Rattenspieß und andere Träume ....

Geschichten eurer Charaktere
Rynna Linden

Rattenspieß und andere Träume ....

Beitrag von Rynna Linden »

Sie hatten den Winter überlebt, es war beinahe wie ein Wunder, aber ausser ein paar schlimmen Erkältungen hatte sie nichts weiter niederreissen können.Gerin fand immer etwas für sie beide, war's ein Nachtlager, ein, zwei gebratene Ratten am Spiess, ein getrockneter Apfel.. er sorgte sich um sie . Seit dem Tag an, als sie brutal aus dem gräflichen Kerker geworfen worden war, direkt in den herbstlichen Schlamm hinein, hatte er sie aufgefischt, sich ihrer angenommen, warum auch immer.

So waren sie gemeinsam durch die Lande gezogen, vom Norden in den Süden , hatten von der Hand in den Mund gelebt, gebettelt, gestohlen, auch kleinere Arbeiten angenommen bis sie ohne viel zu überlegen ein Schiff nahmen.. zu einem Land in dem Milch und Honig fliessen solle, so zumindest sprachen die Leute.

Der erste Tag an Land war aufregend, all die neuen Gerüche, jedes Land scheint seinen eigenen charakteristischen Duft zu haben, so auch dieses... Bajard , so nannte man die kleine Hafenstadt, obwohl es mehr ein Fischerdorf zu sein schien.

In altgewohnter Manier gingen Gerin und sie Hand in Hand durch die Gassen, blieben hier und da stehen, die Aushänge der Läden betrachtend, den Bewohnern einen scheuen aber freundlichen Blick zuwerfend.

Die schöne Frühlingsluft lockte sie aus dem Dorf, raus in den Wald, vorbei an einigen reichen Höfen.. als plötzlich etwas geschah, just im dem Moment als sie ihre Hand wieder in Gerin's Hand gleiten liess... Er sah sie nur an, seine graublauen Augen versanken in ihren und es schien ihr, dass dieser Blick bis tief in ihr Herz reichte.
Rynna Linden

Beitrag von Rynna Linden »

Gerin hatte eine kleine verlassend Hütte ausfindig gemacht, ein Paradies mit einem Kamin und einem Bett für sie beide.Das Feuer prasselte gemütlich an den noch mitunter recht kühlen Frühlingsabenden während sie beide aneinandergeschmiegt unter den Decken lagen und Gerin ihr durchs Haar strich, sie an Leib und Seele genesen lassend.Seit mehreren Tagen schliefen sie bereits in dieser Hütte, bald war es Zeit weiterzuziehen, nie zulange an einem Ort, so ist es am sichersten und so hatten sie es abgemacht.
Rynna erwachte im frühen Morgengrauen, Gerin schlief noch friedlich an ihrer Seite als sie sich kurz davonstahl um im klaren Fluss zu baden. Der Frühling liess den Fluss schimmern, alles erwachte zum Leben.. das Morgenlicht schimmerte über dem Wasser,das Schilf , die ersten Wasserpflanzen, alles funkelte und vibrierte in der klaren Frühlingsluft.. das noch recht eisige Wasser benetzte ihre Haut als sie einen entsetzlichen Schrei vernahm . Wild fuhr sie herum, es kam aus Richtung der Hütte.. nass sprang sie aus dem Wasser, noch rennend zog sie ihre Kleidung über , blind vor Sorge, Unheil ahnend... Geeeriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin !!! Sie rief seinen Namen, rannte, stolperte , sich wieder aufrichtend , das Gesicht und Arme zerkratzend als das Buschwerk gegen sie peitschte, erreichte sie die Hütte. Blut !!! Sie hastete hinein und sah ihn dort liegen... oh nein !!!! Geriiiin !!! Der Körper ohne Kopf auf dem Bett, Blut wohin sie nur sah .... oh Gerin !!! Doch da schon bebte die Erde und ein Grollen und grausiges Brüllen erfüllte den Raum, ein Oger stand in der Türe, blutverschmiert seine Hände nach ihr ausstreckend... Weinend, schreiend, taumelnd vor Ohnmacht, nicht wissend wie ihr geschieht rammte sie ihm ihr Messer in die Seite.. ein unglaublich schmerzerfülltes Gebrüll erfüllte den Raum und Rynna rannte und rannte, weinend, fallend sich wieder aufrichtend einfach nur fort. Atemlos kam sie an eine Lichtung ,und unter einem grossen Baum sassen zwei Gestalten, in Leder gekleidet, der Mann vermummt einen grossen Bogen haltend, eine hübsche Frau mit langem hellen Haar. Anfänglich sich nicht trauend, hinter einem Busch zitternd kauernd ,doch sich dann doch ein Herz nehmend und die beiden um Hilfe bittend ging es zurück zur Hütte.. zwei Waldläufer ,lautlos hinter ihr herlaufend, ihre Kleidung verschmolz mit den Farben des Waldes sodass Rynna oftmals zweimal hinschauen muste um sicherzugehen ob sie tatsächlich folgten.
An der Hütte angelangt vernahmen sie schon aus der Ferne das Brüllen und Grunzen des Ogers... die beiden Waldläufer legten innerhalb eines Wimperzuckens ihre Langbögen an und schon hörte man das Sausen blitzschneller tödlicher Pfeile, ein Erbeben der Erde als der Oger tot ins Gras fiel. Rynna rannte sogleich ins Innere der Hütte, Eldir und Aliyah , die Waldläufer ihr folgend. Die Hütte war erfüllt von dem süssen , übelkeitserregenden Geruch frischen Blutes, Fliegen begannen im Raum zu schwirren, sodasss Eldir sogleich sein Halstuch über die Nase zog, und den Leichnam näher in Betracht nahm. Doch Rhynna starrte nur auf den Kopf, der von dem restlichen Körper getrennt auf dem Tische ruhte. " Das ist nicht Gerin ", raunte sie schliesslich, mit panischen , doch nunmehr hoffnungsvoll auf den Kopf gerichteten Blick. Geriiiiiiiiiiiiiiin ! Sie lief hinaus , immer und immer wieder Gerin's Namen rufend....
"Somit ist es nicht dein Kerl... sicher sucht er dich ", versuchte Eldir sie zu beruhigen... . und sie brachten sie nach Bajard... " Er wird dich schon finden.. alles wird gut ... " Und schon waren die beiden wieder mit den Blättern des Waldes verschmolzen und nicht mehr zu sehen....
"Oh Gerin... Gerin...." nachdem sie das gesamte Dorf nach ihm abgesucht hatte setzte sie sich an das Feuer welches am Dorfeingang brannte.... den Blick beständig bangend und hoffend auf den Weg heftend...
Rynna Linden

Beitrag von Rynna Linden »

*oops*
Zuletzt geändert von Rynna Linden am Sonntag 10. April 2011, 17:24, insgesamt 1-mal geändert.
Rynna Linden

Beitrag von Rynna Linden »

Der Sommer war beinahe so schnell vergangen wie er gekommen war und war im Begriff sich zu verabschieden. Rynna und Gerin folgten ihrer Eingebung so wie es der Wind tat und seine Richtung wechselte, ganz der täglichen Stimmung folgend, frei wie die Vögel .
Rynna liebte Gerin sehr, genoss seine pure Anwesenheit und bewunderte ihn insgeheim für seine Gewandtheit, wohl ebenso so sehr wie er auch in sie vernarrt war. Sie schliefen mal hier und dort, mal wars im Heu einer stillen Scheune, mal die Abgeschiedenheit des Waldes der ihnen Schutz vor der Nacht bot.
Nur durfte man nie zulange an einem Ort verweilen, zu schnell wurde man gesehen, erkannt und eines Diebstahls beschuldigt den man nicht begangen hatte.
So begab es sich, dass es die beiden nach Berchgard verschlug, ein Pferdestall mit frischem Heu hiess sie geradezu willkommen und als sie nach erholtem Schlaf an der angrenzenden Taverne einkehrten bot man ihnen wie in einem Märchen eine freie Mahlzeit an, welche allwöchentlich einfordern durften sogar, vorausgesetzt, man würde dieses nicht weitererzählen. Es wurden Vorspeise und Hauptgang, Nachtisch und Getränke gereicht und sie saßen an einem sauber gedeckten Tische, paradisisch nahezu. Dieses war wohl dem Wirt und seiner liebreizenden Frau zu verdanken, zwar lagen die beiden in einem stetigen Zwist, doch schienen sie sich ebenso zu lieben wie Gerin und Rynna es taten.
Somit kam man allwöchentlich wieder und brach das unausgesprochene Abkommen nirgends zu lange und zu oft zu verweilen.
Denn kaum baten sie in der Nähe der Taverne um eine milde Gabe , so wurden sie auch schon von einer Frau mit stohgleichem Haar als Strauchdiebe und Faulenzer verschrien und beleidigt. Wüst fielen ihre Beschimpfungen aus, bis eine edle Elfin einschritt und die Frau mit sanfter Stimme belehrte: " Bitten und freiwilliges Geben liegt nahe beieinander, drum zügelt Euren Zorn Frau !"
Diese Nacht mieden sie den warmen Pferdestall,einen dumpfen Nachgeschmack hatte ihnen das geschrei der Frau beschert und suchten sich ein Plätzchen ausserhalb des Städtchens, geschützt im Dickicht eines alten Waldes, dort wo das Moos noch trocken und warm war.. bald schon mussten sie sich nach etwas anderem umsehen, waren die Winter hierzulande doch kalt und unbarmherzig .


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Zuletzt geändert von Rynna Linden am Mittwoch 5. Oktober 2011, 17:49, insgesamt 3-mal geändert.
Rynna Linden

Beitrag von Rynna Linden »

Rynna erwachte im Morgengrauen, die Luft klirrte vor Kälte. Gerin hatte sich zur Seite gedreht und somit das sie bedeckende dünne Hirschfell mit sich gezogen,er schlief, tief und den ersten fallenden Schnee nicht bemerkend. Doch Rynna zog das Fell wieder über sich,auf ihrem Lager nahe des wärmenden Leuchtfeuers im Bajarder Leuchtturm. Auf dem Rücken liegend fühlte sie die kleinen kalten Schneeflocken wie sie auf ihr Gesicht herabsegelten, dann schmolzen und einen nassen Abdruck hinterliessen. Sie öffnete ihren Mund um die Flöckchen aufzufangen, spielerisch,wie einem Kind war ihr zumute,eines und noch eines fangend spürte sie plötzlich wie Gerin's Arme sie umschlossen. " Es ist Winter, sieh nur... es schneit!" jauchzte sie geradezu , in diesem Moment gänzlich die Härte der kommenden Monate ignorierend und sich dem wundervollen Schauspiel der tanzenden Flocken ergebend.

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Rynna Linden

Beitrag von Rynna Linden »

Die Stiefel drückten, sodass ich so oft es nur ging, diese schweren Dinger wegschleuderte, nur um meine Füsse durch den Schnee hindurch, tief zum Erdreich wandern zu lassen. Manch einer schaute mich an als sei ich wahnsinnig. "Was tust du, um Himmels willen!! Du wirst dir noch die Lungenpest holen!!!" Doch ich konnte nicht anders, ich musste die Erde fühlen, hoffend, dass ich bald weichen Boden fühlen konnte, wie sehr nur sehnte ich mir den Frühling herbei! Gerin und ich hatten diesen Winter geschützt unterm Feuer des Leuchtturmes in Bajard verbracht. Glücklicherweise war das kleine Fischerdorf von anderen Dingen in Beschlag genommen worden, sodass man uns in Ruhe kampieren liess. Ein warmes dickes Fell verwandelte unsere Schlafstatt in ein weiches Lager, wir brieten uns sogar den ein oder anderen gestohlene Huhn dort oben am Feuer, sodass es sich beinahe anfühlte als hätten wir ein kleines Zuhause gefunden. Den Winter hatten wir überlebt, wir liebten uns umso mehr und warteten nur auf den Tag, an dem wir wieder frei wie die Vögel im Wald und auf Wiesen schlafen konnten .

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Zuletzt geändert von Rynna Linden am Montag 16. April 2012, 22:36, insgesamt 1-mal geändert.
Rhynna Linden

Beitrag von Rhynna Linden »

Gerin war fort,er war einfach eines Tages nicht mehr wiedergekehrt.Wochenlang suchte ich all unsere vertrauten Plätze ab,lungerte an all den Kreuzungen die in alle Teile des Landes führten, in der Hoffnung ihn dort zu finden.Doch er kam nicht.
Nun war ich auf mich allein gestellt, allein so wie noch nie zuvor.Ich begab mich zurück nach Bajard, schlief im Pferdestall nahe der Taverne,doch wurde ich oft aus dem Schlaf gerissen von dem Gebölke Betrunkener und aus Angst einem solchen in die Arme zu laufen nahm ich Reissaus und versteckte mich in den letzten Winkeln des Dorfes.Über Tag erbettelte ich mir etwas zu Essen, auch mal ein paar Münzen wurden mir in die Hand gedrückt, oftmals mit der Ermahnung dass es an Arbeit nicht mangeln würde, faule Leute würde man nicht gern dulden. Eine Frau schenkte mir sogar ihre Angelrute auf dass ich fischen solle... ich, die ich den Geruch von gebratenem Fisch nicht allzu gern hatte, ganz davon zu schweigen, dem armen Fisch das Leben zu nehmen.
Stets freundlich war dagegen der Schreiner Ohtis und jedes mal, wenn ich an seine Tür klopfte streckte er mir einen Bissen zu, mich aufmunternd und mir Glück wünschend.
Dem gewünschten Glück folgend gelangte ich auf eine Insel,stets in der Hoffnung eine Spur von Gerin zu finden.Stattdessen führte es mich zu einem älteren Herrn, Seemann von Beruf wie sich später herausstellte.Er lehrte mich das Schwimmen, ohne jegliche Gegenleistung, ganz aus Langeweile heraus wie er sagte und ich fühlte mich seit langer Zeit am rechten Fleck neben diesem rauhen Mann. Er nannte mich 'Kind' und vergass meinen Namen, wir teilten hartes Brot und jedes noch so kleine Lächeln auf seinen schmalen Lippen wärmte mich auf sonderbare Weise.
Er ließ mich neben sich auf seinem Lager nahe des Strandes inmitten alter Fässer schlafen,die Wellen rauschten und ich fiel wie seit langem nicht mehr in einen tiefen und ruhigen Schlaf.


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Zuletzt geändert von Rhynna Linden am Montag 3. September 2012, 23:02, insgesamt 1-mal geändert.
Rhynna Linden

Beitrag von Rhynna Linden »

Mein Zuhause war nun der Drachenhof vor den Toren Adoran's.Die liebe Amary bildete mich aus,zeigte mir wie man den besten Kuchen der Welt zubereitete,Marmelade aus frischen Sommerfrüchten sowie Köse und Kräuterquark herstellte,kurzum, ich war glücklich,hatte sogar meine eigene kleine Kammer mit Kamin, ein weiches Bärenfell auf welchem ich warm und weich schlief bis der Morgen graute. Doch in dieser Nacht fand ich keinen Schlaf,immer und immer wieder sah ich hinaus zum Mond welcher voll und schön in mein Zimmer schien und die Welt noch unwirklicher machte als sie eh schon war.Meine Gedanken schwebten zu Bartos, dem rauhbeinigen Piraten der mir teils Vater teils Geliebter gewesen zu sein schien.Doch hatte ich ihn lange schon nicht mehr gesehen,er schien auf See zu sein, kein Abschied,keine Spur von ihm als ich wieder auf Kelar traf.Ich kannte ihn bereits aus Bajard wo wir oft Fisch am Feuer rösteten.Ich weiss nicht weshalb sich oftmals im Leben alles wenden kann und man sich selber wie ein wehendes Blatt im Herbstwind fühlt,doch alles was ich sagen kann ist,dass es wunderschön ist und meine Gedanken weilten den Rest der Nacht bei Kelar,wie er mich im Mondlicht anfänglich vorsichtig und dann zunehmend sicherer küsste und mich fühlen ließ,dass ich nicht allein sei,sondern geliebt wurde... ich weiss nicht ob er wiederkommen wird, doch der Abend am Wasser wird unvergessen sein... ...

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Ivar Norem

Beitrag von Ivar Norem »

Noch immer stand er starr da, an der Stelle, am Rande des Sees, an dem sie ihn zurückließ. Sein Blick folgte ihr solange es ging, bis er sich in der Dunkelheit verfing, in die sie entschwand. Es war ihm, als ob sein Körper jeglichen Befehl verweigere. Lediglich ein leichtes Zittern verspürte er, das seinen Körper vollends zu umfassen schien, ihm verunmöglichend, dessen Ursprung auszumachen. Vielleicht war es die Kälte, die sich zunehmend den Weg in seine, noch immer offenstehende, Ledertunika bahnte, und gegen die das dünne Leinenhemd nicht lange bestehen konnte. Vielleicht war es auch das Unbehagen, das ihn heimsuchte, dachte er daran, wie Rhynna wohl reagieren würde, würde er ihr mehr von sich anvertrauen.
Außerhalb Adorans fand er einen kleinen, windgeschützten Unterschlupf, in den er sich für die Nacht einnistete. Noch immer kreisten seine Gedanken um Rhynna. Etliche male schoss ihm die Erinnerung in den Kopf, wie sie ihn wortlos verlies, als er ihr von der kleinen Lüge erzählte, den Namen, hinter dem er sich verbarg und noch immer verbirgt. Lange war es ihm egal, wie man ihn nannte, was man in ihm sah, was er in Anderen zu sehen hatte oder was er ihnen erzählte. Doch seit Kurzem schien sich das zu ändern und er begann zu hinterfragen, was er da eigentlich tue. Durch die Lügen, Erzählungen, Geschichten, die er hörte, las, erdachte und verbreitete, in Verbindung mit seinen Erinnerungen an Vergangenes, ward sein Leben zu einem verworrenen Dickicht aus, mal diffusen, mal klar konturierten einzelnen Episoden verkommen, die zunehmend den Zusammenhang zueinander vermissen liesen.
Doch waren es nicht die Gedanken an die Anderen, die ihn diese Nacht nur schwer einschlafen liesen, sondern der Zweifel, ob er sich Rhynna erklären solle und wenn ja, wie er dies tun könne, ohne ihre Zuneigung zu verlieren, die ihm zunehmend als einziges Wichtiges erschien.
Das Bier, das sich ihm sonst so süßlich präsentierte, schmeckte schal, verhalf es ihm aber zu schlafen und zu verdrängen, zumindest für diese Nacht.
Rhynna Linden

Beitrag von Rhynna Linden »

Ich erwachte von dem Klappern der alten Wassermühle und blinzelte und sah die vielen kleinen Staubpartikelchen im Sonnenlicht tanzen. Noch vor wenigen Stunden hatte hier das Mondlicht seinen silbrigen Zauber verbreitet,hatte mich und Kelar umschlungen wie ein schützender Mantel.Der Abend war anders gewesen als die Abende zuvor,überwiegend schwermütig,hatte doch Kelar sich durchgerungen gehabt mir sein wahres Leben zu schildern,ein Leben mit welchem man nicht prahlen konnte, keines von welchem man offen in geselliger Runde sprach.Um ehrlich zu sein,hatte Kelar sogar in Betracht gezogen dass ich gehen würde, gehen ohne wiederzukehren und war sichtlich erstaunt,dass ich dieses nicht tat sondern mein eigenes Leben ein wenig in dem seinen wiedererkannte.Weit schlimmer aber als die Wahrheit,war der Moment,als wir uns im Arm hielten, den Mond betrachteten und meine Hand über die Haut seines Rückens führte.Ich stockte als ich die vielen Narben erfühlte,Narben von Peitschenschlägen,die sich mit Hilfe eines Metalplättchens tief in die Haut gegraben hatten und auf ewig währen würden.Im Nu hatte ich den alten Kerker vor Augen in den mich der Graf hat sperren lassen,Eisenringe an den Wänden,der modrige Geruch und das faulende Stroh ... "Wem hast du diese Narben zu verdanken?"fragte ich ihn leise,mit Mühe meine Tränen zurückhaltend.Mit beinahe emotionsloser Stimme, als sei dies schon lange nicht mehr von Wichtigkeit sagte er:" Mein Vater gab es in Auftrag, so, wie er so vieles andere bestimmte ohne sich je die Hände schmutzig zu machen." Mein Herz zog sich zusammen,hatte auch ich bereits in meinem jungen Leben schon Vieles erleben und durchstehen müssen, hatte ich jedoch immer die Liebe meiner Eltern in meinem Herzen ruhend.Ich schmiegte mich still an ihn, tröstend und voller Mitleid für all das, was uns Menschen angetan wird.Er hielt mich ebenso,küsste mich als er mir dann leise ins Ohr hauchte :" Ich brauche diese Nacht für mich,dann kehre ich zu dir zurück",küsste mich noch einmal und ging um kurz darauf ein Teil der nächtlichen Schatten zu werden.Ich blieb in der Mühle, war sie mir doch bereits vertraut aus vielen Nächten zuvor die sie mir bereits als Unterschlupf gedient hatte.
Abermals schlief ich nur unruhig, an ihn denkend und ihn zu mir wünschend.
Die Nacht war vergangen,der Morgen erwacht und so erhob ich mich von dem einfachen Strohlager,strich meine Kleidung glatt und schlich leise an den Wachen Adoran's vorbei um zum Hof zu gelangen wo die morgendliche Geschäftigkeit bereits in vollem Gange sein würde... Würden sie Fragen stellen,würde man mir womöglich ansehen dass etwas in meinem Leben geschehen war?
Eilig trugen mich meine Füße durch das Stadttor, das Schultertuch eng um mich gezogen,die frische kühle Herbstluft aufnehmend.

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/0371-0106_wassermuehle_bei_staffordshire.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Rhynna Linden am Donnerstag 27. September 2012, 13:16, insgesamt 1-mal geändert.
Rhynna Linden

Beitrag von Rhynna Linden »

Ich erwachte durch einen quälenden,pochenden Schmerz,öffnete die Augen im schwachen Dämmerlicht der ersten Morgenstunden und sah Kelar neben mir auf dem alten Bärenfell liegen,mit einem Ausdruck der Erschöpfung fest schlafend.Ich versuchte mich etwas aufzurichten und sah an mir herab,der Quelle des Schmerzes folgend,und starrte auf den scheinbar erst frisch bandagierten Oberschenkel.Ich liess mich vor Erschöpfung zurück in die Felle sinken,Stück für Stück setzte wie durch einen fernen Nebel die Erinnerung ein, erst zaghaft, dann deutlicher werdend.

Das Abenteuer hatte in Bajard begonnen,exakt zu dem Zeitpunkt,als dem Mann die Schriftrolle aus der Jackentasche rutschte.Anstatt ihn darauf aufmerksam zu machen bückte ich mich und liess das aufgerollte Pergament in mein Körbchen gleiten um es zu späterer Stunde Kelar zu zeigen." Sieh nur diese gestrichelte Linie,Kelar,es scheint, als wolle sie irgendwo hinführen... es beginnt in Bajard und ... endet weit im Westen irgendwo im Wasser!"Kelar schien garnicht begeistert mit mir auf Schatzsuche zu gehen,was, wenn der vermeintliche Schatz bewacht und was,wenn wir denen in die Hände fallen würden.Doch ließ ich nicht locker,zu sehr wollte auch ich einmal die Prise Aufregung verspüren wie sie auch gerade Elinor kosten durfte.Sie hatte sich jüngst einer Gruppe angeschlossen und gemeinsam durchstreiften sie die Höhlen und Ruinen des Landes, Schätze suchend, wie sie mir mit vor Erregung bebender Stimme berichtete.Als Kelar weiterhin unschlüssig war drohte ich nötigenfalls auch alleine zu gehen, im Stillen hoffend,dass dieses ihn umstimmen könnte.Ich sollte Recht behalten, er konnte es nicht übers Herz bringen mich in gefahr zu wissen und somit machten wir uns bewaffnet mit Pickaxt und Beutel,Laterne und leichter Wegzehrung,inklusive einer Flasche Wein auf den Weg.
Die Karte führte uns hinein in die nahende Dämmerung,weit nach Westen,tief in rahalisches Hohheitsgebiet. Mulmig war mir zumute,noch nie hatte es mich bisher hierher geführt und schaurige Bilder von folternden Letharen,fanatischen Rahalern überlagerten meine Gedanken, nahe dran Kelar zu bitten umzukehren. Doch verbot dies mein Stolz, keiner solle denken dass ich nicht mutig sei, nein, ich wollte auch Abenteuer erleben, so wie Elinor und die Frauen von der Insel.Kaum noch ein Wort wechselnd stiefelten wir somit weiter, bis hin zu dem Ort, der auf der Karte verzeichnet war. Eine Lagune!Ich beleuchtete ihre Oberfläche, das Wasser glitzerte hellblau, es schien nicht tief, man könnte hineinwaten und den ersehnten Schatz heben.Ich zog meine Stiefel aus, krempelte meinen langen Rock weit hinauf und stieg ins Wasser welches erstaunlich warm die Beine umspülte.Da plötzlich wurde Kelar,welcher sich der Lagune von einer entfernteren Stelle nähern wollte,von einer rutschenden Woge erfasst und direkt mitsamt allen Sachen am Leibe, ins Wasser befördert. Ich lachte und vergass meine Angst als ich ihn da durchnässt wie einen jungen Hund stehen sah, eilte zu ihm um ihm meine Hand zu reichen, weiterhin noch fröhlich lachend nahmen wir dann unsere Suche auf, den Untergrund der Lagune erfühlend, Schritt für Schritt weitertastend bis sich uns tatsächlich eine Art felsiger Übergang offenbarte und uns zu Stufen führte die tief nach unten zu führen schienen. Uns ansehend und zunickend traten wir mit den Weg nach unten an,mein Herz hämmerte in der Brust, Kelar dagegen schien die Ruhe selbst,als sei Gefahr nichts Neues, lediglich seinen wachen Blick aufmerksam dem Unbekannten zugewandt.Der Weg treppab schien uns in eine, mit warmem Wasserdampf erfüllte Höhle zu führen, das Licht unserer kleinen Laterne beleuchtete die zerfurchten Höhlenwände und liess jene grünlichblau schimmern. Wir tasteten uns durch die schmalen Gänge bis wir zu eine Stelle kamen die sich zu verengen schien, jedoch breit genug war,eine erwachsene Person hindurch zu lassen..Kelar ging voran und plötzlich befanden wir uns vor einer Holztüre, deren altes Schloss von der Feuchtigkeit verrottet,die Türe nur leicht angelehnt liess. Uns offenbarte sich wohl ein ursprünglicher Schlupfwinkel, ein paar Fässer, eine Schlafrolle,Kisten, womöglich Schmuggelware und eine alte verstaubte Armbrust .Hier war schon seit Monden niemand mehr gewesen.

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Smuggling.jpg[/img]

Erleichtert atmete ich auf,froh keine Wächter oder Banditen vorzufinden. Während Kelar die Armbrust inspizierte, öffnete ich den Deckel einer der Kisten und zog einen alten Beutel hervor.Spinnweben umgaben jenen,sodass ich ihn rasch zu Boden warf, mich meiner panischen Angst vor diesen Insekten nicht erwehren könnend. Kelar lachte leise, legte die Armbrust beiseite und öffnete den verstaubten Lederbeutel um einige äusserst interesante Dinge hervorzuholen.Neben einiger Goldmünzen unbekannter Währung kamen ein Paar hohe Stiefel, zwei Flaschen Rum,und Kleidung aus hauchdünnem Stoff wie es die Haremsdamen aus Menek'ur zu tragen pflegen. Augenblicklich erfasste mich ein Gedanke .... war hier womöglich eine der menekanischen Frauen gefangen gehalten worden, womöglich sogar ihres Lebens beraubt worden?Ich mochte diesen Satz nicht zuende denken,lief nun eisiger Kälteschauer nach dem anderen meinen Rücken hinab... wir stopften alles zurück in den Beutel und verliessen die Höhle,schnellen Schrittes zurück nach Osten. Wir sollten nach menek'ur reisen und den dort zuständigen Behörden von diesem Fund berichten, was, wenn tatsächlich jemand vermisst werden würde...
Was danach kam muss ich gestehen ist ab einem gewissen Punkt nicht mehr klar und in schwirrende Nebel gehüllt... ich weiss nur noch wie wir eine Brücke überquerten, Neugierde trieb mich und ich wünschte zu sehen was auf der kleinen Insel verborgen war,hatte man extra diesen Übergang errichtet. Ein kleines Häuschen kam im trüben Dämmerlich zum Vorschein, wir beleuchteten das Türschild welches knarrend von leichten Wind angetrieben hin und herschwankte. 'Heiler', war zu lesen und während Kelar sich noch am Haus umsah schritt ich weiter zum Garten hin, und erblickte einen grünlich blubbernden Teich, einen Sumpf wie es schien und näherte mich jenem und trat auf den kleinen hölzernen Steg.

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Bis jetzt kann ich mir nicht erklären,was mich zum Rutschen brachte, vielleicht waren es die Sohlen meiner neuen Lederstiefel,vielleicht auch das alte von der Witterung feuchte Holz des Steges, doch wie auch immer... plötzlich rutschte ich aus und fiel in den gespenstischen Sumpf, das eklige Brachwasser drang in Augen und Mund,nach Luft ringend und wild um mich schlagend,fühlte ich wie Kelar's Arme sich um mich legten. Er war mir hintergesprungen,mich hochziehend und während er mir mit seinem Kopftuch den Schlamm aus den Augen und von der Nase zu wischen versuchte fühlte ich,wie sich etwas um mein rechtes Bein legte, anfänglich nur schwach, doch dann enger und enger.Panisch schlug ich drauf ein, Kelar nun ebenso, nun wohl auch realisierend, dass dort etwas zu leben schien was uns als Opfer ausersehen hatte. In meiner Not zog ich mein Messer aus dem Gürtel und stach einfach blind drauflos, den Schmerz den ich mir selber dabei zufügte, kaum wahrnehmend. Kelar zog mich aus dem Wasser, was auch immer mich attackiert hatte liess von meinem Bein ab,sicherlich auch unter den blinden Hieben meines Messers leidend und sich zurückziehend.
Schlammbedeckt und vor Angst zitternd merkte ich wie mir seltsam wurde, der Boden begann zu schwanken und mein Herzschlag setzte mitunter aus,ich klammerte mich an Kelar und von da an weiss ich nichts mehr zu berichten... ausser dass ich ein sehr helles wunderschönes Licht sah und eine wunderschöne Frau mit goldenem Haar zu mir sprach und mich bei der Hand nahm... der Himmel schien in lauter Pastellfarben gehüllt und es herrschte mehr als Frieden, es schien endlose Freiheit auf mich zu warten.... die wunderschöne Frau, ja Göttin in meinen Augen lächelte mich an, ihr Blick so liebevoll und zugleich verstehend und sie liess mich hinter mich blicken, zurück zu dem Ort den ich als mein Zimmer in Drachenhof deutete, zurück zu Kelar, der an meinem leblosen Körper kniete, meine Wange streichelnd und Seite an Seite eines Elfen um mein Leben rang.
"Lasst mich zurückgehen,lasst mich zu ihm, ich bitte Euch... ",bat ich die Göttin und fühlte ein Schweben,als löse ich mich gänzlich auf...

Mein Blick ging wieder zur Seite, noch schlief Kelar,sichtlich erschöpft von dem Kampf um mein Leben... ermattet lag ich in den Fellen, doch neue Hoffnung fühlend.. ich würde leben... und liess meine Hand in die seine gleiten um daraufhin wieder einzuschlafen.

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/284461_345569852200798_445057208_n.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Rhynna Linden am Donnerstag 4. Oktober 2012, 13:37, insgesamt 3-mal geändert.
Rhynna Linden

Beitrag von Rhynna Linden »

Kelar kümmerte sich um mich, wusch mein Haar und befreite mich von den Resten des ekligen, bereits angetrockneten Schleims der noch auf meiner Haut haftete... er versprach mir zu helfen und beruhigte mich was die Arbeit auf dem Hof betraf.Was sollte nur werden wenn das Obst nicht abgeerntet werden konnte, die Früchte auf dem Feld, die Kühe nicht gemolken, unmöglich konnte ich das alles Elinor und Amary überlassen... was,wenn Amary mich entlassen wollte nun... ein verletzter Lehrling taugte zu Nichts....
Geschwächt lag ich auf dem alten Bärenfell, ein weiches Kissen unter dem Kopfe liess ich mich von dem Schein des wärmenden Feuerchens trösten... Kelar war immer noch bei mir,selber erschöpft ob der Ereignisse, gab er mir trotzdem Trost und seine Liebe... Elinor versprach das Obst zu ernten und empfahl mich Kelar's Obhut...
......trotz des dumpfen Schmerzes in meinem Bein fiel ich in einen ruhigen Schlaf....

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Krank1.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Rhynna Linden am Mittwoch 3. Oktober 2012, 18:30, insgesamt 1-mal geändert.
Rhynna Linden

Beitrag von Rhynna Linden »

Ich erwachte früh,der pochende Schmerz im Bein gönnte mir keinen weiteren Schlaf.Kelar schlief noch fest zur Seite gewandt, bedeckt mit seiner Jacke,die Beine angezogen... leise erhob ich mich.. und ging um meine Notdurft zu verrichten in den Garten.
Elinor war bereits emsig am Feld zugange, ich grüßte sie und sie bot mir Frühstück an, sie habe gekocht und gebacken, ich solle auch Kelar etwas davon mitnehmen... ich bedankte mich und begab mich ins Innere. Das Feuer am Kamin des Gemeinschaftsraumes war bereits entfacht und ich setzte mich in einen der weichen Sessel die Amary jüngst erworben hatte.
Da hörte ich die Haustür gehen und als ich Shyra erblickte, freute ich mich,das nun jemand vom Handelshaus kam,dem ich von meinem Leid berichten konnte.Trotz unserer Meinungsverschiedenheiten hatten Shyra und ich Frieden geschlossen und so erzählte ich ihr vertrauensvoll von dem Sumpf und von Kelar,wie ihn meine Verletzung mitgenommen hatte.Zuerst noch sprach sie mir freundlich zu, doch zunehmend wuchs ihre Besorgnis dass ich einen Fremden ins Haus gelassen hatte.Es seien in der Vergangenheit ungute Dinge geschehen,sie als Wache müsse das kontrollieren und werde sich nun öfter sehen lassen um nach dem Rechten zu sehen...ich verstand vorerst nicht worauf sie hinaus wollte, war es doch Kelar gewesen, der mich während meiner Ohnmacht gepflegt und gehegt hatte, nichts weiter... weder wollte er hier einziehen, noch sonstiges,doch Shyra liess nicht nach, fragte abermals weshalb ich niemandem Bescheid gegeben hätte, wie sich denn Kelar in einem fremden Hause gefühlt haben muss, ob er denn kein ungutes Gefühl gehabt habe... schliesslich sei der Hof im Besitz des Handelshauses und Amary nur die Verwalterin. Bei diesen Worten fühlte mich beinahe schon des Betruges bezichtigt... ein Gefühl von Knechtschaft überkam mich.. keine Wertschätzung, nur Misstrauen....
In diesem Gewirr von Beschuldigungen und Ratschlägen kam noch Elinor herbei gelaufen, rief mir etwas zu,was ich in dem Stimmengewirr nicht verstand ...
war sie doch gestern bei mir im Zimmer gewesen, hat gesehen wie krank ich war und wie rührend Kelar mich umsorgte..
Heute wieselte sie nur um Shyra herum, mich gänzlich schräge anblickend, anstatt Shyra zu beruhigen, sodass ich mich erhob und in mein Zimmer ging, die beiden mit den Worten dass ich den Hof verlassen werde, zurücklassend... Kelar war durch die aufgebrachten Stimmen erwacht, unter Schmerzen packte ich mein weniges Hab und Gut und versprach Kelar alles zu berichten sowie wir dieses Haus verlassen haben. Ich wollte nichts als nur fort, fort von den Vorwürfen, fort von diesem machtsüchtigen Wesen... ich schrieb Amary einen kurzen Abschiedsbrief und steckte ihn gemeinsam mit dem Schlüsselbund in Amary's Briefkasten.

Elinor brachte uns noch bis ans Tor,wohl nicht verstehend was sich hier zugetragen hatte...
Von Kelar gestützt und mit schmerzendem, mittlerweile geschwollenem Bein humpelte ich zur Kutsche, fort von hier.. fort vom Einfluss dieser Frau.
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Rhynna Linden

Beitrag von Rhynna Linden »

Wir beschlossen nach Lameriast zu reisen,um der Einladung unserer jüngsten Bekanntschaft,eines Thyren, nachzukommen. Vorher hätte ich mich nicht von den Arbeiten auf dem Hof fortreissen können, doch nun stand dem nichts im Wege,hatte Kanubio, so der Name des Thyren,sogar erwähnt, dass er sich eventuell umhören könnte ob jemand auf Lameriast Hilfe auf dem Hof benötigte.
Wir nahmen Abschied von den uns lieb gewordenen Menschen, holten uns Meister Ohtis Segenswünsche ab und liefen Sire Louisan in die Arme... ihm noch die Lage und den Grund unserer Abreise erklärend.Ich war froh, dass wir noch die Gelegenheit hatten unseren Kummer loszuwerden und mit dessen aufmunternden Worte im Herzen bestiegen wir das Schiff.Kelar seiner Seekrankheit trotzend,fiel nachdem ich ihm anstelle der 3 seekrankheitsvertreibenden Pfefferkörner die Flasche Rum angeboten hatte, in einen ohnmächtigen Schlaf, um Stunden später,leicht verkatert das neue Land zu betreten.Frisch wehte der Wind hier am Kai, große grauweisse Seemöwen segelten tief über uns her ihren grellen Ruf ausstoßend. Lameriast, das einsame Land.... ich versuchte mich zu erinnern, war es doch nun schon mehr als ein Jahr her als ich hier das letzte Mal gewesen war.
Wir gingen durch die Gassen, an allen Ecken und Kanten sah man leerstehende Häuser, ja sogar ganze Höfe, unbewohnt als seien die Einwohner geflohen,oder gar verstorben.Ein kurzes Gefühl von Verlassensein überkam mich, mich enger in Kelar's Arm drückend.Als wir jedoch zu des Heilers Haus kamen,durfte ich aufatmend erkennen, dass sein Name noch deutlich auf dem Schild zu erkennen war und die Heilerstube immer noch bewohnt.Wir merkten uns den Weg,sollte sich der Zustand meines Beines verschlechtern, wäre hier Hilfe zu erwarten.
Da es auf Lameriast den Luxus einer Kutsche nicht gab,blieb uns nichts anderes übrig als die Hilfe eines Bauern in Anspruch zu nehmen, der uns auf seinem Ochsenkarren bis vor die Tore Wulfgards mitnahm.
Zögernd folgte ich Kelar über die Runen, die wohl das Hohheitsgebiet der Thyren markierten, ängstlich die uns durchs Dickicht folgenden Wölfe beobachtend. Endlich kamen wir an ein riesiges aus großen Baumstämmen errichtetes Gebäude,über dem massiven, eisenverstärkten Tor prankte ein hölzerner Drachenkopf, erschreckend und beeindruckend zugleich. Es war bereits dunkel geworden und leise zogen wir uns zurück, wir würden Morgen im hellen Licht des Tages anklopfen. Und so errichteten wir unser Lager unweit von den schützenden Festungsmauern, nahe einer Gruppe von Obstbäumen,die bald geerntet werden mussten.... still lagen wir da,einander zuflüsternd,über Freiheit sprechend... Kelar offenbarte mir eine Überraschung an der er für uns gearbeitet hatte und ich sank ohne Worte an seine Seite, mich auf unser neues Leben freuend...
Früh am nächsten Morgen erwachten wir, Kelar begab sich auf die Suche nach Brennholz während ich unser kleines Feuerchen hütete, wartend bis die Thyren erwachten um ihr Tagwerk zu beginnen.

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Rhynnatravelling1.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Rhynna Linden am Freitag 5. Oktober 2012, 23:42, insgesamt 1-mal geändert.
Rhynna Linden

Beitrag von Rhynna Linden »

Kanubio's Rat folgend begaben wir uns zum Weiler ausserhalb Bajards. Ein verträumtes Fleckchen Erde,wo ich auf Arbeit hoffte und die Möglichkeit mehr über die Weinlese und das Keltern zu erlernen. So warteten wir abermals und die Tage zogen ins Land ohne dass wir auf die zuständige Bäuerin trafen, sie läge mit einen gemeinen Schnupfen im Bett, hiess es.
Wir hatten ein stilles Plätzchen nahe des Weilers als unseren Unterschlupf auserkoren, inmitten eines verblühenden Blumenfeldes.Doch mit jedem Tag, ja mit jeder Stunde rückte die kalte Jahreszeit näher herbei und mit ihr auch die so bekannte Angst vor dem Frost und dessen klammen Fingern.
Kelar durchstöberte alte Tunnel und Verliesse nach Geheimnissen und Schätzen, dafür sorgend,dass wir stets genug zu Essen hatten,nebenbei noch emsig unsere Ersparnisse aufbessernd, hatten wir uns doch nun ein festes Ziel gesetzt, ein Ziel welches aus einem Heim, uns und acht Kindern bestand. Acht!!! Dieser Gedanke liess und beide stets lachen, uns bei den Händen halten und die Gegenwart leicht nehmen... es war, als würden wir uns alle Möglichkeiten dieser Welt einfach nehmen können, was immer es auch sei... sogar ganze acht Kinder !!
Doch vorerst schien der Herbst Vorrang zu haben... die Winde wurden stärker, die Regenschauer kühler und das Feuer brannte längst schon nicht mehr die ganze Nacht hindurch,wurde durch Regentropfen gelöscht, sodass man nass und kalt erwachte....
Doch noch immer schien uns dies alles nicht zu schaden, wir hatten uns und unsere Freiheit, es schien ,dass nichts anderes mehr zählte...

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/autumn1.jpg[/img]
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