Still stand sie da und der Mond schien ihr aufs schwarze Haar. Ihre Arme hingen schlaff herab und die rote Klinge bohrte sich in den dunklen Sand. Der Winkel wechselte und das Mondlicht erhellte ihr Gesicht, ihre dunkle Haut und offenbarte das Schauspiel von Blut, gemischt mit Dreck und einer Priese Schweiß. Die spröden Lippen waren leicht geöffnet und immer mal wieder stoß sie einen schweren Schwall Luft in die Freiheit. Das gesunde Ohr der Lethra zuckte und ein bedrohliches Knacken fand den Weg zu ihrer Ohrmuschel. Ihr Kopf zog herum, das schwarze Haar flog im Wind und die hellblauen Augen fixierten den Abschaum des Landes.
Still stand er da, in tiefer Nacht, hinter seinem Baum und war sich nicht im klaren, dass sie ihn bereits gesehen hatte. Mit seiner kalkigen Haut starrte er zu ihr herüber, jede Sekunde bereit auf sie zu zu stürmen. Der Schatten der durch eine Wolke geworfen wurde, wurde ihr Moment. Langsam ließ sie die blutbesudelte Klinge sinken und zog den Bogen vom Rücken. Die Lippen formten, während sie den Pfeil in die Sehne spannte, lautlose Worte in einer nicht deutbaren Sprache und die Dunkelheit wurde zerrissen vom Hass der Elfe. Der Pfeil zog sich mit einer erheblichen Geschwindigkeit durch die Nacht und bohrte sich zwischen die beiden Augen des Spähers. Er nahm ihm die Sicht, seine Überheblichkeit, seinen Atem, seine Seele. Langsam beugte sich die kleine Gestalt wieder herab und befestigte derweil wieder die Fernwaffe auf dem Rücken. Die hageren Finger griffen nach ihrer Klinge, wollten sie aufheben und ein Widerstand kündigte sich an.
Die Augen der Frau schmälerten sich und verfolgten die scharfe Schneide bis hin zur bleichen Menschenhand, welche sich auf die flache Seite presste.
„Dein Ernst?“
Hallten zischelnde Worte, gesprochen in ausgezeichneter, menschlicher Sprache, in die Richtung des halb toten Männerleibes. Sie zog zwei Schritte und nahm somit ihr Gewicht vom blutübersähten Körper des Menschen. Seine Lumpenfetzen waren nur noch kleine Stoffstücke, die neben ihm im Gras versanken und seine Haut ein Schnittmeer, beschmückt mit roter Flüssigkeit. Seine Augen, gefüllt von Panik und zeitgleich begleitet von Hass, starrten in die Höhe, der Blauen entgegen. Seine Kehle gab keinerlei Wort mehr her, jedoch war es noch sein Arm, der Kraft zeigte und versuchte ihre Klinge am Boden zu halten. Qis'arx benötigte jedoch nicht viel Aufwand um jene Klinge seinen dreckigen Fingern zu entziehen und so war es nun die scharfe Seite, welche mit regelrechter Eleganz auf seinen Oberarm zuraste und ihn so vom restlichen Leib trennte.
Sein quälender Schrei ließ die nächtlichen Sänge der Vögel erstarren und zurück blieb das Wimmern des ausblutenden Räubers.
Die Schritte der Kriegerin führten weiter in das Lager der Raufbolde hinein und so war es bis zu den frühen Morgenstunden der Klang von Schmerz und Tod, der durch die hinterste Ecke von Gerimor zog.
[img]http://fc09.deviantart.net/fs42/i/2009/139/5/c/Dark_Forrest_2_by_Snowwhitequeen93.jpg[/img]
. . .
Gereinigt von Blut und anderen Unsittlichkeiten, betrat die Lethra wieder die Unterkunft und widmete sich dann den Kisten, mussten sie auch an diesem Morgen auf und ab getragen werden. Jegliche Blutrünstigkeit war aus ihrem Gesicht gewichen und die Demut fand erneut Platz darin. Mit zackigem Schritt, geneigtem Haupt und in aller Perfektion zog die Frau die Treppen auf und ab, nur um alle schweren Kisten in die obersten Stockwerke zu tragen und sie dann, mit gleicher Präzision wieder an den alten Platz zu transportieren.
Respekt: Die Qual und die Freud
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Qis´arx
Respekt: Die Qual und die Freud
Zuletzt geändert von Qis´arx am Dienstag 8. November 2011, 13:03, insgesamt 5-mal geändert.
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Qis´arx
...
Schau dir meinen Körper an, sieh auf meine Hände. Hier ist so viel, dass ich nicht verstehe.
Dein Gesicht versichert Versprechen, geflüstert wie ein Gebet.
Ich brauche sie nicht, denn ich wurde so schlecht behandelt. Ich wurde so lange schlecht behandelt.
So als ob ich unerreichbar wäre. Ja, die Missachtung liebt die Stille, sie wächst in der Dunkelheit.
Mit dünnen, sich windenden Ranken, die mein Herz erdrosseln.
Sie sagen, dass Versprechen den Schlag versüßen. Aber ich brauche sie nicht, nein ich brauche sie nicht.
Denn ich wurde so schlecht behandelt. Ich wurde so lange so schlecht behandelt.
...
Schau dir meinen Körper an, sieh auf meine Hände. Hier ist so viel, dass ich nicht verstehe.
Dein Gesicht versichert Versprechen, geflüstert wie ein Gebet.
Ich brauche sie nicht, denn ich wurde so schlecht behandelt. Ich wurde so lange schlecht behandelt.
So als ob ich unerreichbar wäre. Ja, die Missachtung liebt die Stille, sie wächst in der Dunkelheit.
Mit dünnen, sich windenden Ranken, die mein Herz erdrosseln.
Sie sagen, dass Versprechen den Schlag versüßen. Aber ich brauche sie nicht, nein ich brauche sie nicht.
Denn ich wurde so schlecht behandelt. Ich wurde so lange so schlecht behandelt.
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Qis´arx
„Sind wir Freunde?“
„Ja, Ella, das sind wir.“
„Das ist schön!“
Das kleine Mädchen stieg in die Kutsche und winkte noch eifrig der Lethra zu, welche ihr mit einem Lächeln zum Abschied nachblickte. Um so weiter sich die Kutsche entfernte, um so weniger erkannte man auch die Freundlichkeit in ihrem Gesicht. Die Emotion verwelkte und zurück blieb gähnende Neutralität. Zackig und ohne viel Abschiedstrauer wandte sich die Frau ab und zog ihren Weg. Dieser führte sie direkt in die Unterkünfte, wo bereits das Leben im vollen Gange war. Recht deutlich wurde ihr das bewusst, als sich bei jeder Begegnung ihr Leib nach vorne bog und sie all den Respekt aufbrachte, den die ehrwürdigen Geschwister verdient hatten. Ihre wahren Empfindungen behielt sie für sich und all das, was so gerne über ihre Lippen kommen würde, spielte sich nur in ihrem Geist ab. Und war es nicht genug, dass sie, wie jeden Tag, versuchte allem und jedem gerecht zu werden, kündete der Lehrmeister zusätzlich noch eine Übung an. Übungen sind zwar nichts, was die kleine Gestalt abschreckte, jedoch schien sie an jenem Tage Unbehagen bei ihr zu erzeugen. Ihre steifen Bewegungen wurden von einer inneren Unruhe begleitet und ihren Kopf, den sie doch eigentlich anheben dürfte, hielt sie größtenteils gesenkt, schien doch die neutrale Maske an diesem Abend nicht so recht halten zu wollen.
Die Fragen des Letharfen wollten nicht so recht an ihr Ohr dringen und so hielt sie sich auch zurück was das Antworten anbelangt. Ihre Fingerkuppen pressten sich in die Handflächen und drückten sich so penetrant gegen das Metall, dass an den folgenden Tagen noch immer der Abdruck zu erkennen war. Seine letzten Worte, die keine Frage darstellten sondern eine Aufforderung, verstand sie allerdings sofort. Verlangte er doch tatsächlich die Ablegung der Kontrolle über sich selbst und die Zulassung von Wut und Hass. Eine Freikarte die für sie zum Verhängnis werden könnte. Ohne Rebellion und Widerstand gab sich sich dem Befehl hin und im nächsten Moment stürmte die Frau, geleitet von tiefer Verachtung und negativen Schwingungen, auf den Lehrmeister zu, bereit dazu ihm alle Knochen zu brechen und sein Leben zu beenden. Zum Bedauern der Frau war ihr Tatendrang größer als das eigentliche Können und so konnte der Lethrixor sie recht schnell in die Schranken weisen. Trotz der Zurechtweisung schien die Abneigung dem Letharfen gegenüber nicht so recht sinken zu wollen und so waren es ihre Augen, die gelangweilte Nüchternheit ausstrahlten, so ihr Blick den seinen traf.
Gemächlichen Schrittes verließ sie das Schauspiel und bevorzugte es, wie jede Nacht, die Räuber im Gerimor mit ihrer Mordeslust zu quälen. Und erneut ließen die quälenden Schreie die Natur zittern und das Blut fließen.
„Ja, Ella, das sind wir.“
„Das ist schön!“
Das kleine Mädchen stieg in die Kutsche und winkte noch eifrig der Lethra zu, welche ihr mit einem Lächeln zum Abschied nachblickte. Um so weiter sich die Kutsche entfernte, um so weniger erkannte man auch die Freundlichkeit in ihrem Gesicht. Die Emotion verwelkte und zurück blieb gähnende Neutralität. Zackig und ohne viel Abschiedstrauer wandte sich die Frau ab und zog ihren Weg. Dieser führte sie direkt in die Unterkünfte, wo bereits das Leben im vollen Gange war. Recht deutlich wurde ihr das bewusst, als sich bei jeder Begegnung ihr Leib nach vorne bog und sie all den Respekt aufbrachte, den die ehrwürdigen Geschwister verdient hatten. Ihre wahren Empfindungen behielt sie für sich und all das, was so gerne über ihre Lippen kommen würde, spielte sich nur in ihrem Geist ab. Und war es nicht genug, dass sie, wie jeden Tag, versuchte allem und jedem gerecht zu werden, kündete der Lehrmeister zusätzlich noch eine Übung an. Übungen sind zwar nichts, was die kleine Gestalt abschreckte, jedoch schien sie an jenem Tage Unbehagen bei ihr zu erzeugen. Ihre steifen Bewegungen wurden von einer inneren Unruhe begleitet und ihren Kopf, den sie doch eigentlich anheben dürfte, hielt sie größtenteils gesenkt, schien doch die neutrale Maske an diesem Abend nicht so recht halten zu wollen.
Die Fragen des Letharfen wollten nicht so recht an ihr Ohr dringen und so hielt sie sich auch zurück was das Antworten anbelangt. Ihre Fingerkuppen pressten sich in die Handflächen und drückten sich so penetrant gegen das Metall, dass an den folgenden Tagen noch immer der Abdruck zu erkennen war. Seine letzten Worte, die keine Frage darstellten sondern eine Aufforderung, verstand sie allerdings sofort. Verlangte er doch tatsächlich die Ablegung der Kontrolle über sich selbst und die Zulassung von Wut und Hass. Eine Freikarte die für sie zum Verhängnis werden könnte. Ohne Rebellion und Widerstand gab sich sich dem Befehl hin und im nächsten Moment stürmte die Frau, geleitet von tiefer Verachtung und negativen Schwingungen, auf den Lehrmeister zu, bereit dazu ihm alle Knochen zu brechen und sein Leben zu beenden. Zum Bedauern der Frau war ihr Tatendrang größer als das eigentliche Können und so konnte der Lethrixor sie recht schnell in die Schranken weisen. Trotz der Zurechtweisung schien die Abneigung dem Letharfen gegenüber nicht so recht sinken zu wollen und so waren es ihre Augen, die gelangweilte Nüchternheit ausstrahlten, so ihr Blick den seinen traf.
Gemächlichen Schrittes verließ sie das Schauspiel und bevorzugte es, wie jede Nacht, die Räuber im Gerimor mit ihrer Mordeslust zu quälen. Und erneut ließen die quälenden Schreie die Natur zittern und das Blut fließen.