Launen des Schicksals
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Melinda Larion
Launen des Schicksals
Hinter Fassaden presst blutrot die Narben
Zu meucheln mit kratzblanker Klinge die Nacht
In der wir uns liebten, so gleich doch verschieden
Da hat deine Nähe die Ferne gebracht
Factus de materia cinis elementi
sum similis folio , de quo ludunt venti.
(Gemacht aus der Materie, aus der Asche der Elemente
Gleiche ich dem Blatt, mit dem die Winde spielen)
Düster. Kalt. Anders konnte sie es nicht beschreiben. Vor ihr ausgebreitet war das Schafott. Wo hatte sie es schonmal gesehen? Es war so bekannt. Das schwere Wagenrad. Erkenntnis breitete sich in ihr aus. Hier hatte man die beiden Verräter gerichtet. Die Attentäter auf seine Heiligkeit. Doch was machte dieses Bild in ihrem Traum vor ihr? Stimmengemurmel. Es schwoll immer mehr an und um sie herum tauchten Menschen auf. Fremde und bekannte Gesichter. Was bedeutete dies alles? Eine Stimme erhob sich. Sie konnte nicht verstehen, was gesagt wurde. Doch bei der Person, die nun auf den Hinrichtungsplatz geschleift wurde, blieb ihr fast das Herz stehen. Arlon. Sein Gesicht war ihr zugewendet und sie sah sein Lächeln. Das Lächeln, was sie von Anfang an bezaubert hat. Doch wurde er nun weggezogen. Zum Knien gezwungen und bedrohlich schwang die Axt über seinen Kopf. Sie wollte es nicht sehen, doch konnte sie auch nicht fortsehen. Irgendetwas zwang sie ihm dort in die Augen zu blicken. Mit einem surrenden Geräusch fuhr die Axt nach unten, das grausige Geräusch des Abtrennens, das Ersterben des Glanzes in den Augen.
Ruckartig fuhr Melinda in die Höhe. Ihr Herz raste und panisch sah sie um sich herum. Ihr Keller. Ihr Bett. Alles gut. Sachte drehte sie sich um und wollte sich an Arlon kuscheln, der die letzten Nächte immer da gewesen war. Doch dort war nichts. Schlagartig stürmten die Erinnerungen auf sie ein. Sie waren gemeinsam nach Rahal gegangen, er wurde inhaftiert, drei Minuten wurden ihr gegeben sich von ihm zu verabschieden. Nur drei Minuten. Zu wenig Zeit für zu viele Dinge, die gesagt werden wollten. Keine Berührungen, kein Trost. Nichts. Sie konnten sich einfach nur ansehen. Solange, bis sie aufgefordert wurde zu gehen. Allein gelassen saß sie auf den Treppen des Hauses, wo Arlon ebenso alleine eingesperrt war. Drei Instanzen musste er durchlaufen um zu leben, um in Düstersee bei ihr Leben zu können. Seine Heiligkeit, der Alka, musste entscheiden ob er überhaupt leben durfte. Der Tempel des Einen entschied, ob er es wert war in die Lehren eingeführt zu werden. Der ehrenwerte Ahad Drugar entschied, ob Arlon in Düstersee leben durfte. Melinda hatte zu allen dreien Vertrauen, schließlich verdankte sie jedem Einzelnen ihr Leben. Doch wie würde es bei Arlon sein? Würden sie ihn am Leben lassen? Sie hoffte es. Doch sie fühlte sich auch schuldig. Er saß wegen ihr dort oben in der Zelle. Wegen ihr war er hier. Wenn er sterben würde, wäre es auch ihre Schuld. Wie betäubt trat sie den Weg nach Hause an. Alles lief an ihr vorbei. Vor allem die letzten Tage. Das Kennenlernen, die erneuten Treffen, das Geständnis wer und was er war, die gemeinsame Zeit, die gemeinsamen Pläne. So kurze Zeit und doch hatte sie gereicht um sich zu verlieben. Um die tiefe Verbundenheit zu fühlen und das Wissen zu bekommen, dass es Liebe war. Sowohl von seiner, als auch von ihrer Seite. Tiefe, reine Liebe, trotz der unterschiedlichen Lebensauffassungen. Trotz des Glaubens, der zu Kriegen führte. Nun saß er für ihre Liebe und für ein ruhiges Leben im Kerker von Rahal. Entgegen ihren Befürchtungen wurde er nicht direkt geköpft, sondern angehört. Von allen, die dort waren. Ked'harra, Tyr und der ehrenwerte Alathraxor. Letzterer wollte noch mit ihr reden, ihre Meinung dazu hören und er schien fast großväterlich und wohlwollend zu sein. Eine liebende Gefährtin wäre sehr viel stärker. Gerne hätte sie länger mit ihm geredet, denn Melinda fühlte sich verstanden von ihm, doch er musste fort. Doch heute war heute. Heute war sie alleine aufgewacht. Heute war ein neuer Tag. Heute würde sie auch wieder den Weg nach Rahal auf sich nehmen. Vielleicht würde man ihr heute auch wieder eine kurze Zeit mit Arlon gönnen. Sie wollte sich zumindest vergewissern, dass es ihm gut ging. Sie wollte ihn sehen, wenn sie ihn schon nicht berühren durfte. Sie wollte ihn nicht alleine lassen in dieser schweren Zeit.
Mit wackeligen Beinen stand sie auf und sah in ihren kleinen Spiegel. Wenig Schlaf zeichnete ihr Gesicht und der Schreck stand ihr immer noch in ebendieses geschrieben. Die roten Locken waren zerzaust und wirr. Heute verzichtete sie auf ihren Zopf. Niemand sollte ihre Verletzlichkeit und ihre Trauer sehen. Ihre Augen wirkten fast schon gepeinigt, obwohl nicht sie, sondern Arlon im Kerker saß. Und doch fühlte sie sich ebenso eingesperrt und gequält. Er war nicht mehr an ihrer Seite, seine beruhigende Nähe war fort. Seine ruhige Stimme und seine wärmende Liebe waren nur noch ein Trost in ihren Gedanken. Mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf schlurfte sie die Treppen hinauf. Nichts war mehr so wie früher. Doch sie hoffte, dass alles besser werden würde. Sie hatte die Hoffnung, dass der Eine die Wahrheit in ihren Herzen erkannte, dass er den Nutzen in ihnen erkannte und dass er dieses eine Mal ihnen Gnade zuteil werden ließ. Demütig begab sie sich auf den Weg zum Tempel, kniete vor dem Altar nieder und betete.
[img]http://img7.imagebanana.com/img/f9922pqb/4103307597_560af9cc90_z.jpg[/img]
Zu meucheln mit kratzblanker Klinge die Nacht
In der wir uns liebten, so gleich doch verschieden
Da hat deine Nähe die Ferne gebracht
Factus de materia cinis elementi
sum similis folio , de quo ludunt venti.
(Gemacht aus der Materie, aus der Asche der Elemente
Gleiche ich dem Blatt, mit dem die Winde spielen)
Düster. Kalt. Anders konnte sie es nicht beschreiben. Vor ihr ausgebreitet war das Schafott. Wo hatte sie es schonmal gesehen? Es war so bekannt. Das schwere Wagenrad. Erkenntnis breitete sich in ihr aus. Hier hatte man die beiden Verräter gerichtet. Die Attentäter auf seine Heiligkeit. Doch was machte dieses Bild in ihrem Traum vor ihr? Stimmengemurmel. Es schwoll immer mehr an und um sie herum tauchten Menschen auf. Fremde und bekannte Gesichter. Was bedeutete dies alles? Eine Stimme erhob sich. Sie konnte nicht verstehen, was gesagt wurde. Doch bei der Person, die nun auf den Hinrichtungsplatz geschleift wurde, blieb ihr fast das Herz stehen. Arlon. Sein Gesicht war ihr zugewendet und sie sah sein Lächeln. Das Lächeln, was sie von Anfang an bezaubert hat. Doch wurde er nun weggezogen. Zum Knien gezwungen und bedrohlich schwang die Axt über seinen Kopf. Sie wollte es nicht sehen, doch konnte sie auch nicht fortsehen. Irgendetwas zwang sie ihm dort in die Augen zu blicken. Mit einem surrenden Geräusch fuhr die Axt nach unten, das grausige Geräusch des Abtrennens, das Ersterben des Glanzes in den Augen.
Ruckartig fuhr Melinda in die Höhe. Ihr Herz raste und panisch sah sie um sich herum. Ihr Keller. Ihr Bett. Alles gut. Sachte drehte sie sich um und wollte sich an Arlon kuscheln, der die letzten Nächte immer da gewesen war. Doch dort war nichts. Schlagartig stürmten die Erinnerungen auf sie ein. Sie waren gemeinsam nach Rahal gegangen, er wurde inhaftiert, drei Minuten wurden ihr gegeben sich von ihm zu verabschieden. Nur drei Minuten. Zu wenig Zeit für zu viele Dinge, die gesagt werden wollten. Keine Berührungen, kein Trost. Nichts. Sie konnten sich einfach nur ansehen. Solange, bis sie aufgefordert wurde zu gehen. Allein gelassen saß sie auf den Treppen des Hauses, wo Arlon ebenso alleine eingesperrt war. Drei Instanzen musste er durchlaufen um zu leben, um in Düstersee bei ihr Leben zu können. Seine Heiligkeit, der Alka, musste entscheiden ob er überhaupt leben durfte. Der Tempel des Einen entschied, ob er es wert war in die Lehren eingeführt zu werden. Der ehrenwerte Ahad Drugar entschied, ob Arlon in Düstersee leben durfte. Melinda hatte zu allen dreien Vertrauen, schließlich verdankte sie jedem Einzelnen ihr Leben. Doch wie würde es bei Arlon sein? Würden sie ihn am Leben lassen? Sie hoffte es. Doch sie fühlte sich auch schuldig. Er saß wegen ihr dort oben in der Zelle. Wegen ihr war er hier. Wenn er sterben würde, wäre es auch ihre Schuld. Wie betäubt trat sie den Weg nach Hause an. Alles lief an ihr vorbei. Vor allem die letzten Tage. Das Kennenlernen, die erneuten Treffen, das Geständnis wer und was er war, die gemeinsame Zeit, die gemeinsamen Pläne. So kurze Zeit und doch hatte sie gereicht um sich zu verlieben. Um die tiefe Verbundenheit zu fühlen und das Wissen zu bekommen, dass es Liebe war. Sowohl von seiner, als auch von ihrer Seite. Tiefe, reine Liebe, trotz der unterschiedlichen Lebensauffassungen. Trotz des Glaubens, der zu Kriegen führte. Nun saß er für ihre Liebe und für ein ruhiges Leben im Kerker von Rahal. Entgegen ihren Befürchtungen wurde er nicht direkt geköpft, sondern angehört. Von allen, die dort waren. Ked'harra, Tyr und der ehrenwerte Alathraxor. Letzterer wollte noch mit ihr reden, ihre Meinung dazu hören und er schien fast großväterlich und wohlwollend zu sein. Eine liebende Gefährtin wäre sehr viel stärker. Gerne hätte sie länger mit ihm geredet, denn Melinda fühlte sich verstanden von ihm, doch er musste fort. Doch heute war heute. Heute war sie alleine aufgewacht. Heute war ein neuer Tag. Heute würde sie auch wieder den Weg nach Rahal auf sich nehmen. Vielleicht würde man ihr heute auch wieder eine kurze Zeit mit Arlon gönnen. Sie wollte sich zumindest vergewissern, dass es ihm gut ging. Sie wollte ihn sehen, wenn sie ihn schon nicht berühren durfte. Sie wollte ihn nicht alleine lassen in dieser schweren Zeit.
Mit wackeligen Beinen stand sie auf und sah in ihren kleinen Spiegel. Wenig Schlaf zeichnete ihr Gesicht und der Schreck stand ihr immer noch in ebendieses geschrieben. Die roten Locken waren zerzaust und wirr. Heute verzichtete sie auf ihren Zopf. Niemand sollte ihre Verletzlichkeit und ihre Trauer sehen. Ihre Augen wirkten fast schon gepeinigt, obwohl nicht sie, sondern Arlon im Kerker saß. Und doch fühlte sie sich ebenso eingesperrt und gequält. Er war nicht mehr an ihrer Seite, seine beruhigende Nähe war fort. Seine ruhige Stimme und seine wärmende Liebe waren nur noch ein Trost in ihren Gedanken. Mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf schlurfte sie die Treppen hinauf. Nichts war mehr so wie früher. Doch sie hoffte, dass alles besser werden würde. Sie hatte die Hoffnung, dass der Eine die Wahrheit in ihren Herzen erkannte, dass er den Nutzen in ihnen erkannte und dass er dieses eine Mal ihnen Gnade zuteil werden ließ. Demütig begab sie sich auf den Weg zum Tempel, kniete vor dem Altar nieder und betete.
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Zuletzt geändert von Melinda Larion am Montag 14. Mai 2012, 14:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Arlon Benjamin
- Beiträge: 0
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41
[url=http://www.youtube.com/watch?v=Od7upO0xK2s//url]>Lied, was die Stimmung verdeutlichen soll<[/url]
Er hob den Kopf und seuftz genervt. Er bekam kein Auge zu. Das Herz wollte die Brust sprengen und die Frau suchen und finden, welche fehlende Wärme ihm nun den Schlaf raubte. Er hätte nie gedacht, wieder so zu fühlen. Thanaya bat er darum, Melinda zu beruhigen und sich um sie so gut es geht zu kümmern. Es blieb nur die Hoffnung, dass sie es auch tut, als sie Arlon alleine ließ. Das Gefühl, Melinda in den Armen zuhalten, er vermisste es und wollte am Liebsten die Mauern mit der Faust einschlagen oder die Gitter verbiegen, doch er blieb ruhig und unterdrückte die Gefühle schmerzhaft. Sein Blick fiel auf die Reste vom ersten Essen, dass ihm gebracht wurde. Fisch und Fleischreste, sowie das kaputte Besteck und die kaputte Schale, welche Ked durch die Zelle getreten hat... alles liegengelassen. Arlon beugte sich über das ganze und nahm sich etwas vom Holz, er presste es gegen die Wand und zog einige Linien. Leicht rieb sich das helle Holz an der Wand ab und Arlon zeichnete die Umrisse von Melinda's Gesicht mit einem Lächeln auf den Lippen, welchem man ansah, dass es frei von Sorgen und Last ist. Arlon setzt sich wie gewohnt hin und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Wand, die Zeichnung gegenüber liegend und er starrte sein Werk an. Ihm zauberte es ein Lächeln auf die Lippen und die Augen schlossen sich langsam...
Bilder von momenten, wo sie ihm ein solches Lächeln schenkte. Ein glückliches Lächeln, ein besorgtes, ein liebevolles... Wie Visionen kamen die Bilder hintereinander vor seinem inneren Auge. Dann, wie ein geisterhafter Beobachter, beschaute er sich verschiedene Szenen. Wo er Melinda traf, sie küsste, sie in den Armen schloss, sich von ihr verabschiedete... Arlons Augen öffneten sich langsam.
"Sich verabschieden..."
Er hob den Blick an, auf seine Zeichnung und es trieb ihn Glückstränen in die Augen, als er das Lächeln sah und er mumellte leise:
"Ich werde dir dieses Lächeln wieder auf die Lippen zaubern..."
Und ehe er überhaupt bemerkt hat, dass dieser kurze Moment voller Bilder und Erreignisse von und mit ihr, der Schlaf war, der ihm fehlte, flammten die Gefühle für diese Frau in ungebändigten Flammen auf. Das Gefühl, was er noch zu unterdrücken versuchte, gab ihm Kraft und Mut, dass ganze Heil zu überstehen... für sie, nein... für uns!
Ein Bild von Melinda blieb ihm dabei immer im Kopf...
[img]http://s14.directupload.net/images/120514/8vxe4hc6.jpg[/img]
Er hob den Kopf und seuftz genervt. Er bekam kein Auge zu. Das Herz wollte die Brust sprengen und die Frau suchen und finden, welche fehlende Wärme ihm nun den Schlaf raubte. Er hätte nie gedacht, wieder so zu fühlen. Thanaya bat er darum, Melinda zu beruhigen und sich um sie so gut es geht zu kümmern. Es blieb nur die Hoffnung, dass sie es auch tut, als sie Arlon alleine ließ. Das Gefühl, Melinda in den Armen zuhalten, er vermisste es und wollte am Liebsten die Mauern mit der Faust einschlagen oder die Gitter verbiegen, doch er blieb ruhig und unterdrückte die Gefühle schmerzhaft. Sein Blick fiel auf die Reste vom ersten Essen, dass ihm gebracht wurde. Fisch und Fleischreste, sowie das kaputte Besteck und die kaputte Schale, welche Ked durch die Zelle getreten hat... alles liegengelassen. Arlon beugte sich über das ganze und nahm sich etwas vom Holz, er presste es gegen die Wand und zog einige Linien. Leicht rieb sich das helle Holz an der Wand ab und Arlon zeichnete die Umrisse von Melinda's Gesicht mit einem Lächeln auf den Lippen, welchem man ansah, dass es frei von Sorgen und Last ist. Arlon setzt sich wie gewohnt hin und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Wand, die Zeichnung gegenüber liegend und er starrte sein Werk an. Ihm zauberte es ein Lächeln auf die Lippen und die Augen schlossen sich langsam...
Bilder von momenten, wo sie ihm ein solches Lächeln schenkte. Ein glückliches Lächeln, ein besorgtes, ein liebevolles... Wie Visionen kamen die Bilder hintereinander vor seinem inneren Auge. Dann, wie ein geisterhafter Beobachter, beschaute er sich verschiedene Szenen. Wo er Melinda traf, sie küsste, sie in den Armen schloss, sich von ihr verabschiedete... Arlons Augen öffneten sich langsam.
"Sich verabschieden..."
Er hob den Blick an, auf seine Zeichnung und es trieb ihn Glückstränen in die Augen, als er das Lächeln sah und er mumellte leise:
"Ich werde dir dieses Lächeln wieder auf die Lippen zaubern..."
Und ehe er überhaupt bemerkt hat, dass dieser kurze Moment voller Bilder und Erreignisse von und mit ihr, der Schlaf war, der ihm fehlte, flammten die Gefühle für diese Frau in ungebändigten Flammen auf. Das Gefühl, was er noch zu unterdrücken versuchte, gab ihm Kraft und Mut, dass ganze Heil zu überstehen... für sie, nein... für uns!
Ein Bild von Melinda blieb ihm dabei immer im Kopf...
[img]http://s14.directupload.net/images/120514/8vxe4hc6.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Arlon Benjamin am Montag 14. Mai 2012, 17:54, insgesamt 2-mal geändert.
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Arlon Benjamin
- Beiträge: 0
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41
Die Augen öffneten sich langsam und ein verschlafener Blick starrte hoch zum Pferd, welches schnaubend sein Gesicht leckte. Arlon war irgendwo in einer Gasse gelandet, nachdem er sich umschaute und einfach müde sich in ein Stall schmuggelte. Tempel und Taverne waren gefunden, wobei er den Tempel neugierig länger besuchte. Die Tetrarchin befahl es ihm, nein, es war mehr ein Ratschlag, welchen er aus innerem Gefühl her einfach befolgte. Da stand er also im Tempel, er glaubt jedenfalls es sei der Tempel, immerhin stand eine Truhe draußen worauf stand:"Spendetruhe für den Tempel". Arlon schnaubte, die Worte der Tetrarchin und des Leutnanten durchlief er wieder in Gedanken:"Kein Betteln! Keine Hilfe von Sinndar! Lerne über Alatar und seinen Kindern unter diesen Umständen! Wie und von wem, dass muss du selbst herausfinden!" So ungefähr war die Wortwahl, die er in Erinnerung behielt. Arlon schlenderte nur mit einer Robe über dem Körper durch den Regen, er zog sich die Kapuze über den Kopf und fragte völlig durchnässt hier und da einige Bewohner. Von den meisten wurde er ignoriert, doch einige gaben Antworten. "Weil er der All-Eine ist und ich nur für ihn lebe!", "Weil das der einzig wahre Pfad ist!", weil, weil, weil.. alle glichen sich einigermaßen, brachten Arlon aber nicht wirklich weiter. Vielleicht die Bibliothek... das wäre sicher keine schlechte Idee!
Arlon machte sich also auf den Weg und begann wie am Vorabend durch die Stadt zu schlendern. Er machte einen Halt auf einer Bank in etwa der Mitte der Stadt, so glaubt er jedenfalls. Zwei Kinder spielten während der Regenpause miteinander und warfen sich freudig lachend den Ball zu. Selbst hier schienen sie Glücklich mit ihrem Leben und vergessen den Kampf außerhalb der Mauern. Vielleicht wird auch ihm ein solches Leben vergönnt, dass bleibt abzuwarten, und so begann er mit nachdenklichem und gesenktem Blick, durch Rahal zu schlendern, seine Gedanken waren nun bei ihr und schon zauberte sich dem Mann ein Lächeln auf die Lippen. Wann er sie wohl sehen wird und das nicht, dass Gitter zwischen ihnen stehen?
[img]http://s14.directupload.net/images/120516/cw2djpyo.jpg[/img]
Arlon machte sich also auf den Weg und begann wie am Vorabend durch die Stadt zu schlendern. Er machte einen Halt auf einer Bank in etwa der Mitte der Stadt, so glaubt er jedenfalls. Zwei Kinder spielten während der Regenpause miteinander und warfen sich freudig lachend den Ball zu. Selbst hier schienen sie Glücklich mit ihrem Leben und vergessen den Kampf außerhalb der Mauern. Vielleicht wird auch ihm ein solches Leben vergönnt, dass bleibt abzuwarten, und so begann er mit nachdenklichem und gesenktem Blick, durch Rahal zu schlendern, seine Gedanken waren nun bei ihr und schon zauberte sich dem Mann ein Lächeln auf die Lippen. Wann er sie wohl sehen wird und das nicht, dass Gitter zwischen ihnen stehen?
[img]http://s14.directupload.net/images/120516/cw2djpyo.jpg[/img]
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Melinda Larion
"Deine Schwingen sie schmelzen die Federn verbrennen
Zu sicher und stolz die Gefahr zu erkennen
Fällst lichterloh brennend dem Meere entgegen
Empfange den Preis für vermessenes Streben!"
Sie schlug die Augen auf und spürte immer noch das Brennen der Tränen. Wieso konnte sie nicht einmal in Ruhe leben? Dabei hatte der gestrige Tag doch so gut angefangen. Melinda war gegen Abend nach Rahal gegangen um vielleicht nochmal drei Minuten mit Arlon zu erbitten, doch das war nicht nötig gewesen. Er stand bereits vor der Wache und sprach mit Leutnant Ked’harra. Er war nicht mehr eingesperrt, durfte sich aber nur innerhalb Rahals bewegen und musste sich „beweisen“, wie auch immer er das anstellen sollte. Seite an Seite gingen sie zum Brunnen am Marktplatz. Keine Barrieren waren mehr zwischen ihnen und Melinda ließ sich in die Arme nehmen. Die letzten Tage waren mehr als nur anstrengend gewesen, unruhig und schlaflos. Das sah man ihr an. Dunkle Ringe hatten sich unter den Augen gebildet, ihre Haut war eine Spur blasser als sonst und ihre Haare hingen einfach nur schlaff herunter. Arlon wusste, dass sie sich Sorgen gemacht hatte. Zu übersehen war es nicht. Genauso wie Thanaya auch versuchte er die Rothaarige zu beruhigen, sie aufzubauen und ihr positives Denken zu vermitteln. Ein wenig Hoffnung machte sich in ihr breit. Er musste sich beweisen und hatte auch einen festen Plan. Als Tagelöhner zu arbeiten, erschien sinnvoll. Sie riet ihm zu den Handelshäusern zu gehen und dort anzufragen. Irgendeine Arbeit würde sich finden lassen. Der Abschied kam viel zu schnell und traurig, aber auch etwas erleichtert kehrte sie nach Düstersee zurück. Ihre Schritte lenkten sie zum Tempel, wo sie sich hinsetzte und einfach nur alles stumm auf sich wirken ließ. Doch als Cara kam und ihr erzählte, dass ihre Schwester fort war mit Asgerat, war alles wieder da. Angst, Trauer und Hilflosigkeit. Ihre Schwester hatte ihr nichts gesagt, geschweige denn in den letzten Wochen überhaupt mit ihr geredet. Dennoch war es für Melinda ein Schock dies zu erfahren. Erst recht, als sie die Gründe erfuhr. Sie hätte Angst. Wovor? Das konnte man nur bei ihr selber herausfinden und der Catulus setzte diesen Plan auch gleich in die Tat um. Sie musste mit, trotzdem dass sie wusste, dass ihre Schwester nicht mitkommen würde. In Bajard angekommen, wo man die beiden das letzte Mal gesehen hatte, fanden sie ihre Schwester mit Asgerat im „Oger“, betrunken und kaum noch zu irgendwas fähig. Eine hitzige Diskussion entbrannte, während Catulus Althan sich mit Asgerat etwas abseits unterhielt. Doch war es nicht Melinda, zu der Xandoria kam um sich trösten zu lassen. Sophie wurde ihr vorgezogen. Eine Weile sah sie sich das an, ehe sie sich umwendete. Sie hatte verloren. Sie war ersetzt worden und nicht mehr notwendig für ihre Schwester. Fast schon betäubt ging sie durch Bajard, setzte sich in die Kutsche nach Düstersee und erst hinter ihrer Haustür ließ sie den Tränen freien Lauf. Geschah auf der einen Seite etwas Schönes, machte eine andere Seite dies zunichte.
Schwankend stand sie nun vom Bett auf, sah in den Spiegel und schüttelte sich. Sie sah einfach nur schrecklich aus. Verheult, zerzaust und sichtlich erschöpft. Einige Sachen wurden sich geschnappt und sie legte sich ins Wasser ihres kleinen Bades. Ihr Körper war dankbar für diese Zuwendung, doch vertrieb es nicht die düsteren Gedanken, welche in ihr hohe Wellen schlugen. Sie wollte zu Arlon, mit ihm reden und ihn fragen, ob sie irgendwas falsch gemacht hatte. An welchem Punkt hatte sie ihre Schwester verloren? Wann war Melinda alles entglitten?
[img]http://i172.photobucket.com/albums/w38/felipebecker89/tears.jpg[/img]
Zu sicher und stolz die Gefahr zu erkennen
Fällst lichterloh brennend dem Meere entgegen
Empfange den Preis für vermessenes Streben!"
Sie schlug die Augen auf und spürte immer noch das Brennen der Tränen. Wieso konnte sie nicht einmal in Ruhe leben? Dabei hatte der gestrige Tag doch so gut angefangen. Melinda war gegen Abend nach Rahal gegangen um vielleicht nochmal drei Minuten mit Arlon zu erbitten, doch das war nicht nötig gewesen. Er stand bereits vor der Wache und sprach mit Leutnant Ked’harra. Er war nicht mehr eingesperrt, durfte sich aber nur innerhalb Rahals bewegen und musste sich „beweisen“, wie auch immer er das anstellen sollte. Seite an Seite gingen sie zum Brunnen am Marktplatz. Keine Barrieren waren mehr zwischen ihnen und Melinda ließ sich in die Arme nehmen. Die letzten Tage waren mehr als nur anstrengend gewesen, unruhig und schlaflos. Das sah man ihr an. Dunkle Ringe hatten sich unter den Augen gebildet, ihre Haut war eine Spur blasser als sonst und ihre Haare hingen einfach nur schlaff herunter. Arlon wusste, dass sie sich Sorgen gemacht hatte. Zu übersehen war es nicht. Genauso wie Thanaya auch versuchte er die Rothaarige zu beruhigen, sie aufzubauen und ihr positives Denken zu vermitteln. Ein wenig Hoffnung machte sich in ihr breit. Er musste sich beweisen und hatte auch einen festen Plan. Als Tagelöhner zu arbeiten, erschien sinnvoll. Sie riet ihm zu den Handelshäusern zu gehen und dort anzufragen. Irgendeine Arbeit würde sich finden lassen. Der Abschied kam viel zu schnell und traurig, aber auch etwas erleichtert kehrte sie nach Düstersee zurück. Ihre Schritte lenkten sie zum Tempel, wo sie sich hinsetzte und einfach nur alles stumm auf sich wirken ließ. Doch als Cara kam und ihr erzählte, dass ihre Schwester fort war mit Asgerat, war alles wieder da. Angst, Trauer und Hilflosigkeit. Ihre Schwester hatte ihr nichts gesagt, geschweige denn in den letzten Wochen überhaupt mit ihr geredet. Dennoch war es für Melinda ein Schock dies zu erfahren. Erst recht, als sie die Gründe erfuhr. Sie hätte Angst. Wovor? Das konnte man nur bei ihr selber herausfinden und der Catulus setzte diesen Plan auch gleich in die Tat um. Sie musste mit, trotzdem dass sie wusste, dass ihre Schwester nicht mitkommen würde. In Bajard angekommen, wo man die beiden das letzte Mal gesehen hatte, fanden sie ihre Schwester mit Asgerat im „Oger“, betrunken und kaum noch zu irgendwas fähig. Eine hitzige Diskussion entbrannte, während Catulus Althan sich mit Asgerat etwas abseits unterhielt. Doch war es nicht Melinda, zu der Xandoria kam um sich trösten zu lassen. Sophie wurde ihr vorgezogen. Eine Weile sah sie sich das an, ehe sie sich umwendete. Sie hatte verloren. Sie war ersetzt worden und nicht mehr notwendig für ihre Schwester. Fast schon betäubt ging sie durch Bajard, setzte sich in die Kutsche nach Düstersee und erst hinter ihrer Haustür ließ sie den Tränen freien Lauf. Geschah auf der einen Seite etwas Schönes, machte eine andere Seite dies zunichte.
Schwankend stand sie nun vom Bett auf, sah in den Spiegel und schüttelte sich. Sie sah einfach nur schrecklich aus. Verheult, zerzaust und sichtlich erschöpft. Einige Sachen wurden sich geschnappt und sie legte sich ins Wasser ihres kleinen Bades. Ihr Körper war dankbar für diese Zuwendung, doch vertrieb es nicht die düsteren Gedanken, welche in ihr hohe Wellen schlugen. Sie wollte zu Arlon, mit ihm reden und ihn fragen, ob sie irgendwas falsch gemacht hatte. An welchem Punkt hatte sie ihre Schwester verloren? Wann war Melinda alles entglitten?
[img]http://i172.photobucket.com/albums/w38/felipebecker89/tears.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Melinda Larion am Donnerstag 17. Mai 2012, 08:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Melinda Larion
"Auch meine Hand wird schuldig,
schreibt sie euch dieses Lied,
mein Finger zeigt ins Dunkel,
und auf das, was dort geschieht.
Auf Lüge und Intrigen,
Korruption und Kungelei,
Auf die gewasch'nen Hände,
Doch unsere sind nicht dabei."
Ruckartig setzte sie sich an diesem Morgen auf, als die Erinnerungen an den vergangenen Abend wieder kamen. Das was man ihr abverlangte, war mehr als ihre Gedanken und ihr Herz fassen konnten. Melinda hatte mit vielem gerechnet, aber mit so etwas nicht. Man zwang sie förmlich einen Brief an Arlon aufzusetzen, in welchem stehen sollte, dass sie sich von ihm abwendete. Dass sie ihn verließ. Dies sollte die letzte Prüfung für ihn werden, doch war es in ihren Augen mehr als das. Es war ein großer Einschnitt in ihre Beziehung, es war ebenso eine Prüfung für Melinda diese Worte an den geliebten Menschen zu richten. Der Tempel wollte damit angeblich Gewissheit erlangen, sie wollten sehen ob Arlon auch ohne Grund in Rahal bleiben würde. Unruhig stand sie auf und rieb sich die Stirn. Sie hoffte, dass Arlon an ihrer Liebe festhalten würde. Dass er dem Brief keinen Glauben schenken würde und diese Farce durchschaute. Resignierend setzte sie sich an den Tisch im Wohnzimmer und zog einige Zettel hervor. Doch einer nach dem anderen landete zerknüllt hinter ihr im Feuer. Sie wusste nicht wie sie den Brief anfangen, weiterschreiben und beenden sollte. Es war grausam, schlicht und ergreifend grausam sie dazu zu zwingen. Doch wenn sie es nicht tat, würde es die Vicaria Xyntia wahrscheinlich selber machen und das wollte Melinda verhindern. Denn dann gab es einen Brief, der wohl wirklich verletzend war und keine Hoffnung hinterließ. Melinda überlegte lange, dachte an Arlon und an Cara, die ihr am Vortag Trost gespendet hatte bezüglich dieser Sache. Sie hatte ihr Mut gemacht. Melinda sollte Arlon vertrauen, sollte in ihre Liebe vertrauen und nicht verzagen. Leichter gesagt als getan. Es war ein Brief, der ihre Beziehung beendete, zumindest zum Schein. Eine Woche sollte es dauern und dann würde Arlon aufgeklärt werden von Vicaria Xyntia, sofern er dann noch in Rahal verweilte. Doch würde das Ganze nicht einen Riss hinterlassen? Einen großen, klaffenden Riss in ihrer Beziehung, die bisher schon einiges durchgestanden hatte. Doch wie sollte sie den Brief formulieren? Was konnte gefahrlos hinein und was nicht? Würde der Brief kontrolliert werden? Der nächste zerknüllte Zettel landete im Feuer. Vielleicht sollte sie den Brief so neutral verfassen, dass er einfach unglaubwürdig klingen würde? Egal was es war, sie musste dafür sorgen, dass der Brief auf der einen Seite anstandslos durch eine Kontrolle des Tempels kommen würde und andererseits so sein würde, dass Arlon ihm keinen Glauben schenkte. Eine schmale Gratwanderung war das. Sehr schmal. Doch es musste getan werden. Man hatte ihr in Aussicht gestellt, was danach kommen würde, wenn die Prüfung erfolgreich absolviert wäre. Arlon dürfte Rahal verlassen, überall hingehen und viel wichtiger: er durfte zu ihr kommen und sie durften endlich in Ruhe und Frieden miteinander leben. Das war Wasser auf ihren geschundenen Mühlen gewesen. Nichts wünschte sich die Rothaarige mehr als ihn an ihrer Seite und Ruhe, sowie Frieden. Mit versteinerter Miene sah sie auf den blanken Zettel vor sich. Tränen kamen ihr und tropften auf das Papier, sodass es an einigen Stellen wellig war, die Buchstaben verschwommen und mühsam korrigiert. Es war schwierig ihre Gefühle zu unterdrücken und doch versuchte sie es.
[img]http://us.123rf.com/400wm/400/400/Irochka/Irochka0905/Irochka090500064/4889722-tintenfass-und-feder-auf-dem-hintergrund-der-leeres-formular-f-r-den-brief.jpg[/img]
schreibt sie euch dieses Lied,
mein Finger zeigt ins Dunkel,
und auf das, was dort geschieht.
Auf Lüge und Intrigen,
Korruption und Kungelei,
Auf die gewasch'nen Hände,
Doch unsere sind nicht dabei."
Ruckartig setzte sie sich an diesem Morgen auf, als die Erinnerungen an den vergangenen Abend wieder kamen. Das was man ihr abverlangte, war mehr als ihre Gedanken und ihr Herz fassen konnten. Melinda hatte mit vielem gerechnet, aber mit so etwas nicht. Man zwang sie förmlich einen Brief an Arlon aufzusetzen, in welchem stehen sollte, dass sie sich von ihm abwendete. Dass sie ihn verließ. Dies sollte die letzte Prüfung für ihn werden, doch war es in ihren Augen mehr als das. Es war ein großer Einschnitt in ihre Beziehung, es war ebenso eine Prüfung für Melinda diese Worte an den geliebten Menschen zu richten. Der Tempel wollte damit angeblich Gewissheit erlangen, sie wollten sehen ob Arlon auch ohne Grund in Rahal bleiben würde. Unruhig stand sie auf und rieb sich die Stirn. Sie hoffte, dass Arlon an ihrer Liebe festhalten würde. Dass er dem Brief keinen Glauben schenken würde und diese Farce durchschaute. Resignierend setzte sie sich an den Tisch im Wohnzimmer und zog einige Zettel hervor. Doch einer nach dem anderen landete zerknüllt hinter ihr im Feuer. Sie wusste nicht wie sie den Brief anfangen, weiterschreiben und beenden sollte. Es war grausam, schlicht und ergreifend grausam sie dazu zu zwingen. Doch wenn sie es nicht tat, würde es die Vicaria Xyntia wahrscheinlich selber machen und das wollte Melinda verhindern. Denn dann gab es einen Brief, der wohl wirklich verletzend war und keine Hoffnung hinterließ. Melinda überlegte lange, dachte an Arlon und an Cara, die ihr am Vortag Trost gespendet hatte bezüglich dieser Sache. Sie hatte ihr Mut gemacht. Melinda sollte Arlon vertrauen, sollte in ihre Liebe vertrauen und nicht verzagen. Leichter gesagt als getan. Es war ein Brief, der ihre Beziehung beendete, zumindest zum Schein. Eine Woche sollte es dauern und dann würde Arlon aufgeklärt werden von Vicaria Xyntia, sofern er dann noch in Rahal verweilte. Doch würde das Ganze nicht einen Riss hinterlassen? Einen großen, klaffenden Riss in ihrer Beziehung, die bisher schon einiges durchgestanden hatte. Doch wie sollte sie den Brief formulieren? Was konnte gefahrlos hinein und was nicht? Würde der Brief kontrolliert werden? Der nächste zerknüllte Zettel landete im Feuer. Vielleicht sollte sie den Brief so neutral verfassen, dass er einfach unglaubwürdig klingen würde? Egal was es war, sie musste dafür sorgen, dass der Brief auf der einen Seite anstandslos durch eine Kontrolle des Tempels kommen würde und andererseits so sein würde, dass Arlon ihm keinen Glauben schenkte. Eine schmale Gratwanderung war das. Sehr schmal. Doch es musste getan werden. Man hatte ihr in Aussicht gestellt, was danach kommen würde, wenn die Prüfung erfolgreich absolviert wäre. Arlon dürfte Rahal verlassen, überall hingehen und viel wichtiger: er durfte zu ihr kommen und sie durften endlich in Ruhe und Frieden miteinander leben. Das war Wasser auf ihren geschundenen Mühlen gewesen. Nichts wünschte sich die Rothaarige mehr als ihn an ihrer Seite und Ruhe, sowie Frieden. Mit versteinerter Miene sah sie auf den blanken Zettel vor sich. Tränen kamen ihr und tropften auf das Papier, sodass es an einigen Stellen wellig war, die Buchstaben verschwommen und mühsam korrigiert. Es war schwierig ihre Gefühle zu unterdrücken und doch versuchte sie es.
[img]http://us.123rf.com/400wm/400/400/Irochka/Irochka0905/Irochka090500064/4889722-tintenfass-und-feder-auf-dem-hintergrund-der-leeres-formular-f-r-den-brief.jpg[/img]
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Arlon Benjamin
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- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41
Der Blick auf den Brief gerichtet. Die Augenlider leicht zusammen gekniffen. "Soll das ein dummer Scherz sein?" Wut brannte in ihm auf. Derjenige wird es noch bereuen! Doch er sah auf die Unterschrift, IHRE Unterschrift. Nein, dass ist kein Scherz. Sie scherzt nicht, dass würde sie nicht wagen. Die grade noch feurig, aufflackernde Flamme wurde schwächer. Irgendwas stimmt vielleicht nicht mit ihr, vielleicht wird sie ja wegen ihm gehänselt oder gar geschlagen! Wieder loderte die Flamme, kräftig aber ruhig. Und sie erlosch nun doch ganz, denn er wollte nicht, dass ihn die Wut übermannt. Sowas braucht er erst recht nicht. Und er hat es doch gelernt und gesehen, was so alles schief geht, wenn man sich nicht kontrolliert. Der alte Herr wäre sicher verdammt sauer, wenn er ihn grade so sieht. Egal. Ruhe bewahren und schauen, was sich ergibt. Das mulmige Gefühl wurde er nicht los. Woran es lag? Vielleicht erwartet ja ihn ärger und deshalb sucht Melinda die Distanz... Moment mal!
Arlon laß über den Brief und erinnerte sich daran, was gestern vor der Zunft passierte. Ihm war die Sache nicht geheuer und er fing sich nun ganz. Sein unruhiger Geist fand wieder zurück... wie hieß es doch gleich...
Geduld ist ein Baum,
dessen Wurzel bitter,
dessen Frucht aber sehr süss ist.
Arlon laß über den Brief und erinnerte sich daran, was gestern vor der Zunft passierte. Ihm war die Sache nicht geheuer und er fing sich nun ganz. Sein unruhiger Geist fand wieder zurück... wie hieß es doch gleich...
Geduld ist ein Baum,
dessen Wurzel bitter,
dessen Frucht aber sehr süss ist.
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Melinda Larion
"Gesichter, die im Neid ersticken
Verlogen in die Augen blicken
Ein Händedruck als Freundschaftsband
Den Dolch schon in der andren Hand
Das sind die Freunde deiner Welt
Für die nur ihre Meinung zählt
Kalt lächelnd über Leichen gehn
Die deine Sorgen nicht verstehn"
Quälend langsam verging die Zeit, seit der Brief fort war. Sie fühlte sich entsetzlich, schmutzig und verlogen. Sie hatte den Mann vor den Kopf gestoßen, dem ihr Herz gehört, weil der Tempel Gewissheit braucht. Hätte man dies nicht anders regeln können? Doch ihr war keine andere Möglichkeit geblieben. Entweder sollte sie den Brief freiwillig schreiben oder sie wurde dazu gezwungen oder sie durfte ihn nicht wieder sehen. Wenn sie es nicht getan hätte, weder freiwillig noch unter Zwang, dann wäre der Brief von einem Templer geschrieben worden und das wollte sie verhindern. Dann hätte der Brief noch härter geklungen als die Worte, die sie sich unter größten emotionalen Schmerzen zwang zu schreiben. Sie hatte geweint, hatte das Pergament befleckt und gezittert. Sie fand keine Worte und doch standen auf dem Zettel welche. Wie gerne hätte sie diese Worte verbrannt und wäre zu ihm gelaufen um ihn zu warnen. Doch sie durfte nicht. Eine Woche musste sie sich von ihm fernhalten. Wieder fiel ihr Blick auf die Worte.
Arlon,
ich habe lange mit mir gehadert und überlegt, doch sehe ich keinen anderen Ausweg mehr.
Die ersten Lügen bereits im ersten Satz. Sie hatte nie gehadert und überlegt. Sie hatte immer vertraut. Sie hatte auf den Herrn vertraut und darauf, dass er den Nutzen in ihnen erkannte. Darauf, dass Arlon ja noch am Leben war und man ihm nicht direkt den Kopf abgeschlagen hatte, sondern ihm freie Bewegung in Rahal gewährte. Sie hatte auch immer einen Ausweg oder zumindest ihr Ziel vor Augen gehabt. Der gemeinsame Wunsch in Ruhe und Frieden zu leben, ein eigenes Haus zu haben, Garten, Familie. Das war der Wunsch und doch legte man ihnen Steine in den Weg bis zu diesem Ziel. Der letzte Stein war eher ein riesiger Felsbrocken, etwas was sie voneinander wegschleuderte.
Ich bin für eine Beziehung nicht geschaffen.
Die nächste Lüge. Sie wünschte sich nichts mehr, als Arlon an ihrer Seite zu haben. Nichts läge ihr ferner, als ihn von sich zu stoßen und zu verletzen. Und doch war sie gezwungen dies zu tun. Wieder dieses schlechte Gefühl, dieses Bedürfnis den Dreck dieser Worte von sich zu schrubben, bis die Haut rot und gereizt war. Doch sie musste weiterschreiben, sonst würde sie nicht wieder den Mut und die Motivation dazu finden und dann würde der Brief diktiert oder geschrieben werden. Das konnte und wollte sie einfach nicht zulassen.
Zudem kostet Arlana sehr viel Kraft und Zeit.
Die dickste Lüge in diesem ganzen, verdammten Brief. Arlana kostete sie zwar etwas Kraft und auch Zeit, aber nicht so viel davon, dass sie dafür die Beziehung beenden würde. Arlon wollte ihr doch dabei helfen und das Kind auch kennen lernen. Es war schwierig, doch nicht unlösbar.
Es hat einfach keinen Sinn mit uns und es ist besser wenn wir wieder getrennte Wege gehen.
Was dachte sie sich nur bei diesen Sätzen? Alles erstunken und erlogen. Kein Funken Wahrheit lag in diesen Worten. Und doch schrieb sie diese und lud die Schuld auf sich, falls diese Beziehung, diese zarte Liebe zerstört wurde. Diese Liebe, die sie so glücklich gemacht hatte, trotz der Gefahr, denen sie beide damit ausgeliefert waren. Sie hatte immer festgehalten an ihnen als Paar, wollte den zukünftigen Weg mit ihm gemeinsam gehen. Alles nur damit der Tempel Gewissheit hatte. Die Gewissheit ob er auch ohne sie, Melinda, in Rahal bleiben würde. Es war die reinste Katastrophe. Wussten diese Menschen im Tempel überhaupt, was sie ihnen damit antaten? Was sie mit dieser zarten Liebe taten, wenn sie die Rothaarige zwangen diesen vermaledeiten Brief zu schreiben? Melinda glaubte nicht. Sie glaubte auch, dass sie auch ihr diese Prüfung auferlegten um ihre Treue zu testen. Ihre Treue zu Reich und Herrn. Doch warum zweifelte man an ihr? Hatte sie nicht immer alles getan für den Herrn? Für SEIN Ziel? Hatte sie nicht immer ihre Treue gezeigt? Scheinbar nicht genug. Perfektion war das Zauberwort. Sie war einfach nicht perfekt, sondern fehlbar. Sie war unbedeutend in diesem Ränkespiel. Fressen oder gefressen werden.
Es ist besser so. Jeder kann nun wieder sein eigenes Leben leben.
Sie wollte nicht mehr ihr eigenes Leben leben. Sie wollte das gemeinsame Leben mit Arlon und nicht ohne ihn. Nichts ist besser nun, sondern genau das Gegenteil. Sie wusste, dass der Brief ihn tief verletzen würde. Ob er wohl merkte, dass alles nur eine bittere Farce war? Ein Mittel zum Zweck? Melinda hoffte es. Sie wollte nicht, dass er diesen Brief ernst nahm. Eigentlich sollte er ihm entgegen schreien, dass alles nur gelogen war. Selbst Yoki war ja noch bei ihr und nicht bei ihm. Wäre alles ernst, dann wäre das winzige Äffchen fort und nicht immer noch bei ihr. Auch in diesem Moment saß das kleine Wesen auf ihrer Schulter mit einem Stück Banane in den Händen. Tröstend war dieses kleine Gewicht und sie spürte die Wärme. Er schien ihre Betroffenheit und ihre Trauer zu spüren und wich keinen Moment von ihrer Seite. Seit Arlon fort war in Rahal war das Äffchen bei ihr, genauso wie das Pferd. Beide Tiere hatten Vertrauen zu der jungen Frau gefasst und beide vermissten Arlon genauso wie Melinda selbst.
Das Vergessen wird irgendwann einsetzen.
Nein! NEIN! Es gab kein Vergessen, für so etwas Besonderes. Für diese Liebe, die beiden Hoffnung gegeben hatte. Es war einfach zu grausam und zu schmerzhaft dieser Moment. Dieser Brief... dieser verdammte Brief. Wut erfasste die junge Frau und mit einem Wisch fegte sie die Vase vom Tisch, die klirrend an der Wand zerbrach und in Scherben zu Boden fiel. Erschrocken über sich selbst ließ sie von dem Brief ab und sammelte die Scherben wieder, ließ sie dann aber wieder fallen und begann zu weinen. Es gab kein Vergessen in ihrer Welt.
Ich hoffe, dass du mir verzeihst.
Was sollte er ihr verzeihen? Dass sie diesen Brief geschrieben hatte? Dass sie sich an diesem Ränkespiel beteiligt hatte? Dass sie die Liebe zwischen ihnen verleugnen musste in diesen Zeilen? Dass sie sich nicht länger dagegen gewehrt hatte? Nicht vehement genug gewehrt hatte, sondern eingebrochen war? So vieles, wo sie um Verzeihung und Vergebung bitten musste. Nichts in diesem Brief war wahr gewesen. Nichts war ernst gemeint gewesen und doch standen diese Lügen schwarz auf weiß auf diesem Pergament, welches wie von einer fremden gefaltet und in einen Umschlag gesteckt wurde. Ebenso wurde der Botenjunge gerufen und der Brief abgesendet. Grausam. Anders konnte man das Ganze nicht beschreiben. Und sie war beteiligt an dieser Grausamkeit.
Der Tag verlief weiter, die Zeit schlich an ihr vorbei und die Nacht brach an. Kein Schlaf war zu finden, kein Hungergefühl stellte sich ein. Melinda zog sich zurück, lag auf dem Bett und weinte. Erst am frühen Morgen versiegten die Tränen, sie stand auf und begann ihr Tagewerk. Was anderes blieb ihr nicht übrig. Sie musste tun, was getan werden muss und es war eine willkommene Ablenkung. Automatisiert gingen die Arbeiten von der Hand, aber nichts konnte die Gedanken vertreiben. Sie wurde davon vereinnahmt.
[img]http://img7.imagebanana.com/img/sqvu9b60/scherbenbringengluck.jpg[/img]
Verlogen in die Augen blicken
Ein Händedruck als Freundschaftsband
Den Dolch schon in der andren Hand
Das sind die Freunde deiner Welt
Für die nur ihre Meinung zählt
Kalt lächelnd über Leichen gehn
Die deine Sorgen nicht verstehn"
Quälend langsam verging die Zeit, seit der Brief fort war. Sie fühlte sich entsetzlich, schmutzig und verlogen. Sie hatte den Mann vor den Kopf gestoßen, dem ihr Herz gehört, weil der Tempel Gewissheit braucht. Hätte man dies nicht anders regeln können? Doch ihr war keine andere Möglichkeit geblieben. Entweder sollte sie den Brief freiwillig schreiben oder sie wurde dazu gezwungen oder sie durfte ihn nicht wieder sehen. Wenn sie es nicht getan hätte, weder freiwillig noch unter Zwang, dann wäre der Brief von einem Templer geschrieben worden und das wollte sie verhindern. Dann hätte der Brief noch härter geklungen als die Worte, die sie sich unter größten emotionalen Schmerzen zwang zu schreiben. Sie hatte geweint, hatte das Pergament befleckt und gezittert. Sie fand keine Worte und doch standen auf dem Zettel welche. Wie gerne hätte sie diese Worte verbrannt und wäre zu ihm gelaufen um ihn zu warnen. Doch sie durfte nicht. Eine Woche musste sie sich von ihm fernhalten. Wieder fiel ihr Blick auf die Worte.
Arlon,
ich habe lange mit mir gehadert und überlegt, doch sehe ich keinen anderen Ausweg mehr.
Die ersten Lügen bereits im ersten Satz. Sie hatte nie gehadert und überlegt. Sie hatte immer vertraut. Sie hatte auf den Herrn vertraut und darauf, dass er den Nutzen in ihnen erkannte. Darauf, dass Arlon ja noch am Leben war und man ihm nicht direkt den Kopf abgeschlagen hatte, sondern ihm freie Bewegung in Rahal gewährte. Sie hatte auch immer einen Ausweg oder zumindest ihr Ziel vor Augen gehabt. Der gemeinsame Wunsch in Ruhe und Frieden zu leben, ein eigenes Haus zu haben, Garten, Familie. Das war der Wunsch und doch legte man ihnen Steine in den Weg bis zu diesem Ziel. Der letzte Stein war eher ein riesiger Felsbrocken, etwas was sie voneinander wegschleuderte.
Ich bin für eine Beziehung nicht geschaffen.
Die nächste Lüge. Sie wünschte sich nichts mehr, als Arlon an ihrer Seite zu haben. Nichts läge ihr ferner, als ihn von sich zu stoßen und zu verletzen. Und doch war sie gezwungen dies zu tun. Wieder dieses schlechte Gefühl, dieses Bedürfnis den Dreck dieser Worte von sich zu schrubben, bis die Haut rot und gereizt war. Doch sie musste weiterschreiben, sonst würde sie nicht wieder den Mut und die Motivation dazu finden und dann würde der Brief diktiert oder geschrieben werden. Das konnte und wollte sie einfach nicht zulassen.
Zudem kostet Arlana sehr viel Kraft und Zeit.
Die dickste Lüge in diesem ganzen, verdammten Brief. Arlana kostete sie zwar etwas Kraft und auch Zeit, aber nicht so viel davon, dass sie dafür die Beziehung beenden würde. Arlon wollte ihr doch dabei helfen und das Kind auch kennen lernen. Es war schwierig, doch nicht unlösbar.
Es hat einfach keinen Sinn mit uns und es ist besser wenn wir wieder getrennte Wege gehen.
Was dachte sie sich nur bei diesen Sätzen? Alles erstunken und erlogen. Kein Funken Wahrheit lag in diesen Worten. Und doch schrieb sie diese und lud die Schuld auf sich, falls diese Beziehung, diese zarte Liebe zerstört wurde. Diese Liebe, die sie so glücklich gemacht hatte, trotz der Gefahr, denen sie beide damit ausgeliefert waren. Sie hatte immer festgehalten an ihnen als Paar, wollte den zukünftigen Weg mit ihm gemeinsam gehen. Alles nur damit der Tempel Gewissheit hatte. Die Gewissheit ob er auch ohne sie, Melinda, in Rahal bleiben würde. Es war die reinste Katastrophe. Wussten diese Menschen im Tempel überhaupt, was sie ihnen damit antaten? Was sie mit dieser zarten Liebe taten, wenn sie die Rothaarige zwangen diesen vermaledeiten Brief zu schreiben? Melinda glaubte nicht. Sie glaubte auch, dass sie auch ihr diese Prüfung auferlegten um ihre Treue zu testen. Ihre Treue zu Reich und Herrn. Doch warum zweifelte man an ihr? Hatte sie nicht immer alles getan für den Herrn? Für SEIN Ziel? Hatte sie nicht immer ihre Treue gezeigt? Scheinbar nicht genug. Perfektion war das Zauberwort. Sie war einfach nicht perfekt, sondern fehlbar. Sie war unbedeutend in diesem Ränkespiel. Fressen oder gefressen werden.
Es ist besser so. Jeder kann nun wieder sein eigenes Leben leben.
Sie wollte nicht mehr ihr eigenes Leben leben. Sie wollte das gemeinsame Leben mit Arlon und nicht ohne ihn. Nichts ist besser nun, sondern genau das Gegenteil. Sie wusste, dass der Brief ihn tief verletzen würde. Ob er wohl merkte, dass alles nur eine bittere Farce war? Ein Mittel zum Zweck? Melinda hoffte es. Sie wollte nicht, dass er diesen Brief ernst nahm. Eigentlich sollte er ihm entgegen schreien, dass alles nur gelogen war. Selbst Yoki war ja noch bei ihr und nicht bei ihm. Wäre alles ernst, dann wäre das winzige Äffchen fort und nicht immer noch bei ihr. Auch in diesem Moment saß das kleine Wesen auf ihrer Schulter mit einem Stück Banane in den Händen. Tröstend war dieses kleine Gewicht und sie spürte die Wärme. Er schien ihre Betroffenheit und ihre Trauer zu spüren und wich keinen Moment von ihrer Seite. Seit Arlon fort war in Rahal war das Äffchen bei ihr, genauso wie das Pferd. Beide Tiere hatten Vertrauen zu der jungen Frau gefasst und beide vermissten Arlon genauso wie Melinda selbst.
Das Vergessen wird irgendwann einsetzen.
Nein! NEIN! Es gab kein Vergessen, für so etwas Besonderes. Für diese Liebe, die beiden Hoffnung gegeben hatte. Es war einfach zu grausam und zu schmerzhaft dieser Moment. Dieser Brief... dieser verdammte Brief. Wut erfasste die junge Frau und mit einem Wisch fegte sie die Vase vom Tisch, die klirrend an der Wand zerbrach und in Scherben zu Boden fiel. Erschrocken über sich selbst ließ sie von dem Brief ab und sammelte die Scherben wieder, ließ sie dann aber wieder fallen und begann zu weinen. Es gab kein Vergessen in ihrer Welt.
Ich hoffe, dass du mir verzeihst.
Was sollte er ihr verzeihen? Dass sie diesen Brief geschrieben hatte? Dass sie sich an diesem Ränkespiel beteiligt hatte? Dass sie die Liebe zwischen ihnen verleugnen musste in diesen Zeilen? Dass sie sich nicht länger dagegen gewehrt hatte? Nicht vehement genug gewehrt hatte, sondern eingebrochen war? So vieles, wo sie um Verzeihung und Vergebung bitten musste. Nichts in diesem Brief war wahr gewesen. Nichts war ernst gemeint gewesen und doch standen diese Lügen schwarz auf weiß auf diesem Pergament, welches wie von einer fremden gefaltet und in einen Umschlag gesteckt wurde. Ebenso wurde der Botenjunge gerufen und der Brief abgesendet. Grausam. Anders konnte man das Ganze nicht beschreiben. Und sie war beteiligt an dieser Grausamkeit.
Der Tag verlief weiter, die Zeit schlich an ihr vorbei und die Nacht brach an. Kein Schlaf war zu finden, kein Hungergefühl stellte sich ein. Melinda zog sich zurück, lag auf dem Bett und weinte. Erst am frühen Morgen versiegten die Tränen, sie stand auf und begann ihr Tagewerk. Was anderes blieb ihr nicht übrig. Sie musste tun, was getan werden muss und es war eine willkommene Ablenkung. Automatisiert gingen die Arbeiten von der Hand, aber nichts konnte die Gedanken vertreiben. Sie wurde davon vereinnahmt.
[img]http://img7.imagebanana.com/img/sqvu9b60/scherbenbringengluck.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Melinda Larion am Donnerstag 31. Mai 2012, 09:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Arlon Benjamin
- Beiträge: 0
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41
Er saß im warmen Becken des Badehauses. Die Arme auf den Beckenrand gelegt, den Kopf zurück geneigt und ebenfalls in einer entspannten Lage auf den Beckenrand gelegt, der Blick ist gegen die Decke gerichtet. Seine Gedanken drehten sich um so vieles...
Das Treffen mit der Vicaria war beeindruckend. Die Kraft die er spürte, als er seine Wut entfesselte, weckte seine Neugier nur umso mehr. "Nicht mehr lange, hm?", dachte sich Arlon und sah aber nicht wirklich zufrieden aus. Selbst wenn er die Kraft des Herrn spürte und seine eigene Neugier fütterte, so wirklich leicht fällt es ihm nicht. Nur im Kampf, so hat er es gelernt, sollte man Wut zeigen und nutzen.. sie aber außerhalb eines Kampfes zu sammeln, vielleicht tat er es ja einfach nur unbewusst. Jedoch verfielen diese Gedankenzüge auch sofort, als ihm nur eines durch den Kopf ging. Er bekam seine verlorene "Freiheit" wieder zurück und damit auch die Chance, SIE wiederzusehen. Irgendwas war faul an der Sache, den Brief behielt Arlon aber sicherheitshalber. Melinda war nicht der Typ Mensch, der schriftlich jemanden das Herz bricht, dass wusste Arlon. Eher würde sie sich die Hände abschlagen, als so feige zu handeln, jedoch einen Schleier der Ungewissheit bleibt weiterhin über der ganzen Sache. Er wird sie persönlich treffen! Er wird diese Sache klären! Und wenn sie ihm persönlich ins Gesicht sagt, dass es ernst gemeint war und kein Zweifel oder Unsicherheit in ihren Augen liegt, wird er erst Ruhe geben. Jedoch wird jeder büßen, der es wagt, ihr Worte in den Mund zu legen.
Arlon ging aus dem Becken, seine Gedanken drehten sich wieder um Xyntia und dem Treffen. Arlon zu provozieren ist verdammt schwer, aber nicht unmöglich! Vorallem für diejenigen die nichtmal wissen was er gesehen und erlebt hat wird es nicht leichter. Zudem ist Arlon kein Mensch, der einfach so alle seine Gefühle preisgibt. Also musste er sich selber zwingen bei diesem Treffen und wie es scheint.. heute nochmal.
Arlon trocknete sich ab und wirkte nicht gerade glücklich. Jedoch ist das auch egal, immerhin ist er nur ein Wekrzeug für das Ziel des Einen. Ob sein Ziel, so es erreicht wird, frei von Intrigen, innere Konflikten und Verrat ist...
[img]http://s1.directupload.net/images/120601/h3gy5olj.jpg[/img]
Das Treffen mit der Vicaria war beeindruckend. Die Kraft die er spürte, als er seine Wut entfesselte, weckte seine Neugier nur umso mehr. "Nicht mehr lange, hm?", dachte sich Arlon und sah aber nicht wirklich zufrieden aus. Selbst wenn er die Kraft des Herrn spürte und seine eigene Neugier fütterte, so wirklich leicht fällt es ihm nicht. Nur im Kampf, so hat er es gelernt, sollte man Wut zeigen und nutzen.. sie aber außerhalb eines Kampfes zu sammeln, vielleicht tat er es ja einfach nur unbewusst. Jedoch verfielen diese Gedankenzüge auch sofort, als ihm nur eines durch den Kopf ging. Er bekam seine verlorene "Freiheit" wieder zurück und damit auch die Chance, SIE wiederzusehen. Irgendwas war faul an der Sache, den Brief behielt Arlon aber sicherheitshalber. Melinda war nicht der Typ Mensch, der schriftlich jemanden das Herz bricht, dass wusste Arlon. Eher würde sie sich die Hände abschlagen, als so feige zu handeln, jedoch einen Schleier der Ungewissheit bleibt weiterhin über der ganzen Sache. Er wird sie persönlich treffen! Er wird diese Sache klären! Und wenn sie ihm persönlich ins Gesicht sagt, dass es ernst gemeint war und kein Zweifel oder Unsicherheit in ihren Augen liegt, wird er erst Ruhe geben. Jedoch wird jeder büßen, der es wagt, ihr Worte in den Mund zu legen.
Arlon ging aus dem Becken, seine Gedanken drehten sich wieder um Xyntia und dem Treffen. Arlon zu provozieren ist verdammt schwer, aber nicht unmöglich! Vorallem für diejenigen die nichtmal wissen was er gesehen und erlebt hat wird es nicht leichter. Zudem ist Arlon kein Mensch, der einfach so alle seine Gefühle preisgibt. Also musste er sich selber zwingen bei diesem Treffen und wie es scheint.. heute nochmal.
Arlon trocknete sich ab und wirkte nicht gerade glücklich. Jedoch ist das auch egal, immerhin ist er nur ein Wekrzeug für das Ziel des Einen. Ob sein Ziel, so es erreicht wird, frei von Intrigen, innere Konflikten und Verrat ist...
[img]http://s1.directupload.net/images/120601/h3gy5olj.jpg[/img]
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Melinda Larion
"Und in der ersten Reihe
Musst du stets der Erste sein
Voller Wut und Zorn
Wirfst du den ersten Stein
Wirf den ersten Stein
Wenn du ohne Sünde bist
Wirf den ersten Stein
Wenn du im Glashaus sitzt
Wirf den ersten Stein
Voller Selbstgerechtigkeit
Dann ist es schnell vorbei."
Drei Tage. Drei verdammt lange Tage dauerte es nun schon an und es sollte noch vier weitere Tage lang andauern. Ihre Arbeit auf dem Hof erledigte sie recht lustlos. Zu frustriert und traurig war sie um irgendwas zu tun. Unruhig tigerte sie durch das Haus. Hoch und runter. Links und rechts. Hinsetzen, aufstehen, rumlaufen. Sie glaubte nicht, dass sie es die Tage über ertragen würde. Es war bereits später Nachmittag als es klingelte. Erst überlegte sie, ob sie einfach nicht rausgehen sollte. Doch das zweite, vehementere Klingeln ließ sie aufstehen. Sachte rieb Melinda sich nochmal über die verweinten Augen, ehe sie langsam raus ging. Sie erkannte das dunkle Templerrot. Xyntia. Diese Person war die letzte, die Melinda in diesem Zustand sehen sollte. Der Auslöser für diese Misere. Vorsichtig trat sie näher und das freundliche Lächeln brachte sie innerlich zur Weißglut. Wollte diese Frau sie noch weiter quälen? Sie wollte Obst haben, für sich und ihre Begleiter, doch als ein „Herr Benjamin“ fiel, ruckte Melindas Kopf hoch und zur Seite. War das ein schlechter Scherz? Wieso quälte man sie so? Was hatte sie verbrochen? Ein tiefer Schmerz überfiel sie und es hatte nicht viel gefehlt und sie wäre in Tränen ausgebrochen, hätte geschrien und ihren Zorn in die Welt hinausgeschleudert. Doch sie blieb ruhig. Gefährlich ruhig. In Melinda brodelte es und ihre Augen waren vor Wut zu Schlitzen geformt. Fast schon ruckartig drehte sie sich wieder um und holte drei Äpfel. Sollte dieses elende Weibsbild sich daran verschlucken. Der dritte Mann im Bunde übernahm die Bezahlung und die Äpfel. Und Xyntia? Die reizte die Rothaarige nur noch mehr mit ihrer übertriebenen Freundlichkeit und ihren stichelnden Fragen nur noch mehr. Se spürte anscheinend, dass Melinda sie am liebsten anspringen und ihr die Augen auskratzen wollte. Melinda hätte Potential und sollte dieses Gefühl genießen. Dieses Gefühl der unbändigen Wut und des Schmerzes wegen Arlon auch noch genießen? Niemals. Melinda kämpfte den Fluchtreflex nieder, als Xyntia näher zu ihr kam und zu flüstern begann. Das Holz unter Melindas Händen litt unter ihren Nägel. „Euer Freund ist schon viel weiter.“ Der Freund, der ihr, wenn auch nur temporär, durch den Tempel genommen worden war. Als die Templerin die Bäuerin dann auch noch berühren wollte, bleckte Melinda die Zähne. Als die Finger der Anderen ihre Stirn berührten, spürte sie eine unbändige Wut und Schmerz durch ihren Körper rasen, sodass sie leise aufkeuchte. Doch mit dem Schmerz kam auch Stärke und das war einfach nur verwirrend. Die nächsten Worte, kurz bevor sie mit Arlon und dem Fremden verschwand, waren verwirrend. Sie dürfe wieder nach Rahal und hätte sicher viel zu besprechen und zu tun. Oh und wie sie das hatte. Melinda nahm dies als inoffizielle Aufforderung mit Arlon zu reden, alles aus der Welt zu schaffen.
Asgerat hielt sie noch eine Weile auf. Er wollte bestellen, nach Arlana und nach ihr fragen und sicherte ihr die Hilfe durch ihn und Xandoria zu. Melinda hörte nur halb zu. Zu nervös und aufgeregt war sie, als dass sie sich wirklich auf dieses Gespräch hätte einlassen können. Das merkte wohl auch der junge Wirt und verließ sie auch schnell wieder. Kaum war er vom Hof, flitzte Melinda schnell zum Schrank, zog sich um und lief so schnell sie konnte zur Kutsche. Die Zeit in der sie nach Rahal fuhr, kam ihr vor wie Stunden und sie hoffte, dass sie Arlon am Marktplatz antraf. Sie hetzte durch die Stadt, ignorierte die verwunderten Blicke der Wachen. Diese kannten sie eigentlich als ruhige und freundliche Frau und nun rannte sie wie von sämtlichen Dämonen der Welt gehetzt durch die Heilige Stadt. Am Marktplatz angekommen musste sie erstmal tief durchatmen, ehe sie Stimmen hörte. Seine Stimme. Schnell wurde der andere Mann fortgeschickt. Er merkte wohl, dass nun was ganz anderes im Gange war. Lange sahen sich Melinda und Arlon einfach nur an, ehe es die junge Frau nicht mehr aushielt und auf ihn zukam und ihn in die Arme schloss. Die heißen Tränen liefen ihr die Wangen hinab und als sie spürte, dass er die Arme ebenso um sie schlang, wusste sie, dass er sie immer noch wollte. Xyntia hatte ihm anscheinend alles erklärt und diese Farce aufgeklärt. Nicht mehr lange und er wäre ganz frei. Es war eine Prüfung für beide, wie es sich die Rothaarige gedacht hatte. Deshalb das Reden vorhin von Potential.
Sinndar fing beide noch ab und brachte sie zu sich nach Hause. Er wollte reden. Melinda wusste nicht genau, was der so schweigsame Mann mit den silbernen Haaren besprechen wollte. Doch verdutzt nahm sie seine Worte zur Kenntnis als sie sich gegenüber saßen. Er hätte Zweifel gehabt bei ihr und Arlon und diese wären nun bereinigt. Sie beide wären mehr als nur ein Paar und wann die Hochzeit denn nun wäre. Bei den letzten beiden Worten verschluckte sich Arlon und begann heftig zu husten. Sie waren doch noch nichtmal verlobt, ganz zu schweigen davon dass Arlon noch nicht ganz frei war. Doch immerhin waren sie nun wieder zusammen und hofften beide, dass es nun ein Ende hatte und sie bald ihr gemeinsames Leben anfangen konnten.
[img]http://view.stern.de/de/picture/1232407/Portrait-Frau-Sepia-Trauer-wut-Verzweiflung-Bild1-510.jpg[/img]
Musst du stets der Erste sein
Voller Wut und Zorn
Wirfst du den ersten Stein
Wirf den ersten Stein
Wenn du ohne Sünde bist
Wirf den ersten Stein
Wenn du im Glashaus sitzt
Wirf den ersten Stein
Voller Selbstgerechtigkeit
Dann ist es schnell vorbei."
Drei Tage. Drei verdammt lange Tage dauerte es nun schon an und es sollte noch vier weitere Tage lang andauern. Ihre Arbeit auf dem Hof erledigte sie recht lustlos. Zu frustriert und traurig war sie um irgendwas zu tun. Unruhig tigerte sie durch das Haus. Hoch und runter. Links und rechts. Hinsetzen, aufstehen, rumlaufen. Sie glaubte nicht, dass sie es die Tage über ertragen würde. Es war bereits später Nachmittag als es klingelte. Erst überlegte sie, ob sie einfach nicht rausgehen sollte. Doch das zweite, vehementere Klingeln ließ sie aufstehen. Sachte rieb Melinda sich nochmal über die verweinten Augen, ehe sie langsam raus ging. Sie erkannte das dunkle Templerrot. Xyntia. Diese Person war die letzte, die Melinda in diesem Zustand sehen sollte. Der Auslöser für diese Misere. Vorsichtig trat sie näher und das freundliche Lächeln brachte sie innerlich zur Weißglut. Wollte diese Frau sie noch weiter quälen? Sie wollte Obst haben, für sich und ihre Begleiter, doch als ein „Herr Benjamin“ fiel, ruckte Melindas Kopf hoch und zur Seite. War das ein schlechter Scherz? Wieso quälte man sie so? Was hatte sie verbrochen? Ein tiefer Schmerz überfiel sie und es hatte nicht viel gefehlt und sie wäre in Tränen ausgebrochen, hätte geschrien und ihren Zorn in die Welt hinausgeschleudert. Doch sie blieb ruhig. Gefährlich ruhig. In Melinda brodelte es und ihre Augen waren vor Wut zu Schlitzen geformt. Fast schon ruckartig drehte sie sich wieder um und holte drei Äpfel. Sollte dieses elende Weibsbild sich daran verschlucken. Der dritte Mann im Bunde übernahm die Bezahlung und die Äpfel. Und Xyntia? Die reizte die Rothaarige nur noch mehr mit ihrer übertriebenen Freundlichkeit und ihren stichelnden Fragen nur noch mehr. Se spürte anscheinend, dass Melinda sie am liebsten anspringen und ihr die Augen auskratzen wollte. Melinda hätte Potential und sollte dieses Gefühl genießen. Dieses Gefühl der unbändigen Wut und des Schmerzes wegen Arlon auch noch genießen? Niemals. Melinda kämpfte den Fluchtreflex nieder, als Xyntia näher zu ihr kam und zu flüstern begann. Das Holz unter Melindas Händen litt unter ihren Nägel. „Euer Freund ist schon viel weiter.“ Der Freund, der ihr, wenn auch nur temporär, durch den Tempel genommen worden war. Als die Templerin die Bäuerin dann auch noch berühren wollte, bleckte Melinda die Zähne. Als die Finger der Anderen ihre Stirn berührten, spürte sie eine unbändige Wut und Schmerz durch ihren Körper rasen, sodass sie leise aufkeuchte. Doch mit dem Schmerz kam auch Stärke und das war einfach nur verwirrend. Die nächsten Worte, kurz bevor sie mit Arlon und dem Fremden verschwand, waren verwirrend. Sie dürfe wieder nach Rahal und hätte sicher viel zu besprechen und zu tun. Oh und wie sie das hatte. Melinda nahm dies als inoffizielle Aufforderung mit Arlon zu reden, alles aus der Welt zu schaffen.
Asgerat hielt sie noch eine Weile auf. Er wollte bestellen, nach Arlana und nach ihr fragen und sicherte ihr die Hilfe durch ihn und Xandoria zu. Melinda hörte nur halb zu. Zu nervös und aufgeregt war sie, als dass sie sich wirklich auf dieses Gespräch hätte einlassen können. Das merkte wohl auch der junge Wirt und verließ sie auch schnell wieder. Kaum war er vom Hof, flitzte Melinda schnell zum Schrank, zog sich um und lief so schnell sie konnte zur Kutsche. Die Zeit in der sie nach Rahal fuhr, kam ihr vor wie Stunden und sie hoffte, dass sie Arlon am Marktplatz antraf. Sie hetzte durch die Stadt, ignorierte die verwunderten Blicke der Wachen. Diese kannten sie eigentlich als ruhige und freundliche Frau und nun rannte sie wie von sämtlichen Dämonen der Welt gehetzt durch die Heilige Stadt. Am Marktplatz angekommen musste sie erstmal tief durchatmen, ehe sie Stimmen hörte. Seine Stimme. Schnell wurde der andere Mann fortgeschickt. Er merkte wohl, dass nun was ganz anderes im Gange war. Lange sahen sich Melinda und Arlon einfach nur an, ehe es die junge Frau nicht mehr aushielt und auf ihn zukam und ihn in die Arme schloss. Die heißen Tränen liefen ihr die Wangen hinab und als sie spürte, dass er die Arme ebenso um sie schlang, wusste sie, dass er sie immer noch wollte. Xyntia hatte ihm anscheinend alles erklärt und diese Farce aufgeklärt. Nicht mehr lange und er wäre ganz frei. Es war eine Prüfung für beide, wie es sich die Rothaarige gedacht hatte. Deshalb das Reden vorhin von Potential.
Sinndar fing beide noch ab und brachte sie zu sich nach Hause. Er wollte reden. Melinda wusste nicht genau, was der so schweigsame Mann mit den silbernen Haaren besprechen wollte. Doch verdutzt nahm sie seine Worte zur Kenntnis als sie sich gegenüber saßen. Er hätte Zweifel gehabt bei ihr und Arlon und diese wären nun bereinigt. Sie beide wären mehr als nur ein Paar und wann die Hochzeit denn nun wäre. Bei den letzten beiden Worten verschluckte sich Arlon und begann heftig zu husten. Sie waren doch noch nichtmal verlobt, ganz zu schweigen davon dass Arlon noch nicht ganz frei war. Doch immerhin waren sie nun wieder zusammen und hofften beide, dass es nun ein Ende hatte und sie bald ihr gemeinsames Leben anfangen konnten.
[img]http://view.stern.de/de/picture/1232407/Portrait-Frau-Sepia-Trauer-wut-Verzweiflung-Bild1-510.jpg[/img]
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Melinda Larion
"Komm schließ die Augen glaube mir
Wir werden fliegen übers Meer
Ich bin nach Deiner Liebe so krank
Die sich an meinem Blut betrank."
Viele Gespräche waren gekommen und sie waren miteinander und aneinander gewachsen. Arlon hatte seine feste Stelle in der Zunft, arbeitete dort und schien recht zufrieden zu sein. Mit der Zeit war auch die Angst der Rothaarigen verschwunden, dass dieses Glück zerstört werden könnte. Beide lebten schon zusammen, trotz der Tatsache, dass Arlon keinen Bürgerbrief bekam von Düstersee, aus welchen Gründen auch immer. Doch sie hatten das Beste daraus gemacht. Alles was zählte war, dass die beiden einander hatten. Der Rest der Welt wurde quasi ausgeblendet. Es war in dieser Zeit, wo eine schwere Krankheit sie ans Bett fesselte, Schmerzen ihren Körper durchzogen und Fieberkrämpfe die junge Frau schüttelten. Arlon war bei ihr, die ganze Zeit über und teilte seine Ängste mit ihr. Er hatte Angst, dass sie sterben könnte, dass er sie verlieren würde. Doch Melinda hatte gekämpft, gegen die Krankheit und für ein Leben zu zweit. Nun war sie wieder auf dem Damm und ihr Geliebter hatte einen Narren an ihr gefressen. Sie genossen die ruhige Zweisamkeit und standen morgens teilweise erschöpfter auf, als sie zu Bett gegangen waren. Doch beide waren glücklich. Sowohl Arlon als auch Melinda gingen ihrer Arbeit nach und hatten viel Spaß zu zweit. Als sie sich neue Kleidung gekauft hatte, führte sie ihm jedes Stück einzeln vor und der Krieger durfte sagen ob es ihm gefällt oder nicht. Oder als er spontan etwas Kuchen und Wein organisiert hatte und sie so im Kerzenschein dasaßen und einfach nur schwiegen und sich ansahen. Es gab viele solcher Momente und jeder einzelne wurde ausgiebig genossen. Doch immer wieder schwirrte der Bäuerin Sinndars Worte im Ohr herum. Heirat… Kopfschüttelnd schob sie den Begriff und die damit verbundenen Gedanken immer von sich. Sie wusste nicht ob sie dazu schon bereit war, ob Arlon dazu schon bereit war. Bisher war er jedes Mal bei diesem Thema recht blass geworden und Melinda selbst auch. Beide wünschten sich ein eigenes ruhiges Heim, eine Familie und alles aber wirklich daran arbeiten taten sie noch nicht. Sonst hatte sich nichts geändert bei ihnen. Nunja…es war eben schon einiges geschehen aber es würde auch noch viel kommen, vieles stand noch in den Sternen. Arlon machte sich Sorgen um ihre Gesundheit und um sie allgemein. Ein Mörder trieb angeblich sein Unwesen in der Nähe von Berchgard und Adoran, doch Melinda sah keinen Grund dafür, warum er ins heilige alatarische Reich kommen sollte. Doch um ihren Geliebten zu beruhigen trug sie nun immer einen Trank bei sich, der sie vor den Augen eines anderen verschwimmen lassen konnte, bis sie sogar ganz verschwand. Zudem verzichtete sie auf ihre Wanderungen in der Natur, alles nur für die Sicherheit. Doch sie war kein Mensch, der permanent in der Wohnung bleiben konnte. Sie wollte raus an die frische Luft, ans Meer. Vielleicht wäre ein Abend am Meer etwas, wozu die Rothaarige Arlon überreden konnte. Eine Flasche Wein und etwas Kuchen dabei und einfach nur die Ruhe genießen. Sie würde es mal probieren. Ein paar Erdbeeren würden sich sicher auch gut machen bei ihrem Vorhaben. Vor sich hin summend machte sie sich ans Werk.
[img]http://us.123rf.com/400wm/400/400/pr2is/pr2is0706/pr2is070600006/1064398-lemon-charlotte-kuchen-mit-glas-wein-und-eine-schale-mit-erdbeeren-auf-einem-tisch-mit-blick-auf-gar.jpg[/img]
Wir werden fliegen übers Meer
Ich bin nach Deiner Liebe so krank
Die sich an meinem Blut betrank."
Viele Gespräche waren gekommen und sie waren miteinander und aneinander gewachsen. Arlon hatte seine feste Stelle in der Zunft, arbeitete dort und schien recht zufrieden zu sein. Mit der Zeit war auch die Angst der Rothaarigen verschwunden, dass dieses Glück zerstört werden könnte. Beide lebten schon zusammen, trotz der Tatsache, dass Arlon keinen Bürgerbrief bekam von Düstersee, aus welchen Gründen auch immer. Doch sie hatten das Beste daraus gemacht. Alles was zählte war, dass die beiden einander hatten. Der Rest der Welt wurde quasi ausgeblendet. Es war in dieser Zeit, wo eine schwere Krankheit sie ans Bett fesselte, Schmerzen ihren Körper durchzogen und Fieberkrämpfe die junge Frau schüttelten. Arlon war bei ihr, die ganze Zeit über und teilte seine Ängste mit ihr. Er hatte Angst, dass sie sterben könnte, dass er sie verlieren würde. Doch Melinda hatte gekämpft, gegen die Krankheit und für ein Leben zu zweit. Nun war sie wieder auf dem Damm und ihr Geliebter hatte einen Narren an ihr gefressen. Sie genossen die ruhige Zweisamkeit und standen morgens teilweise erschöpfter auf, als sie zu Bett gegangen waren. Doch beide waren glücklich. Sowohl Arlon als auch Melinda gingen ihrer Arbeit nach und hatten viel Spaß zu zweit. Als sie sich neue Kleidung gekauft hatte, führte sie ihm jedes Stück einzeln vor und der Krieger durfte sagen ob es ihm gefällt oder nicht. Oder als er spontan etwas Kuchen und Wein organisiert hatte und sie so im Kerzenschein dasaßen und einfach nur schwiegen und sich ansahen. Es gab viele solcher Momente und jeder einzelne wurde ausgiebig genossen. Doch immer wieder schwirrte der Bäuerin Sinndars Worte im Ohr herum. Heirat… Kopfschüttelnd schob sie den Begriff und die damit verbundenen Gedanken immer von sich. Sie wusste nicht ob sie dazu schon bereit war, ob Arlon dazu schon bereit war. Bisher war er jedes Mal bei diesem Thema recht blass geworden und Melinda selbst auch. Beide wünschten sich ein eigenes ruhiges Heim, eine Familie und alles aber wirklich daran arbeiten taten sie noch nicht. Sonst hatte sich nichts geändert bei ihnen. Nunja…es war eben schon einiges geschehen aber es würde auch noch viel kommen, vieles stand noch in den Sternen. Arlon machte sich Sorgen um ihre Gesundheit und um sie allgemein. Ein Mörder trieb angeblich sein Unwesen in der Nähe von Berchgard und Adoran, doch Melinda sah keinen Grund dafür, warum er ins heilige alatarische Reich kommen sollte. Doch um ihren Geliebten zu beruhigen trug sie nun immer einen Trank bei sich, der sie vor den Augen eines anderen verschwimmen lassen konnte, bis sie sogar ganz verschwand. Zudem verzichtete sie auf ihre Wanderungen in der Natur, alles nur für die Sicherheit. Doch sie war kein Mensch, der permanent in der Wohnung bleiben konnte. Sie wollte raus an die frische Luft, ans Meer. Vielleicht wäre ein Abend am Meer etwas, wozu die Rothaarige Arlon überreden konnte. Eine Flasche Wein und etwas Kuchen dabei und einfach nur die Ruhe genießen. Sie würde es mal probieren. Ein paar Erdbeeren würden sich sicher auch gut machen bei ihrem Vorhaben. Vor sich hin summend machte sie sich ans Werk.
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Melinda Larion
"Die Glocke erklingt
unter Wasser ganz kühl,
aus dem Grabe heraus.
Sie ruft euch an, ruft jeden Mann,
Leute kommt nach Haus!"
Manchmal kommen Momente im Leben, wo man sämtliche Fassung verliert und wo man sich fragt, was man alles falsch gemacht hatte. Die junge Rothaarige saß in ihrem Wohnzimmer, allein und traurig, und drehte einen Ring in ihren Fingern. Es war ein Ring aus reinem Diamant, sehr filigran gearbeitet. Ein winziger Panterkopf zierte ihn und rote Rubinaugen funkelten einem entgegen. Betrachtete man den Ring von innen wird man dort ein Siegel erkennen können. X.L. . Xandoria. Ihre Schwester. Der Mensch, den sie zu schützen geschworen hatte. Doch ihr Schwur war verwirkt, das Leben der kleinen Schwester verblasst. Thanaya hatte es ihr am Vorabend berichtet, auch dass es anscheinend schon mehrere wusste. Asgerat, Menos… und keiner war auf die Idee gekommen selbst zu Melinda zu kommen. Immer wieder schlug ihre Trauer in Wut um. Diverse Gegenstände im Raum fanden ein unrühmliches Ende an der nächsten Wand, bis ihr die Kraft versagt und sie geschwächt an der Wand herunter rutschte. Tränen liefen ihre Wangen entlang und hinterließen eine heiße, salzige Spur. Sie hatte keines ihrer Geschwister schützen können. Marius nicht und nun auch Xandoria nicht. Was war sie für eine große Schwester? Wieso war es ihr nicht gelungen, wie so vieles? Ein verzweifelter Aufschrei entrang sich ihrer Kehle und sie schloss die Augen. Ihre Gedanken kreisten immer wieder um das Warum. Langsam dämmerte sie in den Schlaf hinweg, doch schreckte sie mitten in der Nacht wieder hoch. Die Rothaarige war nicht mehr im Wohnzimmer, sondern im Bett. Ruhig schlief Arlon neben ihr. Er hatte sie wohl ins Bett gebracht. Sachte strich Melinda ihm über den dunklen Schopf, ehe sie sich erhob. Ihre Augen waren noch getrübt vom Schlaf und von den Tränen. Wer ihr nun in die Augen sah, würde eine tiefe Verzweiflung sehen. Niemand würde erfassen können, wie tief der Schmerz ging und wie sehr er sich in ihr Herz fraß. Gebrochen war sie, nun da der Mensch, der sie ihr ganzes Leben begleitet hatte, nicht mehr da war. Lautlos stahl sie sich nach oben, barfuß lief sie über das vertraute Holz des Bodens und stieg bis ins oberste Stockwerk empor. Der kleine Balkon war ihr Ziel. Als sie die Tür hinter sich schloss und im Freien stand, sah die junge Frau den sternenklaren Himmel. Der Wind zerrte an ihrer dünnen Kleidung und ließ den Rock hinter ihr flattern. Der Blick aus den hellblauen Augen war auf die Ferne gerichtet. Ein einzelner Stern leuchtete heller und klarer als alle anderen. Fast schon verspielt. Fast wie Xandoria. Als die Erinnerungen auf Melinda einstürmten setzte sie sich auf den Boden und lehnte den Kopf gegen die Wand hinter sich. Die Geburt der Kleinen, die gemeinsame Flucht als sie so klein waren, die Sehnsucht nach dem Bruder welcher verschollen ist, ihr Neuanfang im rahalischen Reich, die vielen Streitereien zwischen den Schwestern und die Versöhnungen. All dies vermischte sich zu einem Strudel an Emotionen und die Tränen versiegten nicht. Tief in ihr machte sich Melinda Vorwürfe. Hätte sie sich öfters sehen lassen sollen bei ihrer Schwester? Mehr an ihrem Leben teilhaben müssen? Ihre Vorurteile gegen ihren Lebenswandel beiseite schieben müssen? Melinda wusste es nicht. Sie hatte viele Fehler begangen, doch war sie immer bedacht auf das Wohl der Jüngeren. Und nun? Nun war sie die Einzige der Geschwister, die überlebt hatte. Die Einzige, die übrig war. Die Älteste, die geschworen hatte die Jüngeren zu schützen.
Langsam senkte sich ihr Haupt und sie zog die Knie an. Der Kopf wurde vergraben in ihren Armen, während der Mond sein sanftes Licht auf sie scheinen ließ. Der Schlaf überfiel sie in den frühen Morgenstunden, ungeachtet des kalten Windes und des Morgentaus.
[img]http://us.123rf.com/400wm/400/400/lomachevsky/lomachevsky0910/lomachevsky091000556/5784044-frau-in-der-nahe-von-einem-balkon-kostet-und-schaut-den-mond.jpg[/img]
unter Wasser ganz kühl,
aus dem Grabe heraus.
Sie ruft euch an, ruft jeden Mann,
Leute kommt nach Haus!"
Manchmal kommen Momente im Leben, wo man sämtliche Fassung verliert und wo man sich fragt, was man alles falsch gemacht hatte. Die junge Rothaarige saß in ihrem Wohnzimmer, allein und traurig, und drehte einen Ring in ihren Fingern. Es war ein Ring aus reinem Diamant, sehr filigran gearbeitet. Ein winziger Panterkopf zierte ihn und rote Rubinaugen funkelten einem entgegen. Betrachtete man den Ring von innen wird man dort ein Siegel erkennen können. X.L. . Xandoria. Ihre Schwester. Der Mensch, den sie zu schützen geschworen hatte. Doch ihr Schwur war verwirkt, das Leben der kleinen Schwester verblasst. Thanaya hatte es ihr am Vorabend berichtet, auch dass es anscheinend schon mehrere wusste. Asgerat, Menos… und keiner war auf die Idee gekommen selbst zu Melinda zu kommen. Immer wieder schlug ihre Trauer in Wut um. Diverse Gegenstände im Raum fanden ein unrühmliches Ende an der nächsten Wand, bis ihr die Kraft versagt und sie geschwächt an der Wand herunter rutschte. Tränen liefen ihre Wangen entlang und hinterließen eine heiße, salzige Spur. Sie hatte keines ihrer Geschwister schützen können. Marius nicht und nun auch Xandoria nicht. Was war sie für eine große Schwester? Wieso war es ihr nicht gelungen, wie so vieles? Ein verzweifelter Aufschrei entrang sich ihrer Kehle und sie schloss die Augen. Ihre Gedanken kreisten immer wieder um das Warum. Langsam dämmerte sie in den Schlaf hinweg, doch schreckte sie mitten in der Nacht wieder hoch. Die Rothaarige war nicht mehr im Wohnzimmer, sondern im Bett. Ruhig schlief Arlon neben ihr. Er hatte sie wohl ins Bett gebracht. Sachte strich Melinda ihm über den dunklen Schopf, ehe sie sich erhob. Ihre Augen waren noch getrübt vom Schlaf und von den Tränen. Wer ihr nun in die Augen sah, würde eine tiefe Verzweiflung sehen. Niemand würde erfassen können, wie tief der Schmerz ging und wie sehr er sich in ihr Herz fraß. Gebrochen war sie, nun da der Mensch, der sie ihr ganzes Leben begleitet hatte, nicht mehr da war. Lautlos stahl sie sich nach oben, barfuß lief sie über das vertraute Holz des Bodens und stieg bis ins oberste Stockwerk empor. Der kleine Balkon war ihr Ziel. Als sie die Tür hinter sich schloss und im Freien stand, sah die junge Frau den sternenklaren Himmel. Der Wind zerrte an ihrer dünnen Kleidung und ließ den Rock hinter ihr flattern. Der Blick aus den hellblauen Augen war auf die Ferne gerichtet. Ein einzelner Stern leuchtete heller und klarer als alle anderen. Fast schon verspielt. Fast wie Xandoria. Als die Erinnerungen auf Melinda einstürmten setzte sie sich auf den Boden und lehnte den Kopf gegen die Wand hinter sich. Die Geburt der Kleinen, die gemeinsame Flucht als sie so klein waren, die Sehnsucht nach dem Bruder welcher verschollen ist, ihr Neuanfang im rahalischen Reich, die vielen Streitereien zwischen den Schwestern und die Versöhnungen. All dies vermischte sich zu einem Strudel an Emotionen und die Tränen versiegten nicht. Tief in ihr machte sich Melinda Vorwürfe. Hätte sie sich öfters sehen lassen sollen bei ihrer Schwester? Mehr an ihrem Leben teilhaben müssen? Ihre Vorurteile gegen ihren Lebenswandel beiseite schieben müssen? Melinda wusste es nicht. Sie hatte viele Fehler begangen, doch war sie immer bedacht auf das Wohl der Jüngeren. Und nun? Nun war sie die Einzige der Geschwister, die überlebt hatte. Die Einzige, die übrig war. Die Älteste, die geschworen hatte die Jüngeren zu schützen.
Langsam senkte sich ihr Haupt und sie zog die Knie an. Der Kopf wurde vergraben in ihren Armen, während der Mond sein sanftes Licht auf sie scheinen ließ. Der Schlaf überfiel sie in den frühen Morgenstunden, ungeachtet des kalten Windes und des Morgentaus.
[img]http://us.123rf.com/400wm/400/400/lomachevsky/lomachevsky0910/lomachevsky091000556/5784044-frau-in-der-nahe-von-einem-balkon-kostet-und-schaut-den-mond.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Melinda Larion am Dienstag 31. Juli 2012, 10:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Arlon Benjamin
- Beiträge: 0
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41
Weißt du Rothaar, eines Tages werde ich in einem schönen Haus wohnen, mit einem kleinen Teich, einem Weib neben mir stehend und meine Kinder lachen, während ich das ganze hier vergesse...
Die Peitsche knallte auf meinen Rücken während die Nebenwirkung von Kalias Trank seine Wirkung zeigte. Haluzination? Vielleicht wegen dem Schmerz? Warum grade jetzt.
Ich starrte auf seinen Rücken. Dieser verfluchte Kerl, dass grade er es wagt jetzt in meinen Kopf zu erscheinen. Möge er schmorren dieser alte Narr, so sehr ich ihn auch liebte, ihn und seinen merkwürdigen Humor... Mögen die Nebenwirkung nachlassen...
Und so prasselten die Peitschenhiebe nieder auf den Rücken Arlons. Mehr als ertragen konnte er nicht tun. So erschöpft er auch ist und egal wie sehr es schmerzt, mehr als ertragen ging nunmal nicht. Er würde am liebsten einfach schlafen gehen wollen. Und dann diese Strafarbeit, doch dafür muss er sich von Kalia behandeln lassen.. oder vielleicht von Maja? Ob sie oder Lucien ihn überhaupt sehen möchten? Sicher eher weniger...
Einen so schon schwer Verwundeten nochmal auspeitschen und dann auch noch 10 mal. Ja, anders habe ich es mir eigentlich nicht vorgestellt. Aus Schmerz seine Macht beziehen wie? "Wenn er überlebt, will es der Eine so", meint sie. Vielleicht sollte ich das nächste Mal, wenn es ein nächstes Mal überhaupt geben wird, lügen... lügen was das Zeug hält, bis ich wie ein "Held" da stehen würde. Ach drauf geschissen!
Althan begleitete Arlon noch bis zur Zunft. Dort legte er sich nach verbinden der Wunden in sein Bett. Es brannte aber das schien ihn nicht wirklich zu stören. Vieles ging ihm durch den Kopf. Er starrte die Decke des Kellers an, bis er irgendwann den Schlaf fand...
Die Peitsche knallte auf meinen Rücken während die Nebenwirkung von Kalias Trank seine Wirkung zeigte. Haluzination? Vielleicht wegen dem Schmerz? Warum grade jetzt.
Ich starrte auf seinen Rücken. Dieser verfluchte Kerl, dass grade er es wagt jetzt in meinen Kopf zu erscheinen. Möge er schmorren dieser alte Narr, so sehr ich ihn auch liebte, ihn und seinen merkwürdigen Humor... Mögen die Nebenwirkung nachlassen...
Und so prasselten die Peitschenhiebe nieder auf den Rücken Arlons. Mehr als ertragen konnte er nicht tun. So erschöpft er auch ist und egal wie sehr es schmerzt, mehr als ertragen ging nunmal nicht. Er würde am liebsten einfach schlafen gehen wollen. Und dann diese Strafarbeit, doch dafür muss er sich von Kalia behandeln lassen.. oder vielleicht von Maja? Ob sie oder Lucien ihn überhaupt sehen möchten? Sicher eher weniger...
Einen so schon schwer Verwundeten nochmal auspeitschen und dann auch noch 10 mal. Ja, anders habe ich es mir eigentlich nicht vorgestellt. Aus Schmerz seine Macht beziehen wie? "Wenn er überlebt, will es der Eine so", meint sie. Vielleicht sollte ich das nächste Mal, wenn es ein nächstes Mal überhaupt geben wird, lügen... lügen was das Zeug hält, bis ich wie ein "Held" da stehen würde. Ach drauf geschissen!
Althan begleitete Arlon noch bis zur Zunft. Dort legte er sich nach verbinden der Wunden in sein Bett. Es brannte aber das schien ihn nicht wirklich zu stören. Vieles ging ihm durch den Kopf. Er starrte die Decke des Kellers an, bis er irgendwann den Schlaf fand...
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Melinda Larion
Liebe ist kein Solo. Liebe ist ein Duett. Schwindet sie bei einem, verstummt das Lied.
Fast schon zerschlagen wachte die junge Frau morgens mittlerweile auf. Man hatte ihr zwar mehrfach versichert, dass Xandorias Tod nicht ihre Schuld war, doch grämte sie sich dennoch. Arlon zuliebe bemühte sich Melinda einigermaßen beieinander und auch einigermaßen vernünftig zu sein. Immerhin lief sie nun nicht mehr barfuß herum und verkroch sich im Keller oder auf dem Balkon. Alles in allem ging sie ihrem geregelten Tagewerk wieder nach. Immer mal wieder machte sie einen kleinen Ausflug nach Rahal nur um die Erinnerungen hinter sich zu lassen. Auf einem dieser Ausflüge traf sie auf Althan, Jexxe und Garun. Althan selbst kam auf sie zu, sprach zu ihr und ermutigte sie dazu ihren gerechten Zorn an dem einzig Schuldigen dafür auszulassen. Asgerat. Gutgläubig hatte die Rothaarige diesem dahergelaufenen Kerl ihre Schwester anvertraut und was geschah? Sie starb. Dazu kam noch, dass der junge Mann wohl nichts aus seinen vergangenen Fehlern gelernt hatte. Er versteckte sich anscheinend in Düstersee und versuchte wieder den Tempel an der Nase herum zu führen. Manche lernten eben nie aus. Kurz darauf löste sich die kleine Gruppe auch auf und Melinda blieb noch eine Weile vor den Toren der heiligen Stadt stehen. Ihre Füße setzten sich kurz darauf wieder in Bewegung Richtung Kutsche und sie zog sich wieder zurück. Arlon war auch schon länger fort und sie wusste nicht, was los war.
Zuhause angekommen legte sie sich in das große Bett und strich mit traurigem Blick über die Seite wo ihr Geliebter sonst immer lag. Die Rothaarige vermisste ihn, doch sie wusste dass er wiederkommen würde. Er kam immer wieder und dann war die Freude umso größer. Nur langsam dämmerte sie weg und über Nacht war es ihr, als wäre jemand bei ihr gewesen doch als sie die Augen aufschlug war nichts mehr zu sehen. Noch schlaftrunken und müde öffnete sie ihren Schrank und nahm von der neuen Kleidung, die sie sich geleistet hatte, etwas heraus. Wenn das so weiterging brauchte sie bald einen zweiten Schrank. Vorsichtig streifte Melinda den durchscheinenden Rock über ihre Beine. Er verbarg gerade so viel wie nötig. Die schlanken Beine zeichneten sich unter dem Stoff schemenhaft ab. Das kurze Oberteil ließ den Blick auf den Bauch frei. Solange sie im Haus blieb konnte es jedem ja herzlich egal sein wie sie rumlief. Dementsprechend ging sie auch wieder barfuß nach oben. Als die Bäuerin jedoch im Wohnzimmer ankam, blieb sie verdutzt stehen. Ein großer Strauß mit Sonnenblumen stand in der Vase auf dem Tisch. Daneben etwas aus grünem, feinen Stoff. Neugierig trat sie näher und strich mit den Fingern über das Kleidungsstück. Es war ein Corsagenoberteil in ihrer Größe. Die Blumen strömten einen sommerlichen Duft aus und zauberten der jungen Frau ein Lächeln auf die Lippen. Also hatte sie sich doch nicht getäuscht. Arlon war über Nacht da gewesen und hatte ihr nun etwas hinterlassen. Verträumt setzte sie sich auf einen der Stühle am Tisch und strich sanft mit ihren Fingern über die gelben Blätter der Sonnenblume. Zu schön und zu liebevoll war einfach diese Geste ihres Geliebten. Dieser Mann war das Beste, was ihr hatte passieren können. Sie hatten schon so viel durchgestanden, hatten sich immer wieder am Anderen festgehalten und ihre Liebe wuchs dadurch nur noch mehr. Nichts war schöner als sich dessen gewiss zu sein.
[img]http://traumtagebuch.files.wordpress.com/2008/08/sonnenblume1.jpg[/img]
Fast schon zerschlagen wachte die junge Frau morgens mittlerweile auf. Man hatte ihr zwar mehrfach versichert, dass Xandorias Tod nicht ihre Schuld war, doch grämte sie sich dennoch. Arlon zuliebe bemühte sich Melinda einigermaßen beieinander und auch einigermaßen vernünftig zu sein. Immerhin lief sie nun nicht mehr barfuß herum und verkroch sich im Keller oder auf dem Balkon. Alles in allem ging sie ihrem geregelten Tagewerk wieder nach. Immer mal wieder machte sie einen kleinen Ausflug nach Rahal nur um die Erinnerungen hinter sich zu lassen. Auf einem dieser Ausflüge traf sie auf Althan, Jexxe und Garun. Althan selbst kam auf sie zu, sprach zu ihr und ermutigte sie dazu ihren gerechten Zorn an dem einzig Schuldigen dafür auszulassen. Asgerat. Gutgläubig hatte die Rothaarige diesem dahergelaufenen Kerl ihre Schwester anvertraut und was geschah? Sie starb. Dazu kam noch, dass der junge Mann wohl nichts aus seinen vergangenen Fehlern gelernt hatte. Er versteckte sich anscheinend in Düstersee und versuchte wieder den Tempel an der Nase herum zu führen. Manche lernten eben nie aus. Kurz darauf löste sich die kleine Gruppe auch auf und Melinda blieb noch eine Weile vor den Toren der heiligen Stadt stehen. Ihre Füße setzten sich kurz darauf wieder in Bewegung Richtung Kutsche und sie zog sich wieder zurück. Arlon war auch schon länger fort und sie wusste nicht, was los war.
Zuhause angekommen legte sie sich in das große Bett und strich mit traurigem Blick über die Seite wo ihr Geliebter sonst immer lag. Die Rothaarige vermisste ihn, doch sie wusste dass er wiederkommen würde. Er kam immer wieder und dann war die Freude umso größer. Nur langsam dämmerte sie weg und über Nacht war es ihr, als wäre jemand bei ihr gewesen doch als sie die Augen aufschlug war nichts mehr zu sehen. Noch schlaftrunken und müde öffnete sie ihren Schrank und nahm von der neuen Kleidung, die sie sich geleistet hatte, etwas heraus. Wenn das so weiterging brauchte sie bald einen zweiten Schrank. Vorsichtig streifte Melinda den durchscheinenden Rock über ihre Beine. Er verbarg gerade so viel wie nötig. Die schlanken Beine zeichneten sich unter dem Stoff schemenhaft ab. Das kurze Oberteil ließ den Blick auf den Bauch frei. Solange sie im Haus blieb konnte es jedem ja herzlich egal sein wie sie rumlief. Dementsprechend ging sie auch wieder barfuß nach oben. Als die Bäuerin jedoch im Wohnzimmer ankam, blieb sie verdutzt stehen. Ein großer Strauß mit Sonnenblumen stand in der Vase auf dem Tisch. Daneben etwas aus grünem, feinen Stoff. Neugierig trat sie näher und strich mit den Fingern über das Kleidungsstück. Es war ein Corsagenoberteil in ihrer Größe. Die Blumen strömten einen sommerlichen Duft aus und zauberten der jungen Frau ein Lächeln auf die Lippen. Also hatte sie sich doch nicht getäuscht. Arlon war über Nacht da gewesen und hatte ihr nun etwas hinterlassen. Verträumt setzte sie sich auf einen der Stühle am Tisch und strich sanft mit ihren Fingern über die gelben Blätter der Sonnenblume. Zu schön und zu liebevoll war einfach diese Geste ihres Geliebten. Dieser Mann war das Beste, was ihr hatte passieren können. Sie hatten schon so viel durchgestanden, hatten sich immer wieder am Anderen festgehalten und ihre Liebe wuchs dadurch nur noch mehr. Nichts war schöner als sich dessen gewiss zu sein.
[img]http://traumtagebuch.files.wordpress.com/2008/08/sonnenblume1.jpg[/img]
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Arlon Benjamin
- Beiträge: 0
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41
*Leider blieb der junge Mann immernoch wie vom Erdboden verschluckt. Mach einer mag sich Sorgen machen, andere wiederum eher weniger. Nichts desto trotz wird eine zweilcihtige Gestalt Melinda auf ihrem Weg zur Kutsche abfangen, ihr einen Brief in die Hand drücken und dann sofort wieder abziehen. Der Brief wirkt schlicht und beim Öffnen bestätigt sich der erste Eindruck. Recht schwunghaft und mit viel Mühe mag Melinda erkennen, dass wohl fast schon Blut für diesen Brief geschwitzt wurde, auf denen folgende Worte stehen werden:*
Oh meine über alles Geliebte Melinda,
Lange habe ich dir nicht schreiben können. Lange hatte ich dein strahlendes Lächeln sehen können. Zu lange. Ich vermisse dich sehnlichst und jeder Tag fällt mir umso schwerer, wenn ich ihn nicht in seelenruhe neben dir beenden kann.
Ich weiß, dass ich dich in der Zeit, an der du mich am Meisten brauchtest, einfach so verschwand, ohne Vorwarnung. Zu tiefst bereue ich meine Tat, doch rief mich meine alte Heimat und lässt nicht so leicht von mir ab.
Ich versuche, nein, ich werde so schnell wie möglich wieder
*Ab hier bricht der Brief abprupt ab und wird nur ein schnell dahin gekritzeltes "A." am Ende haben. Die Schrift deutet wohl klar darauf hin, dass es höchstwahrscheinlich von Arlon stammte, jedoch könnte man meinen, dass er an der vollendung des Briefes verhindert wurde und aus irgendeinem unempfindlichen Grund wurde der Brief mit einem A unterzeichnet, obwohl er unvollständig war und dann auch noch geliefert...*
Oh meine über alles Geliebte Melinda,
Lange habe ich dir nicht schreiben können. Lange hatte ich dein strahlendes Lächeln sehen können. Zu lange. Ich vermisse dich sehnlichst und jeder Tag fällt mir umso schwerer, wenn ich ihn nicht in seelenruhe neben dir beenden kann.
Ich weiß, dass ich dich in der Zeit, an der du mich am Meisten brauchtest, einfach so verschwand, ohne Vorwarnung. Zu tiefst bereue ich meine Tat, doch rief mich meine alte Heimat und lässt nicht so leicht von mir ab.
Ich versuche, nein, ich werde so schnell wie möglich wieder
*Ab hier bricht der Brief abprupt ab und wird nur ein schnell dahin gekritzeltes "A." am Ende haben. Die Schrift deutet wohl klar darauf hin, dass es höchstwahrscheinlich von Arlon stammte, jedoch könnte man meinen, dass er an der vollendung des Briefes verhindert wurde und aus irgendeinem unempfindlichen Grund wurde der Brief mit einem A unterzeichnet, obwohl er unvollständig war und dann auch noch geliefert...*
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Melinda Larion
Lange Zeit war sie krank gewesen, konnte kaum etwas tun, geschweige denn sich auf die Suche nach ihrem Geliebten machen. Jetzt war sie wieder gesund und konnte das anstehende Tagewerk zumindest ausreichend bewerkstelligen. Es war einer jener Tage, wo sie ziellos durch die Gegend gestreift war auf der Suche nach Anhaltspunkten über Arlons Aufenthalt und wieder mal kehrte sie traurig und enttäuscht heim. Nichts, rein gar nichts, war herauszufinden. Mit gesenktem Kopf stieg sie aus der Kutsche, als ein Ruf sie zurückhielt.
"Heda! Du da! Ja du mit den roten Haaren... sag mal... ist dein Name Melinda?"
Verdutzt drehte sich die junge Frau um und sah diesem, doch schon sehr zerrissen aussehendem Mann entgegen. Er wirkte wie jemand, dem man nicht mal bei Tag begegnen möchte.
"Wer will das wissen?", antwortete sie ihm nun mit kühlem Blick und noch kälterer Stimmlage. Doch das schien diese Gestalt nur zu amüsieren.
"Ich hab hier 'nen Wisch für dich von so 'nem jungen Kerl. Der schiens ganz eilig zu haben und hat mir auch ne gute Stange Geld gegeben, dass ich dir den hier bringe. Und er hat nich' übertrieben. 'N gutaussehendes, rothaariges Mädel mit blauen Augen in Düstersee. Da gäbs nur eine. Biste nu' das Mädel oder nicht?"
Ein junger Mann, der ihr unbedingt einen Brief zukommen lassen wollte? Konnte es sein, dass...? "Ja ich bin es, also her mit dem Brief, wenn er schon für mich ist."
Grinsend wurde ihr der Brief überreicht mit anzüglichen Blicken und auch noch einigen Kommentaren, ehe der Mann auch schon wieder verschwunden war. Kopfschüttelnd brach sie das Siegel und ihre Augen flogen über die Zeilen und wurden immer größer. Arlons Handschrift, seine Worte, eine Entschuldigung die nicht nötig war, wenn er doch nur wieder heimkehren würde. Doch der Brief war unvollständig, hörte mittendrin einfach auf. Stirnrunzelnd drehte die Rothaarige ihn in den Händen und seufzte leise. Wenigstens ein Lebenszeichen und die Hoffnung, dass er noch am Leben war und wiederkehren würde.
"Heda! Du da! Ja du mit den roten Haaren... sag mal... ist dein Name Melinda?"
Verdutzt drehte sich die junge Frau um und sah diesem, doch schon sehr zerrissen aussehendem Mann entgegen. Er wirkte wie jemand, dem man nicht mal bei Tag begegnen möchte.
"Wer will das wissen?", antwortete sie ihm nun mit kühlem Blick und noch kälterer Stimmlage. Doch das schien diese Gestalt nur zu amüsieren.
"Ich hab hier 'nen Wisch für dich von so 'nem jungen Kerl. Der schiens ganz eilig zu haben und hat mir auch ne gute Stange Geld gegeben, dass ich dir den hier bringe. Und er hat nich' übertrieben. 'N gutaussehendes, rothaariges Mädel mit blauen Augen in Düstersee. Da gäbs nur eine. Biste nu' das Mädel oder nicht?"
Ein junger Mann, der ihr unbedingt einen Brief zukommen lassen wollte? Konnte es sein, dass...? "Ja ich bin es, also her mit dem Brief, wenn er schon für mich ist."
Grinsend wurde ihr der Brief überreicht mit anzüglichen Blicken und auch noch einigen Kommentaren, ehe der Mann auch schon wieder verschwunden war. Kopfschüttelnd brach sie das Siegel und ihre Augen flogen über die Zeilen und wurden immer größer. Arlons Handschrift, seine Worte, eine Entschuldigung die nicht nötig war, wenn er doch nur wieder heimkehren würde. Doch der Brief war unvollständig, hörte mittendrin einfach auf. Stirnrunzelnd drehte die Rothaarige ihn in den Händen und seufzte leise. Wenigstens ein Lebenszeichen und die Hoffnung, dass er noch am Leben war und wiederkehren würde.