Irgendwo nahe Berchgard, in einem geschützten Winkel zwischen den Bäumen, sähe, wer zufällig vorbei käme, eine kleine Lagerstätte - nicht viel mehr als ein Feuerchen, einige auf dem Boden ausgebreitete Felle und ein altes Stück Segeltuch, das auf einer Schnur zwischen den Bäumen grob als Zeltersatz gegen Wind und Wetter aufgespannt worden ist.
Tagsüber ist das Lager verwaist, und kaum mehr als vielleicht ein Apfelstrunk, Späne von Schnitzerei oder ein abgebrochener Pfeilschaft weisen auf den Bewohner hin.
Jetzt jedoch, wo die letzten Strahlen des Lichtes irgendwo hinter den felsigen Berghängen versickern, sitzt eine dick vermummte Person in diesem Lagerchen, gehüllt in einen Mantel, mit Mütze, Handschuhen und grobem Wollschal der bis zur Nase hochgezogen wurde am Feuer und hält einen frischen Fleischspieß zum Garen über die Flammen.
Der Geruch brutzelnden Fleisches mischt sich mit dem süßen Duft eines Bratapfels - der kurzerhand auf den selben Spieß gesteckt wurde. Die gegen Winter und Kälte verhüllte Gestalt kritzelt derweil mit der freien Hand, und in eher ungeübter Handschrift, einige Zeilen in ein kleines Büchlein auf ihrem Schoss.
02. Alatner 254
Angekommen vor zwei Tagen.
Es sieht aus wie daheim, mit all dem Schnee, es glitzert und schneit und stürmt wie es sich gehört für den Winter. Wenigstens etwas Gewohntes hier in diesem fremden Landstrich, der selbst ein wenig so wirkt, als hielte er Winterschlaf: Leer und still ist es allerorten, wo es das nicht ist laufen oder galoppieren Menschen stumm wie die Geister vorbei ohne auch nur zur Kenntnis zu nehmen, daß dort noch jemand unterwegs ist. Orte an denen ich bei meinen ersten Erkundungen vorbei kam, deren Äußeres mich mit Entsetzen erfüllt, werden nicht zur Kenntnis genommen, als sei es nur Recht, daß Blut und Unheil und Verderben dort direkt an freundlichen Wald angrenzen. Niemand scheint es zur Kenntnis zu nehmen - oder ist man, wie mir eine Dame vor Bajard heute mitteilte, einfach schon so gewöhnt an furchtbare Dinge?
Oh Eluive.
Aber nein - andere Bekanntschaften beweisen glücklicherweise, daß nicht jeder hier von derart stummer, abgestumpfter Natur ist, wie es zahlreiche erste Begegnungen zunächst glaubend machen wollten. Und so werde ich morgen wieder sehen, ob sich nicht weitere Mitglieder der Allianz finden lassen, um mich, wie geheissen, mit ihnen bekannt zu machen.
Darunter wird etwas später eine zusätzliche Notiz angebracht:
Nicht vergessen, für Thancred hundert Lagen Leder. Bin sehr dankbar für den Tausch, Waffe und Schild, die er mir gab, haben bereits gute Dienste erwiesen.
In Wind und Wetter
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Faris Terevell
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In Wind und Wetter
Zuletzt geändert von Faris Terevell am Samstag 3. Dezember 2011, 13:48, insgesamt 3-mal geändert.