Es war ein Plan den Liam sich zusammen legte, das Schwert an der Wand seiner Wohnung dabei betrachtend. Ja das könnte funktionieren, dachte er sich.
Die Frau auf der anderen Seite seines Tisches tat ihm leid, sie war wie er einst eine Sklavin gewesen. Zwar war sie eine richtige Sklavin gewesen und er nur ein Sklave seiner Lebensumstände aber die Tatsache war die selben, der Mangel an Freiheit. Es muss Horteras gewesen sein dessen Wunsch es war das Anele heute seinen Weg kreuzte, davon war Liam überzeugt. Alles hat wohl seinen Preis. So war wohl der Preis für seine Freiheit das er jemanden Anders dabei unterstützen sollte die eigene zu erlangen.
Als Anele ihr Schicksal schilderte wurde ihm rasch klar dass dieses Problem nicht mit Gewalt gelöst werden kann. Es bedarf Tücke und Geschick im Umgang mit dem Menschen und ihrer Gedankenwelt selbst. So war Anele eine vom Volk der Umbango, einem Negervolk das in einem weit entfernten Land, in den dortigen Grassteppen lebt. Ihr Wunsch war es dorthin zurück zu kehren, doch ohne ihren Sohn Joshua wollte sie nicht zurück dorthin. Er erfuhr das der Sklavenhalter von Anele, der Vater des Kindes war. Vermutlich war ihr Sohn immer noch in der Stadt in die sie Verschleppt wurde, genannt Sinuha.
Wieder vom Schwert an der Wand zu Anele blickend schilderte er ihr den Plan der Feder. Er wollte schriftlich vorteuschen einen Sklaven vom Volk der Umbango zu besitzen und weitere kaufen zu wollen, da sie angeblich sehr arbeitsam und fleißig seien. Wenn die Stadt Sinuha ihm dann eine Liste der jeweiligen Händler schickte, so hoffte er durch weitere Briefe an jene Händler Aufschluss über den verbleib ihres Sohne zu erhalten. Hierfür wollte er sich bei jenen vorgeben er sei ein reicher Händler, dessen Frau nicht in der Lage ist ein Kind zu bekommen, um so von diesen eine Liste mit der Option zum kauf eines Kindes das nicht mehr als vier Sommerläufe erlebt hat zu erlangen.
Der Plan hatte viele Probleme und Variablen die nicht vorher zu sehen waren. Doch war etwas Hoffnung mehr wert als die absolute Tatenlosigkeit.
Das erste Problem ist natürlich die kriminelle Energie die hinter einer solchen Fälschung steht. Sich für jemand anders auszugeben ist Betrug und wird sicher verfolgt. Somit bräuchte er sowohl die Unterstützung der Gräfin selbst, sowie eine Fachkraft die sich auf solcherlei Täuschungen verstand.
Das zweite Problem war die Lage der Stadt Sinuha, er kannte die Stadt nicht und hatte noch nie von ihr gehört.
Das dritte Problem das zu beseitigen sei, um ein Gelingen von der Unmöglichkeit zur Möglichkeit zu bringen, ist es edles Papier und ebenso hochwertige Tinte zu bekommen. Zudem benötigt er dafür noch ein gefälschtes Siegel, das einem Händler mit Vermögen angemessen sei.
Das vierte Problem war das Gold, woher sollte er solch enorme Summen nehmen einen Sklaven zu kaufen und diesen auch noch über weite Weg von der Stadt Sinuha bis nach Adoran zu transportieren. Zudem die Kosten für die Depeschen und Papier und solcher gleichen.
Eines nach dem anderen, dachte sich der Schäfer wieder zum Schwert blickend und den Federkiel in das Tintenfass steckend. "Wollen wir einmal einen Brief an die Gräfin schreiben, sie scheint eine überaus ehrenwerte Regentin mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit..."