[Piratenquest] Schlafzimmerblick der Medusa von Layross

Der Erzähler

[Piratenquest] Schlafzimmerblick der Medusa von Layross

Beitrag von Der Erzähler »

Die Karte

Die meisten Geschichten, welche vom Verderben einiger armer Matrosen oder aber von legendären Schätzen und dem Wind der Abenteuer auf See erzählen, beginnen mit einem einfachen, kleinen Fetzen Papier.
Mancher davon mag vielleicht auf edlerem Stoff, Pergament geschrieben oder sogar in Haut tätöwiert sein (... sagt die Legende...), doch das Stück Papier, mit welchem unsere Abenteuergeschicht beginnt, war tatsächlich nichts weiter, als ein sehr alter, von Salz und Wetter brüchig gewordener Lappen. Sicherlich, mit gutem Auge konnte man die verblassten Linien schon noch erkennen und wer die Windrose an einem fleddrigen Zipfel erkannte, der ahnte ungefähr wo diese kleine Insel, welche inmitten des Kartenstücks abgebildet war, wohl in etwa zu finden wäre.

Die Insel war ein weiteres, klassisches Indiz für einen versteckten Schatz - zumindest einer, den man bergen konnte, ohne dafür die Meere abzutauchen. Tatsächlich konnte man zwei winzige Bilder auf dem Inselhintergrund noch entdecken und entziffern:

- eine Kiste, das Zeichen für Reichtum und Schätze
- ein blickloser, alter Frauenkopf, auf dessen Haupt sich Schlangen statt Haar wanden

Dies ließ den wissenden und erfahrenen Betrachter drei Schlüsse ziehen:

1. Auf der Insel wartete ein Schatz, scheinbar groß und wichtig genug, um deshalb ein Karte von diesem Versteck anzufertigen, denn mehr gab es auf dem kleinen Eiland scheinbar nicht.

2. Dieser wiederum wurde aber von einer Medusa - wohl schon älter und vielleicht nicht mehr bei Kräften aber dafür umso erfahrener und wiederum gefährlich - bewacht

3. Schätze auf Inseln? Mystische Kreaturen aus uralter Sagenzeit?
... es konnte sich nur um eine Piratenkarte handeln und dieser "Fang" war wie gemacht für Seeräuberhand.

Gehen wir nun davon aus, lieber Geschichtenleser, dass diese Karte irgendwie durch Zufall in die Hände eines Piraten fiel, der sich insbesondere für alte Sagen und Mysterien der See interessierte... was wird wohl dessen nächster Schritt sein?
Richtig, die Mannschaft eines mächtigen Schiffes zusammentrommeln - und schon sind wir mitten im Abenteuer!

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Raissa Nadeira

Beitrag von Raissa Nadeira »

Der Ruf der Toro de Muerte pulsierte in ihrem Blut, brannte durch ihre Venen wie flüssiges Feuer und füllte das Herz der Piratin mit einer unstillbaren Sehnsucht. Sehnsucht nach der See, unbezähmbar und gierig, der Wunsch, sich erneut mit dem Meer zu messen, sich gegen den Wind zu stemmen und das Salz auf ihrer Haut zu spüren.

So ein kleiner, scheinbar unbedeutender Anlass und eine Fülle von Emotionen die damit einher ging. Ein kleiner Anlass und eine Menge Vorbereitungen die er nötig machte. Hosen und Hemden wanderten in den Seesack, ebenso wie ihre Waffen, die leichte Rüstung und ein ausreichender Vorrat an Blitzpulver.

Der Ruf nahm eine andere Note an, Kampf, Raub, Mord. Besitzgier ergriff sie und stimmte sie auf das ein, was kommen mochte, sie wusste schon nicht mehr welcher Teil ihrer Gefühle der Toro entstammte und welcher der See als solches. Oder der geheimnisvollen Karte in ihrer Tasche.

Vallas hatte sie von seiner Reise mitgebracht und ihr gegeben. Sein Interesse lag anderswo, doch sie war diejenige die die Lage der Insel bestimmen konnte. Er machte sich ungern auf die Reise ohne zu wissen wohin. Ihre schlanken Finger glitten über das Pergament, ein grausames Lächeln, für die meisten Menschen vollkommen fremd, huschte über ihre fein geschnittenen Züge. Die Meerblauen Augen wandelten sich, wurden härter, kälter, bis sie an zersplitterten Saphir erinnerten.

Eine letzte Nacht an Land. Eine letzte Nacht in der der Ruf an Stärke zunehmen würde, zu einer Kette werden die an ihr riss und zerrte bis ihr ganzes Begehren auf das Ziel gerichtet sein würde. Eine letzte Nacht... bis die Masken fielen und die Reise begann.
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Jaron Sylva
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Beitrag von Jaron Sylva »

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Jaron "Lysander" Sylva, Kapitän der Namenlosen

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Raissa Nadeira

Beitrag von Raissa Nadeira »

Langsam kehrte Ruhe an Bord ein. Die Mannschaft lag in den Kojen und nur noch das leise Rauschen der Wellen und ihr Brechen am Schiffsrumpf waren zu vernehmen. Ihr Blick wandte sich zum sternklaren Nachthimmel auf, der um diese Zeit ihren Anhaltspunkt bildete. Die Ruhe war herrlich, der Geruch der See, die leisen Geräusche des Schiffes gaben ihrer Seele Nahrung. Hektisch genug waren der Abend und die Nacht ja gewesen, doch nun waren die ersten Riffe umschifft, die erste Seeschlange getötet, die ersten blinden Passagiere entdeckt worden.

[url=http://www.fotos-hochladen.net/view/medusa1noq7u5g9m0.jpg][img]http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/medusa1noq7u5g9m0_thumb.jpg[/img][/url]

All das betraf sie allerdings nur bedingt. Sie hatte ihren Wirkungsbereich zugewiesen bekommen als sei es die natürlichste Sache der Welt, und es war ihr alles andere als Unrecht, denn solange sie damit beschäftigt war sich um den Kurs zu kümmern kam niemand auf die Idee ihr auf die Nerven zu fallen. Zumindest hatte sie das gedacht. Carlos hatte ein Talent dafür, ihr den letzten Nerv zu rauben und sie in den Gedanken zu treiben ihn bedauerliche Unfälle erleiden zu lassen. Seine abwehrende Haltung gegenüber Frauen auf dem Schiff erinnerte sie deutlich an ihre Anfangszeit auf See. Wie viele arrogante Bastarde die so dachten hatte sie schon gesehen? Es waren genug... und dies war nur einer mehr der lernen musste, dass allein der Umstand das ihm sein Hirn in die Hose gerutscht war ihn nicht zu einem besseren Seemann machte.

Die Nacht war bereits weit fortgeschritten, als die Biester auf dem Schiff einfielen. Zwei Flügelaffen, zwei bestimmten Mitgliedern der Mannschaft überaus ähnlich sehend und ähnlich nervtötend in ihrer Art einander gegenseitig das ein oder andere zu neiden, sich anzukeifen und dann doch an einem Strang zu ziehen. Und ähnlich verschmust. Kopfschüttelnd betrachtete sie die beiden, die schlafend am Hauptmast hingen. Nun, damit würden sich auch die anderen herumschlagen müssen, sie hatte ihre Arbeit getan... und zumindest Bücher und Karten vor den Biestern gerettet.

[url=http://www.fotos-hochladen.net/view/medusa31c95vis3lo.jpg][img]http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/medusa31c95vis3lo_thumb.jpg[/img][/url]

Ihre Gedanken huschten unter Deck, in die Kajüte des Kapitäns. Perera war eine überaus angenehme Überraschung gewesen. Charmant und Kompetent. Und schwer zu durchschauen. Sie würde einiges darum geben zu wissen was er über sie dachte. Warum hatte er ihr aufgetragen das Blut zu nehmen? Warum sie den Kurs bestimmen lassen? Was bei allen Dämonen hatte der Mann vor?

Ein leichtes Lächeln huschte über ihre Züge als sie eine weitere Kurskorrektur vornahm. Was auch immer es war, sie würde es schon rechtzeitig genug erfahren...
Zuletzt geändert von Raissa Nadeira am Donnerstag 23. August 2012, 02:08, insgesamt 1-mal geändert.
Rohnja Salvador

Beitrag von Rohnja Salvador »

-Wenn du ein Schiff bauen willst,
so trommle nicht Menschen zusammen,
um Holz zu beschaffen,
Werkzeuge vorzubereiten,
Aufgaben zu vergeben
und die Arbeit einzuteilen,
sondern lehre die Menschen die Sehnsucht
nach dem weiten, endlosen Meer! -

- Antoine de Saint-Exupéry -



Die Stahlblauen Augen gleiten über das weite Meer, eine Salzige Windpriese presst sich in einer sanften Bewegung gegen ihr Gesicht, sie Atmet tief ein, die Lungen füllen sich mit der frischen Luft und für einen kurzen Moment pulsieren die Adern. Genau in diesem Moment schließt sie ihre Augen und ein Gefühl der Freiheit und Unabhängikeit macht sich in ihr bemerkbar, ein zufriedenes stolzes lächeln umspielt die Lippen, doch so schnell wie es kam verschwand dies auch wieder. Nun war sie da, auf dem wohl berüchtigsten Schiff welches die Weltmeere besegelt, der Toro de la Muerte. Noch wusste sie nicht was genau auf sie zukam, doch würde es bestimmt eines der Erlebnisse sein welche sie später einmal weiter erzählen konnte mit stolz und einer geheimnissvollen Stimme. Der erste Tag auf dem Schiff verlief recht angenehm und die zusammen Arbeit mit der Crew schien recht Interessant zu werden, da jeder wohl seine eigene Geschichte mit sich trug und diese sich auf dessen Charakter auswirkte. Was sie am meisten beschäftigte war jedoch der Charakter des Capitano Parera, sie hatte sovieles über ihn gehört ob nun schlechtes oder Gutes sei dahin gestellt, aber sein Charakter schien eine gewisse Neugierde in ihr zu wecken.


Sachte öffneten sich die Augenlieder und der blick gleitet über das blaue, tiefe und Geheimnissvolle Meer....kein Fleck auf der Erde barg wohl soviele Geheimnisse in sich wie das Meer....welche niemals oder wenn dann nur Bruchstückhaft entdeckt werden würden.
So begann sie, die Reise zu etwas Ihr noch unbekannten......wer weis was noch kommen wird....wer weis was geschehen wird....wer weis wie es Endet....


[URL=http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=bc509a-1345723606.jpg][img]http://www.bilder-upload.eu/thumb/bc509a-1345723606.jpg[/img][/URL]
Zuletzt geändert von Rohnja Salvador am Donnerstag 23. August 2012, 16:48, insgesamt 1-mal geändert.
Alessio Moranys

Beitrag von Alessio Moranys »

Nach einem prüfenden Blick um sich herum, setzt sich Alessio, ein breitschultriger Seeräuber und kürzlich ernannter Bootsmann der "Toro de la Muerte", in einer dunklen Ecke seiner Kajüte unter Deck nieder, und beginnt, während eine entzündete Kerze für das notwendige Licht sorgt, sein Tagebuch mit Notizen zu füllen. Es sollte niemand erfahren, dass der als grobschlächtig geschätzte Halunke ungewöhnlich sentimentale Seiten, in Form der Tagebuchführung, zeigt:

Liebes Tagebuch,

eine gefühlte Ewigkeit tuckern wir auf der See herum. Raissa scheint zu wissen, wo's hingeht, aber die Reise ist bereits ein Abenteuer für sich. Nicht nur, dass ich den Käpt'n höchstpersönlich kennengelernt habe, mein erster Tag als angehender Bootsmann ist auch vorbei. Was ich von meinem neuen Titel halte, fragst du? Na ja, ich bin nicht unbedingt der Typ, der gerne Leute auspeitscht, und sehe lieber zu, wie unsere hübschen Mädels das machen, hehe; aber immerhin habe ich die notwendige Stimme zum Brüllen und das Aussehen dafür! Ist doch auch was! Ich denke, dass es normal ist, dass der erste Tag in 'nem neuen Amt, oder was auch immer ein Bootsmann ist, beschissen läuft und man sich erst einleben muss. Ich krieg' das mit der Zeit schon hin! Bin ja sonst nicht unbedingt selbstzweifelnd, oder so. Mir ist halt die Chaotentruppe, hier die Bruderschaft, ziemlich ans Herz gewachsen, und da liegt's mir fern, Scheiße zu bauen. 

Zudem gab's zwei blinde Passagiere auf dem Schiff. Der Eine war mir nicht bekannt, und ich hab' den zum Arbeiten verdonnert. Hat sich als Aushilfskanonier gar nicht schlecht gemacht und sich für die "Toro" nützlicher gezeigt, als erwartet. Der zweite Mann an Bord war Leo. Ich kannte den aus alter Zeit, wo mich Carlos auf seiner "Dorothea" hatte mitfahren lassen. Tja ja, der Carlos... Auch, wenn wir uns die Stühle an den Köpfen zertrümmern, wenn's mal Meinungsverschiedenheiten zwischen uns gibt, ist mir der alte Sack wie ein Bruder. 
Apropos "Kanonen": Die waren bitter nötig, als uns zwei Seeschlangen angegriffen haben. So viel Kanonenfeuer habe ich nie erlebt! Da haben wir den Viechern gezeigt, dass mit der "Toro" und ihrer Mannschaft nicht gut Kirschen essen ist! Ich hab' mich, wie ein Bekloppter, um Treibladung und Munition gekümmert, während Jacky für die rechtzeitige Zündung sorgte. Das lief perfekt, und bald donnerten die Kugeln wie im Akkord auf die riesigen Wasserreptilien ein. Raissa wollte eine der toten Seeschlangen an Bord ziehen. Hab' ihr geholfen, und der Kopf des Viechs, den ich eigenhändig abgetrennt habe, ziert nun 'ne Kajüte der "Toro". Die Därme sollten ebenfalls aufbewahrt werden, für so 'n komisches Ritual. Hab' keinen Peil, was die Leute damit vorhaben, aber da ich abergläubisch bin, dachte ich mir "lass' sie mal machen".

Ich werd in letzter Zeit sentimental, liebes Tagebuch: Kaum, dass Raissa, nach der Sache mit den Seeschlangen, die dickste Ratte erschossen hatte, die ich jemals gesehen habe, habe ich das Tier gleich mit Wolle ausgestopft und mitgenommen. Ist fortan mein persönlicher Glücksbringer! Hab' sie "Ratticarlo" genannt. Trotzdem ist das irgendwie scheiße: Zart besaitet zu sein, bringt einem auf La Cabeza schneller den Tod, als man "Adios" sagen kann. Ich brauch' mal wieder 'ne ordentliche Frau...

Nachdem wir der Sonne beim Untergehen zugesehen haben, und die Nacht über der "Toro" hereinbrach, waren Raissa und ich die beiden Verbliebenen über Deck. Der Rest der Mannschaft, samt blinder Passagiere, hatte es sich in den Kajüten bequem gemacht und war am Pennen. Plötzlich hörten wir affenartige Laute in der Nähe und tatsächlich hatten sich zwei Flügelaffen auf dem Schiff verirrt. Raissa schaffte es, die Aufmerksamkeit der Wesen auf sich zu ziehen, während ich darum bemüht war, Geextas Sprache - Geexta ist ein 'richtiger' Affe im Hause Amarth - nachzuahmen, der adäquaten Kommunikation wegen: "Uggah, iggi, Ug", rief ich den Flügelviechern zu, und sie wirkten gereizt, kamen auf mich zu, versuchten mir das Gesicht zu zerkratzen und mein Kopftuch zu stehlen! Mein Kopftuch! Ich gebe niemals mein Kopftuch her! Da fühle ich mich nackt! Wie auch immer; Alatar, Horteras, Eluive, oder was-weiß-ich welchem Gott sei Dank, erlagen die Wesen erneut dem Charme der frischgebackenen Gouverneurin und lösten sich von mir. Puh! Ganz schön hinterhältig und gefährlich, die zwei Äffchen, wenn ich bedenke, sie in diversen Gewölben im Akkord niederzuschlagen.

Tja ja, das war's, liebes Tagebuch. Ich bin gespannt, wie die nächsten Tage ausfallen werden. Dann melde ich mich wieder bei dir!
Zuletzt geändert von Alessio Moranys am Donnerstag 23. August 2012, 14:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Jaron Sylva
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Beitrag von Jaron Sylva »

Auszug aus [url=http://forum.alathair.de/viewtopic.php?p=445500#445500]->"Auf Kaperfahrt unter der Totenkopfflagge"<-[/url]

Episode 9 – Die Schatzsuche Teil 1: Anker lichten!


22. und Nacht auf den 23. Ashatar 255
In den Gestaden La Cabezas und im Südmeer



Das war verdammt nochmal meine erste Abfahrt, die ich unter Deck verbrachte! Das Schlimmste daran war, dass ich es mir selbst auferlegt hatte…
Als erster Offizier hatte ich das Schiff am Laufen zu halten und möglichst viel Unbill vom Käptn fernzuhalten, aye… und devot wie ich war, hatte ich mir deswegen ordentlich Arbeit aufgehalst.
Während nämlich der Käptn die Abfahrt an Deck koordinierte und meinen Bootsmannsnachfolger Alessio auf Herz und Nieren prüfte, saß ich unter Deck in meiner Kajüte und kämpfte mich durch Unmengen an Seekarten, Strömungskarten, Logbucheinträge und Seehandbücher, um sicherzustellen, dass wir auf sämtliche Eventualitäten vorbereitet waren. Der Käptn war der Seemann schlechthin, gewiss, und Raissa, die an die Karte gekommen war, die uns Reichtum versprach, war keine schlechte Navigatorin... doch ich fuhr zu lange zur See, als dass ich mich auf andere verließ – ob sie nun mein Käptn oder Untergebene waren.
Es wunderte also nicht, dass ich wenig bis gar nichts von dem mitbekam, was an Deck passierte, denn ich hatte die Weisung erteilt, mich nur im Notfall zu alarmieren und ansonsten die Kajüte nicht zu betreten. Ich wollte meine Ruhe, um zum Wohle des Schiffs und meiner Crew zu arbeiten. Diese Arbeit, oder eher Suche nach der Nadel im Heuhaufen, dauerte den ganzen Tag und gute Teile der Nacht: Am Ende hatte ich einen Haufen Notizen und konnte mir sicher sein, so ziemlich jede Untiefe, Strömung und Winde zu kennen, auf die wir während unserer Reise vermutlich treffen würden.
Irgendwann während des späten Abends hatte der Tisch in meiner Kajüte angefangen, von den Erschütterungen der Kanonen zu vibrieren. Prompt hatte ich mir Wachspfropfen von der Kerze, die den Raum erleuchtete, in die Ohren gesteckt; entweder ließ der Käptn die Männer und Frauen an den Kanonen exerzieren oder man bekämpfte eine Prise, Feind…was auch immer. Jedenfalls beunruhigte es mich keineswegs, so dass ich es nicht für müßig hielt, meinen Posten zu verlassen. Perera und Alessio würden das Schiff heute auch ohne mich schaukeln.

Gegen vier Uhr Nachts löste ich mich von der Arbeit und zog mich deckfertig an, ehe es hinauf aufs Achterdeck ging. Kurz, nachdem ich das Achterdeck betreten hatte, schlug die Schiffsglocke zu 8 Glasen der vorherigen Wache an – meine Wache begann und würde acht Glasen bis in den Morgen dauern. Ich stellte mich vorne an die Reling des Achterdecks und überblickte das Schiff… während die üblichen Manöver vollzogen wurden, die eine Deckwache die andere ablöste, um hinab unter Deck in ihre Hängematten zu verschwinden. Vier Stunden Schlaf, bevor es wieder heißen würde „Alle Mann!“.
Die Toro lag ruhig in der See und hatte einen klaren Kurs; ich rief den Rudergänger und einen Maat zu mir, um den aktuellen Kurs zu klarieren und den Befehl zu geben, das Log auszuwerfen. Die üblichen regelmäßigen Ansagen des Maats folgten, der das Log führte…immerhin, gemütliche 9 Knoten. Bei ruhigem Wind und der gegenwärtigen Segelfläche zufriedenstellend. Schließlich trug ich die Position des Schiffs, die ich in Ermangelung der Sonne um diese Tageszeit schätzungsweise anhand der Geschwindigkeit und anliegendem Kurs errechnet hatte, in das Logbuch ein. Dann ging es wieder auf Station.
Bis der Morgen vollendet wäre…


[img]http://fiete-vertellt.de/custom/handlogge1.jpg[/img]
Jaron "Lysander" Sylva, Kapitän der Namenlosen

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Rohnja Salvador

Beitrag von Rohnja Salvador »

Manche sagen das Schicksal sei verbunden mit dem Meer, es sei genauso sehr ein Teil von uns und wie wir von ihm. Andere sagen das das Schicksal zusammengewebt ist wie ein Los, so das unser Schicksal mit dem vieler anderer verknüpft ist. Es ist das wonach wir suchen oder was wir unbedingt ändern wollen. Manche finden es nie, aber es gibt einige wenige die hingeführt werden.

So unergründlich wie das Meer...so geheimnissvoll und weit.....so unergründlich und geheimnissvoll waren auf die Wege welch das Schicksal einen zu gehen anwies. Lange hatte sie das Meer herbei gesehnt, lange hatte sie die Sehnsucht in sich getragen....fast zu lange....sie spürte wie ihr Blut sich schon den Wellengängen angepasst hat, es war als wäre sie eins mit dem Meer, das Gleichgewicht haltend...das rauschen hörend....ebenso war auch ihre Art...kühler...ruhiger....und doch zugleich Tempramentvoller und geistig stärker. Sie konnte sie selbst sein....keine maskaraden...keine theatralik...einfach nur sie selbst.

Sie stand am Schiffsrumpf und ließ den Blick über das Meer gleiten, die warmen strahlen der Sonne glitten über sie, die vielen kleinen weisen Muschelperlen im Haar bewegen sich durch den Wind und sie gläzen reflektierend in der Sonne. Ein seichtes lächeln legt sich auf die Lippen ehe sie sich wendet und wieder gen Brücke schreitet.
So früh morgens war es auf Deck noch ruhig, man konnte ungestört die Sonne am Horizont aufgehen sehen und den vorherigen Tag Revue passieren lassen....all zu gerne ließ sie jedoch genau eben den letzten Abend nicht Revue passieren..zwei verletzte eine davon Raissa welche eine klaffende Wunde an Ihrer Talie hatte und die andere....ein schlucken....ein Bein weniger.
Sie hatte im normal Fall keine Probleme solch Wunden zu verarzten, sie hatte einiges bei Ihrer Mutter gelernt wenn sie den Heilern geholfen hatte wenn mal wieder Padre mit schwer verletzten Seemännern von eier Kapernfahrt zurück kam....aber sie selbst...sie selbst hatte noch nie ein Bein abgenommen.

Der Mund verzieht sich angeekelt von ihrer eigenen Tat als sie daran denkt wie sie mit der Säge das Bein nach und nach von dem Körper trennte...kein schöner Anblick...kein schönes geräusch...kein schöner Duft und dann auch noch das Blut welches gen Ihr Gesicht spritzte...wiederlich. Aber Notwendig sonst hätte es Isabel das Leben gekostet und sie war zu Jung um jetzt schon den Löffel abzugeben.....ja das Schicksal....manchmal geht es merkwürdige Wege.

Den Blick gen Himmel gerichtet blickt sie einer Wolke bei deren ständigen Wandelspiel zu, sie seufzt auf und presst die Lippen aufeinander. Arme Isabel....so jung und dann soetwas....sie würde nachher gleich nochmal nach beiden sehen, vorhin schliefen sie noch Seelenruhig, die Haut der beiden jedoch war noch recht blass, Isabels Hautfarbe glich der einer weisen Wand aber sie lebte noch der Puls schlug, der starke Blutverlust wird ihr noch eine weile zu schaffen machen. Sie hatte einige Nadeln in einen Wasserkrug gelegt so das sich das Eisen dort etwas entfalten kann...soll die Blutbildung anregen....so hat sie's mal von nem Heiler vernommen...na wird schon nicht schaden, was soll schon passieren...
Sie hatte sich soviel Mühe gegeben sich zu beherrschen obwohl das ihr selbst stockübel war und es sie alles an Kraft kostete keinesfalls selbst aus den Latschen zu kippen als sie die Arbeit vollrichtete. Aber dennoch füllte es sie mit einer Art stolz, sie hatte Raissa und Isabel mit all ihrem können zu helfen versucht, natürlich konnte und würde sie niemals einen Studierten Heiler ersetzten können...doch war sie stolz auf sich weil sie selbst über sich hinausgewachsen ist. Sie hat reagiert wo andere stoppen würden...sie hat getan was andere niemals tun wollen würden....mit einem sachten nicken schliesst sie diesen Gedanken ab.

Sich langsam drehend lehnt sie sich mit dem Rücken gen Reling, der blickt gleitet über das Deck.....in einem Fass...ein kurzes schmunzeln huscht wieder über Ihre Lippen....welch Frau lässt sich denn in ein Fass stecken? Aber die Andeutung von Bartos...hmm...Aki war der letzte an den sie sich erinnern konnte....nachdenklich petzt sie ihre Augen zusammen.
Vor zwei Tagen war er stock besoffen und konnte sich an nichts mehr erinnern, so hatte er es ihr erzählt...aber konnte man so lange in einem Fass eingesperrt überleben? Und weshalb sollte er sie denn überhaupt in ein Fass einsperren?
Sachte hebt sich die Braue nach oben...na prächtig verstehen tun sich die beiden, sie möchte Ira, so nannten sie die Frau, naja sie mochte sie irgendwie nicht....sie war recht merkwürdig und meist wenn sie die besagte Dame antraf, schwieg sie....selten hatte sie jene bisher reden hören und man sagt doch immer...stille Wasser sind tief...
Die Hand gleitet nach oben und der Zeigefinger streckt sich gen Ihre Lippe, mit nachdenklichem blicke tippt der Zeigefinger auf die Lippe so verweilte sie noch eine Weile ehe sie sich schlussendlich wendet und unter Deck schreitet.
Ira Lisarias
Beiträge: 5
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Ira Lisarias »

Trunkenheit. Dieses seichte leichte wohlige Gefühl von Leichtigkeit. Eine Kunstform sich etwas fallen zu lassen ohne den Aufprall zu spüren. Sofern man es nicht übertreibt.

Sie hatte es übertrieben. Deutlich übertrieben wenn man so wollte. Sie hatte den Abend über mit Aki getrunken und anschließend noch Karten gespielt. Warum auch immer sie das getan hatte interessierte nun nicht mehr, es ging darum ihren Wetteinsatz zurück zu erlangen. Also hatte sie gewettet die verschiedenen Rumsorten am Geruch und am Resonanzklopfen der Lagerfässer zu erkennen und Ihren Jahrgang nennen zu können. Der Jahrgang war kein Problem – der stand drauf und Piraten saufen alles aus was länger als ein Jahr stand. Die Rumsorten auch nicht, es war ja alles irgendwie der gleiche gepanschte Mist, aber nun wo sie über die Fässergalerie balancierte fragte sie sich ob ihr Mitspieler überhaupt im Sinne des Inselrechts schuldwürdig war. Gab es Überhaupt ein Inselrecht? Einen Moment lang hielt sie inne, hüpfte von einem Fass 254er Graubrandrum der Untergeschmacksrichtung Kirsch-Zimt hinüber auf das recht betagte Fass der Marke Scharnierputzer aus dem Jahre 253 mit einer Nuance des Holzblütenblauschimmels der das Fass am Boden schon befallen hatte.


„Wieso sollte ich dich überhaupt bezahlen? Das is lächerlich.“ – lallte sie den Gedanken etwas zu laut. Ruderte etwas mit den Armen um das Gleichgewicht zu halten. „Dir Geld schulden? Vallas ist eh irre, du bist nur eine Erscheinung seiner kranken Phantasie – Außerdem glaube ich nicht das es ein Kartenspiel mit 5 Trumpfkarten gibt.“

Ihr Gegenspieler hockte nur da, schnaufte bedrohlich, Glotzte ins nichts, lauste sich an der Stirn und schnipste die Ausbeute gar graziös zivilisiert in die nächste Ecke. – ‚Der Mistkerl sagt nichts.‘ schoss es ihr durch den Kopf. ‚ Der Blufft nur. ‚
Leise klopfte sie gegen ein Fass. Die schummrige Beleuchtung im Rumlager ließ die Brandgravur deutlich erkennen: 254er Küstenhauch mit einer zarten Krautnote, das Fass aus Mahagoniflußeiche - Nobel. Das war zu einfach, murmelte sie still zu sich selbst. Konnte er lesen? Kannte er die Beschriftung? Hatte er sie gemacht um sie Irre zu führen? Gab es überhaupt verschiedene Rumsorten oder war die Beschriftung nur da um die Exportpreise künstlich in die Höhe zu treiben? Er hockte nur da, grunzte in einigen Abständen unwillkürlich.

„Du kannst mich mal! Du hast beim Kartenspiel beschissen!“ – das waren ihre letzten Worte für einige Zeit, sofort flog eine Schnapsflasche quer durch das Fasslager, traf sie an der Stirn auf das sie rücklings in ein Fass fiel und besinnungslos darin liegen blieb. – Vallas Affe zögerte nicht, griff den Hammer und machte sich daran das Fass zu vernageln.


2 Tage später:

Kopfschmerzen. Grauenhafte Kopfschmerzen. Dazu diese komsiche Bewegung. Wo war sie? Und warum war es so verdammt dunkel? Wieso bewegte sich alles?
Raissa Nadeira

Beitrag von Raissa Nadeira »

Manchmal ist es leicht. Jahre auf See bringen eine gewisse Erfahrung mit sich, und eine gewisse Erfahrung bringt Kompetenz mit sich. Meistens. Natürlich gibt es immer auch die Ausnahmen. Ausnahmen die man auf Anhieb nicht leiden kann, weil sie zu alt, zu verbohrt oder auf andere Art und Weise zu stur erscheinen um hinter die Maskerade zu blicken die man als Offizier aufrecht erhielt. Distanz und Kälte waren bitter notwendig, wenn es darum ging als Frau in ihrer Position zu überleben und ihre Arbeit zu machen. Distanz, Kälte, und eine Genauigkeit, die die ihrer männlichen Kollegen noch in den Schatten stellte.

Es machte ihr nicht viel aus, wenn man sie hinter ihrem Rücken herzlose, eiskalte Hexe nannte. Es machte ihr nichts aus, wenn man sie mit Hass im Blick betrachtete und eigentlich nur hoffte, dass sie den Tag nicht überleben würde. Solange die Toro sich ihrem Ziel näherte und sie das Schützen konnte, was ihr lieb und teuer war kümmerte sie die Meinung der Mannschaft relativ wenig. Zudem wusste sie recht gut um diejenigen unter ihnen, die bereit wären sich für sie töten zu lassen.

Der Tag verging mit dem Geplänkel in einer undisziplinierten Mannschaft die nicht aufeinander eingespielt war, keinen Respekt hatte und kannte, oder auch nur kennen wollte. Der Sturm stellte sie vor eine Herausforderung, auf die sie hätte verzichten können. Zwar gab es nicht den geringsten Grund zur Sorge, doch sie war Navigatorin, kein verdammter Steuermann. Sie brachten den Sturm gut hinter sich, doch, und dieser Umstand machte ihr Sorgen, sie hatten Sirenengebiet gestreift. Ein Gebiet, von dem sie möglichst weit hatte wegbleiben wollen, denn wenn sie auch der Forderung Pereras nach den geopferten Rubinen nachgekommen war, wusste sie doch dass die Fischweiber nach mehr gieren würden als nach kalten Edelsteinen.

Nach dem warmen Fleisch der Männer an Bord, zum Beispiel. Natürlich könnte sie sich gut vorstellen den einen oder anderen zu entbehren, die, die zu deutlich starrten, die, die eine zu große Klappe hatten weil sie nicht wussten, wie sie mit einer Frau umgehen sollten die selbst völlig entspannt noch eine deutliche Morddrohung ausstrahlte. Aber sie wusste genau, dass sie keinen einzigen opfern würde, wenn sie die Wahl hatte. Sie wusste es, und, was wichtiger war, die meisten Mitglieder der Mannschaft wussten es auch. Dennoch, sie war froh als Leandro auftauchte und sie zumindest das Steuer für eine Weile abgeben konnte.

[url=http://www.fotos-hochladen.net/view/medusatag214b8ivsrqgf.jpg][img]http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/medusatag214b8ivsrqgf_thumb.jpg[/img][/url]

Dennoch nahte die Situation die sie gefürchtet hatte unaufhaltsam. Ira, von ihrem Erlebnis mit dem Rumfass offenbar noch nicht ganz wieder auf der Höhe, hatte sich bereits in die Koje verzogen und darüber war sie in diesem Moment beinahe froh. Die Stimmung an Bord war derart gereizt und aufgeladen, dass man es beinahe spüren konnte, nur ein einziger, kleiner Stubs hätte gefehlt um zur Eskalation zu führen.

Dann war es so weit. Nebel. Still und unendlich ruhig, nur aus der Ferne erklang der leise, sanfte Gesang und ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. “Leandro!?“ rief sie, zuerst ruhig, dann lauter. „SIRENEN!“ folgte der zweite Warnruf bald, und während sie sich noch die Ohren verstopfte musste sie daran denken, dass vor langer Zeit einmal sie für eine Nixe gehalten worden war. So ein Unsinn, sie hatte mit diesen verdammten Ludern im Wasser nicht das geringste gemeinsam!

[url=http://www.fotos-hochladen.net/view/medusatag22lt41oqxvns.jpg][img]http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/medusatag22lt41oqxvns_thumb.jpg[/img][/url]

Sie waren zu langsam gewesen. Der ein oder andere war dem Gesang bereits verfallen, wieder andere starrten die bezaubernd schönen Wesen wie hypnotisiert an. Doch ihre Aufgabe war nicht die Mannschaft, sondern der Steuermann. Um die anderen kümmerten sich Rohnja, Jacky und die anderen die schlau genug gewesen waren die Wasserhexen nicht allzu genau zu betrachten.

Raissa hielt den Steuermann mit aller Kraft fest, doch was hatte ein zierliches Wesen wie sie schon der Kraft entgegen zu setzen, mit der er die verdammten Biester erschießen wollte? Ein Warnschuss in Richtung der Fischweiber, wütendes Fauchen... und irgendetwas riss ihn von ihr weg und ins Wasser.

Wahnsinn flackerte in ihr auf. Sich Männer zu nehmen die dumm genug waren auf ein hübsches Gesicht und die Masche mit dem Gesang herein zu fallen war das eine. Es war zwar bedauerlich für die armen Irren die es traf, aber im Endeffekt zu verschmerzen. Sich einen ihrer Leute zu holen, wenn sie entschieden hatte dass derjenige für den Moment unter ihrem Schutz stand war eine Kampfansage. Und zwar eine die sie nicht so stehen lassen konnten. „Mann über Bord!“ hallte der Ruf über das Schiff, Jacky und sie banden sich aneinander fest. Hüfte an Hüfte. Es gab jetzt nicht mehr viel zu sagen, nur noch zu tun.

Ein Nicken, verstehend und gleichsam bestätigend und die zierliche Schwarzhaarige kletterte über die Reling. „Die will zu dir“ hallte die sanfte, so liebliche Stimme einer der Nixen aus dem Wasser, die anmutige Hand deutete in ihre Richtung. Nichts, was sie mitbekommen hätte. Sie war völlig auf Leandro konzentriert, das momentane Spielzeug der Nixen. „Nimm deine Pfoten von meinem Steuermann, fischschwänzige Schlampe!“ zischte sie wütend, während sie tiefer und tiefer kletterte.

Fauchen und Zischen erwartete sie, als sie eine Schlinge um Leandro warf. Der Blick der saphirnen Augen richtete sich auf die Nixen, die Zähne wurden gebleckt und sie erhielten ihre Antwort in Form eines hasserfüllten Knurrens. Der erste Angriff kam von Unten, eine der Nixen sprang hoch, versuchte die zierliche Piratin zu packen und mit sich ins Wasser zu zerren. Nur ein heftiger Tritt ins Gesicht der Sirene verhinderte den Erfolg, dann packte sie den heran geschwommenen Leandro. Der zweite Angriff der Nixen war heftiger. Die eine packte den Steuermann am Bein, versetzte ihm dort eine Wunde, während die Zweite nach ihrer Seite sprang. Ein Fetzen, das Geräusch reißenden Stoffes in Verbindung mit reißender Haut. Heißes Blut das über ihre Seite rann. Keine Zeit.

Sie griff nach einem ihrer leichten Doppelmesser... küsste die Klinge und warf. Dann griff sie wieder nach Leandro, klammerte sich verzweifelt an ihm fest. Ihn jetzt zu verlieren, zuzulassen dass diese verdammten Biester ihn mit sich in die Tiefe zerrten, würde all das vergeblich machen. „Zieht, Mädels!“ drang der Ruf vom Deck an ihre Ohren. Jacky war eindeutig Gold wert. Das Seil zerrte an ihrem Körper, zog sie und Leandro wieder an Bord. Gerettet.

[url=http://www.fotos-hochladen.net/view/medusatag23jnaqv3zhkc.jpg][img]http://img5.fotos-hochladen.net/thumbnail/medusatag23jnaqv3zhkc_thumb.jpg[/img][/url]

Und genau hier begann der Punkt an dem andere das Kommando übernahmen. Mit einem Mal schien es als hätte sie nichts mehr zu melden. Die Sirenen kehrten zurück und die anderen verjagten sie mit Hilfe der Kanonen, endgültig, wenn es nach ihr ginge, doch sie rollte sich nur vor Schmerzen zusammen. Kein Ton drang über ihre Lippen, sie musste nur durchhalten bis sie ungestört... Na von wegen. Kaum waren die Fischweiber verschwunden, trugen Rohnja und Leandro sie in den Kartenraum. Zumindest das konnte sie erreichen, denn unter Deck getragen zu werden wäre jetzt das Schlimmste gewesen.

Man begann sie zu bemuttern. Man begann damit ihr vorzuschlagen sie solle sich ausruhen. Schlafen. Zwei Tage lang einfach erholen. Kurz, man begann damit sie vollkommen wahnsinnig zu machen. Wäre es nicht schlimm genug das Alessio es mitbekommen würde? Oder Vallas? Die beiden waren schlimmer als ein ganzes Rudel Schmusehäschen wenn es darum ging sich Sorgen um sie zu machen. Aber darum würde sie sich morgen kümmern... Morgen, wenn sie nicht mehr blutete und ihr Herz den Schock von Rum in einer offenen Wunde verdaut hatte....
Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

Die Toro de Muerte befand sich nun schon den dritten Tag auf hoher See. Fern ab von dem Eiland la Cabeza, fern vom Rum und dem heimeligen Krähennest.Perera hatte gerufen und wir waren gefolgt, so wie wir es bereits so viele Male getan hatten. Der Eid musste erfüllt werden,die Seele, von einem unerklärlichen Verlangen gepeinigt, folgten wir. Geheimnistuerisch berieten sich der Käptn, die Navigatorin Raissa ,Jaron und der Steuermann, der gemeinen Mannschaft nicht einen Deut mitteilen wollend. Zumindest jetzt noch nicht.Ich bekam Jaron die ersten zwei Tage nicht zu Gesicht, hatte sich dieser in seine Kajüte eingeschlossen, Seekarten und Sternenbilder wälzend.
Der erste Tag auf See ließ mir die Galle überkochen, angefangen mit Perera's seelenloser Art seine Macht auszudrücken und mich nach anfänglichem Aufbegehren gegen das verhasste und nicht akzeptable "in der Reihe stehen" das Deck schrubben lassend.
Um einiges schlimmer jedoch war der Umstand, dass unser Sohn Esteban es geschafft hatte sich an Bord zu schmuggeln.Vallas vernahm mein Entsetzen, versprach mir ihn vor Perera zu beschützen, als das Unheil bereits seinen Lauf nahm.Käptn Perera brauchte Kinderblut für eines seiner magischen Rituale... und ein Kind hatte er gefunden- nämlich meines !!! Ich zitterte, er konnte alles tun, nur mein Kind würde diese seelenlose Kreatur nicht bekommen und wider aller Vorsicht hatte ich schon die Brücke erklommen und mich zwischen das Gedrängel welches zwischen Perera, Esteban, Raissa und Vallas herrschte gedrängt. "Vertrau mir", zischte Vallas mir zu, mich zurückhaltend und Raissa warf mir einen beruhigenden Blick zu der ebenfall zu sagen schien " Lass gut sein,nur keine Sorge, es geschieht ihm nichts!" Es ging schnell, schon tropften einige Tropfen Blut in eine Phiole und mein kleiner Sohn strahlte stolz die Worte des Käptns wiederholend " Ich bin nun ein echter Pirat!"Mir kochten die Eingeweide und ich musste mich übergeben, rannte zur Reeling nach Luft ringend als schon Raissa hinzukam und mir beruhigend zuflüsterte :" Er weiss dass es Euer Sohn ist, doch weiss er auch, dass er eine Meuterei riskiert wenn er ihm ein Haar krümmt!"Ich befahl ihre Worte in des Klabautermannes Ohr und nahm meinem Sohn später in dessen Kajüte das Versprechen ab sich von Perera so weit er nur konnte fernzuhalten.
Die Torro pflügte schwer durch die Wogen, sie knarrte und ächzte und mir gefror Mark und Bein, war ich doch nun wirklich nicht für die See geschaffen worden.Ich erinnerte mich an meine Kindheit als ich auf meines Vaters Schiff das Krähennest als sichersten Platz auserkoren hatte und an all die Schiffe die gesunken waren, tief im Inneren glaubend dass ich allein der Grund dafür gewesen sei.Selbst Jaron war es in all den Jahren nicht gelungen mich gänzlich von diesem Glauben abzubringen. Doch was solls, Eid ist Eid und es war schon längst zu spät mein Leben in andere Bahnen zu lenken.
Ich dankte nur dem Klabauter,dass meine beiden Männer, groß und klein von dem zusätzlichen Schauspiel eines grauseliegen Sirenenpacks nichts mitbekommen hatten. Esteban lag tief und seelig schlafend in seiner Hängematte während Jaron sich weiterhin in die Seekarten vergrabend,noch nicht einmal annähernd an sein eigenes Sirenenerlebnis erinnert werden konnte. Ich hasste diese Fischweiber, diese verdorbenen feigen seelenlosen Biester die nichts anderes im Sinn hatten,als Männern die Sinne zu rauben und durch sie in den Besitz einer Seele zu gelangen.
Ich stand so an der Reeling, den frischen Wind auf meinem Gesicht fühlend, den Blick zum Horizont gewandt, mich fragend was uns erwartet, was Perera vorhatte und wann uns endlich reiner Wein eingeschenkt werden würde.
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Wie du nun erfahren hast, lieber Leser, ist alleine die Fahrt hin zum Ort des Verlangens schon gespickt mit Myterien, unheimlichen Begegnungen und nicht zuletzt Kämpfen auf hoher See. So manches Pulverfass - ganz gleich ob es sich dabei um ein Fass voller Schwarzpulver oder einen Menschen unter Druck handelt - explodiert und im schmauchenden Rauch des Angriffs schmeckt man vielleicht manchmal sogar ein klein wenig Nervenkitzel und Abenteuerlust. Doch nicht jede Geschichte kann ohne Opfer auskommen und auch unsere, nein gerade unsere, da es doch eine Piratengeschichte ist, war bald unübersehbar versetzt mit dem metallenen Geschmack von Blut... Piratenblut.
Die drei verdammten Sirenen, Nixen, Nymphen... was-auch-immer hatten im Nebel auf das schwarze Schiff gewartet und frohlockend gesungen. Ihr Pech nur, dass auf diesem großen Kahn keine naiven Jungmatrosen, sondern eben Vollblutseeräuber und (!) -seeräuberinnen waren. Die Piratenbräute wussten sich und die ihren zu verteidigen und so war es lediglich eine äußerst betrunkene und verlorene Seele, welche erst nach dem erbitterten Gefecht, über die Rehling stolperte, hinab ins salzige Nass tauchte und dort sein Seemannsgrab in den Armen dreier wütender Fischweiber fand.
Andere Schrammen und Schnitte, ob groß oder klein, der Besatzung konnte man über kurz oder lang verbinden, sie würden alle heilen... alle, bis auf eine. Lasst dir sagen, lieber Geschichtenschmökerer, es ist ein abscheulicher Schmerz, wenn eine unbefestigte Kanone dir dein Bein beim Rückstoß zertrümmert und eine solche Pein, wenn der Knochen durch Muskel, Sehne und Haut dringt, dass es einem erst einmal wie eine Erlösung erscheinen man, wenn die Kameraden einen mit Rum befüllen, um das Bein abzunehmen... und doch, doch ist das so ein Geschichtenpart, welcher mit einem Holzbein endet und so eines bleibt ein Leben lang. Viele gestandene Kerle sind stolz auf ihre hölzerne Pracht und wissen wilde Mären darüber zu verkünden. Doch wie lebt eine junge Piratin damit? Vielleicht wirst du irgendwann eine Antwort auf diese Frage erhalten, wenn unser weibliches Piratenküken - nun mit Holzbein - einst ihre Memoiren verfassen wird.

Kurzum, die Stimmung war nicht immer rosig an Bord und nicht alles verläuft immer nach Plan im Leben eines Freibeuters. Nun, zumindest lief der Kurs des schwarzen Schiffes nach Plan und so konnte man in den frühen Abendstunden die erhoffte, kleine Insel in der Ferne vom Ausguck aus sehen. Idyllisch, doch jeder Pirat, der lange genug überlebt hat, weiß, dass Idylle trügerisch ist und hinter der schönsten Fassade lauert meist der größte Schrecken.
Was also würde diese süße, kleine Meduseninsel der Crew einbringen...?

[img]http://img109.imageshack.us/img109/9947/insele.jpg[/img]
Rohnja Salvador

Beitrag von Rohnja Salvador »

"LAND IN SICHT" die schreie hallen über das komplette Schiff und man hört aufgeregtes Tapseln vieler Fußschritte die durch das das Lazarett hallen. Endlich war es soweit, sie musste nur noch Isabel aufs Bein bringen und dan konnte es losgehen, mit flinken bewegungen trug sie diese wiederliche Würmrpaste auf...naja wenn's hilft dann passt es ja. Der Stumpen war durch die gestrige Behandlung der vielen Tränke und der Heilpaste schon gut vorrangeschritten, die Narben waren schon recht gut verwachsen und dieses Wunderheilmittel von Falco hatte wohl seinen Rest getan.
Sie wird sich schnell an das gehen mit dem Holzbein gewöhnen, das schwierige am Anfang war nur das Gleichgewicht zu halten, da man eine ganz andere Auftrittsfläche hatte als mit einem normalen Fuß und wohl auch das Gefühl fehlte.
So packte sie mit Jacky zusammen Isabel unter die Arme und trugen sie auf's Deck zu dem ganzen Tumult, der Anker war schon gelegt und das Beiboot schon im Wasser, nur noch die Würmer müssten den Rest am Stumpen tun und dann konnten sie das Holzbein anlegen. Lys war zwar nicht begeistert von der Vorstellung einen Krüppel mitzunehmen, jedoch war es mehr als fair Isa mit teilhaben zu lassen nach allem was sie die Nacht davor durchmachen musste.


Die Fahrt

Das Holzbein war angelegt, alle im Boot und nun hieß es "PULLEN!" mit kräftigen Armzügen Ruderten sie alle in einem gleichmäßigen Takt, als sie von einem Sog erfass wurden trieben sie immer schneller in Richtung der Felsen, mit aller Kraft versuchten sie dem Sog entgegen zu Rudern, die schweißperlen standen ein jedem auf der Stirn. Mit gemeinsamer Kraft packten sie es gerade so den Felsen zu entweichen und somit auch einem sicheren Kentern. Die restliche Fahrt verlief ruhig bis das kratzende Geräusch von Boden zu hören war und das Boot von einer Vibration durchschüttelt wurde.


Festen Boden unter den Füßen zu haben war ein recht Merkwürdiges Gefühl, nach de vielen Tagen auf See hatte sich der Körper an das Ausgleichen des Seeganges gewöhnt und so überkam ihre Ohren ein leises Fiebsen, da jener Gleichgewichtssinn wohl gestört wurde. Sie ließ Ihren Blick über die Manschaft gleiten, ehe jener Blick wieder fast sehnsüchtig gen Toro zurückblickte....Land...und nicht die geringste Ahnung was auf sie zukommen würde....und dann diese Stille...diese erdrückende Stille welche die Insel von sich gab. Die Schritte führten die Manschaft weiter in das Inselinnere als der fordere Teil abrupt inne hielt und geschockt die Luft einzog erhaschte auch sie einen Blick auf die versteinerte Figur des Papageien, je tiefer sie in das Insel innere eindrangen umso mehr solcher Steinerner Figuren wurden entdeckt. Das Merkwürdige an jenen Figuren war wohl, das sie aussahen als wären sie mitten aus dem Leben heraus bei einer Tätigkeit zu Stein verwandelt worden. Schon einmal hatte sie eine Geschichte gehört....Medusa nannte man sie und auch der Name war einige male hier gefallen, war es tatsächlich so? Waren sie auf der Sagenumwogenen Insel der Medusa?
Die Legende der Schönheit der Medusa, man erzählte das sie ihren Manne betrog und jener sie in dies verwandelte was sie nun war ein geflügeltes Ungeheuer mit Schlangenhaaren, langen Eckzähnen, Schuppenpanzer, glühenden Augen und trotzallem so unsagbar wunderschön das kaum einer imstande war ihrem Blicke zu wiederstehen und ein jeder welcher in die Augen blickte erstarrte zu Stein.
Abermals gleitet Ihr Blick über eine der Steinernen Figuren oder sollte man sie Lebewesen nennen....war denn noch Leben in jenen Steinernen Masken?

Ein kleiner Tempel mit Statuen und einem unsagbar schönem Brunnen in der Mitte tat sich vor ihnen auf...waren sie am Ziel...war hier der Eingang zu dem Nest der Grazie? Mit Aki an ihrer Seite hielten sie ausschau während der Rest der Crew sich daran machte das Rätsel zu lösen welches wohl vor ihnen stand...ein leises Knacken...dann ein grummelndes Geräusch...ein Zischen und da erklang sie....die unsagbar schöne Stimme...fast wie ein Gesang, welcher an ihre Ohren drang. Es kam aus dem Inneren des Brunnen, sie rief sie, sie lockte sie, mit all ihren betörenden Worten...fast wie ein säuseln, ein hauchen...und doch so klar und süßlich.
Mit sicherem Schritte schritten sie in die Tiefe des Tunnels welcher sich unter dem Brunnen geöffnet hatte, sie vorran mit Raissa, an Ihrer Seite, das Schild in der Hand und das Schwert gezückt..jederzeit bereit sich in den Kampf gegen die unheilvoll süßliche Stimme zu stürtzen.

Doch wohlan, betrachte scharf mit jedem Sinne, wie ein jedes Ding offenbar ist; und glaube den Augen nicht mehr als den Ohren; schätze auch nicht das brausende Gehör höher als die Wahrnehmungen des Gaumens und setze nicht die Glaubwürdigkeit der anderen Sinne zurück, soweit es einen Pfad der Erkenntnis gibt, sondern suche jedes Ding zu erkennen, soweit es offenbar ist.

Eine abzweigung tat sich auf und die Stimme wurde immer klarer...kein hauchen oder flüstern mehr...nein eine klare Stimme und da war es immer wieder zwischen durch, dieses Zischen....mit einem Nicken gen Raissa schreiteten sie ihrem Verderben entgegen...wer wusste schon was genau vor ihnen lag oder gar wie es Enden würde...wichtig war es die Crew zu schützen.
Immer wieder huschten die Augen hinter Ihrem Schild vor um zu sehen was vor ihr Lag, um reagieren zu können wenn etwas auf sie zukam und da war es....überall in dem Raum verteilt standen Männer, Frauen, vesteinert in ein jeglicher Kampf und flehnder Position welche man sich nur vorstellen kann, die Mimiken schmerzverzerrt die Augen ängstlich aufgerissen, die Schwerter erhoben oder gar die Hände flehende entgegen streckend.
Die Crew verteilte sich im Raum und suchte Schutz, schutz vor dem Blicke jener Frau welche wie eine Königin auf ihrem Trohne verweilte.

Inmitten versteinerten Sinnesreizen
Mit schlängelnder Mähne vor ihrem Gesicht
Versucht sie die Stimmung uns aufzuheizen
Die Stimmung vor ihrem letzten Gericht

Es fielen zum Opfer schon so viele Herzen
Und mit ihnen alles was in ihnen war
Sie spüren kein Leid mehr und auch keine Schmerzen
Sind schlichtweg erstarrt und unerreichbar

Ich weiche ihr aus mit Ruh‘ und Geschick
Und seh‘ überall ihre Spiegelung
Medusa der Herzen, wende den Blick.
In mir pocht der Zauber noch feurig und jung.


Sie ging in Deckung und versuchte Schutz hinter ihrem Schild zu suchen, sich so klein zu machen wie nur möglich, das leise murmeln war zu hören derer welcher sich absprachen, immer wieder dazwischen die Stimme der Medusa...diese süßliche Stimme...ein ringen ihre Sinne bei sich zu behalten, jener nicht zu verfallen biss sie sich auf die Unterlippe und versuchte so gut es geht ihre Sinne von dieser abzuschiermen...doch ein Blick...einen einzigen Blick wollte sie wagen, sich der Schönheit gewiss werden, die Legende reizte sie zu sehr als das sie jenem Drang standhalten können, so hob sie den Blick aus sicherer Entfernung und sah sie....

[URL=http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=3a9ac5-1345888686.jpg][img]http://www.bilder-upload.eu/thumb/3a9ac5-1345888686.jpg[/img][/URL]

von blutroten Lippen
fließen honigsüße
Melodien gleich
umschlängeln zärtlich
weiße Finger
spielen unschuldig
im schneeweißen Gewand
hebt und senkt sich
die Verführung
mit jedem Atemzug
zieht dich
die Täuschung
weiter zu sich
schneller und einfacher
ist der Weg
der ins Verderben führt
mit Schönheit geschmückt


[URL=http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=10b3a7-1345888640.jpg][img]http://www.bilder-upload.eu/thumb/10b3a7-1345888640.jpg[/img][/URL]


Ein Schlucken...und doch sogleich ein Staunen, schnell zog sie sich wieder zurück hinter ihr Schild. Dann ging alles recht schnell, Kampfgetöse brach aus und sie sprang von einem zum anderen, helfend, zuschlagend, das Schild schützend vor sich haltend, dem Blick der Medusa ausweichend, schwang sie Ihr Entermesser im Kampfesrausch vorran.
Da erschien sie, direkt neben ihr, eine hässliches abbild, böse, verzerrt, die Schönheit gar ganz aus ihr gerissen, nur noch Schemenhaft vermochte man zu erkennen das jene einmal eine schönheit war, sie stand so nah, nur ein Schlag und sie könnte sie...und schon waren ihre Beine schneller als ihr Verstand, sie stürzte sich auf sie. Doch dann...wie aus der Luft gerissen verschwand sie und vor ihr Tat sich ein rießiges Schlangengetüm auf, noch zum schlag ausholend lag ihre Schulter frei und mit einem festen biss verhagte sich die scharfen Eckzähne darin und Rissen ihr tiefe Wunden durch das Leder hindurch in das Fleisch ihrer Schulter hinein. Ein taumeln und sie versuchte schnell abstand zu gewinnen, da lag das Vieh auch schon auf dem Boden, erschossen von den Kugeln der rest der Crew.

Das erwachen

Nach und nach lösten sich die versteinerten Menschen und erwachten wieder zu Leben, nicht wissend wo sie zuerst hinschauen sollte irrte Ihr blick hin und her, den Rest vernahm sie nur noch halb...ein leises betäubendes Rauschen legte sich auf ihre Ohren und sie Kämpfte mit dem Schmerz in ihrer Schulter...hoffentlich waren sie bald draußen aus der Höhle und wieder auf dem Schiff...sie musste die Wunde verarzten bevor sie noch mehr Blut verlor...dies war wohl der einzig richtige Gedanke welcher immer wieder durch Ihre Sinne gleitete.
Jane Sylva

Beitrag von Jane Sylva »

Ein durchaus unvergessliches Abenteuer, die wunderschöne verfluchte Ruine inmitten des unbezwungensten Urwaldes den ich je gesehen hatte... die Brandung welche das Inselchen umspülte ließ uns alle Stoßgebete zum Himmel jagen die wir aufsagen konnten. Doch hat es sich gelohnt. Ein paar Händevoll der atemberaubensten Halsketten die die Welt gesehen hatte fiel in unsere Hände und ein Haufen Goldmünzen mehr füllte nun unsere Taschen.Zu guter Letzt die scheussliche Medusa der wir mit vereinten Kräften den Garaus machten.Es war immer wieder ein wärmendes Gefühl zu wissen,dass die Kameraden zusammenhielten und sogar bereit waren den Kopf für den anderen hinzuhalten,zu vorderst Raissa Nadeira, furchtlos uns rasend für die anderen ein Vorbild und zu guter letzt ein Freund. was wollte ich mehr. La Cabeza war mein Zuhause, die Piraten meine Familie, kurzum, ich war glücklich und meine Bestimmung seinem Ziel zugeführt. Ein Dutzend der befreiten Menschen kam mit an Bord, würden wir sie mit nach La Cabeza nehmen, einem Sklavenschiff überlassen oder würden sie sich als traute Gefährten entpuppen? .... wir werden sehen...

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/640x378_4126_Moon_lit_night_2d_fantasy_ship_moon_night_boat_picture_image_digital_art.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Jane Sylva am Samstag 25. August 2012, 18:56, insgesamt 1-mal geändert.
Raissa Nadeira

Beitrag von Raissa Nadeira »

Nachdenklich lag ihr Blick einen Moment auf dem Schlafenden, dann breitete sie eine leichte Decke über ihn und wandte sich ab um wieder zurück an Deck zu gehen. Noch während sie das Quartier verließ schmiegte er sich in die Decke. Welche Albträume mochten ihn nach all den Jahren plagen? Gewiss keine von denen sie wissen wollte. Bisweilen war sie einfach nur froh, dass er am Leben und an Bord war. Es hatte genauso gut schief gehen können. Sie alle hätten jetzt ebenfalls dekorative Steinstatuen sein können. Jetzt, wo alles vorbei war überlief eine Gänsehaut ihren Körper.

Natürlich hatte sie gewusst, wohin die Reise ging und was sie dort erwarten würde, doch der Mannschaft gegenüber hatte sie ebenso wie der erste Maat und der Käpt'n geschwiegen. Es gab keinen Grund die Crew zu beunruhigen noch bevor man das Ziel erreicht hatte. Im Nachhinein war sie froh, dass alle geschwiegen hatten.

Nach dem Zwischenfall mit den Nixen waren sie vollkommen problemlos bis zur Insel gelangt, hatten ein gutes Stück vor der Küste geankert. Der Sog der das Beiboot erfasste als wolle er sie zur Insel geleiten war der erste Punkt gewesen, der sie leicht beunruhigt hatte, doch gleichzeitig hatte der Ruf der Toro lauter als zuvor in ihrem Blut pulsiert und das Raubtier das in ihrem Inneren an der Kette lag erweckt. „Mierda ... ¿es necesario?“ murmelte sie leise vor sich hin. Niemand von den Anwesenden hatte ihre Wut jemals gesehen, geschweige denn zu spüren bekommen, doch es sah ganz so aus als würde sich das jetzt ändern müssen.

Auf der Insel angekommen fiel ihr zunächst die unheimliche, fast schon lauernde Stille auf. Nichts war zu hören, nur das leise Rauschen der Wellen, dabei hätte eine Insel dieser Größe und Vegetation vor Leben pulsieren müssen. Anhand der Karte und des kleinen Kompasses bestimmten sie den Weg und schnitten sich eine Schneise durch das hohe Gras, bis sie vor der unheimlichen, wunderschönen Ruine standen. Hier irgendwo musste der Eingang sein, der Eingang zum Bau der Medusa. Während der eine Teil der Mannschaft vor Neugierde zitterte und der andere Teil am liebsten vor Angst kehrt gemacht hätte, war sie immer mehr in ihrem Element. Sie hatte vertrauen. Vertrauen in ihre Freunde, vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und vertrauen in das, was Vallas ihr gesagt hatte. Der Kopf der Medusa würde alle Probleme lösen. Sie mussten ihn nur abschlagen.

Als der Eingang gefunden war stiegen sie hinab in die Tiefe... von nun an würden sie auf dem Gebiet der Medusen sein. Nichts mehr bekanntes und niemand der genau wusste, welche Gefahren hier lauerten. Wie selbstverständlich übernahm sie die Spitze. Gleichgültig was von vorn kommen würde, es müsste an ihr vorbei um an die Mannschaft zu gelangen, und genau das war auch ihr Ziel. Sie würde keinen einzigen Opfern, es sei denn über ihre eigene Leiche. Isa und Aki deckten den Rückweg, auch wenn es verrückt war ein Mädchen mit Holzbein und einen Schmied dazu abzustellen. Zischeln drang an ihre Ohren, verlockend und süßlich. „Kommt und spielt mit mir...“ Ihre Sicherungen sprangen heraus. Es zischte, es wollte ihrer Mannschaft wehtun. Also würde sie es töten, um jeden verdammten Preis. „Pass auf das ich nicht mit dir spiele“ knurrte sie wütend und schritt ohne zu zögern weiter voran. Eiskalte Wut stieg langsam in ihr auf, ergriff von ihr Besitz.

Je weiter sie vordrangen, je näher sie dem Zentrum des Baus kamen, umso mehr pulsierten Wut und Hass in ihrem Blick, in ihrem Blut, als sie erkannte woraus die Statuen gemacht waren, die mal mehr mal weniger versehrt ihren Weg säumten. Verdammte Ausgeburten einer räudigen Schlangenhure! Still schwor sie den Menschen am Rand ihres Weges, dass sie sie rächen würde. Nicht das sie etwas dagegen hatte wenn Menschen starben, nein, das war es nicht... Es war die Art des Todes und der Zerstörung die ihr Blut zu brennender Kälte gefrieren ließ. Sie würde dieses Vieh bluten lassen, so oder so. Dann, schlussendlich, standen sie im Raum mit den Statuen. Eine weinende, klagende Medusa auf einem Thron wie eine Königin.

Sie hatte sich die Augen mit einem seidenen Tuch verbunden, auf ihre Fähigkeiten und Instinkte vertrauend, doch es gab immer irgendeinen der absolut unvorsichtig war. In diesem Fall war es Medras. Er trat vor die Medusa, sprach sie an, und noch während die Antwort erklang sprang die schwarzhaarige Piratin um den Kameraden zu Boden zu reißen, ungeachtet dessen was es ihrer Wunde antun würde. Doch zu spät. Die steinerne Statue lag auf dem Boden, dekorativ zwar, aber ihr war er in menschlicher Gestalt lieber gewesen.

Dankbar nahm sie die Kälte in ihrem Inneren an, wagte den Kopfsprung in den Blutrausch hinein. Was auch immer nun kam, ungeachtet der anderen die versuchen würden ihr den Rücken frei zu halten, würde sie dieses verdammte Mistvieh töten – oder dabei selbst zugrunde gehen. Kleineres und größeres Getier stellte sich ihr in den Weg, fiel der brennenden Wut zum Opfer, bis sie schließlich die Medusa selbst ansprang. Zorn und Hass ließen ihre Bewegungen geschmeidiger, tänzerischer wirken, die Schläge eleganter, als sie auf die Schlangenfrau eindrang, willens sie zu töten. Sekunden dehnten sich zu Stunden aus und vergingen doch in einem Wimpernschlag, während sich die Schlangenfrau in eine riesige Orphidiane verwandelte. Sie konnte keine Rücksicht auf sich selbst nehmen, drang immer weiter auf das Vieh ein, bis sie schlussendlich brüllte „Jacky, schieß! Scheiss auf mich, mach die verdammte Schlampe platt!“ Dann Schüsse. Sie rammte mit aller Macht ihre leichten Doppelmesser in den Leib der Schlange hinein, versuchte ihr Herz zu treffen... und dann war es vorbei.

Besessen von ihrer Wut fetzte sie Schuppen vom Leib der Schlange, bis diese zu Stein wurde und unter ihren Attacken zu Staub zerfiel. Erst dann wurde ihr die andere Medusa bewusst, die sich ebenfalls in eine Schlange verwandelt hatte und vom Rest der Mannschaft aufs heftigste bedrängt wurde. Ein letztes Mal mobilisierte sie ihre Kräfte und sprang das Vieh an. Sie hatte nicht mehr die Wut, um sie anzugreifen, doch ihr Sprung half dabei, sie aus dem Gleichgewicht zu bringen während die anderen die Gelegenheit nutzten sie zu töten. Langsam wich der Blutrausch, wich der rote Nebel vor ihren Augen während auch diese Medusa zu Stein wurde und zerfiel. Kein Medusenkopf.

Die Statuen begannen sich zu regen und er, der eine auf den ihr Blick zu Beginn gefallen war, fiel von seinem Podest. Rasch griff sie zu um ihn aufzufangen, nicht wissend, wen sie vor sich hatte, bis sie in sein Gesicht sah. Augen, schwarz wie Kohle. Sein Gesicht, wunderschön wenn man sie fragte. Er sah aus wie ein junger, hübscherer Käpt'n. Schlagartig wurde ihr klar, wer er war. Il Principe. Juan Aurelio Perera, der lange verschollene Sohn. Am Ende war ihr das Glück also doch noch hold. Ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen als sie zufrieden bemerkte, dass die Statuen alle nach und nach zum Leben erwachten. So oder so, der Ausflug hatte sich gelohnt. Mehr noch, als Aki sie auf die Truhe aufmerksam machte, die im Gang draußen nur noch zu warten schien. Sie hatte völlig in Gedanken einen Schlüssel aufgesammelt, der in das Schloss zu passte und eine Reihe wunderschöner Ketten freilegte.

Langsam sammelte sich die gesamte Truppe, inklusive der Erweiterung durch Juans Crew, und suchte nach einem Ausgang. Sie alle hatten eindeutig genug von der Insel, wollten auf See hinaus. Nach und Nach schafften sie die Leute auf die ankernde Toro hinaus, Juan und sie blieben bis zuletzt. Auch er wollte erst seine Leute in Sicherheit wissen ehe er sich selbst in Sicherheit brachte. Der Mann gefiel ihr von Sekunde zu Sekunde besser. In ihrem Kopf begann es zu arbeiten... und sie traf eine Entscheidung. Eine, die Vallas hoffentlich nicht torpedieren würde nur weil es nicht nach seinem Kopf ging.

An Bord gab sie sich die größte Mühe die Neuen Mitglieder der Mannschaft kennen zu lernen, sie einzuschätzen und einen ersten Überblick über ihre Eigenarten zu bekommen, doch ihr Blick wanderte immer wieder zu ihm herüber. Der Inhalt des kurzen Gesprächs versprach noch weitere, interessante Begebenheiten, in diese oder jene Richtung. Dennoch, sie sprach seinen Namen nicht aus. Respektvoll wurde er nur als „Principe“ angesprochen. Es lag nicht daran, dass sie diesem Titel sonderlich viel Bedeutung beimessen würde, doch man sollte stets nur das beim Namen nennen was man auch bereit ist für sich zu beanspruchen.

Erst als sie ihn unter Deck gebracht, ihm frische Kleider gegeben und ihre eigene Hängematte überlassen hatte, erst als er sie sicher nicht mehr hören konnte murmelte sie leise „Buenas Noches, Juan.“ und wanderte zurück an Deck. Sie würde wohl die Nacht über Wache halten...

Jetzt lag er in ihrer Hängematte. Unter ihrer Decke. Sie hoffte, dass er den Geruch nicht zu deutlich wahrnehmen würde. Aber es war ja nicht für lange... Bald wären sie wieder zuhause... Sie wusste nicht, ob sie das Ende der Reise herbeisehnte oder ob sie sich wünschen sollte, dass sie noch einige Gespräche mit ihm führen konnte bevor sie ihn seinem Vater zeigten. Ihn seinem Vater zeigte – und hoffte dass der Alte ihn bleiben ließ.
Zuletzt geändert von Raissa Nadeira am Sonntag 26. August 2012, 11:40, insgesamt 1-mal geändert.
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