Was ist das Leben heute noch wert?

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Malachai Schwarzmourne
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Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04

Was ist das Leben heute noch wert?

Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Im Schatten des nahen Waldstückes blickte er herüber zur dunklen Siedlung im alatarischen Reich. Die Kaputze weit über das Gesicht gezogen, wirkte die Stelle, wo das Gesicht sein sollte, wie ewig währende Lehre.
Nur noch der letzte Dampf der gelöschten Stellen, die herumliegenden Brocken des Gesteins und Trümmer des einstigen Stadttores, zeugten von der Schlacht, die vor wenigen Tagen hier stattgefunden hatte.
Menschen standen dort, hoben gemeinsam Trümmer an, bergten Leichten unter den riesigen Kolossen.
Personen schrien leicht auf, als Sie ihre Vermissten gefunden hatten und die Erkenntnis wie Gewissheit ihrer unruhigen Seele frieden schenken sollte...die Plage durch die Erfahrung und den Anblick des Todes aus ihrem Geiste verbannt und nun durch Trauer ersetzt.
Warum taten Menschen sich das an?
Für Glauben und falschen Idealen, die Kriege heraufbeschwören.
Ein jeder ist der Feind. Die andere Seite ist es, die vernichtet werden muss...unter falschen Tatsachen, es würde dann Frieden geben.
Doch es braucht den Krieg, um das Wort Frieden definieren zu können.
Es brauchte den Tot, um das Leben schätzen zu lernen.
Es musste immer 2 Seiten geben...
aus Licht wächst Schatten...
aus Trauer entspringt Hoffnung...
aus Wut gedeiht Rache.
Wer als erstes zuschlägt, wird als zweites sterben. Es ist der natürliche Lauf des menschlichen Wesens...so destruktiv und zerstörerisch zu wirken.
Was sollte man aus Metallen anfangen, wenn nicht Waffen schmieden? Was soll man mit Waffen anfangen, wenn nicht töten? Wen sollte man töten, wenn nicht den Feind? Wer ist der Feind, wenn nicht der, der anders denkt?
Sicher, was könne die Gestalt schon darüber sagen. Er war keinen Deut besser...er redete sich so oft ein, das richtige zu tun. Er log sich selber vor, das der Tot ein MUSS ist, um die zu beschützen, die er liebte.
So viel Blut klebte an seinen Händen, soviel Leid befleckt seine Seele.
Für ihn gab es keine Hoffnungen mehr. Er war seit jeher ein Ausgestossener des Lebens, jemand, der mit erhobener Faust gen der angeblichen Götter blickte. Der die Fäden ihrer Marrionettenbügel von seinem Körper entriss und in die Freiheit lief.
Doch eben jene Freiheit sah so düster aus. Er lebte in einem Gleichgewicht, er akzeptierte immer, dass es dieses geben muss, dass keiner alleine die Macht besitzen darf.
Doch er fragte sich nie, wer sein Gegenpart war. Er hatte seinen Feind, ja, doch er sah nie, dass es diesen nur wegem ihm geben muss. Dass er es ist, der ihn zu dem macht, was er eigentlich darstellt.
Wer als erstes zuschlägt...stirbt als zweites...und wieder halten die Worte durch seinen Kopf. So einfach...doch so wahr.
Er hebte den Kopf, beobachte Sie aus der Ferne. Wenn ER stirbt, wird ER der nächste sein.
Keiner kann Leben, wenn der andere nicht überlebt. Sie waren verbunden, auf ewig. So oft er kämpfte, so kam sein Feind immer wieder. Und es war klar warum: Sie waren von der selben Person geschaffen, Sie verband seit Kindesalter der selbe Weg...doch er war zu eng, um ihn gemeinsam zu bestreiten. Die Ideale weichen der Vernunft. Es muss 2 Mächte geben, um ein Gleichgewicht zu wahren. Eine Waage ist nur gerade, wenn beide Seiten gleich befüllt sind...egal ob 1 zu 1...oder 0 zu 0.
Während man den Kollateralschaden der Kriege für das Gleichgewicht akzeptierte, wollte die andere Seite die komplette Vernichtung.
Der Dreck einfach hinfort gefegt aus diesen Reichen, für ein reines Land.
So sage mir, weiser Mann, wie man das Bestreben nach Sicherheit erreichen sollte?
Wenn die Gefahr nur existiert, weil man selber existiert...so ist man dann nicht die eigentliche Gefahr?
Und wenn man die Gefahr bekämpft...muss man sich dann nicht selber bekämpfen?
Er seufzte sacht, als es leicht zu donnern began und langsam einige Regentropfen den Boden berühren, mehr und mehr werdend, bis die Geräusche der nahen Stadt durch das prasseln und plätschern des Gewitters unterdrückt wird.
Klares, reines Wasser. Unbefleckt auf dieser Erde, sieht er, wie sich langsam daraus Schlamm bildet. Dreckig und unrein.
Seine Gedanken schweifen hinab, weit im Osten Gerimors...an den Hof, an welchem eine wunderschöne Frau gerade die Pferde von der Koppel in den, von regen beschützten Stahl hineinbringt. Ein kleiner Junge, der lachend sich im Kreis dreht, als die ersten kühlen Tropfen seine Nase streifen und an das weinen eines Säuglings aus dem Haus, das vom lauten Donner aufgeweckt wurde und nun hungrig nach ihrer Mama schreit.
Ein Bruder, der zufällig vorbei kam, ein freundlicher Familienbesuch, eine herzhafte Umarmung, ein lachender, frecher Junge und stolze Augen eines stolzen Onkels.
Ein friedliches, bürgerliches Bild. Selbst die Götter könnten diesem doch kein Leid wünschen.
Und dennoch, brandmarkt das Gleichgewicht im ewigen Kampfe eine jede Seele, mag Sie, von Alpträumen geplagt, aufschrecken in der dunkelsten Nacht, schweißgebaded nach einem Erkennungszeichen für die Erkenntnis suchend, wo sie waren.
Er wird Alt...die glorreichen Tage sind vorbei. Der Schattenlord ist vergänglich wie eine Blume. Die Dornen fallen ab, der Glanz scheidet dahin.
Vorbei die Abenteuer, wo man mit anderen in dunkle Wege hinabstieg und das böse bekämpfte.
Vorbei die Zeit, wo man in glänzender Rüstung gen des Feindes schritt.
Vergangen...als man für Ideale kämpfte.
Doch geschändet das eigene Innere.
Er zog soviele in seinen Bann, obwohl er es nie wollte. Er verfluchte seine Liebsten, ohne etwas dagegen machen zu können.
Und er akzeptierte ihre Entscheidungen, dass es ihr Wille sei, bei ihm zu bleiben.
Und dennoch, war er nie aufrichtig zu ihnen. Das Ende naht für jeden...und es kann nicht nur einen geben.
Lege die Dinge aus den Wagschalen und sehe, wie das Gleichgewicht durch das Nichts bewahrt bleibt.
Er wird in seinem Leben immer nur noch einmal kämpfen müssen, solange, bis er seinen letzten Schritt im Diesseits erkennt und das Gleichgewicht aufrecht erhält. Solange...bis er die andere Seite des Spiegels zerstört und somit sich in Scherben auf den Boden prasselnd sieht, wie der Regen, der ihn umhüllt.
Der Feind wird kommen, sie werden sich stellen, wieder...aber diesesmal ist es das Ende, denn Malachai, wusste, wie er ihn besiegen könnte.
Das Schicksal mag bestimmen, wann dies geschehen wird...doch wenn der Moment gekommen ist, wird er lächeln. Wissend, Menschen trauern um ihn, wissend, wenn es ein Reich danach gibt, werden Menschen auf ihn warten und ihn für seine Taten richtend...und wissend, dass Frieden herschen wird in der kleinen, eigenen Welt, welche seine Liebsten bewohnten.
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