Es war jetzt schon länger her, dass sie zurück gekehrt war nach Menek'Ur und sich wieder in den Kreis ihrer Familie begeben hatte. Sie wusste, dass ihre Berufswahl nur geduldet war, keinesfalls war man erfreut darüber. Aber man ließ ihr ihren Willen. Seltsamerweise. Sie war glücklich darüber und oft dachte sie daran, wie es ihr wohl ergangen wäre, wenn sie einen anderen Weg eingeschlagen hätte. Was wäre gewesen, wenn sie nicht den Säbel ergriffen hätte? Sie wusste es nicht. Im Prinzip war es jetzt auch egal. Sie würde um nichts in der Welt einen anderen Beruf haben wollen. Sie war nun die, die sie sein wollte: Fareeda Bashir, Säbelschwingerin und Verteidigerin ihrer geliebten Heimat.
Seufzend sah sie auf zum Himmel. Die sengende Sonne tauchte das Land in ihre Glut. Das perfekte Wetter für einen kleinen Übungsausflug. Langsam erhob sie sich und begab sich ins untere Geschoss ihres Hauses. Dort, in einer einfachen unverzierten Kiste, bewahrte sie ihren größten Schatz auf: Ihre Rüstung und ihren Säbel. Vorsichtig, beinahe ehrfürchtig, nahm sie den Harnisch heraus und legte ihn an Das kühle Metall tat gut auf ihrer Haut. Stück um Stück verschwand ihr Körper unter dem Schutz. Zum Schluss schulterte die Schwarzhaarige ihren Schild und legte sich den Schwerthalter um. Sie war gerüstet, für das, was kommen würde. Einige Tränke und Bandagen wurden in einer zusätzlichen Tasche verstaut. Man konnte ja nie wissen, was geschehen würde auf so einem Ausflug. Mit einem dumpfen Geräusch fiel die Kiste wieder zu. Ruhig und schon nahezu vollends konzentriert ging sie auf die Tür zu, öffnete diese und machte sich auf dem Weg zum Grab der Ahnen, welches von Untoten, Echsen und Dämonen heimgesucht worden war. Dort fand sie das, was sie brauchte. Sie liebte den Kampf, auch wenn dies in den Augen ihres Cousins Abaan und ihres Bruders Siraaj eine sogenannte „Wertminderung“ oder „Preisminderung“ darstellte. Beide wollten sie wohl schnellstmöglichst verheiratet sehen. Sie selber fragte keiner, ob sie überhaupt heiraten wollen würde. Sie kannten wahrscheinlich schon die Antwort. Wenn sie jemals einen gesegneten Bund mit einem Mann eingehen würde, dann müsste dies ein Mann sein, der ihre Art zu Denken versteht und der sie ihren Beruf ausüben lassen würde. Eine denkbar seltene Kombination. Ein zynisches Lächeln zierte bei diesem Gedanken ihr Gesicht. Ihr Mann würde wahrscheinlich selber ein Säbelschwinger sein müssen und keine hohen Ansprüche haben, damit dieser Wunsch in Erfüllung geht.
Als Fareeda im Grab angekommen war, empfing sie die vertraute muffige und vor Verwesung stickige Luft. Bis zu dem Punkt wo sie jetzt stand, hatten schon eine der räudigen Untoten ihr Leben gelassen. Mit einem mürrischem Gesichtsausdruck wurde das faulige Blut eines Ghuls von ihrem Säbel abgewischt. Kurz prüfte sie nochmals ihren Vorrat an Bandagen und Tränken. Es sollte eigentlich ein Leichtes werden, damit ein bisschen tiefer als sonst in das Grab vorzudringen. Zumal sie mittlerweile einige Übung im Umgang mit den Kreaturen hatte. Immer weiter arbeitete sie sich vor in die Untiefen des Grabmals. Sie konnte gar nicht mehr sagen wie weit sie nun drin war, als sich ihr ein großer Gargoyle in den Weg stellte. Beinahe automatisch ging sie in Kapfstellung, hob das Schild an und hielt den Säbel fest in der Hand. Erst nach einigen Augenblicken wurde ihr klar, was an dem Ganzen grade so seltsam wirkte: Der Gargoyle griff sie nicht an. Er stand einfach nur da und sah sie an. Erst als eine bekannte Stimme in ihrem Kopf ertönte, wusste sie was, bzw. wen, sie vor sich hatte. Es war Yaamal Ifrey. Lächelnd und erleichtert ließ die Schwarzhaarige Schild und Säbel sinken und neigte ihm ihr Haupt zu. Beide beschlossen fortan ihren Weg gemeinsam fortzusetzen was von großem Erfolg gekrönt war. Sie erlegten zwei Dämonen und etliche andere Wesen, die sich dort unten herumtrieben.
Stolz und gut gelaunt begaben sie sich nach erfolgreicher Jagd wieder zurück nach Menek'Ur.
Der Abend war bereits nah und als Fareeda nun in ihrem Bett lag, dachte sie an den vergangenen Tag. Sie hatte guten Gewinn dabei gemacht und konnte sich so nun ihren Wunsch für das Haus erfüllen. Lächelnd schlief sie mit diesem Gedanken ein.
Am nächsten Tag machte sie sich direkt an die Umsetzung ihres Plans. Sie organisierte Kissen und Felle, kaufte sich Stoff und Stützen für einen Baldachin und zu guter Letzt noch einen Tisch und eine Wasserpfeife. Fareeda verbrachte fast den ganzen Vormittag damit den Baldachin zu errichten und alles zu dekorieren, wie es ihr gefiel. Im Endeffekt war sie überglücklich als ihr Werk gen Nachmittag vollendet war und sie sich kurz ausruhen konnte. Kurz besah sie sich die noch nackten Ecken ihres Daches. Noch wusste sie nicht, was sie damit machen solle. Aber mit der Zeit würde da schon noch einiges kommen. Sie konnte es kaum erwarten ihrer Familie zu zeigen, was sie verändert hatte.
Meine Berufung: Säbelschwingerin
- Fareeda Bashir
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- Fareeda Bashir
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Als sie so am Boden lag und der Lich sich über sie beugte, kam ihr noch der Gedanke, dass es keine gute Idee war abends noch mal auf die Jagd zu gehen. Warum sie sich dazu entschieden hatte, wusste sie nicht mehr. Zu stark waren grade die Schmerzen und zu schwach war sie im Moment. Ihre Tasche und ihr Säbel lagen etwas mehr als eine Armeslänge von ihr weg. Mühsam versuchte sie daran zu kommen aber der Verwesungsgeruch der ihr von dem Untoten entgegenschlug, raubte ihr den Atem und schwächte sie noch mehr. Fareeda versuchte, ihn mit einem Stoß vor die Brust von sich weg zu befördern. Der Erfolg war jedoch nur mäßig. Zentimeter um Zentimeter robbte sie weiter zur Seite um an ihre Tasche und an die heilenden Tränke zu kommen. Grade als sie mit einem Finger den Beutel berühren konnte, da wurde sie zurück gerissen von dem Lich, der sich mittlerweile zwei weitere Untote zu Hilfe gerufen hatte. Die Magie ihres Gegners durchfuhr sie und sie verlor das Bewusstsein. Nun war es wohl aus mit ihr.
Wer weiß wie lange sie da gelegen hatte. Als sie aufwachte, befand sie sich in einer Ecke des Raumes in dem sie mit aller Kraft versucht hatte ihr Leben zu retten.Die Untoten standen in einer anderen Ecke des Raumes. Wahrscheinlich beratschlagten sie sich gerade, auf welche Weise sie die junge Frau zubereiten wollten für ihr Festmahl. Bis jetzt schien keiner der drei zu bemerken, dass Fareeda so halbwegs wieder wach und bei Sinnen war. Unter halb geschlossenen Augenlidern durchsuchte sie den Raum nach ihren Habseligkeiten. Seltsamerweise lagen diese ganz in ihrer Nähe. Mit einem schnellen Sprung konnte sie es schaffen beides an sich zu reißen und sich den Monstern zu stellen. Konnte sie es riskieren? Kurz horchte die Menekanerin in sich hinein. Dumpfer pochender Schmerz überall. Am meisten an ihrer linken Seite und am linken Bein. Da schien er sie richtig stark erwischt zu haben. Konnte sie es so überhaupt schaffen? Eher nicht. Kurz überlegte sie. Mit nahezu unmerklichen Bewegungen zog sie die Tasche zu sich und ließ ihre Hand rein gleiten. Es dauerte nicht lange und sie spürte die Kälte einer bestimmten Flasche. Sollte sie es riskieren, diesen Trank zu nutzen um hier raus zu kommen? Was anderes blieb ihr wohl nicht übrig. Mit einer fließenden Bewegung zog sie die Flasche heraus und warf sie den Untoten entgegen. Sofort entfaltete sich die Kälte aus der zerbrochenen Hülle und kroch den Monstern in die Glieder. Unendlich langsam raffte sich Fareeda auf, packte Tasche und Säbel und lief so schnell es ihr möglich war aus dem Raum. Humpelnd und mit schmerzverzerrtem Gesicht floh sie aus den Tunneln des Grabes. Erst als sie draußen war und die frische, kühle Nachtluft sie umwehte, gestattete sie sich kurz Luft zu holen. Der Schmerz war stärker geworden und sie spürte, wie etwas flüssiges ihr Bein hinunterlief. Mit zusammen gebissenen Zähnen machte sie sich auf den Weg zurück in die Stadt. Immer wieder verschwammen die Umrisse der Lichter vor den dunklen Augen, immer wieder war sie einer Ohnmacht nahe, immer wieder schüttelte sich die Schwarzhaarige in Gedanken wieder wach, damit sie es hinter die rettenden Mauern schaffte. Erst als die schwere Metalltür der Stadtmauer hinter ihr zu klappte, ließ sie ihrem Schmerz freien Lauf. Ein kurzer, lauter Aufschrei war zu hören gewesen für die, die noch durch die Stadt wanderten. Mit letzter Kraft schleppte sie sich zu ihrem Haus und sank innen auf den Boden und verlor wieder das Bewusstsein.
Das gleißende Licht der Morgensonne schien ihr ins Gesicht und sie öffnete die Augen. Sie spürte, dass ihr Körper mehr als nur geschwächt war und versuchte sich trotzdem aus der Rüstung zu schälen. Es dauerte Ewigkeiten. Nach und nach wurden die einzelnen Teile abgelegt und mehr und mehr Wunden beförderte dies ans Tageslicht. Viele davon würden einfach verheilen. Andere würden bleiben. Anscheinend hatte es die Klinge eines Dieners des Lichs durch die Rüstung geschafft und ihr somit zwei tiefe Fleischwunden beschert. Diese waren bei ihren Bewegungen wieder aufgebrochen und bluteten. Taumelnd ging sie zu ihrer Kiste und zog mit Müh und Not einige Bandagen heraus, die sie sich um die besagten Stellen wickelte. Langsam wankte sie die Treppe hoch und ließ sich in ihr Bett fallen. Schnell schlossen sich ihre Augenlider und sie sank in einen tiefen und alptraumhaften Schlaf.
Wer weiß wie lange sie da gelegen hatte. Als sie aufwachte, befand sie sich in einer Ecke des Raumes in dem sie mit aller Kraft versucht hatte ihr Leben zu retten.Die Untoten standen in einer anderen Ecke des Raumes. Wahrscheinlich beratschlagten sie sich gerade, auf welche Weise sie die junge Frau zubereiten wollten für ihr Festmahl. Bis jetzt schien keiner der drei zu bemerken, dass Fareeda so halbwegs wieder wach und bei Sinnen war. Unter halb geschlossenen Augenlidern durchsuchte sie den Raum nach ihren Habseligkeiten. Seltsamerweise lagen diese ganz in ihrer Nähe. Mit einem schnellen Sprung konnte sie es schaffen beides an sich zu reißen und sich den Monstern zu stellen. Konnte sie es riskieren? Kurz horchte die Menekanerin in sich hinein. Dumpfer pochender Schmerz überall. Am meisten an ihrer linken Seite und am linken Bein. Da schien er sie richtig stark erwischt zu haben. Konnte sie es so überhaupt schaffen? Eher nicht. Kurz überlegte sie. Mit nahezu unmerklichen Bewegungen zog sie die Tasche zu sich und ließ ihre Hand rein gleiten. Es dauerte nicht lange und sie spürte die Kälte einer bestimmten Flasche. Sollte sie es riskieren, diesen Trank zu nutzen um hier raus zu kommen? Was anderes blieb ihr wohl nicht übrig. Mit einer fließenden Bewegung zog sie die Flasche heraus und warf sie den Untoten entgegen. Sofort entfaltete sich die Kälte aus der zerbrochenen Hülle und kroch den Monstern in die Glieder. Unendlich langsam raffte sich Fareeda auf, packte Tasche und Säbel und lief so schnell es ihr möglich war aus dem Raum. Humpelnd und mit schmerzverzerrtem Gesicht floh sie aus den Tunneln des Grabes. Erst als sie draußen war und die frische, kühle Nachtluft sie umwehte, gestattete sie sich kurz Luft zu holen. Der Schmerz war stärker geworden und sie spürte, wie etwas flüssiges ihr Bein hinunterlief. Mit zusammen gebissenen Zähnen machte sie sich auf den Weg zurück in die Stadt. Immer wieder verschwammen die Umrisse der Lichter vor den dunklen Augen, immer wieder war sie einer Ohnmacht nahe, immer wieder schüttelte sich die Schwarzhaarige in Gedanken wieder wach, damit sie es hinter die rettenden Mauern schaffte. Erst als die schwere Metalltür der Stadtmauer hinter ihr zu klappte, ließ sie ihrem Schmerz freien Lauf. Ein kurzer, lauter Aufschrei war zu hören gewesen für die, die noch durch die Stadt wanderten. Mit letzter Kraft schleppte sie sich zu ihrem Haus und sank innen auf den Boden und verlor wieder das Bewusstsein.
Das gleißende Licht der Morgensonne schien ihr ins Gesicht und sie öffnete die Augen. Sie spürte, dass ihr Körper mehr als nur geschwächt war und versuchte sich trotzdem aus der Rüstung zu schälen. Es dauerte Ewigkeiten. Nach und nach wurden die einzelnen Teile abgelegt und mehr und mehr Wunden beförderte dies ans Tageslicht. Viele davon würden einfach verheilen. Andere würden bleiben. Anscheinend hatte es die Klinge eines Dieners des Lichs durch die Rüstung geschafft und ihr somit zwei tiefe Fleischwunden beschert. Diese waren bei ihren Bewegungen wieder aufgebrochen und bluteten. Taumelnd ging sie zu ihrer Kiste und zog mit Müh und Not einige Bandagen heraus, die sie sich um die besagten Stellen wickelte. Langsam wankte sie die Treppe hoch und ließ sich in ihr Bett fallen. Schnell schlossen sich ihre Augenlider und sie sank in einen tiefen und alptraumhaften Schlaf.
- Fareeda Bashir
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Kleidervorschriften und Kissen in der Hose
Kleidervorschriften und Kissen in der Hose
Nun war es soweit. Lange hatte es nun ja nicht gedauert. Sie war verlobt und nun saß sie hier und dachte darüber nach.
Nach einem heftigen Streit mit Radeeh war des öfteren die Drohung gefallen, dass, wenn er mein Verlobter wäre, mich übers Knie legen würde und ich die nächsten Tage nicht sitzen könne. Sie konnte seinen Ärger verstehen. Sie war schließlich ungerüstet und ohne Wache praktisch ausgerissen, um eine Auseinandersetzung mit ihm aus dem Weg zu schaffen. Das hatte sie nun davon. Einen noch größeren Streit. Dieser endete mit dem Befehl "Du bleibst hier und setzt keinen Fuß auf die Straße, bis ich wieder zurück bin".
Mit Widerwillen hatte sie dem Befehl Folge geleistet und in diese Situation war Abaan hinein geplatzt. Damit sie nicht verraten wurde, erzählte Fareeda direkt von ihrem kleinen Ausflug und die Strafe war... aussergewöhnlich. Neben der Tatsache, dass sie in den Tempel gehen und beten sollte, war die zweite "Strafe", dass sie Radeeh heiraten sollte. Stirnrunzelnd gab sie zu Bedenken, dass er da durchaus noch einige Wörtchen mitzureden hatte, ehe sie sich auf die Rückkehr eben dieses Mannes vorbereitete. Innerlich gewappnet auf weitere laute und harte Worte.
Als sie dann endlich seine Stimme vernahm im Verkaufsraum, entfuhr ihr ein leichtes Seufzen und sie begab sich langsam nach unten. Doch den ganzen Abend hörte sie nur "Später". Irgendwann war sie es leid. Nachdem er lange geschnitzt hatte, Lamas eingefangen wurden und etwas geredet wurde, bat sie ihn nachdrücklich um ein Gespräch. Er ermahnte sie, dass es eine große Gefahr ist ungerüstet umher zu stromern. Abaan schien besondere Antennen für solche Situationen zu haben, weil er just genau in dem Moment auftauchte mit einem besonderen Anliegen.
Nett verpackt und mit viel Honig um den Bart machte er sowohl ihr als auch Radeeh klar, dass sie heiraten sollten und er nun beschlossen hatte, dass sie nun verlobt waren. Viel entgegenzusetzen gab es in dem Moment nicht, da beide sprachlos waren.
Als sie wieder allein waren entfuhr Fareeda nur: "Ab sofort muss ich wohl Kissen in die Hosen stopfen, wenn ich was anstelle." Ein leichtes Schmunzeln war die Antwort.
Der nächste Tag brach an und sie verbrachte ihn damit wieder etwas für ihre Kochkünste zu tun. Eine Unterredung mit Abaan und Radeeh hatte einen Brief hervorgebracht, wonach Fareeda mit allem möglichen zum Kochen ausgestattet werden sollte Eigentlich wollten sie an dem Abend zum Holz hacken gehen, sie und Radeeh. Doch als sie auf Lameriast ankamen, entdeckte Radeeh eine Antwort auf ihr Schreiben in der Bank. Der Plan wurde also kurzfristig geändert und sie fuhren nach Adoran.
Der Bauernhof war schnell gefunden, ebenso wurde der Handel schnell abgewickelt und sie brachten Obst, Gemüse und Mehl zurück nach Menek'Ur.
Als Fareeda alles ordentlich weggepackt hatte begab sie sich wieder in den Verkaufsraum. Fast augenblicklich wurde sie auf ihre unpassende Kleidung hingewiesen von Abaan. Kurz sah sie an sich hinunter. Sie war praktisch gekleidet, Hose und Hemd. Ein Kleid wäre besser, lautete die Erklärung. Kopfschüttelnd sah Fareeda auf und wirkte siegessicher. "Gut, dass du das nicht mehr zu entscheiden hast Abaan." Dieser wendete sich sofort zur Seite zu seinem Bruder. "Radeeh, würdest du deiner Verlobten bitte erklären, welche Kleidung angemessen ist?" Wie nicht anders zu erwarten, stieg Radeeh voll darauf ein und meinte, sie solle Abaan den Gefallen tun. Sie überlegte kurz. Würde es wieder Ärger geben, wenn sie sich weigerte? Das wollte sie auf jeden Fall vermeiden. Brummend und mürrisch zog sie sich zurück um dann einige Minuten später im Kleid vor ihrer Familie zu stehen. "Wartet nur ab... ihr habt nicht gesagt, dass ich immer eins anhaben soll", dachte sie sich noch, ehe sie sich zurück zog.
Nun war es soweit. Lange hatte es nun ja nicht gedauert. Sie war verlobt und nun saß sie hier und dachte darüber nach.
Nach einem heftigen Streit mit Radeeh war des öfteren die Drohung gefallen, dass, wenn er mein Verlobter wäre, mich übers Knie legen würde und ich die nächsten Tage nicht sitzen könne. Sie konnte seinen Ärger verstehen. Sie war schließlich ungerüstet und ohne Wache praktisch ausgerissen, um eine Auseinandersetzung mit ihm aus dem Weg zu schaffen. Das hatte sie nun davon. Einen noch größeren Streit. Dieser endete mit dem Befehl "Du bleibst hier und setzt keinen Fuß auf die Straße, bis ich wieder zurück bin".
Mit Widerwillen hatte sie dem Befehl Folge geleistet und in diese Situation war Abaan hinein geplatzt. Damit sie nicht verraten wurde, erzählte Fareeda direkt von ihrem kleinen Ausflug und die Strafe war... aussergewöhnlich. Neben der Tatsache, dass sie in den Tempel gehen und beten sollte, war die zweite "Strafe", dass sie Radeeh heiraten sollte. Stirnrunzelnd gab sie zu Bedenken, dass er da durchaus noch einige Wörtchen mitzureden hatte, ehe sie sich auf die Rückkehr eben dieses Mannes vorbereitete. Innerlich gewappnet auf weitere laute und harte Worte.
Als sie dann endlich seine Stimme vernahm im Verkaufsraum, entfuhr ihr ein leichtes Seufzen und sie begab sich langsam nach unten. Doch den ganzen Abend hörte sie nur "Später". Irgendwann war sie es leid. Nachdem er lange geschnitzt hatte, Lamas eingefangen wurden und etwas geredet wurde, bat sie ihn nachdrücklich um ein Gespräch. Er ermahnte sie, dass es eine große Gefahr ist ungerüstet umher zu stromern. Abaan schien besondere Antennen für solche Situationen zu haben, weil er just genau in dem Moment auftauchte mit einem besonderen Anliegen.
Nett verpackt und mit viel Honig um den Bart machte er sowohl ihr als auch Radeeh klar, dass sie heiraten sollten und er nun beschlossen hatte, dass sie nun verlobt waren. Viel entgegenzusetzen gab es in dem Moment nicht, da beide sprachlos waren.
Als sie wieder allein waren entfuhr Fareeda nur: "Ab sofort muss ich wohl Kissen in die Hosen stopfen, wenn ich was anstelle." Ein leichtes Schmunzeln war die Antwort.
Der nächste Tag brach an und sie verbrachte ihn damit wieder etwas für ihre Kochkünste zu tun. Eine Unterredung mit Abaan und Radeeh hatte einen Brief hervorgebracht, wonach Fareeda mit allem möglichen zum Kochen ausgestattet werden sollte Eigentlich wollten sie an dem Abend zum Holz hacken gehen, sie und Radeeh. Doch als sie auf Lameriast ankamen, entdeckte Radeeh eine Antwort auf ihr Schreiben in der Bank. Der Plan wurde also kurzfristig geändert und sie fuhren nach Adoran.
Der Bauernhof war schnell gefunden, ebenso wurde der Handel schnell abgewickelt und sie brachten Obst, Gemüse und Mehl zurück nach Menek'Ur.
Als Fareeda alles ordentlich weggepackt hatte begab sie sich wieder in den Verkaufsraum. Fast augenblicklich wurde sie auf ihre unpassende Kleidung hingewiesen von Abaan. Kurz sah sie an sich hinunter. Sie war praktisch gekleidet, Hose und Hemd. Ein Kleid wäre besser, lautete die Erklärung. Kopfschüttelnd sah Fareeda auf und wirkte siegessicher. "Gut, dass du das nicht mehr zu entscheiden hast Abaan." Dieser wendete sich sofort zur Seite zu seinem Bruder. "Radeeh, würdest du deiner Verlobten bitte erklären, welche Kleidung angemessen ist?" Wie nicht anders zu erwarten, stieg Radeeh voll darauf ein und meinte, sie solle Abaan den Gefallen tun. Sie überlegte kurz. Würde es wieder Ärger geben, wenn sie sich weigerte? Das wollte sie auf jeden Fall vermeiden. Brummend und mürrisch zog sie sich zurück um dann einige Minuten später im Kleid vor ihrer Familie zu stehen. "Wartet nur ab... ihr habt nicht gesagt, dass ich immer eins anhaben soll", dachte sie sich noch, ehe sie sich zurück zog.
- Fareeda Bashir
- Beiträge: 24
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Lange Zeit sah sie auf die Wüste hinaus, während die Sonne unterging.
Die kühle Luft der Nacht begann sie zu umgeben. Mit einem kurzen Blick an ihre Seite vergewisserte sie sich, dass sie alles hatte. Die letzten Tage in der Stadt hatten ihr nicht behagt und sie sucht wohl ihr Heil in der Flucht. Sie wollte allem etwas entgehen. Unter der weiten Toga verborgen war ihre Rüstung und an ihrer Seite der Säbel.Sie wusste, dass die ehrenwerte Khaliq zu ihren Eltern gereist war. Fareeda hatte ihr versprochen, sie zu besuchen und dieses Versprechen würde sie auch einlösen.
Langsam erhob sie sich von dem kleinen Tisch in ihrem Haus, auf dem sie einen Zettel liegen ließ, für jene, die sie suchen würden. Gesetz dem Fall, es würde jemand merken, dass sie nicht da war. Es war ja keine Seltenheit, dass sie des Öfteren einen Ausflug machte. In dem schlichten, schmucklosen Pergament standen wenige Worte in ihrer feinen handschrift...
Salam Familie,
ich werde für einige Zeit meinem eigenen Willen folgen und unter Eluives Augen die Wüste durchschreiten. Ich habe der Khaliq Nazeeya versprochen, sie zu besuchen und dieses Versprechen löse ich nun ein.
Macht euch keine Gedanken. So Eluive will, kehre ich gesund wieder.
Fareeda
Sie rollte das Pergament zusammen und versiegelte es mit einem Tropfen Wachs. Leise schloss sie die Tür hinter sich und nahm den nächsten Ausgang aus der Stadt. Ein kühler Windhauch umspielte sie und ohne sich umzublicken zog sie in die Wüste hinaus.
[img]http://www.designnation.de/Media/crop/4/47a259c5bef79,Wueste.jpg[/img]
Die kühle Luft der Nacht begann sie zu umgeben. Mit einem kurzen Blick an ihre Seite vergewisserte sie sich, dass sie alles hatte. Die letzten Tage in der Stadt hatten ihr nicht behagt und sie sucht wohl ihr Heil in der Flucht. Sie wollte allem etwas entgehen. Unter der weiten Toga verborgen war ihre Rüstung und an ihrer Seite der Säbel.Sie wusste, dass die ehrenwerte Khaliq zu ihren Eltern gereist war. Fareeda hatte ihr versprochen, sie zu besuchen und dieses Versprechen würde sie auch einlösen.
Langsam erhob sie sich von dem kleinen Tisch in ihrem Haus, auf dem sie einen Zettel liegen ließ, für jene, die sie suchen würden. Gesetz dem Fall, es würde jemand merken, dass sie nicht da war. Es war ja keine Seltenheit, dass sie des Öfteren einen Ausflug machte. In dem schlichten, schmucklosen Pergament standen wenige Worte in ihrer feinen handschrift...
Salam Familie,
ich werde für einige Zeit meinem eigenen Willen folgen und unter Eluives Augen die Wüste durchschreiten. Ich habe der Khaliq Nazeeya versprochen, sie zu besuchen und dieses Versprechen löse ich nun ein.
Macht euch keine Gedanken. So Eluive will, kehre ich gesund wieder.
Fareeda
Sie rollte das Pergament zusammen und versiegelte es mit einem Tropfen Wachs. Leise schloss sie die Tür hinter sich und nahm den nächsten Ausgang aus der Stadt. Ein kühler Windhauch umspielte sie und ohne sich umzublicken zog sie in die Wüste hinaus.
[img]http://www.designnation.de/Media/crop/4/47a259c5bef79,Wueste.jpg[/img]
- Fareeda Bashir
- Beiträge: 24
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Müde und mit schwerem Herzen lag sie auf dem Teppich in ihrem Haus. Ihre Suche war erfolglos geblieben. Sie wusste, dass es keinen Sinn gehabt hatte, aber sie wollte ihn nicht einfach so verlieren. Nun war es für sie eine bittere Gewissheit. Ganz egal was alle sagten: Sie wusste, dass die Wüste sich einen ihrer Söhne heim geholt hatte. Und dieser Sohn war ihr Bruder gewesen. Tagelang hatte sie die Wüste durchstreift, die kalten Nächte durchwacht. Doch es war alles vergebens. Sie fand ihn nicht. Die Wüste hatte gesiegt. Gezeichnet und betrübt kehrte sie nach Menek'Ur zurück. Der Körper am Ende seiner Kräfte, die Augen mit dunklen Ringen unterlegt Sie verschanzte sich in ihrem Haus, ließ niemand hinein und ging nicht hinaus. Sie konnte nicht glauben, dass er sie einfach so verlassen hatte. Ohne ein Wort des Abschieds. Doch vielleicht wollte er gerade das nicht tun. Er wusste, dass sie versucht hätte ihn aufzuhalten. Dass sie alles daran gesetzt hätte ihn bei sich zu behalten. Deswegen war er einfach verschwunden. Ihr Bruder war fort. Ihr lebenslanger Begleiter und Beschützer.
Immer wieder kamen Erinnerungen hoch. Wie sie als Kinder vor ihrem Haus gespielt hatten, ausgelassen und fröhlich. Diese Zeiten hatten nie geendet. Sie hatten sich auch im Erwachsenenalter immer gerne geneckt und geärgert. Und jetzt sollte alles vorbei sein? Es scheint so. Er wird nicht zurück kehren. Das spürte Fareeda tief in sich und sie wusste es auch. Sie wusste nicht mehr wie oft sie die wachen Nächte auf ihrer Suche mit Beten verbracht hatte. Sie hatte immer zur großen Mutter gebetet, dass sie ihren Bruder doch finden möge am Tage und sie wieder vereint und glücklich zurück kehren könnten. Doch ihre Gebete wurden nicht erhört. Was die Wüste sich einmal genommen hatte, gab sie nicht mehr zurück.
Immer wieder kamen Erinnerungen hoch. Wie sie als Kinder vor ihrem Haus gespielt hatten, ausgelassen und fröhlich. Diese Zeiten hatten nie geendet. Sie hatten sich auch im Erwachsenenalter immer gerne geneckt und geärgert. Und jetzt sollte alles vorbei sein? Es scheint so. Er wird nicht zurück kehren. Das spürte Fareeda tief in sich und sie wusste es auch. Sie wusste nicht mehr wie oft sie die wachen Nächte auf ihrer Suche mit Beten verbracht hatte. Sie hatte immer zur großen Mutter gebetet, dass sie ihren Bruder doch finden möge am Tage und sie wieder vereint und glücklich zurück kehren könnten. Doch ihre Gebete wurden nicht erhört. Was die Wüste sich einmal genommen hatte, gab sie nicht mehr zurück.
- Fareeda Bashir
- Beiträge: 24
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Lange war sie fort gewesen. Sie hatte Abwechslung gebraucht und wollte dem tristen Dasein etwas entfliehen. Sie war so viele Patrouillen gelaufen, dass sie mittlerweile jeden Stein und jeden Grashalm in der Stadt beim Vornamen kannte. Sie war eigenwillig, das wusste sie und bei Eluv', das wussten die Männer ihrer Familie, ganz vorne Radeeh, am besten. Doch niemand hinderte sie an ihrem Tun, an ihrem Stromern, an ihrem wochenlangen Fernbleiben der Heimat. Man ließ sie gewähren, weil man wusste, dass sie immer wieder ihren Weg zurück finden würde in den Schoß der Familie. So auch dieses Mal. Wochenlang war sie der Stadt fern geblieben, vermaß jede Elle der Wüste mit ihren eigenen Füßen und ließ einzelne Nomadendörfer, die Wüste und ihr über alles geliebtes Meer an sich vorüberziehen. Das Meer. Sinnbild ihres Charakters, stürmisch und ruhig, wogend und tosend, unsagbar tief aber auch an manchen Stellen sehr seicht, in der Sonne angenehm warm, im Schatten eisig und kalt. So war das Meer und so war auch sie..
Wie lange sie dort am Wasser genächtigt hatte, wusste Fareeda nicht. Es mögen Tage, aber auch Wochen gewesen sein, in denen sie einfach nur dort saß, das Meer beobachtete, ab und an auf die Jagd ging, und immer wieder zurück kehrte an ihren Platz. Doch irgendwann verabschiedete sie sich von dem Anblick und setzte ihren Weg fort in das Dorf ihrer Geburt. Ihre Eltern freuten sich die Tochter wieder in die Arme zu schließen, ebenso bestürzt waren sie über den Fortgang des Sohnes, doch die Wüste gab Leben und sie nahm es auch. Das wussten alle, die diesen Ort bewohnten. Ihre Mutter machte sich sodann ans Werk ihre geliebte Tochter wieder aufzupäppeln. Abgenommen hatte sie in der Zeit der Wanderung, ihren Körper strapaziert und unsichtbare Grenzen überwunden. Es vergingen abermals Tage und Wochen in denen das Leben in ihren entkräfteten Körper zurück kehrte und sie sich aufsetzte um Briefe zu schreiben. Briefe an die Familie, an die Freundin in ihrem Herzen und an Radeeh.
Geliebte Familie,
lange ist es her, dass ich fortging und mich grämt das schlechte Gewissen keine Nachricht versandt zu haben an euch in dieser Zeit. Doch nun haltt ihr den Beweis in den Händen, dass ich euch nicht vergessen habe. Ich werde bald zurück kehren und meinen Platz in eurer Mitte wieder besetzen. Ich hoffe, dass ihr mir nicht zürnt und mich mit offenen Armen empfangt. Würde ich mit Schelte empfangen werden, würde ich es auch verstehen.
In Liebe

Salam Nazeeya,
es tut mir wahrlich leid mich nicht gemeldet zu haben in den letzten Wochen und Monaten. So hoffe ich aber inständig dass es dir und dem kleinen Aasim gut geht. Ich werde bald zurück kehren und würde mich freuen dich und den Kleinen in meine Arme schließen zu können und zu sagen, dass ich euch vermisst habe.
Mit dem Brief entsende ich Grüße und Umarmungen an euch beide.

Salam Radeeh,
ich weiß nicht ob du wüten wirst oder ob es dich erleichtert von mir zu hören. Ich werde bald zurückkehren nach Menek'Ur und an deine Seite um meiner eluvgegebenen Aufgabe nachzukommen. Doch nicht nur deswegen kehre ich zurück, sondern auch weil es an mir nagt dich nicht zu sehen oder in meine Arme schließen zu können. Du fehlst mir und bald werde ich dir dies auch sagen können, sofern du es hören willst. Doch auch Drachen müssen mal fliegen...
In Liebe

Jeder einzelne Brief wird sorgsam zusammengerollt und versiegelt. Dem Boten der diese überbringt, wird eindeutig klar gemacht, dass sie nur an die dafür vorgesehenen Personen ausgehändigt werden dürfen. Zum Schluss gab sie dem jungen Mann noch Nahrung und Wasser mit auf den Weg und sah ihm nach, bis er am Horizont verschwand. Müde drehte die junge Menekanerin sich wieder zu ihrem Bett um. Mit fliegenden Händen ordnete sie dieses, griff sich ihre Rüstung und ihre Waffe und begab sich auf die Jagd. Bald würde sie wieder heimkehren. Ihr Herz machte einen kleinen Hüpfer bei diesem Gedanken.
Wie lange sie dort am Wasser genächtigt hatte, wusste Fareeda nicht. Es mögen Tage, aber auch Wochen gewesen sein, in denen sie einfach nur dort saß, das Meer beobachtete, ab und an auf die Jagd ging, und immer wieder zurück kehrte an ihren Platz. Doch irgendwann verabschiedete sie sich von dem Anblick und setzte ihren Weg fort in das Dorf ihrer Geburt. Ihre Eltern freuten sich die Tochter wieder in die Arme zu schließen, ebenso bestürzt waren sie über den Fortgang des Sohnes, doch die Wüste gab Leben und sie nahm es auch. Das wussten alle, die diesen Ort bewohnten. Ihre Mutter machte sich sodann ans Werk ihre geliebte Tochter wieder aufzupäppeln. Abgenommen hatte sie in der Zeit der Wanderung, ihren Körper strapaziert und unsichtbare Grenzen überwunden. Es vergingen abermals Tage und Wochen in denen das Leben in ihren entkräfteten Körper zurück kehrte und sie sich aufsetzte um Briefe zu schreiben. Briefe an die Familie, an die Freundin in ihrem Herzen und an Radeeh.
Geliebte Familie,
lange ist es her, dass ich fortging und mich grämt das schlechte Gewissen keine Nachricht versandt zu haben an euch in dieser Zeit. Doch nun haltt ihr den Beweis in den Händen, dass ich euch nicht vergessen habe. Ich werde bald zurück kehren und meinen Platz in eurer Mitte wieder besetzen. Ich hoffe, dass ihr mir nicht zürnt und mich mit offenen Armen empfangt. Würde ich mit Schelte empfangen werden, würde ich es auch verstehen.
In Liebe
Salam Nazeeya,
es tut mir wahrlich leid mich nicht gemeldet zu haben in den letzten Wochen und Monaten. So hoffe ich aber inständig dass es dir und dem kleinen Aasim gut geht. Ich werde bald zurück kehren und würde mich freuen dich und den Kleinen in meine Arme schließen zu können und zu sagen, dass ich euch vermisst habe.
Mit dem Brief entsende ich Grüße und Umarmungen an euch beide.
Salam Radeeh,
ich weiß nicht ob du wüten wirst oder ob es dich erleichtert von mir zu hören. Ich werde bald zurückkehren nach Menek'Ur und an deine Seite um meiner eluvgegebenen Aufgabe nachzukommen. Doch nicht nur deswegen kehre ich zurück, sondern auch weil es an mir nagt dich nicht zu sehen oder in meine Arme schließen zu können. Du fehlst mir und bald werde ich dir dies auch sagen können, sofern du es hören willst. Doch auch Drachen müssen mal fliegen...
In Liebe
Jeder einzelne Brief wird sorgsam zusammengerollt und versiegelt. Dem Boten der diese überbringt, wird eindeutig klar gemacht, dass sie nur an die dafür vorgesehenen Personen ausgehändigt werden dürfen. Zum Schluss gab sie dem jungen Mann noch Nahrung und Wasser mit auf den Weg und sah ihm nach, bis er am Horizont verschwand. Müde drehte die junge Menekanerin sich wieder zu ihrem Bett um. Mit fliegenden Händen ordnete sie dieses, griff sich ihre Rüstung und ihre Waffe und begab sich auf die Jagd. Bald würde sie wieder heimkehren. Ihr Herz machte einen kleinen Hüpfer bei diesem Gedanken.
- Fareeda Bashir
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- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Sie war zurückgekehrt. Wie eigentlich erwartet wurde sie mit offenen Armen wieder in die Familie aufgenommen. Abaan und Tante Zurah waren im Laden gewesen als sie die Stadt wieder erreicht hatte. Abaan versicherte ihr, dass Radeeh sich freuen würde sie wieder zu sehen. Sie selber hatte da jedoch ihre Zweifel und vermutete eher, dass sie die Beine in die Hand nehmen musste bei dem ersten Zusammentreffen, weil er ihr sonst den Hintern gehörig versohlen würde mit allerlei Flüchen, Belehrungen und ähnlichem.
Seufzend breitete sie sich an dem Abend ihrer Heimkehr auf ihrem so lange verwaistem Bett aus. Sie hatte zugenommen in den Wochen bei ihren Eltern und passte nun besser in ihre Kleider und füllte manche wichtige Stellen nun auch aus, mehr als vorher. Sie hoffte, dass Tante Zurah das Werk ihrer Mutter nicht fortführen würde, sonst würde sie irgendwann durch die Straßen Menek'Urs rollen können. Mit einem leidigen Geischtsausdruck stellte Fareeda sich dieses Bild vor ihrem inneren Auge vor. Nein, so sollte es nicht sein. Es wurde Zeit, dass ihr Körper wieder so wurde wie vorher, sonst würde sie zu langsam werden für den Kampf, zu gemächlich.
Grummelnd drehte sich die junge Säbelschwingerin auf die Seite und starrte auf den Vorhang um ihr Bett herum. Morgen würde sie wieder richtig mit den Übungen anfangen um wieder in Form zu kommen. Egal was die anderen dazu sagen würden. Vielleicht würde sie am nächsten Tag auch Radeeh wieder sehen, viel Hoffnung hatte sie jedoch nicht. Er hatte immer viel zu tun als Sekban und mit seiner Arbeit die Pfeile und Bolzen aufzufüllen für die Krieger. Innerlich stellte sie sich auf eine lange Wartezeit ein und seufzte dabei. Doch wer weiß was der nächste Tag bringt.
Kurzerhand erhob sie sich wieder von ihrem Bett und tappste die Treppe hoch. Ihre Schritte lenkten sie in die mittlere Etage ihres Hauses, wo sie durch den Vorhang nach draußen trat und über die Mauern der Stadt auf die Wüste hinaus sehen konnte. Irgendwo vermisste sie die freie Zeit dort draußen, doch sie wusste dass ihr Platz hier war. Sie gehörte hier her zu ihrer Familie und zu ihrem zukünftigen Mann. Vielleicht würde er ihr in ihrer Ehe solche Momente erlauben, wo sie sich absetzen konnte. Zutrauen würde sie es Radeeh, dass er ihr dies erlaubte. Sie hoffte es. Vielleicht würde er auch mal mitkommen auf ihre Streifzüge.
[img]http://static.twoday.net/michaelangelo/images/wueste%20bei%20nacht.jpg[/img]
Fast unbemerkt hatte sich ein Lächeln auf ihre Lippen gestohlen beim Gedanken an ihn und ihr wurde warm ums Herz. Sie wusste, dass dort mehr war als nur Freundschaft und einfache Zuneigung, doch würde sie es wahrscheinlich nie zugeben. Zumindest nicht so lange bis sich dieser stolze Mann dazu durchringen würde, falls es ihm ebenso erging wie ihr.
Immerhin wusste sie, dass er sie nicht hergeben würde. Sie hatte eigentlich scherzen wollen als sie ihn fragte, was er tun würde, wenn jemand anders um sie bitten würde. Seine Antwort war sehr eindeutig. Dieser Jemand würde erst mal 500 Säcke Salz eigenhändig schürfen müssen und 100 Lamas haben. Ein Preis der astronomisch hoch war und den keiner bezahlen würde. Sie war glücklich gewesen, als sie das gehört hatte.
Ihr Blick schweifte ein letztes Mal über die Sanddünen ehe sie wieder kehrt machte und in ihr Schlafzimmer ging.
[img]http://img.fotocommunity.com/photos/1149258.jpg[/img][/img]
Seufzend breitete sie sich an dem Abend ihrer Heimkehr auf ihrem so lange verwaistem Bett aus. Sie hatte zugenommen in den Wochen bei ihren Eltern und passte nun besser in ihre Kleider und füllte manche wichtige Stellen nun auch aus, mehr als vorher. Sie hoffte, dass Tante Zurah das Werk ihrer Mutter nicht fortführen würde, sonst würde sie irgendwann durch die Straßen Menek'Urs rollen können. Mit einem leidigen Geischtsausdruck stellte Fareeda sich dieses Bild vor ihrem inneren Auge vor. Nein, so sollte es nicht sein. Es wurde Zeit, dass ihr Körper wieder so wurde wie vorher, sonst würde sie zu langsam werden für den Kampf, zu gemächlich.
Grummelnd drehte sich die junge Säbelschwingerin auf die Seite und starrte auf den Vorhang um ihr Bett herum. Morgen würde sie wieder richtig mit den Übungen anfangen um wieder in Form zu kommen. Egal was die anderen dazu sagen würden. Vielleicht würde sie am nächsten Tag auch Radeeh wieder sehen, viel Hoffnung hatte sie jedoch nicht. Er hatte immer viel zu tun als Sekban und mit seiner Arbeit die Pfeile und Bolzen aufzufüllen für die Krieger. Innerlich stellte sie sich auf eine lange Wartezeit ein und seufzte dabei. Doch wer weiß was der nächste Tag bringt.
Kurzerhand erhob sie sich wieder von ihrem Bett und tappste die Treppe hoch. Ihre Schritte lenkten sie in die mittlere Etage ihres Hauses, wo sie durch den Vorhang nach draußen trat und über die Mauern der Stadt auf die Wüste hinaus sehen konnte. Irgendwo vermisste sie die freie Zeit dort draußen, doch sie wusste dass ihr Platz hier war. Sie gehörte hier her zu ihrer Familie und zu ihrem zukünftigen Mann. Vielleicht würde er ihr in ihrer Ehe solche Momente erlauben, wo sie sich absetzen konnte. Zutrauen würde sie es Radeeh, dass er ihr dies erlaubte. Sie hoffte es. Vielleicht würde er auch mal mitkommen auf ihre Streifzüge.
[img]http://static.twoday.net/michaelangelo/images/wueste%20bei%20nacht.jpg[/img]
Fast unbemerkt hatte sich ein Lächeln auf ihre Lippen gestohlen beim Gedanken an ihn und ihr wurde warm ums Herz. Sie wusste, dass dort mehr war als nur Freundschaft und einfache Zuneigung, doch würde sie es wahrscheinlich nie zugeben. Zumindest nicht so lange bis sich dieser stolze Mann dazu durchringen würde, falls es ihm ebenso erging wie ihr.
Immerhin wusste sie, dass er sie nicht hergeben würde. Sie hatte eigentlich scherzen wollen als sie ihn fragte, was er tun würde, wenn jemand anders um sie bitten würde. Seine Antwort war sehr eindeutig. Dieser Jemand würde erst mal 500 Säcke Salz eigenhändig schürfen müssen und 100 Lamas haben. Ein Preis der astronomisch hoch war und den keiner bezahlen würde. Sie war glücklich gewesen, als sie das gehört hatte.
Ihr Blick schweifte ein letztes Mal über die Sanddünen ehe sie wieder kehrt machte und in ihr Schlafzimmer ging.
[img]http://img.fotocommunity.com/photos/1149258.jpg[/img][/img]
Zuletzt geändert von Fareeda Bashir am Donnerstag 21. Juli 2011, 21:15, insgesamt 3-mal geändert.
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Fareeda
Wenn sie in den Spiegel sah, zweifelte sie mittlerweile ob sie es noch war die dort stand. Seit ihrer Ankunft in Menek'ur vor langer Zeit hatte sie sich verändert. Stark verändert. Damals war sie noch gewillt gewesen, den Männern Paroli zu bieten und hatte sich wenig sagen lassen. Die junge Säblerin hatte ihren eigenen Kopf gehabt und bei Eluv'...das hat oft genug für Ärger gesorgt. Die Hosendiskussionen, das Schimpfen und Tadeln ihrer Art und Weise Dinge zu sagen und zu tun, ihre Einstellung zu den typischen „Frauenarbeiten“. Sie hatte sich vieles angewöhnt in ihrer Ausbildung vor der Zeit in der Stadt und sie hatte einiges einstecken müssen. Als einzige Frau unter Männern wurde man nicht zwangsweise auf Händen getragen, vor allem nicht in diesem Beruf. So ertrug sie Sticheleien, Anfeindungen und die teils sehr bissigen Kommentare der traditionell eingestellten Männer. Eine Frau hatte in deren Augen in diesem Beruf nichts zu suchen. Sie erinnerte sich, dass sie in der Anfangszeit viel geweint hatte und drauf und dran war einen anderen Weg zu gehen, als den des Kriegers. Das wäre im Sinne aller Beteiligten gewesen, doch sie selbst wusste, dass sie damit kreuzunglücklich geworden wäre.
Nun stand Fareeda in ihrem Haus, fernab von dieser Zeit und betrachtete sich im Spiegel. Sie war anders geworden. Sie trug Kleider, hielt sich zurück was ihre Meinung betraf und hatte sogar leidlich kochen gelernt und warum das alles? Für einen Mann. Sie hatte ihm das Versprechen gegeben, sich so zu verhalten, wie es angemessen ist und das tat sie ihm zuliebe. Niemand anders hätte sie wohl dazu bewegen können. Sie hatte lange gebraucht um sich das einzugestehen und sie hatte auch lange gebraucht um zu erkennen, dass da mehr als nur Freundschaft war. Etwas, dass über das bloße „gern haben“ und „mögen“ hinausging. Innerlich zerrissen und gequält suchte sie immer wieder seine Nähe, doch konnte sie ihm davon kein Wort sagen. Sie versuchte es ihm durch Gesten, durch Taten zu zeigen, Berührungen und zweisame Stunden. Doch nie kam das Gespräch darauf. Das Bedürfnis, es endlich los zu werden, wurde immer größer und quälender mit jeder Minute, die sie ihn um sich hatte. Fareeda wusste dass er sie gern hatte und sie wusste auch, dass er kein gefühlsduseliger Mann war, ganz im Gegenteil. Unruhe war in ihr als sie alleine beisammen saßen, als sie seinen Arm um sich spürte und die Nähe. Sie setzt an, öffnete den Mund, aber nichts kam heraus. Sein Blick ruhte auf ihr. Seine Worte sollten ihr Mut machen zu sagen, was sie dachte. Sie sah ihn an und gestand. Sie legte ihm ihre Gefühle für ihn dar, die Liebe die sich nach und nach entwickelt hatte. Seine Worte schienen sie innerlich gefrieren zu lassen. „Ich mag dich auch sehr gerne.“ Mögen... nicht lieben. Sie lächelte nur, so wie sie es oft tat und verschloss den stechenden Schmerz in sich. Was anderes als dies konnte sie wahrscheinlich nicht erwarten von ihm. Mehr als ein „mögen“. Sie musste es annehmen. So wie viele andere Dinge auch.
Ihre Unruhe zog sie immer wieder hinaus, nur nicht zu viel darüber nachdenken. Sie hatte das Weinen verlernt nach Siraajs Fortgang und schämte sich dafür, dass ihr nun doch immer wieder die Feuchtigkeit in die Augen stieg, wenn sie an den Moment dachte und an die Worte, die wie ein zweischneidiges Schwert über ihr hingen. „Ich mag dich auch sehr gerne“. Die Worte wollten einfach nicht aus ihrem Kopf und je länger sie darüber nachdachte, desto trauriger machten diese sie.Sie musste versuchen sich abzulenken irgendwie. So streifte sie immer wieder umher in der Stadt und außerhalb.
[img]http://www.ornauer.at/lebensfreude-blog/wp-content/uploads/2009/04/herz_gebrochen.jpg[/img]
Nun stand Fareeda in ihrem Haus, fernab von dieser Zeit und betrachtete sich im Spiegel. Sie war anders geworden. Sie trug Kleider, hielt sich zurück was ihre Meinung betraf und hatte sogar leidlich kochen gelernt und warum das alles? Für einen Mann. Sie hatte ihm das Versprechen gegeben, sich so zu verhalten, wie es angemessen ist und das tat sie ihm zuliebe. Niemand anders hätte sie wohl dazu bewegen können. Sie hatte lange gebraucht um sich das einzugestehen und sie hatte auch lange gebraucht um zu erkennen, dass da mehr als nur Freundschaft war. Etwas, dass über das bloße „gern haben“ und „mögen“ hinausging. Innerlich zerrissen und gequält suchte sie immer wieder seine Nähe, doch konnte sie ihm davon kein Wort sagen. Sie versuchte es ihm durch Gesten, durch Taten zu zeigen, Berührungen und zweisame Stunden. Doch nie kam das Gespräch darauf. Das Bedürfnis, es endlich los zu werden, wurde immer größer und quälender mit jeder Minute, die sie ihn um sich hatte. Fareeda wusste dass er sie gern hatte und sie wusste auch, dass er kein gefühlsduseliger Mann war, ganz im Gegenteil. Unruhe war in ihr als sie alleine beisammen saßen, als sie seinen Arm um sich spürte und die Nähe. Sie setzt an, öffnete den Mund, aber nichts kam heraus. Sein Blick ruhte auf ihr. Seine Worte sollten ihr Mut machen zu sagen, was sie dachte. Sie sah ihn an und gestand. Sie legte ihm ihre Gefühle für ihn dar, die Liebe die sich nach und nach entwickelt hatte. Seine Worte schienen sie innerlich gefrieren zu lassen. „Ich mag dich auch sehr gerne.“ Mögen... nicht lieben. Sie lächelte nur, so wie sie es oft tat und verschloss den stechenden Schmerz in sich. Was anderes als dies konnte sie wahrscheinlich nicht erwarten von ihm. Mehr als ein „mögen“. Sie musste es annehmen. So wie viele andere Dinge auch.
Ihre Unruhe zog sie immer wieder hinaus, nur nicht zu viel darüber nachdenken. Sie hatte das Weinen verlernt nach Siraajs Fortgang und schämte sich dafür, dass ihr nun doch immer wieder die Feuchtigkeit in die Augen stieg, wenn sie an den Moment dachte und an die Worte, die wie ein zweischneidiges Schwert über ihr hingen. „Ich mag dich auch sehr gerne“. Die Worte wollten einfach nicht aus ihrem Kopf und je länger sie darüber nachdachte, desto trauriger machten diese sie.Sie musste versuchen sich abzulenken irgendwie. So streifte sie immer wieder umher in der Stadt und außerhalb.
[img]http://www.ornauer.at/lebensfreude-blog/wp-content/uploads/2009/04/herz_gebrochen.jpg[/img]