"Frei ist die Kunst! Wo Dummheit und Hass gedeihen, ist es stets die Freiheit, die zuerst elendig zu Grunde gehen muss. Die Kunst fragt nicht, wer ist, sondern was ist? Ein jeder der seinen Teil zur Kunst und somit zweifelsohne auch zur Freiheit beiträgt, sei gepriesen. Sei er Mann, Oger, Elf oder gar Frau. So lange seine Kunst rein ist, wollen wir ihn Bruder nennen!"
Leondros Lavanter in "Die Freiheit der Kunst"
Diesen Wahlspruch sehr geehrte Herrschaften schrieb sich die Galerie bei ihrer Gründung auf die Fahne und sucht ihn bis heute hoch zu halten. So durften wir einige vorzüglich exquisite Stücke des vermeintlichen Mäzens, der als Der Dunkle Trödler bekannt ist an dieser Stelle für die Öffentlichkeit ausstellen. Vielfach wurde übel über diesen Namen geredet und vielfach war auch die Kritik an seinen Stücken. Nicht mit wenig Freude nahmen wir die Kritik zur Kenntnis, denn gerade eine kontroverse Auseinandersetzung mit den Ausstellungsstücken macht wohl die moderne, ja vor allem die ultra-moderne Kunst, zu dem was sie ist. Ein Sinnbild freien Geistes. Nach reiflicher Überlegung entschieden wir, trotz der schreienden Stimmen derer, die scheinbar die Freiheit der Kunst ihrem eigenen Rassenhass unterordnen, die Werke des Dunklen Trödlers weiterhin auszustellen.
Nun aber offenbarte eben jener Mann sein wahres Gesicht, eine Fratze des Hasses, der Gewalt und der Niedertracht. Nun aber musste ein jeder erkennen, was für ein abscheulicher Charakter sich hier hinter seinen (wohlgemerkt vorzüglichen) Ausstellungsstücken verbarg und versuchte, die Galerie für seine finstren Zwecke zu missbrauchen. Trotz unseres guten Willens, einem jeden die Möglichkeit zu bieten seine Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren, sieht sich die Führung der Galerie außerstande diesem Scheusal weiterhin eine Anlaufstelle in Bajard zu bieten. Dieser Entschluß wurde nicht gerade leichten Herzens gefasst, müssen doch nun die Bürger auf die interessanten Stücke verzichten. Die Vorkomnisse der letzten Zeit ließen uns allerdings keine andere Wahl und einstimmig entschieden wir hier zum ersten Mal gegen die Kunst.
In aller Deutlichkeit distanziert sich die Galerie somit von dieser Ausgeburt an Boshaftigkeit und unschönen Person. Für Hass und Gewalt soll hier der Platz nicht sein.
Wir sind erleichtert, das bisher niemand ernstlich zu Schaden gekommen ist und sind bestrebt, die nun entstandene Lücke im Ausstellungsprogramm so bald wie möglich zu füllen. Sollte an dieser Stelle jemand einige Werke zur Hand haben, die ausgestellt gehören, nehmt bitte Kontakt mit der Galerie auf.
Wir sind guter Hoffnung, dass der geneigte Kunstliebhaber diesen, unseren Schritt verstehen und nachvollziehen können wird.
Für die Leitung,
in etwas kleinerer Schrift steht darunter:
Von weiteren Brandanschlägen bitten wir freundlichst abzusehen und danken im Voraus.