an wie ein lieblicher Duft und weckte sein Interesse. Er schien tief zu sitzen, ihr fehlte der Halt in dieser Welt und es schien, als würde sie alles in Zweifel ziehen was ihr begegnete. Sie wirkte unfähig sich zu öffnen oft beobachtete er sie sah zu, wie sie versuchte ihre Sinne im Alkohol zu ertränken.
Er konnte nicht widerstehen und eröffnete das Spiel, ein makaberes Netz aus Zweifel und Leid welches er über ihr auswarf. Er wollte ihren Körper gleichsam mit ihrer Seele zerstören, er wollte ihr alles nehmen was sie noch in dieser Welt besaß, Freunde, Familie, sich selbst was blieb währe eine leere Hülle bereit, dass zu empfangen was er ihr einzufüllen bereit war. Er fand sie wieder und wieder, war sie unfähig sich seinem Zugriff zu entziehen. Bajard, La Cabeza die Dunkelheit der Wälder, es gab keinen Ort an dem sie sich ihm entziehen konnte, zumindest nicht auf dieser Welt.

Sein Blick fand zurück in die Gegenwart, die Fingerkuppe benetzt sich mit ihrem Blut ehe er die gestohlene Flüssigkeit mit einer verachtenden Geste in den Nebel spritzt. Stimmen erklingen, hallen von den Wänden, hungrig und doch so leise das es unmöglich ist auch nur eines ihrer Worte zu verstehen der Nebel selbst gerät in Bewegung. Ein Zimmer, eine schlafende Frau. Dort war sie, unruhig gefangen in ihrer letzten Zufluchtsstätte, in der sie sich ihm noch entziehen konnte, doch auch das nicht mehr lange.
Das Bild verschwamm, formt sich neu zeigt Orte und Menschen ihm unbekannt ein Fenster in ihre Träume. Ein sicherer Ort, doch für wie lange noch, er würde einen Weg finden, er suchte ihn bereits einen Pfad n ihre Träume um ihr auch den letzten Rückzugspunkt zu nehmen.
Noch war er dazu verbannt zuzusehen, den Bildern zu folgen. Musste sich damit zufriedengeben ihrem Alptraum als Zuschauer beizuwohnen, unfähig sich einzumischen.
Doch er hatte Zeit, die hatte er immer. Die im Nebel flackerten die Bilder wiederholten sich, und er sah zu, genoss ihre Schreie, ihre Angst es war ein köstliches Mahl belebender als alle fleischlichen Freuden und es würde noch um einiges berauschender werden, währe er erst in der Lage sie auch dort zu erreichen.
Kiara Thanel
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Beitrag von Kiara Thanel »

Es war mitten in der Nacht. Der Abend war ein Graus. Wieso verstand sie keiner? Oder besser noch... Wieso konnte keiner, für auch nur einen Augenblick das fühlen, was sie fühlte, um sie zu verstehen? Eine kleine Phiole war der einzige Ausweg den sie noch sah. Alles wurde nur noch schlimmer. Tag für Tag. Ihr Herz schmerzte, als würde man tausend Dolche in den Muskel unter ihrer Brust bohren. Das Gefühl, freunde zu haben, schlich sich langsam in ihre zerstörte Seele. Es war ungewohnt zu wissen das sich jemand anderes, ausser ihren Bruder Sorgen um sie machte. Was es nicht einfacher macht, fort zugehen. Auch wenn ihre Entscheidung fest stand. Sie hatten versucht sie abzuhalten. Sie alle. Doch es machte ihr Angst. Kiara wusste nicht, ob sie es nur für sich selbst machten, oder weil sie ihr bestes wollten. "Angenehmes ableben.", hallt es in ihren Ohren wieder. "Versprich mir, dass du dir nichts antust". weitere Worte, welche sich in ihren tiefsten inneren wiederholen. Immer und immer wieder. "Noch drei Tage."

Das Gefühl einer tauben, leeren Hülle aus Fleisch war eine wohltat. Keine schmerzen, keine kälte und keine bedrückenden Gedanken. Nichts konnte ihr anhaben. Die Spirituose durchflutet ihren ganzen Körper. Über alle Kapillare, bis in jeden Muskel und jede Faser ihrer Haut. So schwerelos und wohl, kam Kiara sich schon lange nicht mehr vor. Ein wohl bekanntes Gefühl. Der Geschmack des Absinths' haftet noch einige Zeit an ihren Lippen. Auch wenn der Abend die reinste Katastrophe war, konnte sie sich wenigstens zum Teil entspannen. Bis sie schliesslich einschlief, eingemurmelt in ein paar dicken Fällen.

Ihre Familie... Alle aus dem Dorf. Bekannte Gesichter. Sogar Raphael. Die junge Frau wusste genau wo sie war. Dort... wo sie jede Nacht war. Es war einerseits erschreckend, andererseits wusste sie was geschehen würde. Die Sorgenfreiheit wurde immer mehr zu einer Emotion von Hilflosigkeit. Sie sah zu, mit dem Wissen nichts gegen das ganze machen zu können. Mittlerweile versteckte Kiara sich nicht mehr. Nunja.. Da sie ja niemand sehen konnte, lief sie umher und betrachtete all ihre Gesichter. Wie fröhlich sie waren. Genauso war es... Real... Und so würde es auch in ein paar Tagen sein. Zwischenzeitlich, fragte Kiara sich, ob sie das alles vermissen würde? Das Land, die Wälder, die Menschen? Sie kannte ja nun einige und verbrachte, wenn sie nicht gerade in ihrer Einsamkeit schwelgte, ihre Zeit mit ihnen. Nach längerer Zeit war sie wieder am Lagerfeuer. Die gewohnte Umgebung stimmte sie fröhlich. Die junge Frau war erleichtert und Kiara empfand weiterhin nichts. Die Wirkung der Taubheit hielt weiterhin ein. Doch dann war da wieder die Dunkelheit. Kiara war noch nicht einmal mehr in der Lage, sich dem entgegen zu setzen. Die ganzen Wochen über, sah sie mit an wie sie verschlungen wurde. Egal wie sehr sie sich auch dagegen sträubte, nichts half.

Alles um sie herum war schwarz und... kalt... Eine ungewohnt kälte hüllte sie ein. Eine kälte die ihr so bekannt vorkam, den Ursprung aber nicht ausmachen konnte. Es tropft und der Boden färbt sich. Ein tiefes rot. Blut... Mit geschlossenen Augen hebt und senkt sich der Brustkorb stark an, in der Hoffnung, aufzuwachen. So wie jede Nacht in der Kiara im Bett liegen würde und sich die Augen ausweint. Ihre Brust schmerzt und mit einem mal, öffnen sich langsam ihre Augen. Sie war immer noch da. Alles in schwarz und rot. Die Nackenhaare sträubten sich und langsam zogen sich feine lienen aus dem Meer des Lebenssaftes. Wie dünne Adern, umfasste sie die schlangenartige Flüssigkeit. Hielt sie gefangen und bahnte sich einen Weg um ihren Leib. Letztendlich schlossen sich die Fäden um ihren Hals und raubten ihr den Atem. Ungewöhnlicherweise füllten sich ihre Lungen weiterhin mit Luft. Doch der Griff wurde fester und vor ihr wölbte sich das rot unter ihren Füßen. Ein krampfhaftes wehren war unmöglich und vor ihr bildete sich die Siluette einer Menschen. Das rot floss hinab und vereinte sich wieder mit dem Boden. Mit zusammengebissenen Zähnen betrachtete sie den Schemen vor sich. Eine Frau. So alt wie Kiara selbst, braunes Haar, ein blasses Gesicht und die selbe Stimme. Der einzige Unterschied lag an ihren Augen. Das blau zeugte von tiefster Dunkelheit. Sie waren beinahe Schwarz und um die Iris herum waren einige Blutrote sprenkel zu erkennen. Da ihr die Fasern die Luft abdrückten, war sie nicht in der Lage die Stimme zu erheben. Mit leisen Schritten wanderte die Frau um sie herum. Gekleidet in Schwarz. Ein kurzer Fellrock, ein Oberteil ohne Ärmeln und alles eng anliegend. Es passte zu den Augen der Frau, die Kiara bis auf die letzte Fase ihres Körpers ähnelte. Ihre Stimme war eisig und zerriss ihr schier das Herz. Wieder ein Schmerz der sie durchzog. "Na... Erkennst du mich?", fragte sie die Frau und Kiara kniff nur die Augen zusammen, als sich der Druck verstärkt. Ihre Finger wanderten im selben Takt ihren Körpers, in der auch die Frau um sie wanderte. Bei jedem Schritt klackte es leise, als würde man mit Stöckelschuhen herumlaufen. Auch wenn sie genauso aussah wie Kiara, war sie doch das komplette Gegenteil von ihr. [/i]"Ich bin du.", hörte Kiara sie sagen. Es ist etwas eng hier.. Nicht war? Und so kalt... Spürst du.. den Schmerz?". Es war wahr. Der Schmerz in ihrer Brust zwang sie, den Blick auf das Blut vor ihren Füßen zu betrachtet. Doch die Stimme wirkte tatsächlich erheitert. Als würde sie sich an dem Anblick der zerbrochenen Frau ergötzen. Kiaras dunkele hälfte legte ihren Zeige- und Mittelfinger der linken Hand unte ihr Kinn und zwang sie somit, den Blick anzuheben. Ein kaltes, bösartiges lächeln umschmeichelt die rötlichen, vollen Lippen ihres gegenübers. "Du bist so schwach und zerbrochen.. Hällst mich hier gefangen und lässt mich noch nicht einmal an deinen Leben teilhaben? Tz tz tz... Also wirklich... Du enttäuschst mich. Früher war das anders. Da hatte ich noch einen Platz in deinen Leben. Konnte mit entscheiden... Hm... Schade eigentlich. Dank dir... sehe ich alles nur noch unklar. Aber ich weiss das du leidest... Leider nur nicht dank wem.. Aber weisst du?". Als Kiaras ebenbild von ihrem Kinn ablies, bewegten sich die Arme zu ihren Nacken und legten sie dort ab. Die Frau vor sich, das pure Böse umarmte sie. Ihre Lippen berührten schmeichelhaft ihr Ohr. Doch mit einem schlag, fand die eisige Stimme wieder ihren Platz und drang sich in sie hinein. "Ich bin es leid.. hier gefangen zu sein. Du bist schwach... Bald werde ich frei sein und du wirst hier gefangen sein. In dem Käfig in dem DU mich verbannt hast. Du wirst es bereuen und die verblassten Konturen derer sehen, wie ich sie sah. Ich werde dir alles und jeden nehmen der dir am Herzen liegt und der Schmerz wird dich entgültig vertilgen. Deine Freunde... Deine Familie.. Oh.. stimmt.. Du hast ja nur deinen Bruder... *ein leises lachen entweicht iher Kehle* So einsam... Bald bin ich frei...". Obwohl die ihre eigene Stimme so kalt war, hallte sie in ihr wieder, wie ein Echo im morgendlichen Wald. Ihr Herz zerdrückte sie förmlich und fühlte sich an als wolle aus ihrer Brust springen. Kiara... Welche ihren umschlungenen Körper umarmte, verblasste. Der Körper wurde flüssig und ein schleier von Blut klebte an ihr, während der rest sich wieder mit dem Meer unter sich vereinte.

Ein starker Schmerz durchzog ihre Wange, immer und immer wieder, bis sie endlich die Augen aufriss und in die leichen blasse Miene ihres Bruders blickte. Kiara rang nach Luft und die Hände von Leon lagen zitternd auf ihren Wangen. Tränen rannen über sein Gesicht, er sagte etwas doch sie hörte es nicht. Solange bis sie wieder zur Ruhe kam. Er nahm sie in seine Arme und versuchte seine Schwester zu beruhigen. Er war so warm. Sie war froh ihn bei sich zu haben, legte die Arme um ihn und versuchte erst einmal zur Ruhe zu kommen.
Zuletzt geändert von Kiara Thanel am Freitag 14. Dezember 2012, 12:43, insgesamt 4-mal geändert.
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Drakhon Sokarth
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Ein Besuch bei der Gefangenen

Beitrag von Drakhon Sokarth »

Ein Sternenloser Himmel erstreckt sich, soweit das Auge reicht, zieht sich von Horizont zu Horizont, makellos und rein, keine Wolke, kein Vogel, nicht ein Himmelskörper stört das perfekt wirkende Bild nur eine tiefe, endlose Schwärze die sich über ein wellenloses, spiegelglattes Meer erstreckt. Kein Windzug, kein Echo kein Rauschen von Wellen, nur Stille so erdrückend das es einem den Atem rauben könnte lastet schwer auf diesem Ort und obwohl kein Stern, kein Mond am Himmel steht, der diesen unwirklichen Ort mit seinem fahlen Licht erhellen könnte scheint das ruhig daliegende Meer aus sich selbst heraus zu schimmern zeigt das tiefe rot dieses Meeres aus Blut.

In mitten dieses schier endloses Meeres, erhebt sich ein einzelner karger Felsen gleich einem Dorn aus Obsidian und durchbricht er die blutrote Oberfläche aus welcher er aufragt. Auf den ersten Blick wirkt er glatt eben und ohne Fehler ohne Makel, erst aus der Nähe lassen sich die tiefen Risse erkennen welche sich wie Adern über dieses seltsame Gebilde erstrecken. Und dort, auf diesem kargen Stück Fels in mitten dieses blutroten Meeres, ein Mensch, eine Frau, auf einem kleinen Vorsprung, Arme und Beine in Ketten an den Fels gebunden steht sich da der Blick aus den dunklen Augen ins leere gerichtet wartet sie, isoliert und einsam weggeschlossen vor der Welt.

Das einsetzen von Geigen, lässt sie aufblicken, die dunklen Augen schweift umher, sucht die immergleiche, trostlose Landschaft nach dem Ursprung der unwirklichen Klänge ab die das einzige sind was die sonst trostlose Stille durchschneiden. Unwirklich hallen die Noten, schwer und freudlos gespielt durch die Leere die Melodie gleicht einem ruhigen beinahe trostlos wirkenden Walzer schwillt an und erstirbt in regelmäßigen Intervallen, dringt so von allen Seiten auf sie ein. Dan zieht ein leises Brodeln nur wenige Meter vor ihr ihren Blick auf sich, die dickflüssig wirkende, tiefrote Masse beginnt Blasen zu werden, regelrecht zu kochen und in einem kleinen Bereich von vielleicht einem Quadratmeter gerät die Flüssigkeit in Aufruhr. Die angekettete Frau verfolgt wie sich eine wider der physikalischen gesetze eine brodelnde Säule ausschäumendem Blut emporhebt und bis beinahe zwei Metern Höhe anwächst, die Flüssigkeit kommt zur Ruhe, fließt über sich selbst zurück in das ansonsten weiterhin reglose Gewässer. Nur langsam zieht sich die Flüssigkeit zurück, gibt den Blick auf die sich aus dem Blut erhobene Gestalt frei, die silbrig weißen Haare das scharf geschnittene unnatürlich ebenmäßige Gesicht und die sie fixierenden gelben Augen eines Raubvogels. Einen langen Moment blicken sie sich an, umgeben vom anhaltenden Spiel der unsichtbaren Geigen. Die angekettete Frau und der vom wogenden Blut umgebene Mann dessen körper bis an die Hüften von der kochenden Flüssigkeit umspült wird.

„Hier.. also hat sie dich eingeschlossen, verstoßen in die hinterste dunkelste Ecke ihres Wesens, sie ist so undankbar. Isoliert dich von all den Freuden des Lebens. Erinnerst du dich daran? Den Wind auf deiner Haut, die Luft in deinen Lungen das Geräusch von raschelndem Laub. Nichts von alldem gönnt sie dir, nichts von al dem gewährt sie dir. In ihrer Schwäche, hat sie dich hier in die Dunkelheit verbannt.“, melodisch schwingen die Worte untermalt von der anhaltenden Melodie durch diese unwirkliche Gebilde einer Landschaft, stumm verbleibt der Blick der Gefangenem auf ihrem Besucher.
„Doch bald schon sollst du frei sein und sie, wird hier deinen Platz einnehmen Du wirst all das besitzen, was sie dir so lange zeit vorenthalten hat ihren Körper ihr Leben und all die Freuden die damit einhergehen. Gedulde dich nur noch eine kurze Zeit und du wirst erhalten, was dir rechtmäßig zu steht denn du bist stark und sie… ist schwach!“

Die Geigen erheben sich zu einem finalen, kakophonischen Spiel ihr klang zerreißt die Luft während sich die Gestalt im Meer nocheinletztes mal aufbäumt ehe die blutige Flüssigkeit sie wieder umspült und zurück in die reglosen tiefen zieht, zurückbleibt Stille.

Bald schon wirst du frei sein…“, verklingt es wie das Schlagen zahlloser kleiner Flügel.

Die schwere eiserne Tür zur kleinen raucherfüllten Kammer schließt sich mit einem leisen Quietschen und fällt mit einem kurzen „klack“ ins Schloss. Schritte ruhig und schwer verhallen in der Dunkelheit.
Bald schon…wirst du Frei sein und sie…zerbrochen."
Zuletzt geändert von Drakhon Sokarth am Dienstag 18. Dezember 2012, 17:46, insgesamt 1-mal geändert.
Kiara Thanel
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Kiara Thanel »

Das Meer ist so still. So rot und still. Kein Geräusch, kein Licht, nichts das die Einsamkeit durchbricht. Ledeglich Stimmen, sobald dieses Miststück sich unterhielt. So viele Stimmen. Die kälte, welche den Raum erfüllt, war nun ein Teil ihre selbst. Sie war eiskalt und... mörderisch. Nicht so schwach wie die junge zerbrochene Frau, die sich vor jeden Schmerz drückte. Meist übernahm ihr dunkeles ich die Überhand. Doch seid Kiara gesehen hatte, wie die Liebe zu anderen Menschen, Frauen das Herz brach und sie in den selbstmord trieben, hatte sie sich verschlossen. Auch den Teil, der andere Menschen verletzten würde. Seid dem war sie hier. Alleine und eingesperrt. Sobald das dunkele Wesen einen Weg finden würde, ist sie hier raus. Ersetzt durch die Schwache Frau, die den Körper führt.

Die Stille zerberrst. Wird unterbrochen durch schrilles Geigenspiel. Jemand fremdes ist in ihrem Teritorium eingedrungen. Der Körper verharrt still an Ort und Stelle. Doch die Augen blicken sich wachsam um. Die Blutroten Sprenkel um ihre Iris um pulsieren wie das ruhige Schlagen eines Herzens. Als wäre das rot in ihren Augen mit dem Meer aus Blut miteinander verdunden, blickt sie vor sich. Eine Siluette. Ein Wesen, aussehend wie ein Mensch, erhebt sich als der Masse und blickt sie mit stechend gelben Augen entgegen. Sie würde warten. Nur ein falscher Schritt, ein falschen wort und sie würde ihn von dem Meer unter ihnen verschlingen lassen. Niemand, betritt ihr Reich, ohne dafür zu bezahlen. Noch nicht einmal Kiara selbst.

Es war ein hoher Preis den sie zahlen musste. Sobald sie Kiara her holte, musste sie die Zeit abwägen, da ihr Herz zum stehen kam. Würde Kiara sterben, würde ihre dunkele Seite mit sterben. Der Blick ruhte auf den gelben Augen. Und das Spiel der Geigen war verstummt. Wachsam lauschte sie den Worten. Die Stimme war ihr vertraut. Ja.. Er war es, vor dem Kiara sich am meisten fürchtete. Ausser der Stimme vernahm sie eine Siluette, wenn er bei ihr war. Es verärgerte sie. Doch seine Worte stimmten sie mehr als zufrieden. Er war es... Der Weg zur Freiheit.

"Bald bist du frei..."

Immer wieder gingen ihr die Worte durch den Kopf, während die Geigen zu ihrem letzten Spiel anlegten und das Meer ihn in sich aufnahm und so wieder zu dem Ort führten, aus dem er kam.

"Ich werde erhalten, was mir rechtmäßig zusteht. Übe dich in Geduld. Denn bald.. Bist du an meiner Stelle."

Ihre Worte zerreissen für einen Moment, die wieder eingekehrte, eisige Stille, ehe wieder alles verstummt und sie sich der Einsamkeit hingibt.

"Bald... so bald..."
Zuletzt geändert von Kiara Thanel am Mittwoch 19. Dezember 2012, 10:47, insgesamt 3-mal geändert.
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Drakhon Sokarth
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Beitrag von Drakhon Sokarth »

Veitstanz

Kalter Stahl zerschnitt die Luft hektisches Rufen und erschrockene Schreie halten wieder. Er genoss den Klag ihrer Stimmen den Geruch ihrer Angst den Hass in ihren Augen. Die Welt um ihn herum drehte sich in einem schaurigen Farbenspiel, die Körper seiner drei Kontrahenten waren für ihn kaum mehr als Schemen während er sich Tanzend zwischen ihren Hieben bewegte. Die Bewegungen waren schnell und elegant, spürte er die Macht des Raben, die seinen Körper mit jedem Schlag des kraftvollen Muskels in seiner Brust durchzuckte und ihm eine beinahe übermenschliche Schnelligkeit verlieh.
Hier ein hieb, dort ein Schnitt er brauchte keine Waffen, den rasiermesserscharfen, gepanzerten Krallen die seine Hände umschlossen boten die Lumpen der Wegelagerer keinen Widerstand schon nach wenigen Augenblicken sickerte das Leben aus zahllosen schnitten aus ihren Körpern, der metallische Duft ihres warmen Blutes steigerte seinen Rausch und der Tanz erreichte seinen Höhepunkt. Er genoss es ihnen so nahe zu sein im Augenblick des Todes zu ihnen das leben mit den eigenen Händen aus den Körpern zu reißen je näher sie dem tot waren umso lebendiger fühlte er sich.
Sie waren so schwach, so erbärmlich anzusehen in ihrem verzweifelten, aussichtslosen Kampf. Es wurde Zeit. Die kalten Krallen seiner rechten zogen sich über den Unterleib seines Gegenübers zerrissen das weiche Fleisch und mit einem gellenden Aufschrei presste dieser, seine Hände gegen die hervorquellenden Eingeweide, die Klinge entglitt seinen Fingern und er sank in die Knie. Doch es blieb keine Zeit sich an dem Anblick zu laben, ein leises Surren ließ seinen Körper sich in einer fließenden Bewegung zur Seite drehen, keinen Moment zu früh denn nur wenige Zoll trennte die herab fahrende Schneide von seinem Kopf. Welche so lediglich einige der aufwehenden grau-weißen Haarsträhnen durchtrennte. Das Blut rauschte in seinen Ohren als die linke Hand voran zuckt und das Gesicht des Angreifers in Stücke riss. Ein stechender Schmerz, ausgehend von der mit verborgenen Brandnarben gezeichneten Hand zuckte durch seinen Körper, doch das Verlangen nach Blut, die Extase, welche er empfand während er das kostbare Leben aus diesen wertlosen Körpern riss überwog. der Tanz ging weiter während der Körper leblos zu Boden sank.
Ein letzter Räuber verblieb, das Schwert zum tödlichen Schlag über den Kopf gehoben setzte er auf ihn zu, die Klinge rauschte nieder grub sich in den weichen Boden, das Entsetzen im Gesicht des Vagabunden wuchs als er realisierte das der Rabendiener längst nicht mehr vor ihm stand doch der Gedanke verblasste als er hinab sah, auf die gepanzerte, aus seiner Brust ragende Kralle, dann wurde es dunkel und er hörte auf zu denken.
Langsam zog sich der blutbesudelte Arm zurück ließ den leblosen Körper zu Boden gleiten. Seine Haltung entspannte sich die Atmung wurde ruhiger, der tödliche tanz war vorbei die Statisten tot, bis auf einen.
Noch immer presste er die Hände an die aus dem zerrissen Fleisch hängenden Eingeweide, als wolle er das Leben in seiner Verzweiflung zurück in den dem Tot geweihten Körper drücken, doch es war vergebens das warme Blut floss, zusammen mit seiner Kraft durch seine zitternden Finger.
Der Rabendiener hielt einen Augenblick inne sein Kopf verlagerte sich einwenig auf die Seite als er den Gepeinigten beobachtete. Es war grotesque, die einen wollen Leben und sind dazu verurteilt zu sterben, die anderen wollen sterben und müssen Leben. Der Gedanke ließ ein freudloses Lächeln über seine fahlen Raubtierhaften Züge huschen. Die Rechte streckte sich griff in die Lumpen des Mannes und zerrten den tödlich Verwundeten am Kragen empor.
Ihn trieb nicht der Hass gegen diese drei Fremden, er kannte sie nicht einmal sie waren ihm egal. Was ihn trieb war etwas anderes, es war der Wunsch, nein es war das quälende Verlangen nach ihren Seelen doch es war nicht das seine. Ihm genügten ihre Schreie, ihm genügten ihre Schmerzen, es bedurfte letzten Endes doch so wenig um ihn zu erfreuen.
Seine linke Hand legte sich auf den Kopf des Fremden, die scharfen Krallen schnitten sich in die Kopfhaut ließen das warme Blut hervorquellen und die hand begann sich zu drehen, er schrie, schrie voll trotz und Verzweiflung.
Doch er schrie nicht lange.

Intermezzo

Die schlurfenden Schritte hallten im steinernen, engen Gang wieder nichts war geblieben von der anmutigen, tödlichen Gestalt die noch vor wenigen Minuten ein Blutbad zu ehren des Raben angerichtet hatte. Die wallende Robe wog mit jedem Schritt um den hochgewachsenen sehnigen Körper ließ ihn imposanter erscheinen als er letzten Endes war doch auch sie täuschte nicht über die leicht gebeugte Haltung und die schweren Schritte hinweg. Ein leises plätschern begleitet seine Schritte während er eine blutige Spur hinter sich herzieht. In inzwischen ebenso träger abfolge rann das Blut über die herausgerissene Wirbelsäule welche sich aus dem abgerissenen Schädel erstreckt, welchen er mit der rechen Hand am Haar ergriffen hielt. Der entsetzte Ausdruck auf den leblosen Zügen bot ein verstörendes Bild, den Mund weit geöffnet waren die Augen noch immer weit aufgerissen die leeren, leblosen Pupillen einen deut empor gerollt wog sich der Kopf mit jedem der langsamen Schritte.
Die schwere eisenbeschlagene Tür schwang begleitet von einem unangenehmen quietschen auf als er sich dieser näherte. Ohne aufzublicken tratt er wieder in die inzwischen fast stockfinstere Kammer
Das Kohlebecken war umgeworfen, der Inhalt lag noch immer verstreut über den Resten des Pentagramms die Glut war längst erkaltet und erloschen. Er blieb stehen, sein Blick richtete sich durch den noch immer schwer in der Luft wabernden Rauch auf die Überreste des Ritualplatzes und ein tiefer Atemzug folgte. Er hatte die Beherrschung verloren, nur einen kurzen Herzschlag lang doch es genügte.
Sie begann wieder zu erstarken, mit jeder Stunde mit jedem Tag der verstrich und an welchem sie an der Seite dieses trotzigen Mannes verblieb gewann sie wieder Kraft. Längst lag Krathor Schatten über der Seele des Schmieds, die Schwingen gierig danach ausgestreckt gab es für ihn kaum noch Hoffung doch Kiara, bei ihr war noch alles offen, er wollte sie fallen sehen und was er wollte würde geschehen zum Ruhme seines Herren auch ihre Seele würde bald verpfändet sein.
Sie hatte ihn ausgesperrt, so sehr er sich bemühte so lange er auch in den brennnenden dichten Rauch starte er konnte nichts erkennen keinen Schemen keine Bewegung, kein Laut nicht der geringste Eindruck war zu erkennen bis, bis sein Gesicht durch den Nebel huschte nur kurz kaum länger als einen Lidschlag doch dass, was er in diesem kurzen Augenblick spürte entlockte ihm einen wutgeschwängerten Aufschrei, und es war das vorläufige Ende seiner Beobachtungen, denn in einem regelrechten Tobsuchtsanfall riss er das Becken zu Boden Blitze krachten grell durch die Kammer als sich sein Wahnsinn für wenige Momente, wie eine losgelassene Bestie austobte und den kleinen Raum verwüstete, ebenso den Ritualplatz in dessen Mitte.
Seine Finger schlossen sich fester in das zottelige Haar an welchem noch immer der leblose Kopf hing. Zuneigung, Wärme, Vertrauen, und war da auch…. Liebe? Längst waren dies nicht mehr als bedeutungslose Worte für ihn, leere Phrasen dessen Inhalt kaum mehr als eine schemenhafte Erinnerung, ein stück Treibholz in einem Meer aus den Schreien und Qualen seiner Opfer, war.
Und doch stießen sie wie glühende Nadeln in seine Gedanken sie waren der Grund für ihre Kraft, für ihren Willen sich ihm zu widersetzen und ihn, aus ihren Träumen auszusperren.
Doch noch war es nicht vorbei, der letzte Reigen war noch nicht gespielt.
Er schüttelte diese lästigen Gedanken mit einem verächtlichen Schnauben ab, in einer trägen Geste wurde der leblose Kopf an den Rand, des von der beinahe abgebrannten Fackel ausgehenden Lichtkegels geworfen.
„Wir haben noch die eine oder andere Überraschung für die beiden nicht wahr..?“, die Worte hallten leise von den kalten Mauern nach, einen Herzschlag lang wirkte es als würden zahllose Stimmen sie wispernd wiederholen dann wurde es wieder Still. Aus der tiefen Dunkelheit der hintersten Ecke des Raumes streckt sich ein feucht glänzender, modriger Arm in den Lichtkegel, die gekrümmten Finger greifen steif nach der blutigen Wirbelsäule und ziehen den Kopf zu sich in die Dunkelheit. Zwei kalte, rotglühende Punkte Leuchten auf ehe ein knirschen zu vernehmen ist, gefolgt von einem widerlichen Schlürfen und Schmatzen. Dann erklingt ein schwerfälliges unwirkliches Knurren welches sich in die den Leichenschmaus begleitenden Laute mischt und dann ein einzelnes mühsam formuliertes Wort voll Abscheu und Begehren, voll Verachtung und Verlangen.
„Kiiiaaraaa….“
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