Bereits über eine Woche war ins Land gezogen, seit der junge Musiker den ersten Fuß in seine neue Heimat gesetzt hatte – das Hafenstädtchen Bajard. Der einst große Berg an Unsicherheiten und Sorgen war recht rasch durch zahlreiche nette Bekanntschaften abgetragen worden und somit auch bereits nach wenigen Tagen ein Alltag in sein Leben eingekehrt. Eine ordentliche Anstellung, ein mehr als ausreichender Lohn und dennoch genügend Zeit und Ruhe um an weiteren Lieder zu schreiben, ja, Nym fühlte sich wirklich wohl. Wäre da nicht eine Person gewesen, die ihn nur allzu gerne aus dem Konzept brachte, über die er sich in seiner kurzen Zeit schon so oft den Kopf zerbrochen hatte. Die erste Begegnung verlief recht früh und schon damals wusste er, dass dieser Mensch noch eine große Rolle in seinem Leben spielen würde. Es kam der eine Tag, an dem sie sich auch wie sonst am Abend zusammenfanden um etwas Zeit miteinander zu verbringen.
„Ich ziehe mich noch rasch um, dann bin ich soweit!“, verkündete der Barde und verschwand hinter den Regalen, um sich für die Reise fertig zu machen – das Seidengewand war dafür immerhin viel zu schade. „Ich sehe zu.“, kam die Antwort sogleich und die leisen Schritte zeugten davon, dass es der Wahrheit entsprach. Anfangs war es ihm noch unangenehm gewesen die gierigen Augen auf seinem Körper zu spüren, doch mittlerweile war es zur Normalität geworden. Es sollte nicht bei den Blicken bleiben. Gerade als er das seidene Hemd über den Kopf ziehen wollte, fühlte er eine Hand an seiner Schulter und den schweren Atem neben seinem linken Ohr. „Aber Herr Direk..“, wollte er gerade protestieren, als ihm ein Finger auf die Lippen gelegt wurde. Leise, düster war die Stimme die in seine Ohrmuschel hauchte. „Fühlt ihr den Degen sich regen..? Auch entgegen eurem Segen käme es mir sehr gelegen, würdet ihr euch rhythmisch bewegen..“. Im nächsten Moment wurde er herumgedreht und die Lippen, welche unter dem prächtigen Bart kaum noch zu sehen waren, kamen immer näher und näher.
Schweißgebadet setzte der Musiker sich auf und blickte hektisch in alle Himmelsrichtungen. Er war in der Herberge; alleine. Es war nur ein Traum gewesen. Und dennoch ..
Nym’mer Meer – Land in Sicht!
- Graulist Eisenjam
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Auch der Degen hatte eine unruhige Nacht hinter sich.
Sorgfältig und unter nervösen Seitenblicken sah man ihn des Morgens am bajarder Hafen sein Bettzeug waschen.
Sorgfältig und unter nervösen Seitenblicken sah man ihn des Morgens am bajarder Hafen sein Bettzeug waschen.
Zuletzt geändert von Graulist Eisenjam am Donnerstag 18. Oktober 2012, 17:08, insgesamt 1-mal geändert.