Das Wasser des Sees war kalt. Sehr kalt. So wie es Talianna prophezeit hatte. Aber das machte nichts. Die junge Frau war es gewohnt. Eigentlich kannte sie auch nicht wirklich etwas anderes. Das wenige Gold das sie hin und wieder einmal besessen hatte, war zu wertvoll für solchen Luxus wie warmes Wasser gewesen. Auch die Schminke, mit der Celine sie bearbeitet hatte und die nun natürlich längst wieder weg war, war eigentlich eher für… behobeneres Volk als sie es war.
Hund, Gör, Mistblag, Taugenichts, Dreck. Das waren Namen welche sie gewohnt war. Was man ihr bisher entgegen geschmissen hatte. Nicht, dass sie hübsch sein könnte oder gar das es gewiss jemanden geben könnte, der sich für sie interessiert. Nein… das war nicht ihre Welt. Das war nicht sie.
Ganz bestimmt. Sie genoss diese freundliche Art mit der sie hier empfangen wurde. Aber war dies gerecht? War es gerecht, dass man versuchte aus ihr eine Frau zu machen? War es gerecht, dass sie dies mit sich machen ließ.
Ein leichter Stich fuhr durch ihren Arm. Als wollte er sie daran erinnern, dass sie eigentlich nicht einmal mehr hier in dem kühlen Nass stehen dürfte. Eigentlich müsste sie tot, vergiftet von einem Auftraggeber, in irgendeiner Ecke liegen. Mehr Glück als Verstand war es gewesen, dass dieses alte Kräuterweib es gut mit ihr gemeint hatte. Sogar die Überfahrt auf diese Insel hatte ihr gezahlt.
„Verschwinde so schnell du kannst…“, hatte sie gesagt, „sonst wird er es wieder versuchen!“
Die junge Frau stieg langsam wieder aus dem Wasser, betrachtete die noch hellrote Narbe an ihrem Arm. Das Kräuterweib hatte ganz in der Nähe befinden müssen um so schnell reagieren zu können. Fast schon unheimlich. Aber dieses Glück hatte sie sowieso scheinbar schon immer verfolgt. Die anderen Straßenkinder rund um sie herum waren irgendwann verschwunden. Niemand hatte sich für sie interessiert oder nach ihnen gefragt wohin sie waren.
Erneut glitt der Blick auf die Narbe knapp unter ihrem Handgelenk. Zuviel gewusst. Dabei hatte man ihr aufgetragen die Leute zu belauschen und zu erzählen was sie besprochen hatten. Und statt dem versprochenen Lohn hätte sie der Tot ereilen sollen.
Kräftig schüttelte sie den Kopf. Das war nun vorbei! Zwar lebte sie immer noch auf der Straße… aber bisher ging es ihr ganz gut. Die Menschen meinten es gut mit ihr. Aber wie lange würde dies andauern? Das wichtigste in ihrem Leben schienen irgendwie die Götter zu sein. Aber war für die Welt nicht sowieso ein Ausgleich notwendig?
Gab es denn nicht immer Licht und Schatten? Hell und Dunkel? Ohne das eine… existierte das andere nicht. Nur wo es sauber war… konnte man davon sprechen das sich Dreck absetzte…
Noch war es abzusehen… was diese neue Heimat nun aus ihr machen würde…
Neue Chancen und altes Gedankengut
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Silvaine Ariad
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Silvaine Ariad
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Das Feuer knisterte leise hinter der noch jungen Frau, ganz so, als wollte es eine Geschichte erzählen. Welche Geschichte mochte dies wohl sein? Möglicherweise eine Geschichte davon, wie schön es war, wieder angefeuert zu werden? Oder vielleicht die, der neuen Bewohnerin dieses Zimmers? Es gab viele Möglichkeiten und doch: Feuer konnte nun mal nicht sprechen.
Silvaine jedenfalls saß zusammengekauert auf den Fellen vor ihrem Kamin. Die Welt um sie herum veränderte sich weiter und weiter. Sie lernte immerzu neue Menschen kennen. Die meisten davon meinten es gut mit ihr und doch lastete es auf ihren Schultern.
Worte waberten träge durch die Gedanken der jungen Frau, die die Schmerzen in ihrer linken Hand mit stoisch ertrug. Eine Wunde, die sie sich selbst zugefügt hatte.
"Entscheidet euch..."
"Ihr habt euch entschieden, ihr wisst es nur noch nicht..."
"Entscheidet euch für das Herzogtum, oder bleibt neutral..."
"Die Menschen in Rahal und Düstersee sind keine guten Menschen..."
Sie schüttelte den Kopf im die Worte loszuwerden. Nein!
"Ich habe mich noch nicht entschieden!", murmelte sie in die Stille des Raumes, die ansonsten nur von dem knistern des Feuers durchbrochen wurde.
So einfach war es nicht für sie. Sie konnte sich nicht so einfach gegen irgendjemanden Stellen. Nicht, wenn die Gefahr bestand, sich gegen jemanden zu stellen, der es nicht verdient hatte. Zu einfach war es, wegen seiner Geburt irgendwo zu landen. Dass wusste sie selbst. Zu lange war sie ein Kind der Straße gewesen. Zu lange hatte sie mit ansehen müssen, wie ungerecht dieses Leben war und wie schwer es manch mal war etwas zu erreichen, wenn man nicht selbst alles dafür gab.
Ihre Gedanken trugen sie weiter. Zu den Personen die sie bisher hatte kennen lernen dürfen.
Da war Menos Goldblum, vermutlich die erste Person die sie hatte antreffen dürfen, gleich nach dem Seemann der ihr die Nachricht für das Kloster in die Hand gedrückt hatte. Er hatte sich so sehr bemüht ihr zu helfen. Hatte sie nach Rahal eingeladen. Wie es ihm wohl nun ging? Sie hatte ihn Seither nicht mehr gesehen. Es war schade darum. Er durchbrach die Worte, die ihr ständig eingeflüstert wurden Rahaler seien schlecht. Er war gut. Da war sie sich ganz sicher.
Als nächstes war da Daniel Venanmir, der Schnösel den sie damals in Bajard getroffen hatte und mit dem sie sich auf den Weg gemacht hatte damals einen Schneider zu finden um die gänzlich heruntergekommenen Gewänder loszuwerden. Sie wollte sein Verhalten einfach nicht verstehen. Konnte es nicht. Sie fand, dass er mit dieser Einstellung an allem scheinbar herumzunörgeln was nicht ganz so bequem war nicht weiterkommen würde. Vor allem nicht, wenn er ständig entweder Hilfe ausschlagen würde oder Dinge sofort zurückgab, wenn er sie nicht mehr benötigte.
Dann war da noch Celine, die Heilerin die von Anfang an Versuchte aus ihr eine Dame zu machen. Die sie ununterbrochen so behandelte und sie zu eben dieser erziehen wollte. Es war gewiss nicht schlecht gewisse Umgangsformen zu besitzen. Silvaine selbst hatte absolut keine. Aber gleichzeitig fühlte sich die junge Frau von ihr auf Abstand gehalten dadurch, dass sie lediglich für Celine Fräulein Ariad war, nicht Silvaine.
Natürlich durfte man auf gar keinen Fall Raindri Katuri vergessen. Sie sah zu ihm auf. Nicht nur, weil er ihr bisher mehr geholfen hatte als vermutlich alle anderen zusammen. Aber das war ihm auch nur möglich gewesen, weil die junge Frau nicht aus Unsicherheit abgeblockt hatte. Er war ihr von Anfang an irgendwie sympathisch gewesen. Schon ab dem Moment, als er mit Ilias vor dessen Haus gesprochen hatte. ER rannte nicht Kopflos vor, wenn er hörte, dass jemand aus Rahal stammte. Er war ihr Mentor, auch wenn sie sich noch nicht dafür ausgesprochen hatte, dass seine Schülerin sein wollte. Sie hatte sich zwar für ihn entschieden, aber für das Kloster dass konnte sie noch nicht.
Und Leon der gute Leon. Leon Thanel der immerzu die Farbe von einer Tomate zu besitzen schien in ihrer Nähe. Sie fühlte sich wohl in der Gegenwart des jungen Kämpfers. Er war einer der wenigen, bei denen sie einfach sie selbst sein konnte...
Die Bewohner des Kessels hatten auch einen ganz besonderen Platz in ihren Gedanken eingenommen. Fast immer war dort jemand anzutreffen und die Tür stand für sie offen...
Wie würde es für sie wohl weitergehen? Welche Entscheidungen gab es noch zu treffen? Und vor allem... wer würde an ihrer Seite bleiben, wer sich abwenden und wer hinzukommen?
Sie hatte noch einen weiten Weg den es zu beschreiten gab....
Silvaine jedenfalls saß zusammengekauert auf den Fellen vor ihrem Kamin. Die Welt um sie herum veränderte sich weiter und weiter. Sie lernte immerzu neue Menschen kennen. Die meisten davon meinten es gut mit ihr und doch lastete es auf ihren Schultern.
Worte waberten träge durch die Gedanken der jungen Frau, die die Schmerzen in ihrer linken Hand mit stoisch ertrug. Eine Wunde, die sie sich selbst zugefügt hatte.
"Entscheidet euch..."
"Ihr habt euch entschieden, ihr wisst es nur noch nicht..."
"Entscheidet euch für das Herzogtum, oder bleibt neutral..."
"Die Menschen in Rahal und Düstersee sind keine guten Menschen..."
Sie schüttelte den Kopf im die Worte loszuwerden. Nein!
"Ich habe mich noch nicht entschieden!", murmelte sie in die Stille des Raumes, die ansonsten nur von dem knistern des Feuers durchbrochen wurde.
So einfach war es nicht für sie. Sie konnte sich nicht so einfach gegen irgendjemanden Stellen. Nicht, wenn die Gefahr bestand, sich gegen jemanden zu stellen, der es nicht verdient hatte. Zu einfach war es, wegen seiner Geburt irgendwo zu landen. Dass wusste sie selbst. Zu lange war sie ein Kind der Straße gewesen. Zu lange hatte sie mit ansehen müssen, wie ungerecht dieses Leben war und wie schwer es manch mal war etwas zu erreichen, wenn man nicht selbst alles dafür gab.
Ihre Gedanken trugen sie weiter. Zu den Personen die sie bisher hatte kennen lernen dürfen.
Da war Menos Goldblum, vermutlich die erste Person die sie hatte antreffen dürfen, gleich nach dem Seemann der ihr die Nachricht für das Kloster in die Hand gedrückt hatte. Er hatte sich so sehr bemüht ihr zu helfen. Hatte sie nach Rahal eingeladen. Wie es ihm wohl nun ging? Sie hatte ihn Seither nicht mehr gesehen. Es war schade darum. Er durchbrach die Worte, die ihr ständig eingeflüstert wurden Rahaler seien schlecht. Er war gut. Da war sie sich ganz sicher.
Als nächstes war da Daniel Venanmir, der Schnösel den sie damals in Bajard getroffen hatte und mit dem sie sich auf den Weg gemacht hatte damals einen Schneider zu finden um die gänzlich heruntergekommenen Gewänder loszuwerden. Sie wollte sein Verhalten einfach nicht verstehen. Konnte es nicht. Sie fand, dass er mit dieser Einstellung an allem scheinbar herumzunörgeln was nicht ganz so bequem war nicht weiterkommen würde. Vor allem nicht, wenn er ständig entweder Hilfe ausschlagen würde oder Dinge sofort zurückgab, wenn er sie nicht mehr benötigte.
Dann war da noch Celine, die Heilerin die von Anfang an Versuchte aus ihr eine Dame zu machen. Die sie ununterbrochen so behandelte und sie zu eben dieser erziehen wollte. Es war gewiss nicht schlecht gewisse Umgangsformen zu besitzen. Silvaine selbst hatte absolut keine. Aber gleichzeitig fühlte sich die junge Frau von ihr auf Abstand gehalten dadurch, dass sie lediglich für Celine Fräulein Ariad war, nicht Silvaine.
Natürlich durfte man auf gar keinen Fall Raindri Katuri vergessen. Sie sah zu ihm auf. Nicht nur, weil er ihr bisher mehr geholfen hatte als vermutlich alle anderen zusammen. Aber das war ihm auch nur möglich gewesen, weil die junge Frau nicht aus Unsicherheit abgeblockt hatte. Er war ihr von Anfang an irgendwie sympathisch gewesen. Schon ab dem Moment, als er mit Ilias vor dessen Haus gesprochen hatte. ER rannte nicht Kopflos vor, wenn er hörte, dass jemand aus Rahal stammte. Er war ihr Mentor, auch wenn sie sich noch nicht dafür ausgesprochen hatte, dass seine Schülerin sein wollte. Sie hatte sich zwar für ihn entschieden, aber für das Kloster dass konnte sie noch nicht.
Und Leon der gute Leon. Leon Thanel der immerzu die Farbe von einer Tomate zu besitzen schien in ihrer Nähe. Sie fühlte sich wohl in der Gegenwart des jungen Kämpfers. Er war einer der wenigen, bei denen sie einfach sie selbst sein konnte...
Die Bewohner des Kessels hatten auch einen ganz besonderen Platz in ihren Gedanken eingenommen. Fast immer war dort jemand anzutreffen und die Tür stand für sie offen...
Wie würde es für sie wohl weitergehen? Welche Entscheidungen gab es noch zu treffen? Und vor allem... wer würde an ihrer Seite bleiben, wer sich abwenden und wer hinzukommen?
Sie hatte noch einen weiten Weg den es zu beschreiten gab....
Zuletzt geändert von Silvaine Ariad am Mittwoch 28. November 2012, 16:23, insgesamt 2-mal geändert.
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Silvaine Ariad
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Der Wind umspielte zärtlich das Gesicht der jungen Kriegerin. Er war angenehm. Kühl. Wohltuend. Ganz im Gegensatz zu dem Arm der pochte und glühte als wollte er sein eigenes Leben entwickeln. Vielleicht hätte sie es ja doch die stumme Heilerin ansehen lassen. Aber dafür war die Schwarzhaarige zu Stur gewesen. Es war immerhin eigentlich nicht mehr als ein kleiner Kratzer. Einer der Wölfe, von dem Rudel, an dem sie eigentlich ständig vorbeizog bei ihren Runden durch den Wald, war ihr hinterhergehastet und hatte sie angegriffen. Sie wusste immer noch nicht warum. Er hatte sie verletzt und sie ihn. Eine Wunde an der Schulter. Auch wenn es alles andere als einfach gewesen war, das Schwert mit der Linken zu führen während der Wolf im rechten Arm hing. Aber er hatte abgelassen und sie war mit den mehr oder minder kleinen Zahnabdrücken davongekommen.
Silvaine schloss die Augen. Sie genoss den zunehmenden Wind der sie umgarnte. Der das Schwindelgefühl da in ihrem Kopf herrschte etwas linderte. Wunden würden ohne Hilfe heilen. Das hatten sie schon immer getan. Auch wenn sie sich in ihrer Heimat natürlich nie in den Wäldern herumgetrieben hatte. Die Stadt in der sie zuvor gewohnt hatte war ein ganzer Wald für sich gewesen. Die Häuser waren die Bäume gewesen. Ein wenig die Adoran. Nur größer. Und die Armenviertel waren dahingehend geradezu riesig gewesen. Die Sauberkeit die ihr in ihrer neuen Heimat entgegen strömte war geradezu faszinierend. Würde man Bajard, Berchgard und Adodan zusammen nehmen… dann könnte man vielleicht auf die Größe und das Erscheinungsbild kommen. Bajard als Vergleich zum Armenviertel, Berchgard für den Mittelstand und in Adoran der Adel. War es nicht vielleicht genauso hier auch? Teilte es sich nicht fast so auf wenn man genauer hinsah? Ja, dass könnte es sein…
Ihre Gedanken glitten zurück um gestrigen Abend. Sie vermutete, dass der Biss von einem Wolf eventuell ihr kleinstes Problem sein könnte. Nachdem sie diesen Dracones aus ihrer Ungeduld heraus irgendwann nur noch angefaucht hatte. War er mit seinem Alleinen-Gruß nicht genauso wie Leon mit der Hervorhebung der Lichtbringerin in seinem Leben? Wobei sie sich nicht so sicher war, ob er wirklich so gegrüßt hatte. Aber es war üblich für Rahaler. Auch wenn sie weiterhin daran hing, nicht alle in einen Topf zu werfen. Manchmal allerdings, erwischte sie sich dabei hin und wieder doch, dass sie es tat. Es hatte sie einfach in Rage gebracht, dass er sie und Leon - ihren vermutlich besten Freund hier - nicht hinaus lassen wollte. Und dann hatte er sich auch noch verhalten wie… als könnte er über das Sein und den Glauben des jungen Kriegers urteilen. Er hatte den besten Beweis dafür geliefert, dass ein Rahaler nicht viel besser in dieser Hinsicht war als jemand aus Adoran.
Ihr Herzschlag hatte sich bei diesen Gedanken beschleunigt. Wie in dem Moment als sie sich genau darin befunden hatte. Doch nun beruhigte er sich wieder zusammen mit dem Wind. Genauso, wie der angenehme restliche Abend mit Leon und der stummen Heilerin sie irgendwo beruhigt hatte.
Vermutlich sollte sie sich bald einmal tatsächlich eine Entscheidung treffen? Aber wie…
Eigentlich kannte sie bisher nur eine Seite… doch im Augenblick erschien ihr diese eine Seite irgendwie… richtig.
Silvaine schloss die Augen. Sie genoss den zunehmenden Wind der sie umgarnte. Der das Schwindelgefühl da in ihrem Kopf herrschte etwas linderte. Wunden würden ohne Hilfe heilen. Das hatten sie schon immer getan. Auch wenn sie sich in ihrer Heimat natürlich nie in den Wäldern herumgetrieben hatte. Die Stadt in der sie zuvor gewohnt hatte war ein ganzer Wald für sich gewesen. Die Häuser waren die Bäume gewesen. Ein wenig die Adoran. Nur größer. Und die Armenviertel waren dahingehend geradezu riesig gewesen. Die Sauberkeit die ihr in ihrer neuen Heimat entgegen strömte war geradezu faszinierend. Würde man Bajard, Berchgard und Adodan zusammen nehmen… dann könnte man vielleicht auf die Größe und das Erscheinungsbild kommen. Bajard als Vergleich zum Armenviertel, Berchgard für den Mittelstand und in Adoran der Adel. War es nicht vielleicht genauso hier auch? Teilte es sich nicht fast so auf wenn man genauer hinsah? Ja, dass könnte es sein…
Ihre Gedanken glitten zurück um gestrigen Abend. Sie vermutete, dass der Biss von einem Wolf eventuell ihr kleinstes Problem sein könnte. Nachdem sie diesen Dracones aus ihrer Ungeduld heraus irgendwann nur noch angefaucht hatte. War er mit seinem Alleinen-Gruß nicht genauso wie Leon mit der Hervorhebung der Lichtbringerin in seinem Leben? Wobei sie sich nicht so sicher war, ob er wirklich so gegrüßt hatte. Aber es war üblich für Rahaler. Auch wenn sie weiterhin daran hing, nicht alle in einen Topf zu werfen. Manchmal allerdings, erwischte sie sich dabei hin und wieder doch, dass sie es tat. Es hatte sie einfach in Rage gebracht, dass er sie und Leon - ihren vermutlich besten Freund hier - nicht hinaus lassen wollte. Und dann hatte er sich auch noch verhalten wie… als könnte er über das Sein und den Glauben des jungen Kriegers urteilen. Er hatte den besten Beweis dafür geliefert, dass ein Rahaler nicht viel besser in dieser Hinsicht war als jemand aus Adoran.
Ihr Herzschlag hatte sich bei diesen Gedanken beschleunigt. Wie in dem Moment als sie sich genau darin befunden hatte. Doch nun beruhigte er sich wieder zusammen mit dem Wind. Genauso, wie der angenehme restliche Abend mit Leon und der stummen Heilerin sie irgendwo beruhigt hatte.
Vermutlich sollte sie sich bald einmal tatsächlich eine Entscheidung treffen? Aber wie…
Eigentlich kannte sie bisher nur eine Seite… doch im Augenblick erschien ihr diese eine Seite irgendwie… richtig.
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Silvaine Ariad
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Die Schritte der jungen Frau führten sie über den – von der Winterkälte – steinharten Boden. Schritt, um Schritt und um Schritt. Ein Fuß vor den Anderen. In dem kläglichen Versuch die Kälte einfach zu ignorieren. Raindri hatte ihr es nicht aufgetragen sich darin zu üben es sich nicht anmerken zu lassen. Nicht direkt. Nicht durch einen Befehl oder ähnliches. Aber sie befand sich nun bei ihm in der Ausbildung. Und sie wollte dem älteren Krieger der sie Aufgenommen hatte alle Ehre machen.
Sie war mehr als es den Anschein hatte. Jawohl! Zumindest versuchte sie sich das selbst einzureden. Sie konnte mehr und wollte mehr sein als das Straßenmädchen von einst. Würde ihr nur nicht so vieles durch den Kopfgehen.
Wo war eigentlich die Weißhaarige hin? Die, die behauptet hatte ihre verschollene Schwester zu sein. Die Totgeglaubte. Immerhin war sie damals einfach weg gewesen. Hatte das kleine schwarzhaarige Mädchen alleine zurück gelassen. So ganz wusste sie immer noch nicht, wie sie es eigentlich ganz alleine Geschafft hatte zu überleben. Wobei sie nicht ganz alleine gewesen war. Sie erinnerte sich, wenn auch nur ganz schwach. Die Kräuterfrau, sie war immer da gewesen, wenn sie einmal wieder vollkommen in der Klemme gesteckt hatte. Aber doch… meistens hatte sie für sich selbst da sein müssen…
Aber das war Vergangenheit. Zumindest bis auf die Weißhaarige. Aber sie war wieder verschwunden. Konnte es wirklich sein? War es tatsächlich Bawyra? Konnte das möglich sein? Es war auch kein Traum gewesen, oder? Immerhin hatte Leon sie auch gesehen.
Leon… er ließ die Gedanken in eine andere Richtung wandern…
Er hatte ihr ihren ersten Kuss gestohlen.
Wie hatte er das tun können? Warum?
Silvaine atmete tief durch. Die Kälte machte den Atem in einer weißen Wolke sichtbar. Auch deutlich sichtbar war vermutlich ihr verhalten Leon gegenüber gewesen, als er sie bei Raindri besuchen und mit ihr reden wollte. Sie war froh gewesen, dass Raindri gesagt hatte es sei bereits sehr spät. Das hatte ihr einen Grund gegeben, die Begegnung abzukürzen. Sicher, sie hatte selbst gesagt sie wolle nicht, dass sich etwas zwischen ihnen änderte.
Und trotzdem. Es machte sie Nervös an den Kuss zurück zu denken. Seine warmen Lippen an den ihren. Seine Hand in ihrem Nacken in dem Moment als sie sich hatte zurückziehen wollen. Ein Gefühl der Hilflosigkeit hatte sie übermannt. Und sie fühlte sich immer noch hilflos wenn sie daran zurückdachte.
Sie waren Freunde, oder? Er war auf jeden Fall ihr bester Freund. Seine Worte hallten durch ihre Gedanken, in denen er gefragt hatte, ob es schlimm wäre wenn sie mehr als das wären. Ihr Herz begann dabei fast panisch zu Klopfen. Mehr? Mehr bedeutete auch, mehr als Küsse. Zumindest, wenn man den Erzählung der Älteren und Erfahreneren Glauben schenken konnte.
„Mehr?“, kam es ihr nachdenklich über die Lippen, „Nein…“
Das war nicht das, was sie sich im Augenblick unter ihrem Leben vorstellen konnte. Nichts, was sie sich bisher in irgendeiner Weise auch nur vorgestellt hatte. Ihr Weg hatte endlich eine Richtung angenommen…
Sie fürchtete sich vor dem nächsten aufeinandertreffen mit Leon. Und zugleich wollte sie doch auch noch, dass ihre Freundschaft fortbestehen konnte. Sie fühlte sich in einem inneren Zwiespalt.
Sie war mehr als es den Anschein hatte. Jawohl! Zumindest versuchte sie sich das selbst einzureden. Sie konnte mehr und wollte mehr sein als das Straßenmädchen von einst. Würde ihr nur nicht so vieles durch den Kopfgehen.
Wo war eigentlich die Weißhaarige hin? Die, die behauptet hatte ihre verschollene Schwester zu sein. Die Totgeglaubte. Immerhin war sie damals einfach weg gewesen. Hatte das kleine schwarzhaarige Mädchen alleine zurück gelassen. So ganz wusste sie immer noch nicht, wie sie es eigentlich ganz alleine Geschafft hatte zu überleben. Wobei sie nicht ganz alleine gewesen war. Sie erinnerte sich, wenn auch nur ganz schwach. Die Kräuterfrau, sie war immer da gewesen, wenn sie einmal wieder vollkommen in der Klemme gesteckt hatte. Aber doch… meistens hatte sie für sich selbst da sein müssen…
Aber das war Vergangenheit. Zumindest bis auf die Weißhaarige. Aber sie war wieder verschwunden. Konnte es wirklich sein? War es tatsächlich Bawyra? Konnte das möglich sein? Es war auch kein Traum gewesen, oder? Immerhin hatte Leon sie auch gesehen.
Leon… er ließ die Gedanken in eine andere Richtung wandern…
Er hatte ihr ihren ersten Kuss gestohlen.
Wie hatte er das tun können? Warum?
Silvaine atmete tief durch. Die Kälte machte den Atem in einer weißen Wolke sichtbar. Auch deutlich sichtbar war vermutlich ihr verhalten Leon gegenüber gewesen, als er sie bei Raindri besuchen und mit ihr reden wollte. Sie war froh gewesen, dass Raindri gesagt hatte es sei bereits sehr spät. Das hatte ihr einen Grund gegeben, die Begegnung abzukürzen. Sicher, sie hatte selbst gesagt sie wolle nicht, dass sich etwas zwischen ihnen änderte.
Und trotzdem. Es machte sie Nervös an den Kuss zurück zu denken. Seine warmen Lippen an den ihren. Seine Hand in ihrem Nacken in dem Moment als sie sich hatte zurückziehen wollen. Ein Gefühl der Hilflosigkeit hatte sie übermannt. Und sie fühlte sich immer noch hilflos wenn sie daran zurückdachte.
Sie waren Freunde, oder? Er war auf jeden Fall ihr bester Freund. Seine Worte hallten durch ihre Gedanken, in denen er gefragt hatte, ob es schlimm wäre wenn sie mehr als das wären. Ihr Herz begann dabei fast panisch zu Klopfen. Mehr? Mehr bedeutete auch, mehr als Küsse. Zumindest, wenn man den Erzählung der Älteren und Erfahreneren Glauben schenken konnte.
„Mehr?“, kam es ihr nachdenklich über die Lippen, „Nein…“
Das war nicht das, was sie sich im Augenblick unter ihrem Leben vorstellen konnte. Nichts, was sie sich bisher in irgendeiner Weise auch nur vorgestellt hatte. Ihr Weg hatte endlich eine Richtung angenommen…
Sie fürchtete sich vor dem nächsten aufeinandertreffen mit Leon. Und zugleich wollte sie doch auch noch, dass ihre Freundschaft fortbestehen konnte. Sie fühlte sich in einem inneren Zwiespalt.
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Silvaine Ariad
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- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Die Sonne blendete sie, verweigerte ihr den Blick auf das Land, das sich nicht mehr ganz so unweit von Ihr befand. Das Land, das sie vor einer gefühlten Ewigkeit hinter sich gelassen hatte.
Nein… es war nicht nur eine gefühlte Ewigkeit. Es war eine Ewigkeit gewesen. Aber es hatte die ganze Unruhe die sich in ihr befunden hatte beruhigt. Zugegeben. Sie war geflohen. Schon wieder. Gewiss hätte es eine andere Lösung gegeben. Nur noch ein Tag, vielleicht auch nur ein paar Stunden bis sie sich den alten Dämonen stellen konnte.
Für einen kurzen Moment tauchte die Hoffnung auf, dass sie es vielleicht auch gar nicht musste. Vielleicht waren diese Dämonen von ganz alleine verschwunden. Aber diesen Gedanken gab Silvaine so schnell auf, wie er gekommen war. Dämonen verschwanden nicht einfach so. Viel eher gesellten sich noch ein paar weitere dazu – bis man sich traute ihnen gegenüber zu stellen – so viel hatte sie von den Männern auf dem Handelsschiff gelernt.
Ein leises Lachen drang über ihre Lippen. Es war schon amüsant. Sie war quasi vor einem Mann, denn sie nicht mehr sehen wollte geflohen. Weil sie einfach nicht mehr mit dem fertig geworden war, was für ihn schlichtweg freundschaftliches Handeln war. Und nun… ja nun war sie ein Teil von einem bunten Haufen von Männern auf einem Handelsschiff.
Die vielen kleinen Zöpfe flatterten im kühlen Fahrtwind des Schiffes. Sie stand ganz vorne am Bug und lehnte sich gegen die Reling. Sie war nicht mehr ganz das kleine naive Mädchen von damals. Zumindest nicht mehr ganz. Die See war Rau. Und so waren es auch die Männer gewesen. Es waren eine Menge unsittlicher Kommentare und Witze gefallen. Natürlich als einzige Frau auf dem Schiff. Aber nicht einer von ihnen hatte sich gewagt sie zu berühren. Nicht auf begehrende Art und Weise.
Eine andere Frau hätte sich darüber sicher Gedanken gemacht. Aber sie war nicht eine dieser anderen Frauen von denen die Jungs am Abend erzählt hatten die sich über solche Nichtigkeiten Gedanken machten. Ganz im Gegenteil. Sie war froh darum gewesen.
„Ey Silv – froh bald wieder zuhause zu sein? Willste vielleicht gleich über die Reling springen damit du noch vor uns dort bist und dich um die Arbeit drücken kannst?“, ertönte eine raue Stimme hinter ihr lachend. Silvaine drehte sich um und schüttelte Grinsend den Kopf.
„Keine Sorge – den Lohn für den Auftrag überlasse ich euch nicht alleine! Träum weiter“ ein leises seufzen drang über die Lippen „und ich weiß ja nicht einmal ob ich es überhaupt Heimat nennen kann. Eigentlich hatte ich mich damals noch nicht einmal richtig eingelebt ehe ich zu euch geflohen bin.“
Der Seemann strubbelte mit der Hand durch die vielen kleinen geflochtenen, schwarzen Zöpfen woraufhin er ein böses Funkeln aus den dunkelblauen Augen erntete. Daraufhin lachte er erneut und lehnte sich gegen sie an die Reling. „Du machst das schon Silv. Und wenn nicht, du weist wo du uns findest. In uns hast du eine Familie wenn du sonst niemanden hast.“
Die junge Frau nickte einfach nur. Sie würde erfahren ob sie sich ihren eigenen Dämonen stellen konnte oder kläglich daran scheitern würde…
Nicht mehr lange…
Nein… es war nicht nur eine gefühlte Ewigkeit. Es war eine Ewigkeit gewesen. Aber es hatte die ganze Unruhe die sich in ihr befunden hatte beruhigt. Zugegeben. Sie war geflohen. Schon wieder. Gewiss hätte es eine andere Lösung gegeben. Nur noch ein Tag, vielleicht auch nur ein paar Stunden bis sie sich den alten Dämonen stellen konnte.
Für einen kurzen Moment tauchte die Hoffnung auf, dass sie es vielleicht auch gar nicht musste. Vielleicht waren diese Dämonen von ganz alleine verschwunden. Aber diesen Gedanken gab Silvaine so schnell auf, wie er gekommen war. Dämonen verschwanden nicht einfach so. Viel eher gesellten sich noch ein paar weitere dazu – bis man sich traute ihnen gegenüber zu stellen – so viel hatte sie von den Männern auf dem Handelsschiff gelernt.
Ein leises Lachen drang über ihre Lippen. Es war schon amüsant. Sie war quasi vor einem Mann, denn sie nicht mehr sehen wollte geflohen. Weil sie einfach nicht mehr mit dem fertig geworden war, was für ihn schlichtweg freundschaftliches Handeln war. Und nun… ja nun war sie ein Teil von einem bunten Haufen von Männern auf einem Handelsschiff.
Die vielen kleinen Zöpfe flatterten im kühlen Fahrtwind des Schiffes. Sie stand ganz vorne am Bug und lehnte sich gegen die Reling. Sie war nicht mehr ganz das kleine naive Mädchen von damals. Zumindest nicht mehr ganz. Die See war Rau. Und so waren es auch die Männer gewesen. Es waren eine Menge unsittlicher Kommentare und Witze gefallen. Natürlich als einzige Frau auf dem Schiff. Aber nicht einer von ihnen hatte sich gewagt sie zu berühren. Nicht auf begehrende Art und Weise.
Eine andere Frau hätte sich darüber sicher Gedanken gemacht. Aber sie war nicht eine dieser anderen Frauen von denen die Jungs am Abend erzählt hatten die sich über solche Nichtigkeiten Gedanken machten. Ganz im Gegenteil. Sie war froh darum gewesen.
„Ey Silv – froh bald wieder zuhause zu sein? Willste vielleicht gleich über die Reling springen damit du noch vor uns dort bist und dich um die Arbeit drücken kannst?“, ertönte eine raue Stimme hinter ihr lachend. Silvaine drehte sich um und schüttelte Grinsend den Kopf.
„Keine Sorge – den Lohn für den Auftrag überlasse ich euch nicht alleine! Träum weiter“ ein leises seufzen drang über die Lippen „und ich weiß ja nicht einmal ob ich es überhaupt Heimat nennen kann. Eigentlich hatte ich mich damals noch nicht einmal richtig eingelebt ehe ich zu euch geflohen bin.“
Der Seemann strubbelte mit der Hand durch die vielen kleinen geflochtenen, schwarzen Zöpfen woraufhin er ein böses Funkeln aus den dunkelblauen Augen erntete. Daraufhin lachte er erneut und lehnte sich gegen sie an die Reling. „Du machst das schon Silv. Und wenn nicht, du weist wo du uns findest. In uns hast du eine Familie wenn du sonst niemanden hast.“
Die junge Frau nickte einfach nur. Sie würde erfahren ob sie sich ihren eigenen Dämonen stellen konnte oder kläglich daran scheitern würde…
Nicht mehr lange…
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Silvaine Ariad
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- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Seit etwas über einer Woche war die junge Frau nun wieder in der „alten“ Heimat. Das ein oder andere altbekannte Gesicht hatte sie auch schon gesehen… oder zumindest von Ihnen gehört. Aber es fehlten noch viele. Und keine Gründe direkt wieder Reißaus zu nehmen.
Raindri hatte sich kein kleines bisschen verändert. Zumindest wenn man von der Tatsache ausging, das er nun verlobt war. Silvaine war schon sehr gespannt jene Frau zu treffen und sie kennen zu lernen. Eigentlich sollte das auch keine Schwierigkeit darstellen. Immerhin hatte sie Raindri direkt wieder in sein neues Heim aufgenommen. Wieder hatte sie ein eigenes gemütliches Zimmer für sich ganz alleine. Es war schwierig hierfür einen Ausgleich oder einen angemessenen Dank zu finden.
Raindri hatte allerdings recht schnell eine Aufgabe für sie gefunden. Wenn diese Aufgabe allerdings auch ziemlich viel damit zu tun hatte sich gelangweilt die Beine in den Bauch zu stehen weil einfach nicht wirklich irgendwas passierte. Wenn man von den Personen absah… die entweder auf durchreise waren oder dem Kloster einen kurzen Besuch abstatteten. Vermutlich wäre es auch gar nicht so kräftezehrend… wenn da nicht diese grausame kalte Jahreszeit wäre. Eine neue Wintergaderobe aus dem Kessel wäre vermutlich gar nicht so schlecht…
Beim bunten Kessel war sie bereits auch schon gewesen. Peinlicherweise hatte sie den Namen von Rhoakar vergessen. Leider, oder den Göttern sei Dank war er aktuell auf Reisen und würde das nicht ganz so schnell mitbekommen. Fräulein Erskine oder Talianna waren noch Teil des Kessels aber sie hatte sie noch nicht antreffen können - jedoch dafür andere, neue Bewohner des Kessels. So zum Beispiel Cathan Bruchfels. Er hatte sich gut im die Dellen in ihrer Rüstung gekümmert. Und sie würde bestimmt wieder zu ihm gehen, ob nun um die Rüstung ausdellen zu lassen… eine neue fertigen zu lassen oder einfach nur wie damals: um sich zu unterhalten…
All jene kleinen Erlebnisse fanden sogar mittlerweile Platz in einem kleinen Büchlein das sie fast immer mit ihr auf Reise begleitete. Eine Angewohnheit die sie auf dem Schiff angenommen hatte. Sie wusste eigentlich auch nicht so recht wofür sie das genau tat. Aber vielleicht würde sich es eines Tages einmal als nützlich erweisen...
Raindri hatte sich kein kleines bisschen verändert. Zumindest wenn man von der Tatsache ausging, das er nun verlobt war. Silvaine war schon sehr gespannt jene Frau zu treffen und sie kennen zu lernen. Eigentlich sollte das auch keine Schwierigkeit darstellen. Immerhin hatte sie Raindri direkt wieder in sein neues Heim aufgenommen. Wieder hatte sie ein eigenes gemütliches Zimmer für sich ganz alleine. Es war schwierig hierfür einen Ausgleich oder einen angemessenen Dank zu finden.
Raindri hatte allerdings recht schnell eine Aufgabe für sie gefunden. Wenn diese Aufgabe allerdings auch ziemlich viel damit zu tun hatte sich gelangweilt die Beine in den Bauch zu stehen weil einfach nicht wirklich irgendwas passierte. Wenn man von den Personen absah… die entweder auf durchreise waren oder dem Kloster einen kurzen Besuch abstatteten. Vermutlich wäre es auch gar nicht so kräftezehrend… wenn da nicht diese grausame kalte Jahreszeit wäre. Eine neue Wintergaderobe aus dem Kessel wäre vermutlich gar nicht so schlecht…
Beim bunten Kessel war sie bereits auch schon gewesen. Peinlicherweise hatte sie den Namen von Rhoakar vergessen. Leider, oder den Göttern sei Dank war er aktuell auf Reisen und würde das nicht ganz so schnell mitbekommen. Fräulein Erskine oder Talianna waren noch Teil des Kessels aber sie hatte sie noch nicht antreffen können - jedoch dafür andere, neue Bewohner des Kessels. So zum Beispiel Cathan Bruchfels. Er hatte sich gut im die Dellen in ihrer Rüstung gekümmert. Und sie würde bestimmt wieder zu ihm gehen, ob nun um die Rüstung ausdellen zu lassen… eine neue fertigen zu lassen oder einfach nur wie damals: um sich zu unterhalten…
All jene kleinen Erlebnisse fanden sogar mittlerweile Platz in einem kleinen Büchlein das sie fast immer mit ihr auf Reise begleitete. Eine Angewohnheit die sie auf dem Schiff angenommen hatte. Sie wusste eigentlich auch nicht so recht wofür sie das genau tat. Aber vielleicht würde sich es eines Tages einmal als nützlich erweisen...
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Silvaine Ariad
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Gedanken einer angehenden Klosterwache
Weiterhin blieb die Wacht vor dem Kloster recht Wortkarg. Die Wachen die außer ihr dort standen bevorzugten es nicht allzu viel zu reden und die Besucher des Klosters redeten ihrerseits nicht sehr viel mit den Leuten die Wache standen. Wie sollte man etwas schließlich auch bewachen, wenn man nicht ein Auge darauf hatte?
Auch wenn es noch nicht lange her war, dass sich Davien als Wache für das Kloster gemeldet hatte. Sie hoffte jede Minute aufs Neue, er würde während ihrer eigenen Wache irgendwann einmal auftauchen. Wenn man Silvaine gefragt hätte, wie viel Zeit sie mit dieser Aufgabe verbrachte würde sie ganz sicher Antworten: „Die meiste Zeit des Tages.“
Denn zumindest so kam es ihr vor. Wenn sie nicht gerade vor dem Kloster wachte, bestand ihr Tag darauf entweder sich ein paar Münzen hinzu zu verdienen oder sich im Schwertkampf zu üben. Was eigentlich fast auf dasselbe hinaus lief. Ihr Sold bestand aus einem Dach über dem Kopf und das war ihr auch genug. Und unter diesem Dach befand sich die vermutlich einzig richtige Familie. Raindri hatte sie sowieso schon lange als einen großen Bruder gesehen. Zumindest hatte er sich ihr gegenüber immer so benommen, wie sie sich einen großen Bruder vorgestellt hatte. Und seine Verlobte? Livailien hatte etwa gleichaltrige sofort in dem Kreis der Familie willkommen geheißen. Das hieß wohl… Liv war in dem Fall ihre… Schwägerin?
Ein leises Lachen kam der jungen Frau bei dem Gedanken über die Lippen, begleitet von einer Atemwolke die sich durch die Kälte vor ihrem Gesicht bildete. Was würden die beiden wohl dazu sagen wenn sie ihnen das so erzählen würde? Es wäre vermutlich besser diese Gedankengänge für sich zu behalten.
Sie hatte allerdings nicht nur ihre Familie „gefunden“ – auch war sie dem Grund begegnet warum sie diese überhaupt wieder verlassen hatte. Es war nun genau einen Winter her, dass sie die Insel verlassen hatte. ER hatte mit seiner zumindest angeblichen Unbesonnenheit dafür gesorgt, dass ein ganz feines Band das sich bei ihr gebildet hatte brutal auseinander gerissen. Zurückgelassen hatte er ein Ende mit vielen losen Fransen bei denen es schwierig gewesen war sie wieder an einen Strang zu wickeln. Falsche Worte, unechte Wort oder lediglich schrecklich falsch gewählte Worte. Was auch immer es für Worte es waren die er damals ihr gegenüber gewählt hatte als er sich ihren ersten Kuss genommen hatte… es hatte ihr damals auf jeden Fall einen schweren Stich in der Herzgegend versetzt als sie ein paar Tage später mitbekommen hatte das er mit einer anderen eine Liebesbeziehung hatte.
Selbst wenn sie für ihn immer nur eine gute Freundin war, wie er behauptet hatte… erzählte man einer guten Freundin nicht solche Dinge von Anfang an? Hatte Freundschaft nicht etwas mit Vertrauen und Respekt gegenüber einander zu tun? Und nicht erst dann, wenn es sowieso keinen Ausweg mehr gab es zu erfahren?
Wütend, Traurig und Verwirrt. Das waren die Begriffe die sie zu der Zeit vermutlich am besten beschrieben hätten. Und sie hatte sehr lange gebraucht und jene Gefühle nieder zu kämpfen…
Dadurch, dass sie IHN am Kloster getroffen hatte wusste sie nun, wie gut sie sich unter Kontrolle hatte. Ein ganzes Jahr war vergangen um die Gefühle die sie damals alle in sich aufgestaut hatte niederzukämpfen. Und es hatte geklappt. Er war schlichtweg einfach nur noch irgendjemand. Und genau das hatte sie ihn spüren lassen.
Nungut… wenn man davon absah… dass sie meist selbst zu irgendjemandem Herzlicher war als sie es zu ihm vor den Klostertüren gewesen war. Man könnte es freundliche Distanz nennen was sie ihm gegenüber an den Tag legte. Sie würde mit ihm reden sofern er das wollte. Sie würde ihm helfen, sofern er Hilfe brauchen würde. Nur konnte er keine Freundschaft mehr von ihr erwarten…
Die einzige Frage war also… wie würde sie am Kloster selbst etwas Unterhaltung finden? Oder galt es all die stumme Zeit bei ihren Kesselbesuchen irgendwie Wett zu machen. Sie brauchte auch noch irgendetwas für Tarya, aber was schenkte man jemandem, der ein Handelshaus leitete und vermutlich sowieso schon alles besaß?
Auch wenn es noch nicht lange her war, dass sich Davien als Wache für das Kloster gemeldet hatte. Sie hoffte jede Minute aufs Neue, er würde während ihrer eigenen Wache irgendwann einmal auftauchen. Wenn man Silvaine gefragt hätte, wie viel Zeit sie mit dieser Aufgabe verbrachte würde sie ganz sicher Antworten: „Die meiste Zeit des Tages.“
Denn zumindest so kam es ihr vor. Wenn sie nicht gerade vor dem Kloster wachte, bestand ihr Tag darauf entweder sich ein paar Münzen hinzu zu verdienen oder sich im Schwertkampf zu üben. Was eigentlich fast auf dasselbe hinaus lief. Ihr Sold bestand aus einem Dach über dem Kopf und das war ihr auch genug. Und unter diesem Dach befand sich die vermutlich einzig richtige Familie. Raindri hatte sie sowieso schon lange als einen großen Bruder gesehen. Zumindest hatte er sich ihr gegenüber immer so benommen, wie sie sich einen großen Bruder vorgestellt hatte. Und seine Verlobte? Livailien hatte etwa gleichaltrige sofort in dem Kreis der Familie willkommen geheißen. Das hieß wohl… Liv war in dem Fall ihre… Schwägerin?
Ein leises Lachen kam der jungen Frau bei dem Gedanken über die Lippen, begleitet von einer Atemwolke die sich durch die Kälte vor ihrem Gesicht bildete. Was würden die beiden wohl dazu sagen wenn sie ihnen das so erzählen würde? Es wäre vermutlich besser diese Gedankengänge für sich zu behalten.
Sie hatte allerdings nicht nur ihre Familie „gefunden“ – auch war sie dem Grund begegnet warum sie diese überhaupt wieder verlassen hatte. Es war nun genau einen Winter her, dass sie die Insel verlassen hatte. ER hatte mit seiner zumindest angeblichen Unbesonnenheit dafür gesorgt, dass ein ganz feines Band das sich bei ihr gebildet hatte brutal auseinander gerissen. Zurückgelassen hatte er ein Ende mit vielen losen Fransen bei denen es schwierig gewesen war sie wieder an einen Strang zu wickeln. Falsche Worte, unechte Wort oder lediglich schrecklich falsch gewählte Worte. Was auch immer es für Worte es waren die er damals ihr gegenüber gewählt hatte als er sich ihren ersten Kuss genommen hatte… es hatte ihr damals auf jeden Fall einen schweren Stich in der Herzgegend versetzt als sie ein paar Tage später mitbekommen hatte das er mit einer anderen eine Liebesbeziehung hatte.
Selbst wenn sie für ihn immer nur eine gute Freundin war, wie er behauptet hatte… erzählte man einer guten Freundin nicht solche Dinge von Anfang an? Hatte Freundschaft nicht etwas mit Vertrauen und Respekt gegenüber einander zu tun? Und nicht erst dann, wenn es sowieso keinen Ausweg mehr gab es zu erfahren?
Wütend, Traurig und Verwirrt. Das waren die Begriffe die sie zu der Zeit vermutlich am besten beschrieben hätten. Und sie hatte sehr lange gebraucht und jene Gefühle nieder zu kämpfen…
Dadurch, dass sie IHN am Kloster getroffen hatte wusste sie nun, wie gut sie sich unter Kontrolle hatte. Ein ganzes Jahr war vergangen um die Gefühle die sie damals alle in sich aufgestaut hatte niederzukämpfen. Und es hatte geklappt. Er war schlichtweg einfach nur noch irgendjemand. Und genau das hatte sie ihn spüren lassen.
Nungut… wenn man davon absah… dass sie meist selbst zu irgendjemandem Herzlicher war als sie es zu ihm vor den Klostertüren gewesen war. Man könnte es freundliche Distanz nennen was sie ihm gegenüber an den Tag legte. Sie würde mit ihm reden sofern er das wollte. Sie würde ihm helfen, sofern er Hilfe brauchen würde. Nur konnte er keine Freundschaft mehr von ihr erwarten…
Die einzige Frage war also… wie würde sie am Kloster selbst etwas Unterhaltung finden? Oder galt es all die stumme Zeit bei ihren Kesselbesuchen irgendwie Wett zu machen. Sie brauchte auch noch irgendetwas für Tarya, aber was schenkte man jemandem, der ein Handelshaus leitete und vermutlich sowieso schon alles besaß?