Aus dem Leben eines Piratenkindes

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Esteban Noa Sylva

Aus dem Leben eines Piratenkindes

Beitrag von Esteban Noa Sylva »

Ereignisreiche Wochen liegen hinter dem kleinen Esteban, vielleicht zu Ereignisreich für einen gerade mal vierjährigen Jungen.

Gut behütet wuchs der kleine Sausewind mit dem schwarzen verwuscheltem Haar und den strahlendblauen Kinderaugen auf der Insel La Cabeza auf. Doch genauso gerne war er mit seinem Vater, seiner Mutter, Onkel Vallas oder Onkel Vasco unterwegs um die große weite Welt zu entdecken. So war es auch nicht verwunderlich das er Maria fragte als er ihr über den Weg lief ob sie ihn denn mit nach „Bajud“ nehmen würde, Maria willigte ein und die beiden stiegen zusammen aufs Schiff. In Bajard angekommen empfing sie eine Eiseskälte und Maria musste schnell zur Bank da sie nichts Warmes angezogen hatte, Esti wartete währenddessen in der Kälte vor der Bank. Plötzlich hörte er Hufgeräusche von Pferden und sah sich hektisch um, eine ganze Armee der Tiefländer ritt mit ihren riesigen Pferden auf den kleinen Jungen zu, er kam garnicht mehr aus dem Staunen raus und stand wortlos mit offenem Mund vor ihnen. Sowas hatte er noch nicht erlebt und alle waren lieb zu ihm, am Ende durfte er sogar auf einem der großen Pferde sitzen und ein stück darauf reiten. Als die Tiefländer wieder fort mussten verabschiedete er sich von ihnen und ging in die Bank um nach Maria zu sehen. „Maria?“ hallte die sanfte Kinderstimme durch die Bank, doch dort war keine Maria, nur die Frau hinter dem Tresen, welche ihm sagte das Maria schon vor einer weile gegangen sei. Mit ängstlichem Blick sah er die Frau an und rannte schnell aus der Bank, vielleicht war sie noch in der Nähe? Verzweifelt suchte er das Dorf nach ihr ab, nach einer Weile kullerten die ersten Tränen seine Wange runter. Nirgends war Maria zu finden und nun hatte er sich auch noch verlaufen, am Dorfeingang angekommen ging er durch das Tor um außerhalb nach Maria zu suchen. Alles hier kam ihm unheimlich vor, eigentlich wollte er nur noch schnell Heim doch wusste er nicht wie er zum Schiff zurückkommen soll. Sich immer wieder die Augen und Wangen von Tränen befreiend, die nun zahlreich hinabrollten, traf er auf eine Kutsche, er wollte weg von dem komischen weg auf dem er war, doch Gold hatte er keines und so stieg er einfach hinein und versteckte sich so gut er konnte. Die Kutsche hielt vor Adoran und ein Mann stieg ein, als er Esteban erblickte rief er sofort den Kutscher welcher ihn fluchend und unsanft aus der Kutsche beförderte. Nun saß er also völlig durchgefroren und am Heulen und Schniefen wie ein Schlosshund ganz alleine vor der großen Stadt Adoran. Langsam Schrittes ging er durch das Stadttor und wollte die Gardisten fragen ob sie ihm helfen, doch scheinbar mögen sie keine Kinder und so antworteten sie nur das sie im Dienst seien und jetzt keine Zeit für einen kleinen Lausebängel hätten. Geknickt schlurfte er durch die Gassen Adorans, irgendwann brach er erschöpft und am ganzen Leib zitternd zusammen ein etwas lauteres „Hilfe“ brachte er noch über die Lippen. Eine Ewigkeit schien zu vergehen bis sich endlich jemand über ihn beugte und in den Arm nahm, das kleine Köpfchen wurde angehoben und er schaute in ein bezauberndes Frauengesicht. Rasch lief die Frau mit ihm auf dem Arm ins Haus und platzierte ihn neben dem Kamin. Etwas Warmes zu trinken bekam er und leckeres Essen, dann stellte sie sich ihm mit Niowe vor woraus der Kleine ein „Niofe“ machte. Am liebsten wäre er ja bei ihr geblieben weil sie so lieb war, aber er musste doch Heim zu Mama und Papa, also brachte Niowe ihn nach einer Weile zur kutsche mit der er nach Bajard fuhr dort traf er Onkel Vasco der ihn nachhause brachte. Er war ganz traurig dass er von Niowe weg musste aber wollte sie wieder besuchen was er auch oft gemacht hat, er hatte Niowe richtig in sein Herz geschlossen und freute sich immer etwas mit ihr zu machen, bei den Zwergen waren sie und einen Schneemann haben sie zusammen gebaut, im Sommer bringt er ihr dann das schwimmen bei wenn es wieder warm ist. Als seine Eltern von den Ausflügen erfuhren waren sie nicht sehr begeistert und haben gesagt er solle nicht mehr alleine zu ihr gehen sondern einen von ihnen mitnehmen. Traurig schlief er an diesem Abend ein, sich aber fest vornehmend Niowe wieder zu besuchen wenn ein bisschen Gras über die Sache gewachsen ist, immerhin war sie seine Freundin und die konnte er doch nicht ohne Schutz ganz alleine lassen.
Esteban Noa Sylva

Beitrag von Esteban Noa Sylva »

Da seine Mutter Jackie sich immer Sorgen machte, wenn er am Wasser spielte, hatte sein Vater ihm das Schwimmen beigebracht was er jeden Tag fleißig alleine übte. Zuerst nur Trockenübungen auf dem Land und später auch im seichten Wasser. Vor einiger Zeit erst hatte er Jasmin kennen gelernt, eine wundervolle Frau die es auf die Insel zog, doch obwohl die beiden sich erst so kurz kannten und Jasmin um einiges älter war, waren sie sofort ein Herz und eine Seele. Sie war wie eine große Schwester zu ihm und sie verbrachten sehr viel Zeit zusammen. Ohnehin hatte der lleine Esteban unerklärlicherweise eine magische Anziehungskraft wenn es um Frauen ging, aber für ihn war klar dass er nur Jasmin haben wollte. Die beiden verbrachten fast jeden Tag miteinander und Jasmin passte auf ihn auf, wenn seine Eltern wieder auf See waren oder durch die Tavernen zogen. Sie nahm ihn mit zum Reiten, was er es von einer Corinne lernte. Dann suchte er für sie Kleider aus wofür er ein kleines Kuschelstoffpferd von ihr geschenkt bekam. Mit diesem Pferd kuschelte er immer wenn Jasmin nicht da war. Sie sagte immer Esteban sei ihr größter Schatz und für ihn war Jasmin der größte Schatz neben seinen Eltern. Aber Esteban hatte auch Freunde in seinem Alter gefunden, Yuni und Niclas. Sie wohnten in Bajard bei Bimmelchen, weil sie keine Eltern mehr hatten. Er durfte sogar eine ganze Woche bei ihnen wohnen. Bimmelchen hatte ihnen eine kleine Burg im Keller gebaut, so wie die wo Niowe jetzt wohnt aber nicht so groß und ohne den schönen Turm wo man nach den Sternen greifen kann. Dafür war in der Burg aber eine kleine Sternenhöhle wo es toll drin funkelte. Aber Yuni machte ihm ganz schön Angst. Sie sagte, dass ihre Mutter sie weg gegeben hätte, weil sie krank war und kurz zuvor hatte Estebans Mutter erst gesagt sie will ihn verkaufen. Jetzt hatte Esteban große Angst das seine Mama krank ist und sie ihn deswegen verkaufen will, doch als er wieder aus Bajard abgeholt wurde verbrachte er einen Tag mit seiner Mama am Strand. Die beiden spielten, schwammen und redeten viel und am Abend schauten sie sich die Sternschnuppen an. Jackie sagte er könne sich was wünschen wenn er eine Sternschnuppe sehen würde und als er zwei Stück sah sagte er ihr was er sich wünscht: Dass er, Mama und Papa für immer zusammenbleiben und er nicht verkauft wird. Da beruhigte ihn seine Mutter das sie zusammenbleiben werden. Als zweites wünschte er sich, dass er irgendwann Jasmin heiraten könnte. Da begannen sie beide herzlich zu lachen, doch er meinte es durchaus ernst. So beschlossen die beiden die Nacht am Strand zu verbringen und schliefen glücklich nebeneinander ein.
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Esteban Noa Sylva

Beitrag von Esteban Noa Sylva »

Jasmin war weg?! Nein, das konnte nicht sein, das durfte nicht sein… Er wollte sie doch heiraten wenn er groß genug dafür war.
Am Morgen wollte er sie besuchen gehen um mit ihr zu schwimmen wie so oft, doch es sollte alles anders kommen als erhofft. Er tappste noch fröhlich die knarzenden Stufen des Hauses hoch, an der Tür angekommen klopfte er feste dagegen und die sie Sprang einfach auf. Hinter der Tür eröffnete sich ihm ein schreckliches Bild. Leer.. sie war Leer, die kleinen blauen Augen huschten in der leeren Wohnung umher in der Hoffnung irgendetwas auszumachen, doch fand er nichts was noch an Jasmin erinnerte. Sein blick wirkte von Moment zu Moment trauriger, doch dann kam ihm ein Einfall: vielleicht hatte sie eine größere Wohnung gefunden? Schnell rannte er wieder die Stufen runter und wollte jemand fragen ob er wüsste wo Jasmin ist. Als er die Frage stellte kniete sich Jevalles der Schneider zu ihm hinunter und legte die Hand auf seine Schulter „Esteban, Jasmin ist fort und wird nie wieder zurück kehren“ Der kleine schüttelt heftig den Kopf dass die schwarzen Haare umherflogen „Nein, ich bin doch ihr allergrößter Schatz, sie kann mich doch nicht alleine lassen..“ Antwortete er und die Tränen schossen ihm in die Augen. Er riss sich los und rannte davon, er wollte es nicht glauben dass sie einfach so weg ist. Die ganze Insel rannte er ab und rief immer wieder ihren Namen, doch niemand antwortete ihm. Zum Schluss kam er am Strand an, er hatte gehofft das sie sich hier versteckte und alles nur ein böser scherz war. Auch am Strand war niemand nur das Rauschen des Meeres und der feine Sand unter seinen kleinen Füßen. Dann war es wohl doch die Wahrheit, Jasmin hatte ihn alleine gelassen, die Frau mit der er so viel erlebt hatte und die er in sein kleines Herz geschlossen hatte wie keine andere Frau außer seiner Mutter. Er zog das kleine Pferdchen hervor was sie ihm schenkte als er für sie Kleider ausgesucht hatte, das würde alles sein was ihn jetzt noch an die Frau erinnerte die ihm doch so viel bedeutete.. Die Tränen flössen in Strömen von seinen Wangen und sein blick starrte auf die Weite des Meeres. Wie gerne würde er jetzt ins Meer gehen und zu Jasmin schwimmen wo auch immer sie ist, er würde soweit schwimmen bis er sie gefunden hätte. Aber das konnte er seinen Eltern nicht antun er liebte sie doch und sie ihn. Stattdessen saß er bis spät in die Nacht am Strand und weinte einsam mit dem Pferdchen in der Hand vor sich hin. Die nächsten Wochen oder Monate wird er weder viel essen noch trinken und wenn man ihn sucht wird er meist alleine mit dem Pferdchen fest an sich gedrückt am Strand sitzen dabei auf das weite Meer starren und leise weinen. In der Hoffnung dass Jasmin einfach so aus dem Meer auftaucht. Wer weiß schon wie lange ein Kinderherz braucht bis es wieder verheilt? Falls es jemals verheilen würde.

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