Träume der Wüste, Albträume des Ichs

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Gast

Träume der Wüste, Albträume des Ichs

Beitrag von Gast »

Gleichmäßig ging ihr Atem auf und nieder als sie durch den tiefen Wüstensand stampfte und jedes Mal bis zu den Waden darin einsank.
Eigentlich ein unterfangen größter Anstrengung aber irgendwie erschien es ihr sehr einfach, den Füß jedes Mal wieder hinaus zu ziehen und den nächsten Schritt zu setzen.
Sie ging sogar recht eilig auf einen fixen Punkt zu, der sich in der Ferne befand und sogar den Eindruck erweckte um so rascher sie lief um so mehr verschwand auch er.

Doch eine weile später hatte sie es endlich geschafft und den Punkt in der weiten ferne eingeholt und es brach ein regelrechter Jubel um sie herum aus. Als würde man sich freuen sie zu sehen, auch wenn sie viele Gesichter nicht kannte. Ein paar unter jenen kannte sie, dort waren Menekaner aus Menekur, ein Sohn der Bashir, ein Kind der Yazir und so viele mehr die sie zwar nicht näher kannte, aber die ihren Augen nicht fremd waren.
Und dann kam jemand auf sie zu durch den tiefen Wüstensand wo ihr das Herz stehen blieb, es war Yaamal an seiner Hand Rasheeda halten. Sie strahlten sie beide so warm an und so herzlich, dass ihr die Tränen in die Augen stiegen und sie die beide einfach in den Arm nehmen musste. So viele Jahre dachte sie, die beiden wären vom Wüstenwind verschluckt worden und nun standen sie vor ihr, echt und warm und voller Leben.

Nach der innigen Begrüßung ihrer alten Freunde fragte sie jene, im tiefen Wüstensand im Schneidersitz platz nehmen wohin jene Karawane zieht, die Antwort blieb aus. Und die beiden alten Freunde schauten sich nur Traurig an und schüttelten den Kopf.
Die Brauen von Nazeeya zogen sich zusammen und erneut fragte sie, wohin sie des Weges wären und wieder blieb man ihr eine Antwort schuldig.
So erhob sie sich aus dem Kreis und schaute über die halbdunkle Wüste hinweg ob man irgendwo ein Ziel ausmachen könnte. Doch da war nichts, gar nichts nicht mal ein Kaktus oder ein Feigenbaum der der Wüste trotze, nur weiter Wüstensand der eben und flach sich entlangzog…

Die Szenerie schwankte vor ihren Augen und kippte langsam um und tauchte sie in ein Meer voll Blut und Geschrei und dem Geruch von Angst.
Fareeda

Beitrag von Fareeda »

Wärme. Sie spürte eine angenehme Wärme. Vorsichtig öffnete die junge Säblerin die Augen und blickt in die ihres Gegenüber. Lächelnd nahm sie ihn an die Hand und lief mit ihm durch die Wüste an Palmen und Kakteen vorbei. Sie fühlte sich befreit und freudig schloss Fareeda ihn in ihre Arme. „Ich habe dich so vermisst Siraaj.“ Ein Lächeln, wie nur ihr Bruder es an sich hatte, bildete sich auf seinen Lippen und er tippte sie leicht an.

„Du trägst dein Herz viel zu offen auf der Zunge kleine Schwester.“

Mit diesen Worten wendete er sich um und ging auf den Horizont zu. Sie versuchte ihm zu folgen, doch irgendetwas hielt sie fest, hielt sie zurück. Verzweiflung ergriff ihr Herz und sie versuchte zu schreien, versuchte seinen Namen zu rufen, doch kein Laut entwand sich ihrer Kehle. Frustriert fiel sie auf die Knie und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen.

Ein leises Schwappen forderte ihre Aufmerksamkeit. Verwirrt sah sie sich um. Die Szenerie hatte gewechselt. Das klare, kühle Wasser der Oase schwappte um ihre Beine. Der warme Wind zerzauste ihre langen, schwarzen, lockigen Haare. Wo war ihr Tuch, dass sie normalerweise trug? So zeigte sie sich doch sonst niemandem außer ihrer Familie und Radeeh. Vorsichtig fuhr sie sich durch die Strähnen, als sie sanft umfasst wurde. Ein warmer Atemhauch in ihrem Nacken. „Rani...“. Mehr Worte bedurfte es nicht und sie drehte sich um zu dem Mann, dem ihr Herz gehörte. Sein ruhiger Blick ruhte auf ihr und ein schelmisches Lächeln lag auf seinen Lippen. Als sie etwas mehr in ihren Blickfeld ließ, entdeckte sie eine schemenhafte Gestalt hinter Radeeh. Ihr Bruder stand dort, geisterhaft und mit wohlwollendem Blick. Ein sanftes Nicken wurde seiner Schwester zuteil und wie von fern hörte sie seine Stimme, sanft und ruhig:

„Er wird nun auf dich aufpassen meine kleine, stolze Fidah. Gib auf dich acht und ärgere ihn nicht zu sehr.“

Die letzten Worte waren begleitet von einem heiteren Lachen, ehe die Gestalt wieder verblasste.

Auch Radeeh verschwamm vor ihren Augen, ebenso die Wärme. Vor ihr materialisierte sich dann wieder eine andere Figur. Vier Beine, rotgeschuppt und eine enorme Hitze ausstrahlend. Vorsichtig hob sie den Blick und rotglühende Augen und flammende Nüstern schlugen ihr entgegen. Lächelnd verließen nur wenige Worte ihren Mund:

„Salam mein flammender Freund.“

Feurige Hitze. Dunkelheit.
Radeeh

Beitrag von Radeeh »

Tief und fest war sein Schlaf. Seine Frau fest in Armen haltend und sich an sie schmusend. Bevor er in einen Traum gerissen wurde, ein Traum der ihm arg zusetzte was ersichtlich war an den sich mehr und mehr bildenden Schweistropfen auf seiner Haut.

Hin und hergerissen war er darin. Vor Augen seine geliebte Wüste die ihn rufte und hinter ihm seine Fareeda die auf ihn wartete. Er wollte seine Rani nicht verlassen und den Rufen folgen. So machte er immerwieder einen Schritt nach vorne in den heissen Sand der Wüste und dann zurück in Richtung seiner Liebsten.....

Gemartet von jenem Traum schreckte er dann auf sich dabei hektisch umblickend. Mit Schweißperlen war er übersät ehe sein Blick auf Fareeda viel die ihm Kraft schenkte und ein kurzes Lächeln auf seine Lippen zauberte. Er wurde ruhiger durch ihre Nähe und legte sich um sie nicht zu wecken wieder hin. Seinen Arm um sie legend und nun den Rest der Nacht ruhig weiter schlafend.
Zuletzt geändert von Radeeh am Dienstag 14. Februar 2012, 10:54, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Fest umklammerte sie den Diamanten mit der freien Hand. Sie hatte in vor ein paar Tagen in ihren Fingern gefunden nach dem Aufwachen. Sie wusste von wem er war, aber über die Lippen brachte sie das nicht, vor allem nun nicht so kurz nach der Hochzeit von Fareeda und Radeeh, sie würde die beiden in ihrem jungen Glück nicht noch mehr mit ihren Problemen belasten. Die Hand mit dem umschlossenen Diamanten näher an sich heran ziehen schmiegte sie sich in die Decke ihres Bettes und folgte dem Ruf der Träume der Nacht.

Ihre Füße versunken in dem warmen Sand der Wüste, auch als alles dunkel um ihr herum war und nur die Sterne den Himmel erleuchteten, fühlte sie sich wohl.
Es gab Momente, da stieß sie die Wüste mit aller kraft ab und gab ihr das Gefühl unwillkommen zu sein doch am heutigen Tag war sie zuhause in den weiten der Wüste und tiefe Entspannung zog in ihren Körper.

Erinnerungen flatterten dabei vor ihrem geistigen Auge entlang. Ein Tag in der Oase wo ein Mann mit so wunderhübschen blauen Augen ihr Essen bereitete um danke zu sagen.
Das ein Mann essen machte, war sowieso schon ungewöhnlich, aber dass es ein jener war mit blauen Augen, war wohl das ungewöhnlichste und sie hatte bis heute über den Tag geschwiegen, aber alleine die Erinnerung daran lies die innerliche wärme in ihr Auskochen.

Die Bilder zogen weiter, es war ein ganz normaler Tag in ihrem Leben, als sie in der Wüste aus heiterem Himmel einen Greifen fand, er hatte wohl die Wüste überschatz. Sie gab ihm Wasser aus ihrem Beutel und nahm ihn schlussendlich mit zurück in die Stadt wo sie ihn pflegte und hegte. Wochen später erst zog das Tier wieder mit weit gespreizten Flügeln zurück in die Wüste. Und noch heute ist sie der Meinung das der Greif der ab und an in ihrer Palme vor dem Haus sitz, jenes Tier von damals ist.

Zufrieden schaute sie noch einer weile jenen Erinnerungen zu die vor ihrem Auge vorbei flogen. Ob sie nun aus der nahen Vergangenheit waren, wie die Bilder der Hochzeit von Radeeh und Fareeda, oder ob es jene aus langer Vergangenheit waren wie sie mit der Karawane nach Menek’ur kam um dort zu leben.

Die Bilder machten sie alle samt Glücklich, so dass sie am nächsten Morgen mit Wohlgefallen erwachte. Und nach dem richten des Bettes den Diamanten ordentlich auf ihr Kissen legte.
Es war ein Glücksbringer, etwas was die bösen Gedanken von ihr fort halten sollte und es funktionierte… doch ob sie das dem Schenker sagten sollte?
[img]http://fc03.deviantart.net/fs71/i/2012/028/c/5/diamant_heart_by_ka_kind-d4nwgds.jpg[/img]
Fareeda

Beitrag von Fareeda »

Unruhe. Das beschrieb ihre derzeitige Verfassung am ehesten. Sie schlief zwar tief und fest, doch ihr Körper war in Bewegung. Die junge Frau wälzte sich im Bett umher, ungeachtet der zweiten Person neben sich. Der Traum war aufwühlend und in keinster Weise aufschlussreich.


Die Wüste war um sie herum. Sie trug ihre Rüstung und die Wärme, die sie sonst kaum spürte, machte ihr schwer zu schaffen. Sie sah die Stadt in weiter Ferne, doch mit jedem Schritt auf diese zu entfernte sie sich nur umso weiter. Das Atmen fiel ihr schwerer und nach einer Weile ging sie in die Knie. Hinter ihr knirschte der Sand unter schwerer Last und ein lederner Flügel legte sich über sie. Mühevoll hob sie den Blick und sah in die selben roten Augen wie in einem zurückliegenden Traum. Das Wesen saß einfach starr und stumm neben ihr. Doch dann löste er sich in einem roten Staubwirbel auf, der sie dreimal umkreiste ehe der Wirbel in den Himmel davonstob.

Vorsichtig richtete sie sich wieder auf, keine Schwere lastete mehr auf ihren Schultern. Als sie den Kopf hob, glaubte sie einer Fiebervision gegenüber zu stehen. Ihre Familie, friedlich miteinander redend und scherzend. Mitten drin sah sie sich selbst. Ein strahlendes Lächeln lag auf ihren Lippen und auf ihrem Schoß saß ein kleines Kind, doch verschwamm das Gesicht immer wieder, sodass nicht zu erkennen war ob es ein Junge oder ein Mädchen war. Neben ihr saß ihr Mann und auch auf seinem Gesicht sah man Stolz und Freude. Langsam näherte sich ihr Selbst in Rüstung diesem Bild, doch kurz vor einer Berührung verschwand es einfach. Suchend blickte sie sich um. Nichts war mehr übrig von der Szenerie. War es nur ein Wunschdenken? Oder sollte dies irgendwann Realität werden?

Ihr Blick schweifte wieder zu der Stadt hin, doch als sie wieder in diese Richtung weitergehen wollte, verschwand diese ebenso. Schlagartig wurde es finster um sie. Eisige Kälte. Das gegenteilige Extrem zu vorher. Schmerzen. Es war, als hätte man ihr ein Messer in den Leib gerammt. Sie sah nach unten, Blut umgab sie, benetzte ihre Hände die an ihren Bauch gepresst waren und sie spürte, wie das Leben aus ihr wich.



Mit einem Aufschrei schreckte sie hoch und schlang die Arme um sich. Der Blick starr nach vorne gerichtet und nichts um sich herum wahrnehmend, bis sie vor Müdigkeit wieder in die Kissen fiel.



[img]http://www.annestokes.com/fantasy/full/Dragons%20Lair%20by%20Anne%20Stokes.jpg[/img]
Gast

Beitrag von Gast »

Ich werde das nächste Mal Ja sagen wenn du mich fragst. Die Worte schossen durch ihren Kopf als sie nach der Jagt das Haus wieder betrat. Was hatte sie sich bei diesem Satz eigentlich gedacht. Nun sie hatte gar nichts gedacht ganz einfach, sie hatte egoistisch gehandelt und vor allem herzlos gegenüber den anderen Personen die sie liebte.

Mehr ins Haus innere gehen, räumte sie die Dinge der Jagt weg und rieb sich die kleinen Wunden und blauer werdenden Flecken mit Salbe ein. Sie war wirklich übler mitgenommen als sie eigentlich gedacht hatte. Über den Oberschenkel liefen eine Reihe Flecken wie an einer Perlenschnur aufgezogen und eine Rippe schmerzte sie unweigerlich immer mehr. Wahrscheinlich gebrochen oder zumindest angeknackst. Aber es würde heilen.
Und vor allem etwas noch wichtigeres hatte sie jener Jagtausflug gelehrt. Und zwar das sie noch lebte, ihr Körper rebellierte und an seine Grenzen gebracht wurde.

Etwas was sie schon so lange nicht mehr getan hatte, sie hatte nur noch ihren Geist gefördert, sich ihren Gedanken preis gegeben und vor allem vielem negativen in sich selbst offenbart und ausgeliefert.

Das sollte sich nun wieder ändern, zumindest wollte sie es versuchen. Doch gerade die Worte des heutigen Tages halfen ihr nicht gerade sehr dabei. Und vor allem das was am Mittag geschehen ist.

Sich auf die Nacht vorbereiten, strich sie über den Vorhang hin zu ihrem kleinen Wüstenreich, dort wo die Sterne der Wüste auch strahlten, wenn es heller Tag war. Sie wusste nicht was sie heute hinter diesem Vorhang erwartete. Welche Träume sie heute plagen würden oder vielleicht ihre Seele streichelten. Doch als sie den Schleier auf den Fellen erblickte stockte sie auf. Er war vergessen worden, dieses Stück Stoff es lag wie ein Mahnmal dort und erinnerte sie an ihr versprechen.
War dieses Versprechen doch wie ein Traum, so war es auch eine Folter für die Zukunft, etwas was ihre Seele immer wieder auffressen würde um dann neu in ihren Körper zu schlüpfen.

Ein Fehler hatte sie soweit gebracht, etwas was sie vor Jahren falsch gemacht hatte und sie nun einholte schneller als sie gedacht hatte, oder das sie überhaupt noch daran gedacht hatte, dass jenes alte Gefühl sie einholen würde. Doch nun war es da und es war ganz warm in ihr.
Aber könnte sie gegen jegliche Freundschaft dies tun?
Könnte sie so egoistisch sein und sich ihren Träumen hingeben, sie wusste es zu diesem Zeitpunkt nicht, sie konnte einfach nur darauf vertrauen das aus dem eigentlich schönen Traum kein Albtraum werden würde.

So legte sie sich nieder, den Schleier auf ihr Kissen legen neben dem Diamanten um dann den Schlaf zu suchen, denn ihr müder Körper nach Bezwingung der Wesen im Ahnengrab sich wünschte. Und langsam krochen die Träume in ihren Körper hinein.

Sie stand in der Weite der Wüste, und vor ihr stand ein Tor, aus altem Stein gemauert und vom Sand und Wind teilweise zerfressen und zerstückelt. Und doch noch so in Takt, dass es eindeutig zu erkennen war. Und in dem Torbogen selbst flatterte ein altes Tuch, es war aus leuchtend roten Stoff gefertigt und die leichten Goldstickereien darin waren noch schwach zu erkennen. Es war ein Tor wo man eigentlich wusste was dahinter lag, noch mehr Sand.

Doch wusste man wirklich wenn man durch diesen Vorhang ging, was dahinter war? Konnte man sich so sicher sein, dass noch mehr Wüste dahinter wartete?

[img]http://fc09.deviantart.net/fs8/i/2005/335/e/a/Beyond_the_Veil_by_ChildOfHecate.jpg[/img]
Gast

Beitrag von Gast »

Ihre Füße führten sie durch den heißen Sand der Wüste. Er brannte an ihren nackten Sohlen und der Schmerz der Sandkörner die sich in das Fleisch bohrten fühlten sich gut an. Gemischt mit dem Geruch von dem Blut von Fareeda und dem Geruch einer Geburt berauschte es sie leicht und trieb sie weiter an Schritt für Schritt.

Es hatte ihr einen großen Stich versetzt verschwunden zu sein als Khalida gerade dabei war Tücher zu holen. Aber es war richtig wie sie gehandelt hatte. Denn dort wo sie war hinterließ sie verbrannte Erde. Und sie wollte nun nicht noch eine weitere Freundin in ihr Unglück stürzen. Daher war es besser gegangen zu sein in dem Moment wo sie es nicht mitbekommen hatte. Natürlich würde sie Sorge haben und natürlich würde sie sie auch suchen.

Aber auch Khalida würde sie nicht finden.

Ihre Gedanken zogen weiter dabei Schritt um Schritt wo sie weiter in die Wüste hinein ging. Sie war auf dem Weg zu dem Ort wo alles begonnen hatte. Wo ihr zweites Leben begonnen hatte. Ob sie noch einmal die Seele der Wüste sehen würde? Sie wusste es nicht…
Und doch sehnte sie sich danach jene heilige Eluives noch einmal zu sehen. Sie würde ihr gern sagen, dass sie Ameer aus dem Haus Omar erwählen sollte. Er würde das Glück zurück in den Tempel bringen, dass Glück was ihr nicht vergönnt war zu bringen. Denn er würde es schaffen, da war sie sich sicher. Sie hatte den Willen in seinen Augen gesehen, den tiefen Wunsch alles zu schaffen was er sich vorgenommen hatte, also würde er auch diese schwere Aufgabe schaffen.

Sie sah kurz den Skorpionen nach die in der nähe ihrer Füße sich ein Loch im Boden suchten als sie über den langsam felsiger werdenden Sand ging. Das Leben der Wüste war überall auch in der kleinsten Ritze zuhause und die Geschöpfe Eluives waren selbst in der Wüste vielfältig. So vielfältig wie die Charaktere der Bewohner der Stadt Menek’urs.
Jumanah hatte heute bewiesen wie viel Kraft sie hatte und damit Nazeeyas Respekt ein weiteres Mal gewonnen.

Dieser kleine Wirbelwind der Bashir. Sie erinnerte sich noch wie heute daran, wie sie Jumanah kennen gelernt hatte. Es war in der Mine gewesen, sie war dort um etwas Salz zu holen für einen Trank für den Emir. Und dort stand eine junge Natifah, Salz klebte an ihrer Haut und ihre Finger waren rissig von der schweren Arbeit in der Mine. Doch hatte sie sich niemals davon abbringen lassen. Sie war ihren Weg gegangen, heute war sie eine angesehene Salzschürferin. Zu gern hätte sie Jumanah mit Cetem verheiratet schon vor Jahren. Aber sie wäre nicht der kleine Wirbelwind, wenn sie nicht auch dort ihre eigenen Wege gehen würde. Doch irgendwann würde sie auch den Weg zum Altar vor Eluive gehen und irgendwann würde jemand für sie die Hand halten. So wie sie es heute bei Fareeda tat.

Fareeda war heute so tapfer gewesen, die Geburt von Zwillingen war nicht das einfachste. Sie hatte es bei Shirin gesehen, sie hatte ihr Leben gelassen bei der Geburt von zwei Kindern. Und nun war sie umso mehr Eluive dankbar, dass ihre Gebete für Fareeda nicht umsonst waren. Nun lag sie sicher in ihrem weichen Bett die Zwillinge in den Armen und schlafe. Nach einer Geburt schlief man und diese Ruhe sollte man Fareeda nun gönnen. Und alsbald würde sie sich ganz daran erfreuen können Mutter zu sein. Ein gesunder Junge und ein gesundes Mädchen, all das was man sich wünschen konnte. Ein Stammhalter für ihr Haus und ein Mädchen was sie betüdeln könnte.
Ein seichtes lächeln legte sich auf ihr Gesicht als sie daran dachte, dass Fareeda sicher ihrer Tochter sobald sie laufen konnte ein Holzschwert schenken würde. Sie würde ihr zeigen wie eine Natifah sich zu verteidigen hatte. Ein starker Wille würde sich bilden, sie würde sicher werden wie ihre Mutter.

Sie strich mit den Fingern über die steinernen hohen Felsen, spürte die Wärme der Sonne die sich darin gesammelt hatte. Heute war eine neue Generation Menek’urs geboren worden. Und sie würden in ein paar Jahren das Volk genauso unterstützen wie ihre Eltern es taten.

Langsam lies sie sich im weichen Wüstensand nieder, noch schwach erkannte man, dass dort wo sie nun saß einmal ein fester großer Teppich lag. Nur noch ein bisschen war die Statue zu erkennen an welche sie sich lehnte. Ein Großteil der Züge waren vom Wind und der Seeluft aufgefressen worden. Und dennoch wusste sie, was es für ein Bildnis war welche Ehre es war für sie genau nun hier zu sein in der Wiege ihres Seins.

Sie würde niemanden mehr im Wege stehen und nirgendwo mehr verbrannte Erde hinterlassen, sie wollte kein Pech mehr für jene die sie liebte. Und zart lächelte sie auf als sie daran dachte wie Glücklich Radeeh und Fareeda nun werden würden. Sie waren nun eine Familie, eine kleine Familie. Radeh… Mara und zwei Kinder.

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