Die Jahresbilanz
Schon Tage saß Tristan vor seinem Haus und starrte es nur abwartend an, auf den einen Geistesblitz wartend der ihm eine Verwendung erschienen lassen könnte, vergebens. Zu aller erst galt es aber mit der Vergangenheit abzuschließen, auszumisten, das Schwache und verblichene auszuklopfen.
Angefangen hat es schon beim Hausschild welches mit einem Ast und etwas Teer zur Unlesbarkeit verkrüppelt wurde, dann wurde das Ladenschild vom Haus gerissen bis er sich dem Inneren widmete.
Achtlos und mit rauer Kraft riss Tristan die Vorhänge im ersten Stockwerk des Hauses nieder und schleifte sie in den Keller. Er warf sie in den Kamin und das Feuer fraß sie gierig. Danach zerschlug er die Patientenbetten mit einer Kriegsaxt und verbrannte auch diese Stückweise, getrieben von einem Drang der ihm bisher fremd war.
Während sich das Kaminfeuer durch die Bettstücke fraß schritt Tristan mit der Axt nur die Treppen hoch und blicke sich um.
Die Kohlenpfannen waren noch da, störten jedoch nicht. Die Liege wurde einfach umgedreht und die Beine abgebrochen, auf sie stellte er dann eine alte Kommode. Das Problem war gelöst.
Nun kam es zu der Königsdisziplin im oberen Stockwerk wo sich noch das Labor von Selene befand. Achtlos strich er alles was auf den Tischen stand mit dem Arm herab und lies es scheppernd in eine Kiste fallen. Diese schob er einfach mit einem Fuß rau in eine Ecke des Raumes.
Auch die etlichen intakten Fläschchen und alles was sich in den Regalen befand folgte diesem Ruf und landete in der Kiste. Nur Bücher nicht, da stand leider Tristans Moral im Weg.
Als nun wirklich alle Spuren seiner Vergangenheit beseitigt waren wollte Tristan mit einem Selbstgefälligen Grinsen das Haus verlassen, doch da stach es ihm ins Auge. Das Portrait von Selene.
Der Recke zögerte nicht lang und nahm die Axt zur Hand, schritt langsam darauf zu in Begierde es zu vernichten. Vor der Abbildung blieb er stehen und hob die Axt an...
"Scheiße.", knurrte er nur als es ihm nicht gelang,"Da hau ich ja nur einen Riss in die Wand...", redete er sich ein und drehte das Portrait einfach nur um. Auf seine Rückseite klebte er mit etwas Leim unsauber eine alte Landkarte und rieb sich die Hände.
Aber er war zufrieden. Alles war weg, alles was ihn hätte an seine Vergangenheit erinnern können, weg. Nun galt es nach erledigter Arbeit die Jahresbilanz zu ziehen. Dafür ließ er sich an seinem Schreibpult nieder und legte ein Stück Pergamentpapier auf die Platte, nahm einen Kohlestift zur Hand und schrieb einige Worte hinauf.
Gruppierungen die ihn Vergessen hatten und welche auch er nun vergessen konnte Strich er vollkommen durch, jene die ihn Vergessen hatten, welchen er sich jedoch noch verpflichtet fühlte unterstrich er nur.
Und die die sich um ihn wirklich kümmerten umkreiste er.
Ähnlich verfuhr er in Zweitem Akt der Selbstbetrachtung.
Alles worauf er sich nicht mehr verlassen konnte wurde durchgestrichen, Unsicherheiten unterstrichen und alles worauf der Vertrauen konnte eingekreist. Am Ende hatte er Drei Zettel zur Hand. Einen der sich auf andere Bezog, einen der sich auf ihn Bezog und einen der alles zusammenfasste, letzterer war nun das Ergebnis seines Weges zur Selbstfindung nach dem Angriff des Feuergeistes, es entstand eine Art Hierarchie und ein Fazit auf letzerem.
[img]http://666kb.com/i/bsv9qnv1zlpid86xp.jpg[/img] [img]http://666kb.com/i/bsv9p6tgprymru2al.jpg[/img][img]http://666kb.com/i/bsv9tf3ij41ie5jx9.jpg[/img]
Nach einem Haufen Geschmier erkannte er dann das Ergebnis seiner Selbstfindung. Er wusste wer er war, wusste woran er halten konnte.
Und zwar an die Pflicht gegenüber den Hexen. Auch wenn er oft vergessen wurde und nicht einmal einen Schlüssel zum Hain hatte, obgleich Majalin ihm sagte es wäre auch sein Heim, wusste er das es seine Pflicht als Behüter war bei den Hexen zu bleiben. An Eluive erhob er nie Zweifel, doch etwas Unerwartetes fand sich auf dem letzten Stück Papier: Vanya.
Tatsächlich war es dieses Weib das ihm das Leben so erschwert hat.
Und doch wurde sie als Menschliches Wesen, nicht als Hexe, mitunter an die Spitze seiner Hierarchie gestellt. Dieses Weibsbild was er nun doch schriftlich erwähnte. Sie war weder eine "andere" noch "Er", aber mittlerweile ein Teil von ihm, seine Schwester.
Auch wenn alte Freunde ihn vergessen haben, einige andere Hexen ebenfalls, auch wenn er so gut wie nie auf Feste geladen wird und die Thyren nur noch ein Volk in der Ferne sind: Sie war und bleibt da.
In einer Oberflächlichen Betrachtung hat er im letzten Jahreslauf vieles verloren, jedoch auch einiges Gewonnen woran er sich halten kann, worauf er vertrauen kann. Und das alleine lies die Jahresbilanz positiv dastehen.
Nun galt es nur noch die Geschäftspläne für das kommende Jahr zu schreiben.
Oder auch anders formuliert: Die Frage "Wohin willst du gehen?" zu beantworten...
Wohin willst du gehen?
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Tristan Wulfram
Wohin willst du gehen?
Zuletzt geändert von Tristan Wulfram am Samstag 23. April 2011, 22:40, insgesamt 4-mal geändert.
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Tristan Wulfram
Der Neujahresplan
Es war früh am Morgen als Tristan mit einem gähnen den Tag begann und sein Haupt vom Tische hob.
Ein kurzer Blick um sich offenbarte dem Behüter das er wieder am Schreibpult eingeschlafen sein muss, erneut.
Doch verspürte er keinen Schmerz. Nur eine Gemütlichkeit die ihn daran hinderte sich zu erheben als die Sonnenstrahlen über seinen Nacken strichen und doch wusste er, dass er allzu bald aufstehen müsste, auch wenn er die ganze Nacht am Schreibpult saß.
Der Neujahresplan musste vorbereitet werden, denn die Jahresbilanz war durchaus positiv, die Stärke die er durch die Bruderschaft zu Vanya gewann sowie durch die Freundschaft zu Diego konnte nun für neues verwendet werden. Diego war ohnehin für Tristan wie Aram, ständig geriet er in Ärger und zog Tristan auch gleich mit hinein. Aber das störte ihn keinesfalls. Er mochte es sich den Problemen seiner Mitmenschen anzunehmen, auch wenn ihm daraufhin mit der Annagelung an die Palisaden Bajards gedroht wird.
Doch wirklich Sorge darum trug er nicht und so überlegte der Behüter was er wohl in der Zukunft machen wird.
Das erste was ihm auffiel als er über das Papier strich war der Geruch von Thyrischer Wurst und einige Fettflecken auf dem Papier.
Am Vorabend hatte ihn Lucien nach der Jagd zu sich und Majalin zum Essen eingeladen und es gab Thyrisches Essen, da war es nicht von Langer dauer bis Tristan sich an sein Ziel erinnerte. "Den Hintern hochbekommen", sagte Lucien am Vorabend zu ihm.
Und wohl eben weil er eine Zeit lang seinen Hintern nicht hochbekam haben die Thyren ihn einfach vergessen und nicht zum Fest geladen. Etwas Gram nagte an ihm und doch wusste Tristan das er ihnen nicht den Rücken zukehren konnte, zu viel Zeit verbrachte er mit ihnen, zu oft haben sie ihm Geholfen. Vor allem Kanubio welcher ihn schon zu Zeiten des Selbstzweifelns zur Seite stand, als Tristan noch jung und bei der Wehr war. Ein ironisches Grinsen zog sich über seine Lippen als er sich spontan an den Abend erinnerte an dem er Mandred und Diego zur Waffe eilte und von zwei Adoranern für Kanubio gehalten wurde.
Und all dies waren Taten die vergingen, nur der Nachhall, die Wut des Blauen blieb erhalten.
Doch darum machte sich Tristan nun kaum Gedanken, viel eher darum wieder ein Band zwischen sich und dem Thyrenvolk zu knüpfen.
Zu aller erst würde er Kanubio wohl unter dem Vorwand aufsuchen ihm Informationen über den Mistwerfenden Ork geben zu wollen. Selbstverständlich würde er dem Thyren nicht zu viel sagen, denn insgeheim war Tristan ja bewusst wer dieser Ork war.
Danach würde er sich öfters blicken lassen aus den verschiedensten Gründen,"Präsenz zeigen hat Relevanz!", sagte er sich immer wieder.
Mit einem ächzen erhob er sich und schritt über den dunklen Holzboden durch den Raum, nahm sich einen Zinnbecher gefüllt mit Wasser, lies sich wieder am Tische nieder und lies einige prägende Ereignisse die geschehen waren vor seinen Augen Revue passieren.
"Ich dachte das wärst du nur für Selene". Als er sich an diese Worte erinnerte verfinsterte sich seine Miene augenblicklich und er schloss die Augen. Hatte Cara ihn wirklich als Behüter verstoßen? War er nicht der Behüter aller Hexen wie Majalin sagte? Oder war dies sein Wunschdenken?
Vielleicht hatte er ja auch eines Tages etwas Falsches gesagt und ist deshalb in Ungnade gefallen? Es war ihm nicht bekannt und doch musste er sich dem in Zukunft wieder annehmen, das Vertrauen eines Menschen zu verlieren ist wie einen Teil seiner selbst zu lassen.
Und dann war da noch Lucien der den Stein ins Rollen brachte. Tatsächlich hieß er mittlerweile nur noch Lucien. Die Kosenamen die Tristan ihm gerne an den Kopf warf wie "Lucy", "Lutz" oder "Schneeflocke" verfielen mit der Zeit. Letzteren bekam Lucien natürlich nie mit, denn dieser war nicht für seine Ohren bestimmt und hätte Tristan wohl einen Tritt in den Hintern eingebracht.
Doch schien es so als hätte dieser "Gaukler", so wie er sich nannte, Tristan zum Nach und insbesondere Umdenken gebracht. Ob die Mühe die sich der blondschöpfige Krieger nun geben sollte Früchte tragen würde steht in den Sternen, doch ein Dank wäre von Bedarf und sicher nicht von verkehrter Natur.
Tristan furchte die Stirn und überlegte wen er noch vergessen habe, wen er aus den Augen verlor und so ging er vor sich die verschiedenen Gruppierungen und Bunde durch bis er zum Schluss bei Hanna und den Druiden blieb. Tatsächlich hatte Tristan beide seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen und gehört, nur Medren streunte manchmal hastig und zielstrebig durch Bajard. Und doch fragte er sich was mit Diomedes und den anderen wohl geschehen war oder ob sie nur wieder im Hain sitzen.
Über Hanna zerbrach er sich weniger den Kopf, denn sie sah er an dem Abend als Thorgrimm die geniale Idee bekam dass er unbedingt jetzt einen Podest für seinen Pokal haben müsste. Dummerweise wollte der Zwerg tatsächlich einen Podest von den Thyren und fuchtelte beinahe mit der Axt herum als der Behüter ihm sagen wollte, dass so ein Podest nun mal Zeit braucht.
Noch dümmerer weise aber hat sich Tristan nach Wulfgard schicken lassen und traf genau dann an als die kleine Gruppe der Privilegierten, mitunter auch Hanna, vor Wulfgard standen. Bis dahin wusste er ja nicht einmal dass überhaupt ein Fest stattfindet, denn in der Regel wird er von kaum etwas in dieser Hinsicht unterrichtet, aber er war es gewohnt von Gesellschaftlichen Ereignissen ausgeschlossen zu sein.
Nur eben dieses eine Mal wollte Hanna ihn mitwinken, eine "Spontaneinladung". Dummerweise lies Tristans stolz die Annahme der Einladung nicht zu, denn er war nicht vom Gastgeber geladen.
Tristan durfte zwar nicht an der Feier partizipieren, brachte Thogrimm dann aber einen Podest welchen er im eigenen Keller fand und rettete zusätzlich Aram am gleichen Abend wieder die Haut. Dies machte den Verzicht auf die Feier wieder gut. Es mag aber dem ein oder anderen auffallen das Tristan wohl in Gedanken Konten führt in denen er Verlust und Gewinn vergleicht, obwohl jene Dinge keinen Preis haben, jedoch einen Wert.
All diese Kleinigkeiten und möglichen Pläne schrieb er auf die Rückseite einer alten Buchrechnung aus der Bücherei zu Germinor, sowie einen weiteren recht relevanten Anhang: Den Bau eines neuen Hauses, eines neuen Lebens.
[img]http://666kb.com/i/bsyay21hadpiow713.jpg[/img]
Es war früh am Morgen als Tristan mit einem gähnen den Tag begann und sein Haupt vom Tische hob.
Ein kurzer Blick um sich offenbarte dem Behüter das er wieder am Schreibpult eingeschlafen sein muss, erneut.
Doch verspürte er keinen Schmerz. Nur eine Gemütlichkeit die ihn daran hinderte sich zu erheben als die Sonnenstrahlen über seinen Nacken strichen und doch wusste er, dass er allzu bald aufstehen müsste, auch wenn er die ganze Nacht am Schreibpult saß.
Der Neujahresplan musste vorbereitet werden, denn die Jahresbilanz war durchaus positiv, die Stärke die er durch die Bruderschaft zu Vanya gewann sowie durch die Freundschaft zu Diego konnte nun für neues verwendet werden. Diego war ohnehin für Tristan wie Aram, ständig geriet er in Ärger und zog Tristan auch gleich mit hinein. Aber das störte ihn keinesfalls. Er mochte es sich den Problemen seiner Mitmenschen anzunehmen, auch wenn ihm daraufhin mit der Annagelung an die Palisaden Bajards gedroht wird.
Doch wirklich Sorge darum trug er nicht und so überlegte der Behüter was er wohl in der Zukunft machen wird.
Das erste was ihm auffiel als er über das Papier strich war der Geruch von Thyrischer Wurst und einige Fettflecken auf dem Papier.
Am Vorabend hatte ihn Lucien nach der Jagd zu sich und Majalin zum Essen eingeladen und es gab Thyrisches Essen, da war es nicht von Langer dauer bis Tristan sich an sein Ziel erinnerte. "Den Hintern hochbekommen", sagte Lucien am Vorabend zu ihm.
Und wohl eben weil er eine Zeit lang seinen Hintern nicht hochbekam haben die Thyren ihn einfach vergessen und nicht zum Fest geladen. Etwas Gram nagte an ihm und doch wusste Tristan das er ihnen nicht den Rücken zukehren konnte, zu viel Zeit verbrachte er mit ihnen, zu oft haben sie ihm Geholfen. Vor allem Kanubio welcher ihn schon zu Zeiten des Selbstzweifelns zur Seite stand, als Tristan noch jung und bei der Wehr war. Ein ironisches Grinsen zog sich über seine Lippen als er sich spontan an den Abend erinnerte an dem er Mandred und Diego zur Waffe eilte und von zwei Adoranern für Kanubio gehalten wurde.
Und all dies waren Taten die vergingen, nur der Nachhall, die Wut des Blauen blieb erhalten.
Doch darum machte sich Tristan nun kaum Gedanken, viel eher darum wieder ein Band zwischen sich und dem Thyrenvolk zu knüpfen.
Zu aller erst würde er Kanubio wohl unter dem Vorwand aufsuchen ihm Informationen über den Mistwerfenden Ork geben zu wollen. Selbstverständlich würde er dem Thyren nicht zu viel sagen, denn insgeheim war Tristan ja bewusst wer dieser Ork war.
Danach würde er sich öfters blicken lassen aus den verschiedensten Gründen,"Präsenz zeigen hat Relevanz!", sagte er sich immer wieder.
Mit einem ächzen erhob er sich und schritt über den dunklen Holzboden durch den Raum, nahm sich einen Zinnbecher gefüllt mit Wasser, lies sich wieder am Tische nieder und lies einige prägende Ereignisse die geschehen waren vor seinen Augen Revue passieren.
"Ich dachte das wärst du nur für Selene". Als er sich an diese Worte erinnerte verfinsterte sich seine Miene augenblicklich und er schloss die Augen. Hatte Cara ihn wirklich als Behüter verstoßen? War er nicht der Behüter aller Hexen wie Majalin sagte? Oder war dies sein Wunschdenken?
Vielleicht hatte er ja auch eines Tages etwas Falsches gesagt und ist deshalb in Ungnade gefallen? Es war ihm nicht bekannt und doch musste er sich dem in Zukunft wieder annehmen, das Vertrauen eines Menschen zu verlieren ist wie einen Teil seiner selbst zu lassen.
Und dann war da noch Lucien der den Stein ins Rollen brachte. Tatsächlich hieß er mittlerweile nur noch Lucien. Die Kosenamen die Tristan ihm gerne an den Kopf warf wie "Lucy", "Lutz" oder "Schneeflocke" verfielen mit der Zeit. Letzteren bekam Lucien natürlich nie mit, denn dieser war nicht für seine Ohren bestimmt und hätte Tristan wohl einen Tritt in den Hintern eingebracht.
Doch schien es so als hätte dieser "Gaukler", so wie er sich nannte, Tristan zum Nach und insbesondere Umdenken gebracht. Ob die Mühe die sich der blondschöpfige Krieger nun geben sollte Früchte tragen würde steht in den Sternen, doch ein Dank wäre von Bedarf und sicher nicht von verkehrter Natur.
Tristan furchte die Stirn und überlegte wen er noch vergessen habe, wen er aus den Augen verlor und so ging er vor sich die verschiedenen Gruppierungen und Bunde durch bis er zum Schluss bei Hanna und den Druiden blieb. Tatsächlich hatte Tristan beide seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen und gehört, nur Medren streunte manchmal hastig und zielstrebig durch Bajard. Und doch fragte er sich was mit Diomedes und den anderen wohl geschehen war oder ob sie nur wieder im Hain sitzen.
Über Hanna zerbrach er sich weniger den Kopf, denn sie sah er an dem Abend als Thorgrimm die geniale Idee bekam dass er unbedingt jetzt einen Podest für seinen Pokal haben müsste. Dummerweise wollte der Zwerg tatsächlich einen Podest von den Thyren und fuchtelte beinahe mit der Axt herum als der Behüter ihm sagen wollte, dass so ein Podest nun mal Zeit braucht.
Noch dümmerer weise aber hat sich Tristan nach Wulfgard schicken lassen und traf genau dann an als die kleine Gruppe der Privilegierten, mitunter auch Hanna, vor Wulfgard standen. Bis dahin wusste er ja nicht einmal dass überhaupt ein Fest stattfindet, denn in der Regel wird er von kaum etwas in dieser Hinsicht unterrichtet, aber er war es gewohnt von Gesellschaftlichen Ereignissen ausgeschlossen zu sein.
Nur eben dieses eine Mal wollte Hanna ihn mitwinken, eine "Spontaneinladung". Dummerweise lies Tristans stolz die Annahme der Einladung nicht zu, denn er war nicht vom Gastgeber geladen.
Tristan durfte zwar nicht an der Feier partizipieren, brachte Thogrimm dann aber einen Podest welchen er im eigenen Keller fand und rettete zusätzlich Aram am gleichen Abend wieder die Haut. Dies machte den Verzicht auf die Feier wieder gut. Es mag aber dem ein oder anderen auffallen das Tristan wohl in Gedanken Konten führt in denen er Verlust und Gewinn vergleicht, obwohl jene Dinge keinen Preis haben, jedoch einen Wert.
All diese Kleinigkeiten und möglichen Pläne schrieb er auf die Rückseite einer alten Buchrechnung aus der Bücherei zu Germinor, sowie einen weiteren recht relevanten Anhang: Den Bau eines neuen Hauses, eines neuen Lebens.
[img]http://666kb.com/i/bsyay21hadpiow713.jpg[/img]
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Tristan Wulfram
Alte Wege, Neue Ziele
Einige wärmende Sonnenstrahlen streichen über Gesicht und Haut von Tristan als dieser nahe des Wetterhügels unter der großen Eiche sitzt und mit einem seufzen die Augen schließt.
"Das Glück ist treulos und sadistisch, es verlässt dich sobald du es als Teil deines Lebens siehst. Es ist vergänglich, temporär, irrelevant."
Tristan nahm ein Stück thyrisches Trockenfleisch aus seiner Kampftasche und begann auf diesem herumzukauen. Wenigstens konnte er noch das Essen genießen welches Finn ihm vor einigen Tagen gab, wenigstens hatte er wieder die Aussicht darauf eine alte Freundschaft zu retten.
Doch dafür verlor er eine Schwester? Dafür? War es das überhaupt wert?
Er sah sie als seine Schwester an, dacht er hätte wieder eine neue Familie gefunden.
"Aller guten Dinge sind drei."
Noch einmal eine Familie finden? Nein. Es war zu spät. Er gab dem Leben genügend Chancen, setzte sich genügend für solche Belange ein.
Tristan sah sich auf die Hände und stellte fest, dass er wieder er mit fast leeren Händen da stand, nur einige Perspektiven mehr hatte er noch in der Linken. Der Behüter spuckt ein hartes Pfefferkorn aus welches sich im Trockenfleisch befand und sieht seinem Flug noch nach. War er wie dieses Korn? So unwichtig das man es einfach verstieß und los wurde? Wie sollte er damit Umgehen?
Er war nicht mehr ihr Bruder. Ihre Worte brannten immer noch wie kaltes Eis auf seinen Ohren, doch viel unangenehmer war der Gedanke daran dass er noch ihr Behüter war. Die Verpflichtung der Schwesternschaft gegenüber erforderte es. Er würde sie wieder sehen, sollte er sie nun wie eine Fremde behandeln oder lieber tun als wäre nichts gewesen damit Majalin es nicht bemerkt?
"Für Vanya sterben..."
So unangebracht dieser Gedanke noch war, er würde tatsächlich im Notfall für sie einstehen und sie schützen, Moral und Pflichtbewusstsein drängten ihn dazu. Noch einmal würde er sie nicht wiedersehen wollen, für ihn war sie Weg. Ein weiteres abgeschlossenes trauriges Kapitel im Buch seines Lebens. Er hatte es nicht nötig sich so behandeln zu lassen, dachte er. Doch was ist mit Diego welchen er seit geraumer Zeit nicht mehr sah? Würde er ebenso hinter ihm stehen?
Für den Menschen Diego sicherlich, auch wenn er nicht wirklich hinter dem Hauptmann Diego stand.
Der Jahresplan wurde bereits langsam durchgegangen und zwei der Punkte wurden bereits abgefertigt. Cara's Vertrauen erwies sich als eine Konstante. Nur ein sprachliches Missverständnis führe ihn zur falschen Annahme. Durch das Gespräch mit Finn würde er womöglich weiteren Kontakt zu den Thyren halten können und altes verloren gegangenes wieder Aufbauen.
Nur von Hanna und den Druiden war keine Spur zu finden, die Baumeister schienen wohl auch ihre freien Tage zu haben und insgesamt tappte er durch die Dunkelheit der Unwissenheit.
Nur ein tänzelndes Irrlicht im Schatten wies ihm den Weg in und durch die Dunkelheit, Sarya.
Er empfand etwas für sie, empfand alles was sie tat als angenehm.
Selbst wenn sie ihm Schmerz zufügte.
Tristan empfand nicht nur schmerz dabei.
Und er würde weiter Empfinden...
Still und heimlich würde er mit ihr leiden.
Einige wärmende Sonnenstrahlen streichen über Gesicht und Haut von Tristan als dieser nahe des Wetterhügels unter der großen Eiche sitzt und mit einem seufzen die Augen schließt.
"Das Glück ist treulos und sadistisch, es verlässt dich sobald du es als Teil deines Lebens siehst. Es ist vergänglich, temporär, irrelevant."
Tristan nahm ein Stück thyrisches Trockenfleisch aus seiner Kampftasche und begann auf diesem herumzukauen. Wenigstens konnte er noch das Essen genießen welches Finn ihm vor einigen Tagen gab, wenigstens hatte er wieder die Aussicht darauf eine alte Freundschaft zu retten.
Doch dafür verlor er eine Schwester? Dafür? War es das überhaupt wert?
Er sah sie als seine Schwester an, dacht er hätte wieder eine neue Familie gefunden.
"Aller guten Dinge sind drei."
Noch einmal eine Familie finden? Nein. Es war zu spät. Er gab dem Leben genügend Chancen, setzte sich genügend für solche Belange ein.
Tristan sah sich auf die Hände und stellte fest, dass er wieder er mit fast leeren Händen da stand, nur einige Perspektiven mehr hatte er noch in der Linken. Der Behüter spuckt ein hartes Pfefferkorn aus welches sich im Trockenfleisch befand und sieht seinem Flug noch nach. War er wie dieses Korn? So unwichtig das man es einfach verstieß und los wurde? Wie sollte er damit Umgehen?
Er war nicht mehr ihr Bruder. Ihre Worte brannten immer noch wie kaltes Eis auf seinen Ohren, doch viel unangenehmer war der Gedanke daran dass er noch ihr Behüter war. Die Verpflichtung der Schwesternschaft gegenüber erforderte es. Er würde sie wieder sehen, sollte er sie nun wie eine Fremde behandeln oder lieber tun als wäre nichts gewesen damit Majalin es nicht bemerkt?
"Für Vanya sterben..."
So unangebracht dieser Gedanke noch war, er würde tatsächlich im Notfall für sie einstehen und sie schützen, Moral und Pflichtbewusstsein drängten ihn dazu. Noch einmal würde er sie nicht wiedersehen wollen, für ihn war sie Weg. Ein weiteres abgeschlossenes trauriges Kapitel im Buch seines Lebens. Er hatte es nicht nötig sich so behandeln zu lassen, dachte er. Doch was ist mit Diego welchen er seit geraumer Zeit nicht mehr sah? Würde er ebenso hinter ihm stehen?
Für den Menschen Diego sicherlich, auch wenn er nicht wirklich hinter dem Hauptmann Diego stand.
Der Jahresplan wurde bereits langsam durchgegangen und zwei der Punkte wurden bereits abgefertigt. Cara's Vertrauen erwies sich als eine Konstante. Nur ein sprachliches Missverständnis führe ihn zur falschen Annahme. Durch das Gespräch mit Finn würde er womöglich weiteren Kontakt zu den Thyren halten können und altes verloren gegangenes wieder Aufbauen.
Nur von Hanna und den Druiden war keine Spur zu finden, die Baumeister schienen wohl auch ihre freien Tage zu haben und insgesamt tappte er durch die Dunkelheit der Unwissenheit.
Nur ein tänzelndes Irrlicht im Schatten wies ihm den Weg in und durch die Dunkelheit, Sarya.
Er empfand etwas für sie, empfand alles was sie tat als angenehm.
Selbst wenn sie ihm Schmerz zufügte.
Tristan empfand nicht nur schmerz dabei.
Und er würde weiter Empfinden...
Still und heimlich würde er mit ihr leiden.
Zuletzt geändert von Tristan Wulfram am Donnerstag 5. Mai 2011, 16:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Tristan Wulfram
"Du bist Krank." - Lucien Mareaux
Oder auch: "Die Lehren von Wind, Wasser und Feuer auf dem Pfad zur Selbsterkenntnis"
Mit ruhigen und doch beständigen Stößen peitschte der Wind durch die Gassen und Straßen der verwinkelten Stadt Adoran und ihre grauen Schluchten zwischen den imposanten Bauten. Laternen klimperten und wogen sich im Wind während dieser reißende Wind den Regen an die geschlossenen Fensterladen warf und verschwommene Reflektionen des Stadtbildes präsentierten sich in den etlichen Pfützen der Stadt, getrübt durch den Schlamm an den Stiefeln eines jungen Mannes der durch jene trat.
Der Mantel war fest um den Leib gezogen und klitschnass hing sein Haar herab an seinen Schultern herab, die Hose aus Dämonenleder schimmerte durch die Nässe leicht im Laternenschein, welcher allzu bald erloscht. Ein jeder suchte sein Heim auf, die die noch auf der Straße waren eilten rasch ins Trockene, doch er nicht.
Ruhigen Schrittes und erhobenen Hauptes schritt Tristan durch die Straßen und sah sich aufmerksam um, sah wie die Anderen vor etwas flohen was doch Alltäglich war, er ertappte sich selbst wie er spöttisch über diese Menschen schmunzelte. "Wie sie rennen..." ...", murmelte er nur mit einem verurteilenden Blick und schritt weiter durch die Gassen bis an die Kreuzung vor dem Handelshaus der Kaluren und verweilte dort einen Augenblick, sah einfach nur in die Ferne während der Regen sich gegen ihn warf, dann ging er ruhigen Schrittes weiter den Steinweg in den Westen entlang. An der Brücke angekommen machte er noch einmal Halt und sah beeindruckt von der Macht des Windes den Flusslauf entlang, wie selbst beständige und kräftige Bäume sich vor ihm beugten und ihre Blätter ließen.
Mit smaragdgrün-funkelndem Blick sah Tristan diese Macht von Mutter gegeben und schmunzelte, senkte dann den Blick und sah in das Wasser welches trotz des Sturmes beständig und ruhig im Fluss schwappte.
Und da sah er das sich nicht alles dem mächtigen Wind beugte, denn das Wasser fand immer seinen Weg und lies sich nicht beherrschen, stürzte sich immer wieder gegen die steinernen Brückenpfeiler, von des Windes Kraft getrieben. Und so stark der Wind auch schlug, das Wasser floss wieder herab und stämmte sich somit gegen den Willen des Windes.
Tristan wendete den Blick ab und verließ Adoran, streunte durch die ablegenden Wälder und lies die Zeit einfach vergehen, dem Wind noch dem Wasser das sein Leib schwächen wollte beugte auch er sich nicht.
Vom Lichtschein erhellt trat der Behüter dann aus dem dunklen Schutz des Waldrandes und sah eine weitere Lehre dieses Tages. Das Feuer.
Tatsächlich war ein kleiner Hof auf einer Wiese zu finden, hinter welchem sich eine beeindruckende Weite an Weideland ausstreckte. Und im inneren dieses Hofes saß eine Familie. Eine der vielen Familien Germinors. Doch saßen sie beisammen im wärmenden Schutze des Kaminfeuers. Vom zusehen alleine verspürte Tristan eine Form der Geborgenheit und betrachtete die kleine Familie mit einem sanften Schmunzeln. Dass er nie eine wirkliche Familie hatte kam ihm gar nicht in den Sinn, denn er stand einfach nur da und beobachtete, lies der Welt ihren Lauf. Unter Kontrolle konnte das Feuer beeindruckendes schöpfen, die Menschen vor der Kälte Schützen und Nähe sowie Geborgenheit bieten.
Nur wiederwillig wendete er den Blick ab und machte sich weiter auf den Weg in die ablegenden Gebiete Germinors, dem Gewitter trotzend, bis er schlussendlich vor einem alten verlassenen Bauernhof Halt machte. Aus der Ferne konnte er erkennen dass es sich um ein Orkenlager handeln musste, der Gestank von vergorenen Früchten und ranzigem Fleisch sowie das Gegrunze der Orks verrieten dies.
Es waren niedere Wesen und Tristan hasste sie von ganzem Herzen, doch war er nicht gerüstet und blieb daher in einer sicheren Distanz die ihm womöglich das Leben rettete. Denn ruckartig war ein lautes Donnern zu hören und ein Blitz rammte sich in das die Hütte in der die Orks ihre Beute gierig verzehrten.
Wie erstarrt sah Tristan sich das Geschehen an wie die Hütte eingerissen wurde und mit Flammen übersäet wurde, wohl war es eine Schwarzbrennerei, was auch erklären würde weshalb einige Orken brennend und panisch aus den Ruinen der Hütte rannten.
Faszinierend wie die Flammen, die doch Wärme und Geborgenheit spenden unkontrolliert eine solche zerstörerische Kraft haben wenn man sie nicht kontrollieren kann, wie sie alles was sie fangen können geißeln und vernichten... Interessiert betrachtete er das Leid welches das Feuer auslöste und senkte den Blick als er sich satt-gesehen hatte. Vor seinen Füßen lag ein verbogener Silberteller welcher die erst nur Flammen zu spiegeln schien und Tristan blickte aufmerksamer auf jenen, regungslos.
Und dann sah er sich...
War er wirklich wie das Feuer? Zur Schöpfung von gutem Fähig und doch zerstörerisch, oder hatte er schlichtweg die Kontrolle über sich verloren? Doch fühlte Tristan sich nicht falsch, er fühlte keinen Zorn, viel eher eine Art von Vorsicht überkam ihn als er einen weiteren Schritt zur Selbsterkenntnis machen konnte.
Tristan war keine beständige Konstante. Hatte er sich vollkommen unter Kontrolle, so war er das was er glaubte zu sein, ein Recke Eluives.
Doch gab er sich dem Sturm der Gefühle hin, gab sich Zorn und Furcht hin, oder schlichtweg dem krankhaften Wahn der Liebe, so war er unbändig und nur schwer zu zügeln, ging mit Herzensblut in die Extremen.
Treue und Mitgefühl prägten ihn bisher, war es krank zwei Seiten einer Medallie zu zeigen?
Ja, vielleicht war er aufopfernd und gutmütig, doch es gefiel ihm.
Ja, vielleicht war er krank und böse, doch es gefiel ihm auch.
Oder auch: "Die Lehren von Wind, Wasser und Feuer auf dem Pfad zur Selbsterkenntnis"
Mit ruhigen und doch beständigen Stößen peitschte der Wind durch die Gassen und Straßen der verwinkelten Stadt Adoran und ihre grauen Schluchten zwischen den imposanten Bauten. Laternen klimperten und wogen sich im Wind während dieser reißende Wind den Regen an die geschlossenen Fensterladen warf und verschwommene Reflektionen des Stadtbildes präsentierten sich in den etlichen Pfützen der Stadt, getrübt durch den Schlamm an den Stiefeln eines jungen Mannes der durch jene trat.
Der Mantel war fest um den Leib gezogen und klitschnass hing sein Haar herab an seinen Schultern herab, die Hose aus Dämonenleder schimmerte durch die Nässe leicht im Laternenschein, welcher allzu bald erloscht. Ein jeder suchte sein Heim auf, die die noch auf der Straße waren eilten rasch ins Trockene, doch er nicht.
Ruhigen Schrittes und erhobenen Hauptes schritt Tristan durch die Straßen und sah sich aufmerksam um, sah wie die Anderen vor etwas flohen was doch Alltäglich war, er ertappte sich selbst wie er spöttisch über diese Menschen schmunzelte. "Wie sie rennen..." ...", murmelte er nur mit einem verurteilenden Blick und schritt weiter durch die Gassen bis an die Kreuzung vor dem Handelshaus der Kaluren und verweilte dort einen Augenblick, sah einfach nur in die Ferne während der Regen sich gegen ihn warf, dann ging er ruhigen Schrittes weiter den Steinweg in den Westen entlang. An der Brücke angekommen machte er noch einmal Halt und sah beeindruckt von der Macht des Windes den Flusslauf entlang, wie selbst beständige und kräftige Bäume sich vor ihm beugten und ihre Blätter ließen.
Mit smaragdgrün-funkelndem Blick sah Tristan diese Macht von Mutter gegeben und schmunzelte, senkte dann den Blick und sah in das Wasser welches trotz des Sturmes beständig und ruhig im Fluss schwappte.
Und da sah er das sich nicht alles dem mächtigen Wind beugte, denn das Wasser fand immer seinen Weg und lies sich nicht beherrschen, stürzte sich immer wieder gegen die steinernen Brückenpfeiler, von des Windes Kraft getrieben. Und so stark der Wind auch schlug, das Wasser floss wieder herab und stämmte sich somit gegen den Willen des Windes.
Tristan wendete den Blick ab und verließ Adoran, streunte durch die ablegenden Wälder und lies die Zeit einfach vergehen, dem Wind noch dem Wasser das sein Leib schwächen wollte beugte auch er sich nicht.
Vom Lichtschein erhellt trat der Behüter dann aus dem dunklen Schutz des Waldrandes und sah eine weitere Lehre dieses Tages. Das Feuer.
Tatsächlich war ein kleiner Hof auf einer Wiese zu finden, hinter welchem sich eine beeindruckende Weite an Weideland ausstreckte. Und im inneren dieses Hofes saß eine Familie. Eine der vielen Familien Germinors. Doch saßen sie beisammen im wärmenden Schutze des Kaminfeuers. Vom zusehen alleine verspürte Tristan eine Form der Geborgenheit und betrachtete die kleine Familie mit einem sanften Schmunzeln. Dass er nie eine wirkliche Familie hatte kam ihm gar nicht in den Sinn, denn er stand einfach nur da und beobachtete, lies der Welt ihren Lauf. Unter Kontrolle konnte das Feuer beeindruckendes schöpfen, die Menschen vor der Kälte Schützen und Nähe sowie Geborgenheit bieten.
Nur wiederwillig wendete er den Blick ab und machte sich weiter auf den Weg in die ablegenden Gebiete Germinors, dem Gewitter trotzend, bis er schlussendlich vor einem alten verlassenen Bauernhof Halt machte. Aus der Ferne konnte er erkennen dass es sich um ein Orkenlager handeln musste, der Gestank von vergorenen Früchten und ranzigem Fleisch sowie das Gegrunze der Orks verrieten dies.
Es waren niedere Wesen und Tristan hasste sie von ganzem Herzen, doch war er nicht gerüstet und blieb daher in einer sicheren Distanz die ihm womöglich das Leben rettete. Denn ruckartig war ein lautes Donnern zu hören und ein Blitz rammte sich in das die Hütte in der die Orks ihre Beute gierig verzehrten.
Wie erstarrt sah Tristan sich das Geschehen an wie die Hütte eingerissen wurde und mit Flammen übersäet wurde, wohl war es eine Schwarzbrennerei, was auch erklären würde weshalb einige Orken brennend und panisch aus den Ruinen der Hütte rannten.
Faszinierend wie die Flammen, die doch Wärme und Geborgenheit spenden unkontrolliert eine solche zerstörerische Kraft haben wenn man sie nicht kontrollieren kann, wie sie alles was sie fangen können geißeln und vernichten... Interessiert betrachtete er das Leid welches das Feuer auslöste und senkte den Blick als er sich satt-gesehen hatte. Vor seinen Füßen lag ein verbogener Silberteller welcher die erst nur Flammen zu spiegeln schien und Tristan blickte aufmerksamer auf jenen, regungslos.
Und dann sah er sich...
War er wirklich wie das Feuer? Zur Schöpfung von gutem Fähig und doch zerstörerisch, oder hatte er schlichtweg die Kontrolle über sich verloren? Doch fühlte Tristan sich nicht falsch, er fühlte keinen Zorn, viel eher eine Art von Vorsicht überkam ihn als er einen weiteren Schritt zur Selbsterkenntnis machen konnte.
Tristan war keine beständige Konstante. Hatte er sich vollkommen unter Kontrolle, so war er das was er glaubte zu sein, ein Recke Eluives.
Doch gab er sich dem Sturm der Gefühle hin, gab sich Zorn und Furcht hin, oder schlichtweg dem krankhaften Wahn der Liebe, so war er unbändig und nur schwer zu zügeln, ging mit Herzensblut in die Extremen.
Treue und Mitgefühl prägten ihn bisher, war es krank zwei Seiten einer Medallie zu zeigen?
Ja, vielleicht war er aufopfernd und gutmütig, doch es gefiel ihm.
Ja, vielleicht war er krank und böse, doch es gefiel ihm auch.
Zuletzt geändert von Tristan Wulfram am Donnerstag 23. Juni 2011, 07:04, insgesamt 4-mal geändert.
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Tristan Wulfram
Anathema sit!
Immer wieder hörte man das Klacken der beschlagenen Stiefelsohlen welche sich ihren Weg über den schlammigen Pfad nach Adoran machten, der Umhang aus festen Stoffen wehte leicht im Wind und legte sich doch wie ein dunkler Schleier um Tristan während jener durch die Straßen der grauen Stadt schritt. Er wusste nicht was ihn in jene Stadt zog, noch weshalb er überhaupt in die Nähe derer ging die er ach so verachtete. "Sklaven in einem goldenen Käfig", nannte er sie immer. Nicht weil sie sich einem Reich verschrieben haben, sondern weil sie sich jenen Käfig selbst bauten. Sie bauten ihn sich aus Glauben, Werten und Normen, falschen Tugenden... Tristan fühlte sich immer überlegen wenn er in Adoran war, es erhob seine Seele zu wissen dass sein Denken frei war. Und so sah er immer auf die Menschen herab wie sie sich ihren kleinen unwichtigen Tätigkeiten hingaben, als wäre jede kleine Szenerie die sich auftat ein Schauspiel.
Und so schlenderte er über die große Bühne die sich "Adoran" nannte und hielt Ausschau nach den möglichen Protagonisten für das nächste Stück. Lange suchen musste er nicht.
Nahe des Hafens saß ein Bettler auf einer Kiste und bat jene die das Hafentor passierten um eine "milde Gabe".
Doch blieb Tristan auf einer passablen Distanz wodurch er nicht gesehen wurde, aber gut sehen konnte. Einige Momente verstrichen und die ersten Menschen kamen an dem Bettler vorbei, ohne lange zu zögern gaben sie ihm einige Münzen oder etwas zu essen, je nach dem was sie gerade zur Hand hatten. Diese Szenerie wiederholte sich einige Male und Tristan verlor das Interesse, verließ Adoran und verbrachte den Rest des Tages an dem Ort welchen er als "Heim" fluchte nur um die nächsten Tage wieder Adoran zu betreten und wieder das gleiche Schauspiel zu beobachten.
Jeden Tag war der Bettler da, jeden Tag bekam er etwas. Und darin sah Tristan das Problem. Durch die Gaben wurde sein Leiden nicht gelindert, es wurde nur das erhalten was zum Untergange reif war. Doch warum?
"Mitleid", so lautete die Antwort die er auf die Frage von einem der "guten" Spender erhielt. Er wolle doch nur ein guter Mensch sein...
Und dann erblickte Tristan zwei Jungen von denen der Ältere eine Münze auf der Straße fand und sich freute. Doch freute der Jüngere sich? Nein, er blickte nur Neidvoll zu dem größeren auf, schien mit seinen kugelrunden Augen förmlich um die Münze zu betteln und bekam sie dann auch. Die Moral verlangte schon immer Mit-leid, doch gewährte sie jemals Mit-Freude? Der Ältere wurde schwach und gab seine Münze weg, der jüngere schwächere konnte sich seinen Anspruch durch das erwecken von Mitleid sichern.
Das Gesehene nahm Tristan in sein Gedankengut auf und beschloss die Schwachen und zu kurz gekommenen zurück zu lassen, sinnlos wäre es sie eines Besseren zu belehren. Und so warf Tristan seinen Umhang und den Mantel ebenso wie alle Menschlichen Laster daheim ab und lies sich vor den Kamin nieder wo er in seinen Gedanken versank...
Ein guter Mensch sein...
Doch was ist schon gut? Gut ist alles was aus dem Gefühl der Macht, dem Willen zur Macht und der Macht selbst stammt. Fleiß und Kraft, Leistungsbereitschaft und eiserner Wille.
Doch ist das Mitleid nicht gut. Es ist ein Laster, geboren aus der Abartigkeit der Schwäche und wie die Pest. Denn anstatt das Leiden zu lindern wird es nur verbreitet und erhöht, denn nicht nur der Bettler muss leiden, nein. Auch die "mit-leidenden" Passanten müssen zu Unrecht sein Leid teilen. Und jeden Tag spielt sich das gleiche Spiel ab:
Mehr Menschen müssen leiden. Und der Bettler, der dem Untergang verschworen ist wird nur erhalten, wodurch er das Leid weiter mehren kann. Das Mitleid ist Lebensfeindlich. Und doch wird es erhalten da man zu Schwach ist um ihn zu widerstehen.
Um nicht die grässliche Fratze der Schwäche zu entblößen zogen sich die Mitleidenden eine Maske über, eine Maske die aus falschen Werten und Tugenden bestand.
Wie erbärmlich war es doch mit anzusehen wie schwach sich alle gläubigen Temoras dem Mitleid ergaben, doch änderten sie nichts. Das Leid besteht weiterhin. Anstatt sich aus der Asche zu erheben und aufzusteigen und mehr aus sich zu machen und neue Triumphe anzustreben werden die Menschen von den Trümmern am Boden gehalten.
Die Missratenen und Schwachen ziehen sie nach unten, ziehen sie herab, schwächten sie. Und warum? Nur um ihren eigenen Machtanspruch in der Welt zu festigen! In der Welt die den Starken und Aufblühenden gehört, nicht den Kranken und Verkommenen. Ich werde stark sein und dem Mitleid nicht erliegen, denn nur das Beenden des Leidens beseitigt das Leiden. Sollen die Schwachen zu Grunde gehen und ihr Leiden mit sich nehmen, denn ich werde stark sein und dem Mitleid nicht erliegen, denn Mitleid ist schwäche!
Gebt dem Tode was des Todes ist und lasst leben was des Lebens wert ist.
Und langsam aber sicher umgarnte ihn ein zufriedenstellendes Gefühl welches sich wie eine warme Wolldecke über ihn legte. Kurz darauf wog das Knistern des Kaminfeuers und sein wärmender Schein den Blondschopf in den Schlaf.
Immer wieder hörte man das Klacken der beschlagenen Stiefelsohlen welche sich ihren Weg über den schlammigen Pfad nach Adoran machten, der Umhang aus festen Stoffen wehte leicht im Wind und legte sich doch wie ein dunkler Schleier um Tristan während jener durch die Straßen der grauen Stadt schritt. Er wusste nicht was ihn in jene Stadt zog, noch weshalb er überhaupt in die Nähe derer ging die er ach so verachtete. "Sklaven in einem goldenen Käfig", nannte er sie immer. Nicht weil sie sich einem Reich verschrieben haben, sondern weil sie sich jenen Käfig selbst bauten. Sie bauten ihn sich aus Glauben, Werten und Normen, falschen Tugenden... Tristan fühlte sich immer überlegen wenn er in Adoran war, es erhob seine Seele zu wissen dass sein Denken frei war. Und so sah er immer auf die Menschen herab wie sie sich ihren kleinen unwichtigen Tätigkeiten hingaben, als wäre jede kleine Szenerie die sich auftat ein Schauspiel.
Und so schlenderte er über die große Bühne die sich "Adoran" nannte und hielt Ausschau nach den möglichen Protagonisten für das nächste Stück. Lange suchen musste er nicht.
Nahe des Hafens saß ein Bettler auf einer Kiste und bat jene die das Hafentor passierten um eine "milde Gabe".
Doch blieb Tristan auf einer passablen Distanz wodurch er nicht gesehen wurde, aber gut sehen konnte. Einige Momente verstrichen und die ersten Menschen kamen an dem Bettler vorbei, ohne lange zu zögern gaben sie ihm einige Münzen oder etwas zu essen, je nach dem was sie gerade zur Hand hatten. Diese Szenerie wiederholte sich einige Male und Tristan verlor das Interesse, verließ Adoran und verbrachte den Rest des Tages an dem Ort welchen er als "Heim" fluchte nur um die nächsten Tage wieder Adoran zu betreten und wieder das gleiche Schauspiel zu beobachten.
Jeden Tag war der Bettler da, jeden Tag bekam er etwas. Und darin sah Tristan das Problem. Durch die Gaben wurde sein Leiden nicht gelindert, es wurde nur das erhalten was zum Untergange reif war. Doch warum?
"Mitleid", so lautete die Antwort die er auf die Frage von einem der "guten" Spender erhielt. Er wolle doch nur ein guter Mensch sein...
Und dann erblickte Tristan zwei Jungen von denen der Ältere eine Münze auf der Straße fand und sich freute. Doch freute der Jüngere sich? Nein, er blickte nur Neidvoll zu dem größeren auf, schien mit seinen kugelrunden Augen förmlich um die Münze zu betteln und bekam sie dann auch. Die Moral verlangte schon immer Mit-leid, doch gewährte sie jemals Mit-Freude? Der Ältere wurde schwach und gab seine Münze weg, der jüngere schwächere konnte sich seinen Anspruch durch das erwecken von Mitleid sichern.
Das Gesehene nahm Tristan in sein Gedankengut auf und beschloss die Schwachen und zu kurz gekommenen zurück zu lassen, sinnlos wäre es sie eines Besseren zu belehren. Und so warf Tristan seinen Umhang und den Mantel ebenso wie alle Menschlichen Laster daheim ab und lies sich vor den Kamin nieder wo er in seinen Gedanken versank...
Ein guter Mensch sein...
Doch was ist schon gut? Gut ist alles was aus dem Gefühl der Macht, dem Willen zur Macht und der Macht selbst stammt. Fleiß und Kraft, Leistungsbereitschaft und eiserner Wille.
Doch ist das Mitleid nicht gut. Es ist ein Laster, geboren aus der Abartigkeit der Schwäche und wie die Pest. Denn anstatt das Leiden zu lindern wird es nur verbreitet und erhöht, denn nicht nur der Bettler muss leiden, nein. Auch die "mit-leidenden" Passanten müssen zu Unrecht sein Leid teilen. Und jeden Tag spielt sich das gleiche Spiel ab:
Mehr Menschen müssen leiden. Und der Bettler, der dem Untergang verschworen ist wird nur erhalten, wodurch er das Leid weiter mehren kann. Das Mitleid ist Lebensfeindlich. Und doch wird es erhalten da man zu Schwach ist um ihn zu widerstehen.
Um nicht die grässliche Fratze der Schwäche zu entblößen zogen sich die Mitleidenden eine Maske über, eine Maske die aus falschen Werten und Tugenden bestand.
Wie erbärmlich war es doch mit anzusehen wie schwach sich alle gläubigen Temoras dem Mitleid ergaben, doch änderten sie nichts. Das Leid besteht weiterhin. Anstatt sich aus der Asche zu erheben und aufzusteigen und mehr aus sich zu machen und neue Triumphe anzustreben werden die Menschen von den Trümmern am Boden gehalten.
Die Missratenen und Schwachen ziehen sie nach unten, ziehen sie herab, schwächten sie. Und warum? Nur um ihren eigenen Machtanspruch in der Welt zu festigen! In der Welt die den Starken und Aufblühenden gehört, nicht den Kranken und Verkommenen. Ich werde stark sein und dem Mitleid nicht erliegen, denn nur das Beenden des Leidens beseitigt das Leiden. Sollen die Schwachen zu Grunde gehen und ihr Leiden mit sich nehmen, denn ich werde stark sein und dem Mitleid nicht erliegen, denn Mitleid ist schwäche!
Gebt dem Tode was des Todes ist und lasst leben was des Lebens wert ist.
Und langsam aber sicher umgarnte ihn ein zufriedenstellendes Gefühl welches sich wie eine warme Wolldecke über ihn legte. Kurz darauf wog das Knistern des Kaminfeuers und sein wärmender Schein den Blondschopf in den Schlaf.
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Tristan Wulfram
"Vita mihi mors est"
Es war früh am Morgen und der Tau lag noch auf dem Grün des Umlandes, so auch auf dem aufgekeimten Weizengut welches schon eine Armlänge aus der Erde ragte und dem Unkraut welches sich ebenfalls auf dem Feld befand. Dies aber schien die Magd des Bauern nicht zu stören welche prüfend das Feld begutachtete und nur den Kopf schüttelte ehe sie an den Bauern herantrat.
„Warum wächst Unkraut auf unserem Feld? Hast du falsches Saatgut gekauft, schlechtes Saatgut?“. Der Bauer murrte nur vor sich hin und erhob die Stimme leicht verärgert:“Nein, das hat der Feind getan.“ Sofort trat die Magd an das Feld heran und begann das vermeidliche Unkraut dem Boden zu entreißen. „Was machst du da?!“, stieß der Bauer nur noch verärgerter mit seiner brummigen Stimme hervor, die Magd antwortete „Ich dachte es wäre Ratsam das Unkraut jetzt auszureißen.“
„Du…“, der Bauer fasste sich an die Stirn und atmete tief durch, dann setzte er wieder einen neuen Satz an.
“Du wartest bis zur Ernte mit deinen Erntehelfern, denn jetzt reißt du auch den Weizen mit aus. Und du wirst mit ihnen dann zu erst das Unkraut herausreißen und es mit Schnüren verbinden. Danach lass es die Schnitter verbrennen. Das Weizen erntet ihr danach und sammelt es im Lager wo es trocken und sicher vor Dieben ist.“.
Die Magd nickte nur und entfernte sich vom Feld um das Haus zu betreten, der Bauer folgte ihr. (Frei nach Matthäus 13,24–30)
Es war eine recht kurze Szenerie und doch stellte die Interpretation des Gesehenen Tristan auf eine merkwürdige Weise zufrieden. Er erhob sich und klopfte sich diverse Pflanzenreste von der schwarzen Kleidung während er den Weg in die Taverne anstrebte. Dem Schicksal sei Dank traf er auf den Weg durch die leeren Straßen keinen Menschen den er kannte und so war es ihm möglich sich ungestört im ersten Stockwerk der Taverne niederzulassen und seine Gedanken neu zu ordnen.
Wie beeindruckend es doch war wie man jene Auslese auf das alltägliche Leben übertragen konnte, auf das Leben in der Gesellschaft, denn auch in jener gab es Unkraut welches auf Kosten der "Nutzpflanzen" lebte. Dieses Unkraut waren mitunter auch dekadente Parasiten die in Prunk und Überfluss lebten ohne etwas dafür getan zu haben und ihre Titel trugen sie weil sie in jene hineingeboren wurden. Und dann gab es noch die Bettler und anderes Gesindel welches zwar keine Ehre einforderte, aber Mitleid um ihren eigenen Machtanspruch in der Welt zu sichern. Der Feind war die Schwäche die in jedem Menschen einzug finden kann.
Beides lebte auf Kosten der Lebensbejahenden und Kräftigen. Unter anderem auch da solches Unkraut zu Lebzeiten gerne in der Masse der Nutzpflanzen untergeht. Doch eines Tages wird für jeden die Ernte kommen und es entscheidet sich welches Wesen verbrannt wird und seine gerechte Behandlung erhält. All die kranken, schwachen und verblendeten Subjekte werden jämmerlich dem Seelenfresser überlassen, doch jenen die Stärke bewiesen bleibt dieses Schicksal erspart, denn ihre Seele wird errettet. Doch nicht von Eluive welches all das Leid und Unheil auf der Welt zulässt und auch nicht von Temora die mitunter für dieses Leid verantwortlich ist, nur Alatar kann dies.
Er brachte viel Leid über die Welt, ja. Doch ist es auch er der seine Macht ständig mehrt.
Das Leid welches er über die Welt brachte ist gerechtfertigt. Das Schwache und Missratene muss aus der Welt herausgerissen werden bis schlussendlich nur die lebenswürdigen Individuen übrig bleiben und ihre eigene Macht und sich selbst frei entfalten können. Die Schwäche gar nicht erst aufkeimen zu lassen sondern sie in ihrem eignenen Unrat ersticken zu lassen ist die effektivste Methode.
Und wieder begab es sich eines Tages dass Tristan sich in das adoraner Umland begab um sich am Schauspiel des einfachen Volkes zu erfreuen, so kam es dass er nahe von einem der Bauerngehöfte vor Adoran an einem Baum sitzend Stellung bezog und darauf wartete dass etwas passiert, wie er es auch sonst immer tat.Oder auch: Das Schwache muss sterben damit das Starke leben kann.
Es war früh am Morgen und der Tau lag noch auf dem Grün des Umlandes, so auch auf dem aufgekeimten Weizengut welches schon eine Armlänge aus der Erde ragte und dem Unkraut welches sich ebenfalls auf dem Feld befand. Dies aber schien die Magd des Bauern nicht zu stören welche prüfend das Feld begutachtete und nur den Kopf schüttelte ehe sie an den Bauern herantrat.
„Warum wächst Unkraut auf unserem Feld? Hast du falsches Saatgut gekauft, schlechtes Saatgut?“. Der Bauer murrte nur vor sich hin und erhob die Stimme leicht verärgert:“Nein, das hat der Feind getan.“ Sofort trat die Magd an das Feld heran und begann das vermeidliche Unkraut dem Boden zu entreißen. „Was machst du da?!“, stieß der Bauer nur noch verärgerter mit seiner brummigen Stimme hervor, die Magd antwortete „Ich dachte es wäre Ratsam das Unkraut jetzt auszureißen.“
„Du…“, der Bauer fasste sich an die Stirn und atmete tief durch, dann setzte er wieder einen neuen Satz an.
“Du wartest bis zur Ernte mit deinen Erntehelfern, denn jetzt reißt du auch den Weizen mit aus. Und du wirst mit ihnen dann zu erst das Unkraut herausreißen und es mit Schnüren verbinden. Danach lass es die Schnitter verbrennen. Das Weizen erntet ihr danach und sammelt es im Lager wo es trocken und sicher vor Dieben ist.“.
Die Magd nickte nur und entfernte sich vom Feld um das Haus zu betreten, der Bauer folgte ihr. (Frei nach Matthäus 13,24–30)
Es war eine recht kurze Szenerie und doch stellte die Interpretation des Gesehenen Tristan auf eine merkwürdige Weise zufrieden. Er erhob sich und klopfte sich diverse Pflanzenreste von der schwarzen Kleidung während er den Weg in die Taverne anstrebte. Dem Schicksal sei Dank traf er auf den Weg durch die leeren Straßen keinen Menschen den er kannte und so war es ihm möglich sich ungestört im ersten Stockwerk der Taverne niederzulassen und seine Gedanken neu zu ordnen.
Wie beeindruckend es doch war wie man jene Auslese auf das alltägliche Leben übertragen konnte, auf das Leben in der Gesellschaft, denn auch in jener gab es Unkraut welches auf Kosten der "Nutzpflanzen" lebte. Dieses Unkraut waren mitunter auch dekadente Parasiten die in Prunk und Überfluss lebten ohne etwas dafür getan zu haben und ihre Titel trugen sie weil sie in jene hineingeboren wurden. Und dann gab es noch die Bettler und anderes Gesindel welches zwar keine Ehre einforderte, aber Mitleid um ihren eigenen Machtanspruch in der Welt zu sichern. Der Feind war die Schwäche die in jedem Menschen einzug finden kann.
Beides lebte auf Kosten der Lebensbejahenden und Kräftigen. Unter anderem auch da solches Unkraut zu Lebzeiten gerne in der Masse der Nutzpflanzen untergeht. Doch eines Tages wird für jeden die Ernte kommen und es entscheidet sich welches Wesen verbrannt wird und seine gerechte Behandlung erhält. All die kranken, schwachen und verblendeten Subjekte werden jämmerlich dem Seelenfresser überlassen, doch jenen die Stärke bewiesen bleibt dieses Schicksal erspart, denn ihre Seele wird errettet. Doch nicht von Eluive welches all das Leid und Unheil auf der Welt zulässt und auch nicht von Temora die mitunter für dieses Leid verantwortlich ist, nur Alatar kann dies.
Er brachte viel Leid über die Welt, ja. Doch ist es auch er der seine Macht ständig mehrt.
Das Leid welches er über die Welt brachte ist gerechtfertigt. Das Schwache und Missratene muss aus der Welt herausgerissen werden bis schlussendlich nur die lebenswürdigen Individuen übrig bleiben und ihre eigene Macht und sich selbst frei entfalten können. Die Schwäche gar nicht erst aufkeimen zu lassen sondern sie in ihrem eignenen Unrat ersticken zu lassen ist die effektivste Methode.