Wer bin ich, der widerspricht?

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Malaika Leyla Ifrey

Beitrag von Malaika Leyla Ifrey »

Es fiel mir schwer, mich trotz meiner Müdigkeit aus seiner Nähe zu entreißen. Der Tag war anstrengend und aufregend für mich gewesen, ich musste unbedingt einen ruhigen Ort finden, um meine Gedanken zu ordnen. Unbedingt...
Als ich im Bett lag, konnte ich kein Auge zumachen. Meine ganze Haut kribbelte, mein Herz raste wie verrückt, überschlug sich schier. Es ähnelte dem Herzklopfen, welches ich ein paar Stunden zuvor verspürt hatte. Dieses glückseelige Grinsen auf meinen Lippen war kaum auszuhalten, auch meine Gedanken, all die Gefühle, die Regungen, die auf mich einprasselten – ich konnte kaum damit umgehen. Ich kannte das alles doch nicht.

Ich spürte die Hand an meiner Hüfte. Meine Atmung hatte ich komplett vergessen. Ich spürte genau, wie mir die Luft wegblieb. Diese Nähe, diese unsagbare, sehnsüchtige Nähe.
Lippen, die ein Brennen auf meinen Lippen hinterließen. Die ein Feuer in mir entfachten, welches vorher noch nie so lichterloh gebrannt hatte. Meine Beine gaben nach. Allein der Stoff, der seine Arme bedeckte, fühlte sich so ganz anders an als die Stoffe, die ich Tag für Tag in der Hand hielt. Alles brannte, alles kribbelte. Es fühlt sich so schwer an und doch so leicht.


Konnte es sich SO anfühlen? Konnte es SO sein? Ich sah zum Himmel des Bettes, ein Seufzen überkam meine Lippen. War es wirklich wahr? War ich wirklich... verliebt? Ich konnte meinen Blick nicht mehr von ihm lassen. Ich wollte ihn für mich haben, sofort. Ich wollte seine Nähe für mich. Ich spürte Gefühle und Sehnsüchte, die ich noch nie zuvor entwickelt hatte. Ich hatte Hunger, doch konnte nichts essen. Ich wollte sprechen, doch fand ich nicht die richtigen Worte. Ich wollte singen, tanzen, die Leichtigkeit des Seins genießen. Ich wollte schlicht und ergreifend Palmen ausreißen und die Welt umarmen. Ich wollte, dass er da war. Ihn ansehen, ihn beobachten, ihn reden hören, ihn lachen sehen. Ich wollte alles. Noch nie war mir das Leben so leicht vorgekommen. Noch nie hatte mein Herz so reagiert, mein Verstand so agiert und mein Bewusstsein so gearbeitet. Und noch nie hatte sich kaltes Wasser so warm auf meiner unberührten Haut angefühlt. Selbst im Schlaf blieb dieses auf meine Lippen gezauberte Lächeln erhalten.
Malaika Leyla Ifrey

Beitrag von Malaika Leyla Ifrey »

» And all I wanna do is spent a little time with you... «

Ich zog die Luft tief ein. Die kalte Nacht peitschte durch meine Haare, der Boden fühlte sich dennoch warm unter meinen Füßen an. Ich fühlte mich, als könne ich fliegen. Mein Unterbewusstsein war meiner Meinung, rannte über eine Blumenwiese und warf Blütenblätter in die Luft, während diese kleine, aufgeweckte Tänzerin lechzend ihre Finger leckte – endlich kam die Bewegung in mein Leben, die sie zu schätzen wusste.
Ich sah in den Nachthimmel hinauf. Es war wieder einmal eine sternklare Nacht. Wie schön musste es sein, die Nacht gemeinsam unter freiem Himmel zu verbringen? Wie schön musste es sein, sich all den Sehnsüchten hinzugeben? Ich führte meine Hand zu meinem Herzen, welches längst wieder wild zu schlagen angefangen hatte.
Genau jetzt konnte ich auch verstehen, wie glücklich Pazia sein musste. Sie hatte es geschafft und durfte bald heiraten. Ich konnte verstehen, wie sehr man sich auf den Tag freuen musste. Doch noch war es die Angst. Die Angst davor, wenn der Schritt von ihm erfolgen musste – zu Issam. Wie würde er wohl reagieren?

Mir blieb nicht viel Zeit auf dem Balkon bis zum Sonnenaufgang. Ich ging anschließend zurück ins Haus, frühstückte ein, zwei Früchte. War es normal, dass man so verliebt keinen Bissen mehr herunterbrachte? Ich lächelte, schloss die Augen, stellte mir seine Augen und sein Lächeln vor. Ich hielt die Erdbeere vor meinem Mund, die Augen geschlossen und lächelte. Ein strahlendes Lächeln lag auf meinen Lippen. Bei Eluive, ich war wirklich glücklich. Ich öffnete die Augen und aß die Frucht. Dann versuchte ich mich ein wenig mit Schneidern und Zeichnen abzulenken. Rijas Brautkleid musste noch entworfen werden und mir war danach, erste Schnittmuster zu zeichnen. Immer wieder lächelte ich dabei wohlgesonnen. Wie würde das bei mir einmal sein? Würde ich mein Kleid selbst zeichnen? Selbst nähen? Ich wusste immerhin am besten, was ich haben wollte. Ich könnte auch Aaminah damit betreuen. Oder sie zumindest um Hilfe bitten. Meine Augen strahlten, während ich weiterarbeitete. Vermutlich war es merkwürdig für all die anderen, mich SO aufgeweckt zu sehen. So anders aufgeweckt, so anders strahlend, so anders glücklich.

Die Hand fühlt sich weich an, durch die Kleidung. Die Zeit bleibt stehen. Der Augenblick ist greifbar nahe. Lippen, die sich berühren wie der Wind das Haar, die Kleidung. Wind, der zu purem, brennenden Feuer mutiert. Magie? Aiwa, die Magie der Liebe.

Ich ertappte mich dabei, wie meine Fingerspitzen über meine weichen Lippen streichelten. Ganz sanft. Konnte das wirklich sein? Konnten diese Gefühle echt werden und zu meinem Leben gehören? Wie sollte ich es denn überhaupt aushalten, so lange, bis ich ihm all das zurückgeben konnte, was er mir nur mit einem Blick aus diesen Augen gab? Ich musste warten. Und geduldig sein. Und warten. Und geduldig sein. Und warten... und... geduldig sein.

» You spend all your time waiting. «
Malaika Leyla Ifrey

Beitrag von Malaika Leyla Ifrey »

Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer war. Die Zeit ohne ihn zu überbrücken war nahezu eine Qual. Ihn dann jedoch wiederzusehen war um tausendes schöner und erleichternder. Ich hatte es nicht für möglich gehalten. Und er scheinbar auch nicht. Immerhin fragte er mich so wirre Sachen. Ich musste sacht Schmunzeln. Wollte er sichergehen? Ja, vermutlich. Wer würde das nicht wollen? Ich gab ihm zu verstehen, dass auch er mir viel bedeutete und ich unser Zusammentreffen in der Oase nicht vergessen konnte. Und auch nicht vergessen wollte.

Es war unglaublich, was mein Herz für Sätze machen konnte. Ich sehnte mir den Tag herbei, an dem er mit Issam sprechen konnte. Es war außergewöhnlich, wie nervös ich war. Ich hatte viel in meinem Leben erlebt, aber ich war mir noch nie so sicher gewesen wie bei ihm. Jeder Augenblick, jeder Moment fesselte mich so dermaßen, dass es mir die Luft zum atmen nahm.
Und der Tag sollte auch kommen. Natürlich befragte auch Issam mich, ob es mein Wunsch wäre. Ich verstand anfangs gar nicht, was gespielt wurde. Immerhin war es doch eigentlich ihre Entscheidung. Was ich von ihm hielt, hatte Issam mich gefragt. Er war nett, klug, charmant. Hatte Humor. Was sollte ich Issam schon sagen? Ich konnte ihm ja kaum sagen: Er hat die schönsten Augen, die ich je gesehen habe. Seine Berührungen brennen wie Feuer, lässt meine Sehnsucht auflodern und mich ihm entziehen zu müssen zerreißt mich schier. Er fragte mich, ob ich ihn dann eher so wie meinen Bruder lieben würde? Ich musste innerlich grinsen, meine innere Tänzerin flog vor Lachen fast vom Stuhl. Mein Unterbewusstsein schimpfte mich für meinen weiteren Gedanken in Grund und Boden und drohte mir mit innerlichen Qualen, würde ich den Satz aussprechen. So besann ich mich und erklärte Issam, dass ich wüsste, wie sich die Liebe zu Geschwistern anfühlen würde. Aber ich sagte ihm auch, dass es bei ihm so viel mehr war. Issam nickte zufrieden und gab seine Zustimmung unter dem Vorbehalt, dass wir noch niemandem etwas davon erzählen durften, bis er ihm den Preis für mich genannt hatte. Ich war fassungslos, sprachlos und überwältigt zugleich. Heute musste tatsächlich mein Glückstag sein.
Issam verschwand wieder und wir waren allein. Wir mussten ihm das Versprechen geben, züchtig zu bleiben. Es war schwer, aber vermutlich mussten wir da durch. So, wie jeder andere auch. Er lächelte auf meine Worte hin, die ich ihm sagte, dann zeigte er mir sein Geschenk. Ich sah die goldene Kette und den Anhänger. Ein feuerrotes Herz aus Rubin. Die Kette war so wunderschön und ich wusste gar nicht, womit ich dies verdient hatte. Lächelnd rutschte er hinter mich und legte mir die Kette um. Ich hob meine Haare und auch das Kopftuch etwas beiseite, um ihm dies zu ermöglichen. Als er den Verschluss zugemacht hatte, drückte er mir einen Kuss in den Nacken und ich fühlte mich, als würde mich die Sonne verbrennen. Dieses kribbelnde Gefühl, welches sich quer durch meinen Körper zog war so wunderschön und so schmerzhaft zugleich. Ich hatte keinerlei Ahnung von irgendwelchen einäugigen Schlangen und all dem, was sich rund um dieses Thema drehte. Aber so langsam konnte ich mir ausmalen, wie schön all das sein musste. Und wie sehr man sich danach verzehren konnte. Ich sah ihn an, lächelte wieder. Es war so schön ihn einfach nur anzusehen. Ich war so glücklich, so unsagbar glücklich endlich jemanden in meinem Leben zu haben, der das in mir sah, was ich auch in ihm sah. Ich sah ihm sein Glück auch an. Und dennoch, die Pflichten riefen. Ich musste mich um die Wäsche kümmern.

Es war doch eine Weile vergangen, obwohl ich mich beeilt hatte. Ich wollte gerade hinaus in den Hof, als ich verharrte. Viele hatten sich dort versammelt. Khalida, Faaith, Naim und auch Rasin. Er war gerüstet, was mich nicht weiter störte. Was mich wirklich verletzte, war, dass er so tat, als wäre er nicht er. Er hatte mir versprochen, er würde nicht mitgehen. Er hatte mir versprochen, er würde hier sein. Er war hier, es war also kein Problem gewesen. Aber die Art und Weise, das er genau wusste, was er getan hatte und es damit zu überspielen versuchte – sie tat mir weh. Ich wollte mich nicht schon wieder von jemandem verletzen lassen. Nicht schon wieder. Nicht er. Jeder, aber nicht er. In mir machte sich ein Gefühl der Leere breit, ich vergaß zu schlucken, meine Kehle wurde trocken. Ich hatte das Gefühl, als würde Khalida mich mit einer unsichtbaren Schlinge erwürgen, obwohl sie einfach nur neben mir stand. Sie hatte meinen Blick wohl bemerkt, auch die Veränderung meines Gemütszustands. Ich musste weg. Sofort. Ich ging an ihm vorbei, schenkte ihm einen kurzen Blick. Der Moment verging wie Stunden. Ich hatte kein Zeitgefühl mehr. Es fühlte sich an, als würde von jetzt auf gleich alles in Scherben zerbrechen. Ich sah die gläserne Kugel, in der wir uns befanden, fallen – in Zeitlupe flog sie auf den Boden zu. Ich war nicht gewillt, mich auf den Boden zu werfen, um sie aufzufangen. Ich spürte diesen Stich in meinem Herzen, als ich ging. „Malaika!“, ich hörte ihn rufen, doch ich ging weiter.
„Malaaaika!“, er rief erneut und ich blieb stehen. Ich hörte ihn auf mich zu rennen. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Wütend auf ihn einschlagen? Meine Schmerzen freilassen? Oder sollte ich reagieren, wie eine Malaika reagierte? Zurückziehen? Oh bei Eluive, in diesem Moment, als ich ihn ansah und ihm die Kette zurückgab spürte ich erst einmal, wie sehr ich ihn schon mochte. Mein Unterbewusstsein meldete sich sofort: Mochte? Malaika, sei nicht dumm. Du hast dich in ihn verliebt, als du ihn zum allerersten Mal gesehen hast und mittlerweile bist du so töricht und liebst ihn aus ganzem Herzen.

Es fühlte sich an, als würde mein Herz zerreißen. Noch nie in meinem Leben hatte ich solch einen Herzschlag. Er musste ihn doch sehen. So sehr, wie mein Herz schlug, musste er diesen doch sehen. Mein Herz sprang mir doch förmlich aus der Brust. „Soll es das gewesen sein Malaika? Hast du denn keine Gefühle mehr?“
Wie konnte er das denken. Wie konnte er das nur denken? Ich nahm seine Hand und legte sie auf die Höhe meines Herzens. Fühlt es sich so an? Wenn man nicht liebt? Ich zitterte innerlich, mein Unterbewusstsein hatte sich ängstlich verzogen und meine innere Tänzerin ließ traurig ihren Kopf hängen. Dabei hatte sie sich ihre grandiose Zukunft schon so schön ausgemalt. Ich erklärte ihm genau das. Ich wollte ihn nicht aufgeben, nur wusste er viel zu wenig von mir. Es hielten mich eh schon alle für verrückt, aber keiner wusste wieso. Niemand hatte sich die Schuhe angezogen, um meinen Weg zu gehen. Es wurde nach ihm gerufen, aber er reagierte nicht. Auch, als ich meinte, sie würden nach ihm suchen, ging er nicht fort. Ich war ihm wichtiger. Wie sollte ich ihm da denn böse sein? Selbst mein eingeschüchtertes Unterbewusstsein linste wieder unter der Decke hervor. Er blieb hier. Bei mir. Auch als sie jagen gehen wollten blieb er hier.

Wir gingen zurück zum Haus. Ich fürchtete mich davor, ihm die Wahrheit über mich zu erzählen. Über das, was mir passiert war, was hier passiert war, was mich verletzt hatte. Zutiefst verletzt hatte. Aber er gab mir das Gefühl, dass er da war. Egal, was passiert war. Egal, wie feige ich in der Vergangenheit gewesen war. Er verstand mich. Er drückte meine Hand, die so sanft und so behutsam in der seinen lag, dass mir wieder einmal warm ums Herz wurde. Bevor er ging, legte er die Kette wieder um meinen Hals. „Sie gehört dir...“, und er drückte mir erneut einen Kuss auf den Nacken. Wieder durchzuckte mein Körper dieser heiße Strom. Ich wusste nicht, wie lange ich diesem Kribbeln standhalten konnte. Meine Lippen sehnten sich nach den Berührungen seiner Lippen und meine Haut spuckte förmlich Feuer, wenn ich ihn nur sah. Konnte das die wahre Liebe sein? Ich fürchtete doch, sie war es. Mit einem Lächeln ging ich ins Haus zurück. Und obwohl er nicht lange fort sein würde, ich vermisste ihn schon, als er die Stufen hinabstieg und ich im Haus verschwand. Ich musste mich setzen. War das alles wahr? Nachdem ich mich selbst in den Arm kneifen konnte wurde mir klar: Es ist alles real. Realer denn je zuvor. Ich würde vielleicht bald schon die allerglücklichste Natifah auf der ganzen weiten Welt sein. Ich schloss die Augen, seufzte leise und ließ mich auf das Bett fallen. Und wartete sehnsüchtig darauf, dass er wieder zurückkam.

» I have died everyday waiting for you. Darling don't be afraid. I have loved you for a thousand years, I'll love you for a thousand more. «
Rasin Kalil Yazir

Beitrag von Rasin Kalil Yazir »

Ich war aufgeregt, aufgeregt wie nie zuvor, ich konnte nicht einmal mehr schlafen, ich kriegte kein Auge mehr zu. Ständig hatte ich nur die Bilder von ihr im Kopf, ihr lächeln, ihre wunderschönen Augen, ihr Lachen in den Ohren, sie war so bezaubernd, so wunderbar. Ich glaube ich bin verliebt, ich hatte dieses Gefühl noch nie verspürt, doch ich glaube genau so musste es sich anfühlen...

Das letzte mal das ich sie sah, war in der Oase.. es lag eine anziehende Wärme in ihrem Blick, ich konnte meinen Blick nicht mehr von ihr abwenden. Mir war bewusst, irgendwann musste ich es drauf anlegen und ihr zeigen, was ich fühlte. Ich legte meine Hand auf ihre Hüfte und zog sie vorsichtig an Stück zu mir, zog sie nah an mich heran. Mit der anderen Hand hatte ich vorsichtig ihren Schleier gelöst und sachte über ihre Wange gestreichelt. Es war der schönste Moment in meinem Leben. Es war das schönste Gefühl, ihre Wange zu streicheln, diese weiche, wunderschöne Haut. Doch es kam noch besser, ihre Lippen mit den meinigen zu berühren, sie zu küssen... das war überwältigend, wäre ich damit nicht beschäftigt gewesen, hätte ich vor Freude getanzt, hätte Freudensprünge gemacht, oder was auch immer mir gerade eingefallen wäre. Doch dies war schöner, viel schöner, viel lieber genoss ich diesen Moment, welcher gefühlt eine Ewigkeit dauerte. Nach einer Weile ließ ich wieder von ihr ab, wir blickten uns in die Augen, lächelten uns beide vor Freude strahlend an.

Ein wahrlich perfekter Tag war dies, doch nun musste ich die nächsten Schritte ergreifen, ich küsste sie zwar, und sie machte auch keine Anstalten sich irgendwie dagegen zu wehren, eher schien sie genauso glücklich zu sein, wie ich, doch fühlte sie wirklich das selbe? Mochte sie mich wirklich so sehr, wie ich sie? War sie... auch verliebt? Das wusste ich nicht... also fragte ich sie... was sie denn fühlte.. ob sie genauso denken würde wie ich... ich war total unsicher was ich eigentlich fühlte, wohl am ehesten hatte die Angst über mich geherrscht. Angst, das sie vielleicht doch nicht so fühlen könnte, wie ich. Angst, ich hätte mir das alles nur eingebildet. Angst, das das alles nur ein Traum war und ich jeden Moment in meinem Bett erwachen würde. Wie sich herausstellte, fühlte Sie genau wie ich, sie konnte auch nicht aufhören an das zu denken, was passiert war... sie war ... wohl auch verliebt, zumindest schien sie mich genauso sehr zu mögen, wie ich sie. Ich konnte nicht anders, als bis über beide Ohren zu grinsen, mich innerlich vor Freude zu zerreissen, ich konnte mein Glück kaum fassen. Malaika, eine wunderschöne Frau, eine Frau, von der ich nie im geringsten gedacht hätte, das sie mich mögen könnte, liebte mich nun, ich war überglücklich, das konnte man mir wohl definitiv auch ansehen.

Malaika musste aber noch die Wäsche machen, so ging sie, um sich darum zu kümmern, genau in diesem Moment kam Issam heim, vom Fischen. Issam grüßte uns und wollte hinab zu seiner Heilerstube gehen. Ich wartete bis Malaika um die Ecke verschwand und rief Issam zurück, sagte ihm, das ich mir ihm etwas besprechen müsste. Wir setzten uns und ich erzählte ihm, was mein Anliegen war. Ich erzählte ihm, das ich wohl verliebt war, das ich Malaika als meine Natifah wissen wollte, das sie mein werden sollte. Issam hätte zwar gern gesehen das ich eine Frau der Bashir oder Ifrey heirate, es waren auch wahrlich nette und hübsche Frauen dort, das sagte ich Issam auch... doch Malaika war nunmal perfekt, ich liebte sie, seid ich sie zum ersten Mal gesehen hatte. Fast schon Überraschender Weise hatte Issam nichts dagegen, er wollte dem meinem und Malaikas Glück nicht im Wege stehen. Nachdem Issam auch Malaika nach ihren Gefühlen für mich fragte und erkannt hat, das wir uns lieben, gab er uns sein Einverständniss, der Tag wurde immer besser, er konnte schon gar nicht mehr besser werden.

So kam es das ich noch einen kurzen Moment mit Malaika alleine war, wir waren beide überglücklich, ich gab ihr noch eine Kette, welche ich extra für sie hatte machen lassen, eine Goldperlenkette mit einem herzanhänger aus Rubin, es war eine wirklich schöne Kette, nur für diesen Moment hatte ich sie gekauft, nur für den Moment, wenn Issam sein Einverständniss gibt. Wir sollten es jedoch noch niemandem sagen und züchtig bleiben, es war zwar schwer, doch um Malaika für mich zu gewinnen zu können, war ich zu allem was Issam forderte bereit, ohne nur im geringsten zu zögern würde ich alles tun, um sie endlich Mein nennen zu können. Malaika musste allerdings noch die Wäsche fertig machen, das würde wohl ein wenig dauern.. ich versprach ihr auf sie zu warten, mich nicht vom Fleck zu bewegen und sogar mit genauen Worten, das ich nicht Jagen gehen würde.
Doch dann kam Khalida... sie wollte mal wieder auf eine Jagd gehen, im Grabe der Ahnen wollte sie die Untoten wieder zu Toten verarbeiten, wie konnte ich da Neda sagen? Mein Versprechen würde ich brechen, wenn ich mitginge.. die Entscheidung war mir zwar schwer gefallen, aber ich bin zum Kampfe geboren, ich dachte Malaika würde ohnehin noch eine Weile brauchen und wir wären rechtzeitig wieder zurück, so entschied ich mich mitzugehen, mein Versprechen Malaika gegenüber also nicht einhaltend.

Nach einer Weile kamen wir dann wieder Heim, wir füllten unsere Köcher auf und füllten unsere Tränkeflaschen erneut auf, um auf eine weitere Jagd aufzubrechen, Schatzkisten wollten wir ausheben gehen. Ich hatte das Versprechen Malaika gegenüber bereits vergessen gehabt, hatte mich auf die Vorbereitungen zur Jagd konzentriert. Gerade standen wir wieder im Innenhof um aufzubrechen, da stand sie im Eingang zum Hause, gerade fertig mit der Wäsche und sah mich, gerüstet und auf die Jagd vorbereitet. Ich wusste was für einen Mist ich gebaut hatte und wendete meinen Blick ab, in der Hoffnung sie hätte mich nicht erkannt, was allerdings vergeblich war, sie wusste bereits ganz genau das ich es war. Ich wusste meine Tat war dumm, nichts als dumm war es, zu glauben es könnte helfen einfach weg zu sehen, nicht nur das ich mein Versprechen gebrochen hatte, sondern nun einfach wegzusehen alswäre nichts gewesen und zu hoffen sie würde mich nicht erkennen... wie konnte man nur auf eine so dämliche Idee kommen? Sie ging an mir vorbei, mir war klar das sie sauer war, schenkte mir nur einen kurzen Blick, mir war klar das ich mich entscheiden musste, gehe ich Jagen, gehe ich meiner Berufung nach? Oder aber, folge ich meinem Herzen und laufe ihr nach, um ihr das alles zu erklären? Die Entscheidung viel mir nicht schwer, ich rannte ihr nach, alleine das ich nicht einmal darüber nachdenken musste war ein mehr als klares Zeichen, das ich sie über alles liebte. Ich rief nach ihr und rannte ihr nach, sie blieb nicht stehen, ich rief erneut, woraufhin sie endlich stehen blieb. Ich blieb hinter ihr stehen, sie wendete sich nicht zu mir um. Ich sagte ihr das es mir Leid tut, das es dumm von mir war, ich schien sie wirklich verletzt zu haben. Sie wendete sich um, wollte das ich eine Hand ausstrecke, ich zog einen Handschuh meiner Rüstung aus und streckte die Hand zu ihr aus, ich ahnte bereits böses. Sie hatte mir die Kette, welche ich ihr erst heute geschenkt hatte, in meine Hand gelegt, ich musste mit den Tränen kämpfen, waren wir doch beide am Mittag noch so glücklich gewesen, ich musste den Blick abwenden von ihr, um mich wieder zu besinnen und die Tränen zu unterdrücken. Issam rief nach mir, ich ignorierte es, Malaika war mir wichtiger, viel wichtiger. Issam rief erneut, er schien irgendwas von mir zu wollen, doch selbst als Malaika meinte ich solle gehen, bin ich geblieben, ich musste das wieder in Ordnung bringen, ich konnte sie nicht einfach gehen lassen, das konnte einfach nicht alles gewesen sein. Ich versuchte das alles zu regeln, doch wie sich herausstellte, kannten wir uns einfach nicht gut genug.. ich war fest entschlossen, dann würden wir genau das halt einfach ändern.

Wir gingen zurück in Richtung Haus, wollten uns von einander erzählen, damit wir einander besser verstehen konnten. Auf dem Weg zurück sahen wir Issam, Naim, Faaith und Khalida zur nächsten Jagd aufbrechen, nochmals fragten sie, ob ich nicht mitkommen wollte, doch ich verzichtete. Malaika sagte mir, ich könnte ruhig gehen, sie hätte kein Problem damit, aber ich wollte nun nicht mehr auf die Jagd gehen, das einzige was ich wollte war sie, sie kennenlernen, mehr über sie erfahren, so verneinte ich abermals und ging mit Malaika auf die Dachterrasse, wo Sie mir über ihre Vergangenheit erzählte. Ich hörte ihr zu, sehr gern tat ich das sogar, ihre Vergangenheit war schrecklich, es machte mich irgendwie traurig, was sie alles durchmachen musste, ich streichelte ihre Hand zärtlich, wollte einfach nur für sie da sein. Doch mitten in ihren Worten viel es mir wieder ein, ich musste unbedingt noch etwas erledigen... was es war, war unwichtig, doch die Sache an sich, die war wichtig, so musste ich leider gehen, musste von ihrer Seite weichen, so schwer es auch war, es ging leider nicht anders. Ich stand auf und wollte mir gerade die Stiefel anziehen, als mir die Kette wieder einfiel.. ich ging wieder zu ihr, hockte mich hinter sie und legte ihr die Kette wieder an, immerhin war es ihre, ich hatte sie ihr geschenkt. Zum Abschied gab ich ihr noch einen kurzen Kuss in den Nacken und flüsterte ihr einige Worte zu.. dann flitzte ich mit den Stiefeln unter dem Arm zurück ins Haus. Ich würde mich extra beeilen, um so schnell wie möglich wieder bei ihr sein zu können.
Malaika Leyla Ifrey

Beitrag von Malaika Leyla Ifrey »

Es führte kein Weg dran vorbei und ich konnte es einfach nicht mehr leugnen: Umso mehr Zeit ich mit ihm verbrachte, desto klarer wurde es mir – ich liebte diesen Mann so sehr, dass es kaum noch aushaltbar war.

Ich konnte gar nicht beschreiben, wie sehr meine Lippen pulsierten und brannten. Ich wusste, all das konnte wahr sein, wahr werden. Es scheiterte derzeit nur an Issam, der sich kaum Zeit dafür nehmen konnte, Rasin den Brautpreis zu nennen. Vielleicht fiel ihm auch einfach kein Preis ein, der ausreichend genug für mich war. Wie konnte es denn sein, dass ich keine Ahnung von „der“ Materie hatte und mir meine innere Tänzerin dennoch vermittelte, wie sehr wir uns nach ihm sehnten? Jedes Mal, wenn ich ihn sah, begann sie zu japsen und zu hecheln. Es war schwer, auf seine Nähe zu verzichten. Es war schwer, nicht all dem nachzugeben, wonach ich mich so sehr sehnte. Nächtelang lag ich in meinem Bett und versank in einen leichten Dämmerschlaf, in dem ich von ihm träumte. Wie konnte es auch anders sein. Und kaum war ich eingeschlafen, träumte ich mich zu ihm. Bei Eluive, ich konnte Issam schlecht aus dem Bett prügeln, damit er endlich mit der Sprache herausrückte. Ich hatte das Gefühl, als müsste ich innerlich sterben, als würde ich diese emotionale Qual nicht länger aushalten – all dem nicht länger standhalten. Als ich mir mein Pferd so sehr gewünscht hatte, war ich nervös. Solange, bis ich es hatte. Aber die Qualen, die ich gerade durchmachte war nichts im Vergleich zu dieser Ungeduld, die ich damals verspürte. Jeder Moment in seiner Nähe war so wundervoll, gab mir so viel mehr, als ich mir von der Liebe je erhofft, je vorgestellt hatte. Ich seufzte schwer...

Fingerspitzen fuhren sanft durch die Haare und spielten damit. Das leichte Ziehen verursachte Gänsehaut auf der so sanften und zarten, sonnengebräunten Haut. Sanfter Atem streichelte über die Hautpartie in ihrem Nacken und zauberte einen wohligen Schauer über ihren Rücken. Alle ihre Antennen waren ausgefahren und auf der empfindlichsten Stufe, die man sich überhaupt vorstellen konnte. Fingerspitzen glitten über die weiche Haut, fühlten sich wunderbar an und hinterließen brennende Spuren. Küsse brannten auf den gierigen Lippen und die Herzschläge gaben sich einander hin zu einem auffordernden Tanz. Haut berührte Haut, Haut streichelte Haut und das Vibrieren meines Atem hallte als Echo in meinem Kopf wieder. Feine Härchen gaben sich dem Windhauch über der Haut hin.

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Enthaltsamkeit. Ich schlug meine Augen auf. Es war nicht der erste dieser Träume, die ich hatte. Es verwirrte mich zunehmend. Und im gleichen Zuge steigerte es meine Vorfreude auf diesen einen Tag. Ich erinnerte mich an den Gesangswettbewerb kaum hatte ich meine Augen offen. Es war ein wunderbarer Abend. Natürlich war er das, ich war mit ihm dort. Jeder Abend würde wunderbar sein, sobald er in meiner Nähe war. Man konnte sich gar nicht vorstellen, was ein Blick, ein Wort, ein Lächeln in mir auslöste. Ich hatte nie verstanden, was alle so schön am heiraten fanden. Oder warum alle unbedingt heiraten wollten. Aber jetzt war es mir klar. Liebe konnte so wunderschön sein, wenn sie erwidert wurde. Zudem war ich genau im richtigen Alter, um es zu tun. Ich musste nicht einmal lange überlegen, um zu wissen: Er ist der Richtige.

Your love is my turning page,
Where only the sweetest words remain.
Every kiss is a cursive line,
Every touch is a redefining phrase.
I surrender who I've been for who you are,
For nothing makes me stronger than your fragile heart.


[Sleeping at Last – Turning Page]

„Wieso muss das alles nur so lang dauern... Ich halt es kaum noch aus ohne dich. Wie soll das nur werden, wenn Issam sich weiter Zeit lässt? Er sollte doch am besten verstehen können, welche Qual das ist.“
Rasin versuchte mich zu beruhigen. Für ihn war es nicht minder schlimm. Auch er musste warten. Warten auf die erlösende Aufgabe. Warten auf das Wort von Issam. Die Devise hieß: Warten. Und ih war ja eh so geduldig wie ein Marienkäfer auf Rauschkraut. Wobei selbst der vermutlich geduldiger war als ich. Ich sah in seine dunklen Augen. Was auch immer kam: Er war das Warten wert.

Sollte er am nächsten Morgen aufwachen, würde eine Pergamentrolle auf dem Tisch in der Küche liegen:

Wie beschreibt man etwas, was man nicht beschreiben kann? Etwa den Geschmack von Wasser? Man kann es nicht beschreiben. Und genau so geht es mir mit dir. Zu beschreiben, was ich für dich fühle, ist mir gänzlich unmöglich. Denn dafür gibt es keine Worte.
Rasin Kalil Yazir

Beitrag von Rasin Kalil Yazir »

Es war ein wunderschöner Morgen, zwar totmüde aber mit einem fröhlichen lächeln auf den Lippen wachte ich auf meinem Balkon auf. Doch irgendetwas stimmte nicht... ich war allein, obwohl ich doch gar nicht allein eingeschlafen war... *Habe ich geträumt? Hrmm..*

Ich dachte kurz über den gestrigen Abend nach..
Er war.. wunderschön. Der beste Abend den ich jemals hatte, denn sie, sie war bei mir.. ich hielt sie in meinen Armen, wärmte sie. Gemeinsam hatten wir am Abend noch die Sterne betrachtet, haben den Anblick auf meinem... nein... bald schon unserem Balkon genossen, ehe wir uns in die Kissen kuschelten und sie in meinen Armen einschlief. Ich war... neda, ich bin überglücklich.. ich konnte sie in meinen Armen halten, sie beobachten, wie sie, wunderschön wie sie ist, so süß und ruhig schlief, es war der wahrlich schönste Anblick den ich mir nur wünschen konnte. Eine ganze Weile beobachtete ich sie, wie sie ruhig atmete, sich an mich schmiegte, es war wundervoll, das war es, was ich mir immer gewünscht hatte, sie endlich in meinen Armen zu halten, ihre weiche, wunderschöne Haut zu streicheln, ihr wunderschönes Gesicht, nicht vom Schleier bedeckt, ihre wunderschönen langen Haare.. ich könnte nicht aufhören sie anzusehen. Irgendwann wurden die Augen aber schwerer und schwerer, die noch nicht zu sehende Sonne erhellte schon langsam aber sicher den Himmel.. als mir schließlich die Augen zufielen und es schwarz wurde, doch eines blieb: das lächeln auf meinen Lippen.

Doch was war dann passiert? War das wirklich nur ein Traum? Nein... es fühlte sich so... echt an... sie war dort... lag wirklich in meinen Armen.. ich weis es! Es fühlte sich für einen Traum viel zu echt an... ihre weiche, schöne haut.. ihr wundeschöner, warmer Körper an meinem.. es war kein Traum! Doch was war denn dann passiert? Warum war sie nicht mehr hier? War sie einfach so gegangen? Vielleicht war ihr zu kalt geworden...
Ich rannte in das Haus, schaute mich nach ihr um. Das riesige, weiche und warme Bett, es war leer, keine Spur von ihr. Ich rannte herunter, in die Küche, das erste was ich tat, war mich umzusehen... doch auch hier war keine Spur von ihr. Doch was war das? Eine Pergamentrolle, sie lag auf dem Küchentisch, jene war gestern Abend noch nicht dort, da bin ich mir absolut sicher. Was würde wohl darin stehen?

Vorsichtig rollte ich das Pergament aus und hielt es mit einer Hand an der obere, mit der anderen am unteren Ende fest, damit sie sich auch bloss nicht wieder zusammenrollt...dann hatte ich mir die Worte neugierig durchgelesen..
"Wie beschreibt man etwas, was man nicht beschreiben kann? Etwa den Geschmack von Wasser? Man kann es nicht beschreiben. Und genau so geht es mir mit dir. Zu beschreiben, was ich für dich fühle, ist mir gänzlich unmöglich. Denn dafür gibt es keine Worte."

Grinsend war ich während des lesens schon wieder nach oben gestapft, mehrmals hatte ich es mir durchgelesen, war es doch verwirrend, zum nachdenken anregend und so wunderschön zugleich.. mit einem überglücklichen grinsen fiel ich dann oben in das riesige Bett, einen kurzen Moment dachte ich noch über ihre geschriebenen Worte nach, das Pergament in der Hand haltend. Ich verstand was sie fühlte, mir ging es nicht im geringsten anders, ich selber versuchte im Kopf die richtigen Worte dafür zu suchen, doch ich schien erfolglos zu bleiben, wie sie auch... noch einige Augenblicke lang konnte ich mich darauf konzentrieren, ehe meine Müdigkeit mich mit meinem Grinsen auf dem Gesicht und den Gedanken bei Malaika und meiner Liebe zu ihr wieder in den Schlaf riss
Malaika Leyla Ifrey

Beitrag von Malaika Leyla Ifrey »

Verlobt. Was hatte dieses klitzekleine Wort doch für eine schwere und große Bedeutung. Ich war ihm nun versprochen, er hatte sein Einverständnis von Issam und bekam seinen Preis für mich, den er aufbringen musste. Verlobt. Ich konnte es noch gar nicht fassen. Ich dachte schon, es wäre ein grandioses Gefühl sich dieser Liebe hinzugeben, die Gefühle zuzulassen. Aber das nun? Ich konnte vor Glück kaum atmen. Ich spürte diese Milliarden Schmetterlinge in meinem Bauch fliegen. Ich... wollte mein Glück in die Welt hinausschreien. Aber im gleichen Zuge hatte es mir die Sprache verschlagen, einfach nur die Sprache verschlagen. Nichts, aber auch gar nichts trug dazu bei, dass sich meine Laune verschlechterte. Nicht einmal die Unfreundlichkeit in Adoran. Der einzige Moment, an dem ich mich wirklich zusammenreißen musste, war, als die Drohung kam, dass sie Rasin in eine Zelle stecken würden. Ich glaube, dann hätte nicht einmal mehr ich mich zusammenreißen können. Ungewöhnlich, war ich doch sonst die Ruhe in Person. Meine innere Tänzerin schmunzelte mich lasziv an. Das macht die Liebe aus einem, Kind.

„Bleibst du heute Nacht hier bei mir?“
Ich lächelte. Wie könnte ich so einer Frage mit einer negativen Antwort antworten. Aber ich musste. So gern wollte auch ich wieder in seinen Armen liegen, seinen Atem spüren und einfach nur Zuhause sein. Die Zeit im Familienhaus, allein in meinem Bett, war langsam eine Qual. Nicht, dass ich meine Cousinen und Cousins nicht schätzte und liebte – aber es war etwas komplett anderes, bei dem Menschen zu schlafen, den man so sehr liebte, wie ich es bei Rasin tat. Ich wusste nicht einmal, ob diese Liebe gut war oder ob sie schon viel zu stark war. Ich hatte keinen Vergleich. Sie war so.. so.. bedingungslos.
Als es für mich an der Zeit gewesen wäre, die Straße rüber ins Familienhaus zu gehen konnte ich nicht gehen. Ich brachte es nicht übers Herz, die Türe zu öffnen und mein baldiges neues Zuhause zu verlassen. Er hatte sich so viel Mühe damit gegeben, damit ich mich auch wohlfühlte. Aber mir hätte selbst eine Absteige gereicht, solange er da war.

Als ich Rija am nächsten Tag davon erzählte, grinste sie mich an und schimpfte mit mir, weil ich es so nebenbei erzählte. Ich war so glücklich, ich hätte es am liebsten allen gleich erzählt. „Ich dachte mir es schon, ihr seid so ein süßes Paar!“ - Ohja, das waren wir wirklich. Ich bat sie darum, dass sie mir kochen beibringen musste und wir einigten uns darauf, dass ich erst einmal lernen würde, wie man Quark zubereitet. Immerhin wusste ich ja, dass Rasin Quark liebte. Unfassbar, ich wollte ihm am liebsten jeden Tag etwas Gutes tun. Aber ich fürchtete, auch das war normal.

Ich verabschiedete mich von Rija und ging ein wenig angeln. Hier konnte ich die Gedanken etwas schweifen lassen. Kurz gingen sie zu Yamaal. Ich wusste noch gar nicht, wie ich ihm das sagen sollte. Ich beschloss für mich, ich würde es noch eine Weile für mich behalten. Ich wollte ihm nicht noch einmal weh tun, zumal ich ihn in den letzten Wochen nicht mehr gesehen hatte. Es war schade, aber vermutlich hatte es so kommen müssen einen guten Freund zu verlieren. Ich seufzte kurz und zog einen weiteren Fisch heraus, den ich am Pier totschlug und in den Eimer warf. Dann lächelte ich wieder und warf die Angel aus. Ich musste unbedingt auch zur Khaliq. Nicht nur, weil ich vor der Ehe mit ihr sprechen musste – ich wollte schon so lange zu ihr. Und immer wieder war mir etwas dazwischen gekommen. Das musste ich nun also schnell nachholen. Seit Jumanah bei uns war und sich im Namen von Nazeeya nach mir erkundigte, war wieder so viel Zeit vergangen. Ich seufzte wieder und packte die Angelsachen und kehrte zurück nach Hause. Ich hatte noch so viel vor, immerhin war der Entwurf meines Kleides zwar fertig, aber er musste noch ein wenig verfeinert werden. Ich hoffte, Aaminah irgendwann zu sehen.. ihr würde bestimmt noch etwas einfallen. Außerdem musste ich ihr die freudige Nachricht noch überbringen.

Ich bin da, wenn du Abends die Augen schließt, ich bin da wenn du in deine Träume fliehst. Und ich bin da wenn du wieder ins Leben ziehst, ja ich sing' für dich, kling für dich, ich bin dein Lied.
Rasin Kalil Yazir

Beitrag von Rasin Kalil Yazir »

Verlobt, das waren wir nun. Issam hatte mir den Brautpreis genannt... es war wahrlich nicht das einfachste, die Aufgaben zu erledigen... doch natürlich akzeptierte ich, ohne im geringsten zu zögern, egal welchen Preis mir Issam genannt hätte, er hätte alles von mir gekriegt, denn... es ging nunmal... um meine große Liebe, es ging um.. diese unbezahlbare Frau.. unglaublich das ich überhaupt Aufgaben bekam, welche zu erledigen sind...

Ich rannte direkt Heim, ich konnte Malaika natürlich keinesfalls verschweigen, das Issam endlich mit den erlösenden Worten rausgerückt hatte, ihr Gesichtsausdruck, er war.. Goldwert. Man sah, wie ungläubig sie war, wie sie es kaum fassen konnte, ihr fiel alles aus dem Gesicht als ich ihr sagte, das Issam mir den Brautpreis nannte... das wir nun... einander versprochen waren, unserem Glück nichts mehr im Wege stand.. bis auf die Aufgaben...
Es waren drei an der Zahl... Malaika wollte allerdings lieber gar nicht wissen, wie die Aufgaben lauteten, ich verbrachte den Abend noch mit ihr, zumindest solang es nur ging...
Ich fühlte mich schlecht, wollte eigentlich schon am Abend beginnen, die Aufgaben in Angriff zu nehmen, doch sie war mir wichtiger... ich hatte eine schwere Entscheidung zu treffen, erledige ich die Aufgaben, die Issam mir gab, oder verbringe ich die Zeit mit ihr? Mir fiel es überraschender Weise nicht einmal so schwer wie ich dachte... das es sein würde, viel zu sehr liebte ich sie, als das ich ohne sie sein wollte... so viel mir die erst schwer erscheinende Wahl, erstaunlich leicht.
Direkt am nächsten Tag musste ich beginnen, die Aufgaben konnten, nein, gekonnt hätten sie sicher, aber... sie sollten nicht länger warten erfüllt zu werden.

Die erste Aufgabe war es, Nazeeya, die Khaliq aufzusuchen, sie sollte mir die Pflichten eines Ehemannes beibringen... jene Pflichten sollten dann in einem Buch niedergeschrieben werden, welches Issam als Beweis erhalten wollte. Die Aufgabe erschien leicht, direkt schrieb ich einen Brief an die Khaliq, bat um einen Termin.. nun hieß es warten, auf eine Antwort, mehr konnte ich erst einmal nicht tun.

Also widmete ich mich direkt der zweiten Aufgabe, dabei ging es darum, mein Waffengeschick und meine Kampfkünste zu beweisen. Den Skarabäen, den wohl gefährlichsten Feinden die man in der Wüste finden kann, sollte ich die Panzer abziehen, ohne die Hilfe eines zweiten. Grundsätzlich ist dies nicht schwer, wenn man einen einzelnen erwischt und diesen mit kleinen Tricks und gezielten Schlägen schnell erledigt, das Problem an der Sache war nur... es sollten direkt 50 der Panzer sein. Also keine leichte Aufgabe. Ich konnte also nicht hoffen, einen einzelnen anzutreffen und diesen dann zu erledigen, die Suche würde viel zu lange dauern, ich wäre in ein dutzend Mondläufen noch nicht fertig mit dieser Aufgabe. Die einzige Chance bestand darin, mich ihnen direkt zu stellen, egal ob ich in der Unterzahl war oder nicht. Ich wollte Malaika, sie war es die meine Sinne schärfte, meinen Siegeswillen ins unermessliche hob, nichts hätte sich mir in den Weg stellen können. Ich würde mich ihnen stellen, sie töten und ihnen anschließend die Panzer vom Leibe ziehen. Für Angst, war nicht der geringste Platz in meinem Herzen, denn das, das gehörte nur ihr, ihr allein.

Ich werde mich nun also auf diese Aufgabe konzentrieren, auf nichts anderes! Sie erfüllen, denn das ist das einzige worauf ich mich nun fokussieren kann und will. Skarabäen müssen und werden sterben, soviel ist sicher... immerhin wird mich das meinem größten Wunsch einen großen Schritt näher bringen...
Malaika Leyla Ifrey

Beitrag von Malaika Leyla Ifrey »

Ich fühlte mich seit ein paar Tagen schlapp und ausgelaugt. Aber so müde wie am heutigen Tage war ich selten. Ich war erkältet seit wir vom Festland zurück gekehrt waren und ich hatte mich bis heute nicht in die Hände eines Heilers begeben.

Die Nacht über schlief ich sehr unruhig, wachte immer wieder auf. Auch sah man mich die letzten Tage weniger auf der Strasse.
Zuletzt geändert von Malaika Leyla Ifrey am Samstag 22. Dezember 2012, 11:03, insgesamt 1-mal geändert.
Rasin Kalil Yazir

Beitrag von Rasin Kalil Yazir »

Ich war nun seid einigen Tagen mit nichts anderem mehr beschäftigt gewesen als den Aufgaben, welche Issam mir als Brautpreis für Malaika nannte... ich hatte nicht einmal bemerkt das Malaika so krank war, ich sah sie immerhin kaum noch.. immer wenn ich Heim kam, schlief sie bereits, oder aber war nicht einmal daheim gewesen, oder ich stand bereits ein Weile vor ihr auf, wodurch ich kaum noch ein Wort mit ihr wechselte. Die Aufgaben zu erledigen, war mir sehr wichtig, immerhin konnte ich danach dann all die Zeit nur mit ihr verbringen. Ich war selber unschlüssig ob es das richtige war... im nachhinein bereue ich es beinahe so gehandelt zu haben, auch wenn ich die Aufgaben im Sinne unserer Zukunft erledigen wollte, ich hätte mir Zeit für sie nehmen sollen.. sie allein zu lassen während sie krank war, das war wirklich nicht das richtige.. ich bin von mir selbst enttäuscht das ich es nicht einmal bemerkt hatte das sie so krank wurde...

*was in den letzten Tagen geschah...*
Angefangen hatte alles vor einigen Tagen mit den Skarabäen.. es sind wirklich zähe Biester, aber ich war meiner Sache fest entschlossen und die Skarabäen hatten gegen meinen festen Willen offensichtlich nicht die geringste Chance, einer nach dem anderen ist durch meine Hand gefallen, ehe ich ihnen den Panzer von der Haut schnitt. Bereits nach nur zwei Tagen hatte ich all die Panzer zusammen und die Wüste war nahezu leergefegt von Skarabäen, immerhin hatte ich nun ganze 50 von ihnen erlegt.. das ganze hatte sogar direkt noch eine gute Seite, nicht nur, das ich der gemeinsamen Zukunft mit Malaika einen großen Schritt näher gekommen war, sondern auch die Wüste war nun um einiges sicherer, da es kaum noch Skarabäen gab.
Nachdem ich dann also all die Panzer zusammen hatte, und das schneller als ich es für möglich gehalten hätte, konnte ich mich direkt der nächsten Aufgabe zuwenden.
Es war eine Aufgabe der ich kaum mächtig war... Issam wollte wirklich das ich Salz schürfe, ernsthaft... Salz?! Ich bin ein geborener Krieger, der Säbel ist es, mit welchem ich hantiere, keine Spitzhacke. Aber nun gut, ich hatte keine andere Wahl, von sowas würde ich mich sicher nicht unterkriegen lassen, auch wenn ich dafür nicht geschaffen war, so schwer konnte es nun wirklich nicht sein, genug Salzkristalle für einen einzigen Sack Salz ranzuschaffen.
Es war der nächste morgen, die ersten Sonnenstrahlen erhellten gerade erst die Straßen, als ich mich auf den Weg zur Mine machte, in der Hoffnung, dort jemanden zu finden der mir dabei behilflich sein könnte, meine Aufgabe zu erfüllen, immerhin hatte ich vom suchen nach dem Salz nicht die leiseste Ahnung. Und tatsächlich, in der Mine traf ich Wahid, einen Sohn der Ifrey, ich erklärte ihm, das es mir wichtig war und ich seine hilfe benötigen würde. Wahid war gern dazu bereit und half mir bei meiner kleinen Bitte. Nachdem wir die nötige Ausstattung für mich zusammengesucht hatten, ging es auch direkt los. Er zeigte mir netterweise auch direkt was beim Suchen nach Salz wirklich wichtig war, es war etwas das man wirklich nicht von heute auf morgen lernen konnte, das hatte er gesagt... und das wurde mir auch verdammt schnell bewusst... ich gab wirklich mein bestes ihm aufmerksam zuzuhören und es nach besten Wissen und gewissen möglichst genauso umzusetzen.
Die Zeit verging dabei wie im Flug, ich schaute mir alles bestmöglich bei Wahid ab und versuchte ihm stets bestmöglich nachzuahmen, natürlich war ich viel zu ungeübt, weshalb ich nur durch Glück mal auf den einen oder anderen Salzkristall gestoßen bin... mir kam es nach einer Weile kaum später als Mittag vor, als es draußen allerdings schon dunkel wurde. Um einen Sack zu befüllen, also das, was ich als Aufgabe hab erreichen müssen, brauchte man etwa 5 Kristalle... und an diesem gesamten Tag, vom Moment der ersten Sonnenstrahlen, bis hin zum Untergang der Sonne, hatte ich gerade einmal genau diese 5 Kristalle gefunden... das ganze war um einiges schwerer als ich jemals gedacht hätte, die Tränensucher hatten einen Beruf, welcher wirklich nicht zu beneiden war.. aber letztlich hatte ich es geschafft. Nun konnte ich also auch das Salz mein nennen, also war nun auch diese Aufgabe als erledigt zu betrachten.
Drei Tage waren nun vergangen.. die Panzer und das Salz hatte ich nun.. Issam hatte mir dazu noch einen Goldpreis genannt.. auch wenn Malaika wahrlich unbezahlbar war, Gold musste auch gezahlt werden, damit hatte ich zum Glück allerdings schon gerechnet und bereits fleißig Gold beiseite gelegt, was sich somit nun durchaus bezahlt gemacht hatte. Für 150 Kronen hatte Issam sich entschieden, eine ... merkwürdige Summe.. es war nicht gerade wenig, nichts was man von Heute auf Morgen einfach so besorgen könnte, aber doch nicht annähernd soviel, wie ich gedacht hätte. Einerseits sehr enttäuschend, ich hätte gedacht Malaika wäre Issam um einiges mehr Wert, immerhin war sie.. unbeschreiblich eigentlich.. die schönste und netteste Natifah überhaupt.. eigentlich unbezahlbar! Wobei.. stören sollte es mich auf der anderen Seite ehrlich gesagt nicht, immerhin war es dadurch um einiges leichter, den Preis zu bezahlen und die Aufgabe zu erledigen.. merkwürdig diese Zwiespältigen Gedanken, mit Umgehen konnte ich nicht wirklich.. deshalb konzentrierte ich mich weiter auf die Aufgaben... das Gold hatte ich dank meiner Weitsichtigkeit im voraus bereits fast zusammen, nur eine kurze Schlacht im Grabe der Ahnen war noch nötig und hatte das übrige getan, auch diese Aufgabe war dadurch schon erledigt gewesen.
Nachdem ich nun also sowohl die 50 Skarabäenpanzer, als auch den Sack Salz und die 150 Kronen des Goldes hatte, stand nur noch die letzte Aufgabe aus... Issam wollte von mir, das ich zu Nazeeya, der Khaliq gehe und mir die Rechten und Pflichten eines Mannes erklären lasse, jene dann in einem Buch niederschreibe und ihm jenes Buch dann als Beweis überreiche.
Ich war nun also einen kurzen Augenblick bei der Khaliq und habe ihr meine Bitte vorgetragen. Sie jedoch hatte zu der Sache einen etwas anderen Gedanken, welcher denke ich gut durchdacht ist und letztlich wahrlich besser zu klingen scheint. Anstatt mir stumpf die Rechte und Pflichten zu erzählen, welche ich dann in ein Buch übertrage... übergab Sie das ganze an mich und Malaika. Wir sollten uns nun gemeinsam Gedanken darüber machen, welche Rechte und Pflichten uns in unserer Ehe zuteil werden, damit wir uns im vornherein selber darüber im klaren sind und/oder werden, wie unsere Ehe dann aussehen wird. Nachdem sie mich also mit dieser Aufgabe nach Hause schickte, setzte ich mich auch direkt mit Malaika daran, dieser Aufgabe nachzukommen...
*das waren also die letzten Tage... mhmm einfach war es nicht immer... doch nun kann ich endlich wieder ihre Nähe genießen und muss nicht wieder jeden Morgen raus in die Wüste oder die Mine.. sondern nun muss ich nurnoch zusammen mit Malaika zur Khaliq und ihr die Liste überreichen... hoffentlich wird sie damit zufrieden sein! Immerhin ist es das letzte, was der Planung der Hochzeit noch im Wege steht...*
Malaika Leyla Ifrey

Beitrag von Malaika Leyla Ifrey »

Die Rechte und Pflichten in der Ehe. Was sollte ich darunter nur verstehen? Ich saß am Tisch in dem Haus und dachte darüber nach. Es gab so viel, wozu wir beide verpflichtet waren, wie sollten wir das nur in Worte fassen? Ich hatte noch keinen blassen Schimmer, wie dies funktionieren sollte. Das war nahezu genauso unmöglich wie das Beschreiben meiner Liebe zu ihm. Aber vielleicht würden mir ja einige Gedankenblitze kommen.

Was war die Ehe überhaupt?
Es war eine Verbindung zweier Menekaner, bestenfalls aus dem romantsichen Grund "Liebe" miteinander eingegangen. Zwie Menekaner, die zueinander fanden und ihren Seelenpartner gefunden hatten - so wie wir, mit dem Ziel, den Rest ihres Lebens gemeinsam bestreiten zu wollen. In guten wie in schlechten Zeiten, so hieß es doch? Mit der Ehe gingen tatsächlich einige Rechte und Pflichten einher. Sowohl für mich wie auch für ihn.

Aber was waren diese sogenannten Rechte und Pflichten?
Ich musste ihm meine Liebe zeigen können, soviel war klar. Aber ich glaube, darin war ich ganz gut. Ich musste ihm eine gute Frau sein. Aber was bedeutete das für mich? Eine Ehe stand auf vielen Säulen, auf denen sie aufgebaut wurde: Liebe, Glück, Zufriedenheit, Vollkommenheit, Treue, Ehrlichkeit, Offenheit.
Wir beide mussten es als Pflicht sehen, dem Partner zur Seite zu stehen. In Gesundheit wie auchin Krankheit, in guten wie auch in schlechten Tagen. Bei Regen und bei Sonnenschein. Ich musste mich fallen lassen können mit dem Wissen, dass er hinter mir stehen würde und mich fangen würde. Dazu musste ich ihm blind vertrauen. Das musste ich noch lernen. Lernen, ihm so blind zu vertrauen, dass ich mich fallen lassen konnte und definitiv wusste, dass er da war um mich zu fangen. Auch er musste mir so sehr vertrauen können, dass er sich fallen lassen könnte.

Wir beide würden das Recht darauf haben, als Menekaner anerkannt und respektvoll behandelt zu werden. Es würde uns beiden obliegen, uns gegenseitig respektvoll, würdevoll und liebevoll zu behandeln. Das würde auch verinnerlichen, dass ich als Frau Sorge dafür trage, dass es Rasin, meinem Mann, an nichts mehr fehlen würde. Es war für mich eine Selbstverständlichkeit, dass ich ihm treu war. Nicht nur in der Ehe, auch jetzt schon. Aber wozu sollte ich auch einem anderen Mann nachschauen? Ich hatte den wunderschönsten, wundervollsten und einzigartigsten Mann Menek'Urs gefunden und ich durfte ihn bald Mein nennen. Ich bemerkte recht schnell, dass die meisten Rechte und Pflichten in der Ehe miteinander Hand in Hand gingen. Sobald wir verheiratet waren, hatte Rasin das Recht mich zurechtzuweisen oder mir etwas zu verbieten. Er würde mir sagen dürfen, was ich wann zu tragen habe. Ob ich mich verschleiern muss, wenn Menekaner zu Besuch sind. Und seinem Wort musste ich dann Folge leisten. Dass ich ihm gegenüber ehrlich sein musste in der Ehe war für mich eine Selbstverständlichkeit. Ich setzte mich an den Tisch und entwarf eine Liste.

Die Frau hat Sorge zu tragen, dass...
  • der Haushalt ordentlich geführt wird
    der Mann, sobald er nach Hause kommt, warmes Essen auf dem Tisch hat
    die Kinder gut erzogen werden
    es dem Mann an nichts fehlt
    sie ihm den Rücken bestmöglichst freihält, damit er seinen üblichen Tätigkeiten nachgehen kann
    das Glück innerhalb der Familie beibehalten wird
    die Gastfreundlichkeit im Hause groß geschrieben wird

Der Mann hat Sorge zu tragen, dass...
  • die Familie nicht hungern muss
    es Frau und Kind gut geht
    keiner seiner Frau zu nahe kommt
    das Glück innerhalb der Familie beibehalten wird
    er selbst aus voller Überzeugung hinter seiner Frau stehen kann
Mehr fiel mir für den Moment nicht ein. Aber es war mit Sicherheit ein guter Anfang. Für mich erschien alles so klar und logisch und dennoch war ich mir sicher, dass ich wichtige Kleinigkeiten, die für mich selbstverständlich waren, vergessen hatte. Ich würde gespannt sein, was Rasin dazu sagte und ob er noch etwas ergänzen wollte. Wir hatten darüber gesprochen, uns die Gedanken dazu gemacht. Hatte ich etwas vergessen? Falls ja, er würde es sicherlich ergänzen. Ganz sicher. Ich lächelte und schloss das Buch wieder.

It's you, it's you, it's all for you
Everything I do
I tell you all the time
Heaven is a place on earth with you
Tell me all the things you want to do
Malaika Leyla Ifrey

Beitrag von Malaika Leyla Ifrey »

Oh bitte, bitte, jaaaa.
Ich hörte meine innere Tänzerin japsen vor Freude, als ich einen Blick auf diesen nackten Körper erhaschen konnte durch meine gespreizten Finger. Meine innere Tänzerin war kaum zu bändigen, voller Übereifer stolperte sie über alles, was ihr in dem Weg lag. Geh schon, geeeh doch. Du musst ihn berühren, ihn anfassen. Mein Unterbewusstsein verkroch sich währenddessen peinlich berührt in den hintersten Gefilden, die überhaupt irgendwie aufzufinden waren. Natürlich hielt ich mich zurück. Ich hielt mir sogar vor Schreck wieder die Augen zu, bis er zumindest seine Hose wieder an hatte. Bei Eluive, war mir das peinlich. Andererseits hätte ich mich gar nicht sattsehen können an diesem Anblick. Die einzelnen Muskeln, wie sie sich bewegten. Das Licht der Kerzen ließ seine gebräunte Haut noch dunkler wirken. Es zog mich gar magisch an und ich wollte über nichts anderes mehr nachdenken. Reiß dich zusammen, Malaika!, mein Unterbewusstsein schalt mich. Und fragt mich bitte nicht, was meine innere Tänzerin veranstaltete. Längst hatte sie das Neglige herausgekramt und sich in Pose gelegt. Ich seufzte und ging die Stufen wieder hinab. Ich ließ ihn dort stehen – unbefriedigt und ohne mich von ihm großartig zu verabschieden. Nur ein „Gute Nacht“ rief ich noch empor. Ich musste die Nacht heute wieder im Familienhaus verbringen. Er musste ja nicht wissen, dass ich gar nicht vor hatte zu schlafen.

Meine Augen brannten, als ich über dem schummrigen Licht saß. Es war ruhig, alle schliefen und ich konnte in aller Seelenruhe meine Arbeit fertigstellen. Ich wusste nicht wieso, aber ich hatte in den letzten Tagen die besten Einfälle gehabt für mein Werk. Zuerst hatte ich es skizziert. Danach hatte ich überlegt, welche Stoffe es haben sollte. Dann musste ich diese feinen Stoffe herstellen, hatte mir Gedanken zu den Verzierungen gemacht. Und ich musste sagen: Es hätte niemand perfekter herstellen können. Es klang furchtbar eingebildet, mein Gedankengang. Aber als Schneiderin hatte man selbst die beste Vorstellung von dem, was man selbst tragen wollte. Ich lächelte sanft, als ich den Stoff ausbreitete. Ich musste vorsichtig vorgehen, die Nadeln behutsam in den Stoff schieben, um nichts zu zerstören. Egal, wie sehr meine Augen brannten – ich würde heute noch fertig werden. Ich ging wirklich äußerst behutsam vor. Warum bei allem in der Welt war ich nicht zuvor auf diese Idee gekommen? Ich lächelte sanft und strich mir die Locken über den Rücken. Mein Kopftuch hatte ich längst abgenommen, obwohl es nicht typisch für mich war. Aber er störte mich im Moment nur. Stunde um Stunde verging, die ersten zwei Stunden sah man noch gar nichts von dem, was es einmal darstellen würde. Aber dann? Dann schien es minütlich zu wachsen. Und schöner und schöner zu werden. Meine Gedanken brachten mich zum Schmunzeln. Und ich hoffte so sehr, dass es genau so ablaufen würde. Ich suchte nach den kleinen Diamanten und ich begann diese aufzusticken. Umso weiter die Zeit voranschritt und es langsam schon wieder hell wurde, desto müder wurde ich. Meine Bewegungen wurden mechanisch, um den Rest zu vollenden. Aber ich hatte es geschafft. Ich hielt es in meinen Händen – mein Brautkleid mit allem, was dazu gehörte. Ich lächelte. Ich würde es jetzt nur noch gut verstecken müssen, damit er es nicht fand. Aber das würde mir gelingen. Nach getaner Arbeit ließ ich mich müde auf das Laken sinken und schlief an seiner Seite ein. So würde es auch eine Überraschung für ihn sein, wenn er dann in ein paar wenigen Momenten die Augen öffnete.
Malaika Leyla Ifrey

Beitrag von Malaika Leyla Ifrey »

Ich bin verloren in deiner Mitte,
machst mich zum Kämpfer ohne Visier.
Alles gedreht, Sinne wie benebelt.
Ich bin so heillos betrunken von dir.


Ich schloss meine Augen und hörte auf meinen Herzschlag. Ich war so überwältigt davon. Jeder Augenblick, jeder Moment zog an mir vorbei. Ich erinnerte mich an alles, an jeden kleinen Moment. Und ich hörte meinem Herzschlag zu, wie er meine Erinnerungen unterstützte. Ich hatte mich selbst doch längst aufgegeben, als er durch die Türe kam. Wie ein Retter auf einem Pferd stand er vor mir und als er verzweifelt versuchte, aus seinen Stiefeln zu kommen konnte ich nicht anders als zu schmunzeln. Das allein waren doch beste Voraussetzungen: Er war genauso durch den Wind wie ich.

Du wärmst mich auf mit deinem Wesen,
lässt nicht einen Zentimeter unverschont.
Du flutest alle meine Decks mit Hoffnung
auf ein echtes Leben vor dem Tod.


Ein Lächeln bildete sich auf meinem Gesicht, gespickt von Glückseeligkeit und Zufriedenheit, von tiefer Liebe und Verbundenheit, als ich daran dachte, wie ich ihn eingekleidet habe und vor ihm stand. Ich hatte seinen Blick gesucht und er war meinem ausgewichen, weil Khalida zur Tür herein gekommen war. Aber bei Eluive, ich war hin und weg. Mein Herz hatte Saltos, Pirouetten und Tanzeinlagen veranstaltet. Ich hatte so etwas noch nie zuvor erlebt. Ich sah ihn an und wollte nicht mehr wegsehen. Ich sah ihn an und wollte nicht mehr von seiner Seite gehen und Eluive, ich hatte Angst. So starke Angst, dass auch er mich abweisen würde. Wer war ich schon? Ich war nur eine einfache Schneiderin, zu diesem Zeitpunkt mit dem geknickten Selbstbewusstsein und den Erinnerungen daran, dass mir zuvor noch vermittelt wurde, nichts wert zu sein. Und obwohl ich so fasziniert von ihm war, die Angst siegte und ich versuchte, mich zurück zu halten. Immerhin wusste ich nicht, was er fühlte. Was er in mir sah.

Und ja, ich atme dich.
Ja, ich brenn' für dich.
Und ja, ich leb' für dich - jeden Tag.
Und ja du spiegelst mich.
Und ja, ich schwör auf dich
und jede meiner Phasen sagt ja.


Ich erinnerte mich daran, wie ich die Treppen vom Schlafsaal herunterkam. Er nahm gerade ein Schluck Wasser, als er mich sah und verteilte es prustend über der ganzen Küchenzeile. Ich sah in seinem Blick etwas weiches, einfühlsames. Und ich wusste dort eigentlich schon, dass es ihm ähnlich ging wie mir. Ich wollte bei ihm sein, ich hatte dieses unterbewusste Ziehen in meinem Körper noch nie vernommen. Tausende, abertausende kleine Krabbeltierchen, die meine Adern und Venen erklommen und dafür sorgten, dass ich weiche Knie bekam, sobald ich ihn sah. Ich erinnerte mich daran, als ich am selbigen Abend von der Bank in der Schneiderei fiel. Er war da und fing mich auf, hielt mich in seinen Händen. Ein Strom winzig kleiner Aale durchzog meinen Körper. Ich wusste gar nicht, wohin ich zuerst blicken sollte – letztendlich waren es jedoch die dunkelbraunen Augen, die mich fesselten und nicht mehr loszulassen schienen. Hätte ich mich nicht zuvor schon in ihn verliebt, ich hätte es dort, genau in diesem Moment getan. Ihn zu spüren, in seinen Armen zu landen, es war unbeschreiblich. Ich spürte auch hier wieder, dass ich ihm nah sein wollte. Ich spürte, wie mein Herz aussetzte für einen Moment, nur um im nächsten Moment noch schneller zu schlagen.

Es ist noch immer so schwer zu glauben,
wie du die meisten meiner Fehler übersiehst.
Du erdest jeden meiner Gedanken,
verleihst Flügel, wenn Zweifel überwiegt.


Ich erinnerte mich an die Worte von Nazeeya. Aus ihrer Sicht würde nichts mehr gegen eine Vermählung sprechen. Er durfte offiziell meine Hand halten, mich offiziell küssen. Es war ein wundervolles Gefühl. Wir mussten uns nicht mehr verstecken und der erste offizielle Kuss brannte genauso sehr wie jeder inoffizielle. Eluive, was hast du nur mit mir angestellt? Was habe ich getan, dass ich dieses Glück verdient habe? Ich wollte lachen, weinen, schreien, die Welt umarmen. Aber ich blieb liegen und lächelte. Ich liebte jeden Moment, den ich mit ihm hatte. Würde er mich allein lassen, würde meine Welt und mit dieser Welt mein Leben, mein Herz, mein Lebenswille zerbrechen. Und wenn sie mich als feige betiteln würden, würde er sterben, ich würde mit ihm gehen. Meine Liebe zu ihm war bedingungslos. Es gab nichts in der Welt, was mir wichtiger war als er. Es gab nichts, was mich glücklicher machte. Es würde nie etwas geben, was mich mehr befriedigen konnte als sein Lächeln, seine Liebe in seinem Blick, wenn er mich ansah. Dank ihm konnte ich all das vergessen, was passiert war. Dank ihm... konnte ich wieder leben. Und an mich glauben.

Ich öffnete die Augen. Ich fieberte so sehr auf den Tag, an dem wir heiraten würden. Mein Kleid war fertig. Khalida hatte es gesehen und staunte nicht schlecht. Sie fand es wunderschön und ich durfte so vor Rasin treten. Es würde nicht mehr lange dauern, nicht mehr lange. Dann... würde ich seine Frau sein. Und damit die glücklichste Frau der Welt.

Und ja, ich schwör auf dich.
Und jede meiner Phasen sagt ja.
Ja zu jedem Tag mit dir.
Ja zu jedem deiner Fehler.
Asche und Gold – ich trag alles mit dir.
Denn ich bin und bleib verlor'n in deiner Mitte.
Bis der Vorhang fällt.
Und ja ich atme dich. Ja ich brenn für dich.
Und ja, ich leb für dich – jeden Tag.
Und ja, ich liebe dich. Und ja ich schwör auf dich.
Malaika Leyla Ifrey

Beitrag von Malaika Leyla Ifrey »

Ich war krank. Ganz offensichtlich war ich krank. Rasin kümmerte sich um mich, liebevoll und einfühlsam. Die meiste Zeit war ich am schlafen. Der Husten, das Fieber, der Schüttelfrost und all die Schmerzen machten mich fertig. Und dann gab es wieder Tage an denen ich zumindest etwas arbeiten konnte. Es war ungewohnt kaum wen zu sehen. Aber anders war es kaum möglich.
Malaika Leyla Ifrey

Beitrag von Malaika Leyla Ifrey »

16. Hartung 256
Tag 1: „Schnupfen, ich komme.“


Dieses Hämmern in meinem Kopf macht mich wahnsinnig. Ich fühle mich schlapp und ausgelaugt, als hätte ich die halbe Wüste durchquert. Aber mit genug Wasser zu trinken würde das bestimmt wieder aufhören.

17. Hartung 256
Tag 2: „Schatz, heute nicht. Ich hab' Migräne.“


Das denken sollte man denen überlassen, die es auch beherrschen. Ich dachte tatsächlich, es wäre damit getan, mehr zu trinken und eine Nacht darüber zu schlafen. Meine Kopfschmerzen am nächsten Tag waren jedoch unsagbar. Zusätzlich hatte ich Schnupfen und Husten. Und das bei diesen Temperaturen. Ich wollte ja nie und nimmer jammern, aber... Ahhhh.

18. Hartung 256
Tag 3: „Meine Güte, bist du heiß.“ - „Oh, danke für das Kompliment.“


Das damit meine Temperatur gemeint war, war mir völlig klar. Meinen Humor hatte ich jedoch noch nicht verloren. Der war bei mir wie mein allseits anheftender Schatten. Malaika ohne Humor, das gab es nicht. So krank konnte ich gar nicht werden, dass ich den verlor. Selbst auf dem Sterbebett würde ich eins noch mit dem Humor auf den Lippen liegen. Soviel war sicher.

19. Hartung 256
Tag 4: „Wenn die so bleibt, bekommst du sie umsonst!“


Ich musste lachen, wenngleich Rasin Khalidas Worte gar nicht so lustig fand. Aber es war so typisch für Khalida, dass sie mich loswerden wollte, weil ich krank war. Wenn ich darüber nachdachte musste ich immer wieder lachen. Ja, so war meine Khali eben. Und genau das liebte ich so an ihr.

20. Hartung 256
Tag 5: Saturday Night Fever.


Rasin brauchte neben mir auf jeden Fall keine Decke mehr. Es war unerträglich. Meine Lunge schmerzte, das Fieber wurde immer stärker und keiner wusste, was das war. Rasin wollte längst einen Heiler holen, ich weigerte mich jedoch. Heiler, nein. Was sollte der schon tun? Die Zeit würde es schon richten.

21. Hartung 256
Tag 6: „Ein bisschen hilft bestimmt... oder nicht?“


Ich hatte langsam das Gefühl, verrückt zu werden. Das Fieber ließ mich komische Sachen träumen und noch komischere Sachen denken. Ich hatte Rasin gefragt, ob er mir helfen wollte gesund zu werden. Er zweifelte an meiner Theorie, dass ein wenig.. Hrömmm, Zweisamkeit, helfen würde. Dabei meinte ich es gar nicht SO. Aber so ein bisschen? Ich dachte mir nur, es würde glücklich machen und konnte bestimmt nur helfen. „Meinst du nicht, dass es vielleicht.. zu... anstrengend sein könnte?“ - Man, er hatte Vorstellungen! Anstrengend? Huh. Hätte ich kein Fieber gehabt, wäre mir allein schon wegen den Worten warm geworden.

22. Hartung 256
Tag 7: „Schatz heute auch nicht, ich hab immer noch Migräne.“


Am unerträglichsten neben dem Fieber waren wirklich die Kopfschmerzen. Nicht einmal das Husten und die Schmerzen in der Lunge waren so schlimm wie die Kopfschmerzen. Ich legte das Kissen auf mein Gesicht und verzweifelte halb. Vielleicht sollte doch einmal ein Heiler nach mir sehen.


23. Hartung 256
Tag 10: „Die Karawaaaane zieht weiter...“


Ich lief wirr durch die Stadt. Ich hatte Fieber und gerade eben war dort doch noch die Karawane gewesen. Sie hatten mich einfach vergessen? Rasin fand mich und ich erzählte ihm davon. Er meinte, er würde die Karawane aufhalten. Ich war begeistert so sehr zu halluzinieren. Schnell brachte er mich nach Hause und ich versuchte zu schlafen.

24. Hartung 256
Tag 11: „Vielleicht hilft es ja doch.“


Für einen kurzen Moment dachte ich wieder daran, dass Glücksgefühle meinem Körper sicherlich gut tun würden. Es reichte schon, Rasin von meinem... Plan zu erzählen. Danach konnte ich innerlich kichern wie ein kleines Kind, weil es ihm sichtlich peinlich war. Er wollte mich ja „damit“ nicht überfordern. Wenn er sich in unserer Hochzeitsnacht auch so oft versichern würde, ob ich das wirklich wollte, dann würde ich sicherlich vorher einschlafen.

25. Hartung 256
Tag 12: „Mae Govannen, sei im Einklang mit der Natur..“ - äh, was?


Elfen. Ja. Was sollte ich dazu schon sagen? Sie waren mir suspekt, ich kannte sie nicht. Aber sie wollten offensichtlich helfen. Eine davon war grün, sah beinahe schon krank aus. Aber womöglich gehörte das so. War sicherlich eine gute Tarnung, so mitten im Wald. Es war der erste Tag, an dem es mir einigermaßen gut ging und ich wieder ein wenig länger auf den Beinen sein konnte ohne halluzinieren oder sonstiges. Aber die Worte hab ich trotzdem nicht verstanden. Mannomann, war ganz schön anstrengend der Besuch. Und mehr als: Halt die Beine still und ruh' dich aus hab ich nicht mitbekommen.
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