Eltern??!?

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Erinya Erlias

Eltern??!?

Beitrag von Erinya Erlias »

Zärtlich streichelte sie Aldred über den Kopf, die Augen geschlossen, lauschte sie seinen Erzählungen über seine Familie. Sie stellte sich das alles sehr harmonisch vor. Sich liebende Eltern, ein älterer Bruder und eine jüngere Schwester. Seine Mutter musste nicht arbeiten, kümmerte sich anscheinend Aldreds Vater so gut um sie, dass sie sich ihrem Haus und den Kindern und Enkelkindern widmen konnte. Ein herrliches Leben....

„Wir könnten sie auch besuchen fahren!“ vernahm sie die Worte und auf einmal zerplatzte ihre wunderschöne Seifenblase. „Was? Deine Eltern....“ stotterte sie noch, ehe sie sich dann vollkommen von ihm zurückzog und ihren Gedanken nachhing.

Seine Familie.... sein Vater.... seine Mutter!! Er hatte noch nie eine Frau nach hause gebracht, sie würde die erste sein. Doch was ist, wenn seine Eltern sie nicht leiden konnten? Oder wenn es ihr dort zu gut gefallen würde.... Wenn... wenn... wenn....

Sie konnte dann ihre aufsteigende Nervosität doch bekämpfen und legte ihren Kopf neben den seinen. So friedlich, so ausgeglichen... es schien alles perfekt zu laufen. Der Gedanke an ein kleines Häuschen, einen netten Gemüsegarten, vielleicht an Heirat und Kinder schien ihr nicht mehr so fremd. Wahrlich wurde sie in den letzten Tagen sehr viel ruhiger und friedlicher. Ihr Gemüt nicht mehr so schnell erhitzt, und jede einzelne Minute mit ihrem Liebsten genoss
sie in vollen Zügen. Wer weiß schon was die Zukunft alles brachte...
Aldred Ravenor

Beitrag von Aldred Ravenor »

Als er die „normale“ Familie erwähnte, zuckte sie sichtlich zusammen.......... und er merkte erst so richtig, dass er nicht nur ins Plaudern, sondern regelrecht ins Schwärmen geraten war. Seine Kindheit, seine Jugend............ die Nostalgie hatte ihn einfach überkommen.

Liebevoll strich er Ihr übers Haar. Und erst als er die Worte aussprach, wurde ihm so richtig bewusst, was da über seine Lippen gekommen war. Erinya...... seinen Eltern vorstellen...... noch nie hatte er eine Frau mitgebracht. Aber es fühlte sich einfach richtig mit Ihr an. Erst vor kurzem.....


Er wartete schon seit Ewigkeiten vor der Tür der Schneiderin in Varuna......... wo war sie nur? Sollte nicht am helllichten Tage jemand in dem Laden sein? Tja, und da stand vor ihm auf einmal diese Frau..... lächelte ihn an.......zwinkerte ihm zu......... und amüsierte sich lautstark darüber, dass er Nachthemden erstehen wollte..... . So recht wusste er nicht, was er von der Dame halten sollte, doch waren seine Gedanken auch schon wieder bei seiner Liebsten und was sie wohl für ein Gesicht machen würde, wenn er sie mit dem Geschenk überraschte.

Es waren ein oder zwei Tage vergangen seitdem, da ritt sie ihn fast über den Haufen. Und wieder war es die Fremde aus dem Schneiderladen. Wie sich später herausstellen sollte, war ihr Name Samantha. Samantha Silbermond.
Und eine spitze Zunge nannte sie ihr eigen, doch bereitete es Aldred sichtlich Spaß, sich mit ihr zu messen und nachdem sie eine Weile gegen einander gewettert hatten, lud er sie sogar auf eine Karaffe Wein ins örtliche Wirtshaus ein. Auch dort war sie gut bei der Sache und als das Gespräch auf Erinya schwenkte.......... er nannte sie ganz offen seine Gefährtin, stellte fest, wie wenig ihn andere Frauen interessierten, blieb mit seinen Gedanken regelrecht bei seiner Wildkatze hängen und malte sich aus, wie ihr Wiedersehen wohl ausfallen würde.......

So bekam er auch kaum mit, wie Samantha ein Glas nach dem anderen leerte, und schaute sie verdutzt und auch etwas betrübt an, als sie sich schwankend erhob und in der Dunkelheit verschwand. Nun musste er alleine die Zeit totschlagen, die noch vergehen würde, bis er Erinya wieder in den Armen hielt. Seufzend erhob er sich und schlug den Weg Richtung Gasthaus ein...... ihr kleines Zimmer......... ihr Zuhause....... wie lange würde es noch dauern, bis sie sich zu ihm ins Bett kuschelte........ er hoffte sehr, dass er aufwachen würde......

Seinen Eltern vorstellen......... ja, das war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung..... es offiziell machen......... Erinya.......... und er fragte sich, wie weit ihn das ganze noch führen würde. Wie weit ihn diese Frau noch führen würde.......
Erinya Erlias

Beitrag von Erinya Erlias »

Erschöpft öffnete sie möglichst leise die Türe zum Gasthaus. Die Nacht war schon weit vorangeschritten und die meisten Bewohner waren schon im Tiefschlaf. Behutsam und möglichst leise öffnete sie die Türe zu ihrem Zimmer. Nur der Mond spendete ein spärliches Licht. Die Rüstung und die Waffe sehr sachte in die Ecke gelegt, wandte sie sich dem Bett zu. Ruhig und gleichmäßig gingen seine Atemzüge, und als sie ihn so betrachtete schlug ihr das Herz bis zum Hals. War das Liebe? Verliebt sein?

Das Kleid glitt an ihren Schultern hinab, und langsam hob sie die Bettdecke, um ihrem Liebsten endlich wieder nahe sein zu können. Warm und weich war sein Körper, als sie ihren an seinen kuschelte. Obwohl sie ihn nicht in seinem Träumen stören wollte, hauchte sie ihm zärtlich einen Kuss auf die Lippen, flammte doch die leise Hoffnung auf, er würde doch vielleicht die Augen öffnen und ihr jene Nähe geben, die sie so schmerzlich vermisst hatte....
Aldred Ravenor

Beitrag von Aldred Ravenor »

Er stand an der Reling, die frische Seeluft fuhr ihm durch die Haare und die Gischt, die ganz fein an Bord sprühte, legte sich salzig auf seine Haut. Besonders merkte Aldred das, als er mit seiner Zunge über die Lippen fuhr........salzig. Tief atmete er ein und aus und blickte in die untergehende Sonne. Drei Tage noch........... drei Tage und das Schiff würde in den Hafen einlaufen, drei Tage und er würde seinen Eltern gegenüber stehen....... und er hatte ihnen etwas ganz besonderes mitgebracht.

Seine Gedanken wanderten zu seiner Gefährtin, die in diesem Moment einige Schritt unter ihm in ihrer Koje lag und schlummerte. Erst war er etwas skeptisch gewesen........ 6 Tage auf See, zusammengepfercht auf dieser Nussschale, jede Minute würden sie zusammen verbringen, kaum eine Möglichkeit gab es, etwas Zeit für sich zu haben..... und doch hatte das sicherlich auch seinen Reiz........ ein Grinsen breitete sich langsam auf seinen Zügen aus.

Tatsächlich waren sie die vergangenen drei Tage kaum aus ihrer Kajüte herausgekommen......... konnten nicht aufhören, sich auch beim Essen mit dem Kapitän ständig zu necken, bevor sie meist kichernd und Hand in Hand wieder hinter ihrer Tür verschwanden. Die See sah sowieso jeden Tag gleich aus........
Da nahm es er auch in Kauf, dass die Mannschaft die Köpfe zusammensteckte und dümmlich grinste, sobald sie vorbeigingen.

Nie zuvor hatte er so viel von Ihr gehabt und trotzdem konnte er einfach nicht genug bekommen. Als er leise Schritte hinter sich hörte, stieg eine Ahnung in ihm hoch, die die zwei schlanken Arme dann auch bestätigten, als sie sich von hinten um seine Taille schlangen. Ihr Kopf schmiegte sich an seinen Rücken und ganz deutlich stieg ihm der Duft ihrer Haare in die Nase. Langsam drehte er sich um und blickte in ihre leuchtenden Augen. Der Wind spielte mit ihren dunklen Haaren und zärtlich strich er ihr mit den Fingerspitzen die Wange entlang. Seine Liebste drängte sich an ihn und ihre Lippen verschmolzen ein weiteres mal zu einem sanften Kuss........

Schlagartig war er wach und flink griffen seine Sinne aus, als die Realität auf ihn einstürzte. Doch nur den Bruchteil einer Sekunde waren sie geschärft und angespannt, bevor es ihn warm durchflutete und er – die Augen noch immer geschlossen – seine rechte Hand auf ihren Schopf legte, um mit sanftem Druck ihre Lippen auf den seinen zu halten........ Erinya..... ein leiser Seufzer entfuhr ihm.
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