Zwei Tage…
Es war erst zwei Tage her, ihre Hand tat immer noch höllisch weh und erinnerte sie immer und immer wieder an das Geschehene.
Woher in allen Teufelsnamen wusste er, wo sie Kräuter sammeln ging?
Und verdammt noch mal, warum war sie nur, mal wieder, auf einen Trick herein gefallen?
Eine weitere und noch viel bessere Frage war, warum passierte jetzt immer wieder sowas?
Früher war sie doch auch arglos durch die Lande gestreunt und nie war ihr was passiert…Naja, von den beiden Begegnungen mit dem schwarzen Ritter mal abgesehen, der sie mit rot-leuchtenden Augen angesehen hatte.
Aber auch das war glimpflich ausgegangen. Warum jetzt?
Warum sie?
Warum das alles?
Verdammter Barde….
Als sie Heim gekommen war, hatte sie sich erst mal versichert, dass keiner im Haus war, ehe sie mit schweren Gliedern vom Gift, und Vernebelung des Geistes durch das Rauchkraut erst einmal an der Türe herab gesunken war, und bitterlich geweint hatte.
Geweint vor Schmerz, geweint vor Verzweiflung…
„Mein Schäfchen..“
Widerlicher Kerl.
Es hatte einige Zeit gedauert, bis sie sich beruhigt hatte und sich dann erst mal die Dampf-gerötete Hand und den Suppen-verbrannten kleinen Finger verbunden hatte.
Doch, wie es immer war, bald klopfte es an der Türe, und die Rothaarige Schützin stand vor der Türe, um sich nach ihrer Rüstung zu erkunden.
Tarya war froh, dass sie die Rüstung schon vorher gefertigt hatte, war sie einhändig nicht in der Lage zu arbeiten.
Und auch wenn sie eigentlich alleine sein wollte, so tat Ablenkung gut.
Nicht über Nym nachdenken. Nicht rätseln, was er gemeint hatte, nicht darüber nachdenken, wie sie Elias am besten davon überzeugte, dass nichts passiert wäre.
Und, als würde er wissen, dass sie über ihn nachgendacht hatte, dauerte es nicht lange, da stand der Adelige vor ihrer Türe.
‚Verdammt….‘, war ihr erster Gedanke, als sie seine Mine sah, beim erblicken des Verbandes.
„Hat das was mit einem gewissen Herren Namens Nym zu tun?“, Sein Ton war streng und hörbar ungehalten.
„Nein, ein einfacher Küchenunfall“, antwortete sie ruhig.
Aber der Argwohn war groß, und natürlich glaubte er das nicht.
Sie debattierten eine Weile, bei dem aber nichts produktives heraus kam, denn Tarya bliebt bei ihrer Geschichte.
So sehr hasste sie es zu Lügen. Ihn zu belügen…
Nym hatte bekommen was er wollte. Ihr schweigen.
So sehr sie sich über sich selber Ärgerte, so sehr baute sich auch die Wut auf ihn auf.
„Ich habe dich genommen, weil du stark bist, mein Schäfchen. Stark genug, um für deine Freunde zu schweigen.“ War die Antwort auf die Frage, warum er sich keine Frauen suchen würde, die dies wollten.
Ein Rahaler Barde, der sie in der Hand hatte.
Ein Adoraner Adeliger, der sich gegen Rahal stark machte.
Ein Kind, das unschuldig und unbesonnen, einfach ihr Leben lebte.
Freunde, die nichts wissen sollten…
Sie musste einen Weg finden, entweder damit klar zu kommen, oder sich dem Barden zu entziehen.
Nur wie?