Dem Wachtmeister wird ein weiteres Schreiben übermittelt. Dieses Mal von einem Boten aus Bajard.
Sollte er die Pergamentrolle öffnet und damit das in Wachs gebrannte Familienwappen der Dracones brechen wird er folgendes lesen können:
Seinen Segen, Wachtmeister Garun.
Dies schreiben sende ich euch aus zwei Dingen. Zum einen möchte ich euch wissen lassen, dass ich, Thasar aus dem Hause Dracones, den tiefen und lebensbedrohlichen Verletzungen, die ich aus dem gestellten Hinterhalt der verblendeten Anhänger erleiden musste, nicht erlag und mich mehr oder minder auf dem Weg der natürlichen Genesung befinde, so wie die Tetrarchin es von meinen Brüdern und der Heilerin verlangte. Mein derzeitiger Aufenthaltsort ist eine freie Herberge in Bajard, da weder ich noch meine Brüder zur Zeit einen Wohnsitz in Rahal unser eigenen nennen dürfen.
Zum anderen möchte ich euch meinen Dank dafür aussprechen, das ich im Lazarett der Garde untergebracht wurde, damit ich erste Hilfe erfahren konnte. Ohne dieses Zugeständnis von euch und euren Mannen wäre ich nun wohl in schmachvoller und schändlicher Weise, durch die Hand der verblendeten, meines Lebens beraubt. Ich stehe dafür tief in eurer Schuld und hoffe, das dies Schreiben euch bei guter Gesundheit erreicht.
Nun zu meinem Zustand:
Meine Kräfte sind derzeitig mehr als nur geschwächt. Die zahlreichen Schirfwunden hinterließen Schorflinien, die meinen gesamten Körper bedecken. Die Platzwunde an meinem Hinterkopf befindet sich auf dem Weg der Selbstheilung und es hat sich bereits Narbengewebe gebildet. Mein ausgekugelter Arm wurde in einer schmerzlichen 'Streck-prozedur' wieder eingerengt, doch die größten Schmerzen entspringen weiterhin meinem Rippenbereich der linken Hälfte des Brustkorbes. Nach Aussagen einer Heilerin ist wohl die unterste Rippe in einer Art und Weise angebrochen, dass sie durch die Veränderung ihrer Ausrichtung mit ihrer Spitze auf meinen linken Lungenflügel drückt und mir so die Luft abschnürt.
Wenn mir wieder einige Kräfte zur Verfügung stehen, will ich dies behandeln lassen, um einer Lebenslangen kurzatmigkeit entgegen zu wirken.
Bis dahin verbleibe ich in tiefer Dankbarkeit,
und bitterlichster Treue dem Reiche -
