Geschenke für alle, die es verdient haben!

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Talana Virr

Geschenke für alle, die es verdient haben!

Beitrag von Talana Virr »

Unter lautem aufklatschen landet das Gebäck an der Tavernenwand, krachend flog die Tür zu, während die kleine junge Gestalt unter garstigen Flüchen den Raum betrat.
Nur langsam eine Spur hinter sich her ziehend rutschte der Kuchen wieder zu Boden und gesellte sich dort zu den Überresten aus Krümeln, die dort bereits lagen.
Die Wangen hochrot wütete die kleine wütende Gestalt durch den Raum.
Nachdem auch noch klirrend zwei Gläser ihr Leben ließen, kehrte langsam wieder die gewohnte Ruhe in Düstersee ein.

‚Lass die Finger davon und überlass es denen, die die Macht haben etwas daran zu ändern‘

Die Finger still halten war eben eine verflixt schwierige Sache!
Es war ja nicht so, dass sie nicht die Hosen voll hätte – nein, die waren voll bis oben hin!
Aber die ganze Zeit dunklen Mauern betrachten, in fremden Fellen schlafen – das war einfach nicht ihrs!
Sicher, hing sie an ihrem Leben, wer tat das nicht?!?
Auch wenn sie ganz sicher am Ende belohnt werden würde, immerhin hatte sie ihn so gut sie konnte und auf ihre Weise gedient, davon war sie überzeugt.
Aber dennoch fand sie, hatte ihre Belohnung durchaus noch etwas Zeit.
Wie ein eingesperrtes Tier hatte sie eine Weile die Mauern der heiligen Stadt betrachtet, um dann einen Entschluss zu fassen.
Es noch einmal versuchen!
Aber nicht alleine – nein, das hätte sie nicht gewagt.
In Begleitung vertrat sie sich also die Füße, wie schön es war alles hinter sich zu lassen.
So hübsch auch die Mauern an zu sehen waren, immerhin war es seine Stadt! Aber .. ohne Mauern lebte es sich auch ganz gut.
Und so hatte sie am Ziel angelangt, ihren Kram schon fast vergessen über diese verfluchten Gerüchte, die an ihr klebten.
Vergifteten Kuchen verteilen! Pah! Was würde ihr das denn bringen?!?
Die eigenen Gäste vergiften?!? Mögliche Wirtsgäste vertreiben… Nein! Das machte keinerlei Sinn und das müssten sie doch einsehen!
Kinder vergiften!
Warum sollte sie?!? Gerade die waren doch noch jung und hatten erst ein paar Jahresläufe hinter sich, sie waren noch nicht so verblendet wie die Erwachsenen und ihre Schritte konnte man sicherlich viel einfacher auf die Wege des Alleinen lenken!
Sie vergiften… Ihr Gift hob sie sich für Jemand ganz besonderen auf.. Eine Rüstung, die golden in der Sonne glänzt….
Ja! Dafür – aber doch nicht für Kinder! Und was für eine Verschwendung an Süßkram!
Viel war sie nicht los geworden, als eine Dame ihren Weg kreuzte. Hochedel war sie wohl, also gehörte sie zu den Mistkerlen aus dem Osten!
Aber auch sie musste nicht verloren sein, vielleicht ließ sie sich ja von der Falschheit ihres Weges überzeugen. .. Gerade die Hoffnung gefasst, ihm einen besonderen Dienst zu erweisen, wenn sie diese Dame überzeugen würde, bemerkte sie nur am Rande wie aus einer Person schnell zwei wurden, dann drei, vier.. Irgendwann hatte sie aufgehört zu zählen und ihre Bemühungen eingestellt.
Die Dame zeigte ohnehin recht wenig Einsicht, vielleicht wäre bei ihr auch ein gewisses Gift nicht fehl am Platze gewesen, aber sie hatte doch noch nicht einmal etwas für diesen Fall bei sich!
Schlecht vorbereitet.
Einmal mehr.
Trotz des Auflaufes der inzwischen um sie statt fand, fiel ihr dann eine Person auf.
Ein Reiter – das aufblitzen der goldenen Rüstung in der Sonne macht ihr dann recht schnell klar, er war einer, ein MISTKERL!
Das geheimnisvolle Leuchten seiner Umgebung deutet auf mehr hin.. Ein Obermistkerl also!
Was hatte sie nur für ein Glück?!?
Immerhin nicht der, der ihr den Kopf abschlagen wollte – nein, der wollte nur ihr Herz durch bohren, oder so.
Die Hoffnung, dass sie vielleicht gar nicht bemerkt wurde, war schnell verloren.
Auch ihre kurze Flucht, als sie eine Ablenkung nutzte, nur von kurzer Dauer.
Sicher, war er nicht von ihrer logischen Argumentation zu überzeugen, was hatte sie auch anderes erwartet?!?
Mistkerle haben schließlich immer ihre eigene Wahrheit!
Und während er sie zwang jedes einzelne Stück Gebäck, dass sie bei sich führte, selbst zu genießen, stieg der Hass in ihr auf.
Sie konnte sie einfach nicht in Ruhe lassen!
NICHTS hatte sie getan, sie hatte lediglich vor gehabt ein oder zwei verirrte Seelen auf den richtigen Weg zu führen, mit Süßkram verdammig!
Und wenn sie dann auch noch spätere Gäste ihrer Taverne wurden, umso besser.
Nun stand sie dort, und musste dafür alles essen was sie bei sich hatte, bis ihr schließlich hundselend war. Aber nicht weil sich Gift im Gebäck befand, nein, bei der Menge wäre auch der letzte Ogermagen übervoll geworden!
Er verlangte von ihr Informationen, Dinge die sie ihm nicht geben konnte und auch nicht wollte.
Die zwei Schneeballwerfer lenkten sie immerhin von diesem üblen Gefühl in der Magengegend ab,
aber nicht von der Wut, die sie gar nicht mehr zu unterdrücken vermochte.
In der Taverne hatte sie schließlich wie eine Irre gewütet, bis ein Plan gefasst war:

Wenn man sie schon etwas beschuldigte und für etwas bestrafte, dass sie nie getan hatte, dann machte es wohl keinen Unterschied das Vergehen wirklich begangen zu haben?!?

Gejagt wurde sie ohnehin, also dann doch wenigstens für etwas das sie auch getan hatte!
Und so schlenderte kurz darauf eine rüstige Dame durch die Grafschafft, ein Blumenkörbchen in der Hand und darunter verborgen,
viele kleine Geschenke – für die, die es verdient hatten ganz besonders beschenkt zu werden!
Talana Virr

Beitrag von Talana Virr »

Sie hatte sich so viel Mühe gegeben!
Und kaum einer hatte ihren Kuchen anrühren wollen, die Meisten ohnehin wohl nur, damit sie endlich aufhört zu reden.
In akribischer Arbeit waren die Kuchen vorbereitet worden und ihre Taschen verteilt.
In der Rechten trug sie den für die Gläubigen, die seinem Weg bereits folgten und ihm dienten.
Ihr Weg sollte nach dem Verzehr eine Erleuchtung erfahren, auf dass sie noch klarer sehen mögen.
Die armen Verirrten Seelen, bisher ohne jeglichen Glauben oder gar auf dem falschen Weg der Kriegsgöttin, bekamen den Kuchen aus ihrer linken Tasche.
Für sie hielt der Verzehr der Süßspeise die Dunkelheit bereit, um zu verdeutlichen wie sehr sie sich verirrt hatten. In der Hoffnung ihnen doch noch die Augen öffnen zu können, auf dass sie zum Weg des einzig wahren Herren finden.

Es war fürchterlich kalt, viele versuchten sich sogar an ihr vorbei zu drücken und nutzten den Pfad durch den Wald.
Als wäre sie so erschreckend!
Sicher lag es an dem Wächter den sie dabei hatte, hätte sie gleich wissen müssen, dass er viel zu grimmig drein schaut!
Sicherlich hätte sie selbst Angst vor ihm, wenn sie ihn nicht kennen würde!
Wenn sie darüber nachdachte, machte er ihr sogar manchmal Angst, obwohl sie ihn kannte!
Kein Wunder das alle fern blieben!!
Aber auch das gesunde Misstrauen und die fürchterlichen Gerüchte um vergifteten Süßkram, trugen wohl dazu bei, dass der ein oder andere Bürger einen guten Haken schlug, nur um ihr nicht begegnen zu müssen und ihr die harmlose Frage zu beantworten auf welchem Weg er wohl wandle.

Nachdem sie nun schon ordentlich durch gefroren war, hatten sie sicherlich nur wenige Seelen bewegen können, den Weg zum Alleinen zu finden. Dabei hatte sie wirklich sehr viel Arbeit in das Vorhaben gesetzt und das Beste was ihr möglich war zu geben!

Sie trafen sogar den Herren, der für die Gerüchte erst verantwortlich war!
Er berichtete vom ersten Kuchen verteilen und wie er sehr viel später von einem Reiter mit einer Flasche vergiftet wurde!
Endlich war das Rätsel gelöst!
Nicht der Kuchen war daran Schuld gewesen!
Sie hoffte inständig er würde sich an sein Wort halten und dem Grafen schreiben wie es sich wirklich zugetragen hatte.

In der Zwischenzeit aber, nach einem solchen erfolglosen Abend…
Wurde es Zeit für etwas anderes.
Sie hatte seitdem verhängnisvollen Zusammentreffen Schwierigkeiten damit ihren Kuchen anzurühren, etwas was sie ihm doch sehr Übel nahm.
Ihr die Lust auf Kuchen und Süßes zu verderben!
So ein verfluchter Obermisterkel!

Auch wenn das Rätsel des nicht vergifteten Kuchens nun gelöst war,
sie hatten es ihr in die Schuhe geschoben!
Obwohl sie rein gar nichts damit zu tun hatte - wie es nun stand, DAS war ja etwas anderes!
Und gut meinte sie es dieses Mal gewiss nicht.

Sie war sich sicher beim nächsten Sack Getreide, der in der Grafschaft umfiel käme man wieder auf sie.

Es fiel aber auch verflucht schwer die Finger still zu halten!
Und so .. verließ ihm Schatten der Nacht eine Gestalt um ein weiteres Mal die schützenden Mauern der heiligen Stadt…..
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