Die Hausaufgabe bestand, sich selbst auswendig zu kennen. Dick war dies in Liams Aufzeichnungen unterstrichen. Die eindringlichen Worte des Veneficus wie Wichtig dies sei, bereitet den jungen Scolar sorge. Schon oft hatte er von den Gefahren gehört die mit der Manipulation des Liedes einher gingen.
Es dämpfte die Euphorie, jeder Unterricht offenbarte so viele neue Möglichkeiten. Dinge von denen man nur Träumen konnte. Doch es offenbarte auch mehr Möglichkeiten der Selbstvernichtung oder Schlimmeres. Die Wirkung eines misslungenen Feuerballs war ihm schon bekannt. Was würde bei einem misslungenen tieferen Eingriff in die Sekundärenergie passieren? Ein Einblick in die Gefahren sah Liam in den Sphärenreisen, dieses seltsame Gefühl der Dunkelheit. „Schaut nicht in die Dunkelheit“, meinte der Veneficus nur. Eine Erklärung blieb er Schuldig, aber dieser Bedarf es auch nicht. Sie war zu spüren und lies Liam frösteln.
Konnte man sich in dieser Dunkelheit verlieren?
In Unendlichkeit dem Schrecken ausgeliefert sein?
Die Eigenen Form verlieren?
Fragen warfen sich auf, die das Mark in den Knochen gefrieren ließen.
Ein Grund mehr lieber genau das zu tun, was die Veneficas ihn lehrten und das Experimentieren mit dem Lied lieber sein zu lassen bis man genug wusste, um die Risiken abschätzen zu können.
Jetzt war es also erstmal daran die eigene Liedsignatur auswendig zu kennen. Es zeigte sich das es schwerer war, als es sich anhörte. Der Mensch ist sehr kompliziert aufgebaut, alle Sekundärenergien bildeten eine komplizierte Signatur die sich sehr Speziell anfühlte. Andere Menschen unterschieden sich kaum von der eigenen. Die Feinheiten waren es auf die es ankam. Zu beginn nahm sich Liam Abends seinen Hund zur Hilfe. Seine Struktur unterschied sich klar von der eigenen und machte es Liam einfach erst einmal sich selbst wirklich Gut wahr zu nehmen. Doch kam er nicht weiter, alles im Zusammenspiel war schrecklich schwer zu spüren und dazu noch sich zu behalten. Jede Narbe jede Falte musste er kennen. Was so schon für jemanden schwer war der selten in den Spiegel guckte, schon gar an Mangel an besitzt eines solchen, wurde nun fast zur Unmöglichkeit.
Nach dem Unterricht von Eenja entschied sich Liam dazu, den Veneficus um Rat zu bitten. Dieser riet ihm dazu nicht alles auf einmal auswendig zu lernen, sondern nach und nach alles im Einzelnen zu erforschen und dann im ganzen Auswendig zu lernen. Diesen Rat befolgend begann Liam damit seine Hände zu studieren. Die eine von Brandnarben überseht, die andere nur etwas schwielig, aber ansonsten die eines normalen Mannes. Die feinen Unterschiede spürend, prägte sich Liam ihre Signatur ein. Mit der Zeit entwickelte er ein Feingefühl dafür selbst kleinste Unterschiede in den Signaturen des Liedes zu spüren. Sein rechter Arm war reicher an Signaturen als der linke Arm, das kam wohl von den Fechtübungen mit denen sich Liam manchmal, eher minder Erfolgreich beschäftigte.
Als Liam sich mit allen seinen Körperteilen beschäftigt hatte, beschloss er erneut sich selbst als ganzes als Signatur im Lied zu spüren. Es fiel ihm erstaunlich leicht dieses mal. Es waren nicht mehr viele einzelne unbekannte Signaturen die er spürte, sondern viele Bekannte die zusammen im Einklang seine eigene Signatur ausmachten. Jede freie Zeit verbrachte Liam nun damit sich selbst zu spüren und zu studieren. Seine Signatur änderte sich langsam und kaum spürbar, aber sie tat es, es wurde ihm zur Gewohnheit die eigenen Signatur zu überprüfen und neu ein zu prägen, jedes mal wenn er sich auf das Lied konzentrierte. In vielen Wochen der Übung kannte er nun die eigenen Signatur besser als das eigene Spiegelbild.
Von den Haarspitzen bis in die Zehen
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Liam Ecclesia
Von den Haarspitzen bis in die Zehen
Zuletzt geändert von Liam Ecclesia am Mittwoch 24. August 2011, 06:48, insgesamt 1-mal geändert.