Wie das Leben so spielt

Gast

Beitrag von Gast »

Beim Allmächtigen, was war er wütend!
Gespürt hatte sie es auch, zwar war ihm genommen, dass er ihr seinen Zorn direkt mit Worten frei lassen konnte, doch reichten hier Gesten und Mimik durchaus, um auszudrücken was er empfand.
Diese Mimeria hatte es doch tatsächlich geschafft, dass er ging bevor es noch schlimmer werden würde. Er wollte ihr nicht zeigen müssen, was es hieß wenn er in Rage geriet und was ihn noch mehr beschäftigte, was wenn sie recht hatte?

Bisher war es ihm recht gut gelungen Cara aus dem Weg zu gehen oder sie wohl eher ihm. Es schien als wollte sie eine Wiederholung wie auf der Hagburg unbedingt vermeiden.
Dann sah er sie vor den Toren Rahals, die Gewänder diesmal etwas geschmackvoller abgestimmt, dennoch ihre Vorzüge betonend. Wenigstens verzichtete sie gerade auf dieses unmögliche Rosa und schreienden anderen Farben.
Sie brauchte etwas, um zu begreifen dass er schwieg, dass er schweigen musste. Natürlich nutzte sie es etwas aus spielte nah an der Grenze herum, doch er lies ihr diesen kleinen Triumph. Er kam näher was sie schlussendlich zum Verstummen brachte und sah sie nur an, allein das genügte. War sie unsicher? Was ihr wohl durch den Kopf ging? Nun er würde ihr noch mehr zu denken geben, beschloss er. Langsam hob er seine linke Hand und strich mit ihr mit einem Finger sacht über die Wange. Eine flüchtige Berührung nur, doch bevor sie mehr werden konnte war sie schon wieder vorbei und er wendete sich ab ohne sich noch einmal umzusehen.

Dann traf er am Abend Mimeria wieder und er unterhielt sich mit ihr durch die ihm gegebene Weise, er schrieb seine Antworten und Fragen in ein Buch. Mühsam aber genauso effektiv.
Woher meinte sie zu wissen, dass er Cara begehrte? Gefühlsduselei einer Frau? Genauso falsch wie ihre Vermutung, dass er Majalin verehrte... ja warum nicht gleich alle Frauen im gesamten rahalischen Reich?
Seine Stimmung wurde im verlaufenden Abend immer bewölkter. Er hatte ihr versucht klar zu machen, dass Liebe nur schwächt, dass sie von Seinen Ziel ablenkt und man sich am Ende immer für den Allmächtigen entschied.
Was wenn diese Frau eines Tages zur Verräterin wurde und man über sie richten musste? Er hatte es schon einmal getan, damals bei seiner Verlobten Ravenna und er war nicht bereit diese Prüfung noch einmal auf sich zu nehmen.

Doch hier viel später las er immer wieder und wieder die Zeilen, welche ihm Mimeria als Antwort gegeben hatte, was sollte er tun?

"Was passiert, wenn sie euch stark macht und euch den entscheidenden Vorteil über eure Mitstreiter nach Macht gibt?
Was wenn die Frau selbst mächtig ist und euch behilflich sein kann?
Was, wenn es schon ausreicht nach einem schlimmen Tag in ein paar Arme zu fliehen, die einen ehrlich aufnehmen?
Was wenn zusätzlich zu all den guten Dingen niemals der Tag kommt an dem die Wahl zwischen Ihm und die Liebe getroffen werden muss?
Ihr könnt nicht verleugnen, wie mächtig Liebe sein kann. Natürlich kann sie schwach machen, aber das muss sie nicht. Vor allem wenn sie bedingungslos ist.
Eine Frau, die sich für euch entscheidet, müsste vermutlich bereit sein jederzeit das Opfer in kauf zu nehmen, gegen Alatar zu verlieren."

Das Buch hatte er zugeklappt und sich davon entfernt, als sei es etwas giftiges. Doch immer wieder sah er zu ihm herüber, die Worte hatten sich schon längst in sein Hirn eingebrannt, loswerden konnte er sie nicht mehr... und dafür verdammte er Mimeria in Gedanken.
Zuletzt geändert von Gast am Montag 14. Mai 2012, 21:12, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Lange hatte er sie nicht mehr gesehen, nun doch... an diesem für ihn so erniedrigenden Abend. Er ärgerte sich, dass sie ihn so vorgefunden hatte und dann auch noch Darkan. Bei Familie war es aber etwas anderes und irgendwie gehörte sie ja nun dazu.

In dieser frühen Morgenstunde wollte er ihr schlichtweg eine Freude machen. Mit einem sardonischen Schmunzeln wusste er aber, dass diese Geste in ihrem süßen Köpfchen alle Alarmglocken anschlagen lassen würde. Nunja sie würde sich noch daran gewöhnen, irgendwann. Darkan kannte es schon und ging meist nur zu gern auf solches ein.
Hier war nun eine Frau die er verwöhnen durfte, ohne sich einer Verpflichtung zu verschreiben, die ihn von Seinen Zielen allzusehr ablenken würden.
So legte er eine Handvoll süßer Fruchtkamellen neben ihre Heilertasche und ein kleines Pergament daneben. Sie würde es riechen, dessen war er sich sicher... Süßem konnte sie nicht wiederstehen.

"Seinen Segen mit euch, werte Cara!

Ich hoffe euch und meinem Bruder geht es wohl.
Seit heute früh bin ich wieder in der Gemeinde
Düstersees anzutreffen.
Solltet ihr vor meiner Person die entzückende
Majalin wiedersehen so reicht ihr eines der
Fruchtkamellen mit meinen besten Grüßen.
Da man mit Speck bekanntlich Mäuse zu fangen
pflegt, kann ich euch dahingehend versichern,
dass ich gerade in dem Augenblick NICHT hinter
euch stehen werde.

Möge Ihm gefallen was er auf eurem Wege sieht!

gez. Althan"
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Cara DelMur
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Beitrag von Cara DelMur »

Sie hatte die letzten Nächte im Haus der Schwestern geschlafen, manchmal musste sie einfach heraus aus den dunklen Steingewölben, die von Blut und Geboten durchtränkt waren. Als sie schliesslich dann wieder in der Heilerstube sass und den gewohnten Handgriffen folgte, griff sie gedankenverloren zur ersten Fruchtkamelle, schnell folgte die Zweite und Dritte. Mit etwas Zucker arbeitete es sich einfach besser und beinahe hätte sie auch die Letzte in sich hinein gestopft, als ihr das Pergament ins Auge sprang. Sie lass es einmal, zweimal, dreimal, ehe sie sämtliche Gedankengänge auf Seite schob und die letzte Kamelle für Majalin einpackte. Alles zu seiner Zeit.
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Cara DelMur
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Beitrag von Cara DelMur »

Als sie die Füsse aus dem Bett schob und sich langsam aufrichtete, entschied sie sich augenblicklich lieber doch noch etwas auf der Kante sitzen zu bleiben. Puh, ihr Kopf hämmerte und das Schiff schwankte. Aber halt, sie war ja gar nicht auf einem Schiff. Sie war bei… Hanna. Gut. Der Eimer, den sie heute Nacht nicht eben liebevoll, aber durchaus innig umarmt hatte, war von Hanna bereits entsorgt worden. Ohje, weniger gut. Warum hatte sie nur so viel getrunken?
Naja, wenn sie so in sich hinein horchte… Sie fühlte sich einsam. Und die gesellige Runde und Lu hatten ihr Herz gewärmt. Feuerfeenpunsch mit Zitrone und Johanniskraut und dann noch der Rotwein. Nicht dass es ihr an Gesellschaft mangelte und nicht das sie nicht mit Allem zu ihren Schwestern hätte kommen können, aber trotzdem.

Darkan war irgendwo im Einsatz. Und da war auch noch Althan. Sie hatte jede Menge Grund zum übermässigen Weingenuss. Erst warf er ihr vor sich an einen Halunken herzugeben und das es jenem viel zu leicht gemacht würde, ihr nah zu sein. Und dann, dann erstickte er jede Möglichkeit auf eine Freundschaft im Keim. Und schliesslich wurde der Keim doch wieder in die Erde gepflanzt, um ihn mit Nahrung zu füttern. Warum bei allen Göttern sollte - wollte sie überhaupt mit ihm befreundet sein?
Da war der Mann Althan, ja, aber da war auch der Catulus. Er schaffte es immer noch sie dermassen in Rage zu versetzen, dass sie ihm sogar ein „fahr zur Hölle“ an den Kopf geworfen hatte. Hatte sie das Alles richtig verstanden? Hm. Sie war sich nicht sicher. Nur nicht zu viel sagen und wenn man etwas preis gibt, dann auch gleich wieder ins andere Horn stossen. Er verwirrte sie. Wer mit dem Feuer spielt kommt darin um. Und meine Güte am Ende war sie doch wie die sprichwörtliche Motte zu nah an Feuer geflogen. Er hatte sie gewarnt. Und da war auch noch diese seltsame Geste mit der Blume.

Da war sie nur allzu gern in das wundervolle Fest gestern eingetaucht und hatte auch vor dem kurzen Sturm, in Gestalt einer ahnungslosen Ashlin und dessen Ausläufern Namens Arelius und Lucien, die Augen verschlossen. Stattdessen hatte sie sich in Lu’s Arm gewogen und alles Dank Feuerfeen und Rotwein weit von sich gewiesen.

Sie versuchte aufzustehen. Ein Fuss, noch ein Fuss. Ein Schritt, noch ein Schritt. Puh. Der Buntspecht war anscheinend in ihrem Kopf eingezogen und ihr Magen rebellierte immer noch und irgendwie war ihr kalt?. Aber sie wollte noch die SchnippSchnappPflanze wieder zum blühen bringen. Verflixt nochmal.
Gast

Beitrag von Gast »

Althan war am Packen gewesen, in Rahal wurde er erwartet und er wusste nicht einmal wann und ob er wiederkommen könnte. Sein Blick fiel auf diese Pflanze die mit ihren zuckenden Blütenköpfen, so nahe wie es ihre Stiele ermöglichten, doch tatsächlich versucht hatte nach ihn zu schnappen. Er machte kurzen Prozess mit den Blütenköpfen und köpfte sie schlussendlich, dann war Ruhe.
Was dachte sie sich nur dabei ihm eine Pflanze auf das Zimmer zu stellen. Nicht dass er sich nun um ein Pantherjungens zu kümmern hatte, nein ... nun sollte es noch eine Pflanze sein! Frauen!
Der junge Panther spielte in der Zeit mit seinem Lederranzen, als er nochmals pürfend den Raume ansah und seinen Weg zur Burgkapelle antrat wirkte er nachdenklich... es war hier eine schöne Zeit gewesen, doch das sich Dinge änderten war der Lauf der Welt. Nach der Andacht hob er den kleinen Panther auf, barg ihn in der Satteltasche und schulterte diese, kurz darauf verlies er die Burg.

Das Gespräch mit Cara verlief anders als er dachte. Anstatt, dass sie hinnahm, dass sie nicht Beides haben konnte seinen Bruder als Mann und ihn ja als was... jemand mit dem sie reden konnte wenn Darkan nicht da war? Ein Bruder/Mannersatz? Frauen hatten seltsame Vorstellungen und er zog sich komplett von ihr zurück. Was er nicht gedacht hatte war, dass ihm ihr aufgewühlter Gesichtsausdruck so zusetzen konnte, nachdem er ihr die Burgschlüssel zurückgegeben hatte rannte sie vor ihm davon.
Er hasste es wenn Frauen dies taten, denn wenn man ihnen nachlief bildetet sie sich möglicherweise noch ein er wollte mehr, andererseits.. rannte sie vielleicht in ihr Verderben, kopflos ohne ziel und so unbeholfen wie er sie kannte?
Er folgte ihr, doch konnte er sie nicht finden. Schlussendlich ritt er zur Hagburg mit Blumen in der Hand, schöne Sommerblumen die er von einer Bäuerin erstanden hatte. Frauen mochten Blumen oder Schokolade und mit Schokolade sollte sie sich nun nicht vollstopfen, eigentlich... warum machte er sich solche Gedanken. Wenn er sich eingestand, wollte er nicht dass sie unglücklich war...
Dennoch das Gespräch mit Lucien, den Frauenversteher wie er ihn im Stillen nannte, zeigte ihm Möglichkeiten auf an die er nicht einmal gedacht hatte. Wo er anfangs das Weite suchen wollte, überlegte er nun doch nach seinen Worten zu handeln.

Am nächsten Nachmittage sah der den zertrampelten Blumenstrauß vor der Burg, herje sie war eindeutig sauer.. er hatte es geahnt. Ob sie die Schokolade auch in hohen Bogen aus der Burg gefeuert hätte, nun er bezweifelte es. Das Gespräch verlief zwar etwas besser, er bemühte sich ihr anfangs ihren Willen zu lassen, er sah es als eine gewisse Art von Buße an, dass er ihr gehorchte. Nun weitgehend gehorchte, so lang es ihm gefiel.
Althan wusste nicht was sich genau verändert hatte in ihm, aber seit einiger Zeit schon hatte das Begehren nach dieser Frau nachgelassen, hatte Lucien wieder Recht gehabt? Oder kam es wegen der Pflichten und Aufgaben, um die Ziele des Allmächtigen zu erreichen denen er sich widmete und einfach keine Zeit hatte einen Gedanken nur an ein weibliches Wesen oder die Befriedigung seiner Bedürfnisse zu denken?
Wie hielt er sich nun also Cara auf eine für sie beide akzeptable Distanz? Wieder kam sie ihm zu nah als sie ihm etwas zuflüsterte, er spannte sich an alles in ihm schrie danach sie zu packen und von sich etwas zurückzuschieben.
Er wollte sie nicht verletzten, er wollte ihre Freundschaft, zu seinen Bedingungen... wenn sie einwilligte. Wieder warnte er sie, dass wer mit den Flammen spielt darin umkomme. Er hatte sich diese Frau vollkommen entsagt und dennoch lockte, verlockte sie ohne es vielleicht zu ahnen.

Gier, Lust oder einfache Befriedigung nur? Er wollte einen Erben haben, einen Jungen so wie den Knaben Arion, doch mit Cara würde er dies nicht haben und so verschloss er sich vor ihr. Ab dem heutigen Tage war sie nicht mehr für ihn als die Frau seines Bruders. Althan stellte klare Regeln auf, wenn sie sich in seinen Grenzen bewegte würde er sie behandeln wie eine Lady, doch sollte sie diese Grenzen überschreiten, dann würde er nicht zögern sie zu strafen. Diesmal lies er keine Geständnisse hinzu und es wurde auch kein Kompromiss dahingehend eingegangen.

Als sie beide zurück zur Hagburg kamen hob er eine der kleinen Blüten auf die noch nicht verwelkt war und auch ihren kleinen Schuhen entkommen war. Cara war eine schöne Frau, erinnerte ihn an seine damalige Verlobte Ravenna und dennoch... sie war nicht wie sie. Er schob die Blüte in eine Strähne ihrer wirren schwarzen Strähnen, sah sie nur schweigend an. Er konnte förmlich spüren wie es in ihrem Köpfchen arbeitete, was sein Tun nur wieder zu bedeuten hatte.
Nachdenklich betrachtete er sie mit der Blüte im Haar.
Sonderbar wie sehr ihn der Verrat von Ravenna doch verändert hatte, doch er hatte ihn auch näher zum Alleinen gebracht. Er kannte Seinen Plan nicht den er für ihn auserwählt hatte, doch er würde Seinen Weg gehen ohne zu zögern...
Zuletzt geändert von Gast am Mittwoch 27. Juni 2012, 13:07, insgesamt 2-mal geändert.
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