Alles auf Anfang

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Mimeria Ebenholz
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Alles auf Anfang

Beitrag von Mimeria Ebenholz »

Vor nicht einmal einer Woche war sie hier angekommen und hatte nichts besessen, als das bisschen, was sich an ihrem Körper und ihrer Tasche befand. Durch die Hilfe von Cara konnte sie ein wenig Geld verdienen und ein wenig Anschluss finden. Kräutersammeln? Wieso auch nicht. Es war keine zu harte Arbeit, auch wenn der Wald mit all seinen Einwohnern ihr schon Angst machte und sie sich zu anfangs mehr als nur einmal verlaufen hatte. Schließlich lernte sie durch Leutnant Ked Thanaya kennen und durch sie Asgerat.

Nun ja, im Grunde sah sie Asgerat mehr, wie er von Talana durch die Strassen gescheucht wurde und so abstrakt das Ganze war, war es der Grundstein für ihre spätere Beschäftigung.

In Bajard lernte sie dann Majalin und Lucien kennen und durch sie hatte sie den Mut Asgerat nach Arbeit zu fragen, die sie dann ja auch bekam. Schankmaid in Düstersee. Das brachte natürlich die Schwierigkeit mit sich, dass sie einen Bürgerbrief brauchte. Als Ungläubige. Das galt es nun zu überspielen und dafür musste sie brav die Gesetze und Regeln lernen, die Darkan ihr gegeben hatte. Alleine schon damit Menos sie nicht erpressen konnte.

Und irgendwo in diesem ganzen Wirrwarr von Personen, Ereignissen und Namen war da noch Althan...und Sebastian. Der eine ein Catalus, den sie interessant fand und den sie gerne ausfragen würde über seine Weltansichten, wovon ihr aber dringend abgeraten wurde. Eigentlich von jedem, den sie gefragt hatte: Majalin, Lucien und Darkan. Der andere ein Gelehrter, der etwas an sich hatte, dass sie niedlich fand...
Mimeria Ebenholz
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Beitrag von Mimeria Ebenholz »

Erst war es nur ein Kuss auf die Wange gewesen. Zu mehr war sie gar nicht in der Lage anfänglich. Eine gestandene Frau von 27 Jahren, die sich nicht anders zu helfen wusste, als ihre Zuneigung zu einem Mann durch einen flüchtigen Kuss auf die Wange auszudrücken. Und doch war da etwas in Sebastian, dass sie ermutigte, dann sie stärkte, ganz so wie sie es Althan geschrieben hatte und dies führte zu einem richtigen Kuss ein paar Tage später. Erneut nicht mehr, aber genug, um sie zu verwirren. Er war ein Mann und wie jeder Mann würde er Bedürfnisse haben und wie weit würde er letztlich gehen um diese zu befriedigen? Würde er sich auch versuchen zu nehmen, was er für sein hält, genau wie....

Nein, sie würde nicht an ihn denken, nie wieder, denn dann würde er wieder die Kontrolle gewinnen. Vielleicht nur für einen Augenblick, aber das wäre genug. Ob sie wollte oder nicht und auch wenn ihr ganzer Körper nach seinen Händen schrie, musste sie es unterdrücken. Althan hatte nicht ganz unrecht. Liebe macht verwundbar und sie zeigte damit offen eine Schwachstelle, die jeder leicht ausnutzen könnte. Es wurde also Zeit ein wenig zurückzurudern und mehr Vorsicht walten zu lassen.

Sie fragte sich, wie Asgerat es machte. Dieser schwache, oft verletzte Mann, der einfach so entschied Xandoria zu heiraten. Beiden musste doch bewusst sein, wie gefährlich diese offene Liebe war und zudem das sie beide mindestens einen Feind mit diesem Zusammenschluss gemacht hatten.

Sie könnte Cara fragen und ihr ihre Bedenken mitteilen, doch diese steckte genau zwischen Darkan und Althan. Vermutlich zwischen Vernunft und Versuchung. Es war ein wenig ähnlich, nur mit dem Unterschied das Versuchung und Vernunft bei Mimeria eine Person waren. Sie könnte es auch Majalin erzählen, doch Majalin schien der Männergeschichten müde zu sein und so zog sie es vor zu schweigen.

Schweigen, wie witzig. Fast wie der Catalus. Ihm hätte sie es erzählen können, doch war es wirklich so klug einem der gefährlichsten und ambitioniertesten Männer im rahalischen Reich eine Schwachstelle zu offenbaren? Würde er ihr wirklich helfen können? Und was war dieses Kribbeln, dass sie empfand, wenn er ihr nahe war?

Unsinn! Das muss die Angst sein, die mit dir durchgeht, Mimeria!
Zuletzt geändert von Mimeria Ebenholz am Montag 14. Mai 2012, 13:04, insgesamt 2-mal geändert.
Mimeria Ebenholz
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Beitrag von Mimeria Ebenholz »

Wo war sie da nun wieder reingestolpert? Sie hätte sich ja auch nicht einfach neben Sebastian setzen können und der Dinge ihren Lauf lassen können. Sie musste ihre Neugier befriedigen und mit Ked gehen und von all diesen Dingen erfahren, die zwar interessant waren, sie aber völlig kalt ließen und nun musste sie die Rolle der Gläubigen noch vertiefen und weiterspielen und würde auch nicht länger drumherum kommen, sich vor dem Tempel zu drücken.

Und dann kam die Sache mit Althan noch dazu. Wie sollte sie sein Vertrauen gewinnen, wenn sie es nicht mit dem Gespräch nach dem Tempel tat? Wie würde sie diesem Sturkopf endlich klarmachen können, dass sie ihm nichts Schlimmes wollte?

Als sie zurückkam war Sebastian natürlich schon weg und zu allem Überfluss war da irgendwo im Hinterkopf noch Luciens Verhalten, dass sie sehr vor den Kopf gestoßen hatte. Das Xandoria weinte, bekam sie nur am Rande mit und es überforderte die wenigen Nerven, die ihr nach diesem Tag noch geblieben waren. Also blieb ihr nur eins: Ab in die Taverne nach Bajard und sich dem Apfelwein hingeben...
Mimeria Ebenholz
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Beitrag von Mimeria Ebenholz »

Wieviel hatte sich doch verändert. Erneut innerhalb von nur ein paar Tagen und Nächten. Asgerat und Xandoria hatten reiß aus genommen, sie besaß nun die Taverne, musste diese erneut einrichten und irgendwie auf die nächste Monatsmiete kommen und sollte ganz nebenbei für den Tempel und dessen Messen werben. Das war ein großes Stück Arbeit und viel Verantwortung. Wollte sie diese überhaupt? Hatten die anderen vielleicht recht? War es zu gefährlich? Viel zu leicht könnte sie in Asgerats Fussstapfen treten und zu einem Spielball oder Sündenbock werden.

Und dann war da wieder Sebastian. Er war so verständnisvoll, so liebevoll und doch so geheimnisvoll. Auch wenn sie langsam erahnte, was hinter dem freundlichen Gelehrten steckte, war es wirklich etwas, was sie verkraften können würde? War er vielleicht, wie die Taverne, zu gefährlich?

Althan. Ja, Althan. Er war immer freundlicher geworden und zu einem ihrer kleinsten Probleme mutiert. Das lange Gespräch im Tempel hatte sie beruhigt, doch auch er war eine Gefahr,die sie immer noch nicht einschätzen konnte.

Manchmal muss man Opfer bringen für das Wohl der Gemeinschaft. So war es doch, oder? Und das sie viel zu egoistisch gewesen war, wusste sie auch. Doch die Taverne, Sebastian und Althan waren Gefahren, die sie riskieren wollte und jede der drei auf eine andere Art und Weise. Würde sie falsch liegen, würde sie das Opfer bringen. Egal, wie hoch es sein würde.
Mimeria Ebenholz
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Beitrag von Mimeria Ebenholz »

Wenn du genau hinsiehst, ist alles anders. Dann sind Grenzen nicht mehr Grenzen, sondern Türen. Türen zu einer neuen Welt.

Mimeria blickte etwas unsicher zu Agathe, die wie gewohnt auf ihrem Blatt saß und sie neugierig beobachtete. Schließlich streckte Mimeria ihre Hand aus, leicht über das Wasser und griff in das Lied ein. Nur ein wenig, testend, ausprobierend. Würde es auch alleine funktionieren? Nein, zuerst nicht, erst als sie mit der Hand fast an der Oberfläche ist, kann sie eine leichte Strömung erzeugen, das Wasser etwas bewegend.

Agatha beäugte das Ganze dann doch eher kritisch und als Mimeria bemerkte, dass sie das Tier verängstigte, hörte sie auf.

"Weißt du, dass Wasser zu bewegen ist relativ einfach. Aber Feuer, Wind und Erde....Das klappt irgendwie noch gar nicht." meinte sie dann etwas resignierend, zu der Kröte.

Schließlich fährt sie mit der Hand leicht durch das Wasser, die Reste der Strömung spürend.

"Er ist schon ein paar Tage überfällig. Schwachsinnig, wie sehr ich an ihm hänge, was?" Ein Blick zur Kröte, die sie unbestimmt ansah, eine ihre Beinchen hob und damit zweimal leicht auf das Blatt schlug.

"Ich weiß, ich weiß. Es gibt wichtigeres. Ich muss weiter üben. Um nicht mehr so zur Last zur fallen und auch mal was vernünftiges zu tun."

Also wurde die Hand wieder über das Wasser gehalten, während Agathe Mimeria beobachtete.
Mimeria Ebenholz
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Beitrag von Mimeria Ebenholz »

Wie konnte Xardrias es wagen, ihr nach all dem was vorgefallen war, einfach so eine Blume zu geben? Als wäre sie ein kleines Kind, dass damit beschwichtigt werden können oder eine Romanze, die damit wieder in Ordnung gebracht würde? Die Blume war noch vor den Augen von Sinndar und Leon im Feuer in der Küche verbrannt worden. Genau, wie er ihren Brief hatte verbrennen wollen, nur sie hatte es wirklich getan. Doch waren mit den Gedanken an Xardrias und dem Brief auch wieder Sebastian in ihrem Kopf. Wo war er nur? Ging es ihm gut? Würde sie Schritte einleiten müssen, ihn zu suchen? Verhielt sich sich überhaupt irgendwann noch rational?

Es gab viele Möglichkeiten und Xontor schien eine davon. Er suchte nach Talana, wann immer jemand in Schwierigkeiten war, wandte man sich an ihn. Er musste Rat wissen. Und auch die Probleme mit der Taverne würde sie mit ihm besprechen können, aber erneut war sie völlig unsicher.

Mimeria war abermals am Ende ihrer Weisheit.
Zuletzt geändert von Mimeria Ebenholz am Samstag 2. Juni 2012, 15:29, insgesamt 1-mal geändert.
Mimeria Ebenholz
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Beitrag von Mimeria Ebenholz »

Sebastian war fort und würde nicht wiederkommen. Einfach so. Kein Wort, kein Brief, kein Nichts. Er ging auf Reisen und war weg. Es kam die Zeit, wo Mimeria sich in der Taverne verkroch ohne sie zu öffnen. Tagelang sah niemand sie, nicht einmal ihre engsten Vertrauten. Es war eine Zeit in der sie sich die schuld gab, in der sie die Welt und alle Männer dafür verfluchte, dass sie mal wieder auf einen hereingefallen war. Eine Zeit, in der ihr bewusst wurde, wie wenig sie außer den Schwestern hatte. Nichts, um genau zu sein. Es wurde Zeit sich Gedanken zu machen, über Ziele, über sich selbst und über die Art des Weges, den sie bestreiten wollte.
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