Marmeladenbrote...

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Tarya Erskine

Marmeladenbrote...

Beitrag von Tarya Erskine »

Wenn etwas passiert, dann alles auf einmal.
Mal ganz abgesehen von Neunköpfigen Hydra’s und Untote und Krieger in Plattenrüstung..
Barden, Katzen, Adler, Kinder, Marmeladenbrote…..

Der Tag war chaotisch zu Ende gegangen, und unruhig war ihr Schlaf gewesen.
Sie hatte von all diesen Dingen geträumt.
Der kleine Kater, der sich an ihre Hand geschmiegt hatte, hatte ihren wirren Traum mit einem eindeutig Katzischen „Miauuuu“ eingeleitet, und beendet hatte ihn das Lachen des kleinen Mädchens.
„Hochbohren“

Alles dazwischen waren nur noch Nebelfetzen, die, jetzt wo die Schneiderin wieder wach war, kaum mehr Realistisch erschienen.
Das Gespräch mit Nym, seine Verabschiedung, die Erzählung von dem weglocken der Hydra, gemeinsame Jagdpläne, Jamal und seine Idee mit der Handwerkszunft, das Gespräch mit Nyome über die Traumbringerin, das Mädchen, das so skeptisch vor ihrem Laden gestanden hatte, und erst Überwindung brauchte, um den Laden zu betreten.
Fetzen, die allmählich verblassten.

Müde rieb sie sich den Schlaf aus den Augen, zog sich an, und machte sich an die Arbeit.
Schafe und Hühner versorgen, Haus lüften, Material für den Tag bereit legen.
Das Glas Marmelade, welches sie als Dank für ihre Arbeit von Nyome bekommen hatte, stand noch immer auf dem Tisch und erinnerte sie an die irgendwie groteske Situation in der sie sich befand.
Sie sollte sich um die kleine kümmern und ihr Marmeladenbrote machen.
Auch wenn der Umgang des Magiers mit dem Mädchen sie verwundert hatte, so hatte er ihr gezeigt, was sie noch nicht kannte.
Sie wohnte jetzt bei ihm, und Tarya sollte ihm helfen.
Nicht nur, das sie ihm sowieso keine Bitte abschlagen konnte, sie freute sich darauf, sich um die kleine zu kümmern.
Nur wie würde das weiter gehen?
Was würde noch alles kommen?
Würde die Kleine ihre Eltern wiederfinden?
Wie lange würde sie bleiben?
Was würde noch alles passieren?

Alle diese Fragen, schob sie bei Seite, und trotz des schlechten Schlafes packte sie ihre Tasche, verstaute die Marmeladengläser behutsam, verließ das Haus und machte einen Umweg zum Bäcker um dort frisches Brot zu kaufen.
Bepackt mit allerlei Leckerem und frischem Obst machte sie sich auf den Weg ins Adelsviertel, nur um dort mit einem leisen summen, das Haus des Magiers zu betreten, und sich schnurstracks auf den Weg in die Küche zu machen.
Bald erfüllte der Duft von Brot und Tee die untere Etage.


Ein guter Anfang, ein gemeinsames Frühstück mit Marmeladenbroten…..
Elias Corvus Yota

Beitrag von Elias Corvus Yota »

wie so stetig von wenig schlaf geplagt, lag der junge adlige lange im Bett und dachte nach, über vergangene Ereignisse, über kommende Ereignisse und er machte sich sorgen. Er musste einen Weg finden der kleinen Nicora zu helfen. Er mochte sie, sie war eine angenehme Gesellschaft, dabei schwirrte ihm das "Hochboren" wie die kleine ihn immer nannte im Kopfe herum.
Aber sie brauchte ihre Eltern, mehr als einen eigentlich fremden Adligen. Er fragte sich auch wie wohl die anderen Adligen darüber denken würden, das Elias ein junges Mädchen bei sich aufnahm, würde man es wohl akzeptieren? Er konnte das Mädchen ja schlecht auf der Straße sitzen lassen, das wäre weder Moralisch vertretbar noch Temoragefällig.
Und Tarya? Wer sollte dem Mädchen Frühstück machen und was wusste er selbst schon über Kinder? Doch er konnte wohl kaum behaupten das, das der einzige Grund war sie um hilfe zu bitten. Er mochte Tarya, sie bemühte sich merklich und er genoss ihre nähe. Etwas, das es wirklich für sich zu behalten galt, auch vor Nicora.
Doch irgendwann schlief auch er ein. Und das erwachen, war etwas gänzlich neues für ihn, es duftete nach Brot, nach Frühstück, wie lange hatte er nicht mehr mit anderen am gemütlichen Frühstückstisch gesessen? Ein halbes Jahr musste es her sein, als er noch bei seinen Eltern wohnte und jeden Morgen mit ihnen aß.
So trat er in den Wohnbereich zum ersten gemeinsamen Frühstück mit Nicora und Tarya, fast wie eine kleine Familie.
Zuletzt geändert von Elias Corvus Yota am Donnerstag 25. Oktober 2012, 12:26, insgesamt 2-mal geändert.
Nicora Aria Martain

Beitrag von Nicora Aria Martain »

*in mitten von Farbtiegelchen, Kohlestiften, farbigen Wachsstiften und bunten Fingertappern, auf der großen Festtafel des von Yotaschen Anwesens, liegt ein Bild von einem bunten Schiff, sowohl Elias als auch Tarya werden sich wohl denken können, das dies das oftgenannte "Zuerstschiff" darstellen soll mit dem Nicoras, inzwischen etwas über 1 Jahr dauernde, "Reise" begann. Ein Schiff wie es nur der Fantasie eines Kindes entstammen kann, nur die vielzahl der bunten Segel mag vielleicht auf ein recht großes Überseeschiff hindeuten*

Bild
Tarya Erskine

Beitrag von Tarya Erskine »

Sie öffnete die Türe zum Wohnzimmer im Hause von Yota, ihre Schritte führten sie in die Küche, ehe sie inne hielt und den Blick über den Tisch wandern lies´.
Kindliches Chaos.
Sorgsam machte sie sich daran, den Tisch aufzuräumen, alle Farben, Pinsel und Blätter wurden geordnet und zur Seite gelegt.
Dann betrachtete sie das Bild des „Zuerstschiffes“.
Es war ein schönes Bild, von einer 6Jähringen.
Wenn sie gefördert würde, würde sie bestimmt mal großes Talent ihr eigen nennen.
Ein kurzes Lächeln huschte über Tarya’s Züge, ehe sie leise seufzte.
Nicora brauchte ihre richtigen Eltern, nicht einen Adeligen und ein Kindermädchen. Und trotzdem viel es ihr schwer sich mit dem Gedanken zu befassen.
Sie hatte die Kleine in sehr kurzer Zeit ins Herz geschlossen, auch wenn der Verstand sagte, sie solle das Herz zügeln.
Sorgsam legte die Schneiderin das Bild wieder auf den Tisch, schlenderte gen Küche und holte einen Lappen.
Sie beseitigte die Fingerpatscher vom Tisch und räumte letztlich die Malsachen nach oben in Nicora’s Zimmer, wobei ihr auffiel das es oben gar keinen Tisch gab, an dem die kleine Malen könnte.
Darüber hatte sie gar nicht nachgedacht.
Sie würde einen Bestellen.
Ihr Weg führte sie wieder nach unten, wo sie sich dem eigentlichen zuwenden wollte. Doch wieder hielt sie am Tisch inne und betrachtete das Kinderbild.

Die Idee, die ihr beim Betrachten des Bildes durch den Kopf ging war recht simpel, würde aber hoffentlich dem kleinen Wirbelwind gefallen.
Und vielleicht sogar dem Adeligen.

Es dauerte eine Weile, bis sie mit allem fertig war, doch dann ließ sie sich am großen Tisch nieder, nahm sich Papier sowie Feder und Tinte, und begann einen Brief zu schreiben:


Lieber großer Bruder

Ich brauche deine Hilfe.
Ich habe hier ein schönes Kinderbild, und brauche einen passenden Rahmen dafür.
Es handelt sich um ein Bild eines Schiffes auf dem Meer, ich fände es also schön, wenn der Rahmen dazu passen würde.
Ich vertraue da völlig auf deine Ideen.
Wenn du willst kann ich es gerne mal mit in den Kessel bringen, dann kannst du es dir ansehen.
Wenn du so schon Ideen hast, dann nur zu.
Die Hauptfarbe in dem Bild ist blau, falls du was mit Farben machen willst.

Ist sonst alles in Ordnung bei dir?
Sag mal, magst du Fisch?
Ich hab jemanden, der mir fisch liefert, aber die Hälfte der Leute, für die ich koche, mag keinen Fisch, und es wäre schade darum wenn er schlecht werden würde.

Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder


Tarya


Den Brief lies sie nach Lameriast bringen, damit er alsbald Jamal erreichen würde
Jamal Derben
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Jamal Derben »

Grüß dich Schwesterchen,

deine Botschaft hat mich erreicht.

Ich werde das Bild besehen und mich dann an einen angemessen Rahmen machen.
Sei so gut und leg es mir zur Ansicht in den Kessel ich muss ja Maß nahmen.

Bei mir ist alles den Umständen entsprechend. Aber im Groben und Ganzen bin ich wohl auf. Ich hoffe bei dir ist es nicht anders.

Alles was nicht aus Stein und Sand ist kann ein Derben verschlingen also auch Fisch.

Hat mich gefreut von dir zu hören. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder.

Der Staub nagt an meinem Nerven Kostüm.



Jamal
Tarya Erskine

Beitrag von Tarya Erskine »


Elias war fort.
Das Gespräch war nur kurz gewesen, aber wie so oft musste der Magier seinen Pflichten nachgehen, wenn sie schon den Laden geschlossen hatte.
Sie hatte ihre Pflichten und er die seinen.
Den ganzen Tag hatte sie getan, was man als Schneiderin so tut.
Und nebenbei den Laden in Ordnung gehalten, Post beantwortet und so weiter und so fort.
Bleierne Müdigkeit machte von ihrem Körper gebrauch, legte sich auf ihre Augen, zog die Lider herunter, drückte sich in immer wieder kehrendem Gähnen aus.
Sie schlenderte durchs Yotasche Anwesen, sah nach dem rechten, fütterte die Schafe und räumte das Kinderchaos auf.
Dabei suchte sie gezielt das Bild, welches sie nach einer ganzen Weile erst fand.
Sorgsam rollte sie es ein, legte es zur Seite, damit sie es am morgigen Tag mitnehmen konnte.
Die kleine schlief wie ein gelocktes Murmeltier, eine entspannte Mine zeigte, dass sie sich wohl zu fühlen schien.
Tarya setze sich an die Bettkante, betrachtete das Mädchen.
Ihre Gedanken jedoch gingen auf die Reise, sie rief sich in Erinnerung was sie noch alles erreichen wollte, und was sie tun wollte, um zu erreichen was sie sich wünschte.
Es dauerte eine Weile, in der sie einfach da saß, der kleinen beim Schlafen zusah und nachdachte.
Doch die Müdigkeit trieb sie weiter…. In’s Bett.

Sie schritt die Stufen hinab, zog sich aus und legte sich hin.
Und es dauerte nur wenige Momente, da sie der Schlaf übermannte.
Auch wenn sie sich immer wieder im Schlaf hin und her drehte, und nach einer bequemen und beschützten Position suchte.
Doch es fehlte.


Am nächsten Morgen stand sie auf, machte Frühstück für drei, wie so oft in der letzten Zeit.
Brot, Käse, Marmelade, Tee und heißen Kakao.
Dazu frisches Obst und für jeden ein gekochtes Ei.

Als sie sich nach dem Frühstück auf den Weg zum Laden machte, hatte sie das eingerollte Bild eingepackt.
Sorgsam legte sie es in’s Regal, und schrieb einen Brief.


Brüderchen,

das Bild liegt im Kessel und freut sich, genauso wie ich, auf einen Rahmen von dir.
Sag mir, was du dann von mir bekommst.
Es wartet auch noch Gold in deiner Kiste von den letzten Verkäufen.

Weißt du, was wir mal machen sollten?
Alle zusammen einen Abend nicht Arbeiten oder in der Mine stehen, sondern es uns zusammen in der Stadtstube gut gehen lassen.
Früher habe ich das mit Rhaokar und Tali öfter gemacht, aber in der letzten Zeit kommen wir nicht mehr dazu.
Und ich fände es schön, wenn du, Jadron und Arkon ebenfalls dabei wären.
Dann hat dein Nervenkostüm auch ein wenig Zeit, sich vom Staub zu erholen.
Außerdem wäre es schön, die anderen auch mal außerhalb von Geschäftlichem zu sehen.

Was meinst du?

Ich hoffe, du kommst bald wieder vorbei.



Tarya

Das Brief wird wieder durch einen Boten nach Lameriast gebracht.
Zuletzt geändert von Tarya Erskine am Dienstag 11. Dezember 2012, 15:02, insgesamt 2-mal geändert.
Jamal Derben
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Jamal Derben »

Grüß dich Schwesterchen,
deine Botschaft hat mich erreicht.

Ich habe das Bild besehen und mit der Fertigung begonnen. Ich habe in den Wäldern zu tun. Da werd ich das Rechte schon zu finden wissen.

Ein Abend in einer Taverne bei diesem Wetter und der Gesellschaft wer würde so etwas ausschlagen. Mal sehen wann es uns gelingt dem Plane Gestalt zu verleihen.

Die verlorene Zeit ist dem Wachstum des Geschäftes zu verdanken und den daraus stammenden Aufträgen. Sie sichern das Auskommen und nehmen die Last vom Hungern von uns.

Wie immer erfreuen deine Zeilen mein Herz. Sie schnitzen ein Lächeln in meine Lippen. Sie verbannen die Nässe und die Kälte.

Ich hoffe wir sehen uns bald wieder.




Jamal

*Der Handwerker wird das Bild betrachten. Er wird Maß nehmen. Er wird sich über sein Kinn streichen. Er wird die Maße notieren. Er wird einen Plan zeichnen. Er wird einen andern Plan zeichnen. Er wird Maß nehmen. Er wird einen Plan zeichnen. Er wird schlussendlich scheinbar zufrieden nicken. Er wird die Lichter löschen und aufbrechen.*
Tarya Erskine

Beitrag von Tarya Erskine »

Ruhigen Schrittes machte sich Tarya auf den Weg ins Gemeischaftsschlafzimmer.
Elias war gegangen, seine Worte hatten sie zwar zum Nachdenken gebracht, jedoch freute sie sich darüber, das Nicora ihre erste Nacht bei ihr verbringen würde.
Als sie die letzte Stufe der Treppe hinab gestiegen war, und sich umsah, lag die kleine schon in ihrem Bett.
Mit einem Lächeln auf den Lippen, schlenderte sie auf ihren Schrank zu, zog sich um, und setzte sich dann auf die Bettkante, um dem Mädchen beim Schlafen zu zu sehen.
Sanft strich sie ihr die blonden Haare aus dem Gesichtchen und ein prüfender Blick wanderte über die kleine Beule auf der Stirn.
„Kleiner Wirbelwind, schlaf schön“, die Worte waren mehr geflüstert als gesprochen, wollte sie das Mädchen doch nicht wecken.
Ausser den beiden war niemand im Haus, Jamal und Rhaokar wahrscheinlich auf Lameriast, Talianna bei ihrer Regiments-Überlebens-Übung und Jayna…sie wusste nicht, wo sich die Schützin herum trieb.
Sie war sich nicht sicher, wer noch alles im Laufe des Abends oder der Nacht nach Hause kam, nur bei Tali war sie sich sicher, dass sie nicht Heim kommen würde.
Also machte sich die Schneiderin auf den Weg in Tali’s Bett.
Legte sich dort hin, und sah noch eine ganze Weile zur Decke.
Schwacher Kerzenschein der letzten herunterbrennenden Kerzen erleuchteten den Raum, das Wasser spiegelte den Schein, und machte es zusätzlich ein wenig heller.
Eigentlich war sie es gar nicht mehr gewohnt alleine einzuschlafen.
Sonst war sie immer diejenige, die Abends nach Ladenschluss verschwand und bis zum nächsten Morgen nicht mehr zu sehen war.
Normalerweise war sie diejenige, die versuchte zu verschleiern, das sie ihre Nächte nicht hier verbrachte.
Wie sich alles geändert hatte…

Sie war überrumpelt gewesen, als die Kleine die Frage gestellt hatte, ob sie heute hier schlafen durfte.
Aber es hatte sie gefreut, wirklich gefreut.
Wenn ihre eigenen Kinder irgendwann mal ansatzweise genauso waren, wie Nicora jetzt, konnte sie sehr stolz sein.

Normalerweise brachte Elias sie oben in seinem Anwesen in’s Bett, und Tarya sah noch einmal nach ihr, wenn sie zu Elias ging.
Der Ablauf gefiel ihr, auch wenn es schöner wäre, Nicora öfter selber in‘s Bett zu bringen.
Aber es ging nicht immer anders, und es war immer toll zu sehen, wie Elias, der (für andere) hochnäsige und arrogante Adelige, mit dem Mädchen umging.

Der kleine Wildfang drehte sich in ihrem Bett herum, was Tarya dazu brachte, den Blick von der Decke zu ihr zu wenden, aber nach kurzem murren schlief Nicora einfach weiter.
Leise atmete die Schneiderin tief ein und aus, sie war müde, aber irgendwie konnte sie nicht schlafen.
Alleine im Bett liegen, ohne einen Arm um sich, ohne ein ruhiges Atmen neben sich, war so ungewohnt.
Und sie wusste genau, dass er im Moment genauso wach war wie sie, und es für ihn genauso ungewohnt war.
Zu sehr hatten sie sich beide daran gewöhnt, zumindest die Abende für sich zu haben, und völlig abgeschottet vom Rest der Welt, einfach nur sie selbst zu sein.

Irgendwann übermannte sie dann doch der Schlaf.
Jedoch, im Gegensatz zu sonst, schlief sie allerdings sehr unruhig.
Ob das an der fehlenden Gesellschaft oder an anderen Dingen lag, wusste sie nicht, aber als sie am nächsten Morgen aufstand, fühlte sie sich alles andere als Erholt…
Elias Corvus Yota

Beitrag von Elias Corvus Yota »

Ein leeres Bett, das schlimmste des Abends war ein leeres Bett.

Vermutlich würden viele die diesen Satz hören sich sagen, der faule Adlige hat kein anderes Problem als das sein Bett leer war. Oder vielleicht, der jüngling könnte sich doch bestimmt vom Geld seines Vaters 3 Frauen ins Bett holen. Aber Elias wusste das jeder von ihnen unrecht hatte. Sein Vater hatte ihn mit einem Satz Kleidung und nicht mehr als 15 kronen in die Lande geschickt.
in weniger als einem Jahr hat er sich ein Haus mit Keller erarbeitet und eingerichtet, seine Diamant Ausrüstung, dazu eine Ogerleder, eine Gargoylleder und eine Dämonenknochenrüstung erarbeitet.
Er hat vermutlich mehr dreck durch wühlt als viele aus dem "einfachen" Volk.

Aber sein größtes Problem war ein leeres Bett. Das war doch kaum zu glauben, aber es war so.

Der Tag war stressig, er hatte wegen seines Kranken Vaters bereits vorher eilig abreisen müssen und war bereits heute wieder zurück gekehrt. Nur um direkt zu den Zwergen zu kommen.

Die Aufgaben die man ihm gab, damit die Zwerge ihm ihre Runen des Feuers zeigten und auf seinen Hölzernen Stab gravierten:
"1. Töte einen Dämon ohne Magie, verflucht wie sollte er das machen? Aber ihm würde schon etwas einfallen.
2. Töte mit einigen Zwergen einen Balron und einen oder mehrere Drache, wenn sie die anderen kreaturen von ihm fernhalten macht er das auch ganz alleine, aber naja...
3. Fange einen Lethar, einen Lethar! wenn es so einfach wäre einen Lethar gefangen zu nehmen, dann würden lauter Letharen Köpfe seine Wand zieren. Doch er würde schon einen Weg finden."

die erste und dritte Aufgabe waren hart. Doch er würde es schon schaffen. Zumal sein größtes Problem dennoch das leere Bett war.

Sicherlich, es war auch für die Mithrilwürde, die eine gewaltige ehre darstellte, aber beim Lichten Pantheon, musste er das wirklich machen? "Ich werde mich den Aufgaben für die Mithrilwürde stellen und um eure Runen auf meinem Stab tragen zu dürfen und erst wenn ich beides erfüllt habe, werde ich auch nru eines davon in anspruch nehmen!" Hatte er gesagt als das Sprichwort "Ohne fleiß, kein Preis" fiel. Sicherlich er hatte sich bei den Zwergen als wertvoller verbündeter Erwiesen, doch würden sie ihm dies auch zurück geben?

Ja, Dwarosch tat es, er half Elias wo er nur konnte, eine gute Freundschaft ist zwischen ihnen erstanden, er konnte nur hoffen, das diese beständig bleibt.

Doch zurück zum eigentlichen Problem, dem leeren Bett, dem Grund für seine schlaflosen Nächte.
Er hatte Dämonen getötet, gewaltige Drachen mit seinen Zaubern zu Boden gerungen und Dämonen Fürsten getötet, nicht immer war er der einzige der ihnen ernsthaft schaden zufügen konnte. Doch hin und wieder war er es. Doch all das konnte nicht mithalten, mit dem leeren Bett.

Aber was war das Problem an dem leeren Bett? Das Bett war genauso bequem wie früher auch, früher hatte er es genossen sich Abends ins Bett zu legen. Seine ruhe zu haben. Doch jetzt, lag er in dem Bett, hatte die Augen geschlossen, aber konnte nicht schlafen, ihm fehlte etwas, etwas an seiner Seite. Ihm fehlte die Anwesenheit, selbst mit fehlender Berührung könnte er leben, wenn sie nur da wäre, nur da liegen würde, eingepackt in voller Kleidung, aber wenigstens da liegen. Er hatte die letzten beiden Nächte schon kaum schlafen können deswegen, eine dritte Nacht, bald fragt man ihn wieso er so kaputt aussieht, aber noch konnte er das Lied nutzen um, wach zu wirken, noch.

Er stützte sich auf seine Ellenbogen, änderte im Lied die Struktur seiner Augen, so das er trotz der dunkelheit sehen konnte, er sah auf einen leeren Platz, er lächelte leicht bei dem Gedanken an die Frau die da liegen sollte, aber sie war bei Nicora und er konnte es sich nicht leisten, das die Leute, noch mehr von dem bemerken was er für sie empfindet.

Er legte sich hin, schloss die Augen, beendete jegliche Art von Konzentration aufs Lied, die Struktur seiner Augen nahm wieder die normale form an, die müdigkeit kehrte deutlich zurück, das Blut nicht mehr in Wallung und ein einziger Gedanke verhalf ihm nun endlich in den Schlaf

"Tarya"
Jamal Derben
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Jamal Derben »

*Der Handwerker wird den Rahmen vorzeichnen. Er wird seine Maße nochmals abgleichen. Er wird sich das Kinn und die Glatze reiben. Er wird sich nochmals gedanklich mit dem Bild auseinander setzen. Er wird seine Zeichnung kontrollieren. Er wird seine Vorstellung in die Luft zeichnen. Er wird einen andern Plan zeichnen. Er wird diesen Plan wieder verwerfen um ihn neu aufzusetzen. Er wird sein Maß nachmessen. Er wird schlussendlich scheinbar zufrieden lächelnd nicken. Er wird die Lichter löschen und aufbrechen.*


Grüß dich Schwesterchen,

ich habe den Rahmen fertiggestellt. Die nahenden Tage werd ich ihn dir vorbeibringen. Ich hoffe mein Werk mag dir zusagen.

Ein ruhiger Abend in einer Taverne bei dem Wetter und deiner Gesellschaft mag immer noch mein Wunsch sein.

Ich hoffe wir sehen uns bald wieder.




Jamal
Tarya Erskine

Beitrag von Tarya Erskine »

Das Haus beherbergte stille.
Dieses große Anwesen, und für den Moment erschien es so, als sei alles Lachen und alle Fröhlichkeit aus ihm gegangen.
Nicora hatte ihren Vater wieder gefunden. Oder besser, er sie.
Tarya wusste, dass dieser Tag kommen würde, doch hatte sie alles nach hinten geschoben, als würde dieser Tag vielleicht erst in 10 Jahren kommen.
Und nun war sie weg. Zurück in die Heimat zu ihren Eltern und ihren bald kommenden Brüderchen.

Es war gut, so wie es war.
Der kleine Wirbelwind brauchte ihre richtigen Eltern.
Und dennoch war die Nachricht ein Stich im Herzen gewesen.
Als würde sich alles in ihr zusammenkrampfen.
Als Nicora sich verabschiedete, hatte die Schneiderin gelächelt.
Sie hatte sich dazu zwingen müssen, aber sie hatte gelächelt.
Sie freute sich für die kleine. Und dennoch tat es weh, so verdammt weh.

Elias wusste genau, was in ihr vorging.
Die Türe knallte zu, das leise, letzte Schluchzten des Mädchens war verklungen und Tarya musste sich zusammen nehmen.
Er nahm sie in den Arm, küsste ihre Haare.
Kaum lagen die Arme um ihren Leib, ließ sie ihren Gefühlen freien lauf und warme Tränen benetzten Elias Hemd.
Er war stark für beide, auch wenn es ihm ebenso weh tat wie ihr.
Und doch hielt er den Kopf erhoben, redete beruhigend auf sie ein.
„Denk dran, wir werden sie so oft besuchen, wie es nur geht“, seine Stimme war leise und sie hatten eine Beruhigende Wirkung.
Immer wieder gingen ihr die Worte des Mädchens durch den Kopf: „Bist du böse auf mich?
„Nein, wieso sollte ich böse sein?“
„Ich habe es nicht geschafft, dass Hochboren und du euch lieb haben dürft“
Kindersorgen.
Die kleine war empfänglicher gewesen, als es gut war.
Und warum machte sie sich Gedanken?
Das alles lag jetzt hinter ihr.
„Ich werde euch vermissen, ihr kommt zu uns, ja? Versprochen?“
Beide hatten dies bestätigt.
Die „Pfut“ war ausgelaufen, und damit auch Nicora und ihr Vater.
Jetzt war die Familie vereint.
Und Nicora würde bald eine große Schwester sein. Wie gut konnte sie sich das Mädchen mit dem Flausenkopf vorstellen, wie sie ihren kleinen Bruder auf dumme Ideen brachte, und die beiden gemeinsam das Haus auf den Kopf stellten.
Ihre Eltern würden es nicht immer leicht haben.
Alleine dieser Gedanke brachte wieder ein schmunzeln auf ihre Lippen.
Es war gut, so wie es war.
Das eingerahmte Bild vom „Zuerstschiff“ hatten sie aufgehängt, dort, wo sie es jeden Tag sehen konnten.
Noch tat es weh, aber bald würden sie sich mit einem Lächeln an Nicora erinnern.
Und vergessen würden sie die kleine nie.
Der Bär stand, wie sie ihn verlassen hatte, auf dem Bett oben, der Stuhl im Wohnzimmer.
Die große Nachbildung der Stadtstube thronte noch immer Majestätisch in der oberen Etage. Dort, wo sie gewohnt hatte.
Es würde erstmal alles so bleiben.
Wie die Gedanken an das Wohlergehen des kleinen Wirbelwindes.
Tag für Tag.


Elias Corvus Yota

Beitrag von Elias Corvus Yota »

Was für ein Tag!

in rote Knochen von toten Dämonen gehüllt mit einem Rapier und einem Schild aus selbigen Knochen war er unterwegs gewesen, hatte die Kreaturen zu Krathor geschickt und sich den Kopf frei geprügelt. Ein Adliger der im Dreck wühlt, welch ironie, wenn sein Vater das wüsste, der würds nicht glauben, sein Sohn, der Tauge nichts, hat durch die Gabe des Liedes eine ganz neue Seite entdeckt, dinge die ihm früher nie gelingen wollten sind nun kein Problem mehr, das Rapier, eine funktionierende Waffe. Doch damit konnte man arbeiten, damit konnte man leben.

Tarya, die Frau für die er ins Feuer gehen würde und die es für ihn tun würde. Tarya, die hübsche Schneiderin, nicht von Adel, wenn sein Vater das wüsste - schon wieder wenn sein Vater das wüsste! - er würde fluchen, oder nicht? Er selbst hatte sich seinen Titel doch erarbeitet, er war es doch dem der Titel des Freiherrn zu geordnet wurde, sein großvater erst der den Titel des Edelmannes erhielt. Er selbst war erst die 3. von Yota generation.

Nicora, das Kind das er aufgenommen hatte, das Kind für das er, nein sie beide, gesorgt hatten. Der kleine Wirbelwind der durchs Haus flitzte, die Treppen hinauf und hinunter polterte, das Kind im Haus! War weg... Seufsend betrachtete er das leere Zimmer. Die Nachricht war ein schock, doch er wusste das er ruhig bleiben musste, Tarya brauchte das nicht auch noch. Er lächelte die kleine an, sagte ihr das sie zu ihrer familie kommen würde, das es ihr gut ging, gab ihr sein amulett mit und sagte ihr wenn probleme sind soll sie eine nachricht gen yota schicken, dann würde er kommen. Er würde wirklich kommen. Es war schade das er den Vater nicht traf, er hätte ihm gerne klar gemacht das wenn er nicora auch nru ein haar krümmen würde er das bitter bereuen würde, doch dazu kam es nicht. Das Kind war weg, Tarya, er tröstete sie, redete ihr gut zu, erklärte das sie sich ja hatten, das er bei ihr bleiben würde, ja das würde er.

Doch es war schwer! Das gehen des Kindes würde ein Loch hinterlassen, er hatte das Kind sehr gern gehabt, sie war nun die große schwester des kleinen bruders, sie würde das gut machen. Er war zuversichtlich.
Eine ging, eine blieb, Tarya, die kleine Tarya, er war glücklich mit ihr. Und Nicora würden sie einfach beide besuchen, vielleicht würde sie ja auch mal tarya und elias besuchen, er war gespannt.

Doch das Leben ging weiter, ein Abend am Konzil, die Vereidigung der jungen Nyome, ihre Mentorin Leazra, amüsant.

Doch Elias war zuversichtlich, es würde alles gut werden.
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Tarya Erskine
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Tarya Erskine »

„TANTE TAAAAAAAAYAAAAA“
Ich schreckte aus dem Schlaf hoch…. Das Kind lag neben mir, auf dem improvisierten Lager im Kessel.
Matte, Kissen, Decken, mehr brauchte es nicht. Vor dem Aquarium…

Wie konnte das sein?
Ich betrachtete Nicora beim schlafen. Noch war der Morgen nicht voran geschritten, der sonst so mit Leben befüllte Kessel schlief noch.
Die Tiere waren still, irgendwo zirpten ein paar Grillen.
Hier und da trug der Wind ein flüstern mit sich, leise Wortfetzen vom Lager, das direkt neben dem Kessel aufgebaut worden war.

Ich strich dem Mädchen die Locken aus dem Gesicht und atmete tief durch.
Ein wirklich beschissener Zeitpunkt.
„Ach Scheisse..“, murrte ich lauter als beabsichtigt.
Es gab keinen „Guten“ Zeitpunkt, es war auch egal. Ich würde sie zu mir nehmen, wenn die Häuser wieder aufgebaut waren.. Naja, also, wenn das Käferproblem erstmal im Griff war.
Bis dahin würde ich mit ihr im Kessel bleiben. Oder nach Berchgard gehen.
Ich wusste es noch nicht. Wichtig war eigentlich nur, dass sie mich gefunden hatte, und das sie jetzt in Sicherheit war.

Natürlich hatte sie nach Elias gefragt.
Wieviel sich in einem Jahr ändern kann.
Damals war Jamal noch da gewesen. Ich konnte nicht anders, beim Gedanken an den Schreiner musste ich grinsen.
Manchmal ging das Leben seltsame Wege. Ich hatte den großen Kerl so ins Herz geschlossen, aber auch er war einer der Menschen, die in meinen Weg gekreuzt hatten, es verändert hatten und dann wieder verschwunden waren.
So ist das wohl.
Aber jeder Mensch prägt die, die er gern hat. Wer wusste schon, wen ich alles geprägt hatte?

Und jetzt war erstmal wichtig, das Nicora wieder einen Halt fand.
Ich sollte einen Boten entsenden, und nachforschen lassen, ob es ihrem Vater noch soweit gut ging und er wirklich eine Chance hatte, gesund zu werden.
Ich runzelte kurz die Stirn, dann nickte ich.
Ja, das würde ich tun. Später am Tag.

Dann löste ich mich langsam von der kleinen und erhob mich vom Lager.
Auf dem Boden schlafen… Wie lange hatte ich das nicht mehr gemacht?
Ich streckte mich, gähnte und strich mir über den unteren Rückenbereich.
Es würde viel Arbeit auf mich warten.

Ich machte mich dann auf den Weg in die Küche, in Ermanglung eines Bades im Handwerkshaus wusch ich mich am Waschbecken in der Küche und machte mich dann daran, Frühstück für die Meute zu machen.
Nicora bekam ein Marmeladenbrot, einen, in Spalten geschnittenen Apfel, ein paar Kirschen, und eine große Tasse Kakao.

Für den Rest bereitete ich einfach geschmierte Brote mit Wurst und Käse vor.
Die Türen des Kessels öffnete ich, so das jeder, der im Lager war, auch zum Kessel kommen könnte.
Einige große Kannen Tee und ein paar Tassen Kaffee, vornehmlich für müde Korporäle, bereitete ich zu und wartete auf das, was da noch kommen würde.

Ein neuer Tag… neues Glück?
Gast

Beitrag von Gast »

Sie hatte sich in die Hosen gemacht.
Überall juckte es, überall glaubte sie etwas an sich krabbeln zu fühlen, sie sah den riesigen Käfer auf sich zu kommen, er hatte riesiges Mahlwerkzeug in seinem schwarzen Maul und das Pipi in ihrer Hose schien noch mehr von diesen Viechern anzulocken. Einer biss zu und verschlang Smarill mit nur einem Haps! In Talis Rüstung war ein großes Loch und da fehlte ein Teil von Talis Bauch. Ein weiterer Käfer schoss vor riss das Maul auf und in der Schwärze des Schlundes sah sie die blassen Gesichter der Leichen auf einem Karren, wie sie von anderen kranken Leuten aus den Rinnsteinen eingesammelt worden waren. Durch das Tuch vor ihrem Mund konnte sie kaum atmen, doch ihr Vater zerrte sie immer weiter durch diese schrecklichen Bilder.
Mama hatte im Bett gelegen, in ihren Arm gebettet die kleine Doda, ihre kleine Schwester Dorothea Mila, beide weiß wie eine Kalkwand, nein, nicht ganz, die Haut hatte einen leichten blauen Schimmer, die Lippen beinahe violett, sahen so Sterne aus?
Das Paddel schlug auf das Wasser ein, schob eine aufgedunsene Gestalt beiseite, es stank überall, obwohl sie das Tuch nicht vom Gesicht genommen hatte, wie versprochen, konnte sie die widerliche süße des Todes riechen. Sahen so Sterne aus? Und der Vater wurde immer kleiner und kleiner, bis sie ihn nicht mehr sehen konnte.

Nico riss die Augen auf, hatte einige Momente lang Probleme sich zu erinnern wo sie war. So war es jedes mal wenn sie aus diesem Traum erwachte. Sie glaubte noch das Schaukeln der Schaluppe zu spüren, hatte noch ganz klar den Augenblick vor Augen, als sie ihren Vater nicht mehr von den anderen Dingen am Kai unterscheiden konnte.

~

Godengaaden, Wochen zuvor
Nicora stand am Fenster ihrer Kammer, seit vielen Tagen durfte sie diese nicht verlassen, aber es gab auch nichts wo sie hätte hin wollen, auf der Straße spielten keine Kinder, im Hafen waren keine ankommenden oder abziehenden Segel zu sehen. Dafür lagen Menschen auf Karren, Karren die jemand einfach hatte stehen lassen, Menschen die irgendwo einfach umgefallen waren und nicht mehr die Kraft gefunden hatten weg zu gehen und zu hause zu sterben.
Sie war die Einzige im Haus die gesund war, war sie gesund?
Immer wieder stellte sich das Mädchen vor den großen Spiegel den sie an den Stuhl gelehnt hatte, zog sich nackt aus und musterte ihren mageren Leib von allen Seiten. Sie sah ihre Rippen unter der Haut, die Wölbung des Bauches nach innen. Es gab kaum mehr etwas zu essen in der Stadt, keiner traute sich noch was von den umliegenden Höfen zu bringen, sofern es dort noch jemand gab der lebte.
Der Blick der großen dunklen Kinderaugen suchte weiter, selbst der Popo wurde gemustert, man wusste ja nie! Doch jede einzelne Untersuchung ihrer selbst brachte keinerlei auffällige Stellen zu Tage, und schon gar nicht diese Kinderfaust großen schwarzen Pusteln.
Papa hustete und hatte dunkle Ringe unter den Augen.
Die Handschuhe die er trug fühlten sich an ihrem Handgelenk hart an, sie mussten neu sein und sie taten weh, doch der Vater hörte nicht auf ihr jammern, unbarmherzig zog er sie weiter, so dass sie rennen musste um schritthalten zu können und immer wieder sagte er Sachen zu ihr. Vieles konnte sie gar nicht verstehen, und das meiste von dem was sie verstand nicht behalten. Adran, Taya, Hochbohren (obwohl er ihn irgendwie anders nannte) und sie hatte verstanden.
Sie wurde in die Schaluppe gehoben, von Vaters schwachen Händen in die kräftigen Seemannshände, die sich anfühlten als wollten sie den kleinen, mageren Leib Nicoras zerdrücken. Jemand riss ihr die Kleider vom Leib, nur das Tuch vor Mund und Nase, welches ihr das Atmen so schwer machte, blieb. Und sie wurde in grobes, zu großes Zeug gesteckt, eine Hose, ein Hemdchen das schrecklich kratzig war.
Und ohne unterlass predigte der Vater, dass er nachkommen würde wenn er gesund sei, sie solle keine Angst haben, Hochbohren und Tante Taya würden sich sicher über ihren Besuch freuen.
Selbst als das Boot schon abgelegt hatte rief die heissere Stimme des Vaters noch, sie solle nicht vergessen, dass Mama und Doda Sterne wären und immer bei mir wären egal wo Nicora sei und sie keine Angst zu haben brauchte.

Immer weiter ruderten die Männer das Boot auf die See hinaus, Nico hatte keinen Blick für das Schiff das dort in sicherem Abstand vor Anker lag, sie sah nur zurück, sah wie ihr Vater immer kleiner wurde. Sah aber nicht mehr, wie er zwischen Fässern und Taubergen, Netzen und Fischwannen zusammensackte, sah nicht das dünne Blutrinnsal das aus seinem Mundwinkel lief, auf seinen Mantel tropfte und die Tränen die seine letzten, schweren Atemzüge begleiteten. Sah nicht das Medaillon, das von seiner schwachen Hand umklammert wurde und in welchem sich drei Haarsträhnchen befanden, auf dessen Rückseite filigran die Namen seiner Frau und seiner Kinder eingraviert waren.
Sah ihn nicht sterben.


~

Adoran, jetzt
Tante Kersti hatte es gesagt, sie war gesund! Keine Gefahr für niemand.
Es hatte ein Weilchen gedauert bis sie ihre lang vermisste Tante Taya gefunden hatte. Wen sie nicht alles kennengelernt hatte auf der Suche. Sie hatte in Bajard von Bord müssen, weil man Adoran wegen irgendwas nicht anlaufen konnte. Was dieses irgendwas war sollte Nico noch sehr genau erfahren.
Josi, und Opi Detran, und noch so ein paar Leute, den Onkl Finn und die liebe Frau Mica und Smarill die ihr geholfen hatte, der Kinderfresser der sie ins Zeltlager gebracht hatte mit Smarill zusammen und der so Böse zu Smarill und ihr gewesen war, und Tante Tali, die ihr letztendlich zu ihrer Tante Taya verholfen hatte.
Nicora bemühte sich artig zu sein, fröhlich zu wirken, wollte keinem eine Last sein, denn bis der Vater kommen würde waren dies die einzigen Menschen die sie kannte und sie hatte Angst man würde sie weg schicken, auch wenn sie wusste wo sie Josi finden konnte.
Der Lockenkopf blickte zur Seite, Taryas Bettseite war schon leer, so wie jeden morgen, doch in der Luft lag der Duft nach Erdbeermarmelade der vom Brot auf dem Teller auf ihrem Nachttisch ihre Nase erreichte.
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