Es war wohl genau die 19te Stunde das Abends, er dachte sich es ist eine Dame, da wird es wohl noch etwas dauern, doch genau um die verabredete Zeit hörte er ein leises klopfen am dem Tor zu dem Hof.
Da er grad im Garten war, konnte er schon von dort die junge Dame erkennen und ging freudig auf sie zu.
Man begrüßte sich und stellte sich dann auch vor und richtig, es war genau die Dame auf die er wartete, die Dame die er ein Haus einrichten sollte.
Er bat sie hinein, doch auf dem Weg in das Haus hinein fiel es ihm erst auf, etwas stimmte nicht mit ihr, der Stock den sie trug und vor sich herpendelte ums so den Boden abzuklopfen.
Da wusste er es, sie konnte nicht sehen, oder zumindest sehr schlecht.
Anfangs des Gespräches ging es ihm wie bestimmt vielen die eine Person mit diesem Leiden noch nicht kennen gelernt hatten, er wusste nicht richtig was er genau tun sollte, doch als er sie etwas näher kennen lernte, so schien es zumindest, ergab es sich eigentlich von ganz allein.
Alles was er zu tun hatte, war ihr zu sagen was er meint, zu beschreiben wenn ihre Augen ihr nicht helfen konnten.
Aus dem Gespräch heraus, fragte sie ihn, ob er auch Stäbe, also so eine Art Gehstock fertigen konnte und sah sich den ihren an, der schon einige Risse und Abschürfungen aufwies, so wie sie es auch sagte.
Er konnte es, ja einen schönen Stock für sie herzustellen war sicher eine Kleinigkeit für ihn, aber für sie sollte es, so vermutete er, eine echte Hilfe sein, so sagte er ihr zu, das er ihr sogleich einen neuen Stock anfertigen würde und ging hinauf in seine Schreinerei.
Dort angekommen suchte er unter all seinen Hölzern das feinste heraus und fing an es zu bearbeiten, fein geschliffen sollte es sein, keine kleinste Stelle die den Händen der jungen Frau Unwohlsein bescherte, er sollte für all ihre Wege so sein, das er stets eine Hilfe für sie darstellte.
Als er ihr den Mahagonistab nun übergab, konnte er nicht wissen, ob er ihr nun gefiel oder nicht, denn sie konnte ihn ja nicht sehen oder gar bewundern, nur das er ihr gut in ihren Händen lag, das sagte sie und er war froh, das er es hinbekommen hatte ihr damit etwas helfen zu können.
Als sie ihn fragte was er denn kosten würde, war es ihm klar, dafür konnte er kein Geld nehmen, er bat sie ihn als Geschenk zu behalten.
Dann kam das Thema zu dem Haus, wie sich herausstellte war es nicht sehr groß, eher klein, was die Sache natürlich etwas vereinfachte, da sie ihm sagte, das er es so einrichten soll, wie er meint das es so gut für ihre Zwecke sei.
Das ist nicht leicht, sicher, nun konnte er alles hinstellen was er so hatte, aber daran dachte er nicht, nein, er würde es genau so machen, das es so ist, wie sie es brauchen würde, auch wenn er es mehrmals neu gestalten musste, doch sie musste sich darin wohl fühlen, auch wenn sie es nicht sehen konnte.
Einiges hatte er ihr natürlich beschrieben wo was ungefähr hinkommen würde, doch was es nun am Ende wirklich wird, das wird er noch sehen, es musste passen, zu ihr passen.
Natürlich, er konnte nun Möbel zweiter Wahl nehmen, warum nicht, aber das würde er nicht tun, diese Möbel würden alle peinlichst genau gefertigt, kein Splitter sollte sie verletzen können, nichts durfte überstehen und ihr den Laufweg versperren.
Als die Sachen mussten perfekt werden, auch wenn er wusste das er längst kein Meister ist, er wusste das es andere Schreiner sicher besser machen konnten, aber diesmal nicht, das hatte er sich vorgenommen, diesmal würde er seine ganze Kraft und sein Wissen in diese Arbeit stecken, da war er sich sicher.
Als nun das Haus vermessen war und er ihr alles so gut er konnte erklärt hatte, was er gedenkt für sie zu bauen, machte er sich an den Heimweg, zurück an den Hof.
Er sah, als er ging noch einmal zurück, sah die junge Frau allein dort stehen, es war komisch, ja er war traurig, warum, er wusste es nicht genau, nur zu gern hätte er mehr Hilfe gegeben als die Möbel die er nun bauen würde.
Den langen Weg Heim ging er des Fußes, lange dachte er noch an diesen Abend, konnte nicht vergessen, keine innere Ruhe finden, die Situation hielt ihn noch lange wach, bis er endlich in einen ruhelosen Schlaf viel.
Ein ganz anderer Auftrag
- Galen Farsee
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