ein Stab für eine Magierin

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Sophia Coram

ein Stab für eine Magierin

Beitrag von Sophia Coram »

Schon seit einer Stunde etwa saß Sophia nun in der kleinen Bucht hinter ihrem Haus und starrte auf das Meer hinaus.
Es war Zeit geworden, sich um den Stab zu kümmern. Ihre Ausbildung schritt mehr und mehr voran und bald würde die nächste Prüfung anstehen. DIE Prüfung! Die Prüfung zur Maga.
Jeder Magier hatte einen Stab und er war für ihn nicht nur ein hübsches Beiwerk oder Statussymbol, sondern diente bei den magischen Applikationen auch als Fokus.
Doch kein Stab glich dem anderen. Jeder Magier wählte seinen eigenen Stab, denn er war auch ein sehr persönliches Utensil.
Je nach Geschmack, Vorlieben und Begabungen wurde der Stab individuell von seinem Träger gestaltet und teils auch selbst hergestellt.
Schon eine Weile beschäftigte sie dieser Gedanke und es hatte sich auch schon ein Bild in ihrem Kopf geformt.
Weidenholz sollte es sein. Weiden wuchsen meist am Wasser und Wasser war "ihr" Element.
Außerdem war es biegsam und somit widerstandsfähig, egal welcher Sturm auch kommt. Auch sie hatte schon einige Stürme überstanden und war trotzdem auf ihrem Weg geblieben. Sie hatte ihn sich vielleicht nicht ausgesucht, aber letzten Endes war es das beste, das ihr passieren konnte, erwacht zu sein. Und Eluive und die Schicksalsmächte würde ihre Seele sicher nicht ohne Grund gesiegelt haben.
Also Weidenholz sollte er sein. Und ein Astloch muss es haben. Wenn sie die Augen schloss, sah sie einen Saphir in einem funkelnden blau darin leuchten. An der Spitze teilte sich der Stab in drei Richtungen und in der Mitte der drei Spitzen, lag ein hölzerner Tropfen, der von drei geschwungenen Silberbändern verziehrt war. Drei Wellenlinien übereinander waren das arkane Zeichen für das Element Wasser und somit mehr als passend für sie.

Kurz darauf besuchte sie Berchgard. Das Bergdorf war bekannt für seine ausgezeichneten Handwerker und gleich hinter dem Osttor, nahe dem Hafen, gab es eine Holzwerkstatt. Man besprach lange alle gewünschten Details und das Ehepaar nahm den Auftrag freudig an.
Nur eine Woche später bekam sie die Nachricht, dass der Stab fertig sei. Im nahe gelegenen Sumpf fanden sie schnell einen passenden Ast. Einen Makel hatte er jedoch. Das Astloch für den Edelstein fehlte! Sophia bestand allerdings darauf. Der Stab sollte werden, wie sie ihn in ihren Gedanken bereits sah. Dies, so entschied sie allerdings, wäre nun ihr werk. Und so kam sie in der nächsten Zeit täglich zu der Werkstadt um sich im schnitzen üben. Nach etwas über einer weiteren Woche war es dann soweit. Das Ehepaar entschied, sie wäre nun so gut, dass sie die Fassung für den Stein selbst in das Holz schnitzen konnte.

Ein Stoßgebiet zu Eluive und Sophia griff zittrig nach dem Schnitzmesser und begann vorsichtig damit, die Einkerbung auszuhöhlen. Span um Span schnitt sie aus dem Holz und nach den ersten beiden Handgriffen fühlte sie sich viel sicherer, fast als würde Eluive ihre Hand stärken. Natürlich hatten die beiden Meister immer ein wachsames Auge auf sie und ihre Arbeit und so war der Stab letzlich fertig. Der Stein musste noch eingebracht werden, doch dies konnten sie nicht. Dafür müsse sie sich einen Juwelier oder so etwas suchen, meinten die zwei. Sie würde Magistra von Weilnau fragen, wer soetwas in der Lage war zu fertigen. Den wertvollen Edelstein hatte sie bereits. Voller Stolz betrachtete sie nun das fertige Werk und Stolz erfüllte sie. Anschließend wickelte sie den Stab in weiches Leder. Bisher war es nur ein einfacher Holzstab, hübsch zwar, aber ohne Bedeutung. Damit er sie unterstützen konnte bei den magischen Applikationen musste er erst noch geweiht werden und bis dahin sollte er nicht beschädigt werden.

Und so trug sie den Stab vorsichtig wie rohe Eier nach Hause und freute sich bereits auf den Tag, an dem sie für immer mit ihm verbunden wurde.
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