Drachen wollen fliegen und manchmal auch gezähmt werden

Geschichten eurer Charaktere
Fareeda

Beitrag von Fareeda »

"Hör mir zu, schau mich an!
Geschichte schreibt der Sieger,
Es rette mich wer kann!
Was hast du mir angetan?
Geschichte schreibt der Sieger,
Es rette mich wer kann!"


Schmerzen. Verdammte Schmerzen. Blinzelnd öffnete Fareeda ihre Augen. Wieso hatte sie Schmerzen? Ihr Blick huscht nach links und rechts. Sie lag in der Hängematte in ihrem Haus. Dort lag die junge Menekanerin immer, wenn Radeeh nicht zugegen war. Alleine war ihr das große Bett zu leer und zu kalt. Doch das erklärte immer noch nicht, warum sie sich so gerädert fühlte. Langsam schloss sie wieder die Augen und begann zu überlegen, ehe es sie wie ein Blitz durchfuhr. Der Kampf, die beiden Letharen und dieser Durion.
Sie wollte doch nur Futtertröge kaufen. Hätten diese beiden Personen am Hafen sie nicht in ein Gespräch verwickelt, wäre sie wohl wieder nach Hause gefahren, bevor diese drei Individuen dort auftauchten. Doch so konnte sie nur sehen,wie die Rahaler sie ins Auge fassten und Fareeda wusste, dass das Ganze nicht so glimpflich ausgehen würde, wie ihre letzte Begegnung mit einer Letharin. Im Hinterkopf ratterten die Gedanken rauf und runter. Cetem hatten sie die Hand verbrannt und ihn fürchterlich zugerichtet. Was erst würden sie tun,wenn sie eine menekanische Frau in die Finger bekämen? Nicht auszudenken. Getrieben von Drohungen und von Spott wurde sie vor Bajard befördert. Die drei Personen folgten ihr nach, ebenso zwei andere die wohl schaulustig und sensationsgeil den Kampf beobachten wollten. Entgegen ihren Befürchtungen, dass alle drei sie bedrängen würden,war es nur einer von ihnen. Einer der beiden Letharen und der sogenannte Hauptmann. Durion hatte sich als Heerführer vorgestellt und der dritte wurde als „Alathraxor“ bezeichnet, was auch immer dieses schändliche Wort in der grausigen Sprache der Letharen bedeutete. Diese Sprache machte ihr zu schaffen. Es klang so abartig, so abstoßend und störte sie in ihrer Konzentration. Ihre Sinne waren wie vernebelt. Als der Hauptmann auf sie zutrat mit erhobener Waffe konnte sie nichts anderes tun, als sich zu verteidigen. Die ersten Schläge konnte die Menekanerin noch abwehren, doch die Wucht mit der sie getroffen wurde war zu stark. Eine solche Kraft hatte sie noch nicht erlebt. Sie war nicht so hochmütig zu behaupten, dass sie die Beste Säbelschwingerin war, doch sie wusste, dass sie mit ihrer Waffe umgehen konnte. Doch mehr als ein paar Kratzer auf dem Letharenschild konnte sie nicht hinterlassen. Es war demütigend und der Kampf war kurz. Der Schlaghagel hatte sie irgendwann einfach in die Knie gezwungen und sie spürte, wie sich die Waffe des Letharen ihren Weg durch die Rüstung schnitt. Die Pantherkralle. Der Name war berechtigt.
Sie wurde mit Spott überhäuft und eine der Schaulustigen wollte das Spiel wohl noch weiter treiben. Sie riet den Letharen Fareeda zu entstellen, damit sie kein Ansehen mehr hätte. Innerlich pochte ihr Herz bis zum Hals. Sie hoffte, sie betete, dass es nicht noch schlimmer kommen möge und sie wurde erhört. Der Lethar ließ von ihr ab ohne den „Ratschlag“ der schwarzgekleideten Frau zu befolgen. Drohungen wurden wieder ausgestoßen. Sie sei die letzte Warnung und jeder weitere Menekaner auf dem Boden Gerimors würde in einem Fass den Weg nach Hause antreten. Mühsam richtete sich die Säbelschwingerin auf und ging zwischen den dreien durch. Ihr Gegner hielt sie noch kurz zurück und säuselte in ihr Ohr: „Komm wieder,wenn du stärker geworden bist!“ Ihr Blick ruckte zu ihm hoch, blickte ihm in die widerliche Fratze und beinahe hätte sie ihn angespuckt. Doch sie beließ es bei einem simplen Satz. „Darauf kannst du dich verlassen...!“ Fast sah sie schon die Vorfreude in seinen Augen blitzen, ehe sie sich Bajard zuwendete und den Weg entlang humpelte, bemüht um einen Rest Würde. Auf dem Weg kam ihr ein Sohn der Yazir entgegen. Geistesgegenwärtig fing sie ihn ab, erklärte kurz die Situation und gemeinsam traten sie den Rückweg nach Menek'Ur an. Fürsorglich brachte er Fareeda zum Anwesen der Yazir, wo sie in Empfang genommen wurde von Zaafir und der Heilerin der Familie, Sukaina. Glücklicherweise waren es nur einige Kratzer dort,wo die Pantherklaue die Rüstung zerfetzt hatte und viele blaue Flecken. Sowohl Fareeda als auch Sukaina waren froh darüber. Es hätte weitaus schlimmer ausgehen können. Noch eine Weile saßen sie beisammen, bis Zaafir wiederkam und Fareeda einige Futtertröge hinstellte. Das Ganze war der Säbelschwingerin mittlerweile schon sehr unangenehm, dass sich jeder eine solche Mühe machte für sie. Sie war nicht der Typ Mensch, der gerne Hilfe annahm, schon gar nicht wenn sie in ihrem Stolz so dermaßen gekränkt war wie an diesem Abend. Doch sie bedankte sich für die schnelle Hilfe und ging dann ihres Weges. Zuhause hatte sie noch eine Weile dagesessen und sich gewünscht, dass Radeeh oder Nazeeya bei ihr wären. Irgendjemand mit dem sie so vertraut war, dass sie wirklich offen über alles reden konnte. Jemand, der sie verstand und wusste, wie die junge Menekanerin dachte. Traurig und mehr in ihrem Stolz verletzt legte sich Fareeda in die Hängematte. Und genau dort war sie nun auch aufgewacht. Die Schmerzen fuhren wie kleine Blitze durch ihre Muskeln und sie konnte nicht anders, als den Trank von Sukaina zu trinken, der die Schmerzen stillen sollte. Etwas schwankend tappste die Menekanerin nach draußen,die frische Luft einatmend. Etwas zu Essen würde ihr gut tun. Ihr Magen grummelte in letzter Zeit so oft und sie aß so viel, dass sie fast schon meinte, bald so zu sein wie Tante Zurah vom Körperumfang. Seltsam.

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Fareeda

Beitrag von Fareeda »

"Ich weiß du hast ein gutes Herz
und das weiß auch der Rest.
Und jeder hier weiß auch,
dass du dir viel gefallen lässt."


Lustlos schnippste Fareeda Steine über die ruhige Oberfläche des Sees in der Oase. Beim Aufwachen war sie allein gewesen, ebenso bei ihrem mittlerweile morgendlichen Ritual: aufspringen,Treppe hochrennen, Eimer schnappen, raus und sich übergeben. Sie hatte auch nicht erwartet, dass Radeeh wiederkam in der Nacht. Wer weiß, ob es gut gewesen wäre. Sie selbst war sehr geladen gewesen,als sie den Laden verlassen hatte. Abaan und Radeeh zusammen hatten sie bis aufs Blut gereizt und getriezt. Dass sie nun zuhause angebunden werden würde, nur noch putzen, kochen und aufräumen dürfte. Gerade Radeeh hätte wissen müssen, wie sie auf so etwas reagieren würde, aber sie hatten nicht aufgehört bis Fareeda ins Lager geflohen war. Sie konnte manches bis zu einem gewissen Grad ertragen, doch dieser Grad schien sich mehr und mehr zu verschieben. Ihr Geduldsfaden wurde dünner. Wieso ärgerten die beiden sie auch bloß so? Das war die reinste Tortur. So langsam konnte sie Jumanah wirklich verstehen und würde am liebsten selber nicht mehr den Laden betreten wenn beide da waren. Einzeln waren sie ganz normal, nur zusammen mehr als nur gemein.

Sie war zwar nun schwanger aber hatte sie eigentlich nicht im Sinn sich in Watte packen zu lassen. Ihre Mutter hatte bei jammernden, schwangeren Natifahs immer nur gesagt: „Schwanger sein ist keine Krankheit!“ So dachte auch die junge Säbelschwingerin. Sie hatte nichts Ansteckendes, nichts Tödliches oder ähnliches. Sie würde sich ihre Freiheit nicht nehmen lassen zumindest so lange das zu tun und zu lassen was sie wollte, bis es von ihr aus nicht mehr ging. Doch diesen Zeitpunkt würde sie selber bestimmen. Erst recht würde sie nicht zum Hausmütterchen mutieren. Ein weiterer Stein fand nun energischer den Weg über die Wasseroberfläche bei diesen Gedanken und sie bleckte leicht die Zähne dabei. Das würden die beiden noch bereuen und das nicht zu knapp. Derzeit schoben sie es eh auf ihre Launen. Sie wäre „unpässlich“ wegen dem Kind. So weit kommt es noch, dass Fareeda sich beeinflussen lassen würde davon.

Ihr Blick glitt zum Himmel, die Mittagsstunde rückte langsam näher. Kurz überlegte die Menekanerin ob sie zurückkehren sollte, verwarf aber den Gedanken wieder. Hier unter einer Palme ließ es sich viel besser aushalten, die Füße im Wasser und genügend Steine um ihre Wut zu besänftigen. Wer sie suchte, würde sie schon finden. Und doch... es schmerzte sie, wieder so eine Situation zu haben. Aber sie war daran nicht schuld. Wer würde sich freiwillig sowas gefallen lassen und dann noch lächelnd das Essen machen,für die, die sie mit Spott überhäuft hatten? Niemand. Ein kleiner Stab wurde in die Hand genommen und einige Kreise in den hellen Sand gemalt. Wenn sie keine Zeichen setzte, würde es so weiter gehen und deswegen würde sie hier bleiben. Es mag aussehen, als wäre sie wie ein Kleinkind bockig aber das war sie nicht. Eigentlich wusste Radeeh, wie weit er gehen konnte in seinem Necken,doch musste er genauso gut wissen,wann die Grenze erreicht ist und dass das Übertreten Folgen haben würde. Sie würde ihre Wut, allein schon dem Kind zu liebe, nicht mehr im Kampf herauslassen aber irgendwie musste sie es los werden. So mussten eben die Steine leiden in der Oase, bevor sie zuhause irgendwelche Teller oder ähnliches an der Wand zerschlug, was sicherlich auffallen würde.

Diesmal hatte sie nachgedacht, als sie gegangen war und hatte nichts unordentlich hinterlassen. Vor der Tür hatte sie sich nochmal umgedreht. Konnte sie wirklich gehen ohne eine einzige Nachricht dazulassen? Schließlich würden sich auch andere Personen Sorgen um sie machen. Nicht zuletzt Jumanah, die in letzter Zeit fast täglich in ihrer Nähe war. Gerade deswegen sollte sie zumindest einen kurzen Satz hinterlassen,wo sie war. Mit zwei großen Schritten war sie wieder bei dem Tisch im Wohnbereich, zog ein Pergament und einen Kohlestift hervor und hinterließ eine kurze Nachricht:

„Bin in der Oase. F.“

Das sollte reichen. So wüsste jeder wo sie war und konnte sie suchen, wenn demjenigen danach war. Mit einem kleinen Knall schloss sie die Tür hinter sich und ging ihres Weges. Die Wachen bei dem Ausgang musterten sie nur kurz, ließen sie aber passieren. Man war es gewöhnt von Fareeda, dass sie des Öfteren die Stadt verließ, auf die ihr eigene Art und Weise.

Nun saß sie hier, an die Palme neben sich gelehnt und schmiss Steine ins Wasser. Die freie Hand lag schützend über ihrem Bauch. Sie fragte sich, ob sie durch Nazeeya auch das schlagende Herz spüren konnte in einem Monat. Das würde sie die Freundin fragen müssen, wenn sie diese das nächste Mal wieder sah.

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Fareeda

Beitrag von Fareeda »

"Wenn ich im Kampf sterbe,
finde dunkles Blut auf meinen Stahl.
Wenn ich im Kampf sterbe,
sage ihnen, dass ich stand, und nie kniete.
Wenn ich im Kampf sterbe,
meine Seele wird gerettet und vergehen.
Ich werde im Kampf nicht sterben.
Ich werde nach Norden mit sechs Winden fliegen, die als einer blasen."


Die luftige Abendbrise umwehte die junge Frau, als sie an dem See in der Oase saß. Jeder längere Fußmarsch bereitete ihr mittlerweile Probleme und ließ sie außer Atem kommen. Sie, die eigentlich immer strotzte vor purer Lebenskraft. Zurzeit jedoch ging ihre ganze Kraft an die beiden unschuldigen Seelen unter ihrem Herzen. Es war anstrengend, doch sie gab diese Kraft mit Freuden an die beiden geliebten Kinder. Und geliebt wurden sie bereits jetzt schon über alles. Noch ungefähr 10 bis 12 Wochen bis Fareeda die beiden in den Armen halten konnte. Vielleicht auch nicht so lange. Schließlich konnten sie ja auch früher das Licht der Welt erblicken wollen. Bezweifeln würde das die junge Menekanerin nicht, so wie es sich manchmal anfühlte in ihrem Bauch. Sachte strich Fareeda über die Wölbung, die mittlerweile wirklich schon große Ausmaße angenommen hatte. Sie konnte nichtmal mehr ihre eigenen Füße sehen. Schlafen war auch mehr Problem als Erholung. Sie konnte nur noch auf der Seite schlafen und das war einfach nur unbequem. Grimmig verzog sie etwas das Gesicht und warf einen kleinen Stein ins Wasser. Irgendwann würde der Zeitpunkt kommen, wo sie nichtmal mehr hier her kommen könnte.

Langsam lehnte sie sich nach hinten an die Dattelpalme und ließ die letzten Wochen noch einmal Revue passieren. So viele Menekaner waren in die Stadt gekommen aber sie wurde auch von einigen verlassen. Abaan war nun fort und die Bürde über die Familie zu wachen oblag nun Radeeh. Dieser nahm sie an und musste sich nun einfinden. Im Hinterkopf schwebte Fareeda dabei immer noch herum, dass man nun noch dringender einen Stammhalter benötigte. Kurz mit der Hand wedelnd scheuchte die Schwarzhaarige den Gedanken wieder fort. Sie musste für Radeeh nun Stütze und Hilfe sein und das würde sie. Schließlich liebte sie diesen herrlich sturen, bockigen und doch so liebevollen und großherzigen Mann. Der Mann, der sie so nahm wie sie war und sie auch als gleichwertige Person behandelte. Nicht viele menekanische Frauen konnten das von sich behaupten. Und doch tat sie manchmal Dinge, die nicht verständlich waren. Wie lange war es her, dass sie mehr tot als lebendig von einer Jagd wiederkam? Es war kurz nach der Hochzeit gewesen. Sie war eigensinnig gewesen und hatte sich in den Kampf gestürzt ohne wirklich nachzudenken. Die Quittung dafür trug sie am Körper. Über ihre Schläfe zog sich eine, dank Nazeeyas Hilfe, feine weiße Narbe. Auf die Distanz und mit Schleier war sie nicht auszumachen, doch wer näher an die junge Säbelschwingerin trat und sie unverhüllt sah, würde die Narbe sehen. Deutlich schimmerte sie dort. Ein Zeichen für ihr ungestümes Wesen, für ihr hitziges Blut. Nicht lange danach unterlag sie einem Letharen, der Brut Alatars. Was sie nicht wusste war, dass sie zu dem Zeitpunkt schon die beiden Kleinen unter dem Herzen getragen hatte. Sie konnte von Glück reden aus dieser Situation lebend und nahezu unverletzt rausgekommen zu sein. Mehr als einige Schrammen, Verletzungen durch die Pantherklauen und blaue Flecken waren nicht zurück geblieben. Es war fast schon ein Wunder, dass Radeeh in den Monden nach der Hochzeit keine grauen Haare gewachsen waren, so oft wie seine junge Frau ihm schon Sorgen bereitet hatte.Doch sie war zu stolz um zuzugeben, dass sie selber Angst gehabt hatte. Sie war eine Säbelschwingerin, eine Kriegerin und Wächterin Menek'Urs, sie war Jijkban und schließlich und endlich war sie doch eine Bashir. Eine Frau, die mit dem Kopf selbst dann noch durch die Wand wollte, wenn die Tür daneben offen steht. Da stand sie den Männern ihrer Familie, vorne weg Radeeh, in nichts nach. Doch jetzt... was war sie jetzt? Seit Monaten hatte sie nicht mehr gekämpft, es fehlte ihr. So sehr sie Radeeh und die beiden Kinder nun schon liebte, so sehr liebte sie auch den Kampf. Es lag in ihrem Blut, lauerte nur darauf wieder entfaltet zu werden. Wie sehr sehnte sie den Moment herbei wenn sie ihren Säbel und ihr Schild wieder nehmen konnte.

Während sie darüber nachdachte, nahm ihre Mimik etwas Entschlossenes an. Mühsam rappelte sie sich vom Boden hoch und kehrte in die Stadt zurück. Die Wachen am Tor ließen sie passieren ohne etwas zu sagen. Sie wussten mittlerweile, dass mit der jungen Frau nicht zu spaßen war wenn sie diesen Blick aufgesetzt hatte. Langsam trat sie in ihr Haus ein und ihre Füße führten sie wie automatisch vor den ihr eigenen Waffen- und Rüstungsschrank. Langsam öffnete sie ihn und sah auf ihre Rüstung, darüber hingen ihre Säbel gekreuzt. Fast schon ehrfürchtig nahm sie die Waffen in die Hand und legte sie auf den Tisch daneben. Stunde um Stunde verbrachte sie an dieser Stelle um die Waffen auf Hochglanz zu polieren, ebenso die Rüstung. Respektvoll glitten ihre Finger über die Klingen, über Abaans Siegel und seine kunstvolle Arbeit an ihrer Rüstung. Gedanken schossen ihr durch den Kopf, einer nach dem anderen, immer schneller. Warum sollte sie nicht die Gelegenheit gerade nutzen? Nur ein oder zwei von den großen Skorpionen vielleicht. Doch ehe sie den Gedanken zu Ende denken konnte spürte sie einen starken Tritt in ihrem Bauch. Zischend sog sie die Luft ein und redete eher mehr mit sich selbst: „Aiwa, aiwa... ich habe es ja schon verstanden...“. Nur langsam riss sie sich von ihrem Waffenschrank los, welcher offen stehen blieb. Der Geruch der Politur lag noch in der Luft, als Fareeda auf das Dach ihres Hauses stieg und auf die Wüste hinaus sah. Nicht mehr lange und sie würde beides sein. Mutter und Kriegerin. Würde sie den Spagat schaffen, zwischen diesen beiden grundverschiedenen Wegen? Wieder kam eine sachte Brise auf und ließ ihren Rock, sowie ihr Kopftuch, welches nur locker auf ihren Haaren saß, flattern. Oder würde sie ihre Kriegerseele irgendwann umbringen? Oder die Mutterseite alles langsam vereinnahmen? Sie wusste es nicht.

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