Verliebt, Verlobt ... Was jetzt?

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Erinya Erlias

Verliebt, Verlobt ... Was jetzt?

Beitrag von Erinya Erlias »

Längst war ihr Liebster neben ihr eingeschlafen, doch schien sie selbst heute nacht keinen Schlaf zu finden. Noch immer konnte sie die Ereignisse der letzten Stunden nicht ganz glauben. Es sollte ein normaler Tag werden, an dem sie über den Markt schlenderten und danach noch ein Gläschen erlesenen Rotwein tranken. Doch dann rutschte ihr heraus, dass sie gerne ein Häuschen mit ihm hätte. Klein aber fein, irgendwo im Wald. Es war ihr mehr als peinlich.... zu Beginn. Doch Aldred schien es mehr auf die leichte Schulter zu nehmen, ja, er schien sich sogar noch ein wenig darüber lustig zu machen.

Wie konnte er nur... Endlich konnte sie ihm sagen, was sie sich wünschte, was in ihrem Innersten vorging. So war es auch kaum verwunderlich, dass sie ihm danach eine Gemeinheit nach der anderen ums Ohr klatschte, bis sie – wieder einmal – an dem Punkt angelangt waren, dass er brüllend in der Taverne stand und sie die Flucht ergriff. „Ich bin doch nicht seine Dienerin, die sich von ihm aushalten lässt und keine Wünsche oder Träume haben darf“ schnaubte sie und latschte zum Marktplatz, um wenigstens ein paar Münzen zu haben, damit sie sich eine Kutsche leisten konnte.

Soll er doch bleiben wo der Pfeffer wächst, doch je weiter sie sich von dem Markt – vor allem der Taverne – entfernte, desto schwerer schien die Last auf ihren Schultern zu liegen, dass sie ihn wieder einmal in einen Streit verwickelt hatte. Wieso konnte sie nicht einmal ihren Mund halten? Wieso musste sie ihrem Temperament ausgerechnet an so einem friedlichen Tag Luft machen? Irgendwann würde er sicherlich einmal den Hut draufschmeißen und sich wirklich eine andere suchen, die bei weitem nicht so aufbrausend war. Eine, die schön nach seiner Pfeife tanzen würde und ihm jeden Wunsch von den Augen abliest.

Doch auf einmal stand er wieder vor ihr. Der Zorn und die Wut schienen wie verblasst und langsam ging sie auf ihn zu. War das jetzt alles? Sollte es so enden? Wenn sie jetzt keinen Schritt auf ihn zumachte, hätte sie verloren. Alles verloren, was ihr jemals etwas bedeutet hat. „Es tut mir leid...“ den Blick zu Boden gesenkt „vielleicht will ich einfach mehr, als du bereit bist zu geben. Weißt du... Ich will heiraten, ich will Kinder, ich will ein kleines Häuschen, ich will keine Freiheiten mehr so wie ich sie früher hatte.... ich will... das alles mit Dir!“

Aldred hingegen nahm sie einfach in den Arm, und wie es seine Natur war, konnte er den Schalk nicht verbergen „War das jetzt ein Antrag?“ sprach er eher grinsend, doch war sie so in ihren Gedanken versunken, dass sie seine Frage nicht lustig verstand, sondern einfach sagte „JA!“. In jenem Moment schien auch er baff... Es führte ein Wort ums andere, doch Erinya selbst konnte dem ganzen nicht mehr ganz folgen. Heiraten? Verlobt? Ringe bestellt?

Zuviel ging ihr auf einmal im Kopf herum. Das war es jetzt?!? Hatte ihre Schwester und ihre Mutter doch früher immer erzählt, Männer sollten auf den Knien vor ihrer Angebeteten stehen und sie um ihre Hand bitten. Den Ring dann zärtlich auf ihren Finger gestreift. Und bei ihr? Aus einem Scherz und einem Streit heraus eine Verlobung? Konnte das gut gehen? War es ihm wirklich ernst? Konnte er auf einmal wirklich der liebende Ehemann, der führsorgende Vater werden? Zu viele Fragen für eine Nacht...
Aldred Ravenor

Beitrag von Aldred Ravenor »

Was war nur in sie gefahren?! Urplötzlich warf sie ihm an den Kopf, sie könne nichts selber bezahlen........ und er sollte daran schuld sein? Oder warum fauchte sie so? Aldred verstand die Welt nicht mehr. Er liebte sie und Geld spielte für ihn kaum eine Rolle. Nie hatte er viel benötigt......

Ein Haus........ ein gemeinsames....... der Gedanke war ihm neu........ und er brauchte eine Weile, um sich damit anzufreunden. Doch gefiel ihm die Idee immer besser. Zur Zeit teilten sie sich seine kleine Kammer im Gasthaus.... es war lauschig, gemütlich, eine winzige Liebeshöhle. Und doch ihrer beider Zuhause. Ihr Nest. Ihre Geborgenheit.
Ein eigenes Haus. Das würde nicht nur räumlich ganz neue Dimensionen bedeuten. Waren sie schon so weit? Wie lange kannten sie sich jetzt?

Ihm kam es vor , als wäre es eine Ewigkeit und doch waren es erst einige Wochen. Wochen mit Höhen und Tiefen, und doch einfach wunderschöne Wochen. Jedesmal wenn er an Erinya dachte, ging sein Herz weit auf, fluteten die Wärme und die Liebe hinein, ließen ihn leben..... das Leben spüren......... mit allen Sinnen.
Hoffnungslos verloren schien er. Schlicht überfordert mit der Idee der eigenen vier Wände, hatte er sich wie immer, wenn ihn etwas überraschte, eine Maske aus liebevollem Spott und neckenden Worten aufgesetzt. Der Streit. Kaum war sie fort, reute es ihn. Seine Liebste ..... mit hängenden Schultern. Es brach ihm fast das Herz diese stolze Frau so davonschleichen zu sehen.

Er suchte sie in der ganzen Stadt. Die Magie verbarg ihn gut. Würde sie doch wahrscheinlich weglaufen, sähe sie ihn.....
Erinya trieb sich auf dem Marktplatz rum und.......... er musste hart schlucken..... sie bettelte um etwas Gold für die Kutsche..... direkt hinter ihr stand er und hörte alles mit. Zwar konnte er nur ihren Rücken sehen, doch fühlte er, wie sie sinnlich lächelte und sich doch innerlich zutiefst schämte. Und er hatte sie soweit gebracht.......

Schnell fort und regelrecht lauerte der Magier ihr auf. Auf dem Weg zur Kutsche musste sie hier vorbei kommen. Als er aus dem magischen Schatten trat, stand sie kaum ein paar Schritte vor ihm und er suchte ihren Blick....... ihre Augen.......... was würden sie sagen?

Und als sie ihm gestand....... „will heiraten“....... „Kinder“........“mit Dir“....... schier zersprang sein Herz und er hätte sich selber verfluchen können, dass er wieder diesen lockeren Ton anschlug. „Lass die Frauen nicht an Dich ran, sie spielen nur mit Dir“, klang es ihm aus weiter Ferne durch den Kopf. Ja, so hatte er einst gedacht........ und auch gehandelt. Hatte selber sein Spiel gespielt. Doch nun.....

Der Kloß in seinem Hals machte das Atmen schwer. „Es wäre mein größtes Glück, wenn Du meine Frau werden würdest“. Und als er sich die Worte sagen hörte, da wusste er, dass sie wahr waren. Dass er genau das wollte. Erinya zur Frau. Seine Frau!

Sie lachten und kicherten, machten Späße, bis sie schließlich vor Bajard standen. Erst als sie ihn ansprach.....“mein Verlobter“......... da schien sich zum ersten mal sein Verstand einzuschalten und tausend Fragen gingen ihm durch den Kopf. Wie in Trance ließ er sich mitziehen. Verlobt. Das waren sie wohl. Aber was änderte sich wirklich? Gedanken wirbelten durch seinen Kopf.......... ein Haus......... Kinder?......... es gab so viel zu bereden. Soviel zu bedenken, Pläne zu schmieden........
........dabei würde er am liebsten nur lieben, leben, genießen....... die Frau an seiner Seite...... und glücklich sank er tief in die Welt der Träume hinab.
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