Des Nachts in Berchgard

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Magnus Siluvaine
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Des Nachts in Berchgard

Beitrag von Magnus Siluvaine »

Angst

Er genoss den Geruch der Angst. Und hier lag dieser Geruch stärker als anderswo in der Luft. Während er langsam und in aller Seelenruhe durch die Straßen der Stadt schlenderte, atmete er mehrere Male tief durch. Dies war nun sein vierter Besuch in Berchgard, seit dem letzten Angriff. Die angeschlagene Holzpallisade wurde dort, wo sie beim Angriff beschädigt wurde, erneuert und verstärkt. Direkt hinter dem Stadttor war ein riesiges Lager für die eifrigen Handwerker errichtet worden, welche sich emsig darum bemühten die Stadtmauer noch weiter zu befestigen. Und natürlich wurden die Wachen verschärft. Noch nie zuvor hatte er soviele Krieger und Schützen in den Farben des Regiments auf einem Fleck gesehen. Natürlich wurde er angehalten, wie all die Male zuvor. Und natürlich konnte er, nachdem er und sein mit Erzen beladenes Packpferd kontrolliert wurden, in die Stadt eintreten. Früher war die Stadt erfüllt von jeder Menge Handwerkern, Händlern und sonstigen Gestalten. Doch abgesehen von der großen Gruppe am Tor, konnte er keine wirkliche Menschenansammlung erkennen. Im Gegenteil ... die Menschen, die nicht unbedingt das Haus verlassen mussten, schienen sich geradezu in ihrem Heim zu verstecken. Wenn sie nur wüssten dass ihre Freinde regelmäßig mitten unter ihnen verkehren ... Erneut atmete er tief durch, seine Lippen verformten sich zu einem Lächeln.


Routine

Auch bei diesem Besuch war der Ablauf der selbe. Ein ruhiger Spaziergang durch die Hauptstraßen, gefolgt von einer kleinen Rast am Hafen, um dort mit den Händlern einen Bissen zu nehmen, belanglos zu plaudern und den ein oder anderen Brocken einer nützlichen Information aufzuschnappen. Dann der Weg zurück zum Tor. Dort gab er sein mit Erzen voll beladenes Packpferd ab, stets mit der gleichen Floskel es würde sich um Nachschub handeln, und dann machte er sich auf den Weg zurück. Ihm kam der Gedanke in den Sinn, wann er endlich mal gefragt werden würde, von wem der Nachschub stammte, den er alle paar Tage dort ablieferte.

Zufall

Diesmal war es ein wenig anders. Gerade befand er sich auf dem Rückweg zum Stadttor, als er ein leises, gedämpftes Klirren vernahm, nur wenige Meter voraus. Den Schritt verlangsamend blickte er in die besagte Richtung. Das Geräusch stammte von einer Kuchenform, welche auf einem Fensterbrett abgestellt wurde. Ganz frisch schien der Kuchen zu sein, denn ein feiner Schleier aus Dampf stieg von ihm in den Abendhimmel empor. Als er den Kopf nun ein wenig weiter anhob, viel ihm eine junge Frau auf. Sie hatte lange, rotblonde Locken, der Strähnen sich über ihre niedlichen pumligen Wangen legten. Auf dem Arm trug sie ein Kind. Wobei tragen wohl das falsche Wort war ... Das Balg war sicherlich schon zwei oder drei Jahre alt, und klammerte sich wie ein Äffchen um die Schulter seiner Mutter. Diese musste eigentlich nicht mehr tun als ihrem Arm um seinen Rücken zu legen und darauf zu achten, nicht nach vorne umzukippen. Noch während die Frau ihm ein warmes Lächeln schenkte, um sich danach wieder umzudrehen, hob er nachdenklich die linke Augenbraue nach oben. Nun fiel ihm ein Satz ein, den er schon lange vergessen hatte ...

"Ein Dolch in der Nacht ist mehr wert, als eintausend Schwerter am Morgen"

Zu sich selbst nickend, machte er sich auf zum Tor...


Engel des Todes

Hätte er Zeit gehabt, so hätte er ein Spiel daraus gemacht. Er hätte die Frau umworben .. sie umgarnt ... Und jeden einzelnen Bruchteil der Sekunde genossen, in welcher er ihr sein wahres Gesicht zeigte ... Er liebte diese Momente ... Doch hatte er keine Zeit .. er hatte einen Auftrag.

In der tiefdunklen Nacht war der Pechschwarze Rabe vor Entdeckung nahezu sicher. Mit kräftigen Flügelschlägeln flog er über die weit unten liegende Stadtmauer, während seine kleinen Knopfaugen hinab blickten. Wie kleine Lichtfunken schimmerten die Fackeln und Kohlepfannen auf der Stadtmauer, und in ihrem dämmrigen Licht konnte er von hier oben nur ab und an kleine Schemen wahrnehmen, welche auf der Stadtmauer entlang liefen. Die Flügel spreizend, drehte der Rabe mehrere Runden über dem Haus, aus welchem am frühen Abend der süße Duft des frisch gebackenen Kuchens drang. Bei jeder seiner Umkreisungen verlor das Vogel an Höhe, bis er schließlich gekonnt und geübt auf der obersten Stufe der unförmigen Treppe landete, welche zur Haustür führte.

Nur wenige Augenblicke dauerte die Verwandlung, geschützt und unbemerkt durch die finstere Nacht. Die von dem Knochenhandschuh gepanzerte Linke legte sich an den Türknauf.... Verschlossen ... Dumpf klangen die Schritte seiner schweren Lederstiefel, während er langsam um das Haus Schritt. Nicht einmal das schummrige Licht der Straßenlaternen drang bis hierher durch. Ein Fenster ... die Holzläden nicht geschlossen ... Welch Ironie ...


Die Zutat

Mit dem unteren Ende seines Knochenstabes streifte er den Vorhang beiseite, welcher das Schlafzimmer von der Küche trennte. Leises, ruhiges Atmen drang ihm entgegen, und langsam trat er in den winzigen Raum. Ein kleines Strohbett, gleich danben eine selbstgebaute Kinderwiege .... Einfache Leute .... sonst hätten sie sich wohl auch Glas für die Fenster leisten können. Die Wiege war leer. Die Frau, welche er am frühen Abend gesehen hatte, lag in einem Leinenhemd auf dem Strohbett, direkt neben ihr das Kind. Während er mit zwei weiteren Schritten den Weg zum Bett überbrückte, glitt die freie Hand an seinen Gürtel. Geräuschlos zog der den aus einem Unterarmknochen geschnitzten Dolch hervor. Ein überraschter, aber von seiner gepanzerten Hand auf ihren Lippen erstickter Schrei, war alles, was zu vernehmen war. Den blutigen Knochendolch ließ er einfach auf das Bett fallen, sie sollten ruhig wissen was hier geschah, und wer der Verursacher war...
Dann ging er um das Bett, dahin, wo das Kind lag. Erneut griff er an seinen Gürtel, diesmal war es eine Phiole, die er hervorzog. Der schmale Korken wurde herausgezogen und in einer einzigen, fließenden Bewegung, legte er eine Hand an den Kopf des Kindes und flößte ihm gleichzeitig mit der anderen die bittere Flüssigkeit ein.

Während er das, durch den Trank betäubte, Kind auf den Arm nahm, blickte er noch einmal zu dessen Mutter ... Es war wirklich ein Jammer .... Hätte er doch nur genügend Zeit gehabt ... Dann verlies er das Haus. Es musste viel vorbereitet werden, ehe das Kind am morgigen Tage erwachen würde ....
Zuletzt geändert von Magnus Siluvaine am Samstag 1. Oktober 2011, 19:49, insgesamt 2-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »


Die Tür fiel leise hinter ihr ins Schloß, während sie erst einmal tief durchatmete, weilten ihre Gedanken bei dem kleinen Kunibert.

Völlig überraschend hatten sie ihn in Varuna entdeckt, das Ritual der beiden Rabendiener gestört und den kleinen Jungen retten können und doch schien es für ihn noch nicht vorbei zu sein.

Wie eine schwere dunkle Regenwolke begleiteten sie die Bedenken, welche Diakon Ardan zur Sprache brachte und sie hoffte inständig, dass sie viel zu vorsichtig waren und der Kleine lediglich von den Ereignissen, die er durchlebt hatte völlig Erschöpft war.

Die Stiefel wurden abgestreift, auf leisen Sohlen schlich sie zu einem der Regale um dort ein kleines in Leder gebundenes Buch hervor zu ziehen.
Mit Den Fingern strich sie flüchtig liebevoll über den Einband, kurz darauf landete das Werk auf dem Schreibtisch und ein weiteres, die Seiten noch jungfräulich, gesellte sich dazu.

Während der Junge fieberte hatte sie ihm versprochen seine Mutter zu finden, bald würde alles vergessen sein. Sie hatten nicht viel, nur wenige Wortfetzen des fiebernden Jungen hatten sie jedoch schnell auf die Spur der Eltern gebracht. Schnell kehrten Ardan und Keldric mit Neuigkeiten dieser zurück. Es würde keine Mutter mehr geben - der Vater auf reisen, die Mutter verstorben.

Sie hatte auf bessere Neuigkeiten gehofft, aber immerhin gab es noch Jemanden der den Knirps wieder in die Arme nehmen würde, sobald Torjan ihn gesund gepflegt hatte.


Die Feder wurde ins Tintenfäßchen getunkt, sorgfältig und langsam begann sie mit der Abschrift.
Im Schein der Kerze füllte sich langsam Seite um Seite.

Sollte der Junge am nächsten Tag die Augen aufschlagen, würde es etwas geben womit sie ihn ablenken konnte. Vielleicht würde es das ein oder andere Lächeln auf das Kindergesicht zaubern.

Mit diesem Gedanken füllte sie auch die Letzte der Seiten.
Eine Hand im Löschsand des kleinen hölzernen Kästchens, den Kopf gebettet auf dem gerade frisch vervollständigten Werk fiel sie schließlich in einen Traumlosen Schlaf…


Wer Kindern was verspricht, sei es ein Spiel, ein Geschenk oder sei es die Rute, der halte es wie einen Eid.
Peter Rosegger
Rafael von Arganta

Beitrag von Rafael von Arganta »

Es hatte nur eine Exkursion sein sollen um die Armeen der Untoten zu dezimieren, bevor sie sich wieder zu neuen Kräften zusammenrotten konnten um Berchgard einen neuen Angriff zu bescheren.
Die Freiwilligen, die sich für diesen Angriff meldeten konnten sich sehen lassen und gemeinsam machten sie sich auf nach Varuna.
Varuna... ehemals Hauptstadt Hohenfels. Perle Alumenas, gefallen durch die Hand Rahals und dem Odem von Kryndlagor.
Rafael vermisste die Stadt.
Vermisste die Zeit dort, die alten Freunde.
Seit Varuna gefallen war, war viel geschehen, bis heute, wo sie Herd der Untoten geworden war. Der Rabendiener scharrte hier seine Untoten um sich, zu großen Armeen und warf jene gegen Berchgard um sich noch mehr tote Seelen zu Diensten zu machen.
Zwei große Angriffe hatte man zurückgeschlagen, den letzten großen nur mit Hilfe eine eilends gebauten Palisade die den Angriff aufhielt.
Und jetzt fand Rafael war es an der Zeit einmal zurück zu schlagen.
Wenn man auch nicht weit hineinkommen würde, die Truppe die sich vor den Toren der Allianz gesammelt hatte, konnte sich durchaus sehen lassen und würde dafür Sorgen das sich der Rabengott neue Horden suchen musste.

Geordnet ritten sie gen Varuna.
Kaum vorstellbar bei so einem bunten Haufen, aber man arbeitete Hand in Hand.
Die Gegend um das Tor wurde gesäubert, dann die Brücke erobert, solange gekämpft bis sie gut zu halten war.
Dann rückte man weiter vor, lockte Scharen von untoten Kreaturen aus den Vorbereich Varunas heraus und vernichtete sie, und bald schon konnte man in Varuna einrücken.
Auch hier wurde man bedrängt aber Rafael hielt die Truppen zusammen, so das sie die Anrückenden Verteidiger gut her wurde.
Weiter und Weiter rückte man vor bis Rafael einen Altar sichtig wurde.
"Rücken freihalten!" befahlt er und preschte schon darauf los.
Auf dem Altar lag ein Junge, höchsten 2 oder 3 Jahre alt, davor zwei Rabendiener, deren Stimme er für einen Moment in seinem Kopf hörte, und versuchte zu ignorieren.
Schnell war er von seinem Pferd, das Schwert noch immer in der Hand auf den Altar zustürmend.
" Rücken freihalten!!!" wieder brüllend, versuchte er den Jungen zu erreichen, der genauso gut Rhys hätte sein können oder Rehya... Rehya wie sie damals von den Raben gefangen worden war.
Der Zorn in ihm wuchs ins Bodenlose, doch noch bevor er einen Schritt weiter machen konnte, schlugen Flammen eines magischen Feuers aus dem Boden und musste zurückweichen.
Ohne es sehen zu können malte er sich das Grinsen auf den nicht zu sehenden Gesichtern seiner Gegenbüer aus, und nur für einen winzigen Augenblick schoss ihm die Überlegung durch den Kopf einfach durch dieses Feuer zu springen.
Magisches Feuer ... kein Normales ... er würde es wohl kaum überleben.
"ALINDRAA!" ohne nach zu denken rief er den Namen der Spektabiltät.
Jegliche Etikette außen vorlassend, war es ihm in dem Moment egal das er die Edle beim Vornamen rief.
Schon wollte er noch einmal rufen als eine Riesige Gestalt auf ihn zutrat.
Grausiger wie er es noch nie zu sehen bekommen hatte.
Nun stand er zwischen ihr und dem Feuer und er überlegte wie er aus dieser Situation nun hersuskommen sollte.
War das Krat'hor selber? Oder eines seiner Hohen Diener?
"Ihr habt mich gerufen?" grollte das Untier und Rafael blinzelte für den Moment nicht verstehend.
"ihr müsst die Spektabilität schon vorbeilassen Sir" hörte er Lilian rufen.
Spektabiltät? ...
Jetzt erst begriff er und die angespannten Schultern entspannten sich und er schalt sich selber einen Narren.
Aber was hatte er auch denken sollen?
Er hatte solch Kreatur noch nie zuvor gesehen gehabt.
Unwillkürlich glitt er zur Seite, und das "Untier" trat an das Feuer.
Was genau sie dort tat, vermochte Rafael nicht zu sagen, wer verstand schon die Magie einer Spektabiltät, doch die beiden Rabendiener wurden unruhig, ließen dann ab von ihrem Tun.
"Genieß deinen Sieg." vermochte er noch in Gedanken zu vernehmen, dann verschwanden die Rabendiener, das magische Feuer erlosch und Alindra stürzte sich sichernd auf den Jungen.

Wie auf einen geheimen Befehl rotteten sich die Untoten nun zusammen.
Rafael hörte Befehle, Zornig gerufen man möge die Menschen töten, keinen überleben lassen, und schon strömten die Heere Kra'thors aus jeder Hütte, jeder Ruine, jeder noch so kleinen Ritze auf sie zu.
"RÜCKZUG!"
hörte er sich rufen, und zog sich sogleich von dem Altar zurück.
Alindra brachte den Jungen in Sicherheit während Rafael mit den anderen Kämpfend sich zur Brücke zurückzog.
Das Heer Kra'thors wuchs, und überall türmten sich schon Knochenhaufen von den erschlagenen Kreaturen.
Weiter und Weiter zog man sich zurück, und sobald man Varuna verlassen hatte, blieben die Gegner stehen.
Rafael sammelte die Verbündete vor der Brücke, wo man noch den einen oder andren herumstreifenden Untoten erschlug, dann zog man sich gänzlich zurück.
Der Junge wurde in die Allianzfestung gebracht wo sich sogleich einige um den Jungen kümmerten. Der an sich unverletzt war, aber sehr hohes Fieber hatte.
Rahel hätte sich sicherlich die ganze Nacht um ihn gekümmert, so jedoch waren es dann Torjan und Lilian die bei ihm blieben, die Wadenwickel erneuerten und über ihn wachten.
Obwohl sie nicht sehr weit nach Varuna hineingekommen waren, hatten sie einiges an Kreaturen erschlagen können, und vielleicht hatte man mit diesem Angriff und der Rettung des Jungen etwas größeres Vermeiden können.
Wer wusste das schon.
Krat'hor vielleicht, und Rafael hoffte das jener wusste wer ihm das vermasselt hatte.
Noch immer war der Hass auf den Rabengott größer als auf vieles andere.
Versonnen fuhr er sich über den fehlenden Finger an seiner linken Hand.
Der Kampf war längst nicht zu Ende.
Rafael würde ihn vielleicht niemals ganz gewinnen können, aber jede einzelne Schlacht die sie für sich entschieden, war ein Weg.
Rafdarn
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Rafdarn »

Nach dem Bruch mit Berchgard hate Kanubio seinen Schwertern die Order gegeben, die Situation vor und in Varuna vom Weiler aus zu beobachten. Zwei Fliegen mit einem Schwertstreich. So wurde dem Weiler der zugesagte Schutz zuteil, und auch das Auge der Thyren ruhte auf den Vorgängen der verlorenen Stadt.
Gleichzeitig sollte das befreite Bajard beschützt werden, worunter die Bewachung Wulfgards jedoch nicht leiden sollte.

Varuna. Kanubio war einer der letzten, die jene Stadt noch in ihrer vollen Blüte erlebt hatte. Die schönen Märkte, die darin abgehalten wurden, würden ihm ewig in Erinnerung bleiben, aber auch einiges an Zoff, den er in dieser Stadt wegen dem Rüstrecht hatte. Nun lag alles in Schutt und Asche und die Macht der Untoten breitete sich mehr und mehr im Umfeld der riesigen Ruine aus.
Zuletzt geändert von Rafdarn am Donnerstag 6. Oktober 2011, 10:27, insgesamt 2-mal geändert.
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Torjan Eichental
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Beitrag von Torjan Eichental »

Drei Tage war es nun her, dass sie das Bürschlein geborgen hatten. Drei Tage lag es reglos und fiebrig in dem Gitterbett, das ihm Torjan provisorisch aus Zweigen und Ranken gebaut hatte. Drei Tage hatte Aliana ihm behutsam kräftige Hühnerbrühe eingeflößt mit einem Trick, den sie bei jungen Tieren anwand, die nicht richtig fressen wollten und der auch bei dem Jungen funktionierte. Drei Tage hatte sie ihn gebadet und gewickelt, während Torjan ihm immer wieder die kühlenden Wickel erneuerte, von denen er hoffte, dass sie das Fieber senken würden.

Das Interesse der Leute in der Welt an dem Buben war unglaublich. Jeder, so schien es Torjan, entdeckte plötzlich die Hilfsbereitschaft in sich. Priester, Waldleut, Sumpfinselmäderl, ja sogar eine von den Fellleuten hatten sich eingefunden und wollten zu dem Jungen oder gar ihn in ihre eigenen Räumlichkeiten bringen. Die einen wollten ihn unter einen Baum legen und für ihn beten, andere meinten, ein Aufenthalt tief im Wald würde ihm gut tun. Wiederum andere versuchten ihn zu heilen, indem sie ihn lange anstarrten. Am seltsamsten mutete Torjan das Tun der tiefländischen Schamanin an - sie fuhr mit ihren Leuchtknochen über dem Jungen hin und her. Aber auch ihrem Tun war kein Erfolg beschert.

Was Torjan am meisten ärgerte - neben dem Gefühl, dass ihn alle für unfähig in der Sache hielten - war, dass sie sich, sobald sie ihre erfolglosen Experimente durchgeführt oder ihre Ideen deponiert hatten, umdrehten und die Festung verließen. Keiner, ausser Aliana und Arlon, blieben an seiner Seite, um sich um die Pflege des Büberls zu kümmern und ihm, Torjan, es so ermöglichten, dass er sich ausserhalb der Festungsmauern kurzfristig anderem widmen konnte. Es stank ihm gewaltig, dass jene "Helfer" das junge Bürscherl scheinbar als Versuchskaninchen für ihre Methoden ansahen, und weniger als einen Patienten, der permanenter Pflege bedurfte. Nun ja, es war wie immer. "Die Studierten" oder jene, die sich für "superg'scheit" hielten, waren sich zu gut, an seinem Bett zu wachen.

Aber Torjan gab nicht auf. Er forschte weiter nach dieser rätselhaften Krankheit, die das Bürscherl befallen hatte. Und er kam auf erstaunliche Ergebnisse, die er Rafael mitteilte.
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Magnus Siluvaine
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Beitrag von Magnus Siluvaine »

Ein leises Rascheln der verbliebenen, nicht als Laub zu Boden gefallenen, Blätter hoch oben in der breiten Baumkrone war alles, woran man bemerken konnte, dass der Rabe zur Landung ansetzte. Seinen pechschwarzen Körper vermochte man bei dieser stockfinsteren Nacht mit bloßem Auge kaum auszumachen. Es war nicht das erste mal, dass er sich einen Platz in der Nähe der Festung suchte, das emsige Treiben der Leute beobachtend. Gestern wagte sich das Federvieh sogar, im Schutz der Nacht, hinter die Mauern. Eine Menge Menschen gingen hier ein und aus. Der Junge, welchen sie in Varuna befreit haben, wurde immer noch in dem Zimmer .... "behandelt" .... Sie holten Priester .... Sie holten Magier ... sie holten Heiler ... Sie holten .... noch eine Menge mehr Menschen, und jeder von Ihnen schien eine ganz eigene Theorie zu haben. Und während der Rabe sich an den Rand der Baumkrone bewegte, fragte er sich, wieso diese Menschen den Jungen vor seinem Ritual gerettet haben, nur um ihn dann selbst einer solcher Tortur auszusetzen. Nunja, im Grunde war es ihm gleich, aber er würde weiter beobachten, so lange wieder kehren, bis der Junge endgültig eingehen würde, wie eine verwelkte Blume ... Vielleicht konnte er ja sogar noch etwas lernen ...
Zuletzt geändert von Magnus Siluvaine am Samstag 8. Oktober 2011, 14:03, insgesamt 1-mal geändert.
"Theoretisch möglich !"
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GM Linoge
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Beitrag von GM Linoge »

*Ein Bote wird in Berchgard mitteilen, dass am vierten Tag der Woche mit Herberts Rückkehr gerechnet wird. Wenn das Wetter mitspielt sollte er mit der Kutsche zur neunten Abendstunde, vielleicht etwas früher sogar, wieder in seiner Heimatstadt Berchgard ankommen.*
Rafael von Arganta

Beitrag von Rafael von Arganta »

Rahel kam nach Berchgard, berichtete das der Vater des Jungen an der Feste wäre, um den Jungen abzu holen.
Sofort befahl er Rahel zurück zu reiten, der Vater möge warten den Jungen keinesfalls herausgeben.
Warum Rafael so ein ungutes Gefühl hatte, wusste er nicht, nur das es da war.
Wie ein Stein tief in seinem Magen.
Erst Recht als Rahel ihm berichtete das der Junge den Vater erst voller Schrecken angesehen hatte, bevor er sich dann in die Sehnsucht nach ihm ergeben hatte.
Irgendwas stimmte nicht.
Aber was?
Nun der Junge war noch immer in Gefahr, von daher war eine herausgabe an den Vater so und so nicht zu denken.
Er bat Cedric nach Adoran zu reiten zu Kirche, irgendeinen Priester mit zur Adlerfestung zu bringen, auf das er den Jungen und den Vater noch einmal prüfte.
Er selber ritt zum Kloster um selbiges zu versuchen.
Irgendwo musste doch einer der Diakone zu finden sein.
Dem war nicht so.
Unverrichteter Dinge kam er an der Adlerfestung an, fast gemeinsam mit Cedric der ebenso keinen der Priester finden konnte.

Der Junge war wohlauf, das Fieber war runtergegangen fast gleichzeitig mit der Ankunft des Vaters, der besorgt am Bett seines Sohnes sass.
Aus Rücksicht auf den Kleinen bat er den Mann hinaus, wo er ihn mit Cedric zusammen ins Kreuzverhör nahm.
Was genau war geschehen.
Warum hatte er nicht nach seinem Sohn gesucht.
Warum hatte er niemanden in Berchgard bescheid gegeben.
Warum hatte niemand sonst Bescheid gewusst oder gesagt.
Fragen über Fragen, die der Mann halb besorgt, halb zornig halb weinend beantwortete.
Antworten die genausowenig für ihn wie für Cedric wirklich ausreichend, oder genugtuend gewesen waren.
Auch verhaspelte sich der Mann.
Begann einen Satz mit "Aber die Zeit ... " drängte? Ist nah? ... was er sagen wollte würden sie nicht erfahren denn er überspielte die Sache.
Auch der Hinweis des Jungen das er nur Mamas Brei essen würde, sonst keinen, machte Rafael misstrauisch.
Himmel ... manchmal war eine Zigarre nur eine Zigarre.
Er sah was Rabendiener anging wohl überall schon Gespenster, das er glaubte das der Vater oder die Mutter irgendwas mit den Rabendienern zu tun hatte.
Dem Jungen gar irgendwas in den Brei getan hatte.

Jedenfalls erklärte sich der Mann bereit sie in das Haus in Berchgard zu führen, wo die Frau ermordet aufgefunden wordne war und der Kleine verschwunden war.
Das Haus war unaufällig.
Es war aufgeräumt worden die Blutspuren fortgewischt.
Auf dem Tisch noch eine Schüssel des Breis, abgestanden und alt.
Zeitzeugen von einem noch intakten Leben das nun so zerstört worden war durch die Rabendiener.
Wie Rafael sie hasste.
Hass ... "Hass ist ein schlechter Ratgeber und Begleiter."
hörte er in sich die Stimme Adrians, und seufzte unwillkürlich.
"Rahel, bitte bring den Brei zu Torjan, er soll herausfinden was da drin ist und ob da was drin ist was nicht da hereingehört." bat er die Edle die seiner Bitte sofort nachkam.
Weiter fanden sie nichts wirklich ungewöhnliches in dem Haus, und so kehrte man in die Adlerfestung zurück.
Rafael machte dem Mann unmissverständlich klar das er mit dem Jungen ersteinmal nicht fort könnte. Das die Rabendiener noch immer nach ihm suchten.
Er sorgte für ein Bett in der Nähe des Jungen, aber auch dafür das sie niemals alleine sein würden. Eine Wache war immer in der Nähe der ein Auge auf den Jungen hatte.
Erst als diese Maßnahmen ergriffen waren, machte er sich auf zurück in die Festung.
Es musste dringend ein Priester gefunden werden und eventuell der Junge ins Kloster gebracht werden.
Die Festung war zwar geschützt, auch durch die Segnungspunkte der Heiligkeit selber, doch jene befanden sich nur innerhalb des Haupthauses.
Er würde sich am nächsten Tag direkt aufmachen zu den Diakonen.
Vielleicht hatte einer von Ihnen eine Lösung die ihm entgegen kam.
Rafael von Arganta

Beitrag von Rafael von Arganta »

War es noch vor Tagen als würde Kra'thor persönlich in Varuna herrschen und seine Truppen befehligen, war es an diesem Abend ruhig.
Die Untoten reagierten stupide wie sie es immer taten wenn sie ohne direkten Befehl waren.
Aus diesem Grunde rückte Rafael noch einmal näher.
Nur aufklären ... keinen großen Kampf riskieren, doch es war einfach. Zu Einfach wie er befand eine Falle gar vermutend.
Bis zu dem Punkt als jener Mann zu ihnen trat den Rafael noch nie zuvor gesehen hatte, und mit dem er schnell ins Gespräch kam.
Sicher jedenfalls das von ihm keine Gefahr, eher ... Ruhe ausging.
Die Frage was sie hier suchten beantwortete Rafael schlicht und einfach.
"Die Hoffnung etwas zu Finden das uns hilft zu begreifen was hier genau vor sich geht, gebe ich niemals auf"
Worauf hin der Mann antwortete "Nun die Frage ist, ob sowas findbar ist, nichtwar?
Das Begreifen ist so eine Sache."
Rafael nickte während er sich umsah und seine Männer die Untoten von ihnen fernhielt.
"Wie vertreibt man Kra'thors Macht, seine Nähe von diesem Ort? Wie schenkt man ihm Frieden?"

Der Mann schenkte ihm ein geheimnisvolles Lächeln bevor er ihm antwortete.
Antwortete eher mit einer Gegenfrage die Rafael die ganzen Tage lang nicht loswurde
"Viel wichtiger ist die Frage wie er sich vor dem Zugriff der Adlerin schützt.
Kra'thor ist in einen Bereich vorgedrungen den ihr zu Erfassen nicht in der Lage seid."
Viel wichtiger ist die Frage wie er sich vor dem Zugriff Temoras schützt ...
Der Satz wiederholte sich wie ein Echo in seinem Kopf...
Immer und immer wieder, als würde es ihn wachrütteln wollen.
Wie schützte er sich vor dem Zugriff Temoras ...
Als würde er selbst hier sitzen ... NEIN... das war nicht möglich, obwohl... schon einmal hatte er die Hand nach Varuna ausgestreckt gehabt.
Damals noch als ebenso Untote hier waren... Kra'thor selber gar im Angesicht der Heiligkeit erschien und vor ihrer Macht und der Macht der damaligen Paladine ... Rafael und Farion, die Priester die dabei waren, weichen musste. Wie hatte die Heiligkeit gesagt?
Seine Macht ist geschwächt aber ungebrochen, er wird wiederkommen.
Zweifelnd blickte der Kronritter über das Meer an Zerstörung und Untoten Kreatueren.
Wusste Kra'thor wie sehr Rafael ihn hasste? Wie oft er schon gegen ihn und die Seinen gestritten hatte? Die zwei Hohen Rabendiener die er getötet hatte, den Turm der Rabendiener den er hatte zerstören lassen?

Konnte Kra'thor hassen?
Wenn dann hätte Rafael wohl kaum noch eine ruhige Nacht.
Sein Blick glitt zu dem Mann zurück.
"Schon einma hat er seine Hand nach Varuna ausgestreckt aber es ist ihm nicht gelungen. Wie können wir ihn vertreiben? Was haben wir übersehen?"
"Nun Alles.. Nichts.. es ist Betrachtungsweise."
Rafael hätte sich am liebsten die Haare gerauft bei den Worten unterließ es jedoch als der Mann weitersprach. "Nun mehr zu sehen ist nicht, weil hm ihr nicht tiefer sehen könnt."
"Und wie können wir tiefer sehen?" entgegnete er schon ziemlich ungeduldig jetzt.
Der Mann schien etwas zu wissen aber wohl nicht gewillt zuviel zu sagen.
"Nun die Frage ist Wer es kann. Fragt eure Magister, die Elfen...
Sie sollen sich einfach Tiefer umsehen. Tiefer in Bereichen die euch verschlossen sind."
Magie also ... natürlich was sollte es auch anderes sein. Das Problem hier liegt in Bereichen die ihr nicht, niemals erfassen könnt."
Mit diesen Worten drehte sich der Fremde um, ließ sie einfach stehen und schritt davon.
"Fremder!" Rief Rafael ihm nach. "WER seid ihr? Wie nennt man euch?"
Der Mann hob nur kurz die Hand und ließ sich sachte vernehmen. "Der Wind.. sucht mich im Wind dort werdet ihr mich finden" und mit jenen Worten verhüllte aufkommende Nebel die Statur die dann vollkommen verschwand.
Rafael blickte ihm noch nach, dann erst bemerkte er seine Leute die noch immer jegliche Untoten von ihm forthielten.
Sie waren während des Gespräches weiter eingedrungen, und Rafael befahl nun den Rückzug.
Torjan sollte noch eine Probe des Wassers nehmen aus dem Fluss der durch Varuna zog dann zogen sie sich langsam zurück.
Vorbei an alten fast vergessenen Erinnerungen.
Adrians Haus... wo das Theater mal stand, Reste der Mauer und längst vergessene Erinnerungen und Orte.

Die einzigste Perle Alumenas war nicht mehr.
Aber Rafael wollte sie nicht dem Rabengott überlassen, nicht so einfach.
Man musste mit den Elfen und den Magiern sprechen.
Rafael von Arganta

Beitrag von Rafael von Arganta »

Mit dem Glas Wein in der Hand, sah Rafael in das Knisternde Feuer des Kamines.
Eine Sorge weniger.
Sie hatten Kunibert und Herbert in die Obhut des Klosters gegeben...
Ja. Eine Sorge weniger und doch blieb diese Ungewissheit, und das Gefühl das etwas ganz und gar nicht stimmte.
Rahel hatte es ausgesprochen.
Sie sollten das Haus noch einmal untersuchen.
Aber Rafael wollte dieses diesmal mit Hilfe von mindestens einem Magier, Magierin tun.

Einen Schluck von dem Wein nehmend, stellte er das Glas zurück auf den Tisch, hockte sich vor das Feuer und legte Holz nach.
Wie lange war es her das er daheim gewesen war.
Zu lange.
Die meiste Zeit verbrachte er in Berchgard, und war er mal nicht dort, zerriss ihn die Sorge um die Stadt.
Die Untoten waren noch immer nah. gewannen wieder an Stärke.
Vielleicht war es an der Zeit erneut ihre Zahl zu dezimieren.
Rafael focht seinen eigenen Kampf gegen Kra'thor, doch gegen einen Gott konnte man nicht bestehen. Wohl jedoch gegen dessen Schergen.

In den nächsten Tagen würde er den Elfen, den Magiern berichten von den Worten dieses Mannes.
Das Übel lag tiefer in Varuna und war wohl nur durch sie zu erkennen.
Ja, sie würden wohl wirklich noch einmal nach Varuna gehen müssen.
Bald schon.

Wie magisch wurde sein Blick von dem Feuer angezogen, doch heute fand er keine Freude, keine Ruhe darin.
Zwei Gardisten hatte er vor dem Haus in Berchgad abstellen lassen, das niemand hineingelangte.
Er würde Lilian bitten ihn mit den seinen hinein zu begleiten.
Irgendetwas musste doch zu finden sein, es konnte doch nicht einfach so hingenommen werden was mit Varuna geschah.
Dazu die stetige Gefahr für Berchgard.
Irgendetwas musste, geschehen... würde geschehen, und er hoffte nur das es nicht zu schwer für Berchgard sein würde.
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Gefangen in den Mauern... So hatte er es ausgedrückt, doch der Priester schien dies anders zu sehen. Sein Auftreten kam Herbert im Allgemeinen seltsam vor. Er war der Erste gewesen, der ihn offenbar ohne Vorurteile betrachtet hatte. Das machte ihn stutzig. Seit dem Tag, an dem sich sein Leben so dramatisch verändert hatte, war dies der erste Augenblick, der ihn zweifeln ließ an jenem Plan. Jenem Plan, den er mit dem Mann in Schwarz ausgetüftelt hatte. Welchen Teil des Plans hatte er sich eigentlich selbst ausgedacht? Oder war er doch nur eine Marionette? Zweifel, zum ersten Mal Zweifel, und wer war daran Schuld? Kein Graf, kein Ritter und keine Wache, nein, ein kleiner Priester hatte ihn für einen Moment lang stutzig gemacht...
Doch alle Zweifel verschwanden, alles schien so einfach und klar zu werden, als jener Priester ihn in die Nähe dieses Baumes brachte. Plötzlich war sein dunkler Begleiter, der ihn seither auf Schritt und Tritt begleitet hatte, wie getilgt. Der Plan, zuvor so klar und logisch, erschien ihm auf einmal nicht mehr so wichtig. Nein, er wollte sich einfach nur hinsetzen und über den Baum nachdenken. Ein erstaunliches Gewächs, sonderbar wie all die anderen einfach vorbeigehen konnten ohne in seinem Schatten zu harren.
Doch dann... Herbert spürte die wachsamen Blicke zweier Priester, die neben dem Baum standen. Mit dem letzten, im Schatten des Baumes mehr und mehr schwindenden Rest seines durchtriebenen Geistes schaffte er es den Blick abzuwenden. Und bereits mehrere Schritte von dem Baum entfernt kehrten die düsteren Gedanken erstarkend zurück. Was für eine Teufelei war das? Er war sich nicht sicher, was sie in seinem Gesicht hatten lesen können. Er war sich nicht einmal mehr sicher wie lange sie eigentlich an dem Baum gestanden hatten. Doch eine Gewissheit gewann mehr und mehr an Kraft: Die Zeit wurde knapp, lange konnte er 'Sie' nicht mehr in diesem Zustand lassen. Der Plan musste fortgesetzt werden, um jeden Preis!
Die restlichen Begegnungen mit der Priesterschaft verliefen eher seinen Erwartungen entsprechend: Die Frau schien es für angebracht zu halten zu kritisieren und zu verurteilen, wie auch die Ritter vor ihr. Wieder einmal hatte er die Beherrschung verloren, als das Thema auf Maria kam. Seine Maria... Doch was wussten sie schon? Er zwang sich die Fassung wenigstens halbwegs zu wahren, es war zu früh, noch war seine Aufgabe nicht abgeschlossen. Die restliche Führung durch das Kloster zog eher im Nebel an Herbert vorbei, in Gedanken war er bereits wieder zwischen der Vergangenheit und den lockenden Versprechungen.

Dunkelheit... Wenige Meter daneben der schlummernde Kunibert. Wieso war er hier hergebracht worden? Alles hätte so einfach werden können, längst hätte er die Teile, die er brauchte zusammen gehabt. Doch nein, sie mussten ihn ja an diesen Ort bringen! Sie wollten nicht, dass er wieder glücklich wurde! Ja, all die Jahre über hatten sie nur darauf hingearbeitet sein Leben so schlimm wie möglich zu machen! Als ob die Arbeiten als Tagelöhner nicht hart genug gewesen waren, nein, Maria hatte noch einen Sohn bekommen. Nie hätte sie ihn hintergangen, dieses reinste aller Wesen. Dennoch war er sich nunmehr umso sicherer, dieses Kind hatte nichts mit ihm gemein und doch brauchte er es...
Doch in der Dunkelheit der Kammer ersann Herbert einen neuen Plan. Immer und immer ausgereifter wurde er, bis er schließlich wie eine reife Frucht in seinem Verstand landete. Er hatte sich in den letzten Tagen das Kloster sehr genau angesehen, besonders den kleinen Friedhof. Ja, die Gebeine waren nicht die geforderten, aber was hatte er schließlich noch für eine Wahl? Wenn nicht Kunibert, dann eben der bereits zu Grabe liegende Diakon Valeryn. Nun ja, Not machte eben erfinderisch...
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Die samtene Dunkelheit der Nacht lag über dem Kloster. Kunibert atmete wie üblich bereits ruhig und gleichmäßig, er hatte einem der Priester am Tag geholfen und schlief den Schlaf der Gerechten. Sein Vater Herbert hingegen, er hatte seit Tagen kein Auge zugetan...

Wirre Szenen rasten durch seinen Geist. Zunehmender Schlafentzug und sich stetig neu formierende Probleme sorgten dafür, dass seine Gedanken zusehends kaum mehr als Fetzen waren. Nur noch vage kurze Bilder.
Sein Gesicht, fahl, ausgemergelt und doch so undurchschaubar im Ausdruck, war mittlerweile eine stumme Maske.

Sie konnten es nicht lassen in seine Pläne hineinzurauschen wie ein Damm in den Lauf eines strömenden Flusses. Schon mehr als einmal hatte er den Ursprungsplan abändern müssen, zuletzt war er sogar soweit gegangen ein paar Körperteile in Betracht zu ziehen, die eigentlich nicht zur Familie gehörten. Und als ob dies noch nicht reichte, nun folgte auch noch eine weitere Hausdurchsuchung. Er hatte die Priester gedämpft darüber sprechen hören. Was wenn sie es finden würden? Sicher, er hatte ein paar Vorkehrungen getroffen, doch selbst wenn sie diese aufhalten sollten, er würde wohl kaum so einfach an ihnen vorbei kommen.
Nein, das konnte er nicht zulassen, es durfte nicht geschehen, nicht jetzt! Nicht jetzt, wo alles so kurz vor der Vollendung stand. Es war bei Weitem nicht die angestrebte Perfektion, jene, welche ihn zu Beginn so sehr motiviert hatte, doch anderseits war er nicht mehr der Herbert von vorher. Er wusste, dass sein Körper am Rande des Zusammenbruchs, der Entkräftigung stand. Dies war ziemlich sicher sein letzter Akt in diesem Stück, doch auch wenn er das Ergebnis seiner Mühen nur einen Moment lang würde im Arm halten können, das war es ihm wert! Zum Umkehren war es lange zu spät, das war es bereits in jenem Wimpernschlag des ersten Handels gewesen. Dabei hatte er sich nie irgendwelchen Illusionen hingegeben. Seine Seele war verloren, vielleicht schon bevor er selbst etwas davon gewusst hatte, vielleicht war sie schon lange vorher von Kra'thor gezeichnet worden. Markiert für seine Dienerschaft in fernen Tagen... Schwarz.


Ein leises melancholisches Lachen drang aus seiner Kehle heraus. Beim Klang dieses Geräusches war auch der letzte winzige Zweifel, der letzte kleine blaue Hoffnungsschimmer verschwunden. Er würde sterben, da war er sich vollkommen sicher. Die Aussetzer kamen immer häufiger und dauerten immer länger. In den letzten Tagen hatte er schon mehrere Stunden verloren. Ob nun die verzweifelte letzte Maßnahme seines gepeinigten Körpers, eine Strafe Temoras oder ein Fluch Kra'thors, dessen war er sich nicht mehr sicher. Es hatte ohnehin keine Bedeutung mehr.

Herbert blickte zu dem Bett hinüber in dem der kleine Kunibert lag. Hätte er an irgendeinem Punkt seiner eigenen kleinen Geschichte glücklich werden können? Hier, unweit des gespenstischen Baumes und fast am Ende seines Weges, begann er es zu glauben. Eine einsame Träne stürzte die linke Wange herunter. Kein Schluchzen, kein Wehklagen, nur eine einzelne Träne.

Dann holte ihn die Dunkelheit wieder zu sich... Schwarz.


Als Herbert wieder zu sich kam war es spät in der Nacht. Dieser letzte Aussetzer, das Geräusch seines Atems, die kälter werdenden Finger- und Zehenspitzen, alles schien ihm sagen zu wollen, dass dies vielleicht die letzte Gelegenheit war. Wieder blickt der Vater zu Kunibert hinunter, dieses mal mit der Gewissheit, dass es das letzte Mal sein würde. Wieviel von dem Hass, den er ihm gegenüber aufgebaut hatte in den letzten Wochen, wieviel davon war wirklich seinem eigenen Geist entsprungen? Jetzt, an der letzten Abzweigung des Weges, jetzt, war er sich ziemlich sicher. Er war glücklich gewesen, sie alle waren es gewesen, auch wenn das jetzt Jahrhunderte zurückzuliegen schien. Herbert schluckte, diese späte Erkenntnis war so viel schmerzvoller als sein Körper ertragen konnte. Die Dunkelheit kam wieder über ihn, aber diesmal kämpfte er dagegen an. Sein Körper sackte zu Boden, doch er federte den Sturz mit den wackligen Ärmchen ab.
Die Reaktion verblüffte ihn selbst, es schien, als hätte der letzte Rest seines gesunden Verstandes die Waffen erhoben und sich aus seinem geschützten Areal herausgewagt. Voran zum letzten Gefecht gegen den übermächtigen, von unnatürlichem Wahnsinn zerfressenen Teil seiner Selbst, in vollem Wissen, dass ein Sieg unmöglich war. Er schüttelte leicht den Kopf zu seiner eigenen kindlich bildlichen Vorstellung - dennoch war er sich sicher, dass er damit der Wahrheit so nah war wie nie zuvor. Der letzte Rest des alten Herberts in ihm erkaufte ihm Zeit. Es war zu spät umzukehren, doch wenigstens an dieser letzten Abzweigung konnte er noch den richtigen Weg einschlagen. Zu seinem größten Erstaunen kamen wieder Tränen, dieses Mal jedoch zahllose, der ausgezehrte Körper schien alles abzugeben, was er noch hatte. Mit ihnen kam die Traurigkeit, die tiefste, die er jemals verspürt hatte, und gleichzeitig die letzte, die er je erfahren würde. Er hatte letztlich alles in Gang gebracht und beinahe hätte er auch das letzte noch lebende Mitglied seiner Familie in den Abgrund gerissen. Es gab nur einen Ausweg, er war sich bewusst, was der größere Teil seines Verstandes vorhatte. In diesem letzten wachen Augenblick ahnte er, was für ein unsagbares Sakrileg es sein würde - dieser Plan, welcher wie ein Tumor in seinem Kopf gewachsen war. Er ekelte sich vor ihm. Selbst wenn er seine Taten niemals sühnen konnte, er konnte immerhin den letzten Akt verhindern. Verhindern, mit dem größten aller möglichen Opfer, doch dies schien ihm in diesem Moment nur recht und billig.
Müde richtete Herbert sich wieder auf und schlurfte zur Kommode rüber, auf der die Schreibfeder lag. Mit einem letzten Anflug von Galgenhumor kam ihm der Gedanke, dass das wahrscheinlich das eigentümlichste Selbstmordwerkzeug der Geschichte war, dann griffen die dünnen ausgemergelten Finger nach der Feder.

Erlösung, Ruhe und Frieden - diese aufwallenden Emotionen brachten Herberts letzten gesunden Teil des Verstandes zu Fall. Wenn auch spät erwacht, so hatte er sich dennoch heldenhaft in dieser letzten Schlacht gewehrt. Eine Schlacht, über die niemals ein Buch berichten würde. Die Augen des Mannes schlossen sich und als sie sich einige Herzschläge später wieder öffneten, waren sie verändert. Was sich nunmehr hier von dem kalten Steinboden aufrichtete, hatte nichts mehr mit Herbert gemein. Ein unmenschliches Wesen war es nun, beseelt von grausamer Intelligenz, und Sklave der eigenen Erinnerungen. Stimmen hallten durch seinen Kopf, die Feder sank herab. Der Überrest Herberts war nur noch von einem Wunsch beseelt: Die Vollendung des Handels mit allen notwendigen Mitteln.
Rafael von Arganta

Beitrag von Rafael von Arganta »

Die Nacht war kurz gewesen.
Als er heimkam schliefen bereits alle, bis auf die Turmwachen, und so grüßte er nur Müde und schlich die Treppe hinauf zu seinem Schlafraum und schlief den Traum der Gerechten oder eben ... Ermüdeten.
Bis in den nächsten Nachmittag schlief er, nahm dann ein Bad, aß etwas und ging dann die Post durch bevor er sich noch einmal der Rüstung widmete die er in der letzten Zeit so strapaziert hatte.
Vor der Rückreise hatte er sie noch einmal ausbeulen und instand setzen lassen. Nun blitzte sie wieder wie gewohnt und er legte sie Teil für Teil sorgfältig an.

Was erhoffte er sich eigentlich zu finden.
Rafael vermochte es nicht mal zu sagen.
Einfach das Gefühl in ihm das ihm sagte das das Haus noch einmal durchsucht werden musste, und er hoffte das er nicht alleine davor stehen würde.
Briefe waren ausgesandt worden, Magier, Priester, seine Leute, man würde jeden kleinsten Schrank, jede Panele noch einmal umdrehen.
Man würde sehen.
Er zog den Gurt der Brustplatte fester, hängte die Plattenhandschuhe in den Gürtel.
Es konnte beginnen.
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Die Ereignisse hatten sich währenddessen überschlagen. Der Vater des Jungen war verschwunden, und es ging die Kunde von gewaltsamer Grabschändung auf dem Klosterfriedhof herum...
Rafael von Arganta

Beitrag von Rafael von Arganta »

Wahnsinn ... ja er war wie im Wahn gewesen, als er auf die Kultisten einschlug.
Ein... zwei... zwölf... er zählte sie längst nicht mehr.
Rabendiener.
Doch schienen sie wirklich in der Hierachie nicht sehr weit oben gewesen zu sein.
Keine Magie verließ ihre Hände, kein Kra'thor der ihnen beigestanden hatte.
Rafael hatte die Gruppe schnell verlassen, nachdem sie die Unterirdische Kultstätte verlassen hatte.
Sehr schnell da er das Irre, trunkene Lachen in sich aufsteigen fühlte.
Wahnsinn ...
ja er wühlte sich dem Wahnsinn nahe, das Töten hatte ihm Freude bereitet...
Temora bewahre, Temora verzieh ihm.
Sein Hass auf Krat'hor war Grenzenlos gewesen, und das was sich ihm dort unten geboten hatte hatte ihn schier den Verstand verlieren lassen.
Wer bin ich?
Rafael Arganta
Was bin ich ...
Ein Werkzeug Temoras.... Graf, Kronritter und doch für einen Moment nur daran interessiert jene die sich dem Reich der Kirche nicht ergeben wollte und auch noch den Frevel besaßen sie an zu greifen, das Leben zu nehmen.
Es war unfassbar für ihn.
Jetzt im Nachhinein war er sich nicht mal sicher ob er noch wirklich bei Sinnen gewesen war.
Er hatte nicht nachgedacht, hatte seinem Hass freien Lauf gelassen, und war in dem Moment sicherlich Alatar näher gewesen als Temora.
Erst jetzt wurde er sich bewußt wo er war.
In der Wildniss irgendwo hinten am Wegkreuz.
Er wusste nicht einmal wie er da hingeraten war, so sehr hatte ihn diese "Schlacht" dieses Gemetzel aus dem Konzept gebracht.
Die Kultisten hatten keinerlei Chancen gehabt, und doch sich nicht ergeben.
Ruhiger nun lenkte er sein Pferd nun gen Kloster.
Dort am Baum des Lichtes würde er die Ruhe finden die er nun brauchte und vielleicht war auch die Eminenz dort.

Dabei hatte alles so harmlos begonnen.
Sie hatten nur das Haus dieses Herbertes durchsuchen wollen.
Sehen ob man etwas übersehen hatte.
Aber es kam alles anders.
Der Diakon Aaron Prochska hatte berichtet das der Mann geflohen war, und als man am Hause ankam stand dieses bereits in Flammen.
Seine Gruppe, bestehend aus dem Diakon, Torjan, Rahel, Varla, Aalim Taahir Ifrey, Edin Aldro und schließlich der Praeceptor Apex Alindra Feruin,
Eine starke Gruppe was sich später noch beweisen sollte.
Gemeinsam hatten sie das Feuer eingedämmt gelöscht und suchten danach noch weiter nach spuren, obwohl die Flammen das meiste vernichtet hatten.
Es war dennoch mehr Zufalle das man die Geheimtür entdeckte, durch die sie dann schlüpften und weiter dann durch ein Loch krochen das sich im Boden aufgetan hatte.
Was sich so einfach anhörte, erwies sich jedoch als sehr schwierig in der festen Rüstung die die meisten von ihnen trugen.
Dennoch vergrößerten sie das Loch dadurch nur und kamen heil und unversehrt unten an.
Ein kleiner Gang der sie bis zum Friedhof Berchgards geführt hatte.
Sie konnten den Fußspuren von Herbert wohl folgen und stiegen in die Gruft hinab, wo bereits einige Untote au sie warteten.
Die Flut der Kreaturen, jedoch war annehmbar und bereiteten ihnen weniger Probleme.
Immer wieder folgten sie den Fußspuren, in dem Staub der Gänge gut zu verfolgen waren.
Immer wieder versperrten Tore und Türe ihren Weg, dessen Schlüssel es zu finden gab.
Teilweise gut verteidigt von scharen von Untoten oder von besonders starkten Kreaturen, aber auch Rätsel die Kisten versperrten, und dessen richtige Lösung jene öffnen ließ.
Interessante Rätsel, über die Geschichte Berchgards oder aber andre die den gesunden Menschenverstand forderten. So kamen sie immer weiter und weiter voran.

Irgendwann kamen sie aus den festen Mauern heraus.
Über ihnen war ... Boden? Der Himmel war nicht zu sehen, doch glaubten sie tief unter der Erde zu sein. Eine Brücke führte über einen Garten aus ... Quarzen.
Ein Anblick der einen jeden Faziniert hätte.
Rafael hätte ihn gerne ganz in sich aufgenommen, wäre verweilt wenn er nicht so angespannt gewesen wäre.

Sie überquerten die Brücke und kamen an einen Bau, der einer Kirche nicht unähnlich war.
Doch das hier sicherlich weder Temora noch einer der andren Götter des lichten Pantheons angebetet wurde, war wohl einem jedem hier klar.
Ohne zu zögern betrat man diese Kultstätte, und wehrten die Angriffe der Untoten ab, die keinerlei Zweifel daran ließen, das dies kein netter Ort sein würde.
Vor einer Doppeltür wurden sie erneut angegriffen und als die Schar der Kreaturen erschlagen waren, trat eine durchsichtige Gestalt auf sie zu.
Der Geist eines Diakons... dessen Leiche gestohlen von Herbert wohl hierher gebracht worden war. Jener erbat das man seine Leiche heim bringen und in geweihter Erde begraben solle, und man versprach es dem Geist.
Als man die Tore öffnete griffen Gestalten an die Rafael noch nie zuvor gesehen hatte.
Dennoch war er fest davon überzeugt das jene Kra'thor dienten.
Kreatur für Kreatur lockte man heraus und gemeinsam brachte man sie zu Fall.

Erneut ging es darum Schlüssel zu besorgen und als man einer Treppe folgte, traf man auf Herbert.
Einem Herbert von dem nichts übrig geblieben war, was an den alten Bauerntölpel erinnerte.
Ein Mann in dunkler Rüstung der von der Liebe zu Maria sprach. Seiner Maria, die er bald wieder in den Armen halten würde.
Alles Reden half nichts.
Auch Herbert stürzte sich in sein Verderben, indem er den Kampf suchte, statt sich zu ergeben, wie aufgefordert.
Er starb bevor er noch begreifen, noch bereuen konnte.
Nichts blieb von ihm übrig, und Rafael hatte nicht einmal mehr Zeit seinen Tod zu bedauern.
Bedauern für dessen Sohn, denn die Tür die man nun öffnete führte in einen großen Andachtsraum in dem sich Kultisten befanden.
Wieviele ...
Rafael hatte sie nicht gezählt.
Fünfzig? Mehr? Weniger? Es zählte nicht.
Auch auf sein Angebot hin, sich zu ergeben, reagierten sie nicht.
Sie griffen an. NIemand dachte auch nur daran sich zu ergeben, und so wurde einer nach dem anderen Erschlagen.
Diener Kra'thors, Kultisten ohne viel Macht, aber dennoch gewillt für ihren Gott zu sterben.

Wie lange der Kampf währte, vermochten sie nicht zu sagen, aber irgendwann wurde es still.
Sich umsehend begriff man schnell das man hier wohl ein Ritual gestört hatte.
Vor ihnen, mitten im Raum eine Art ... Golem.
Kaum erkennbar und doch Teil davon Maria. Ihr Bild hatte man noch vor Augen und es war unverkennbar. Doch umgeben war die Kreatur von einem Bannkreis den man nicht durchbrechen konnte.
Erst jetzt bemerkte man rechts und links des Raumes zwei Nischen von Türen versperrt.
Jene waren nicht verschlossen und als sie vorsichtig die erste Tür öffnete, preschte eine Kreatur auf sie zu der Rafael nur gerade so eben ausweichen konnte.
Nur gemeinsam vermochten sie diese Ungetüm zu stoppen.
Als es fiel verblasste das Feuer das um den Bannkreis des Golem gebrannt hatte, und man vermochte sich bald schon vor zu stellen was man hinter der andren Tür vorfinden würde.

So machte man sich diesmal darauf gefasst, öffnete die Tür und ließen die Kreatur heraustürmen bevor man sie angriff.
Auch hier vermochten sie gemeinsam die Kreatur zu fall zu bringen und zu töten.
In jenem Moment wo die Kreatur zu Boden krachte, erlosch der Bannkreis komplett und der Maria-Golem setzte sich in Bewegung. One Verstand und nur mit dem Bedürfnis die Eindringlinge zu töten, wurden sie angegriffen.
Diesmal war der Kampf nicht so einfach.
Es war Glück und sicherlich Temoras Segen das sie keinen Verlust erlitten hatten, als sie unter viel Mühen auch hier den Sieg davontrugen.

Es war still geworden.
Totenstill.
Müde und vollkommen erschöpft standen sie da. Es war geschafft.
Was immer aus Maria geworden wäre mit diesem Ritual, eine Kreatur geschaffen aus vielen Toten war vernichtet worden.
Gemeinsam setzten sie alles in Brand.
Brennen... alles sollte Brennen!
Nichts mehr sollte übrig bleiben.
Der Tote Diakon wurde mitgenommen und durch ein Tor das Alindra schuf verließen sie diesen Unheiligen Ort.
Wo auch immer, wie auch immer...
Sie hatten Kra'thor eine derbe Schlappe beigebracht.
In wie weit dieses Einfluss auf Varuna haben würde, würde man noch sehen.
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