Ein Kristall, Erzbrocken, sowie Krallen und Zähne
Eine Schale für ein Horn. Vielleicht auch ein kleiner Schädel und ein Schnabel.
Ein Rauchfass als Bitte und so gesehen für die Scheibe, auch wenn es so niemals gesagt oder ausdrücklich gefordert war. Vielmehr war es hier ein normales Geben und Nehmen, wie es sein sollte unter denen, die sich respektierten.
Ein Ritualdolch, der noch im Ahnenfeuer geformt werden würde. Auch das war schon besprochen.
Der Bodhran. Keine Ahnung, ob er mir nun half oder nicht. Irgendwie ergab sich da nicht viel. Da würde ich nochmal nachhaken müssen.
Nun stromerte ich durch den Wald, in Richtung Grimwould, und hielt Ausschau nach dem, was mir noch fehlte. Heilung. Heilung. Heilung. Das war noch so präsent. Ich hielt tatsächlich nach einem Bären Ausschau, oder nach dessen Knochen, wie man es nahm. Eher die Gebeine. Einem Lebenden würde ich kaum das abnehmen können, was ich haben wollte. Andererseits war es mir auch Recht einen Lebenden zu finden, um ihn zu töten, wenn ich es vermochte. Sowohl Krallen, als auch Zähne würden dann ihre vollste Kraft innehaben, wenn es ein junger kräftiger gesunder Bär war.
Irgendwo knackte es im Unterholz und ich hielt inne. Ich hätte mir die Mühe gar nicht machen brauchen zu laufen. In der Luft sah man doch so viel mehr. Aber nun war ich schon mal losgegangen und blieb dabei und wartete darauf, dass sich das Knacken wiederholte. Entfernt hörte ich ein Brummen, dem hellere Laute antworteten. Eine Bärenmutter. Ausgeschlossen. Also weiter.
Ich schlug einen Haken, um die kleine Familie nicht aufzuschrecken oder zu reizen. Das war wirklich das Letzte, was ich gerade brauchte. Nahe Grimwould hielt ich inne und lauschte neuerlich, aber nicht so, wie ich vorher auf den Wald und seine Geräusche geachtet hatte, sondern eher auf den Ahnenbaum. Er kämpfte, wenn man mich fragte, und vielleicht hatte Kanubio damit Recht, dass da etwas geschehen musste.
Mit einem leisen Seufzen setzte ich den Weg fort und suchte weiter nach dem, wofür ich überhaupt losgegangen war.
Noch gut zwei Stunden brauchte es, bis ich fand, was ich suchte. Die Arbeit hatte mir ein Rudel Wölfe abgenommen. Der Kadaver lag da und bis auf die Knochenreste, war nicht mehr viel übrig von dem Bären. Dass die Tiere sich allerdings an den Zottigen heran gewagt hatten, musste wohl bedeuten, dass der Bär schwach oder kränklich gewesen sein musste, vielleicht auch beides.
Ich zog meinen mitgebrachten Beutel hervor und hockte mich neben dem Kadaver hin, brach die Krallen vorsichtig ab und nach einigem Zögern auch die Zähne aus den Kiefern des toten Bären. Was leicht klang, war alles andere als das. Ich kam mächtig ins Schwitzen und die Zähne anzufassen, kostete mich derart Überwindung, dass ich fast ohne sie gegangen wäre. Ich tat es auch nicht, ohne vorher meinen Dank auszusprechen und ein kleines Opfer darzulegen für den Geist des Bären, um ihn zu beschwichtigen und die Kräfte der Zähne und Krallen in sich zu halten. Nicht auszudenken, was geschähe, wenn gerade die Zähne ihre volle Wirkung entfalteten.
Alles fand seinen Platz in dem Beutel, teilweise blutverschmiert und noch mit fleischigen Resten daran. Sie zu säubern und abzukochen, kam erst im Fort in Frage.
Aber ich hatte meinen Weg noch nicht beendet, was auch bedeutete, dass ich diese verflixten Zähne noch ein bisschen mit mir rumtragen musste.
An der Mine angekommen, legte ich den Beutel draußen ab, um wenigstens eine Weile einen gewissen Abstand dazu zu haben und unberührt davon dem Alten im Berg zu begegnen.
Drinnen legte ich wieder einige Äpfel und Met als Opfergabe aus und trug meine Bitte vor. Das, was er mir nach einigem längeren Erklären, wofür ich die Gabe seinerseits benötigte, schenkte, war erstaunlich und irritierend zugleich. Ein dunkler, bereits geschliffen wirkender Kristall, der geformt war wie eine flammende Klinge, drang aus dem harten Erdreich empor, ebenso einige Brocken Erz. Zögernd nahm ich die vorgefertigte Klinge und einige der Erze an mich, nicht alle, die dort aufgetan waren, wie beim allerersten Besuch auch schon. Wie ich den Kristall, ich nahm an, es musste sich um Obsidian oder Onyx handeln, so genau konnte ich das im Dunkeln nicht erkennen und meine Kenntnisse darüber waren ohnehin nicht sonderlich ausgeprägt, in das Stück, dass es werden sollte, einfügen musste, war mir ein Rätsel, aber vielleicht hatte Tugolf ja eine Idee dazu.
Also bedankte ich mich, wie es sich gehörte und verließ die Höhle, wie immer froh darum, aus ihr heraus zu sein. Allerdings huschte ich dann doch eilig nochmal zurück und legte noch einige Kirschen hin für den Kobold und seine Frau und seine zigtausend Welpen. Bestimmt waren es so viele. Die genaue Zahl hatte ich vergessen.
Danach machte ich mich auf den Rückweg, meine andere Ausbeute nicht vergessend.
Den Kristall und die Erze verstaute ich erst einmal sorgsam in meinem Zimmer in einer der Truhen. Die anderen Dinge von Bär, wollte ich abkochen und reinigen. Also ging ich mit dem Beutel in die Küche, mopste mir einen Topf und verzog mich zum Feuer draußen. Wasser hinein, Topf auf Feuer, Zeug hinein und warten. Appetitlich roch es nicht gerade, aber auch nicht so widerwärtig, als dass man hätte kotzen mögen.
Ich ließ es auch nicht so lang auf dem Feuer, wie man Fleisch normalerweise abkocht, um es von Knochen zu lösen, wollte ich doch nicht die Krallen und Zähne verderben.
Ich stellte den Topf neben mir im Gras ab, griff ins heiße Wasser hinein – ohne mir überhaupt Gedanken darum zu machen, was ich da tat. Irgendwie war es selbstverständlich, dass schon nichts passieren würde, und holte eine Kralle nach der anderen heraus, säuberte sie sorgfältig von den Resten, ebenso hielt ich es mit den Zähnen. Letztere legte ich wieder in den Beutel hinein. Die Krallen lagen auf meinem Schoß und trockneten langsam.
Ich schüttelte die Hände aus und betrachtete sie kurzweilig. Sie waren krebsrot, aber Schmerzen hatte ich dennoch keine. Schließlich nahm ich mir die erste Kralle vor und sah sie mir eingehend an. Wie also musste ich sie weiter behandeln, damit ich sie stets mit mir offen rumtragen konnte. Eine Schnur drum wickeln war mir zu unsicher. Die hätte ja reißen können und weg war die Kralle.
Ich grübelte eine Weile lang darüber nach, dann kam mir eine Idee. Eine Schnur würde es so oder so werden, eine Kordel hielt besser als ein einfacher Faden. Mit einem Grinsen sammelte ich alles ein, räumte den Topf weg, brachte die Zähne in die Truhe in meinem Zimmer zur Aufbewahrung und machte mich auf ins Lager. Dort suchte ich ein Messer, sowie einige dünne, stabile Garnfäden zusammen und mit allem Zipp und Zapp setzte ich mich in die Halle und begann in die Krallen oberhalb eine Rille hinein zu ritzen, einmal knapp unterhalb des breiten Krallenendes herum. Danach zwirbelte ich die Garnstücke zu einer Kordel zusammen, drückte sie in die Rille, verknotete sie ordentlich, die losen Enden flocht ich noch ein und knotete mir das Endresultat dann an einen Knochen an der Robe.
Nachdem alle fertig gestellt und angebracht haben, taten mir die Finger zwar weh, aber ich war zufrieden. Konnte ich mich also dem nächsten Gebein widmen bei meinem nächsten Ausflug. Aber nicht mehr an diesem Tag. Soviel stand fest. Denn die anderen würden genauso viel Arbeit machen, das war sicher.
Sammelsurium von Allerlei
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Yora Wikrah
Der Vielender
Seit Stunden schon lag ich auf der Lauer und beobachtete das Damwild.
Er war so prächtig, der Hirsch, und so wachsam. Es tat mir in der Seele weh, aber ich sah es als Notwendigkeit an. Das Leder würde uns gute Dienste leisten, und mir das Horn des Geweihs. Gewiss würde ich selbst davon nur ein geringes Stück benötigen, aber auch der Rest davon würde seinen Nutzen haben. Und bevor ich einen der Kerle auf die Jagd schickte, wollte ich es doch lieber selber versuchen. Nicht nur, weil das Jagdfieber ein so aufregendes Gefühl war. Dies hier war auch eine ganz persönliche Sache. Dieses Mal würde ich wohl das Opfer später bringen müssen.
Ich genoss noch eine Weile lang den Anblick, zählte die Damwildherde durch, sah auch noch ein zwei jüngere Böcke dort herumspringen, das Gleichgewicht also würde gewahrt bleiben.
Als die Herde in der Abenddämmerung einen geschützten Platz für die Nacht aufsuchen wollte, schlug ich letztlich zu, wobei das eigentlich zuviel der Behauptung war, denn ich rief die Wölfe um Hilfe bei der Jagd. Zwar gab ich dabei das Fleisch der Beute auf, aber ein Rudel war ein Rudel und warum sollte ich die Hilfe nicht nutzen, die ich bekommen konnte, während sie dadurch für ihre Welpen und sich etwas zu fressen bekamen. So war allen gedient.
Ich ließ mich in die Welt der Geister fallen, die Konturen meiner Gestalt verschwammen, verschoben sich, Schmerzen kamen und gingen, Fell wuchs, Krallen, Schnauze, Pfoten, Rute – Wolf. Mit den Wölfen zu laufen, selbst einer zu sein, die Instinkte erwecken fühlen, war eine Freiheit, die ich niemals mehr missen wollte. Das erste Mal probierte ich mich darin. Das erste Mal rannte ich mit dem Rudel. Das erste Mal hielt ich die Nase in der Gestalt in den Wind, die uns allen am nächsten war, Begleiter hin oder her. Es war genauso ein Gefühl wie zuhause sein, wie in Wulfgard selbst. Vielleicht noch ein wenig mehr?
Etwas sehnte sich danach, immer so zu bleiben, mit dem Rudel zu laufen. Die Hatz begann. Der Hirsch blökte, um die Kühe anzutreiben. Er begann die Veränderung zu spüren, auch wenn er noch nichts witterte.
[img]http://www.souvraya.de/Alabilder/rotwild.jpg[/img]
Pfoten huschten durchs Gras, über Moos, Laub und Erde. Kein Laut. So nah herankommen wie möglich, war das Ziel. Als das Rudel – und ich ebenso – aus dem Gehölz brachen, wandte er sich um, der Zehnender und stellte sich und verschaffte seiner Herde damit wertvolle Zeit davon zu kommen. Die Wölfe umkreisten ihn sofort, warum auch Kräfte auf die Hetzjagd vergeuden?
Die Gegenwehr des Hirsches war heftig, die übrigen Damwild-Herde über alle Berge. Zwei Wölfe des Rudels erwischte er mit seinem mächtigen Geweih, einen mit den Hufen, dann war das Werk getan und er brach zusammen. Ein letztes Aufbäumen, dann starb er. Mit ihm einer der Wölfe, die er erwischt und verletzt hatte. Der Kreislauf der Natur, das Gleichgewicht, all das konnte ich beobachten und hatte Mühe nicht den Instinkten des Wolfs zu unterliegen und mich ebenfalls über die Beute herzumachen.
Stattdessen zog ich mich zurück und wartete, bis das Rudel satt war und sich zurückzog. Mittlerweile hatte ich meine eigene Gestalt wieder angenommen, war zum nahen See gegangen und hatte mich gewaschen. Der metallische Geschmack von Blut blieb eine geraume Zeit noch zurück, während ich dasaß und die Tiere beobachtete. Sie störten sich nicht an mir, erkannten mich am Geruch und wussten, sie hatten vor mir nichts zu befürchten.
Als sie fort wahren, begann die eigentliche Arbeit für mich. Häuten, das Geweih vom Schädel lösen mit Hilfe einer Säge, und auch von dem Wolf nahm ich eine seiner Pfoten.
[img]http://images.wikia.com/drakensang/images/9/9e/Gegenstand_Wolfspfote.png[/img]
Die Opfergaben für die Geister der beiden, ließ ich an Ort und Stelle zurück, als ich sie aus dem versteckten Beutel herangeholt hatte, bedankte mich im Stillen für ihre Gabe und kehrte schließlich ziemlich eingesaut und schwitzend nach Wulfgard zurück.
Sterbensmüde packte ich die Mitbringsel erstmal in den Bereich, wo die Schmiede war und begab mich ins Bad, um mich erneut zu waschen, nur um danach in die Felle zu fallen und zu pennen.
Am nächsten Morgen fühlte ich mich wie gerädert. Noch immer war da die Sehnsucht wieder mit den Wölfen zu laufen. Ich verdrängte den Wunsch und begab mich direkt nach der Morgenwäsche und dem Einkleiden zur Schmiede.
Ich nahm mir als erstes die Pfote vor, setzte mich damit ans Feuer draußen und begann damit, mühsam das Fleisch soweit als möglich unter dem Fell hervor zu kratzen, um es der Katze vorzuwerfen, die gerade vorbeistreunte. Erst als ich sicher war auch den letzten Rest hervorgeholt zu haben, band ich ein Stück lederne Schnur um Pfote und hängte sie weit genug über die Esse bei der Schmiede, um das Leder und Fell trocknen zu lassen.
In der Zeit begann ich das Geweih zu zerlegen in teils große und in teils handliche kleinere Stücke. Ich wählte mir drei Stücke aus, die eine Handspanne Länge besaßen. Das besonders gerade Stück wollte ich als Griff für den Athame wissen. Die anderen beiden als separates Hilfsmittel. Damit ich sie aber auch gut befestigen und mit herumtragen konnte, hatten sie noch einen weiteren Weg vor sich. Es waren besonders dünne Enden des Geweihs.
Das, was ich nicht benötigte, räumte ich sorgfältig weg für die allgemeine Nutzung des Clans.
Die Teile, die ich mir ausgesucht hatte, packte ich einen Topf und begann sie ordentlich ab und weich zu kochen. Ich wusste davon, weil ich meinem Dah mal zugesehen hatte, als er mit Horn gearbeitet hatte. Während ich dem Wasser zusah, wie es aufkochte und die Hornstücke darin schwammen, zog sich mir der Magen zusammen. Ich vermisste meine Eltern und meine Brüder, aber nur selten gab es Zeit und Raum dafür, auch an sie zu denken. So traf mich der Verlust jedes Mal aufs Neue sehr heftig, sobald irgendwelche Erinnerungen aufstiegen.
Mit einem leisen Brummen scheuchte ich die Gedanken fort und begann mich mit Saubermachen zu beschäftigen. Immerhin lagen überall noch Hornspäne herum.
Es verging der ganze Vormittag, bevor ich den Topf vom Feuer holen konnte. Ich kippte ihn aus, warf den Horn einmal ins kalte Wasser, um es wenigstens äußerlich etwas abzukühlen und dann klemmte ich das eine Ende in eine Zwinge, das andere Ende packte ich mit einer guten thyrischen Zange und begann das Stück zu verbiegen, vorsichtig und langsam. Ich musste sehr aufpassen, dass die Stücke nicht brachen, die ich hier bearbeitete, oder gar splitterten und letztlich zu Hornplättchen wurden dadurch. Bei einem der zwei dünnen Hornteile passiere es dann doch. Es splitterte auf, fächerte regelrecht, so dass ich eine derbe Verwünschung ausstieß und mir das Geschick meines Dahs wünschte. Erst nachdem ich mich beruhigt hatte, meinen Fuß gegen die Essen gepfeffert hatte, dass er schmerzte und ich das Dilemma betrachtete, kam mir die Idee auch daraus noch etwas machen zu können.
Das gelungene gewundene Horn, befestigte ich mit einem Lederband an meiner Robe, die gesplissenen Hornlagen durchbohrte ich vorsichtig mit einem glühenden Nagel an der einen Seite, die andere Seite trennte ich gänzlich voneinander, so dass ich an die zwanzig lange, dünne Hornplatten hatte, die ich dann mit einem Lederband zusammenraffte und neben dem gewundenen Horn fest machte. Es klapperte munter bei jeder Bewegung, was mir durchaus gefiel, auch wenn ich hoffte, dass die Wirkung des Horns deshalb nicht verging. Bei Gelegenheit würde ich auf die Plättchen die Totems verewigen, beschloss ich. Aber erstmal wollte ich aufräumen und das dritte Stück für den Athame verzieren und zurechtmachen. Es sollte viel Eigenleistung sein, in dem Ritualdolch. Das war mir sehr wichtig, wenn ich doch schon Schale und Rauchfass in andere Hände gelegt hatte – wenngleich auch nur teilweise.
Bodrhan und Athame waren meine Aufgabe, und bei ersterem wollte ich ohnehin auch schon Hilfe suchen. Auch beim Athame würde ich welche brauchen, vom Tugolf. Aber so viel ich konnte, wollte ich eben doch selber daran werkeln, auch wenn es mich viele Nerven kostete.
Aber mit der Maja wollte ich noch mal reden, wegen dem Rauchfass. Ich glaubte mittlerweile, Ton würde ihr bestimmt besser zusagen, mir auch. Da war Wasser von Nöten, und Erde. Da konnten Bilder eingefügt werden, Knochen, alles, was ich wollte und brauchte. Runen. Wir würden es gemeinsam formen können und darauf freute ich mich ungemein. Zuerst aber galt es die Wolfspfote noch fertig zu stellen. Fell umnähen, Lederschnur befestigen, anbringen an der Robe. Damit, und sie auszustopfen, damit sie ihre Form behielt, sollte ich die halbe Nacht beschäftigt sein.
Seit Stunden schon lag ich auf der Lauer und beobachtete das Damwild.
Er war so prächtig, der Hirsch, und so wachsam. Es tat mir in der Seele weh, aber ich sah es als Notwendigkeit an. Das Leder würde uns gute Dienste leisten, und mir das Horn des Geweihs. Gewiss würde ich selbst davon nur ein geringes Stück benötigen, aber auch der Rest davon würde seinen Nutzen haben. Und bevor ich einen der Kerle auf die Jagd schickte, wollte ich es doch lieber selber versuchen. Nicht nur, weil das Jagdfieber ein so aufregendes Gefühl war. Dies hier war auch eine ganz persönliche Sache. Dieses Mal würde ich wohl das Opfer später bringen müssen.
Ich genoss noch eine Weile lang den Anblick, zählte die Damwildherde durch, sah auch noch ein zwei jüngere Böcke dort herumspringen, das Gleichgewicht also würde gewahrt bleiben.
Als die Herde in der Abenddämmerung einen geschützten Platz für die Nacht aufsuchen wollte, schlug ich letztlich zu, wobei das eigentlich zuviel der Behauptung war, denn ich rief die Wölfe um Hilfe bei der Jagd. Zwar gab ich dabei das Fleisch der Beute auf, aber ein Rudel war ein Rudel und warum sollte ich die Hilfe nicht nutzen, die ich bekommen konnte, während sie dadurch für ihre Welpen und sich etwas zu fressen bekamen. So war allen gedient.
Ich ließ mich in die Welt der Geister fallen, die Konturen meiner Gestalt verschwammen, verschoben sich, Schmerzen kamen und gingen, Fell wuchs, Krallen, Schnauze, Pfoten, Rute – Wolf. Mit den Wölfen zu laufen, selbst einer zu sein, die Instinkte erwecken fühlen, war eine Freiheit, die ich niemals mehr missen wollte. Das erste Mal probierte ich mich darin. Das erste Mal rannte ich mit dem Rudel. Das erste Mal hielt ich die Nase in der Gestalt in den Wind, die uns allen am nächsten war, Begleiter hin oder her. Es war genauso ein Gefühl wie zuhause sein, wie in Wulfgard selbst. Vielleicht noch ein wenig mehr?
Etwas sehnte sich danach, immer so zu bleiben, mit dem Rudel zu laufen. Die Hatz begann. Der Hirsch blökte, um die Kühe anzutreiben. Er begann die Veränderung zu spüren, auch wenn er noch nichts witterte.
[img]http://www.souvraya.de/Alabilder/rotwild.jpg[/img]
Pfoten huschten durchs Gras, über Moos, Laub und Erde. Kein Laut. So nah herankommen wie möglich, war das Ziel. Als das Rudel – und ich ebenso – aus dem Gehölz brachen, wandte er sich um, der Zehnender und stellte sich und verschaffte seiner Herde damit wertvolle Zeit davon zu kommen. Die Wölfe umkreisten ihn sofort, warum auch Kräfte auf die Hetzjagd vergeuden?
Die Gegenwehr des Hirsches war heftig, die übrigen Damwild-Herde über alle Berge. Zwei Wölfe des Rudels erwischte er mit seinem mächtigen Geweih, einen mit den Hufen, dann war das Werk getan und er brach zusammen. Ein letztes Aufbäumen, dann starb er. Mit ihm einer der Wölfe, die er erwischt und verletzt hatte. Der Kreislauf der Natur, das Gleichgewicht, all das konnte ich beobachten und hatte Mühe nicht den Instinkten des Wolfs zu unterliegen und mich ebenfalls über die Beute herzumachen.
Stattdessen zog ich mich zurück und wartete, bis das Rudel satt war und sich zurückzog. Mittlerweile hatte ich meine eigene Gestalt wieder angenommen, war zum nahen See gegangen und hatte mich gewaschen. Der metallische Geschmack von Blut blieb eine geraume Zeit noch zurück, während ich dasaß und die Tiere beobachtete. Sie störten sich nicht an mir, erkannten mich am Geruch und wussten, sie hatten vor mir nichts zu befürchten.
Als sie fort wahren, begann die eigentliche Arbeit für mich. Häuten, das Geweih vom Schädel lösen mit Hilfe einer Säge, und auch von dem Wolf nahm ich eine seiner Pfoten.
[img]http://images.wikia.com/drakensang/images/9/9e/Gegenstand_Wolfspfote.png[/img]
Die Opfergaben für die Geister der beiden, ließ ich an Ort und Stelle zurück, als ich sie aus dem versteckten Beutel herangeholt hatte, bedankte mich im Stillen für ihre Gabe und kehrte schließlich ziemlich eingesaut und schwitzend nach Wulfgard zurück.
Sterbensmüde packte ich die Mitbringsel erstmal in den Bereich, wo die Schmiede war und begab mich ins Bad, um mich erneut zu waschen, nur um danach in die Felle zu fallen und zu pennen.
Am nächsten Morgen fühlte ich mich wie gerädert. Noch immer war da die Sehnsucht wieder mit den Wölfen zu laufen. Ich verdrängte den Wunsch und begab mich direkt nach der Morgenwäsche und dem Einkleiden zur Schmiede.
Ich nahm mir als erstes die Pfote vor, setzte mich damit ans Feuer draußen und begann damit, mühsam das Fleisch soweit als möglich unter dem Fell hervor zu kratzen, um es der Katze vorzuwerfen, die gerade vorbeistreunte. Erst als ich sicher war auch den letzten Rest hervorgeholt zu haben, band ich ein Stück lederne Schnur um Pfote und hängte sie weit genug über die Esse bei der Schmiede, um das Leder und Fell trocknen zu lassen.
In der Zeit begann ich das Geweih zu zerlegen in teils große und in teils handliche kleinere Stücke. Ich wählte mir drei Stücke aus, die eine Handspanne Länge besaßen. Das besonders gerade Stück wollte ich als Griff für den Athame wissen. Die anderen beiden als separates Hilfsmittel. Damit ich sie aber auch gut befestigen und mit herumtragen konnte, hatten sie noch einen weiteren Weg vor sich. Es waren besonders dünne Enden des Geweihs.
Das, was ich nicht benötigte, räumte ich sorgfältig weg für die allgemeine Nutzung des Clans.
Die Teile, die ich mir ausgesucht hatte, packte ich einen Topf und begann sie ordentlich ab und weich zu kochen. Ich wusste davon, weil ich meinem Dah mal zugesehen hatte, als er mit Horn gearbeitet hatte. Während ich dem Wasser zusah, wie es aufkochte und die Hornstücke darin schwammen, zog sich mir der Magen zusammen. Ich vermisste meine Eltern und meine Brüder, aber nur selten gab es Zeit und Raum dafür, auch an sie zu denken. So traf mich der Verlust jedes Mal aufs Neue sehr heftig, sobald irgendwelche Erinnerungen aufstiegen.
Mit einem leisen Brummen scheuchte ich die Gedanken fort und begann mich mit Saubermachen zu beschäftigen. Immerhin lagen überall noch Hornspäne herum.
Es verging der ganze Vormittag, bevor ich den Topf vom Feuer holen konnte. Ich kippte ihn aus, warf den Horn einmal ins kalte Wasser, um es wenigstens äußerlich etwas abzukühlen und dann klemmte ich das eine Ende in eine Zwinge, das andere Ende packte ich mit einer guten thyrischen Zange und begann das Stück zu verbiegen, vorsichtig und langsam. Ich musste sehr aufpassen, dass die Stücke nicht brachen, die ich hier bearbeitete, oder gar splitterten und letztlich zu Hornplättchen wurden dadurch. Bei einem der zwei dünnen Hornteile passiere es dann doch. Es splitterte auf, fächerte regelrecht, so dass ich eine derbe Verwünschung ausstieß und mir das Geschick meines Dahs wünschte. Erst nachdem ich mich beruhigt hatte, meinen Fuß gegen die Essen gepfeffert hatte, dass er schmerzte und ich das Dilemma betrachtete, kam mir die Idee auch daraus noch etwas machen zu können.
Das gelungene gewundene Horn, befestigte ich mit einem Lederband an meiner Robe, die gesplissenen Hornlagen durchbohrte ich vorsichtig mit einem glühenden Nagel an der einen Seite, die andere Seite trennte ich gänzlich voneinander, so dass ich an die zwanzig lange, dünne Hornplatten hatte, die ich dann mit einem Lederband zusammenraffte und neben dem gewundenen Horn fest machte. Es klapperte munter bei jeder Bewegung, was mir durchaus gefiel, auch wenn ich hoffte, dass die Wirkung des Horns deshalb nicht verging. Bei Gelegenheit würde ich auf die Plättchen die Totems verewigen, beschloss ich. Aber erstmal wollte ich aufräumen und das dritte Stück für den Athame verzieren und zurechtmachen. Es sollte viel Eigenleistung sein, in dem Ritualdolch. Das war mir sehr wichtig, wenn ich doch schon Schale und Rauchfass in andere Hände gelegt hatte – wenngleich auch nur teilweise.
Bodrhan und Athame waren meine Aufgabe, und bei ersterem wollte ich ohnehin auch schon Hilfe suchen. Auch beim Athame würde ich welche brauchen, vom Tugolf. Aber so viel ich konnte, wollte ich eben doch selber daran werkeln, auch wenn es mich viele Nerven kostete.
Aber mit der Maja wollte ich noch mal reden, wegen dem Rauchfass. Ich glaubte mittlerweile, Ton würde ihr bestimmt besser zusagen, mir auch. Da war Wasser von Nöten, und Erde. Da konnten Bilder eingefügt werden, Knochen, alles, was ich wollte und brauchte. Runen. Wir würden es gemeinsam formen können und darauf freute ich mich ungemein. Zuerst aber galt es die Wolfspfote noch fertig zu stellen. Fell umnähen, Lederschnur befestigen, anbringen an der Robe. Damit, und sie auszustopfen, damit sie ihre Form behielt, sollte ich die halbe Nacht beschäftigt sein.
Zuletzt geändert von Yora Wikrah am Donnerstag 15. September 2011, 18:14, insgesamt 2-mal geändert.
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Yora Wikrah
Von unten nach oben und wieder zurück
Am frühen Morgen des nächsten Tages machte ich mich auf den Weg zur Mine. Der Nebel hing noch schwer auf der Wiese und zwischen den Bäumen, zog in mal dicken und mal feinen Schwaden dahin, langsam und träge. Nur vereinzelt krächzte irgendwo ein Rabe, ansonsten war es gespenstisch still.
Da man in der Suppe nicht viel sehen konnte, schloss ich die Augen und tastete mich sehr langsam vorwärts, die Hände vorausgestreckt und lauschte dabei einmal mehr auf die Klänge der Bäume. Irgendwo musste er ja sein, der eine Baum, der mir half meine Bodhran fertig stellen zu können. Wildes Geflatter neben mir ließ mich die Augen aufschlagen und erschrocken zur Seite schauen. Mein Herz schlug mir bis zum Hals im ersten Moment, dann aber beruhigte ich mich wieder, als ich sah, wie sich eine Wildkatze über ihre Beute hermachte. Ich setzte meinen Weg weiter fort und ließ dem Tier seinen Frieden bei der Mahlzeit, tastend, tapsend, unbeholfen. Irgendwie glaubte ich nicht, dass ich jemals die Sicherheit in jedem Schritt haben würde, die Majalin bei ihrem stetigen Blindflug fertig brachte.
Weiter im Osten meinte ich irgendwann ein leises Vibrieren wahrzunehmen, einen leisen Ton. Ich öffnete die Augen und sah mich in jene Richtung, nachdem ich meine Umgebung näher betrachtet hatte. Nahe Grimwould also. Aber dorthin würde mich dieses Mal mein Weg noch nicht führen. Später.
Ich setzte durch Wald und Nebel fort, etwas zügiger nun und offenen Auges, bis ich letztlich die Pforten durchtrat, die mich über die Brücke zur Mine führten. Als ich diese letztlich betrat, legte ich dem Alten im Berg eine Opfergabe aus, noch eine Kleinigkeit für den Knobold und seine Frau, und suchte mir dann einen Stein, der mir geeignet schien und die Kraft der Erde ausreichend in sich trug. Dafür wagte ich mich sehr tief in den Stollen hinein, auch wenn mir immer mulmiger wurde, je weiter ich ging. Die Angst, dass mir das Gebirge buchstäblich auf den Kopf fallen könnte, wurde zwischenzeitlich unerträglich.
Irgendwann war auch der Punkt gekommen, dass ich nicht mehr weiter gehen wollte. Keinen einzigen Schritt. Genau dort fand ich auch, was ich suchte. Der Stein hatte Einschlüsse von Erz und Obsidian, war entsprechend marmoriert und trug die Kraft der Erde in sich. Schnell war er verstaut und ich lief zurück zum Ausgang. Meiner Treu, was ging der Rückweg schnell!
Der Staub, der niedergegangen war in der Mine, verlor sich wenig später in dem daneben gelegenen Bach, als ich mich gründlich abwusch. Auch den Stein befreite ich davon so gut es ging und verstaute ihn danach in den mitgebrachten Beutel, den ich mir an den Gürtel gebunden hatte. Mein Blick irrte am Bergmassiv hinauf, um einen möglichen gangbaren Weg hinauf finden konnte.
Als ich der Auffassung war, einen solchen Weg gefunden zu haben, machte ich mich an den Aufstieg. Anstrengend war es, und mehr als einmal drohte ich abzurutschen. Den ganzen Weg über suchte ich nach dem passenden kleinen Menhir für mich. Einen, der sich in der Luft geschliffen, sich mit den Klängen gefüllt hatte und diese in sich trug. Ich musste feststellen, dass dieses Hilfsmittel am schwersten zu finden war. Stunden brachte ich damit zu und gerade als ich umkehren wollte, weil die Dunkelheit mich sonst einzuholen drohte, wurde ich fündig. Da lag er, zwischen anderen kleineren Steinen, wirkte auf den ersten Blick porös und rissig, der Wind sang sein Lied, als er durch einige Löcher darin hindurch pfiff.
Ich nahm den kleinen Menhir auf und betrachtete ihn neugierig von allen Seiten. Seine innewohnende Kraft konnte ich spüren, sehen, wenn ich den rechten Blick darauf warf. Einige Augenblicke verharrte ich so, während der Wind an meinen Kleidern und Haaren riss. Die Luft zum Atmen war dünn und es war kalt hier oben, aber das kümmerte mich unter meinem Pelzumhang und der Wolfsmütze wenig. Auch sonst war ich gut eingepackt.
Nach der kleinen Verschnaufpause begann ich den Abstieg, der sich langwieriger gestaltete, als ich gedacht hatte. Es war bereits dunkel geworden, als ich den ersten Schritt auf ebeneres Gelände setzte ohne Geröll, die in die Sohlen der Stiefel hineindrückten.
Müde und erschöpft setzte ich mich erst einmal an die kleine Feuerstelle bei der Mine und legte eine weitere Rast ein. Während ich einen guten Schluck Met trank, ließ ich den Blick über den freien Platz hinüber zur Hütte gleiten. Gewiss konnte ich die Nacht auch hier verbringen, aber ich beschloss den Rest des Wegs auch noch hinter mich zu bringen. In der Halle war es einfach sicherer und ich wollte anständige Felle um mich rum haben.
Also raffte ich mich auf und lief los, allerdings ohne jede Eile. Den Wald kannte ich mittlerweile wie meinen Runenbeutel. Oh meine Runen. Es fehlten nur noch fünf. Die letzten fünf. Gewiss hätte ich sie schon längst fertig haben können, aber neben all dem, was zu tun war, fiel es mir schwer auch da konstant voranzukommen. Bald jedoch war es geschafft. Vielleicht nahm ich mir noch etwas von dem Horn des Hirschs dafür zur Hand. Ja, das wollt ich wohl tun, überlegte ich mir, bevor ich Wulfgard betrat.
Und am nächsten Tag wollte ich den Baum suchen, den ich glaubte gehört zu haben.
Zum Sumpfinselweib musste ich auch noch, wegen dem Räucherfass. Und es fehlte noch etwas, einige Knochen vom Raben. Es gab so vieles, an dass ich denken musste. Dazu kam noch der Ahnenbaum. Ich sollte dringend mal mit Wina sprechen. Ganz dringend.
Am frühen Morgen des nächsten Tages machte ich mich auf den Weg zur Mine. Der Nebel hing noch schwer auf der Wiese und zwischen den Bäumen, zog in mal dicken und mal feinen Schwaden dahin, langsam und träge. Nur vereinzelt krächzte irgendwo ein Rabe, ansonsten war es gespenstisch still.
Da man in der Suppe nicht viel sehen konnte, schloss ich die Augen und tastete mich sehr langsam vorwärts, die Hände vorausgestreckt und lauschte dabei einmal mehr auf die Klänge der Bäume. Irgendwo musste er ja sein, der eine Baum, der mir half meine Bodhran fertig stellen zu können. Wildes Geflatter neben mir ließ mich die Augen aufschlagen und erschrocken zur Seite schauen. Mein Herz schlug mir bis zum Hals im ersten Moment, dann aber beruhigte ich mich wieder, als ich sah, wie sich eine Wildkatze über ihre Beute hermachte. Ich setzte meinen Weg weiter fort und ließ dem Tier seinen Frieden bei der Mahlzeit, tastend, tapsend, unbeholfen. Irgendwie glaubte ich nicht, dass ich jemals die Sicherheit in jedem Schritt haben würde, die Majalin bei ihrem stetigen Blindflug fertig brachte.
Weiter im Osten meinte ich irgendwann ein leises Vibrieren wahrzunehmen, einen leisen Ton. Ich öffnete die Augen und sah mich in jene Richtung, nachdem ich meine Umgebung näher betrachtet hatte. Nahe Grimwould also. Aber dorthin würde mich dieses Mal mein Weg noch nicht führen. Später.
Ich setzte durch Wald und Nebel fort, etwas zügiger nun und offenen Auges, bis ich letztlich die Pforten durchtrat, die mich über die Brücke zur Mine führten. Als ich diese letztlich betrat, legte ich dem Alten im Berg eine Opfergabe aus, noch eine Kleinigkeit für den Knobold und seine Frau, und suchte mir dann einen Stein, der mir geeignet schien und die Kraft der Erde ausreichend in sich trug. Dafür wagte ich mich sehr tief in den Stollen hinein, auch wenn mir immer mulmiger wurde, je weiter ich ging. Die Angst, dass mir das Gebirge buchstäblich auf den Kopf fallen könnte, wurde zwischenzeitlich unerträglich.
Irgendwann war auch der Punkt gekommen, dass ich nicht mehr weiter gehen wollte. Keinen einzigen Schritt. Genau dort fand ich auch, was ich suchte. Der Stein hatte Einschlüsse von Erz und Obsidian, war entsprechend marmoriert und trug die Kraft der Erde in sich. Schnell war er verstaut und ich lief zurück zum Ausgang. Meiner Treu, was ging der Rückweg schnell!
Der Staub, der niedergegangen war in der Mine, verlor sich wenig später in dem daneben gelegenen Bach, als ich mich gründlich abwusch. Auch den Stein befreite ich davon so gut es ging und verstaute ihn danach in den mitgebrachten Beutel, den ich mir an den Gürtel gebunden hatte. Mein Blick irrte am Bergmassiv hinauf, um einen möglichen gangbaren Weg hinauf finden konnte.
Als ich der Auffassung war, einen solchen Weg gefunden zu haben, machte ich mich an den Aufstieg. Anstrengend war es, und mehr als einmal drohte ich abzurutschen. Den ganzen Weg über suchte ich nach dem passenden kleinen Menhir für mich. Einen, der sich in der Luft geschliffen, sich mit den Klängen gefüllt hatte und diese in sich trug. Ich musste feststellen, dass dieses Hilfsmittel am schwersten zu finden war. Stunden brachte ich damit zu und gerade als ich umkehren wollte, weil die Dunkelheit mich sonst einzuholen drohte, wurde ich fündig. Da lag er, zwischen anderen kleineren Steinen, wirkte auf den ersten Blick porös und rissig, der Wind sang sein Lied, als er durch einige Löcher darin hindurch pfiff.
Ich nahm den kleinen Menhir auf und betrachtete ihn neugierig von allen Seiten. Seine innewohnende Kraft konnte ich spüren, sehen, wenn ich den rechten Blick darauf warf. Einige Augenblicke verharrte ich so, während der Wind an meinen Kleidern und Haaren riss. Die Luft zum Atmen war dünn und es war kalt hier oben, aber das kümmerte mich unter meinem Pelzumhang und der Wolfsmütze wenig. Auch sonst war ich gut eingepackt.
Nach der kleinen Verschnaufpause begann ich den Abstieg, der sich langwieriger gestaltete, als ich gedacht hatte. Es war bereits dunkel geworden, als ich den ersten Schritt auf ebeneres Gelände setzte ohne Geröll, die in die Sohlen der Stiefel hineindrückten.
Müde und erschöpft setzte ich mich erst einmal an die kleine Feuerstelle bei der Mine und legte eine weitere Rast ein. Während ich einen guten Schluck Met trank, ließ ich den Blick über den freien Platz hinüber zur Hütte gleiten. Gewiss konnte ich die Nacht auch hier verbringen, aber ich beschloss den Rest des Wegs auch noch hinter mich zu bringen. In der Halle war es einfach sicherer und ich wollte anständige Felle um mich rum haben.
Also raffte ich mich auf und lief los, allerdings ohne jede Eile. Den Wald kannte ich mittlerweile wie meinen Runenbeutel. Oh meine Runen. Es fehlten nur noch fünf. Die letzten fünf. Gewiss hätte ich sie schon längst fertig haben können, aber neben all dem, was zu tun war, fiel es mir schwer auch da konstant voranzukommen. Bald jedoch war es geschafft. Vielleicht nahm ich mir noch etwas von dem Horn des Hirschs dafür zur Hand. Ja, das wollt ich wohl tun, überlegte ich mir, bevor ich Wulfgard betrat.
Und am nächsten Tag wollte ich den Baum suchen, den ich glaubte gehört zu haben.
Zum Sumpfinselweib musste ich auch noch, wegen dem Räucherfass. Und es fehlte noch etwas, einige Knochen vom Raben. Es gab so vieles, an dass ich denken musste. Dazu kam noch der Ahnenbaum. Ich sollte dringend mal mit Wina sprechen. Ganz dringend.
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Yora Wikrah
Was noch fehlt…
Acht Stücke hatte ich mir von dem Horn zurechtgesägt und saß nun da und schliff sie glatt, rundete ab und brachte sie in Form von kleinen, handlichen, flachen Ovalen. Dafür saß ich am großen Feuer im Hain und sammelte meine Kräfte, die ich noch am Abend brauchen würde. Untätig herum zu sitzen lag mir einfach nicht. Also befasste ich mich mit den letzten Runen, die ich noch herstellen wollte. Das dritte Aett. Die letzten acht.
Die ersten sechzehn Runen und auch die leere Schicksalsrune hatte ich bereits in meinem Beutel bei mir. Teils waren sie aus Stein, teils aus Holz und nun sollte noch Horn hinzukommen. In mühsamer Kleinstarbeit sorgte ich für eine angenehme Größe in der Hand, für glatte und abgerundete Kanten und saß die ganze Zeit über mit dem Rücken zu dem größten der Menhire hier. Ich genoss die Sonne, die mir entgegen schien und mich stellenweise blendete während der Mittagszeit.
Mein Fresspaket, was ich mir mitgenommen hatte, nahm in der Zeit gehörig ab, die ich hier verbrachte. Das Fertigen der Runen sorgte für eine gewisse innere Ruhe. Es war eine Arbeit, die Konzentration erforderte, aber nicht übermäßig, so dass ich meinen Geist frei schweifen lassen konnte. Die Sonne wärmte angenehm, nicht mehr so kräftig, wie im Sommer, aber doch noch genug, dass an Frieren nicht zu denken war. Der Wind vom Meer war frisch und sorgte für einen klaren Kopf. Es roch nach Erde, Feuer, Wind und Salzwasser. All das, was ich roch und sah, fühlte ich auch vereint miteinander um mich herum und zog meine Kraft daraus, mehr unbewusst, als wirklich bewusst.
Hatte ich eine Hornscheibe so bearbeitet, dass ich damit zufrieden war, nahm ich mir die nächste vor. Die Runen wollte ich später ins Horn hinein ritzen und mit Ruß einschwärzen.
Als ich die sechste Hornscheibe zu den fertigen legte, griff ich zu einem Laib Brot und machte mich daran das Backwerk zu verzehren. In der Zwischenzeit ließ ich die Arbeit eine Weile ruhen und sah mich von meinem Sitzplatz aus um. Die Sonne stand mittlerweile im Südwesten. Nicht mehr lange und ich würde aufbrechen müssen. Ich drehte mich um und sah auf das Meer hinaus, ließ mir den Wind um die Nase wehen und die Sonne mehr auf den Rücken scheinen, als noch ins Gesicht.
An so einem sonnigen Tag konnte ich es wirklich Stunde um Stunde hier aushalten, ohne dass mir fad wurde, solange ich nur eine Kleinigkeit zu tun fand – wie die Runen zum Beispiel. Ein bisschen einfach nur so hier rum sitzen und etwas essen war auch fein, aber nicht allzu lange.
Meine Seite piesackte mich noch immer ein wenig. Irgendwann erwischte ich diese Blauhaut und dann bekam sie aber eins mit, dass ihr hören und sehen verging! Wenigstens war ich nicht so getroffen worden, dass es mich wirklich beeinträchtigte. Es heilte auch schnell und der Glibberschleim von dem Ahnenbaumwächter half auch dabei mit – genauso wie der eigene. Ich hätte ihm sagen können, dass ich so was zuhause in Wulfgard hatte, aber entschied mich dagegen es zu tun, sondern vielmehr dafür ihn helfen zu lassen.
Er war irgendwie noch ein halber Welpe und dann doch nicht mehr. Also brauchte er Bestätigung – ach, was dachte ich da bloß! Jeder Kerl brauchte das! Egal, wie alt! So ganz wurden die ihren Welpen in sich doch eh nicht los.
Mein Blick irrte zum Himmel hinauf, wo ich das strahlende Blau betrachtete. Andernorts würde es nicht so ein schöner Herbsttag werden, das wusste ich. Die Veränderungen am Vorabend hatten mich zur Nordküste der Insel reiten lassen. Die Dame im Wind sang ein anderes Lied, eines von Unwetter, das aber nicht über Wulfgard hinweg ziehen sollte. Ich erinnerte mich an Larels Vorschlag und machte mich allein schon deshalb auf den Weg zur Nordküste.
Weit entfernt, sehr weit entfernt konnte ich eine Spur des Unwetters erkennen. Der Horizont schien dunkler als er es sein sollte. Eine Weile verharrte ich dort und sah in die Richtung, in die die Handelsschiffe für gewöhnlich fuhren.
Irgendwann aber wurde ich es müde und kehrte nach Wulfgard zurück, wo ich die Nachricht fand von den Ahnenbaumwächtern. Nun saß ich hier. Sogar die Nacht hatte ich hier verbracht, um Kräfte zu sammeln.
Ich stand auf und vertrat mir etwas die Beine. Dafür ging ich gemächlich zu den Kaltblütern hinüber, um sie zu beobachten. Als ich meinen Rücken durchstreckte und die Hände ins Kreuz stemmte dabei, krachte es vernehmlich und ich gab ein leises Schnaufen von mir. Eine Nacht im Freien, die nicht mehr so warm war, und schon kam man sich vor wie ein altes Weib – zumindest wollte der Rücken mir das weismachen. Ich blieb eine ganze Weile bei den Pferden, kehrte aber irgendwann wieder zurück und machte mich daran mit einem Stück Eisen die Runen einzuritzen. Das Gerät, was ich dafür nutzte, sah einem Nagel nicht unähnlich, aber mit einem hölzernen Griff versehen, der das Festhalten erleichterte. Wie man es nannte, wusste ich nicht. Mir war nur bekannt, dass es zum üblichen Schnitzwerkzeug gehörte. Aber was sollte es mich auch kümmern, wie es hieß? Wichtig war ja, dass es seinen Zweck erfüllte. Das tat es.
Als ich alle Runen ins Horn getrieben hatte, griff ich einen Span auf, ließ ihn aufbrennen und wedelte die Flamme kurz darauf aus und begann dann den Ruß in die entstandene Vertiefung hinein zu reiben damit. Die Sonne stand mittlerweile im Westen und färbte sich von einem satten Gelb langsam zu einem tiefen orangerot. Es war bald Zeit aufzubrechen.
Die Runen aber wollte ich wenigstens noch fertig gestellt haben, also malte ich eifrig die Schwärze ins Horn und pustete darüber, polierte mit dem Ärmel und so weiter und so fort, bis ich endlich alle Runen eingeschwärzt hatte.
Als ich alles eingeräumt und mich gewaschen hatte, machte ich mich auf den Weg zurück nach Wulfgard. Ich fühlte mich wunderbar erholt, energiegeladen und voller Tatendrang. Das würde ein guter Abend werden, davon war ich überzeugt!
Ich legte das Werkzeug an seinen Platz zurück, packte meine Sachen zusammen, die ich vielleicht brauchen würde und machte mich schließlich auf den Weg in die Halle. Wollte doch mal sehen, ob Lidwina schon da war und ob sie mitkam. Ansonsten war es nämlich an der Zeit für mich, mich auf den Weg zu machen.
Acht Stücke hatte ich mir von dem Horn zurechtgesägt und saß nun da und schliff sie glatt, rundete ab und brachte sie in Form von kleinen, handlichen, flachen Ovalen. Dafür saß ich am großen Feuer im Hain und sammelte meine Kräfte, die ich noch am Abend brauchen würde. Untätig herum zu sitzen lag mir einfach nicht. Also befasste ich mich mit den letzten Runen, die ich noch herstellen wollte. Das dritte Aett. Die letzten acht.
Die ersten sechzehn Runen und auch die leere Schicksalsrune hatte ich bereits in meinem Beutel bei mir. Teils waren sie aus Stein, teils aus Holz und nun sollte noch Horn hinzukommen. In mühsamer Kleinstarbeit sorgte ich für eine angenehme Größe in der Hand, für glatte und abgerundete Kanten und saß die ganze Zeit über mit dem Rücken zu dem größten der Menhire hier. Ich genoss die Sonne, die mir entgegen schien und mich stellenweise blendete während der Mittagszeit.
Mein Fresspaket, was ich mir mitgenommen hatte, nahm in der Zeit gehörig ab, die ich hier verbrachte. Das Fertigen der Runen sorgte für eine gewisse innere Ruhe. Es war eine Arbeit, die Konzentration erforderte, aber nicht übermäßig, so dass ich meinen Geist frei schweifen lassen konnte. Die Sonne wärmte angenehm, nicht mehr so kräftig, wie im Sommer, aber doch noch genug, dass an Frieren nicht zu denken war. Der Wind vom Meer war frisch und sorgte für einen klaren Kopf. Es roch nach Erde, Feuer, Wind und Salzwasser. All das, was ich roch und sah, fühlte ich auch vereint miteinander um mich herum und zog meine Kraft daraus, mehr unbewusst, als wirklich bewusst.
Hatte ich eine Hornscheibe so bearbeitet, dass ich damit zufrieden war, nahm ich mir die nächste vor. Die Runen wollte ich später ins Horn hinein ritzen und mit Ruß einschwärzen.
Als ich die sechste Hornscheibe zu den fertigen legte, griff ich zu einem Laib Brot und machte mich daran das Backwerk zu verzehren. In der Zwischenzeit ließ ich die Arbeit eine Weile ruhen und sah mich von meinem Sitzplatz aus um. Die Sonne stand mittlerweile im Südwesten. Nicht mehr lange und ich würde aufbrechen müssen. Ich drehte mich um und sah auf das Meer hinaus, ließ mir den Wind um die Nase wehen und die Sonne mehr auf den Rücken scheinen, als noch ins Gesicht.
An so einem sonnigen Tag konnte ich es wirklich Stunde um Stunde hier aushalten, ohne dass mir fad wurde, solange ich nur eine Kleinigkeit zu tun fand – wie die Runen zum Beispiel. Ein bisschen einfach nur so hier rum sitzen und etwas essen war auch fein, aber nicht allzu lange.
Meine Seite piesackte mich noch immer ein wenig. Irgendwann erwischte ich diese Blauhaut und dann bekam sie aber eins mit, dass ihr hören und sehen verging! Wenigstens war ich nicht so getroffen worden, dass es mich wirklich beeinträchtigte. Es heilte auch schnell und der Glibberschleim von dem Ahnenbaumwächter half auch dabei mit – genauso wie der eigene. Ich hätte ihm sagen können, dass ich so was zuhause in Wulfgard hatte, aber entschied mich dagegen es zu tun, sondern vielmehr dafür ihn helfen zu lassen.
Er war irgendwie noch ein halber Welpe und dann doch nicht mehr. Also brauchte er Bestätigung – ach, was dachte ich da bloß! Jeder Kerl brauchte das! Egal, wie alt! So ganz wurden die ihren Welpen in sich doch eh nicht los.
Mein Blick irrte zum Himmel hinauf, wo ich das strahlende Blau betrachtete. Andernorts würde es nicht so ein schöner Herbsttag werden, das wusste ich. Die Veränderungen am Vorabend hatten mich zur Nordküste der Insel reiten lassen. Die Dame im Wind sang ein anderes Lied, eines von Unwetter, das aber nicht über Wulfgard hinweg ziehen sollte. Ich erinnerte mich an Larels Vorschlag und machte mich allein schon deshalb auf den Weg zur Nordküste.
Weit entfernt, sehr weit entfernt konnte ich eine Spur des Unwetters erkennen. Der Horizont schien dunkler als er es sein sollte. Eine Weile verharrte ich dort und sah in die Richtung, in die die Handelsschiffe für gewöhnlich fuhren.
Irgendwann aber wurde ich es müde und kehrte nach Wulfgard zurück, wo ich die Nachricht fand von den Ahnenbaumwächtern. Nun saß ich hier. Sogar die Nacht hatte ich hier verbracht, um Kräfte zu sammeln.
Ich stand auf und vertrat mir etwas die Beine. Dafür ging ich gemächlich zu den Kaltblütern hinüber, um sie zu beobachten. Als ich meinen Rücken durchstreckte und die Hände ins Kreuz stemmte dabei, krachte es vernehmlich und ich gab ein leises Schnaufen von mir. Eine Nacht im Freien, die nicht mehr so warm war, und schon kam man sich vor wie ein altes Weib – zumindest wollte der Rücken mir das weismachen. Ich blieb eine ganze Weile bei den Pferden, kehrte aber irgendwann wieder zurück und machte mich daran mit einem Stück Eisen die Runen einzuritzen. Das Gerät, was ich dafür nutzte, sah einem Nagel nicht unähnlich, aber mit einem hölzernen Griff versehen, der das Festhalten erleichterte. Wie man es nannte, wusste ich nicht. Mir war nur bekannt, dass es zum üblichen Schnitzwerkzeug gehörte. Aber was sollte es mich auch kümmern, wie es hieß? Wichtig war ja, dass es seinen Zweck erfüllte. Das tat es.
Als ich alle Runen ins Horn getrieben hatte, griff ich einen Span auf, ließ ihn aufbrennen und wedelte die Flamme kurz darauf aus und begann dann den Ruß in die entstandene Vertiefung hinein zu reiben damit. Die Sonne stand mittlerweile im Westen und färbte sich von einem satten Gelb langsam zu einem tiefen orangerot. Es war bald Zeit aufzubrechen.
Die Runen aber wollte ich wenigstens noch fertig gestellt haben, also malte ich eifrig die Schwärze ins Horn und pustete darüber, polierte mit dem Ärmel und so weiter und so fort, bis ich endlich alle Runen eingeschwärzt hatte.
Als ich alles eingeräumt und mich gewaschen hatte, machte ich mich auf den Weg zurück nach Wulfgard. Ich fühlte mich wunderbar erholt, energiegeladen und voller Tatendrang. Das würde ein guter Abend werden, davon war ich überzeugt!
Ich legte das Werkzeug an seinen Platz zurück, packte meine Sachen zusammen, die ich vielleicht brauchen würde und machte mich schließlich auf den Weg in die Halle. Wollte doch mal sehen, ob Lidwina schon da war und ob sie mitkam. Ansonsten war es nämlich an der Zeit für mich, mich auf den Weg zu machen.
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Yora Wikrah
Ein Horn für die Schale
Ich stöberte im Lager herum und suchte nach einem angemessenen, passenden Trinkhorn.
Hier unten gab es so einige davon, die nicht in Gebrauch waren, unbenutzt rochen und es folglich auch waren. Daraus das passende Stück heraus zu suchen, war eine kleine Herausforderung. Irgendwann fand ich ein schmuckes Stück unter etlichen feinen Hörnern. Es war mittelgroß, also passend für den Städter, befand ich. Klein war was für Welpen. Das hier hatte die rechte Größe. Das Horn war überwiegend hell, nur unten an der Spitze verlief es ins dunkelbraune hinein.
Zufrieden mit meinem Pfundstück kehrte ich nach oben zurück, nahm mir die Utensilien mit, die ich brauchte, um die Runen und das Baumband anbringen zu können, dass es bekommen sollte. Mit Sack und Pack und all den Dingen begab ich mich schließlich in den Hain, setzte mich in den Steinkreis ans Feuer und begann mit meiner Arbeit.
Zuerst brannte ich die Baumborte oben in das Horn hinein. Ein Band, das sich einmal rund herum zog, Äste, Zweige, Blätter. Warum ich dieses Bild wählte, dürfte nicht einmal schwer zu erraten sein. Immerhin sollte das Stück in die Hände eines Ahnenbaumwächters übergehen. Da war das nur passend. Und Wasser nährte den Baum nun einmal. Genauso wie die Erde, in der er wuchs, solang sie urbar war.
Während ich die Bilderborte anbrachte, summte ich leise vor mich hin, genoss die Ruhe und die Kraft des Ortes. Ein klein wenig davon ließ ich mit ins Bild hineinfließen. Allein an der Borte saß ich gewiss eine gute Stunde, damit sie anständig gelang. Ich wollte mir immerhin nicht nachsagen lassen, dass ich mir nicht wenigstens genauso viel Mühe gegeben hatte, wie der Ahnenbaumwächter mit meiner Schale.
Als das Band angebracht und ich mit dem Werk auch zufrieden war, begann ich die drei Runen, die ich für ihn ausgewählt hatte, aufzutragen, wobei ich einen leisen Runengesang anstimmte, um die Kräfte der jeweiligen Runen auch in ihnen zu versiegeln, während ich sie ins Horn hinein brannte. Hagalaz setzte ich in die Mitte der drei Erwählten.
Während ich arbeitete, rief ich im Runengesang die Elemente zur Hilfe, insbesondere die eisige Jungfer und die Leviathanin, immerhin ging es hier um ein Gefäß, das für die Kraft des Wassers stehen sollte.
Obschon es nur drei Runen waren, die ich setzte, nahm das Ganze genauso viel Zeit in Anspruch wie die Baumborte, immerhin wollte ich die Kräfte, die die Runen innehatten, auch darin vereint wissen. Dankbar dafür, dass die Geister mir diese Bitte gewährten, legte ich ihnen eine angemessene Opfergabe aus. Das Werk war vollbracht und gefiel mir in seiner Gesamtheit außerordentlich gut.
[img]http://www.argentum-eisenach.de/Trinkhoerner/Trinkhorn3.jpg[/img]
Eine Weile blieb ich noch im Steinkreis sitzen, Kräfte sammelnd, und die Ruhe genießend. Irgendwo in der Nähe um mich herum spürte ich Karn und war es zufrieden. Das Aufräumen nahm ich erst einige Zeit später in Angriff, und ebenso auch den Rückweg nach Wulfgard.
Bevor ich das Horn dem Ahnenbaumwächter übergab, wollte ich am heutigen Abend doch erstmal schauen, wie die Schäfchen sich schlugen.
Es war bestimmt spannend zu sehen, wie sie lernten. Im Stillen freute ich mich schon darauf, auch wenn ich mich bei so manchem Städter mittlerweile fragen musste, ob dieser oder jener noch alle Blätter am Baum hatte. Bei manchen war auch vermutlich der Geist vernebelt worden – bestimmt ein Streich der Kobolde und Geister, und das garantiert auch noch zu Recht. Der komische Ritter mit seinen Unmöglichkeiten gehörte dazu.
Wo der eine ungemein viel Verständnis hatte – das war fast genauso seltsam – war der andere enorm ausfallend und töricht. Ganz vielleicht war ja auch mal eine schwere Thyrenpfanne auf dem Schädel gelandet. Und wenn nicht, musste sie es vielleicht mal tun, damit alles wieder richtig schepperte im Oberstübchen. Da war mir Yasmes Naivität beim Ritual schon fast lieber gewesen, auch wenn sie einigen einen mächtigen Schrecken eingejagt hatte. Aber Rabe war auch ein Schlingel gewesen. Fast hätte er sie mitgenommen, nur weil sie ihre Nase soweit vorangereckt hatte. Habe ihr wohl ein bisschen die Hand gequetscht, als ich sie von Rabe fortgelockt hatte. Städterweiberhände halten einfach nichts aus. Musste ich unbedingt in Zukunft dran denken!
Das Horn packte ich sorgsam fort fürs Erste, nahm mir aber ein Brett, wo ich eine kurze Nachricht drauf verfasste für Xardrias, dass sein Horn fertig wäre und er es sich bald abholen könnte, oder ich es vorbei brächte beizeiten. Das Brett gab ich Aswin, damit er es zum Hain der Ahnenbaumwächter brachte oder bringen ließ. Wie auch immer er es handhabte. Ich musste gestehen, ich hatte keine Ahnung, weil mir meist die Zeit fehlte, es zu erfragen. Und wenn ich sie doch hatte, vergaß ich es wieder.
Ich verließ das Fort wieder, gab Aswin noch Bescheid, dass ich noch ein wenig durch den Wald stromern wollte, bevor ich zum Konzil reiste. Genau dort begab ich mich auch hin.
Wenig später fand ich endlich das, was mir noch fehlte. Ein toter Rabe lag dort, nach allem, was ich noch davon erkennen konnte, natürlich verendet – entweder war er krank oder alt gewesen. Vielleicht hatte ihn auch ein Bussard oder Adler erwischt. Ich konnte es nicht mehr ausmachen. Mich freute es so oder so, denn der Schnabel und auch der Schädel waren erhalten geblieben. Beides nahm ich an mich und verstaute es erst einmal in einem Beutel. Ich wollte es nach dem Besuch im Konzil abkochen und zu den anderen Gebeinen dazu hängen, die an meiner Robe baumelten. Dass die Reste an dem Schädel stinken konnten, darüber machte ich mir nicht mal Gedanken, noch scherte mich der süßliche Geruch des Todes, der daran haftete und gedämpft aus dem Beutel hervordrang.
Ich freute mich einfach auf den Besuch bei den Schafen und trödelte noch ein wenig zur Entspannung durch den Wald. Dafür hatte es in den letzten Tagen viel zu wenig Zeit gegeben.
Ich stöberte im Lager herum und suchte nach einem angemessenen, passenden Trinkhorn.
Hier unten gab es so einige davon, die nicht in Gebrauch waren, unbenutzt rochen und es folglich auch waren. Daraus das passende Stück heraus zu suchen, war eine kleine Herausforderung. Irgendwann fand ich ein schmuckes Stück unter etlichen feinen Hörnern. Es war mittelgroß, also passend für den Städter, befand ich. Klein war was für Welpen. Das hier hatte die rechte Größe. Das Horn war überwiegend hell, nur unten an der Spitze verlief es ins dunkelbraune hinein.
Zufrieden mit meinem Pfundstück kehrte ich nach oben zurück, nahm mir die Utensilien mit, die ich brauchte, um die Runen und das Baumband anbringen zu können, dass es bekommen sollte. Mit Sack und Pack und all den Dingen begab ich mich schließlich in den Hain, setzte mich in den Steinkreis ans Feuer und begann mit meiner Arbeit.
Zuerst brannte ich die Baumborte oben in das Horn hinein. Ein Band, das sich einmal rund herum zog, Äste, Zweige, Blätter. Warum ich dieses Bild wählte, dürfte nicht einmal schwer zu erraten sein. Immerhin sollte das Stück in die Hände eines Ahnenbaumwächters übergehen. Da war das nur passend. Und Wasser nährte den Baum nun einmal. Genauso wie die Erde, in der er wuchs, solang sie urbar war.
Während ich die Bilderborte anbrachte, summte ich leise vor mich hin, genoss die Ruhe und die Kraft des Ortes. Ein klein wenig davon ließ ich mit ins Bild hineinfließen. Allein an der Borte saß ich gewiss eine gute Stunde, damit sie anständig gelang. Ich wollte mir immerhin nicht nachsagen lassen, dass ich mir nicht wenigstens genauso viel Mühe gegeben hatte, wie der Ahnenbaumwächter mit meiner Schale.
Als das Band angebracht und ich mit dem Werk auch zufrieden war, begann ich die drei Runen, die ich für ihn ausgewählt hatte, aufzutragen, wobei ich einen leisen Runengesang anstimmte, um die Kräfte der jeweiligen Runen auch in ihnen zu versiegeln, während ich sie ins Horn hinein brannte. Hagalaz setzte ich in die Mitte der drei Erwählten.
Während ich arbeitete, rief ich im Runengesang die Elemente zur Hilfe, insbesondere die eisige Jungfer und die Leviathanin, immerhin ging es hier um ein Gefäß, das für die Kraft des Wassers stehen sollte.
Obschon es nur drei Runen waren, die ich setzte, nahm das Ganze genauso viel Zeit in Anspruch wie die Baumborte, immerhin wollte ich die Kräfte, die die Runen innehatten, auch darin vereint wissen. Dankbar dafür, dass die Geister mir diese Bitte gewährten, legte ich ihnen eine angemessene Opfergabe aus. Das Werk war vollbracht und gefiel mir in seiner Gesamtheit außerordentlich gut.
[img]http://www.argentum-eisenach.de/Trinkhoerner/Trinkhorn3.jpg[/img]
Eine Weile blieb ich noch im Steinkreis sitzen, Kräfte sammelnd, und die Ruhe genießend. Irgendwo in der Nähe um mich herum spürte ich Karn und war es zufrieden. Das Aufräumen nahm ich erst einige Zeit später in Angriff, und ebenso auch den Rückweg nach Wulfgard.
Bevor ich das Horn dem Ahnenbaumwächter übergab, wollte ich am heutigen Abend doch erstmal schauen, wie die Schäfchen sich schlugen.
Es war bestimmt spannend zu sehen, wie sie lernten. Im Stillen freute ich mich schon darauf, auch wenn ich mich bei so manchem Städter mittlerweile fragen musste, ob dieser oder jener noch alle Blätter am Baum hatte. Bei manchen war auch vermutlich der Geist vernebelt worden – bestimmt ein Streich der Kobolde und Geister, und das garantiert auch noch zu Recht. Der komische Ritter mit seinen Unmöglichkeiten gehörte dazu.
Wo der eine ungemein viel Verständnis hatte – das war fast genauso seltsam – war der andere enorm ausfallend und töricht. Ganz vielleicht war ja auch mal eine schwere Thyrenpfanne auf dem Schädel gelandet. Und wenn nicht, musste sie es vielleicht mal tun, damit alles wieder richtig schepperte im Oberstübchen. Da war mir Yasmes Naivität beim Ritual schon fast lieber gewesen, auch wenn sie einigen einen mächtigen Schrecken eingejagt hatte. Aber Rabe war auch ein Schlingel gewesen. Fast hätte er sie mitgenommen, nur weil sie ihre Nase soweit vorangereckt hatte. Habe ihr wohl ein bisschen die Hand gequetscht, als ich sie von Rabe fortgelockt hatte. Städterweiberhände halten einfach nichts aus. Musste ich unbedingt in Zukunft dran denken!
Das Horn packte ich sorgsam fort fürs Erste, nahm mir aber ein Brett, wo ich eine kurze Nachricht drauf verfasste für Xardrias, dass sein Horn fertig wäre und er es sich bald abholen könnte, oder ich es vorbei brächte beizeiten. Das Brett gab ich Aswin, damit er es zum Hain der Ahnenbaumwächter brachte oder bringen ließ. Wie auch immer er es handhabte. Ich musste gestehen, ich hatte keine Ahnung, weil mir meist die Zeit fehlte, es zu erfragen. Und wenn ich sie doch hatte, vergaß ich es wieder.
Ich verließ das Fort wieder, gab Aswin noch Bescheid, dass ich noch ein wenig durch den Wald stromern wollte, bevor ich zum Konzil reiste. Genau dort begab ich mich auch hin.
Wenig später fand ich endlich das, was mir noch fehlte. Ein toter Rabe lag dort, nach allem, was ich noch davon erkennen konnte, natürlich verendet – entweder war er krank oder alt gewesen. Vielleicht hatte ihn auch ein Bussard oder Adler erwischt. Ich konnte es nicht mehr ausmachen. Mich freute es so oder so, denn der Schnabel und auch der Schädel waren erhalten geblieben. Beides nahm ich an mich und verstaute es erst einmal in einem Beutel. Ich wollte es nach dem Besuch im Konzil abkochen und zu den anderen Gebeinen dazu hängen, die an meiner Robe baumelten. Dass die Reste an dem Schädel stinken konnten, darüber machte ich mir nicht mal Gedanken, noch scherte mich der süßliche Geruch des Todes, der daran haftete und gedämpft aus dem Beutel hervordrang.
Ich freute mich einfach auf den Besuch bei den Schafen und trödelte noch ein wenig zur Entspannung durch den Wald. Dafür hatte es in den letzten Tagen viel zu wenig Zeit gegeben.
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Yora Wikrah
Wie baut man eine Bodhran
Mittlerweile war ich mit Widogard im Wald gewesen. Wir hatten die Äste geholt, die ich brauchte für die Ritualtrommel, das Harz zu Holzleim angerührt und zum Abkühlen beiseite gestellt. Die Äste hatte ich in die nähe der Esse gelegt. Zum einen war es hier überdacht, und selbst wenn es regnete, weichte das Holz nicht wieder ein, und zum zweiten trocknete es hier auch hervorragend.
Nach wenigen Tagen ging ich dort wieder hin, nahm die Äste mit ins Lagerfeuer und schälte die Rinde herunter. Es war an der Zeit die Ringe zu erarbeiten für die Bodhran. Widogard hatte mir gezeigt, wie ich es am besten anfing. Da ich allerdings der Mühsal mit dem Schnitzmesser alles zu bearbeiten entgehen wollte, schleppte ich die geschälten Holzstücke zur Hobelbank, klemmte sie fest und machte mich daran sie mit dem Hobel zu bearbeiten. Es sollten zwei Ringe daraus entstehen, also wollte ich zunächst einmal etwas breitere (ungefähr 2 Finger), aber dafür auch schmale Latte (ungefähr 1 Finger) heraushobeln, möglichst gerade – die zweite sollte wesentlich breiter (etwa eine Handbreite) haben.
Ich war länger damit beschäftigt es so hinzubekommen, als ich dachte, dass ich brauchen würde – und insgeheim sehr froh darum ein paar mehr starke Äste mitgenommen zu haben, denn ich brauchte gewiss drei Anläufe, bis es mir zur Zufriedenheit gelang die Latten vorzubereiten. Die Enden der Latten hatte ich angeschrägt mit dem Schnitzmesser, um sie später dort an der Stelle verleimen zu können. Danach warf ich sie ins Wasser, um sie wieder aufzuweichen. Den Holzleim, den Widogard und ich angerührt hatten, setzte ich nach zwei Stunden des Einweichen des Holzes aufs Feuer und begann fleißig im Topf zu rühren, bis die Masse darin zähflüssig aber geschmeidig genug war, um damit zu arbeiten.
Das Holz trug ich neuerlich zur Werkbank, als ich es für weich genug hielt und bog es vorsichtig und probehalber. Nach weiteren Stunden des Werkelns, Leimens und Klemmens lagen beide Ringe (gut, sie wirkten eher wie ein Oval - einem Ei nicht unähnlich) festgeklemmt an der verleimten Stelle auf der Werkbank und … mussten bis zum nächsten Tag warten. Es nutzte ja nichts die Eisenklemmen zu entfernen, wenn der Leim noch zu weich war, die Ringe wieder aufsprangen und ich von vorn beginnen musste. In der Zwischenzeit aber begann ich schon mal das Fell vorzubereiten und auch die Seile.
Von Letzterem brauchte ich dickere wie dünnere, und sie durften keine starke Drehung in sich haben. Also machte ich unser Lager unsicher, bis ich fand, was ich brauchte und suchte.
Die Tierhaut, die ich benötigte, lag oben in meiner Kammer. Wenig später war auch diese herangeholt und ins Wasser eingelegt. Es würde ohnehin noch Stunden brauchen, bis die eingeweicht genug war, um mit ihr weiter arbeiten zu können. Dazu kam, dass ich noch einmal mit dem Gerbermesser darüber schaben musste. So war sie nicht dünn genug, um sie anständig zu spannen und den gewünschten vollen Klang zu entlocken, den die Bodhran von sich geben sollte.
Während ich also die Seile vorbereitete, weichte die Tierhaut ein und trocknete der Leim. Ich hatte sie miteinander vernäht, damit sie nicht verrutschten und hielten. Schließlich stand ich auf, spannte die Haut auf einen Rahmen und machte mich daran sie noch einmal abzuschaben, so dass sie noch dünner wurde, fast schon pergamentartig. Dabei musste ich sehr darauf achten die Haut nicht einzureißen, dann wäre nämlich alles dahin und ich würde von vorn beginnen müssen.
Am nächsten Tag weichte ich die Tierhaut erneut ein und zog das erste Seil schon einmal über den breiten Ring aus Holz. Als die Haut weich genug war, um sie neu zu spannen, legte ich sie über den Ring, schob die Haut zwischen Holz und Seil hindurch und schlug es über das Seil drüber. Dann nahm ich das zweite dicke Seil. Um dieses hatte ich ein dünneres gesponnen und damit Ösen für die Spannung der Tierhaut angebracht. Das so entstandene Zugseil spannte ich über den breiten Ring und die umgeschlagene Haut, schnitt knapp oberhalb die Haut ab, so dass das erste Seil von der Haut eingepackt war, das zweite aber die Spannung halten würde. Schließlich drehte ich die Trommel um, mit der Haut nach unten und nahm das zweite dünne Seil zur Hand, ebenso den zweiten schmalen Ring, der vom Durchmesser auch noch kleiner war als der große breite Ring. Ich band das eine Ende des dünnen Seils an den inneren Ring und knotete es gut fest, dann begann ich das Seil durch die Ösen an dem großen Ring zu ziehen und um den inneren Ring aus Holz zu winden, bis ich einmal den Kreis vollendet hatte, wo ich das Seil wieder fixierte.
Die überschüssige Haut schnitt ich vorsichtig noch ab und drehte die fertige Trommel um. Nicht ohne Stolz betrachtete ich das vollbrachte Werk und trug sie dann geschützt und umsichtig in meine Kammer, um sie dort in die Ecke zu legen zum Trocknen, möglichst weit weg von der Feuerstelle, damit sie langsam trocknen konnte.
Eine geraume Weile sah ich zufrieden auf das gute Stück und lächelte vor mich hin.
[img]http://www.midgardhof.com/media/images/Schamanentrommel.jpg[/img]
Mittlerweile war ich mit Widogard im Wald gewesen. Wir hatten die Äste geholt, die ich brauchte für die Ritualtrommel, das Harz zu Holzleim angerührt und zum Abkühlen beiseite gestellt. Die Äste hatte ich in die nähe der Esse gelegt. Zum einen war es hier überdacht, und selbst wenn es regnete, weichte das Holz nicht wieder ein, und zum zweiten trocknete es hier auch hervorragend.
Nach wenigen Tagen ging ich dort wieder hin, nahm die Äste mit ins Lagerfeuer und schälte die Rinde herunter. Es war an der Zeit die Ringe zu erarbeiten für die Bodhran. Widogard hatte mir gezeigt, wie ich es am besten anfing. Da ich allerdings der Mühsal mit dem Schnitzmesser alles zu bearbeiten entgehen wollte, schleppte ich die geschälten Holzstücke zur Hobelbank, klemmte sie fest und machte mich daran sie mit dem Hobel zu bearbeiten. Es sollten zwei Ringe daraus entstehen, also wollte ich zunächst einmal etwas breitere (ungefähr 2 Finger), aber dafür auch schmale Latte (ungefähr 1 Finger) heraushobeln, möglichst gerade – die zweite sollte wesentlich breiter (etwa eine Handbreite) haben.
Ich war länger damit beschäftigt es so hinzubekommen, als ich dachte, dass ich brauchen würde – und insgeheim sehr froh darum ein paar mehr starke Äste mitgenommen zu haben, denn ich brauchte gewiss drei Anläufe, bis es mir zur Zufriedenheit gelang die Latten vorzubereiten. Die Enden der Latten hatte ich angeschrägt mit dem Schnitzmesser, um sie später dort an der Stelle verleimen zu können. Danach warf ich sie ins Wasser, um sie wieder aufzuweichen. Den Holzleim, den Widogard und ich angerührt hatten, setzte ich nach zwei Stunden des Einweichen des Holzes aufs Feuer und begann fleißig im Topf zu rühren, bis die Masse darin zähflüssig aber geschmeidig genug war, um damit zu arbeiten.
Das Holz trug ich neuerlich zur Werkbank, als ich es für weich genug hielt und bog es vorsichtig und probehalber. Nach weiteren Stunden des Werkelns, Leimens und Klemmens lagen beide Ringe (gut, sie wirkten eher wie ein Oval - einem Ei nicht unähnlich) festgeklemmt an der verleimten Stelle auf der Werkbank und … mussten bis zum nächsten Tag warten. Es nutzte ja nichts die Eisenklemmen zu entfernen, wenn der Leim noch zu weich war, die Ringe wieder aufsprangen und ich von vorn beginnen musste. In der Zwischenzeit aber begann ich schon mal das Fell vorzubereiten und auch die Seile.
Von Letzterem brauchte ich dickere wie dünnere, und sie durften keine starke Drehung in sich haben. Also machte ich unser Lager unsicher, bis ich fand, was ich brauchte und suchte.
Die Tierhaut, die ich benötigte, lag oben in meiner Kammer. Wenig später war auch diese herangeholt und ins Wasser eingelegt. Es würde ohnehin noch Stunden brauchen, bis die eingeweicht genug war, um mit ihr weiter arbeiten zu können. Dazu kam, dass ich noch einmal mit dem Gerbermesser darüber schaben musste. So war sie nicht dünn genug, um sie anständig zu spannen und den gewünschten vollen Klang zu entlocken, den die Bodhran von sich geben sollte.
Während ich also die Seile vorbereitete, weichte die Tierhaut ein und trocknete der Leim. Ich hatte sie miteinander vernäht, damit sie nicht verrutschten und hielten. Schließlich stand ich auf, spannte die Haut auf einen Rahmen und machte mich daran sie noch einmal abzuschaben, so dass sie noch dünner wurde, fast schon pergamentartig. Dabei musste ich sehr darauf achten die Haut nicht einzureißen, dann wäre nämlich alles dahin und ich würde von vorn beginnen müssen.
Am nächsten Tag weichte ich die Tierhaut erneut ein und zog das erste Seil schon einmal über den breiten Ring aus Holz. Als die Haut weich genug war, um sie neu zu spannen, legte ich sie über den Ring, schob die Haut zwischen Holz und Seil hindurch und schlug es über das Seil drüber. Dann nahm ich das zweite dicke Seil. Um dieses hatte ich ein dünneres gesponnen und damit Ösen für die Spannung der Tierhaut angebracht. Das so entstandene Zugseil spannte ich über den breiten Ring und die umgeschlagene Haut, schnitt knapp oberhalb die Haut ab, so dass das erste Seil von der Haut eingepackt war, das zweite aber die Spannung halten würde. Schließlich drehte ich die Trommel um, mit der Haut nach unten und nahm das zweite dünne Seil zur Hand, ebenso den zweiten schmalen Ring, der vom Durchmesser auch noch kleiner war als der große breite Ring. Ich band das eine Ende des dünnen Seils an den inneren Ring und knotete es gut fest, dann begann ich das Seil durch die Ösen an dem großen Ring zu ziehen und um den inneren Ring aus Holz zu winden, bis ich einmal den Kreis vollendet hatte, wo ich das Seil wieder fixierte.
Die überschüssige Haut schnitt ich vorsichtig noch ab und drehte die fertige Trommel um. Nicht ohne Stolz betrachtete ich das vollbrachte Werk und trug sie dann geschützt und umsichtig in meine Kammer, um sie dort in die Ecke zu legen zum Trocknen, möglichst weit weg von der Feuerstelle, damit sie langsam trocknen konnte.
Eine geraume Weile sah ich zufrieden auf das gute Stück und lächelte vor mich hin.
[img]http://www.midgardhof.com/media/images/Schamanentrommel.jpg[/img]
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Yora Wikrah
Aus Ton und Horn
Die Idee gefiel mir sehr gut. Aus Ton geformt, mit Horn verziert, so sollte das Räucherfässchen geformt werden (gut, letzten Endes würde es vermutlich eher eine Schale werden, aber das störte mich auch nicht wirklich). Vier Tiere wollte sie aus dem Ton ausarbeiten: Wolf, Hirsch, Eule und Schlange. Zwei unserer Haupttotems, zwei der Tiere, die ihr wichtig schienen.
Wir hatten uns auf eine Lichtung zurückgezogen, direkt hinter Wulfgard. Ton, Wasser, Horn und anderes Werkzeug nahm ich mit dorthin, so dass wir uns dort schließlich gemeinschaftlich an die Arbeit machten. Während ich das Horn vom Geweih des Hirschs bearbeitete – eine Raute, einige Stifte als Zähne, und so weiter – formte sie den Ton zu einer Schale und begann die Tierköpfe auszuarbeiten. Fasziniert sah ich zu. Mir war nicht ganz klar, wie sie das anstellte, immerhin war sie blind, aber die Tiere konnte ich trotzdem sehr gut erkennen. Ich reichte ihr nach einigem Werkeln die Hornstückchen rüber, die sie sich gewünscht hatte und sie fügte sie in das Gesamtwerk mit ein. Die Raute auf der Stirn des Hirsches, der Wolf bekam Reißzähne, die Eule Augen und so weiter.
Als wir beide mit allem zufrieden waren, fragte sie mich noch, welche Farbe die Glasur für die Tonschale bekommen sollte. Lehm, roter Lehm sollte es werden. Als sie schließlich den Erdelementar rief, der sich das Tonwerk einverleibte und mit einer Schicht des rötlichen Schlicks bedeckte, blieb mir nur noch übrig zu danken und bewegt zuzuschauen.
Kurz musste ich die Augen zusammenkneifen als mir Hitze entgegen schlug. Ein Feuerelementar war hinzugekommen und übernahm die Schale, um sie auszubrennen, und mir hiernach die Schale direkt zu übergeben – mein Räucherfässchen (oder vielmehr meine Räucherschale). Stolz betrachtete ich das Werk, das sicherlich im hauptsächlichen Anteil durch das Sumpfweib geschaffen worden war, aber auch von mir steckte viel drin und es war meine. In einem ruhigen Moment im Hain, würde ich auch diese mit meinem Blut auswaschen und damit noch mehr an mich binden. Zunächst aber mal dankte ich der Blinden vor mir und lud sie ein. Da sie verneinte und zurück wollte, verschoben wir das eben auf ein andermal.
Ehrfürchtig stellte ich die Tonschale zu der Opferschale, zum Athame und zum Bodhran. Auch die Gebeine hatte ich vollständig gesammelt, angeknüpft an der Robe oder in der kleinen Kiste zur Aufbewahrung. Auch die Runen waren endlich fertig. Ich hatte sie sogar noch einmal angefertigt aus weichem Holz, um sie unterstützend zu nutzen – für die Heilung, für dieses und jenes, eben das, wofür die einzelnen Runen standen.
Es war ein gutes Gefühl alles geschafft zu haben bis hierher, auch wenn ich wusste, dass es noch nicht genug war. Da gab es noch etwas, was es zu tun gab: Der Ahnenbaum. Immer wieder zog es mich nach Grimwould, wo ich an der Mauer entlang lungerte, oder in gefiedertem Gewand über die Baumkrone des Ahnenbaums hinweg flog. Das alte Fort bereitete selbst unter dem dichten Gefieder eines Adlers ein schweres Gemüt. Einmal wagte ich es mich in der Baumkrone zu landen. Lange aber verweilte ich nicht, die Beklemmungen, die mich an diesem Ort überkamen, waren zu allgegenwärtig, als dass ich lange verweilen mochte.
Ja, ich machte mir Sorgen, mittlerweile sogar große Sorgen, und vielleicht war es an der Zeit bald Grimwould aufzusuchen.
Die Idee gefiel mir sehr gut. Aus Ton geformt, mit Horn verziert, so sollte das Räucherfässchen geformt werden (gut, letzten Endes würde es vermutlich eher eine Schale werden, aber das störte mich auch nicht wirklich). Vier Tiere wollte sie aus dem Ton ausarbeiten: Wolf, Hirsch, Eule und Schlange. Zwei unserer Haupttotems, zwei der Tiere, die ihr wichtig schienen.
Wir hatten uns auf eine Lichtung zurückgezogen, direkt hinter Wulfgard. Ton, Wasser, Horn und anderes Werkzeug nahm ich mit dorthin, so dass wir uns dort schließlich gemeinschaftlich an die Arbeit machten. Während ich das Horn vom Geweih des Hirschs bearbeitete – eine Raute, einige Stifte als Zähne, und so weiter – formte sie den Ton zu einer Schale und begann die Tierköpfe auszuarbeiten. Fasziniert sah ich zu. Mir war nicht ganz klar, wie sie das anstellte, immerhin war sie blind, aber die Tiere konnte ich trotzdem sehr gut erkennen. Ich reichte ihr nach einigem Werkeln die Hornstückchen rüber, die sie sich gewünscht hatte und sie fügte sie in das Gesamtwerk mit ein. Die Raute auf der Stirn des Hirsches, der Wolf bekam Reißzähne, die Eule Augen und so weiter.
Als wir beide mit allem zufrieden waren, fragte sie mich noch, welche Farbe die Glasur für die Tonschale bekommen sollte. Lehm, roter Lehm sollte es werden. Als sie schließlich den Erdelementar rief, der sich das Tonwerk einverleibte und mit einer Schicht des rötlichen Schlicks bedeckte, blieb mir nur noch übrig zu danken und bewegt zuzuschauen.
Kurz musste ich die Augen zusammenkneifen als mir Hitze entgegen schlug. Ein Feuerelementar war hinzugekommen und übernahm die Schale, um sie auszubrennen, und mir hiernach die Schale direkt zu übergeben – mein Räucherfässchen (oder vielmehr meine Räucherschale). Stolz betrachtete ich das Werk, das sicherlich im hauptsächlichen Anteil durch das Sumpfweib geschaffen worden war, aber auch von mir steckte viel drin und es war meine. In einem ruhigen Moment im Hain, würde ich auch diese mit meinem Blut auswaschen und damit noch mehr an mich binden. Zunächst aber mal dankte ich der Blinden vor mir und lud sie ein. Da sie verneinte und zurück wollte, verschoben wir das eben auf ein andermal.
Ehrfürchtig stellte ich die Tonschale zu der Opferschale, zum Athame und zum Bodhran. Auch die Gebeine hatte ich vollständig gesammelt, angeknüpft an der Robe oder in der kleinen Kiste zur Aufbewahrung. Auch die Runen waren endlich fertig. Ich hatte sie sogar noch einmal angefertigt aus weichem Holz, um sie unterstützend zu nutzen – für die Heilung, für dieses und jenes, eben das, wofür die einzelnen Runen standen.
Es war ein gutes Gefühl alles geschafft zu haben bis hierher, auch wenn ich wusste, dass es noch nicht genug war. Da gab es noch etwas, was es zu tun gab: Der Ahnenbaum. Immer wieder zog es mich nach Grimwould, wo ich an der Mauer entlang lungerte, oder in gefiedertem Gewand über die Baumkrone des Ahnenbaums hinweg flog. Das alte Fort bereitete selbst unter dem dichten Gefieder eines Adlers ein schweres Gemüt. Einmal wagte ich es mich in der Baumkrone zu landen. Lange aber verweilte ich nicht, die Beklemmungen, die mich an diesem Ort überkamen, waren zu allgegenwärtig, als dass ich lange verweilen mochte.
Ja, ich machte mir Sorgen, mittlerweile sogar große Sorgen, und vielleicht war es an der Zeit bald Grimwould aufzusuchen.
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Majalin Mareaux
Geist, Sicht, Intuition, Mut
Nachdenklich schnippte Majalin einen Holzspan ins Feuer des Kamins. Die Felle waren warm und gemütlich, der angenehme Duft des Harzes erfüllte den Raum und das leise Knacken des Feuers half ihr beim Nachdenken. Als Yora sie gebeten hatte, ihr bei der Anfertigung eines ihrer Werkzeuge zu helfen, war ihre Entscheidung rasch gefallen. Die junge Geistruferin der Thyren hatte selbst nie gezögert, ihr selbst oder den anderen Schwestern beizustehen, schon allein deshalb hätte sie die Bitte niemals abschlagen können. Nicht zuletzt war ihr die junge Frau schlicht sympathisch, ihre ruppige und herzliche Art, die vielen Thyren so zueigen war.
Ein Räucherfässchen sollte es sein. Aber aus welchem Material? Und wie sollte es geformt sein? Kannte sie sich überhaupt genug in den Traditionen der Thyren aus, um eine Symbiose zwischen ihren eigenen Ansichten und denen ihres Volks zu vollbringen? Oder sollte es doch ein persönlicherer Gegenstand werden? Zum bestimmt hundertsten Mal grübelte sie nun schon über diese und ähnliche Fragen nach und irgendwie schien sie einer Lösung nicht wirklich näher zu kommen. Nun betrachte das Ganze doch mal von einem anderen Winkel, Maja!, forderte sie sich selbst im Geiste auf und schnippte einen weiteren Holzspan ins Feuer hinein. Wofür steht das Räuchern? Wofür stehen die Thyren, wofür Yora, wofür du? Nachdem sie einiger Zeit diesen Gedankenfäden gefolgt war, reifte eine Vorstellung vor ihrem inneren Auge und legte ihr einen Grundriss in den Kopf, der zugleich alle anderen Fragen beantwortete. Ja, so würde es gehen…
Nachdenklich schnippte Majalin einen Holzspan ins Feuer des Kamins. Die Felle waren warm und gemütlich, der angenehme Duft des Harzes erfüllte den Raum und das leise Knacken des Feuers half ihr beim Nachdenken. Als Yora sie gebeten hatte, ihr bei der Anfertigung eines ihrer Werkzeuge zu helfen, war ihre Entscheidung rasch gefallen. Die junge Geistruferin der Thyren hatte selbst nie gezögert, ihr selbst oder den anderen Schwestern beizustehen, schon allein deshalb hätte sie die Bitte niemals abschlagen können. Nicht zuletzt war ihr die junge Frau schlicht sympathisch, ihre ruppige und herzliche Art, die vielen Thyren so zueigen war.
Ein Räucherfässchen sollte es sein. Aber aus welchem Material? Und wie sollte es geformt sein? Kannte sie sich überhaupt genug in den Traditionen der Thyren aus, um eine Symbiose zwischen ihren eigenen Ansichten und denen ihres Volks zu vollbringen? Oder sollte es doch ein persönlicherer Gegenstand werden? Zum bestimmt hundertsten Mal grübelte sie nun schon über diese und ähnliche Fragen nach und irgendwie schien sie einer Lösung nicht wirklich näher zu kommen. Nun betrachte das Ganze doch mal von einem anderen Winkel, Maja!, forderte sie sich selbst im Geiste auf und schnippte einen weiteren Holzspan ins Feuer hinein. Wofür steht das Räuchern? Wofür stehen die Thyren, wofür Yora, wofür du? Nachdem sie einiger Zeit diesen Gedankenfäden gefolgt war, reifte eine Vorstellung vor ihrem inneren Auge und legte ihr einen Grundriss in den Kopf, der zugleich alle anderen Fragen beantwortete. Ja, so würde es gehen…
- Gib Gedanken eine Form, nimm dazu das Fleisch des Grundes
Gib den Wünschen einen Spiegel, fass hierfür des Windes Kron’.
Ein Bild von euch, ein Bild von uns, Vereinigung des Bundes,
Ein Stück von dir, ein Stück von mir für Geisterruferinnen Lohn.
Leichte Schritte, schwere Schritte führen uns zur Lichtung hin,
Nah das Wasser, dicht die Erde, Windbö zerrt an feuerrotem Haar.
Sink hinab auf deine Knie, gib Fleisch und Kron’ heil’gen Sinn
Mit Hand und Geist und Herz für ihr Bestehen immerdar.
Auf leisen Tatzen eilt heran deines Volkes Bild, weiße Fänge,
Seines Rufes Echo verheißt dem Werkzeug Mut und Kraft.
Es rauscht unser Bildes Flügelschlag, klare, silbern’ Augenklänge,
Zu schenken Weitsicht beim Verstehen des Rauches Botschaft.
In anmutigem Schreiten sich hinzugesellt deiner Seele Widerschein
Mit schimmernder Stirn sei er dein Funken des reinen Verstandes.
Lautlos schlängelt sich mein eig’nes Spiegelbild zum Schaffenshain,
Mein Wunsch an dich, er möge sein dein Freund des Beistandes.
Gegeben ward die Form, geschenkt der guten Schemen Wünsche.
Ruf zur Lichtung, ruf in unsre Mitte Säule des Ostens, unbrechbare,
Sie siegelt, umhüllt, bedeckt, auf dass niemand Anmut verunglimpfe.
Wächter des Südens brennt hart und glühend, unser Dank dem Paare.
Gaben Gedanken eine Form, nahmen dazu das Fleisch vom Grunde
Gaben den Wünschen einen Spiegel, fassten gar des Windes Kron’.
Deines Volkes Bild sich vereinte mit uns’res Flügelschlag zum Bunde,
Deiner Seele Widerschein und mein Spiegelbild für deinen Lohn.