Fast einen ganzen Mond wartete sie nun schon auf Antwort von ihren Eltern und ihren zwei Schwestern.
Die Tage zogen ins Land. Die plagende, innerliche Unruhe machte ihr nun immer mehr zu schaffen.
Viel zu wirr war sie im Geiste. Viel zu sehr mit Dingen beschäftigt, die das gute Herz quälen sollten. Nein so wollte sie nicht länger leben! Vielleicht würde es ihr so auch leichter fallen wichtige künftige Entscheidungen zu fällen?
Der Hof war ruhig am jenem Abend. Wo waren sie wieder nur alle?
Zügig packte sie einen kleinen ledernen Beutel mit dem Nötigsten, für die an gedachte Schiffsreise.
Vielleicht ein paar warme Stiefel .. Pestilenz! wieso passten die nicht mehr in den Beutel.
Ein größeres Exemplar würde dem Elend ein Ende bereiten, dachte sie bei sich und zog flugs ein solches neben sich aus der hölzernen Kiste…
Noch etwas Proviant für die Überfahrt… Ein leise, ermahnendes Magenknurren sollte verraten das der Griff zum größeren Beutel sich zusehends bewährte. Sie müsste nur noch ein kleines Schriftstück aufsetzten, dass ihr Verschwinden erklären würde. Grade jetzt wo Bajard im Gestank untergehen zu drohte…
Haaaaaaaaaalt! Nehmt mich noch mit!
Ein Seemann kam der zierlichen Frau schnell zur Hilfe geeilt, der es unter allen Mühen nicht gelingen wollte den großen Reisesack an Bord zu hieven.
Da habt ihr aber gewiss eine lange Reise vor euch, meine Dame? Sprach er mit einem belustigten Unterton in der Stimme.
Och.. meinte diese nur knapp, mit einem Schmunzeln.. Das werden wir sehen...
Lily
-
Lilythra Kyaell
heimkehr?
Langsam lichtete sich der morgendliche Nebel und ließ einen ersten Blick auf die kleinen Häuser Bajards zu. Die weiß gräuliche Wolkendecke brach für einen kurzen Moment auf und einzelne hoffnungsvolle Lichtstrahlen schienen das noch schlafende Dorf wecken zu wollen.
Sie verspürte ein starkes Gefühl von innerer Ruhe, auch wenn um sie herum reges Treiben herrschte, denn das Schiff würde schon gleich den Hafen erreicht haben.
Nein, sie hatte keine unguten Gefühle mehr, bei einem vielleicht verschwendeten Gedanken an die ihr bevor stehende Zukunft. Ihre Eltern würden sie niemals aufgeben, dass wusste sie jetzt. Sie hatten ihr verziehen.
Unumgänglich schien es nun für sie, den eigenen Weg zu finden und ihn alleine zu beschreiten. Es war an der Zeit sich selbst zu finden, sich selbst zu beweisen und die ersehnte und endlich wieder gewonnene Zufriedenheit in sich zu bewahren.
Einiges würde demnächst auf sie zukommen.
Würde man ihr auch ein weiteres Mal vergeben?
Doch selbst das machte ihr jetzt keine Angst mehr. Sie würde sich in die Arbeit stürzten.
Sie müsste den Knoten lösen, der sich um ihren Hals zu schlingen drohte.
Ob Bajard noch immer in diesem ätzend, modrigen Geruch gehüllt war?
Eine leichte Brise, die schon genügen sollte folgte sogleich als Antwort. Uhhhh, es stank nach wie vor erbärmlich.
Doch selbst das tat ihrer Freude keinen Abbruch, als sie endlich wieder festen Boden unter den Füßen spüren sollte.
Nur Mut Lily .. nur Mut sprach sie leise murmelnd zu sich selbst....
Sie verspürte ein starkes Gefühl von innerer Ruhe, auch wenn um sie herum reges Treiben herrschte, denn das Schiff würde schon gleich den Hafen erreicht haben.
Nein, sie hatte keine unguten Gefühle mehr, bei einem vielleicht verschwendeten Gedanken an die ihr bevor stehende Zukunft. Ihre Eltern würden sie niemals aufgeben, dass wusste sie jetzt. Sie hatten ihr verziehen.
Unumgänglich schien es nun für sie, den eigenen Weg zu finden und ihn alleine zu beschreiten. Es war an der Zeit sich selbst zu finden, sich selbst zu beweisen und die ersehnte und endlich wieder gewonnene Zufriedenheit in sich zu bewahren.
Einiges würde demnächst auf sie zukommen.
Würde man ihr auch ein weiteres Mal vergeben?
Doch selbst das machte ihr jetzt keine Angst mehr. Sie würde sich in die Arbeit stürzten.
Sie müsste den Knoten lösen, der sich um ihren Hals zu schlingen drohte.
Ob Bajard noch immer in diesem ätzend, modrigen Geruch gehüllt war?
Eine leichte Brise, die schon genügen sollte folgte sogleich als Antwort. Uhhhh, es stank nach wie vor erbärmlich.
Doch selbst das tat ihrer Freude keinen Abbruch, als sie endlich wieder festen Boden unter den Füßen spüren sollte.
Nur Mut Lily .. nur Mut sprach sie leise murmelnd zu sich selbst....
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Lilythra Kyaell
Herz auf Reisen
Endlich wieder daheim, dachte sie still für sich als sie die hölzerne Eingangstüre ihrer kleinen Nähstube aufschloss.
In den nächsten Tagen gab es viel zu tun.
Selbst ihre Mutter hatte ihr geraten auf das Angebot von Valia Famrock einzugehen.
Sie fühlte sich immer sehr wohl in ihrer kleinen Schneiderei, gewiss würde sie das Angebot mit ein wenig Herzblut annehmen. Ob ihre Stammkundschaft erhalten bleiben würde? Sie würde erneut das Gespräch mit Vaila suchen. Die Dame Famrock schien ihr eine kompetente Schneiderin und eine sehr nette Person zu sein. Man würde sich sicher einigen können und sie würde vielleicht nicht mehr so oft alleine in der Schneiderei sein. Man könnte gemeinsam ab und an einen Marktstand mieten, denn Lily war es meist viel zu hektisch alleine einen Stand zu betreiben.
Seufzend ließ sie sich müde auf den gepolsterten Stuhl fallen und schloss für einen Moment die müden Augen. Ihr war noch immer ein wenig mulmig zumute von dem Geschaukel des Schiffes. Ein Glas Wasser sollte für Abhilfe sorgen.
Die Gedanken schweiften um die Feierlichkeit welche sich zu Hause zu getragen hatte.
Ihre Schwester Pharla verheiratet … wer hätte das jemals gedacht.
Sie sah niemals so glücklich aus wie in jenen Moment als sie gemeinsam den Bund fürs Leben schlossen. Noch einmal zogen die Bilder des Abends vor ihrem inneren Auge ab.
„Lily? Kommst du wieder hinein? Lilythra?“
Die sich fast freudig überschlagende Stimme ihrer Schwester Pharla drang lauthals an ihr Ohr. Zu laut für Lily Geschmack in jener Stund, suchte sie doch die Einsamkeit.
Verträumt saß das kleine Herz auf den Stufen vor der Taverne in der sich fast das gesamte Dorf zur Festlichkeit versammelt hatte. Selbst Silwens Eltern und sein Bruder hatten den Weg dorthin gefunden. In der Früh, vor der Trauung, hatte Gero noch gefragt wo sie denn Silwen versteckt hätte. Ja, wo hatte sie ihn denn nur versteck?
Seltsamerweise musste sie immer wieder an ihn denken. Schade, dass er nicht auch den Weg in die gemütliche Schänke am Dorfrand gefunden hatte, in der sich eigentlich so gut feiern ließe.
Hatte sie damals wirklich die richtige Entscheidung getroffen? Ihr Vater hatte sie ebenso angesprochen warum er nicht mit ihr zusammen erschienen war. Sie hatte einfach geschwiegen. Nichts gesagt… keiner in der Familie wusste von ihrer Trennung. Einen anderen Mann würden sie gewiss nicht akzeptieren.
Wieso hatte er sich auch nur so verhalten? Wieso hatte sie selbst sich so verhalten?
Sie hatten viele Gemeinsamkeiten, der gleiche sture Kopf, der Beiden das Leben nicht immer einfach machen sollte. Sie hatten beide den Rückzug angetreten anstatt zu den Waffen zu greifen und sich dem Kampfe zu verschreiben.
Sie musste unweigerlich an Livial denken. Soweit konnte die Liebe einen Menschen bringen.
War sie wirklich bereit dazu? Sie vermochte es zu gut ihre eigenen Gefühle zu unterdrücken.
Hatte sie sich das sonst so treue Herz selbst belogen?
„Liiiiiiiily ..? Na komm, du holst dir noch eine Unterkühlung, es ist kalt hier draußen.“ Pharla hatte Recht, eisiger Wind ließ die Bäume immer wieder hin und her wiegen als würden sie zu der Musik tanzen die aus der Taverne drang.
„Schau mal morgen fährst du bereits schon wieder und ich möchte diesen schönen Moment doch so gerne mit dir und meinen anderen Lieben teilen.“ Schnell verbarg sie die Tränen und wischte sich jene sogleich sorgsam aus dem Gesicht, rappelte sich auf und tippelte langsam auf die Braut zu.
"Du bist sicher traurig das Silwen nicht da ist, mmm?" Sachte nahm Pharla ihre Schwester in den Arm. „Ja das bin ich.. irgendwie"..stammelte sie nur leise und grub das Gesicht in den weißen Stoff des Kleides.
Sie bräuchte ohnehin noch einen Schwung Wolle und würde ihn morgen Abend nach der Rückkehr einmal aufsuchen.
Doch nun war es an der Zeit die trüben Gedanken einmal mehr zu verjagen die sie plagte, schon alleine aus Liebe zu ihrer Schwester … und so sah man sie gemeinsam in dem schummrig beleuchteten Haus am Waldrand verschwinden.
In den nächsten Tagen gab es viel zu tun.
Selbst ihre Mutter hatte ihr geraten auf das Angebot von Valia Famrock einzugehen.
Sie fühlte sich immer sehr wohl in ihrer kleinen Schneiderei, gewiss würde sie das Angebot mit ein wenig Herzblut annehmen. Ob ihre Stammkundschaft erhalten bleiben würde? Sie würde erneut das Gespräch mit Vaila suchen. Die Dame Famrock schien ihr eine kompetente Schneiderin und eine sehr nette Person zu sein. Man würde sich sicher einigen können und sie würde vielleicht nicht mehr so oft alleine in der Schneiderei sein. Man könnte gemeinsam ab und an einen Marktstand mieten, denn Lily war es meist viel zu hektisch alleine einen Stand zu betreiben.
Seufzend ließ sie sich müde auf den gepolsterten Stuhl fallen und schloss für einen Moment die müden Augen. Ihr war noch immer ein wenig mulmig zumute von dem Geschaukel des Schiffes. Ein Glas Wasser sollte für Abhilfe sorgen.
Die Gedanken schweiften um die Feierlichkeit welche sich zu Hause zu getragen hatte.
Ihre Schwester Pharla verheiratet … wer hätte das jemals gedacht.
Sie sah niemals so glücklich aus wie in jenen Moment als sie gemeinsam den Bund fürs Leben schlossen. Noch einmal zogen die Bilder des Abends vor ihrem inneren Auge ab.
„Lily? Kommst du wieder hinein? Lilythra?“
Die sich fast freudig überschlagende Stimme ihrer Schwester Pharla drang lauthals an ihr Ohr. Zu laut für Lily Geschmack in jener Stund, suchte sie doch die Einsamkeit.
Verträumt saß das kleine Herz auf den Stufen vor der Taverne in der sich fast das gesamte Dorf zur Festlichkeit versammelt hatte. Selbst Silwens Eltern und sein Bruder hatten den Weg dorthin gefunden. In der Früh, vor der Trauung, hatte Gero noch gefragt wo sie denn Silwen versteckt hätte. Ja, wo hatte sie ihn denn nur versteck?
Seltsamerweise musste sie immer wieder an ihn denken. Schade, dass er nicht auch den Weg in die gemütliche Schänke am Dorfrand gefunden hatte, in der sich eigentlich so gut feiern ließe.
Hatte sie damals wirklich die richtige Entscheidung getroffen? Ihr Vater hatte sie ebenso angesprochen warum er nicht mit ihr zusammen erschienen war. Sie hatte einfach geschwiegen. Nichts gesagt… keiner in der Familie wusste von ihrer Trennung. Einen anderen Mann würden sie gewiss nicht akzeptieren.
Wieso hatte er sich auch nur so verhalten? Wieso hatte sie selbst sich so verhalten?
Sie hatten viele Gemeinsamkeiten, der gleiche sture Kopf, der Beiden das Leben nicht immer einfach machen sollte. Sie hatten beide den Rückzug angetreten anstatt zu den Waffen zu greifen und sich dem Kampfe zu verschreiben.
Sie musste unweigerlich an Livial denken. Soweit konnte die Liebe einen Menschen bringen.
War sie wirklich bereit dazu? Sie vermochte es zu gut ihre eigenen Gefühle zu unterdrücken.
Hatte sie sich das sonst so treue Herz selbst belogen?
„Liiiiiiiily ..? Na komm, du holst dir noch eine Unterkühlung, es ist kalt hier draußen.“ Pharla hatte Recht, eisiger Wind ließ die Bäume immer wieder hin und her wiegen als würden sie zu der Musik tanzen die aus der Taverne drang.
„Schau mal morgen fährst du bereits schon wieder und ich möchte diesen schönen Moment doch so gerne mit dir und meinen anderen Lieben teilen.“ Schnell verbarg sie die Tränen und wischte sich jene sogleich sorgsam aus dem Gesicht, rappelte sich auf und tippelte langsam auf die Braut zu.
"Du bist sicher traurig das Silwen nicht da ist, mmm?" Sachte nahm Pharla ihre Schwester in den Arm. „Ja das bin ich.. irgendwie"..stammelte sie nur leise und grub das Gesicht in den weißen Stoff des Kleides.
Sie bräuchte ohnehin noch einen Schwung Wolle und würde ihn morgen Abend nach der Rückkehr einmal aufsuchen.
Doch nun war es an der Zeit die trüben Gedanken einmal mehr zu verjagen die sie plagte, schon alleine aus Liebe zu ihrer Schwester … und so sah man sie gemeinsam in dem schummrig beleuchteten Haus am Waldrand verschwinden.