Aus einem unruhigen Schlaf schreckte Lamentinu auf. Ängstlich klammerte sie sich an ihre Harfe und ließ ihre Sinne aufmerksam schweifen. Dunkel war es, kein noch so kleines Fenster brachte natürliches Licht in ihr Gefängnis aus Stein und Eisen. Da war es wieder, dieses Geräusch... beruhigt lehnte sie sich zurück an die kalte Wand. Nur ein Käuzchen, das des Nachts rief... kein Grund zur Sorge also. Bedenken hatte sie aus anderen Gründen. Diese drei Männer, die sie verschleppt hatten, sie waren zwar wirklich anständig mit ihr umgegangen, über blaue Flecken brauchte sie nicht zu klagen, doch warum man sie hierher gebracht hatte, das wusste sie nicht. Ganz leise begann sie zu summen. Ein zarter Klang erfüllte die Gefängnismauern und entriss der Nachtwache ein leises Seufzen. Harfenklänge mischten sich sanft und traurig unter die Stimme. Melancholie und Traurigkeit lagen in den Klängen, die aus tiefster Seele zu entspringen schienen. Große blaue Augen blickten leer in die Dunkelheit, die silbernen Sprenkel schimmerten nur noch matt. Bilder formten sich vor ihrem inneren Auge... Wie sie dem roten Schmetterling gefolgt war bis auf die Wiese direkt vor dem schützenden Wald... wie eine seltsame Ahnung sie beschlich, als sie so auf die blutroten zarten Flügel sah und die drei Männer auf sie zukamen... ihre Worte erschienen ihr an den Haaren herbeigezogen, sie wollte zurückweichen... doch dann dieser Trank, der sie lähmte, als er vor ihren Füßen explodierte. Die Fesseln, die ihre Glieder hielten und die Schwärze, ausgelöst durch die Augenbinde, mit der man ihr die Sicht nahm.
Das Geräusch vom eigenen Pochen des Blutes in den Ohren und der Gedanke an den blutroten Schmetterling...
Leise begann sie Worte zu formen, Worte in ihrer Sprache, fremd anmutend in den Hallen Rahals, doch ihre Botschaft mochte wohl auch jeder, der ein halbwegs gefühlvolles Herz hatte, verstehen:
Schwärze, tiefe Dunkelheit,
Ungewissheit, Einsamkeit,
Sehnsucht nach dem Sonnenlicht,
Angst, die in das Herz mir sticht,
quälen mich mit bohrender Pein,
eingesperrt in der Zelle von Stein
und Eisen, der Freiheit beraubt,
sitze ich mit gesenktem Haupt
um zu harren dem, wohin mein Pfad
mich führen wird, ob mein' zart'
Leben ausgehaucht wird in der Dunkelheit,
in der Schatten Reich, es ist an der Zeit
zu hüten mein Licht, mag des Mondes Schein
eines Tages wieder mein Begleiter sein.
Die Worte gehen wieder in ein melancholisches, ruhiges Summen über. klar und hart hallen ihre Klänge in das nächtliche Rahal, fast schon gespenstisch mag es anmuten, bis sie abermals in einen unruhigen Schlaf fällt und sie das Lied ganz leise im Schlimmer fortsummt, jedoch ohne die Unterstützung der Harfenklänge, die zuvor sachte verebbten.
Kerkergesänge
- Lamentinu Celebren
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Isdaniel Nifar
Aufgeschreckt durch die Nachricht welche ein Bote im Wald verloren hatte, ging Isdaniel zum Wasserfall um zu schauen ob der Inhalt der Nachricht stimmte. Leer war der Platz, sanft lies er sich nieder und lauschte den Klängen des Liedes. Wahrlich ein Teil fehlt. Zu tief war in seine Studien versunken das es ihm aufgefallen wäre - aber jetzt förmlich darauf gestossen konnte er deutlich hören das etwas nicht stimmte. Die fröhliche Töne fehlten die sonst von diesem Ort kommend das Lied durchzogen. Stattdessen war ein melancholisches Flüstern zu vernehmen - zumindest war Isdaniel der Überzeugung dies zu hören und auch die Quelle zu kennen - ohne es eigentlich mit Bestimmtheit zu wissen. Leise war es - beinahe zu überhören und doch warnte es.
Eine Weile lauschte Isdaniel dem Klang - versuchte diesem etwas zu entnehmen, das über die Emotion hinaus ging.
Eine Weile lauschte Isdaniel dem Klang - versuchte diesem etwas zu entnehmen, das über die Emotion hinaus ging.
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Kerenes Kadogan
Noch eine Weile Stand der Gardist, der die Leitung bei der Operation hatte neben dem Eingang der Zelle. Er war einerseits von Stolz erfüllt über die saubere Ausführung des ihm Erteilten Auftrags, andererseits schienen selbst Ihm die durchdringenden, für ihn ungewohnten hellen Töne der elfischen Harfe einen Schauer über laufen zu lassen. Als er eine Zeit von seinem Bericht absetzte und sich nur noch auf das Klagelied seiner Gefangenen konzentrierte wurde ihm schnell klar, dass er richtig gehandelt hatte. Seine Gedanken leerten sich Zusehens, bis auch der Rest von Zweifeln verschwand und die Tiefe Melacholie der Melodie sein Blut nahzu brodeln lies.. Er fühlte sich bestärkt und der Hass fraß sich an diesem Abend sicherlich noch tiefer in sein Herz.
- Lamentinu Celebren
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Wieder eine Nacht im blassen Schein abbrennender Fackeln, doch es hätte auch Tag sein können, Schwärze umhüllte Lamentinu wie ein Tuch und dürckte auf ihr Gemüt. Wie lange sollte sie hier noch fristen? Und diese Wächter, so kalt im Herzen, so voller Hass.. und sie hatte doch niemandem etwas getan. Zur falschen Zeit am gleichen Ort wie sie gewesen, das war alles, was man ihr vorwerfen konnte. Leise drangen Harfenklänge aus den Mauern, dumpf, voller Schwermut. Leise begannen ihre Lippen Worte zu formen, in ihrer Sprache, aus tiefster Seele entrinnend, voller Trauer, Bedauern, Schmerz.
Eisige Kälte gefriert mir das Herz.
Hass und Misstrauen erfüllt mich mit Schmerz.
Leere umgibt mich, und die Leere in mir
zerfrisst mich, ich stürze, den Halt ich verlier.
Die Augen des Wächters sind ohne Gefühl,
abstoßend, ohne Wärme, voll gierigem Kalkül.
Ohne Gedanken an das große Lied,
einer, der nicht mit dem Herzen sieht,
nicht mit der Seele erschaut
seine Welt und Wände baut
um sein Innres zu vermauern
und das Schöne zu überdauern
nur in Gram und in Hass.
Eisige Kälte gefriert mir das Herz,
Hass und Misstrauen erfüllt mich mit Schmerz.
Leere umgibt mich, und die Leere in mir
zerfrisst mich, ich stürze, den Halt ich verlier.
Schwärze, nur Schwärze und drückende Schatten
umgeben meine Seele, die tröstenden Matten
der Träume verschwinden im Nichts, ganz allein
verharre ich düster nur starrend, fühl mich klein
in dem Käfig aus Angst vor dem nächsten Erwachen,
vor dem quälenden, dröhnenden Gespensterlachen
meiner Alpträume, meiner Wächter, die voll Herzlosigkeit
mich bannen zu harren in der tiefen Dunkelheit.
Eisige Kälte gefriert mir das Herz,
Hass und Misstrauen erfüllt mich mit Schmerz.
Leere umgibt mich, und die Leere in mir
zerfrisst mich, ich stürze, den Halt ich verlier.
Die Zukunft ist ein versiegeltes Buch,
der Stillstand der Zeit wie ein drückender Fluch,
ich sehe keinen Weg zu dem rettenden Licht,
ich fühle nur Leere, die weiter und weiter sticht
und mein Wesen im Reich der Schatten versinkt
ganz langsam, mein Lied in diesem Kerker verklingt.
Mein Innerstes hofft, doch im eisigen Wind
brennt hinunter die Flamme, alle Wärme verrinnt.
Sie summt noch eine WEile die Melodie fort und starrt mit matten Augen an die Kerkermauer, ihre Gedanken so schwermütig wie ihre Klänge.
Eisige Kälte gefriert mir das Herz.
Hass und Misstrauen erfüllt mich mit Schmerz.
Leere umgibt mich, und die Leere in mir
zerfrisst mich, ich stürze, den Halt ich verlier.
Die Augen des Wächters sind ohne Gefühl,
abstoßend, ohne Wärme, voll gierigem Kalkül.
Ohne Gedanken an das große Lied,
einer, der nicht mit dem Herzen sieht,
nicht mit der Seele erschaut
seine Welt und Wände baut
um sein Innres zu vermauern
und das Schöne zu überdauern
nur in Gram und in Hass.
Eisige Kälte gefriert mir das Herz,
Hass und Misstrauen erfüllt mich mit Schmerz.
Leere umgibt mich, und die Leere in mir
zerfrisst mich, ich stürze, den Halt ich verlier.
Schwärze, nur Schwärze und drückende Schatten
umgeben meine Seele, die tröstenden Matten
der Träume verschwinden im Nichts, ganz allein
verharre ich düster nur starrend, fühl mich klein
in dem Käfig aus Angst vor dem nächsten Erwachen,
vor dem quälenden, dröhnenden Gespensterlachen
meiner Alpträume, meiner Wächter, die voll Herzlosigkeit
mich bannen zu harren in der tiefen Dunkelheit.
Eisige Kälte gefriert mir das Herz,
Hass und Misstrauen erfüllt mich mit Schmerz.
Leere umgibt mich, und die Leere in mir
zerfrisst mich, ich stürze, den Halt ich verlier.
Die Zukunft ist ein versiegeltes Buch,
der Stillstand der Zeit wie ein drückender Fluch,
ich sehe keinen Weg zu dem rettenden Licht,
ich fühle nur Leere, die weiter und weiter sticht
und mein Wesen im Reich der Schatten versinkt
ganz langsam, mein Lied in diesem Kerker verklingt.
Mein Innerstes hofft, doch im eisigen Wind
brennt hinunter die Flamme, alle Wärme verrinnt.
Sie summt noch eine WEile die Melodie fort und starrt mit matten Augen an die Kerkermauer, ihre Gedanken so schwermütig wie ihre Klänge.
- Lamentinu Celebren
- Beiträge: 1105
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Tief atmete sie die frische Meeresluft ein, die durch das große Fenster in die Taverne drang. Der Wind zauste ihre Haare und sie lächelte. Nur wenige Minuten war es her, dass sie der Wächter aus dem dunklen Kellerloch geholt und in dieses Zimmer im ersten Stock gebracht hatte, und einen größeren Gefallen hätte er ihr kaum tun können. Noch ein wenig verharrte sie am Fenster, ließ die Abenddämmerung ein wenig weiter voranschreiten. In aller Seelenruhe legte sie ihre Kleidung ab und verstaute sie in einem Bündel. Ihr Blick fiel auf das große, weiße Ehebett. Kurz hielt sie inne und nahm lächelnd einen kleinen SChminkstift hervor. In geschwungenen, feinen Linien schrieb sie fein säuberlich darauf:
Werter Präfektor,
entschuldigt meine Unhöflichkeit, euch zu versetzen, doch ein freier Vogel schätzt es mehr, in die Winde zu fliegen, als ein erzwungener Gast zu sein. Möget ihr die Weisheit in Zukunft besitzen, ihn seine Wege selber wählen zu lassen.
Anstelle einer Unterschrift legte sie eine kleine weiße Feder darunter. Zufrieden nahm sie das Bündel und legte es auf den Fenstersims, band es mit der Harfe zusammen und ließ noch einmal ihre Stimme einige Töne in den Wind davontragen, wobei sie die Kerzen aushauchte.
Kräfitg schlugen die Schwingen des Adlers aus, ein Bündel und eine Harfe in seinen Krallen tragend, und flog über das Meer in den STrahlen der letzten ABendsonne davon. Ein lauter Schrei aus seiner Kehle hallte über Rahal, bevor er am Horizont verschwand.
Werter Präfektor,
entschuldigt meine Unhöflichkeit, euch zu versetzen, doch ein freier Vogel schätzt es mehr, in die Winde zu fliegen, als ein erzwungener Gast zu sein. Möget ihr die Weisheit in Zukunft besitzen, ihn seine Wege selber wählen zu lassen.
Anstelle einer Unterschrift legte sie eine kleine weiße Feder darunter. Zufrieden nahm sie das Bündel und legte es auf den Fenstersims, band es mit der Harfe zusammen und ließ noch einmal ihre Stimme einige Töne in den Wind davontragen, wobei sie die Kerzen aushauchte.
Kräfitg schlugen die Schwingen des Adlers aus, ein Bündel und eine Harfe in seinen Krallen tragend, und flog über das Meer in den STrahlen der letzten ABendsonne davon. Ein lauter Schrei aus seiner Kehle hallte über Rahal, bevor er am Horizont verschwand.